Smiley aus #no_way_out hat auch einen "richtigen" Namen. Er heisst Kurt. Nicht einfach so. Sondern weil ich mir ganz viel dabei überlegt habe. Es musste ein "uncooler" Name sein, einer dieser alten Namen, das verlangt Smileys Herkunft. Und es musste ein Name sein, bei dem mein Herz trotzdem ins Schwingen gerät. Das kann es nur, wenn es irgendwo in der realen Welt jemanden gibt, in dem ich viele (nicht alle) Eigenschaften von Smiley erkenne.
Ich liebe Smiley. Aus vielen Gründen. Der wichtigste: Smiley sieht mit dem Herzen. Die Oberfläche eines Menschen interessiert ihn nicht. Er sieht das, was darunter ist. Und Smiley ist ein guter Freund, eigentlich der beste Freund, den man haben kann.
Kurt, diese Stelle ist für dich:
"Freiheit gibt es nicht", sagte ich zu Smiley. "Wir sind alle Gefangene unserer Vergangenheit. Sogar so reiche Leute wie Edy oder so kluge Leute wie Margot."
Smiley schaute auf die Mittelstreifen, die auf uns zukamen und unter uns abzutauchen schienen. "Ich nicht", verkündete er, nachdem wir bestimmt hundert oder mehr Mittelstreifen weggefahren hatten.
"Du lebst in einer Hütte auf dem Land deines Grossvaters. Mitten in seinem Schrott, von dem du wahrscheinlich kein Stück weggeworfen hast", rechnete ich ihm vor. "Noch mehr in der Vergangenheit kann man gar nicht leben."
"Deswegen bin ich noch lange nicht ihr Gefangener."
Smiley öffnete das Fenster, steckte seinen Kopf hinaus und rief: "Ich bin ein freier Mann. Ich lebe mit der Vergangenheit und nicht in ihr, und ich bin nicht ihr Gefangener!"
Der Fahrtwind zerzauste seine Haare. Mir fiel ein Foto mit einem Hund ein, das ich mal gesehen hatte. Der Hund hatte seinen Kopf aus dem Autofenster gesteckt, genau wie Smiley. Ich musste lachen.
Smiley zog seinen Kopf ins Wageninnere zurück. "Das ist nicht witzig", grummelte er. "Du solltest dir das hinter deine Löffel schreiben und versuchen, danach zu leben."
Nun, das konnte schwierig werden, denn wir rasten geradewegs einem Leben in einer unfreien Zukunft entgegen.
"Brückenspringer. Hast du gehört? So nennen sie uns." Er schlug die Hand auf das Armaturenbrett. "Hey, wir sind so was wie Helden."
"Leute, die Kurt heissen, sind keine Helden", zog ich ihn auf.
Doch. Denn mit dem Herzen sehen kann nicht jeder.
Montag, 14. Oktober 2013
Sonntag, 13. Oktober 2013
Aus dem Herzen gesprochen
An der Frankfurter Buchmesse wurde der deutsche Jugendliteraturpreis vergeben. Im Vorfeld kam es zu heftigen Kontroversen, weil über 500 Kinder- und Jugendbuchautoren und Illustratoren eine Petition unterschrieben hatten, in der sie eine Diskussion über die Richtlinien zur Preisvergabe wünschten.
Diese über 500 Unterzeichnenden wurden pauschal verbal abgewatscht mit Worten, die jenseitig sind (weshalb ich hier gar nicht darauf eingehe; nachlesen kann man es hier bei mir und hier auf der Webseite der Initianten). Irgendwann, als die lästigen 500 Leutchen einfach nicht daran dachten, klein bezugeben und sich in die Schamecke zu verkriechen, kam dann ein Angebot zu einem Gespräch an einem runden Tisch. Thema: "Autorenförderung". Man kann Menschen auch doppelt abwatschen. Genau das ist dieses Angebot meiner Ansicht nach. mit diesem Angebot passiert. Die 500 Widerspenstigen sind denn auch nicht auf dieses Angebot eingegangen.
Die Preisvergabe rückte näher und siehe da: Es gab plötzlich keine Karten mehr für ein paar der Unterzeichnenden. Gewonnen haben dann vor allem Werke ausländischer Autoren.
(Zwischenanmerkung: Nein, das liegt nicht daran, dass deutschsprachige Autoren nicht schreiben können - meiner Ansicht nach wäre Rolf Lappert mit seinem Pampa Blues ein sehr würdiger und sehr verdienter Preisträger gewesen).
Nun zu dem Mann, der mir aus dem Herzen gesprochen hat. Andreas Steinhöfel wurde für sein schriftstellerisches Lebenswerk ausgezeichnet. Dass er wunderbare Bücher schreibt, denen ich einzigartige Lesemomente verdanke, wusste ich. Dass er den Mut hatte, in seiner Dankesrede Dinge anzusprechen, die einen grossen Teil von uns deutschsprachigen Autoren wie Steine im Magen und vor den Füssen liegen, ehrt ihn doppelt. Ich danke dir, Andreas.
Diese über 500 Unterzeichnenden wurden pauschal verbal abgewatscht mit Worten, die jenseitig sind (weshalb ich hier gar nicht darauf eingehe; nachlesen kann man es hier bei mir und hier auf der Webseite der Initianten). Irgendwann, als die lästigen 500 Leutchen einfach nicht daran dachten, klein bezugeben und sich in die Schamecke zu verkriechen, kam dann ein Angebot zu einem Gespräch an einem runden Tisch. Thema: "Autorenförderung". Man kann Menschen auch doppelt abwatschen. Genau das ist dieses Angebot meiner Ansicht nach. mit diesem Angebot passiert. Die 500 Widerspenstigen sind denn auch nicht auf dieses Angebot eingegangen.
Die Preisvergabe rückte näher und siehe da: Es gab plötzlich keine Karten mehr für ein paar der Unterzeichnenden. Gewonnen haben dann vor allem Werke ausländischer Autoren.
(Zwischenanmerkung: Nein, das liegt nicht daran, dass deutschsprachige Autoren nicht schreiben können - meiner Ansicht nach wäre Rolf Lappert mit seinem Pampa Blues ein sehr würdiger und sehr verdienter Preisträger gewesen).
Nun zu dem Mann, der mir aus dem Herzen gesprochen hat. Andreas Steinhöfel wurde für sein schriftstellerisches Lebenswerk ausgezeichnet. Dass er wunderbare Bücher schreibt, denen ich einzigartige Lesemomente verdanke, wusste ich. Dass er den Mut hatte, in seiner Dankesrede Dinge anzusprechen, die einen grossen Teil von uns deutschsprachigen Autoren wie Steine im Magen und vor den Füssen liegen, ehrt ihn doppelt. Ich danke dir, Andreas.
Donnerstag, 10. Oktober 2013
Kostenloses Unterrichtsmaterial zu "dead.end.com"
Viele meiner Bücher werden im Klassensatz gelesen, allen voran Blackout. Zu Blackout gibt es mittlerweile im Internet unzählige Unterrichtsmaterialen zu finden.
Dieses Jahr ist mein Verlag neue Wege gegangen: Er hat sich mit dem Verlag an der Ruhr zusammengetan. Dabei entstanden konstenlose Unterrichtsdossiers zu verschiedenen im Thienemann Verlag erschienen Büchern, unter anderem zu dead.end.com.
Ich habe mir das Dossier heruntergeladen und bin begeistert. Es umfasst 23 Seiten, aufgeteilt in drei Bereiche:
1. Lektürehinweise
Inhalt / Zur Autorin / Methodische und didaktische Überlegungen / Übersicht über die Unterrichtsreihe
2. Geförderte Kompetenzen
Ziele der Unterrichtsreihe (klar und knapp, auf den Punkt gebracht)
3. Arbeitsblätter
13 Arbeitsblätter
Ich verzichte darauf, näher auf die einzelnen Arbeitsblätter einzugehen, da man sich nicht die buchstäbliche Katze im Sack kauft, wenn man sich das Dossier herunterlädt, sondern das ganze Material kostenlos erhält und es sich in aller Ruhe anschauen kann.
Zusammengestellt hat das Dossier Ina Kerkhoff, der ich an dieser Stelle herzlich danken möchte.
Dieses Jahr ist mein Verlag neue Wege gegangen: Er hat sich mit dem Verlag an der Ruhr zusammengetan. Dabei entstanden konstenlose Unterrichtsdossiers zu verschiedenen im Thienemann Verlag erschienen Büchern, unter anderem zu dead.end.com.
Ich habe mir das Dossier heruntergeladen und bin begeistert. Es umfasst 23 Seiten, aufgeteilt in drei Bereiche:
1. Lektürehinweise
Inhalt / Zur Autorin / Methodische und didaktische Überlegungen / Übersicht über die Unterrichtsreihe
2. Geförderte Kompetenzen
Ziele der Unterrichtsreihe (klar und knapp, auf den Punkt gebracht)
3. Arbeitsblätter
13 Arbeitsblätter
Ich verzichte darauf, näher auf die einzelnen Arbeitsblätter einzugehen, da man sich nicht die buchstäbliche Katze im Sack kauft, wenn man sich das Dossier herunterlädt, sondern das ganze Material kostenlos erhält und es sich in aller Ruhe anschauen kann.
Zusammengestellt hat das Dossier Ina Kerkhoff, der ich an dieser Stelle herzlich danken möchte.
Mittwoch, 9. Oktober 2013
Die Micks und Smileys dieser Welt
Mick und Smiley sind die Hauptfiguren meines neusten Buches. Aussenseiter. Freaks. Menschen auf der Verliererseite, jenseits jeglicher gesellschaftlicher Norm. Sogenannte Loser.
Micks und Smileys gibt es überall. Die meisten leben das Anderssein und den Verzicht unfreiwillig, einige ganz bewusst. Das Buch #no_way_out verdanke ich der Begegnung mit einem dieser Micks. Er lief mir eines Tages einfach über den Weg. Ich verdanke dieses Buch aber auch Menschen aus meinem engsten Umfeld, denn ich habe das grosse Glück, nicht wenige Micks und Smileys persönlich zu kennen.
Einen dieser Micks habe ich in meinen Ferien getroffen, im Süden Frankreichs, in Narbonne. Dort unten, im Süden von Frankreich gibt es sehr reiche Leute mit wunderschönen Häusern, aber auch sehr arme Leute, die unter Brücken schlafen und in den Fussgängerzonen der grösseren Orte diskret, aber unübersehbar, Geld betteln. Der Mick, den ich getroffen habe, hat nicht gebettelt.
Herr Ehemann und ich stiegen aus dem Auto, das wir am Strassenrand parkiert hatten. An einer Ecke stolperte ich beinahe über einen Typen mit zwei Hunden. Jung und offensichtlich obdachlos. Für solche Fälle trage ich immer Geld in meiner Hosentasche herum, aber dieser junge Mann hatte keinen Hut und keinen Becher vor sich stehen. Irritiert ging ich weiter, nicht, ohne mich noch einmal nach ihm umzudrehen. Er sagte: "Bonjour" und ich antwortet mit einem "Bonjour".
Zwei Stunden später gingen wir zum Auto zurück. "Mick" hatte seinen Platz gewechselt und sass ganz in der Nähe unseres Wagens. Ich ging zu ihm hin und fragte ihn, ob er Geld brauche. Er nickte. Ich erklärte ihm, dass er in diesem Fall besser einen Hut oder einen Becher hinstellen sollte. Er murmelte irgendwas. Wir begannen, uns zu unterhalten. Er hat mir von sich erzählt. Vielleicht die Wahrheit, vielleicht eine Lüge, um das Herz der Touristin zu erweichen, die er vor sich sah. Es spielt keine Rolle. Ich hoffe sogar, dass seine Geschichte erfunden war. Mich brauchte er nicht zu erweichen. Mein Herz hatte er von Anfang an. Am Ende gab ich ihm Geld, mehr als das Übliche.
Am gleichen Abend waren mein Mann und ich auf einem Weingut zum Essen. Eine kleine, zusammengewürfelte Gastrunde an einem grossen Tisch. Gutes Essen. Guter Wein. Wahrscheinlich sogar nette Leute. Aber die Gastgeber redeten von nichts anderem als von Geld. Von Jachten. Von Privatjets. Von Freunden mit Millionen. Von faulen Franzosen. Ich habe meinen Mund gehalten und bin brav sitzen geblieben. Aber ich war selten an einem so falschen Ort wie diesem.
PS: Der Mick in meinem Buch mag die Pappbechernummer nicht. Zu würdelos, findet er. Vielleicht dachte der "Mick" in Narbonne das auch.
Micks und Smileys gibt es überall. Die meisten leben das Anderssein und den Verzicht unfreiwillig, einige ganz bewusst. Das Buch #no_way_out verdanke ich der Begegnung mit einem dieser Micks. Er lief mir eines Tages einfach über den Weg. Ich verdanke dieses Buch aber auch Menschen aus meinem engsten Umfeld, denn ich habe das grosse Glück, nicht wenige Micks und Smileys persönlich zu kennen.
Einen dieser Micks habe ich in meinen Ferien getroffen, im Süden Frankreichs, in Narbonne. Dort unten, im Süden von Frankreich gibt es sehr reiche Leute mit wunderschönen Häusern, aber auch sehr arme Leute, die unter Brücken schlafen und in den Fussgängerzonen der grösseren Orte diskret, aber unübersehbar, Geld betteln. Der Mick, den ich getroffen habe, hat nicht gebettelt.
Herr Ehemann und ich stiegen aus dem Auto, das wir am Strassenrand parkiert hatten. An einer Ecke stolperte ich beinahe über einen Typen mit zwei Hunden. Jung und offensichtlich obdachlos. Für solche Fälle trage ich immer Geld in meiner Hosentasche herum, aber dieser junge Mann hatte keinen Hut und keinen Becher vor sich stehen. Irritiert ging ich weiter, nicht, ohne mich noch einmal nach ihm umzudrehen. Er sagte: "Bonjour" und ich antwortet mit einem "Bonjour".
Zwei Stunden später gingen wir zum Auto zurück. "Mick" hatte seinen Platz gewechselt und sass ganz in der Nähe unseres Wagens. Ich ging zu ihm hin und fragte ihn, ob er Geld brauche. Er nickte. Ich erklärte ihm, dass er in diesem Fall besser einen Hut oder einen Becher hinstellen sollte. Er murmelte irgendwas. Wir begannen, uns zu unterhalten. Er hat mir von sich erzählt. Vielleicht die Wahrheit, vielleicht eine Lüge, um das Herz der Touristin zu erweichen, die er vor sich sah. Es spielt keine Rolle. Ich hoffe sogar, dass seine Geschichte erfunden war. Mich brauchte er nicht zu erweichen. Mein Herz hatte er von Anfang an. Am Ende gab ich ihm Geld, mehr als das Übliche.
Am gleichen Abend waren mein Mann und ich auf einem Weingut zum Essen. Eine kleine, zusammengewürfelte Gastrunde an einem grossen Tisch. Gutes Essen. Guter Wein. Wahrscheinlich sogar nette Leute. Aber die Gastgeber redeten von nichts anderem als von Geld. Von Jachten. Von Privatjets. Von Freunden mit Millionen. Von faulen Franzosen. Ich habe meinen Mund gehalten und bin brav sitzen geblieben. Aber ich war selten an einem so falschen Ort wie diesem.
PS: Der Mick in meinem Buch mag die Pappbechernummer nicht. Zu würdelos, findet er. Vielleicht dachte der "Mick" in Narbonne das auch.
Dienstag, 8. Oktober 2013
Öffentliche Lesungen von Jugendbuchautoren - die Fallstricke und warum es toll ist, wenn es trotzdem jemand wagt
Die allermeisten meiner Lesungen sind Schullesungen, finden also vor einem geschlossenen, "zwangsverpflichteten" Publikum statt. Keine Bange, das ist nicht halb so schlimm, wie es klingt, denn wenn es erst einmal losgeht, sind Zwang und Verpflichtung meistens schnell vergessen und die Jugendlichen sind voll dabei und in den meisten Fällen sogar begeistert.
Anders sieht es bei öffentlichen Lesungen von Jugendbuchautoren aus. Da stehen wir oft im Niemandsland. Denn Hand aufs Herz: Welcher Jugendliche geht FREIWILLIG an eine Lesung? Nach Schulschluss? Und grad noch einmal Hand aufs Herz: Welcher Erwachsene geht an die Lesung eines Jugendbuchautors (es sei denn, der Jugenbuchautor schreibt auch "Erwachsenenbücher" oder ist sensationell bekannt)? Das Wissen um das Niemandsland macht bescheiden - und ehrlich. Wenn also eine öffentliche Institution wegen einer Lesung anruft, rede ich Klartext. Ich erkläre das mit dem Niemandsland und ergänze, dass es ohne aktives Zugehen auf Schulen nicht geht, dass das trotzdem kein Garant ist, genügend Teilnehmer an einer Lesung zu haben.
Eine Lesung zu organisieren und durchzuziehen bedeutet Arbeit und Einsatz, auch finanziellen. Da ist es dann sehr frustrierend, wenn fünf bis zehn Leute auftauchen, von denen drei zu den Veranstaltern gehören und vier aus der Verwandtschaft des Autors stammen.
Deshalb mein Klartext. Den habe ich auch geredet, als mich eine sehr nette Dame von der Thalia in Bern kontaktiert hat. Ich habe meiner Freude über die Anfrage Ausdruck gegeben und dann sachlich auf all die Fallstricke resp. das Niemandsland hingewiesen. Am Ende sind wir so verblieben, dass die nette Dame es sich noch einmal überlegt. Ganz ehrlich: Ich wäre ihr nicht böse gewesen, wenn sie es sich anders überlegt hätte. Hat sie aber nicht. "Wir ziehen das durch!", hat sie gemeint.
Genau das machen wir jetzt. Wir ziehen es durch. Thalia Bern hat einen tollen Flyer herstellen lassen und ist sehr aktiv auf die Schulen in und um Bern zugegangen. Ich trage meinen Teil dazu bei, zum Beispiel mit diesem Blogeintrag. Auf die Lesung am 16. freue ich mich ohne Ende. Weil Thalia es wagt - mit dem Wissen um die Arbeit und das Risiko. Wie viele Zuhörer es dann am Ende auch sein werden: Ich werde voll motiviert und begeistert dabei sein.
Anders sieht es bei öffentlichen Lesungen von Jugendbuchautoren aus. Da stehen wir oft im Niemandsland. Denn Hand aufs Herz: Welcher Jugendliche geht FREIWILLIG an eine Lesung? Nach Schulschluss? Und grad noch einmal Hand aufs Herz: Welcher Erwachsene geht an die Lesung eines Jugendbuchautors (es sei denn, der Jugenbuchautor schreibt auch "Erwachsenenbücher" oder ist sensationell bekannt)? Das Wissen um das Niemandsland macht bescheiden - und ehrlich. Wenn also eine öffentliche Institution wegen einer Lesung anruft, rede ich Klartext. Ich erkläre das mit dem Niemandsland und ergänze, dass es ohne aktives Zugehen auf Schulen nicht geht, dass das trotzdem kein Garant ist, genügend Teilnehmer an einer Lesung zu haben.
Eine Lesung zu organisieren und durchzuziehen bedeutet Arbeit und Einsatz, auch finanziellen. Da ist es dann sehr frustrierend, wenn fünf bis zehn Leute auftauchen, von denen drei zu den Veranstaltern gehören und vier aus der Verwandtschaft des Autors stammen.
Deshalb mein Klartext. Den habe ich auch geredet, als mich eine sehr nette Dame von der Thalia in Bern kontaktiert hat. Ich habe meiner Freude über die Anfrage Ausdruck gegeben und dann sachlich auf all die Fallstricke resp. das Niemandsland hingewiesen. Am Ende sind wir so verblieben, dass die nette Dame es sich noch einmal überlegt. Ganz ehrlich: Ich wäre ihr nicht böse gewesen, wenn sie es sich anders überlegt hätte. Hat sie aber nicht. "Wir ziehen das durch!", hat sie gemeint.
Genau das machen wir jetzt. Wir ziehen es durch. Thalia Bern hat einen tollen Flyer herstellen lassen und ist sehr aktiv auf die Schulen in und um Bern zugegangen. Ich trage meinen Teil dazu bei, zum Beispiel mit diesem Blogeintrag. Auf die Lesung am 16. freue ich mich ohne Ende. Weil Thalia es wagt - mit dem Wissen um die Arbeit und das Risiko. Wie viele Zuhörer es dann am Ende auch sein werden: Ich werde voll motiviert und begeistert dabei sein.
Montag, 7. Oktober 2013
Unterschätzt
Ich hatte meine Arbeit total unterschätzt. Band 1 meiner Serie war Ende April fertig und zwei Mal grob überarbeitet. Ich schickte den Text meiner Agentin, etwas, das ich sonst nicht tue, aber diesmal brauchte ich eine erste, unabhängige Rückmeldung, weil ich mit dieser Serie neue Wege gehe, was die Erzählsprache und auch den Inhalt anbelangt.
(Zwischenanmerkung 1: Ja, gute Agenten und Agentinnen figurieren auch mal als Testleser und Erstlektoren und nein, dafür muss ich nicht extra bezahlen.)
Während also der Text bei der Agentin lag, machte ich mich sofort an Band zwei. Ich kam sehr gut voran, was vor allem daran lag, dass ich alle meine Figuren schon kannte. Genau deshalb wollte ich schon lange eine Serie schreiben: Weil ich mich dann nicht von meinen Figuren trennen muss, sondern sie durch mehrere Bücher begleiten kann.
(Zwischenbemerkung 2: Das ist tatsächlich so toll und befriedigend, wie ich es mir vorgestellt habe. Einfach die erste Seite eines neuen Buches auftun und dort weitermachen, wo ich mit dem letzten aufgehört habe, mit Figuren, die ich in- und auswendig kenne und an die ich mich nicht erst herantasten muss.)
Das Feedback der Agentin kam irgendwann im Sommer. Ich machte mir Notizen, wusste genau, was ich ändern wollte und plante dafür zwei, höchstens drei Wochen Überarbeitungszeit ein. Sicher, alles im Griff zu haben, schrieb ich an Band zwei weiter. Eigentlich wollte ich ihn in der Rohfassung fertig haben, bevor ich Band 1 noch einmal heftig überarbeitete, aber die Zeit wurde zu knapp. Ich legte also Band 2 mitten im Showdown weg und verzog mich mit Band 1 in die Berge.
Tja. Und da begann dann der Salat! Was ich aufgrund der Anmerkungen meiner Agentin ändern wollte, wusste ich schon. Dazu kamen unzählige Wiederholungen, Plotlöcher in der Grösse von ausgewachsenen Vulkankratern, eine vertrickt komplizierte Geschichte, die genauso vertrickt kompliziert erzählt wurde, und eine Erzählsprache, bei der mir zum Teil elend wurde (was wohl zum grossen Teil an mir liegt; ich habe eine heillose Angst vor Kitsch). Kurz: Ich ging nicht mit dem Rechen durch den Text, sondern nahm einen Traktor, walzte eine ganze Menge nieder und pflügte (= schrieb) allerheftigst um. Jeden Tag von 7.30 Uhr morgens bis um Mitternacht. Eine Woche lang.
(Zwischenbemerkung 3: In den Schreibpausen las ich Wettbewerbstexte; dazu dann aber mehr in einem anderen Post.)
Danach musste ich zurück ins Tal. Zum Unterrichten und an Sitzungen. Zwei Wochen pendelte ich zwischen Wettbewerbstexten, Sitzungen, Arbeiten, die mit Sitzungen zusammenhingen, und dem Überarbeiten. Ich funktionierte im Hochtourenbereich. Denn eigentlich wollte ich den Text am 20. September abgeben, weil ich am 21. in die Ferien fuhr. Und ich wollte zum ersten Mal seit ich schreibe, ohne ein Manuskript verreisen, an dem ich arbeiten musste. Daraus wurde nichts. Die erste Ferienwoche arbeitete ich noch einmal am Text und dann schickte ich ihn los.
(Zwischenbemerkung 4: Das ist noch einmal eine ganz andere Geschichte - Texte verschicken mit meinem Handtaschenmaschinchen. Um es kurz zu machen: Ich stand kurz davor, das Maschinchen umzubringen.)
Selber schuld! Ich hatte mich völlig verschätzt, das heisst, die Arbeit unterschätzt. Bei Band 2 bin ich nun klüger. Ich rechne dann schon mal zwei Monate Überarbeitungszeit ein :-)
(Zwischenanmerkung 1: Ja, gute Agenten und Agentinnen figurieren auch mal als Testleser und Erstlektoren und nein, dafür muss ich nicht extra bezahlen.)
Während also der Text bei der Agentin lag, machte ich mich sofort an Band zwei. Ich kam sehr gut voran, was vor allem daran lag, dass ich alle meine Figuren schon kannte. Genau deshalb wollte ich schon lange eine Serie schreiben: Weil ich mich dann nicht von meinen Figuren trennen muss, sondern sie durch mehrere Bücher begleiten kann.
(Zwischenbemerkung 2: Das ist tatsächlich so toll und befriedigend, wie ich es mir vorgestellt habe. Einfach die erste Seite eines neuen Buches auftun und dort weitermachen, wo ich mit dem letzten aufgehört habe, mit Figuren, die ich in- und auswendig kenne und an die ich mich nicht erst herantasten muss.)
Das Feedback der Agentin kam irgendwann im Sommer. Ich machte mir Notizen, wusste genau, was ich ändern wollte und plante dafür zwei, höchstens drei Wochen Überarbeitungszeit ein. Sicher, alles im Griff zu haben, schrieb ich an Band zwei weiter. Eigentlich wollte ich ihn in der Rohfassung fertig haben, bevor ich Band 1 noch einmal heftig überarbeitete, aber die Zeit wurde zu knapp. Ich legte also Band 2 mitten im Showdown weg und verzog mich mit Band 1 in die Berge.
Tja. Und da begann dann der Salat! Was ich aufgrund der Anmerkungen meiner Agentin ändern wollte, wusste ich schon. Dazu kamen unzählige Wiederholungen, Plotlöcher in der Grösse von ausgewachsenen Vulkankratern, eine vertrickt komplizierte Geschichte, die genauso vertrickt kompliziert erzählt wurde, und eine Erzählsprache, bei der mir zum Teil elend wurde (was wohl zum grossen Teil an mir liegt; ich habe eine heillose Angst vor Kitsch). Kurz: Ich ging nicht mit dem Rechen durch den Text, sondern nahm einen Traktor, walzte eine ganze Menge nieder und pflügte (= schrieb) allerheftigst um. Jeden Tag von 7.30 Uhr morgens bis um Mitternacht. Eine Woche lang.
(Zwischenbemerkung 3: In den Schreibpausen las ich Wettbewerbstexte; dazu dann aber mehr in einem anderen Post.)
Danach musste ich zurück ins Tal. Zum Unterrichten und an Sitzungen. Zwei Wochen pendelte ich zwischen Wettbewerbstexten, Sitzungen, Arbeiten, die mit Sitzungen zusammenhingen, und dem Überarbeiten. Ich funktionierte im Hochtourenbereich. Denn eigentlich wollte ich den Text am 20. September abgeben, weil ich am 21. in die Ferien fuhr. Und ich wollte zum ersten Mal seit ich schreibe, ohne ein Manuskript verreisen, an dem ich arbeiten musste. Daraus wurde nichts. Die erste Ferienwoche arbeitete ich noch einmal am Text und dann schickte ich ihn los.
(Zwischenbemerkung 4: Das ist noch einmal eine ganz andere Geschichte - Texte verschicken mit meinem Handtaschenmaschinchen. Um es kurz zu machen: Ich stand kurz davor, das Maschinchen umzubringen.)
Selber schuld! Ich hatte mich völlig verschätzt, das heisst, die Arbeit unterschätzt. Bei Band 2 bin ich nun klüger. Ich rechne dann schon mal zwei Monate Überarbeitungszeit ein :-)
Sonntag, 6. Oktober 2013
Auftauchen
Ich tauche auf. Aus einer intensiven Schreibzeit, aus einer intensiven Sitzungszeit, aus einer intensiven Ferienzeit. Ich wünschte, ich könnte es langsam tun, aber das geht nicht. Während ich mich die letzen paar Wochen mehr oder weniger vom Internet abgekoppelt habe, erst um Termine einzuhalten, dann ferienhalber, hat mein virtueller Briefkasten fleissig für mich gesammelt, was so angefallen ist. Und das ist eine Menge.
Mit dem Ende der Ferien ist auch die reine Sommer-Schreibzeit vorbei und die Lesezeit im Herbst beginnt. Ich versuche im Moment, meine Oktober-Lesetermine auf die Reihe zu bekommen und merke, dass von zwei Anfragen noch definitive Bestätigungen ausstehen, zu einer Anfrage noch Details geklärt werden müssen und eine Anfrage kurzfristig neu dazugekommen ist. Ich habe schon mal Mails verschickt und nachgehakt, merke aber, dass ich meine Pinnwand in der Blogroll noch nicht vollständig aufschalten kann. Ich hänge dann mal rein, was schon definitiv ist.
Im November lese ich in der Zentralschweiz. Da sind während meinen Ferien auch die Termine hereingekommen und die ersten Kontaktaufnahmen der zuständigen Personen an den Leseorten, gleichzeitig aber auch eine Mail der Organisatorin der ganzen Lesetour, dass es noch Änderungen geben könnte.
Kurz: Es ist immer noch einiges nicht fix, einiges provisorisch und vieles muss nun konkretisiert werden. Mein Bürofräulein (ich) sitzt deshalb am Computer und ackert sich durch Termine. Die Autorin (ich) hat den ersten Band der Serie dem Lektorat geschickt (das für alle, denen diese Frage auf der Zunge lag). Und die Bloggerin (ich) fragt sich, womit sie mit dem Erzählen nach der langen Pause anfangen soll.
Vielleicht so viel: Ich habe in den Ferien Mick aus #no_way_out getroffen. Oder zumindest einen seiner unzähligen Alter Egos. Die Begegnung hat mich tief berührt. Mehr dazu in einem separaten Eintrag.
Mit dem Ende der Ferien ist auch die reine Sommer-Schreibzeit vorbei und die Lesezeit im Herbst beginnt. Ich versuche im Moment, meine Oktober-Lesetermine auf die Reihe zu bekommen und merke, dass von zwei Anfragen noch definitive Bestätigungen ausstehen, zu einer Anfrage noch Details geklärt werden müssen und eine Anfrage kurzfristig neu dazugekommen ist. Ich habe schon mal Mails verschickt und nachgehakt, merke aber, dass ich meine Pinnwand in der Blogroll noch nicht vollständig aufschalten kann. Ich hänge dann mal rein, was schon definitiv ist.
Im November lese ich in der Zentralschweiz. Da sind während meinen Ferien auch die Termine hereingekommen und die ersten Kontaktaufnahmen der zuständigen Personen an den Leseorten, gleichzeitig aber auch eine Mail der Organisatorin der ganzen Lesetour, dass es noch Änderungen geben könnte.
Kurz: Es ist immer noch einiges nicht fix, einiges provisorisch und vieles muss nun konkretisiert werden. Mein Bürofräulein (ich) sitzt deshalb am Computer und ackert sich durch Termine. Die Autorin (ich) hat den ersten Band der Serie dem Lektorat geschickt (das für alle, denen diese Frage auf der Zunge lag). Und die Bloggerin (ich) fragt sich, womit sie mit dem Erzählen nach der langen Pause anfangen soll.
Vielleicht so viel: Ich habe in den Ferien Mick aus #no_way_out getroffen. Oder zumindest einen seiner unzähligen Alter Egos. Die Begegnung hat mich tief berührt. Mehr dazu in einem separaten Eintrag.
Dienstag, 10. September 2013
Intensive Arbeitstage
Morgen früh fahre ich in die Berge. Das da habe ich im Gepäck:
Hinten:
Der Ordner mit den Texten des Schreibwettbewerbs. Bis Ende Woche muss ich alle Texte gelesen und bewertet haben. Ich habe die letzten paar Tage immer mal wieder neugierig reingelinst und weiss, dass mich ein paar sehr gute Texte erwarten! Da dies nicht meine erste Juryarbeit ist, weiss ich auch, dass sich manche Texte erst beim zweiten oder dritten Mal lesen so richtig entfalten. Ich werde also jedem Text den Raum geben, den er braucht, und dann in einem von der Juryleitung vorbereiteten Bewertungsblatt meine Bemerkungen eintragen.
Vorne links:
Meine Notizen und Resultate der Recherchen zum Text, den ich am 20. September abgeben will. Ganz links die Ausdrucke aus dem Internet, unten das Notizbuch zu Band 2, das auch mit muss, in der Mitte die Notizen zur ganzen Reihe und oben das Notizbuch zu Band 1. Für jene, die sich wundern: Notizen mache ich IMMER von Hand, meine Texte schreibe ich auf dem Laptop. Ich habe versucht, meine Notizen in diesen cleveren, extra zu diesem Zweck geschaffenen Vorlagen auf dem PC zu schreiben. Keine Chance. Ich mag es, mit Füller und bunten Filzstiften auf weisse Seiten zu schreiben, Wörter und Satzteile mit Pfeilen zu verbinden, farbig einzurahmen usw.
Vorne rechts:
Meine Gitarrennoten. Ich habe mir für den Berg eine billige E-Gitarre (mit Verstärker) gekauft und kann nun auch in den Bergen üben.
Der Wetterbericht sagt Schnee bis auf 1700 Meter voraus. Ich packe deshalb auch die Fotokamera ein, damit ich den ersten Schnee dieses Herbst festhalten kann, sofern er denn fällt. Ich bin nicht unglücklich darüber, vom Wetter ins Haus gedrängt zu werden. Arbeit habe ich nämlich mehr als genug!
Hinten:
Der Ordner mit den Texten des Schreibwettbewerbs. Bis Ende Woche muss ich alle Texte gelesen und bewertet haben. Ich habe die letzten paar Tage immer mal wieder neugierig reingelinst und weiss, dass mich ein paar sehr gute Texte erwarten! Da dies nicht meine erste Juryarbeit ist, weiss ich auch, dass sich manche Texte erst beim zweiten oder dritten Mal lesen so richtig entfalten. Ich werde also jedem Text den Raum geben, den er braucht, und dann in einem von der Juryleitung vorbereiteten Bewertungsblatt meine Bemerkungen eintragen.
Vorne links:
Meine Notizen und Resultate der Recherchen zum Text, den ich am 20. September abgeben will. Ganz links die Ausdrucke aus dem Internet, unten das Notizbuch zu Band 2, das auch mit muss, in der Mitte die Notizen zur ganzen Reihe und oben das Notizbuch zu Band 1. Für jene, die sich wundern: Notizen mache ich IMMER von Hand, meine Texte schreibe ich auf dem Laptop. Ich habe versucht, meine Notizen in diesen cleveren, extra zu diesem Zweck geschaffenen Vorlagen auf dem PC zu schreiben. Keine Chance. Ich mag es, mit Füller und bunten Filzstiften auf weisse Seiten zu schreiben, Wörter und Satzteile mit Pfeilen zu verbinden, farbig einzurahmen usw.
Vorne rechts:
Meine Gitarrennoten. Ich habe mir für den Berg eine billige E-Gitarre (mit Verstärker) gekauft und kann nun auch in den Bergen üben.
Der Wetterbericht sagt Schnee bis auf 1700 Meter voraus. Ich packe deshalb auch die Fotokamera ein, damit ich den ersten Schnee dieses Herbst festhalten kann, sofern er denn fällt. Ich bin nicht unglücklich darüber, vom Wetter ins Haus gedrängt zu werden. Arbeit habe ich nämlich mehr als genug!
Montag, 9. September 2013
Recherche: Die Tücken der Technik und was ein Bandjet kostet
Wenn ich schreibe, recherchiere ich manche Dinge im Voraus. Aber längst nicht alle. Regelmässige Besucher dieses Blogs wissen, dass ich zur Chaotenfraktion der Autoren gehöre, sprich, dass ich zwar mein Buchpersonal kenne, aber nicht die ganze Geschichte, die ich schreibe. Um genau zu sein: Ich kenne gerade mal den roten Faden.
Wer wie ich schreibt, erfindet die Geschichte fortlaufend. Und selbstverständlich schmuggeln sich da Dinge ein, an die man vorher nie gedacht hat. Einige recherchiere ich sofort, bei anderen habe ich Halbwissen, das ich einfliessen lasse (aber noch ergänzen und checken muss), andere lasse ich ganz offen (weil ich ja nicht weiss, ob ich bei der soeben geschriebenen Version bleiben werde oder - falls der Text nicht aufgeht - zurück an den Start oder zumindest ein Stück zurück muss). Textstellen, die ich mir zur Recherche aufhebe, markiere ich für mich mit einem fetten Rot.
Nun naht die Deadline (der Abgabetermin) und ich muss die letzten rot markierten Stellen eliminieren.
So kam es, dass ich die letzten zwei Wochen ziemlich heftig recherchiert habe. Einmal wieder im Bereich der Internet- und Handywelt. Da bekomme ich regelmässig halbe Zustände, und zwar aus zwei Gründen: 1. Ich verstehe von Technik (um es nett zu formulieren) nicht gerade sehr viel. 2. Es macht mich schlicht fertig, was heute alles möglich ist. Sich im Verborgenen zu bewegen ist beinahe unmöglich geworden. Irgendwer findet immer Zugang zu den Daten, auch zu verschlüsselten, die mit einem Passwort geschützt sind. Was kaputt ist, ist noch lange nicht kaputt. (Bitte Festplatte eurer PCs und Handys, die ihr nicht mehr wollt, mit dem Hammer in Kleinstteile schrotten, wenn ihr nicht wollt, dass jemand weiss, was ihr geschrieben / getan habt.) Zum Thema Verschlüsselung habe ich mir seitenweise Infos aus dem Internet ausgedruckt, nur um festzustellen, dass ich schon zu blöd bin, die erste Seite zu kapieren. Ich hab mir dann alles idiotensicher von einem Experten erklären lassen. Wobei der mehrmals grinsend gemeint hat: "Na ja, eigentlich geht auch das, wenn man gut genug ist" ... Am Ende stand ich dann da und überlegte mir, zurück zu den Feuerzeichen zu gehen und Romane aus dem Mittelalter zu schreiben.
Da in meinem neuen Buch auch Flugzeuge aller Art eine wichtige Rolle spielen, habe ich mich bei einem Experten gemeldet, den ich über meine Mutter kennengelernt habe. Völlig unkompliziert lud er mich am letzten Donnerstag spontan ein, doch gleich am Abend vorbeizukommen. Ich habe Frau Tochter mitgenommen, weil ich diesen Menschen extrem nett und spannend finde.
Nun weiss ich, was ein Bandjet kostet (Leute, nehmt das Fahrrad!). Ich weiss, welchen Bandjet mein Prota besitzt: Eine Cesna Citation, die verachtete Billigversion - weil die als uncoole Schrottlaube gilt und das genau zu meinem Prota passt, wobei auch diese "Schrottlaube" 5 bis 6 Millionen Franken kostet - ohne diverse Neben- und Betriebskosten. Ich weiss, welches Kleinflugzeug mein Bösewicht fliegt, wie man sich in Zürich aufs Flughafengelände schmuggeln kann, warum man bei Helikopterflügen zwar ohne Headset fliegen kann, es aber besser ist, eins zu benutzten, welche Flugzeuge wie lange Landepisten brauchen und eine ganze Menge mehr. Wie bei Internet und Handy gilt auch hier: Mit dem nötigen Kleingeld kann man sehr viele Maschinen "aufmöbeln."
Recherche kann total spannend sein! Herzlichen Dank an den Computerexperten und an den Flugzeugexperten und seine Tochter für unvergessliche Stunden!
Wer wie ich schreibt, erfindet die Geschichte fortlaufend. Und selbstverständlich schmuggeln sich da Dinge ein, an die man vorher nie gedacht hat. Einige recherchiere ich sofort, bei anderen habe ich Halbwissen, das ich einfliessen lasse (aber noch ergänzen und checken muss), andere lasse ich ganz offen (weil ich ja nicht weiss, ob ich bei der soeben geschriebenen Version bleiben werde oder - falls der Text nicht aufgeht - zurück an den Start oder zumindest ein Stück zurück muss). Textstellen, die ich mir zur Recherche aufhebe, markiere ich für mich mit einem fetten Rot.
Nun naht die Deadline (der Abgabetermin) und ich muss die letzten rot markierten Stellen eliminieren.
So kam es, dass ich die letzten zwei Wochen ziemlich heftig recherchiert habe. Einmal wieder im Bereich der Internet- und Handywelt. Da bekomme ich regelmässig halbe Zustände, und zwar aus zwei Gründen: 1. Ich verstehe von Technik (um es nett zu formulieren) nicht gerade sehr viel. 2. Es macht mich schlicht fertig, was heute alles möglich ist. Sich im Verborgenen zu bewegen ist beinahe unmöglich geworden. Irgendwer findet immer Zugang zu den Daten, auch zu verschlüsselten, die mit einem Passwort geschützt sind. Was kaputt ist, ist noch lange nicht kaputt. (Bitte Festplatte eurer PCs und Handys, die ihr nicht mehr wollt, mit dem Hammer in Kleinstteile schrotten, wenn ihr nicht wollt, dass jemand weiss, was ihr geschrieben / getan habt.) Zum Thema Verschlüsselung habe ich mir seitenweise Infos aus dem Internet ausgedruckt, nur um festzustellen, dass ich schon zu blöd bin, die erste Seite zu kapieren. Ich hab mir dann alles idiotensicher von einem Experten erklären lassen. Wobei der mehrmals grinsend gemeint hat: "Na ja, eigentlich geht auch das, wenn man gut genug ist" ... Am Ende stand ich dann da und überlegte mir, zurück zu den Feuerzeichen zu gehen und Romane aus dem Mittelalter zu schreiben.
Da in meinem neuen Buch auch Flugzeuge aller Art eine wichtige Rolle spielen, habe ich mich bei einem Experten gemeldet, den ich über meine Mutter kennengelernt habe. Völlig unkompliziert lud er mich am letzten Donnerstag spontan ein, doch gleich am Abend vorbeizukommen. Ich habe Frau Tochter mitgenommen, weil ich diesen Menschen extrem nett und spannend finde.
Nun weiss ich, was ein Bandjet kostet (Leute, nehmt das Fahrrad!). Ich weiss, welchen Bandjet mein Prota besitzt: Eine Cesna Citation, die verachtete Billigversion - weil die als uncoole Schrottlaube gilt und das genau zu meinem Prota passt, wobei auch diese "Schrottlaube" 5 bis 6 Millionen Franken kostet - ohne diverse Neben- und Betriebskosten. Ich weiss, welches Kleinflugzeug mein Bösewicht fliegt, wie man sich in Zürich aufs Flughafengelände schmuggeln kann, warum man bei Helikopterflügen zwar ohne Headset fliegen kann, es aber besser ist, eins zu benutzten, welche Flugzeuge wie lange Landepisten brauchen und eine ganze Menge mehr. Wie bei Internet und Handy gilt auch hier: Mit dem nötigen Kleingeld kann man sehr viele Maschinen "aufmöbeln."
Recherche kann total spannend sein! Herzlichen Dank an den Computerexperten und an den Flugzeugexperten und seine Tochter für unvergessliche Stunden!
Sonntag, 8. September 2013
Fremdgehen
Ab und zu werde ich dem Schreiben untreu und gehe fremd. Dieses Wochenende habe ich zusammen mit Herrn Ehemann ganz viele Wände im Haus neu gestrichen.
Im Gegensatz zum Schreiben kann ich, ähnlich wie bei den Arbeiten im Gelände in den Bergen, während den Tätigkeiten meine Gedanken schweifen lassen. Oder auch ausblenden. Einfach sein. In den immer gleichen Bewegungen Ruhe finden.
Ich mag das Gestalten im und ums Haus. Dabei bin ich eher die Frau fürs Grobe. Feinarbeiten liegen mir nicht unbedingt, denn ich wurde mit zwei linken Händen geboren (und auch mit zwei linken Füssen). Leider.
Fremd gehen und dabei bei mir selber ankommen tue ich im Moment auch in Sachen Schreiben und Veröffentlichen. Ich habe mir heute Fotos herausgesucht, die als Cover für mein erstes Self Publishing Buch in Frage kommen. Erst mal einfach so, generell, ohne einen bestimmten Ausschnitt zu wählen. Ich lass das jetzt mal auf mich einwirken, während ich den Text, um den es geht, weiter in Richtung Kindle-Format trimme.
Wenn ihr die Cover angucken wollt:
Im Gegensatz zum Schreiben kann ich, ähnlich wie bei den Arbeiten im Gelände in den Bergen, während den Tätigkeiten meine Gedanken schweifen lassen. Oder auch ausblenden. Einfach sein. In den immer gleichen Bewegungen Ruhe finden.
Ich mag das Gestalten im und ums Haus. Dabei bin ich eher die Frau fürs Grobe. Feinarbeiten liegen mir nicht unbedingt, denn ich wurde mit zwei linken Händen geboren (und auch mit zwei linken Füssen). Leider.
Fremd gehen und dabei bei mir selber ankommen tue ich im Moment auch in Sachen Schreiben und Veröffentlichen. Ich habe mir heute Fotos herausgesucht, die als Cover für mein erstes Self Publishing Buch in Frage kommen. Erst mal einfach so, generell, ohne einen bestimmten Ausschnitt zu wählen. Ich lass das jetzt mal auf mich einwirken, während ich den Text, um den es geht, weiter in Richtung Kindle-Format trimme.
Wenn ihr die Cover angucken wollt:
Freitag, 6. September 2013
Lesen - als Jurymitglied und privat
Am Mittwochabend haben wir Jurymitglieder vom Schreibwettbewerb Bleiwiis die eingegangenen Texte erhalten. Bestens vorbereitet und in einem Ordner zusammengestellt, samt Liste, in die wir unsere Bemerkungen und Wertungen eintragen können. Die Zeit, diese Texte ein erstes Mal durchzugehen ist knapp: Bis 15. September müssen wir sie gelesen haben, am 17. September treffen wir uns zu einer nächsten Jurysitzung. Ich werde meine Zeit in den Bergen nächste Woche also nicht nur fürs finale Überarbeiten des 1. Bandes meiner Serie nutzen, sondern auch lesen, lesen, lesen.
Nachdem ich vorgestern eine flötende Bratsche in meinem Briefkasten hatte, habe ich gestern im Buchladen meine bestellten Bücher für die Ferien abgeholt. Ja. Ferien. Das ist die Zeit, in der man sich erholen könnte und sollte. Normalerweise hatte ich immer den Laptop zum Schreiben dabei, aber diesen Herbst will ich einfach nur lesen und allenfalls ein wenig plotten.
Als ich mein Sammelsurium an Büchern auf den Tisch legte, bekam Herr Ehemann grosse Augen. "Was ist das denn für ein Knuddelmuddel?", fragte er mich entgeistert.
Ich verstand seine Verwirrung. Ist wirklich ein bisschen was von allem dabei. Aber ich kann das erklären! Alle diese Bücher sind von Autorenkollegen aus der Schreibwelt.
Typisch Bär, Hubert Schirneck
Da habe ich letztes Jahr mal reingelesen. Seither war dieses köstlich witzige Buch auf meiner Wunschliste.
In guten wie in toten Tagen, Gina Mayer
Gina Mayer zu treffen und mit ihr zu plaudern gehört zu den Höhepunkten meiner Lesetouren. Ihr neues Buch hat einen sensationellen Trailer, einen sensationellen Titel und - wie ich finde - ein sensationelles Cover. Wie könnte ich an so was vorbeikommen?
Brandbücher, Birgit Ebbert
Birgit hat ihr Buch bei uns im Schreibforum vorgestellt und ich wusste: Das muss ich haben. Nicht nur für mich, sondern auch für Frau Tochter.
Die inneren Werte von Tanjas BH, Alex Haas
Alleine der Titel ist ein Brüller. Dazu kommt: Hinter Alex Haas versteckt sich meine Autorenkollegin Jutta Wilke - und von der lese ich sowieso alles (na ja, ausser die Erstleser - verzeih mir, Jutta!)
Ich würde ja am liebsten gleich mit allen anfangen. Aber erst mal ist Juryarbeit angesagt.
Nachdem ich vorgestern eine flötende Bratsche in meinem Briefkasten hatte, habe ich gestern im Buchladen meine bestellten Bücher für die Ferien abgeholt. Ja. Ferien. Das ist die Zeit, in der man sich erholen könnte und sollte. Normalerweise hatte ich immer den Laptop zum Schreiben dabei, aber diesen Herbst will ich einfach nur lesen und allenfalls ein wenig plotten.
Als ich mein Sammelsurium an Büchern auf den Tisch legte, bekam Herr Ehemann grosse Augen. "Was ist das denn für ein Knuddelmuddel?", fragte er mich entgeistert.
Ich verstand seine Verwirrung. Ist wirklich ein bisschen was von allem dabei. Aber ich kann das erklären! Alle diese Bücher sind von Autorenkollegen aus der Schreibwelt.
Typisch Bär, Hubert Schirneck
Da habe ich letztes Jahr mal reingelesen. Seither war dieses köstlich witzige Buch auf meiner Wunschliste.
In guten wie in toten Tagen, Gina Mayer
Gina Mayer zu treffen und mit ihr zu plaudern gehört zu den Höhepunkten meiner Lesetouren. Ihr neues Buch hat einen sensationellen Trailer, einen sensationellen Titel und - wie ich finde - ein sensationelles Cover. Wie könnte ich an so was vorbeikommen?
Brandbücher, Birgit Ebbert
Birgit hat ihr Buch bei uns im Schreibforum vorgestellt und ich wusste: Das muss ich haben. Nicht nur für mich, sondern auch für Frau Tochter.
Die inneren Werte von Tanjas BH, Alex Haas
Alleine der Titel ist ein Brüller. Dazu kommt: Hinter Alex Haas versteckt sich meine Autorenkollegin Jutta Wilke - und von der lese ich sowieso alles (na ja, ausser die Erstleser - verzeih mir, Jutta!)
Ich würde ja am liebsten gleich mit allen anfangen. Aber erst mal ist Juryarbeit angesagt.
Donnerstag, 5. September 2013
Wenn der Verlag verramscht
Im Moment verramscht mein Verlag meine Backlist. Das heisst, einige meiner alten Bücher verschwinden aus den Buchläden und gelangen in Deutschland ins moderne Antiquariat (womit sie in der Schweiz von der Bildfläche verschwinden). Diesen Weg gegangen sind bis jetzt 50 Riesen und Starkstrom. Ende Jahr geht ihn auch das Buch Mordsangst. Schlechte Karten wurde nicht verramscht, sondern nach der ersten Auflage nicht mehr nachgedruckt.
Die Ankündigungen über solche Verramschungen kommen per Briefpost. Da wird dann erklärt, dass der Absatz sehr gering war und die Fortführung des Titels im Programm des Verlagshauses nicht mehr vertretbar ist. Wohlan. Das ist der Lauf, den viele Bücher gehen. Damit muss man als Autor leben.
Es gibt Aspekte an diesen Verramschungsaktionen, mit denen ich weniger gerne lebe. So könnte ich zum Beispiel dem Verlag meine eigenen Bücher abkaufen, bevor sie auf den Wühltischen landen. Zum dreifachen Preis dessen, was ich an einem regulär verkauften Buch verdient habe. Nein, Leute, das ist mir zu blöd. Ich habe das beim ersten Buch gemacht und werde es nie wieder tun. Die Exemplare, die ich mir noch auf Vorrat (für allfällige Enkel oder so) kaufen will, kaufe ich regulär im Buchhandel. Das ist dann zwar nochmals wesentlich teurer, aber da hat der Buchhandel wenigstens was davon und ich behalte meine Würde (ja, ich finde es würdelos, meinem Verlag Bücher abzukaufen und dabei drei Mal so viel auszugeben, wie ich an einem Buch verdient habe).
Ein anderer Aspekt sind die Rechte. Im selben Brief, der die Verramschung ankündigt, steht auch lapidar: Bitte beachten Sie, dass die Rechte an Ihrem Titel auch weiterhin beim Verlag liegen. Das ist dann der ultimative Schlag ins Gesicht. Behalten will der Verlag das Buch nicht. Nachdrucken auch nicht. Er kann also mit den Rechten absolut nichts mehr anfangen. Je nach Vertrag, den man unterschreibt, bleiben die Rechte tatsächlich noch eine Weile beim Verlag. Aber nicht für immer. Der Satz ist also nicht einmal ganz richtig. Man könnte auch schreiben: Die Rechte werden nach Ablauf der vertraglich vereinbarten Frist automatisch an Sie zurückfallen. Das wäre ein netter Satz auf Augenhöhe mit dem Autor. Aber nette Sätze haben in solchen Briefen eh keinen Platz. Ausser einer Floskel darüber, dass man sich die getroffene Entscheidung nicht leicht gemacht hat.
Ich kaufe also meinem Verlag keine Bücher ab. Es ist nämlich so: Die Rechte werden so oder so an mich zurückfallen. Und dann mach ich mir das Buch selber. Ganz unkompliziert. Oder ich lass es bleiben. Ganz so, wie ich will.
PS: Zum Einwand, ich könnte die Bücher dann ja selber weiterverkaufen: Porto für ein Buch in der Schweiz: CHF 7.00 (B-Post), nach Deutschland oder Österreich: CHF 15.50 (B-Post), es können, je nach Gewicht des Buches aber auch CHF 18.50 sein. Noch Fragen?
Die Ankündigungen über solche Verramschungen kommen per Briefpost. Da wird dann erklärt, dass der Absatz sehr gering war und die Fortführung des Titels im Programm des Verlagshauses nicht mehr vertretbar ist. Wohlan. Das ist der Lauf, den viele Bücher gehen. Damit muss man als Autor leben.
Es gibt Aspekte an diesen Verramschungsaktionen, mit denen ich weniger gerne lebe. So könnte ich zum Beispiel dem Verlag meine eigenen Bücher abkaufen, bevor sie auf den Wühltischen landen. Zum dreifachen Preis dessen, was ich an einem regulär verkauften Buch verdient habe. Nein, Leute, das ist mir zu blöd. Ich habe das beim ersten Buch gemacht und werde es nie wieder tun. Die Exemplare, die ich mir noch auf Vorrat (für allfällige Enkel oder so) kaufen will, kaufe ich regulär im Buchhandel. Das ist dann zwar nochmals wesentlich teurer, aber da hat der Buchhandel wenigstens was davon und ich behalte meine Würde (ja, ich finde es würdelos, meinem Verlag Bücher abzukaufen und dabei drei Mal so viel auszugeben, wie ich an einem Buch verdient habe).
Ein anderer Aspekt sind die Rechte. Im selben Brief, der die Verramschung ankündigt, steht auch lapidar: Bitte beachten Sie, dass die Rechte an Ihrem Titel auch weiterhin beim Verlag liegen. Das ist dann der ultimative Schlag ins Gesicht. Behalten will der Verlag das Buch nicht. Nachdrucken auch nicht. Er kann also mit den Rechten absolut nichts mehr anfangen. Je nach Vertrag, den man unterschreibt, bleiben die Rechte tatsächlich noch eine Weile beim Verlag. Aber nicht für immer. Der Satz ist also nicht einmal ganz richtig. Man könnte auch schreiben: Die Rechte werden nach Ablauf der vertraglich vereinbarten Frist automatisch an Sie zurückfallen. Das wäre ein netter Satz auf Augenhöhe mit dem Autor. Aber nette Sätze haben in solchen Briefen eh keinen Platz. Ausser einer Floskel darüber, dass man sich die getroffene Entscheidung nicht leicht gemacht hat.
Ich kaufe also meinem Verlag keine Bücher ab. Es ist nämlich so: Die Rechte werden so oder so an mich zurückfallen. Und dann mach ich mir das Buch selber. Ganz unkompliziert. Oder ich lass es bleiben. Ganz so, wie ich will.
PS: Zum Einwand, ich könnte die Bücher dann ja selber weiterverkaufen: Porto für ein Buch in der Schweiz: CHF 7.00 (B-Post), nach Deutschland oder Österreich: CHF 15.50 (B-Post), es können, je nach Gewicht des Buches aber auch CHF 18.50 sein. Noch Fragen?
Mittwoch, 4. September 2013
Eine Bratsche geht flöten
Gestern lag es in meinem Briefkasten, das Buch von Inge Lütt, das sie zu einer "richtigen" Autorin macht. Zwar ohne Becher (Bachelor im Schreiben) und Mixer (Master im Schreiben), wie wir nach meinem Blogeintrag über das Schweizer Literaturinstitut festgestellt haben, dafür aber mit enorm viel Sprachwitz und Schalk.
Der Schalk beginnt dann schon vor der eigentlichen Geschichte. Mit einem richtigen Becher und einem richtigen Mixer. Samt flötender Widmung.
Ich habe natürlich sofort reingelesen. Hach! Frisch wie ein Herbstmorgen. Mit diesem köstlichen Humor, den ich an Inge so mag.
"Du bist bei der Kripo, Karin. Da muss man eben mit allem rechnen."
Die Meinige hat gut reden. Auch sie ist beruflich meist mit Mord und Totschlag beschäftigt. Sie ist Opernsängerin, da ist so etwas eher normal. Beruflich gesehen. Bei ihr ist, egal um welchen Tatbestand es sich handelt, die Angelegenheit in der Regel nach drei Stunden beendet. Der Fall geklärt, die Schurken tot und das Kostüm hängt auch auch schon wieder am Bügel oder dreht in der theatereigenen Waschmaschine."
Karin ist aber nicht Opernsängerin, sondern eben - bei der Kripo. Da hat man dann halt leider keine Partitur, an der man sich orientieren kann, wenn der Bratscher Ulhart Sansheimer vor dem grossen Abschlusskonzert tot vor dem Bachdenkmal in Arnstadt tot aufgefunden wird. Mit ... (ähm, nein, lest selber, ist zu peinlich für den Mann). Zeugen sahen ihn zuletzt, wie er in einer Kellerkneipe Knoblachbaguettes ass. Aber so was ist doch kein Grund, jemanden gleich umzubringen! Also. Warum ist der Mann tot? Und was passiert jetzt mit dem Abschlusskonzert?
Lest selber. Hier:
Der Schalk beginnt dann schon vor der eigentlichen Geschichte. Mit einem richtigen Becher und einem richtigen Mixer. Samt flötender Widmung.
Ich habe natürlich sofort reingelesen. Hach! Frisch wie ein Herbstmorgen. Mit diesem köstlichen Humor, den ich an Inge so mag.
"Du bist bei der Kripo, Karin. Da muss man eben mit allem rechnen."
Die Meinige hat gut reden. Auch sie ist beruflich meist mit Mord und Totschlag beschäftigt. Sie ist Opernsängerin, da ist so etwas eher normal. Beruflich gesehen. Bei ihr ist, egal um welchen Tatbestand es sich handelt, die Angelegenheit in der Regel nach drei Stunden beendet. Der Fall geklärt, die Schurken tot und das Kostüm hängt auch auch schon wieder am Bügel oder dreht in der theatereigenen Waschmaschine."
Karin ist aber nicht Opernsängerin, sondern eben - bei der Kripo. Da hat man dann halt leider keine Partitur, an der man sich orientieren kann, wenn der Bratscher Ulhart Sansheimer vor dem grossen Abschlusskonzert tot vor dem Bachdenkmal in Arnstadt tot aufgefunden wird. Mit ... (ähm, nein, lest selber, ist zu peinlich für den Mann). Zeugen sahen ihn zuletzt, wie er in einer Kellerkneipe Knoblachbaguettes ass. Aber so was ist doch kein Grund, jemanden gleich umzubringen! Also. Warum ist der Mann tot? Und was passiert jetzt mit dem Abschlusskonzert?
Lest selber. Hier:
Dienstag, 3. September 2013
Wie komme ich als Autorin zu Lesungen
Aus aktuellem Anlass (heute wird meine Herbstleserunde eingeläutet) ein paar Informationen, wie man als Autorin zu Lesungen kommt.
1. Ich werde direkt angefragt.
Meistens geschieht das über das Kontaktformular meiner Webseite. Bei Lesungen an Orten, an denen ich schon einmal gelesen habe, kommt die Mail direkt an meine Mailadresse. Anrufe sind selten.
Wir klären gemeinsam mögliche Termine, die Honorarfrage, die Wünsche der Veranstalter, die genauen Zeiten, eine ungefähre Anzahl von Zuhörern pro Lesung und die Hin- und Rückreise (Bahn / Auto / ist eine Übernachtung nötig usw.). Ich schreibe die Rechnungen, die ich zu den Lesungen mitnehme, und ich organisiere meine Anreise. Nicht selten werde ich am Bahnhof abgeholt und auch wieder an den Bahnhof gefahren.
2. Ich mache Lesungen im Rahmen von Schullesetouren.
Dazu werde ich von den Veranstaltern per Mail eingeladen. Solche Veranstalter sind zum Beispiel in der Ostschweiz Schultur oder in anderen Kantonen Schule und Kultur. Sie erstellen eine Broschüre mit Informationen und möglichen Lesedaten der Autoren. Interessierte Schulen melden sich an und die Veranstalter organisieren dann in einer logistischen Schwerarbeit die Daten (bei den Ostschweizer Schullesungen sind das mittlerweile weit über 700 Lesungen mit mehreren Dutzend Autoren, die innerhalb eines Monats über die Bühne gehen müssen).
Je nach Veranstalter organisiere ich mir meine Hin- und Rückreise selber (das ist bei mir eigentlich meistens die Regel). Das Honorar ist fix vom Veranstalter festgelegt, eine Rechnung schreibe ich am Ende der Tour.
So komme ich an meine Lesungen. Es gibt aber noch weitere Möglichkeiten:
- Der Verlag organisiert Lesungen / eine Lesetour.
- Der Autor ist bei einer Agentur, die Lesungen vermittelt.
- Man bemüht sich als Autor selber um Lesungen, in dem man sich bei potentiellen Veranstaltern bewirbt.
- Man organisiert seine Lesungen ganz selber (ich kenne niemanden, der das macht, kann mir aber vorstellen, dass das auch eine Möglichkeit ist).
Die Lesungen heute in Baar sind auf direkte Anfrage zustande gekommen. Es sind nicht meine ersten Lesungen in dort. Der Mailverkehr war unkompliziert und herzlich. Ich habe drei Lesungen, kenne die Namen der verantwortlichen Lehrkräfte, die Anzahl Schüler pro Lesung und weiss, wo wir am Mittag zum Essen hingehen (thailändisch, wie immer in Baar). So gut sind nicht alle Lesungen organisiert, aber viele. Es ist für mich der Idealfall, der perfekte Einstieg in die Lesungen nach einer längeren Sommerpause. Ich freue mich so richtig darauf.
1. Ich werde direkt angefragt.
Meistens geschieht das über das Kontaktformular meiner Webseite. Bei Lesungen an Orten, an denen ich schon einmal gelesen habe, kommt die Mail direkt an meine Mailadresse. Anrufe sind selten.
Wir klären gemeinsam mögliche Termine, die Honorarfrage, die Wünsche der Veranstalter, die genauen Zeiten, eine ungefähre Anzahl von Zuhörern pro Lesung und die Hin- und Rückreise (Bahn / Auto / ist eine Übernachtung nötig usw.). Ich schreibe die Rechnungen, die ich zu den Lesungen mitnehme, und ich organisiere meine Anreise. Nicht selten werde ich am Bahnhof abgeholt und auch wieder an den Bahnhof gefahren.
2. Ich mache Lesungen im Rahmen von Schullesetouren.
Dazu werde ich von den Veranstaltern per Mail eingeladen. Solche Veranstalter sind zum Beispiel in der Ostschweiz Schultur oder in anderen Kantonen Schule und Kultur. Sie erstellen eine Broschüre mit Informationen und möglichen Lesedaten der Autoren. Interessierte Schulen melden sich an und die Veranstalter organisieren dann in einer logistischen Schwerarbeit die Daten (bei den Ostschweizer Schullesungen sind das mittlerweile weit über 700 Lesungen mit mehreren Dutzend Autoren, die innerhalb eines Monats über die Bühne gehen müssen).
Je nach Veranstalter organisiere ich mir meine Hin- und Rückreise selber (das ist bei mir eigentlich meistens die Regel). Das Honorar ist fix vom Veranstalter festgelegt, eine Rechnung schreibe ich am Ende der Tour.
So komme ich an meine Lesungen. Es gibt aber noch weitere Möglichkeiten:
- Der Verlag organisiert Lesungen / eine Lesetour.
- Der Autor ist bei einer Agentur, die Lesungen vermittelt.
- Man bemüht sich als Autor selber um Lesungen, in dem man sich bei potentiellen Veranstaltern bewirbt.
- Man organisiert seine Lesungen ganz selber (ich kenne niemanden, der das macht, kann mir aber vorstellen, dass das auch eine Möglichkeit ist).
Die Lesungen heute in Baar sind auf direkte Anfrage zustande gekommen. Es sind nicht meine ersten Lesungen in dort. Der Mailverkehr war unkompliziert und herzlich. Ich habe drei Lesungen, kenne die Namen der verantwortlichen Lehrkräfte, die Anzahl Schüler pro Lesung und weiss, wo wir am Mittag zum Essen hingehen (thailändisch, wie immer in Baar). So gut sind nicht alle Lesungen organisiert, aber viele. Es ist für mich der Idealfall, der perfekte Einstieg in die Lesungen nach einer längeren Sommerpause. Ich freue mich so richtig darauf.
Montag, 2. September 2013
In den Autorenberuf reinschnuppern
Schnuppern gehen. So nennt man es bei uns in der Schweiz, wenn Schüler im Hinblick auf die Berufswahl einen oder mehrere Tage in einen Beruf hineinschauen. Sie kontaktieren die Firma/Institution und fragen an, ob sie schnuppern kommen dürfen. Ich finde das eine tolle Sache. Herr und Frau Tochter haben von dieser Möglichkeit rege Gebrauch gemacht und sich verschiedene Berufe auf diese Weise genauer angesehen.
In letzter Zeit häufen sich bei mir die Anfragen von jungen Frauen, ob sie bei mir in den Beruf der Autorin reinschnuppern dürfen. Ich sage jeweils ab. Und zwar mit folgender Begründung:
1. Man kann den Beruf des Autors nicht wirklich lernen - das heisst, man kann schon, auch in der Schweiz, am Schweizerischen Literaturinstitut, aber ich würde diese Ausbildung nie machen. Grund: Die allerwenigsten Autoren können vom Schreiben leben; es ist in meinen Augen daher eine Ausbildung für Menschen, die nicht darauf angewiesen sind, später ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Ich empfehle deshalb allen, einen Beruf zu erlernen und nebenher zu schreiben. Wenn es dann klappt, kann man immer noch sein Arbeitspensum reduzieren oder - mit viel Glück - vom Schreiben leben. Oder das Schweizerische Literaturinstitut nach Abschluss einer Lehre / eines Studiums besuchen (im Wissen, dass man sein Geld auch anders verdienen kann als mit dem Schreiben).
2. Es gibt nichts Langweiligeres als einen Schnuppertag bei einer Autorin. Die schreibt nämlich einfach. Am Morgen Mails, tagsüber am Text, manchmal in den Social Media. Und zwischendurch putzt und kocht sie, macht die Wäsche und geht einkaufen (im Sommer mäht sie auch mal den Rasen oder jätet Unkraut).
Wer einen Einblick ins Autorenleben und das Schreiben gewinnen möchte, dem empfehle ich die Webseite von Andreas Eschbach und rate:
- Lies dich durch Eschbachs Tipps zum Schreiben. Er war für mich eine wichtige Informations- und Motivationsquelle, als ich mit dem Schreiben begonnen habe.
- Melde dich in Schreibforen an und tausche dich mit Gleichgesinnten aus.
- Mach Schreibworkshops. Berufs- oder ausbildungsbegleitend.
- Schreib, schreib, schreib ... und schreib ...
Nutze deine Schnuppertage, um dir Berufe anzuschauen, die dir gefallen könnten. Mach eine Lehre oder ein Studium. Damit schaffst du dir einen finanziellen Boden. Wir Autoren nennen das den "Brotberuf", den viele von uns "nebenbei" haben, damit wir unser Essen kaufen, die Miete, die Steuern, die Kleider und generell den Lebensunterhalt bezahlen können.
Nein, das alles ist nicht unbedingt romantisch. Es ist auch nicht unbedingt die Vorstellung, die man vom Schreiben hat, oder haben will. Aber so ist sie nun mal, die Wirklichkeit.
In letzter Zeit häufen sich bei mir die Anfragen von jungen Frauen, ob sie bei mir in den Beruf der Autorin reinschnuppern dürfen. Ich sage jeweils ab. Und zwar mit folgender Begründung:
1. Man kann den Beruf des Autors nicht wirklich lernen - das heisst, man kann schon, auch in der Schweiz, am Schweizerischen Literaturinstitut, aber ich würde diese Ausbildung nie machen. Grund: Die allerwenigsten Autoren können vom Schreiben leben; es ist in meinen Augen daher eine Ausbildung für Menschen, die nicht darauf angewiesen sind, später ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Ich empfehle deshalb allen, einen Beruf zu erlernen und nebenher zu schreiben. Wenn es dann klappt, kann man immer noch sein Arbeitspensum reduzieren oder - mit viel Glück - vom Schreiben leben. Oder das Schweizerische Literaturinstitut nach Abschluss einer Lehre / eines Studiums besuchen (im Wissen, dass man sein Geld auch anders verdienen kann als mit dem Schreiben).
2. Es gibt nichts Langweiligeres als einen Schnuppertag bei einer Autorin. Die schreibt nämlich einfach. Am Morgen Mails, tagsüber am Text, manchmal in den Social Media. Und zwischendurch putzt und kocht sie, macht die Wäsche und geht einkaufen (im Sommer mäht sie auch mal den Rasen oder jätet Unkraut).
Wer einen Einblick ins Autorenleben und das Schreiben gewinnen möchte, dem empfehle ich die Webseite von Andreas Eschbach und rate:
- Lies dich durch Eschbachs Tipps zum Schreiben. Er war für mich eine wichtige Informations- und Motivationsquelle, als ich mit dem Schreiben begonnen habe.
- Melde dich in Schreibforen an und tausche dich mit Gleichgesinnten aus.
- Mach Schreibworkshops. Berufs- oder ausbildungsbegleitend.
- Schreib, schreib, schreib ... und schreib ...
Nutze deine Schnuppertage, um dir Berufe anzuschauen, die dir gefallen könnten. Mach eine Lehre oder ein Studium. Damit schaffst du dir einen finanziellen Boden. Wir Autoren nennen das den "Brotberuf", den viele von uns "nebenbei" haben, damit wir unser Essen kaufen, die Miete, die Steuern, die Kleider und generell den Lebensunterhalt bezahlen können.
Nein, das alles ist nicht unbedingt romantisch. Es ist auch nicht unbedingt die Vorstellung, die man vom Schreiben hat, oder haben will. Aber so ist sie nun mal, die Wirklichkeit.
Mittwoch, 28. August 2013
Orientierungslos
Es ist nicht so, dass mich gerade die Sinnkrise gepackt hätte. Viele Dinge in meinem Leben laufen im Moment total gut. Aber ...
... kürzlich wurde ich zwei Mal darauf angesprochen, für wen ich denn blogge und das hat meine Gedanken ganz schön ins Rudern gebracht. In erster Linie blogge ich für mich, wie ich das immer getan habe, seit ich vor Jahren damit angefangen habe. Ich schreibe auf, was mich beschäftigt.
Wirklich? Und ganz ehrlich?
Ganz ehrlich? Das habe ich getan. Damals, als ich unter anderem Namen gebloggt habe und über das geschrieben habe, was mir wirklich an die Nieren geht. Dann wurde ich Autorin und bloggte doppelt. Einmal als Frau Zappadong über das, was mir wirklich an die Nieren geht, und einmal als Autorin über das, was man als Autorin so erlebt. Blöderweise begann da so ziemlich bald einmal das grosse Verschweigen darüber, was mich wirklich beschäftigt. Denn würde ich das, was mich wirklich beschäftigt, ungeschönt aufschreiben, sähe es hier oft ganz anders aus.
Warum ich es nicht tue? Es gibt verschiedene Gründe. Und schon fängt es an zu schnippseln in meinem Kopf. Darf ich das jetzt wirklich schreiben? Was passiert, wenn ich das jetzt schreibe? Hier, im Autorenblog? Vielleicht ist es zu früh, darüber zu schreiben. Vielleicht ist nie der Zeitpunkt dafür. Ich weiss es nicht. Eine andere Antwort, die nicht sehr schmeichelhaft ist, aber fadengerade und ehrlicher: Ich bin zu feige dazu.
Einmal abgesehen davon, dass ich zu feige bin, hier ganz offen zu schreiben, was mich wirklich umtreibt, steht die ganz pragmatische Frage im Raum: Für wen blogge ich, wenn nicht für mich (wenn ich für mich bloggen würde, wäre ich knallehrlich)?
Ich schreibe Jugendbücher. Also sollte ich eigentlich für meine Zielgruppe bloggen: Jugendliche. Blöd daran: Ich kenne keinen einzigen Jugendlichen, der Blogs liest, geschweige denn Blogs einer Autorin, die seine Mutter / Grossmutter sein könnte.
Generell blogge ich für Menschen, die sich für das Leben einer Autorin interessieren.Und schon bin ich wieder bei meinem Problem. Ich lasse zu viele Türen verschlossen.
So dümpelt dieser Blog meistens an der Oberfläche. Aber das ist nicht das, was die Bloggerin in mir möchte. Vielleicht kehre ich zurück zu meinem Blogger Alter Ego, das im Moment ziemlich alleine mit Mr Doorman in Zappadonghausen hockt und mit ihm das gemeinsame Lieblingsspiel spielt, das ich hier lieber nicht erwähne (nein, kein Sex - was denkt ihr denn?)
Mein Autorinnenleben? Ganz ehrlich? Mal abgesehen davon, dass ich immer noch leidenschaftlich gerne schreibe, ist es ziemlich beschissen. Aber ich schlüpfe auch heute Morgen in mein Galgenhumor- und Gelassenheitskostüm und blicke ihm so abgebrüht wie möglich in die Augen.
... kürzlich wurde ich zwei Mal darauf angesprochen, für wen ich denn blogge und das hat meine Gedanken ganz schön ins Rudern gebracht. In erster Linie blogge ich für mich, wie ich das immer getan habe, seit ich vor Jahren damit angefangen habe. Ich schreibe auf, was mich beschäftigt.
Wirklich? Und ganz ehrlich?
Ganz ehrlich? Das habe ich getan. Damals, als ich unter anderem Namen gebloggt habe und über das geschrieben habe, was mir wirklich an die Nieren geht. Dann wurde ich Autorin und bloggte doppelt. Einmal als Frau Zappadong über das, was mir wirklich an die Nieren geht, und einmal als Autorin über das, was man als Autorin so erlebt. Blöderweise begann da so ziemlich bald einmal das grosse Verschweigen darüber, was mich wirklich beschäftigt. Denn würde ich das, was mich wirklich beschäftigt, ungeschönt aufschreiben, sähe es hier oft ganz anders aus.
Warum ich es nicht tue? Es gibt verschiedene Gründe. Und schon fängt es an zu schnippseln in meinem Kopf. Darf ich das jetzt wirklich schreiben? Was passiert, wenn ich das jetzt schreibe? Hier, im Autorenblog? Vielleicht ist es zu früh, darüber zu schreiben. Vielleicht ist nie der Zeitpunkt dafür. Ich weiss es nicht. Eine andere Antwort, die nicht sehr schmeichelhaft ist, aber fadengerade und ehrlicher: Ich bin zu feige dazu.
Einmal abgesehen davon, dass ich zu feige bin, hier ganz offen zu schreiben, was mich wirklich umtreibt, steht die ganz pragmatische Frage im Raum: Für wen blogge ich, wenn nicht für mich (wenn ich für mich bloggen würde, wäre ich knallehrlich)?
Ich schreibe Jugendbücher. Also sollte ich eigentlich für meine Zielgruppe bloggen: Jugendliche. Blöd daran: Ich kenne keinen einzigen Jugendlichen, der Blogs liest, geschweige denn Blogs einer Autorin, die seine Mutter / Grossmutter sein könnte.
Generell blogge ich für Menschen, die sich für das Leben einer Autorin interessieren.Und schon bin ich wieder bei meinem Problem. Ich lasse zu viele Türen verschlossen.
So dümpelt dieser Blog meistens an der Oberfläche. Aber das ist nicht das, was die Bloggerin in mir möchte. Vielleicht kehre ich zurück zu meinem Blogger Alter Ego, das im Moment ziemlich alleine mit Mr Doorman in Zappadonghausen hockt und mit ihm das gemeinsame Lieblingsspiel spielt, das ich hier lieber nicht erwähne (nein, kein Sex - was denkt ihr denn?)
Mein Autorinnenleben? Ganz ehrlich? Mal abgesehen davon, dass ich immer noch leidenschaftlich gerne schreibe, ist es ziemlich beschissen. Aber ich schlüpfe auch heute Morgen in mein Galgenhumor- und Gelassenheitskostüm und blicke ihm so abgebrüht wie möglich in die Augen.
Mittwoch, 21. August 2013
Entdeckungen
Entdeckung Nummer 1:
Kinderprogramm der sehr coolen Art. Elena Rutman vom Radio srf hat mich auf den Vlog von Oli aufmerksam gemacht. Schon klasse, was es heute alles gibt. Ich habe mich für den Vlog entschieden, in dem sich Oli als Schriftsteller versucht, empfehle aber, unbedingt auch den Oli-Vlog mit der Vogelspinne gucken!.
Entdeckung Nummer 2:
Dank Andreas von Gunten bin ich auf Brotseiten.com gestossen. Was für eine absolut geniale Idee, Texte für Smartphones und Tablets anzubieten!
So, und jetzt sitze ich hier, in totaler Aufbruchstimmung, und möchte am liebsten Vlogen und Geschichten fürs Smartphone schreiben.
Kinderprogramm der sehr coolen Art. Elena Rutman vom Radio srf hat mich auf den Vlog von Oli aufmerksam gemacht. Schon klasse, was es heute alles gibt. Ich habe mich für den Vlog entschieden, in dem sich Oli als Schriftsteller versucht, empfehle aber, unbedingt auch den Oli-Vlog mit der Vogelspinne gucken!.
Entdeckung Nummer 2:
Dank Andreas von Gunten bin ich auf Brotseiten.com gestossen. Was für eine absolut geniale Idee, Texte für Smartphones und Tablets anzubieten!
So, und jetzt sitze ich hier, in totaler Aufbruchstimmung, und möchte am liebsten Vlogen und Geschichten fürs Smartphone schreiben.
Dienstag, 20. August 2013
Wenn es so richtig gut ist, sich zu irren
Dank einer Leseanfrage habe ich heute entdeckt, dass ich seit Monaten mit einem total stressigen Irrtum im Kopf herumrenne. Und das alles, weil ich mir die Daten meiner Deadlines nicht aufgeschrieben habe, sondern gedacht habe, ich hätte sie auch so völlig im Griff - oder anders gesagt: richtig im Kopf abgespeichert.
Hatte ich aber nicht. Ausser der ersten Deadline lag ich mit allen falsch! Ich habe mich so was von geirrt! Ich habe - mit Ausnahme des ersten Bandes meiner Serie - für alle anderen Bände mehr Zeit.
AN DIESER STELLE KOMMT JETZT DER TOTALE ERLEICHTERUNGSSEUFZER!!!
Nun, das Schreibpensum ist immer noch enorm, die Daten sind immer noch knapp, aber sie geben mir mehr Luft als ich gedacht hatte. Vor allem aber bin ich mit einem Schlag meinem Schreibplan weit voraus! Hach, es kann auch richtig gut sein, sich zu irren.
Wie ich darauf gekommen bin, dass ich mich geirrt habe? Ganz einfach. Ich wollte die Leseanfrage nicht einfach schnöde ablehnen, sondern sie mit meinen Abgabeterminen begründen. Also habe ich die Verträge hervorgekramt und mir die Deadlines darauf noch einmal angesehen ... (ähm ...)
Hatte ich aber nicht. Ausser der ersten Deadline lag ich mit allen falsch! Ich habe mich so was von geirrt! Ich habe - mit Ausnahme des ersten Bandes meiner Serie - für alle anderen Bände mehr Zeit.
AN DIESER STELLE KOMMT JETZT DER TOTALE ERLEICHTERUNGSSEUFZER!!!
Nun, das Schreibpensum ist immer noch enorm, die Daten sind immer noch knapp, aber sie geben mir mehr Luft als ich gedacht hatte. Vor allem aber bin ich mit einem Schlag meinem Schreibplan weit voraus! Hach, es kann auch richtig gut sein, sich zu irren.
Wie ich darauf gekommen bin, dass ich mich geirrt habe? Ganz einfach. Ich wollte die Leseanfrage nicht einfach schnöde ablehnen, sondern sie mit meinen Abgabeterminen begründen. Also habe ich die Verträge hervorgekramt und mir die Deadlines darauf noch einmal angesehen ... (ähm ...)
Dienstag, 13. August 2013
Buchtrailer zu #no_way_out
Heute Morgen wartete in meiner Mailbox eine spezielle Mail auf mich. Andreas Fritz hat gestern Abend den Trailer zu #no_way_out fertig gemacht und mir den Link dazu geschickt.
Weil ich erst kürzlich den Trailer zu Blackout hochgeladen hatte, schaffte ich dieses Mal das Hochladen in Rekordschnelle. Ich nutzte die Gelegenheit, gleich auch meinen youtube-Kanal aufzumöbeln. Dazu habe ich
- endlich ein Kanalbild hochgeladen
- die Informationen in "über uns" eingetragen
- Alle Informationen zu den Buchtrailern vereinheitlicht (Inhalt, Angaben zum Buch, Link zum Hersteller des Videos)
- Alle Videos einheitlich neu "vertaggt".
Meinen youtube-Kanal kann man übigens abonnieren, genauso wie den Kanal von Andreas Fritz.
Und hier ist er, der Buchtrailer:
Weil ich erst kürzlich den Trailer zu Blackout hochgeladen hatte, schaffte ich dieses Mal das Hochladen in Rekordschnelle. Ich nutzte die Gelegenheit, gleich auch meinen youtube-Kanal aufzumöbeln. Dazu habe ich
- endlich ein Kanalbild hochgeladen
- die Informationen in "über uns" eingetragen
- Alle Informationen zu den Buchtrailern vereinheitlicht (Inhalt, Angaben zum Buch, Link zum Hersteller des Videos)
- Alle Videos einheitlich neu "vertaggt".
Meinen youtube-Kanal kann man übigens abonnieren, genauso wie den Kanal von Andreas Fritz.
Und hier ist er, der Buchtrailer:
Montag, 12. August 2013
Schlussspurt und Weihnachten im August
Die Deadline für die ersten zwei Bände meiner Serie naht. Ende September ist Abgabetermin. Ich schreibe auf Hochtouren. Band 1 ist längst fertig und auch schon die ersten paar Male überarbeitet. Nun warte ich, bis Band zwei fertig ist (stecke mitten im Finale) und schaue, wie viel ich in Band 1 aufgrund der Geschichte in Band 2 noch anpassen muss und will. Ausserdem ist einer meiner Hauptcharaktere noch zu schwach ausgestaltet. Der braucht noch mehr Farbe und mehr Ausstrahlung..
Das grösste Problem im Moment ist die Länge von Band 2. Ich bin weit über die geplante Seitenzahl hinaus - auch nach einer ersten straffenden Überarbeitung, die ich Mitte Juli eingelegt habe, als ich merkte, dass die Geschichte zu lang wird. Nun schreibe ich das Finale und den Epilog von Band 2 zu Ende und muss dann heftigst ans Überarbeiten. Zudem stehen noch ein paar Recherchearbeiten aus.
Die Weihnachtshörserie, die ich am 1. August abgegeben habe, ist gut angekommen. Am letzten Freitag bin ich zusammen mit der zuständigen Projektverantwortlichen die Texte noch einmal durchgegangen und werde nun diese Woch die letzten paar Änderungen machen. Weihnachten im Sommer :-) Der geplante Aufnahmetermin ist im September, ausgestrahlt werden soll die Geschichte in 10 Episoden im Dezember.
Meine Schreibzeit verbringe ich in den Bergen, weil hier unten im Tal unzählige andere Verpflichtungen auf mich warten. Unter anderem stecken Andy Fritz und ich im Endspurt zum Trailer für @no_way_out. Dass sich dieser Spurt hinzieht, liegt an mir: Ich bin viel zu selten online.
Das Finale von Band 2 spielt sich übrigens hier ab:
Das grösste Problem im Moment ist die Länge von Band 2. Ich bin weit über die geplante Seitenzahl hinaus - auch nach einer ersten straffenden Überarbeitung, die ich Mitte Juli eingelegt habe, als ich merkte, dass die Geschichte zu lang wird. Nun schreibe ich das Finale und den Epilog von Band 2 zu Ende und muss dann heftigst ans Überarbeiten. Zudem stehen noch ein paar Recherchearbeiten aus.
Die Weihnachtshörserie, die ich am 1. August abgegeben habe, ist gut angekommen. Am letzten Freitag bin ich zusammen mit der zuständigen Projektverantwortlichen die Texte noch einmal durchgegangen und werde nun diese Woch die letzten paar Änderungen machen. Weihnachten im Sommer :-) Der geplante Aufnahmetermin ist im September, ausgestrahlt werden soll die Geschichte in 10 Episoden im Dezember.
Meine Schreibzeit verbringe ich in den Bergen, weil hier unten im Tal unzählige andere Verpflichtungen auf mich warten. Unter anderem stecken Andy Fritz und ich im Endspurt zum Trailer für @no_way_out. Dass sich dieser Spurt hinzieht, liegt an mir: Ich bin viel zu selten online.
Das Finale von Band 2 spielt sich übrigens hier ab:
Freitag, 9. August 2013
Die Geschichte vor der Geschichte
Ich liebe das, was in Büchern vor der Geschichte steht, denn es erzählt oft in wenigen Worten ganze Geschichten. Die Widmungen zum Beispiel. Oder der Geschichte vorangestellte Texte. Im Moment lese ich ein Buch, bei dem ich mich bei beidem - Widmung und vorangestelltem Text - sehr lange aufgehalten habe und den Geschichten darin nachgehorcht habe.
Das Buch heisst. "Die Nacht der Verfolgung". Ein selten dämlicher Titel für ein Buch, das im Original schlicht "Dakota" heisst, was sowohl die Stimmung im Buch als auch den Inhalt viel präziser trifft. Geschrieben hat die Geschichte Martha Grimes. Sie hat dem Buch folgende Widmung vorangestellt:
Dem Leser gewidmet, der sich bei einer Signierstunde in Coral Gables mit der Bitte zu Wort meldete: "Schreiben Sie wieder ein Buch über Andi Oliver." Danke. Hier ist sie.
Der Text, der der Geschichte vorangeht ist ein Gedicht von A.E. Housman.
(Ich verzichte darauf, das Gedicht hier hineinzustellen; so langsam fürchte ich mich vor den Konsequenzen beim Zitieren von was auch immer - aber man kann es in der Leseprobe nachlesen, auf die ich am Ende des Textes verlinke)
Das Gedicht löste Bilder in mir aus, führte zu Gedankenketten, die in Szenen endeten. In mir meldeten sich Figuren für eine Geschichte ... Kurz: Ich wurde schon vor der eigentlichen Geschichte fortgetragen, in meine eigenen, noch ungeschriebenen.
Das Buch selber hat einen ganz eigenen Klang, eine ganz eigene Erzählstimme, eine ganz eigene Geschichte, eine ganz eigene Ruhe. Hier kann man reinlesen.
Eine Anmerkung am Rande: Auf der Suche nach der Leseprobe bin ich über die - sehr schlechten - Rezensionen gestolpert. Sie wundern mich nicht. Wie oben geschrieben: Das Buch heisst im Original "Dakota" und nein, es ist tatsächlich absolut und total kein Krimi und kein Thriller, wie das Cover (sogar der seit einiger Zeit scheinbar obligatorische Schmetterling auf Thrillercovern fehlt nicht) und der Titel der deutschen Ausgabe suggerieren. (Die Verkaufsstrategien der Verlage gehen in der Tat unergründliche Wege ...)
Das Buch heisst. "Die Nacht der Verfolgung". Ein selten dämlicher Titel für ein Buch, das im Original schlicht "Dakota" heisst, was sowohl die Stimmung im Buch als auch den Inhalt viel präziser trifft. Geschrieben hat die Geschichte Martha Grimes. Sie hat dem Buch folgende Widmung vorangestellt:
Dem Leser gewidmet, der sich bei einer Signierstunde in Coral Gables mit der Bitte zu Wort meldete: "Schreiben Sie wieder ein Buch über Andi Oliver." Danke. Hier ist sie.
Der Text, der der Geschichte vorangeht ist ein Gedicht von A.E. Housman.
(Ich verzichte darauf, das Gedicht hier hineinzustellen; so langsam fürchte ich mich vor den Konsequenzen beim Zitieren von was auch immer - aber man kann es in der Leseprobe nachlesen, auf die ich am Ende des Textes verlinke)
Das Gedicht löste Bilder in mir aus, führte zu Gedankenketten, die in Szenen endeten. In mir meldeten sich Figuren für eine Geschichte ... Kurz: Ich wurde schon vor der eigentlichen Geschichte fortgetragen, in meine eigenen, noch ungeschriebenen.
Das Buch selber hat einen ganz eigenen Klang, eine ganz eigene Erzählstimme, eine ganz eigene Geschichte, eine ganz eigene Ruhe. Hier kann man reinlesen.
Eine Anmerkung am Rande: Auf der Suche nach der Leseprobe bin ich über die - sehr schlechten - Rezensionen gestolpert. Sie wundern mich nicht. Wie oben geschrieben: Das Buch heisst im Original "Dakota" und nein, es ist tatsächlich absolut und total kein Krimi und kein Thriller, wie das Cover (sogar der seit einiger Zeit scheinbar obligatorische Schmetterling auf Thrillercovern fehlt nicht) und der Titel der deutschen Ausgabe suggerieren. (Die Verkaufsstrategien der Verlage gehen in der Tat unergründliche Wege ...)
Donnerstag, 8. August 2013
Wie überzeugt man die Jury eines Schreibwettbewerbs - und wie nicht?
Karin Bachmann war eines der Jurymitglieder des Schreibwettbewerbs "Baarer Rabe". In zwei Blogeinträgen gibt sie Einblick in die Kriterien, nach denen die Geschichten bewertet wurden.
Wie man mit einem Text eine Jury überzeugt, könnt ihr hier nachlesen. Und warum eine Jury einen Text weglegt und nicht in die engere Wahl nimmt, findet ihr hier.
"Eine Kindergeschichte schreibt man nicht aus Langeweile an einem regnerischen Nachmittag. Kinder und Jugendliteratur ist keine Abkürzung. Man schreibt sie aus Leidenschaft und auch, weil man (ein bisschen) verrückt ist. Und nicht, weil das Können für Erwachsenenliteratur nicht reicht."
Wie man mit einem Text eine Jury überzeugt, könnt ihr hier nachlesen. Und warum eine Jury einen Text weglegt und nicht in die engere Wahl nimmt, findet ihr hier.
"Eine Kindergeschichte schreibt man nicht aus Langeweile an einem regnerischen Nachmittag. Kinder und Jugendliteratur ist keine Abkürzung. Man schreibt sie aus Leidenschaft und auch, weil man (ein bisschen) verrückt ist. Und nicht, weil das Können für Erwachsenenliteratur nicht reicht."
Freitag, 2. August 2013
Momentaufnahme
Ich war in Bozen. Das ist einfach immer und immer und immer wieder schön. Die Lesung war toll, das Hotel der Hammer, das Wetter sensationell.
Während den Bahnfahrten ( 2 mal 5 Stunden) habe ich meiner Weihnachtshörserie den letzten Schliff gegeben, bevor ich die 10 Episoden ans Radio geschickt habe. Eine ziemlich grenzwertige Erfahrung, bei über 30 Grad Aussentemperatur Weihnachtsgeschichten zu überarbeiten :-)
Andreas Fritz und ich arbeiten am Trailer zu #no_way_out. Langsam und gemütlich. Ohne Stress. Wobei vor allem Andy viel arbeitet, ich ab und zu gucke und Feedback gebe und bei der Bilderauswahl helfe. Die Zwischenresultate, die ich zu sehen bekomme, sind mehr als beeindruckend.
Morgen fahre ich in die Berge. Heiss ist es auch dort oben. August ist Intensivschreibmonat. Noch zwei Monate bis zur Deadline. Diesmal nicht für ein Buch, sondern gleich für zwei.
Ich muss verrückt sein.
Während den Bahnfahrten ( 2 mal 5 Stunden) habe ich meiner Weihnachtshörserie den letzten Schliff gegeben, bevor ich die 10 Episoden ans Radio geschickt habe. Eine ziemlich grenzwertige Erfahrung, bei über 30 Grad Aussentemperatur Weihnachtsgeschichten zu überarbeiten :-)
Andreas Fritz und ich arbeiten am Trailer zu #no_way_out. Langsam und gemütlich. Ohne Stress. Wobei vor allem Andy viel arbeitet, ich ab und zu gucke und Feedback gebe und bei der Bilderauswahl helfe. Die Zwischenresultate, die ich zu sehen bekomme, sind mehr als beeindruckend.
Morgen fahre ich in die Berge. Heiss ist es auch dort oben. August ist Intensivschreibmonat. Noch zwei Monate bis zur Deadline. Diesmal nicht für ein Buch, sondern gleich für zwei.
Ich muss verrückt sein.
Montag, 29. Juli 2013
Dieses Buch kann den Leser verändern
Sagt hanami von LizzyNet zu #no_way_you
"Ich kann das Buch jedem empfehlen. Den Fans von spannenden Thrillern. Den Verfechtern einer gerechten Gesellschaft. Den Interessierten, die sich Gedanken über die Gesellschaft machen. Den als Spinnern verschrienen Menschen, die für eine gerechte Gesellschaft eintreten. Den Außenseitern, die Trost erfahren, weil unsere Gesellschaft nicht verloren ist. Den Insidern, denen klar werden kann, dass jeder etwas ändern kann. Den Kritikern. Den Andersdenkenden. Und einfach begeisterten Lesern. Dieses Buch hat das Potenzial, den Leser zu verändern – wenn er es will."
"Ich kann das Buch jedem empfehlen. Den Fans von spannenden Thrillern. Den Verfechtern einer gerechten Gesellschaft. Den Interessierten, die sich Gedanken über die Gesellschaft machen. Den als Spinnern verschrienen Menschen, die für eine gerechte Gesellschaft eintreten. Den Außenseitern, die Trost erfahren, weil unsere Gesellschaft nicht verloren ist. Den Insidern, denen klar werden kann, dass jeder etwas ändern kann. Den Kritikern. Den Andersdenkenden. Und einfach begeisterten Lesern. Dieses Buch hat das Potenzial, den Leser zu verändern – wenn er es will."
Donnerstag, 25. Juli 2013
Vorfreude
Heute Morgen gehe ich mir das Bahnticket für Bozen kaufen! Denn nächsten Dienstag lese ich hier:
Donnerstag, 18. Juli 2013
Brandaktuell
Mein Buch #no_way_out beginnt mit einem Prolog, in dem ich erzähle, was am 26. Februar 2012 geschehen ist .
An diesem Tag kaufte sich in Florida ein siebzehnjähriger Jugendlicher an einem Tankstellenshop eine Tüte Süssigkeiten und eine Dose Eistee und machte sich damit auf den Weg nach Hause. Unterwegs fiel er einem Mann auf, dem er verdächtig vorkam, unter anderen, weil er einen Kapuzenpullover trug. Der Mann erschoss den Jungen. Der Staatsanwalt stellte keinen Haftbefehl gegen den Täter aus. Erst auf Druck der Medien und von Demonstranten wurde der Täter angeklagt.
Dieser Täter wurde wenige Tage vor Erscheinen meines Buches freigesprochen.
#no_way_out beschäftigt sich mit der Frage, ob das auch bei uns möglich wäre.
An diesem Tag kaufte sich in Florida ein siebzehnjähriger Jugendlicher an einem Tankstellenshop eine Tüte Süssigkeiten und eine Dose Eistee und machte sich damit auf den Weg nach Hause. Unterwegs fiel er einem Mann auf, dem er verdächtig vorkam, unter anderen, weil er einen Kapuzenpullover trug. Der Mann erschoss den Jungen. Der Staatsanwalt stellte keinen Haftbefehl gegen den Täter aus. Erst auf Druck der Medien und von Demonstranten wurde der Täter angeklagt.
Dieser Täter wurde wenige Tage vor Erscheinen meines Buches freigesprochen.
#no_way_out beschäftigt sich mit der Frage, ob das auch bei uns möglich wäre.
Dienstag, 9. Juli 2013
Risse - oder - Einer dieser Tage
Gestern war so einer dieser Tage, an denen das Leben voll zuschlägt. Mitten ins Gesicht. Nun bin ich mir ja ziemlich viel gewohnt von meiner Branche und ich kann auch ziemlich gut damit umgehen, aber gestern verabschiedeten sich für eine Weile sowohl meine Gelassenheit als auch mein Galgenhumor. Ich war wütend. Verdammt wütend.
Zum Glück kamen am Mittag Herr Ehemann und Herr Sohn zum Essen und ich konnte Dampf ablassen, statt wie ein Dampfkochtopf kurz vor der Explosion alleine vor mich hinzupfeifen. Herr Sohn brachte mich mit seinen schwarzhumorigen Bemerkungen zum Lachen und Herr Ehemann mit seiner Besonnenheit und Vernunft zurück auf den Teppich. Damit war das Leben wieder im Lot. Aber die Risse bleiben. Jedes Mal, wenn ich die ganze negative Breitseite der Branche ins Gesicht bekomme, entsteht ein neuer Riss und alte vergrössern sich. Und jedes Mal hänge ich danach weniger fest an diesem ganzen Apparat.
Das ist gut. Denn ich stehe selten so motiviert und voller Energie auf wie nach solchen Tiefschlägen. Sie machen mich freier in meinen Entscheidungen. Sie geben mir Luft zum Atmen. Sie lassen mich neue Wege denken. Heute Morgen so viele und so verlockende, dass es mir wieder total gut geht.
Meine Teilnahme an der Frankfurter Buchmesse habe ich gestrichen.
Habe anderes zu tun :-)
Zum Glück kamen am Mittag Herr Ehemann und Herr Sohn zum Essen und ich konnte Dampf ablassen, statt wie ein Dampfkochtopf kurz vor der Explosion alleine vor mich hinzupfeifen. Herr Sohn brachte mich mit seinen schwarzhumorigen Bemerkungen zum Lachen und Herr Ehemann mit seiner Besonnenheit und Vernunft zurück auf den Teppich. Damit war das Leben wieder im Lot. Aber die Risse bleiben. Jedes Mal, wenn ich die ganze negative Breitseite der Branche ins Gesicht bekomme, entsteht ein neuer Riss und alte vergrössern sich. Und jedes Mal hänge ich danach weniger fest an diesem ganzen Apparat.
Das ist gut. Denn ich stehe selten so motiviert und voller Energie auf wie nach solchen Tiefschlägen. Sie machen mich freier in meinen Entscheidungen. Sie geben mir Luft zum Atmen. Sie lassen mich neue Wege denken. Heute Morgen so viele und so verlockende, dass es mir wieder total gut geht.
Meine Teilnahme an der Frankfurter Buchmesse habe ich gestrichen.
Habe anderes zu tun :-)
Mittwoch, 3. Juli 2013
Intensivschreibzeit
Die nächsten drei Monate werden eine sehr intensive Schreibzeit sein. Deshalb verziehe ich mich immer mal wieder für mehrere Tage in mein Schreibexil in den Bergen. Am 1. Oktober muss ich zwei Manuskripte abgeben; gleichzeitig arbeite ich an einer weiteren Hörgeschichte fürs Radio.
Am 15. Juli erscheint mein neues Buch. Es ist das Crazy Project, von dem ich immer wieder berichtet habe. Ein Herzblutprojekt. Gewidmet ist es Menschen, die nicht der heute so furchtbar geschliffenen Norm entsprechen. Jeder einzelne dieser Menschen bedeutet mir sehr viel. Nein, sie sind nicht im Buch zu finden (weil ich nicht über real existierende Personen schreibe), und trotzdem sind sie auf jeder Seite dabei. Es ist die Geschichte von zwei gesellschaftlichen Aussenseitern, von Mick und Smiley. Sie heisst #no_way_out. Der Alternativtitel, der mir auch gefallen hätte, war #toteHelden. Wir (der Verlag und ich) haben uns dann für den englischen Titel entschieden, weil schon meine letzten Bücher englische Titel hatten.
Die Leseprobe ist online. Guckt euch doch auch die Cover an. Mein Verlag hat sich für das eBook etwas total Schönes einfallen lassen.
Bis bald. Ich gehe jetzt schreiben.
Am 15. Juli erscheint mein neues Buch. Es ist das Crazy Project, von dem ich immer wieder berichtet habe. Ein Herzblutprojekt. Gewidmet ist es Menschen, die nicht der heute so furchtbar geschliffenen Norm entsprechen. Jeder einzelne dieser Menschen bedeutet mir sehr viel. Nein, sie sind nicht im Buch zu finden (weil ich nicht über real existierende Personen schreibe), und trotzdem sind sie auf jeder Seite dabei. Es ist die Geschichte von zwei gesellschaftlichen Aussenseitern, von Mick und Smiley. Sie heisst #no_way_out. Der Alternativtitel, der mir auch gefallen hätte, war #toteHelden. Wir (der Verlag und ich) haben uns dann für den englischen Titel entschieden, weil schon meine letzten Bücher englische Titel hatten.
Die Leseprobe ist online. Guckt euch doch auch die Cover an. Mein Verlag hat sich für das eBook etwas total Schönes einfallen lassen.
Bis bald. Ich gehe jetzt schreiben.
Montag, 1. Juli 2013
Samstag, 29. Juni 2013
Vom Angepasstsein und Gehorchen
Philippe Wampfler hat einen Blogeintrag geschrieben, der mich seit zwei Tagen verfolgt. Er nimmt darin ein Thema auf, das mich tief beschäftigt, und das den Ausschlag zu meinem neusten Buch gegeben hat, das im Juli erscheint. Ich wollte hier im Blog etwas dazu schreiben, habe mich dann aber entschlossen, meinen Kommentar direkt bei Philippe abzugeben. Ich leite euch heute also direkt weiter zu Philippes Blogeintrag "Obey. Über die Jugend der 2010er Jahre". Er ist mein Lesetipp der Woche.
Freitag, 28. Juni 2013
Ein Rückblick auf die "Buch am Bach"
Die drei schönsten Junitage sind vorbei. Zurück bleiben auch dieses Jahr gute Erinnerungen - und die Vorfreude auf die "Buch am Bach 2014" :-)
Neun Lesungen waren's, vor jeweils bis zu 80 Jugendlichen. Unzählige Begegnungen mit Jugendlichen, Organisatoren, Helfern und Autorenkollegen, alle herzlich, interessant, spannend und nicht selten lustig und unterhaltsam. Die "Buch am Bach" hat mir, wie schon letztes Jahr, ungeheuer gut getan und einen ungeheuren Motivationsschub ausgelöst. Wenn ihr reingucken wollt: bitte hier entlang.
Autorenkollegin Beatrix Mannel hat mich beim Signieren fotografiert:
Neun Lesungen waren's, vor jeweils bis zu 80 Jugendlichen. Unzählige Begegnungen mit Jugendlichen, Organisatoren, Helfern und Autorenkollegen, alle herzlich, interessant, spannend und nicht selten lustig und unterhaltsam. Die "Buch am Bach" hat mir, wie schon letztes Jahr, ungeheuer gut getan und einen ungeheuren Motivationsschub ausgelöst. Wenn ihr reingucken wollt: bitte hier entlang.
Autorenkollegin Beatrix Mannel hat mich beim Signieren fotografiert:
Donnerstag, 27. Juni 2013
Kommunikation
Um es heute ein wenig netter zu sagen als gestern: Ich wundere mich schlicht darüber, wie unsensibel die Änderungen der Medienlandschaft im Rheintal kommuniziert werden.
Die Ostschweiz am Sonntag wurde uns einfach aufgedrückt. Kein Brief an die Abonnenten, keine Probenummern. Wer die Zeitung nicht wollte, musste sie abbestellen. Wer sie abbestellte, wählte die Telefonnumer der Lokalzeitung und wurde mit "Tagblatt Abonnentenabteilung" begrüsst. Die Preisangaben der Abo-Auskunft stimmten oft nicht, sondern entsprachen jenen des Tagblatts. Es schien, als sei unser W&O von den Tagblatt-Medien geschluckt, bevor er wirklich geschluckt wird.
Dieses Schlucken wurde gestern im Namen des neuen Tagblatt-Werbemarkts kommuniziert. Der Leser? Nun, der scheint in Zukunft vor allem eins zu müssen: Inserate lesen. Der Inhalt? Vom Tagblatt übernommen, ausser dem Lokalteil (was im Artikel eine halbe Zeile wert war). Aber ich nehme an, bei all den optimierten Werbepaketen für die Wirtschaft wird die Zeitung hauptsächlich aus Werbung bestehen.
Nein, ich bin nicht naiv. Ich weiss, wie hart es in der Branche zu und her geht. Ich weiss, wie wichtig Werbung für eine Zeitung ist. Jeder weiss das. Aber es ist eine Sache, dies zu wissen, und eine ganz andere Sache, dem Leser in aller Deutlichkeit um die Ohren zu schlagen, worum es geht: Um Geld. Um Werbung.
Aber der Leser will Inhalt. Er will als Leser wahrgenommen werden. Er wäre - eigentlich - der Kunde. Schon zum zweiten Mal nach der Sache mit der Ostschweiz am Sonntag ging das bei den Verantwortlichen bei der Kommunikation vergessen. Vor lauter Markt (Wald) den Kunden nicht sehen, nennt man das. Noch ist er da, der Kunde, aber er könnte auch im Markt (Wald) verloren gehen, wenn man sich nicht um ihn kümmert.
Die Ostschweiz am Sonntag wurde uns einfach aufgedrückt. Kein Brief an die Abonnenten, keine Probenummern. Wer die Zeitung nicht wollte, musste sie abbestellen. Wer sie abbestellte, wählte die Telefonnumer der Lokalzeitung und wurde mit "Tagblatt Abonnentenabteilung" begrüsst. Die Preisangaben der Abo-Auskunft stimmten oft nicht, sondern entsprachen jenen des Tagblatts. Es schien, als sei unser W&O von den Tagblatt-Medien geschluckt, bevor er wirklich geschluckt wird.
Dieses Schlucken wurde gestern im Namen des neuen Tagblatt-Werbemarkts kommuniziert. Der Leser? Nun, der scheint in Zukunft vor allem eins zu müssen: Inserate lesen. Der Inhalt? Vom Tagblatt übernommen, ausser dem Lokalteil (was im Artikel eine halbe Zeile wert war). Aber ich nehme an, bei all den optimierten Werbepaketen für die Wirtschaft wird die Zeitung hauptsächlich aus Werbung bestehen.
Nein, ich bin nicht naiv. Ich weiss, wie hart es in der Branche zu und her geht. Ich weiss, wie wichtig Werbung für eine Zeitung ist. Jeder weiss das. Aber es ist eine Sache, dies zu wissen, und eine ganz andere Sache, dem Leser in aller Deutlichkeit um die Ohren zu schlagen, worum es geht: Um Geld. Um Werbung.
Aber der Leser will Inhalt. Er will als Leser wahrgenommen werden. Er wäre - eigentlich - der Kunde. Schon zum zweiten Mal nach der Sache mit der Ostschweiz am Sonntag ging das bei den Verantwortlichen bei der Kommunikation vergessen. Vor lauter Markt (Wald) den Kunden nicht sehen, nennt man das. Noch ist er da, der Kunde, aber er könnte auch im Markt (Wald) verloren gehen, wenn man sich nicht um ihn kümmert.
Mittwoch, 26. Juni 2013
Ich bin der Fliegenschiss im Werbemarkt - oder - warum soll ich für so was bezahlen?
"In eigener Sache",
so die Überschrift auf der Frontseite meiner Lokalzeitung.
Was es da in eigener Sache zu sagen gibt, ist das da:
"Tagblatt-Werbeverbund neu mit 300'000 Lesern".
Im ersten Absatz des Artikels erfahre ich, dass das Verlagshaus, zu dem meine Lokalzeitung gehört, ab 2014 mit drei anderen Medien- und Verlagshäusern mit der St. Galler Tagblatt AG im Werbemarkt zusammenarbeitet.
Im zweiten Absatz teilt man mir mit, dass die neue Kooperation neu aus 10 Tageszeitungen besteht, die im Inseratebereich 300'000 Leser erreicht und dass die Werbemarktauflage der Gesamtausgabe des St. Galler Tagblatts dadurch um 20 % steigt.
Im dritten Absatz werde ich darüber informiert, dass die Ausweitung durch diesen Verbund in einer "der am stärksten wachsenden Wirtschaftsregionen der Schweiz" erfolgt (haha - persönliche Anmerkung; das steht nicht im Artikel).
Im vierten Absatz steht ein Mal "überdurchschnittliche Kaufkraft", ein Mal "nationaler Werbemarkt" und ein Mal "modulare Inseratekombination". (Muss ich jetzt beeindruckt sein oder was? - persönliche Anmerkung meinerseits).
Im fünften Absatz , in der letzten Zeile, steht dann lapidar: "... und die lokalen Inhalte nach wie vor selbst verantworten." (Vielleicht erhalten die Lokalredaktionen dafür einen Hundekuchen. - persönliche Anmerkung von mir, der Artikel schweigt sich darüber aus, ob die Lokalredaktionen demnächst im Hundezwinger nächtigen und von Werbeverantwortlichen aus der Werbeabteilung von St. Gallen aus dressiert werden).
Der kurze Rest des Artikels widmet sich den Besitzverhältnissen, dem Druckzentrum und der "Südostschweiz", der die Verlagshäuser die Treue gekündigt haben, um zum grossen, neuen Werbemarkt der tollen neuen Werbewelt einer wahnsinnig aufstrebenden Wirtschaftsregion zu werden.
So, Leute. Und jetzt habe ich drei Fragen:
- Wo bleibe ich als Leserin?
- Was überlegt ihr euch, wenn ihr mich in eurer Information über die zukünftige Ausrichtung eures Medienhauses schlicht als Fliegenschiss im Werbemarkt anseht?
- Und vor allem: Warum soll ich für so was bezahlen?
PS: Eine vierte Frage, als kostenlose Zugabe: Schreibt ihr eure Zeitungen jetzt direkt für eure Werbepartner?
so die Überschrift auf der Frontseite meiner Lokalzeitung.
Was es da in eigener Sache zu sagen gibt, ist das da:
"Tagblatt-Werbeverbund neu mit 300'000 Lesern".
Im ersten Absatz des Artikels erfahre ich, dass das Verlagshaus, zu dem meine Lokalzeitung gehört, ab 2014 mit drei anderen Medien- und Verlagshäusern mit der St. Galler Tagblatt AG im Werbemarkt zusammenarbeitet.
Im zweiten Absatz teilt man mir mit, dass die neue Kooperation neu aus 10 Tageszeitungen besteht, die im Inseratebereich 300'000 Leser erreicht und dass die Werbemarktauflage der Gesamtausgabe des St. Galler Tagblatts dadurch um 20 % steigt.
Im dritten Absatz werde ich darüber informiert, dass die Ausweitung durch diesen Verbund in einer "der am stärksten wachsenden Wirtschaftsregionen der Schweiz" erfolgt (haha - persönliche Anmerkung; das steht nicht im Artikel).
Im vierten Absatz steht ein Mal "überdurchschnittliche Kaufkraft", ein Mal "nationaler Werbemarkt" und ein Mal "modulare Inseratekombination". (Muss ich jetzt beeindruckt sein oder was? - persönliche Anmerkung meinerseits).
Im fünften Absatz , in der letzten Zeile, steht dann lapidar: "... und die lokalen Inhalte nach wie vor selbst verantworten." (Vielleicht erhalten die Lokalredaktionen dafür einen Hundekuchen. - persönliche Anmerkung von mir, der Artikel schweigt sich darüber aus, ob die Lokalredaktionen demnächst im Hundezwinger nächtigen und von Werbeverantwortlichen aus der Werbeabteilung von St. Gallen aus dressiert werden).
Der kurze Rest des Artikels widmet sich den Besitzverhältnissen, dem Druckzentrum und der "Südostschweiz", der die Verlagshäuser die Treue gekündigt haben, um zum grossen, neuen Werbemarkt der tollen neuen Werbewelt einer wahnsinnig aufstrebenden Wirtschaftsregion zu werden.
So, Leute. Und jetzt habe ich drei Fragen:
- Wo bleibe ich als Leserin?
- Was überlegt ihr euch, wenn ihr mich in eurer Information über die zukünftige Ausrichtung eures Medienhauses schlicht als Fliegenschiss im Werbemarkt anseht?
- Und vor allem: Warum soll ich für so was bezahlen?
PS: Eine vierte Frage, als kostenlose Zugabe: Schreibt ihr eure Zeitungen jetzt direkt für eure Werbepartner?
Montag, 24. Juni 2013
Junge Talente - Özkan Tok
Letzten Donnerstag besuchte ich die Premiere des Theaters "Der Klang der Freiheit". Seither gehen mir unendlich viele Dinge durch den Kopf, schlagen die Gefühle in mir drin Purzelbäme. Alles unsortiert, chaotisch und viel zu gross und gewaltig für einen Blogeintrag. Ich war zutiefst berührt, beeindruckt, begeistert. Darüber, was junge Leute auf die Beine stellen können. Über die jungen Darsteller, denen die Rollen schon fast auf den Leib geschrieben waren. Über das Stück, das mir tief eingefahren ist. Über die Musik, die die Jugendlichen selber geschrieben und im zweiten Teil des Stücks auch selber gespielt haben. Über Peter Sutter, einen alten Theaterhasen, der die Jugendlichen im Hintergrund begleitet hat. Und vor allem über den 18-jährigen Özkan Tok, der das Stück geschrieben hat, eine der Hauptrollen spielt und auch Regie geführt hat.
Heute Morgen traf ich mich zu einem meiner regelmässigen Gespräche mit Armando Bianco vom W&O, unserer Lokalzeitung, der Özkan portraitiert hat. Er hat mir die Erlaubnis gegeben, das Interview in meinem Blog zu veröffentlichen. Herzlichen Dank.
Und Özkan, wir werden noch viel von dir hören. Bestimmt!
Heute Morgen traf ich mich zu einem meiner regelmässigen Gespräche mit Armando Bianco vom W&O, unserer Lokalzeitung, der Özkan portraitiert hat. Er hat mir die Erlaubnis gegeben, das Interview in meinem Blog zu veröffentlichen. Herzlichen Dank.
Und Özkan, wir werden noch viel von dir hören. Bestimmt!
Donnerstag, 20. Juni 2013
Schreibblockade
Gestern, an der Lesung in Grabs, kam einmal mehr die Frage zur Schreibblockade. Ich behaupte ja, dass es die nicht gibt. Tage, an denen es weniger gut läuft mit dem Schreiben: Ja. Tage, an denen man überhaupt keine Lust zum Schreiben hat: Ja. Tage, an denen sich sämtliche Ideen aus dem Staub gemacht haben: Ja. Tage, an denen es an allen Ecken klemmt: Ja. Aber das gehört alles dazu.
Was ich an solchen Tagen mache, hängt vom Abgabetermin ab. Liegt er in weiter Ferne, schreibe ich einfach nicht und denke mir: Neuer Tag, neues Glück. Meistens lacht mir aber der Abgabetermin ziemlich fies entgegen. Dann höre ich den Song, der zum jeweiligen Buch gehört. Auf der Wiederholtaste. Das wirkt meistens. Manchmal aber, da schwelge ich beim Musikhören in Szenen, die ich schon geschrieben habe, was zwar schön ist, aber mich nicht wirklich weiterbringt. Dann überarbeite ich den bestehenden Text, weil Überarbeiten immer geht.
Diese Woche habe ich das Schreiben auf Eis gelegt. Es geht nicht. Mir ist zu heiss. Ich habe es mehrere Male versucht und bin nach 10 Minuten eingeschlafen, was hoffentlich wirklich nur an der Hitze und nicht an der Geschichte liegt. Na ja, zugegeben, es klemmt grad auch ein bisschen in der Geschichte, und die Temperaturen zusammen mit dem Föhn (unserem heissen Südwind), der einem das Gefühl gibt, in einem Umluftbackofen auf 200 Grad gebacken zu werden, machen mein Hirn matsch. Ich warte auf den Regen und auf kühlere Temperaturen. Alles über 30 Grad macht mich total fertig. Ich glaube, ich bin innen drin eine Schottin aus dem hohen Norden. Bestimmt jedoch keine Südländerin. Weichei, ich.
Was ich an solchen Tagen mache, hängt vom Abgabetermin ab. Liegt er in weiter Ferne, schreibe ich einfach nicht und denke mir: Neuer Tag, neues Glück. Meistens lacht mir aber der Abgabetermin ziemlich fies entgegen. Dann höre ich den Song, der zum jeweiligen Buch gehört. Auf der Wiederholtaste. Das wirkt meistens. Manchmal aber, da schwelge ich beim Musikhören in Szenen, die ich schon geschrieben habe, was zwar schön ist, aber mich nicht wirklich weiterbringt. Dann überarbeite ich den bestehenden Text, weil Überarbeiten immer geht.
Diese Woche habe ich das Schreiben auf Eis gelegt. Es geht nicht. Mir ist zu heiss. Ich habe es mehrere Male versucht und bin nach 10 Minuten eingeschlafen, was hoffentlich wirklich nur an der Hitze und nicht an der Geschichte liegt. Na ja, zugegeben, es klemmt grad auch ein bisschen in der Geschichte, und die Temperaturen zusammen mit dem Föhn (unserem heissen Südwind), der einem das Gefühl gibt, in einem Umluftbackofen auf 200 Grad gebacken zu werden, machen mein Hirn matsch. Ich warte auf den Regen und auf kühlere Temperaturen. Alles über 30 Grad macht mich total fertig. Ich glaube, ich bin innen drin eine Schottin aus dem hohen Norden. Bestimmt jedoch keine Südländerin. Weichei, ich.
Dienstag, 18. Juni 2013
Der ganz normal wahnsinnige Nichtalltag
Gestern, als ich den Blog zurück zu seiner Ursprungsfunktion entrümpelte, suchte ich einen neuen Untertitel zu Kreuz und Quer. Dabei fiel mir eine Frage ein, die bei Lesungen häufig gestellt wird. "Wie sieht denn Ihr typischer Alltag aus?"
Ich habe keinen typischen Alltag. Jeder Tag ist anders. Genaugenommen habe ich also einen Nichtalltag. Ich stehe zwar meistens ungefähr zur gleichen Zeit auf. Früh. Weil ich den frühen Morgen total gerne habe. Wenn ich Lesungen habe, kann es auch sehr früh sein (sogar mir zu früh). Aber damit hat es sich dann schon. Je nachdem nehmen meine Tage dann einen ganz anderen Verlauf, denn ich habe es nie geschafft, mir fixe Schreibzeiten einzurichten. Selbst wenn ich die hätte: Ich könnte sie oft nicht einhalten. An Lesetagen zum Beispiel. Oder an Tagen, an denen ich sehr viel Administration zu erledigen habe (ich bin gleichzeitig meine Sekretärin). Oder an Tagen, an denen es im Haushalt rund geht (ich bin gleichzeitig Hausfrau). Oder an Tagen, an denen ich für Autillus arbeite, den Verein der Kinder- und Jugendbuchschaffenden der Schweiz (ich bin leidenschaftliche Ehrenamtliche dort). Oder an Tagen, an denen ich andere Termine habe (aus den verschiedensten Gründen). Und dann gibt es noch die Tage in den Bergen, wo sowieso alles ganz anders läuft als hier im Tal unten.
Bleibt der im Titel erwähnte Wahnsinn. Ich habe einige Berufe ausgeübt, als Angestellte oder selbständig Erwerbende, aber in keinem habe ich solchen Wahnsinn erlebt wie im Leben als Autorin. Wenn ihr zum Beispiel denkt, zwei Wochen auf eine Antwort zu warten sei lang, versucht es mal in meinem Beruf. Da kann es auch mal ein Jahr und länger dauern. Zudem bekommt man den Umbruch der Branche sehr stark zu spüren und erlebt hautnah mit, was der Druck auf die Branche und das Suchen nach neuen Wegen für die Verlage und einen selber für Folgen haben kann. Kurz: Als Autor fährt man irgendwie das ganze Jahr Achterbahn. Ich wage jetzt einmal zu behaupten, dass man seine geistige Gesundheit in diesem Beruf nur behält, wenn man sich ganz viel Gelassenheit und (Galgen)humor zulegt. Das Gute an der Sache: Man gewöhnt sich daran. Meistens. Und empfindet Dinge als nomal, bei denen normale Menschen aus dem persönlichen Umfeld nur den Kopf schütteln. Trotzdem möchte ich keinen anderen Beruf. Meistens.
Ich habe keinen typischen Alltag. Jeder Tag ist anders. Genaugenommen habe ich also einen Nichtalltag. Ich stehe zwar meistens ungefähr zur gleichen Zeit auf. Früh. Weil ich den frühen Morgen total gerne habe. Wenn ich Lesungen habe, kann es auch sehr früh sein (sogar mir zu früh). Aber damit hat es sich dann schon. Je nachdem nehmen meine Tage dann einen ganz anderen Verlauf, denn ich habe es nie geschafft, mir fixe Schreibzeiten einzurichten. Selbst wenn ich die hätte: Ich könnte sie oft nicht einhalten. An Lesetagen zum Beispiel. Oder an Tagen, an denen ich sehr viel Administration zu erledigen habe (ich bin gleichzeitig meine Sekretärin). Oder an Tagen, an denen es im Haushalt rund geht (ich bin gleichzeitig Hausfrau). Oder an Tagen, an denen ich für Autillus arbeite, den Verein der Kinder- und Jugendbuchschaffenden der Schweiz (ich bin leidenschaftliche Ehrenamtliche dort). Oder an Tagen, an denen ich andere Termine habe (aus den verschiedensten Gründen). Und dann gibt es noch die Tage in den Bergen, wo sowieso alles ganz anders läuft als hier im Tal unten.
Bleibt der im Titel erwähnte Wahnsinn. Ich habe einige Berufe ausgeübt, als Angestellte oder selbständig Erwerbende, aber in keinem habe ich solchen Wahnsinn erlebt wie im Leben als Autorin. Wenn ihr zum Beispiel denkt, zwei Wochen auf eine Antwort zu warten sei lang, versucht es mal in meinem Beruf. Da kann es auch mal ein Jahr und länger dauern. Zudem bekommt man den Umbruch der Branche sehr stark zu spüren und erlebt hautnah mit, was der Druck auf die Branche und das Suchen nach neuen Wegen für die Verlage und einen selber für Folgen haben kann. Kurz: Als Autor fährt man irgendwie das ganze Jahr Achterbahn. Ich wage jetzt einmal zu behaupten, dass man seine geistige Gesundheit in diesem Beruf nur behält, wenn man sich ganz viel Gelassenheit und (Galgen)humor zulegt. Das Gute an der Sache: Man gewöhnt sich daran. Meistens. Und empfindet Dinge als nomal, bei denen normale Menschen aus dem persönlichen Umfeld nur den Kopf schütteln. Trotzdem möchte ich keinen anderen Beruf. Meistens.
Montag, 17. Juni 2013
Back to the roots
Kreuz und Quer. So hiess dieser Blog, als ich 2006 damit online ging. Irgendwann funktionierte ich den Blog zu einer Webseite um und änderte den Blognamen auf meinen Autorennamen. Gleichzeitig lief auch meine alte Webseite weiter. Diese Zeiten sind vorbei. Ich habe eine neue Webseite, auf der alle Infos zu finden sind, die ich im Laufe der Zeit in den Blog aufgenommen habe. Der Blog ist darin integriert, läuft aber weiterhin über den Anbieter blogger (also auch eigenständig).
Weil der Blog jetzt wieder einfach Blog sein darf, habe ich ihn heute entrümpelt und zu seinen Wurzeln zurückgeführt. Er heisst nun wieder so, wie er damals hiess. Kreuz und Quer.
Danke für die Rückmeldungen zur Webseite, vor allem der Hinweis, dass der Menupunkt "Blog" irgendwie doppelt beschriftet ist. Das hängt damit zusammen, dass ich entschieden habe, den Blog auf der Webseite nicht in einem eigenen Fenster öffnen zu lassen, sondern direkt in die Seite zu integrieren. Mit dem neuen alten Blognamen und der entrümpelten Menuleiste sollte die Verwirrung kleiner sein.
Allerdings sieht man auf der Webseite den Blog nicht in seiner vollen Grösse, sondern nur die Einträge (ausser man macht sich die Mühe, wild im Gemüse herumzuscrollen). Auch das ist Absicht. Für den Moment lasse ich das mal so stehen und schaue, was an Rückmeldungen noch so kommt.
Viel Spass im neuen alten Blog!
Weil der Blog jetzt wieder einfach Blog sein darf, habe ich ihn heute entrümpelt und zu seinen Wurzeln zurückgeführt. Er heisst nun wieder so, wie er damals hiess. Kreuz und Quer.
Danke für die Rückmeldungen zur Webseite, vor allem der Hinweis, dass der Menupunkt "Blog" irgendwie doppelt beschriftet ist. Das hängt damit zusammen, dass ich entschieden habe, den Blog auf der Webseite nicht in einem eigenen Fenster öffnen zu lassen, sondern direkt in die Seite zu integrieren. Mit dem neuen alten Blognamen und der entrümpelten Menuleiste sollte die Verwirrung kleiner sein.
Allerdings sieht man auf der Webseite den Blog nicht in seiner vollen Grösse, sondern nur die Einträge (ausser man macht sich die Mühe, wild im Gemüse herumzuscrollen). Auch das ist Absicht. Für den Moment lasse ich das mal so stehen und schaue, was an Rückmeldungen noch so kommt.
Viel Spass im neuen alten Blog!
Meine neue Webseite ist online
Da sage ich doch gar nicht viel dazu, ausser: DANKE, Michael. Und: Guckt sie euch an. www.alicegabathuler.ch
Montag, 10. Juni 2013
Ich bin viel mehr Social Media als ich dachte
Die Arbeit an der neuen Webseite ging trotz meinem fünftägigen Offlinen zünftig voran. Ich delegierte den Hintergrund, der mich total überforderte, an Frau Tochter und meinen Webdesigner Michael Borlik. Zusammen haben sie einen für mich gefunden, der mir gut gefällt (auch wenn ich den Ziegelsteinen der Mauer immer noch ein wenig nachtraure, aber sie waren einfach zu unruhig).
Am meisten erstaunt beim Zusammentragen der Informationen für die Webseite hat mich der Umfang meiner Social Media Präsenz. Als es darum ging, die Symbole einzubauen, fiel mir plötzlich ein, dass ich ja auch einen youtube Kanal habe. Dass ich jedes Mal beim Hochladen eines Buchtrailers mindestens eine Viertelstunde brauche, bis ich wieder weiss, wie es geht, ist eine andere Geschichte ...
Ich guckte also auf all diese Symbole und dachte: Oh! Und dann Aha! Und dann habe ich gelacht. Das bin also ich, dachte ich. Die überzeugte Teilzeit-Offlinerin. Die kritische Medienfrau. Dann kam die Erkenntnis über mich: Ich sträube mich nicht mehr gegen diese Kanäle, sondern habe einen eigenen Weg gefunden, damit umzugehen. Ich muss nicht immer überall sein. Ich kann tagelang offlinen, ohne etwas zu vermissen. Ich kann auch tagelang online sein und nichts auf die diversen Kanäle einstellen, einfach, weil ich nichts zu sagen habe oder gerade nichts Interessantes für die Allgemeinheit zu sagen finde ... oder weil ich schlicht keine Lust dazu habe. Aber wenn ich Lust und Zeit habe, dann bin ich aktiv, mittlerweile total ohne das Gefühl, das tun zu müssen, weil man es eben tun muss.
Denn: Ich tue es sowieso falsch. Es gibt unzählige Anleitungen, wie man richtig twittert, richtig facebooked, richtig Google plust, oder - am allerschlimmsten - wie ein richtiger Blogeintrag aufgebaut sein sollte. Ich stelle mir dann vor, dass wir uns alle an diese Anleitungen halten und plötzlich alle gleich bloggen, gleich twittern, gleich facebooken, gleich googleplussen. Immer schön marktgerecht, effizient und zielgruppenorientiert. Total langweilig. Womit ich nicht sagen will, meine Beiträge seien spannend(er). Sie sind einfach ich. Mir geht es gut damit. Ob es für mich als Autorin etwas bringt? Diese Frage stelle ich mir immer weniger. Ich tendiere jedoch immer noch zu einem "Nein, nicht wirklich". Aber für mich als Person stimmt es jetzt.
PS: Ich bin heute und morgen online. Danach geht's wieder - offline - in die Berge. Wenn ich mich richtig reinhänge und die Hausaufgaben, die mir Michael Borlik gegeben hat, heute und morgen fleissig erledige, geht die neue Seite diese Woche online.
Am meisten erstaunt beim Zusammentragen der Informationen für die Webseite hat mich der Umfang meiner Social Media Präsenz. Als es darum ging, die Symbole einzubauen, fiel mir plötzlich ein, dass ich ja auch einen youtube Kanal habe. Dass ich jedes Mal beim Hochladen eines Buchtrailers mindestens eine Viertelstunde brauche, bis ich wieder weiss, wie es geht, ist eine andere Geschichte ...
Ich guckte also auf all diese Symbole und dachte: Oh! Und dann Aha! Und dann habe ich gelacht. Das bin also ich, dachte ich. Die überzeugte Teilzeit-Offlinerin. Die kritische Medienfrau. Dann kam die Erkenntnis über mich: Ich sträube mich nicht mehr gegen diese Kanäle, sondern habe einen eigenen Weg gefunden, damit umzugehen. Ich muss nicht immer überall sein. Ich kann tagelang offlinen, ohne etwas zu vermissen. Ich kann auch tagelang online sein und nichts auf die diversen Kanäle einstellen, einfach, weil ich nichts zu sagen habe oder gerade nichts Interessantes für die Allgemeinheit zu sagen finde ... oder weil ich schlicht keine Lust dazu habe. Aber wenn ich Lust und Zeit habe, dann bin ich aktiv, mittlerweile total ohne das Gefühl, das tun zu müssen, weil man es eben tun muss.
Denn: Ich tue es sowieso falsch. Es gibt unzählige Anleitungen, wie man richtig twittert, richtig facebooked, richtig Google plust, oder - am allerschlimmsten - wie ein richtiger Blogeintrag aufgebaut sein sollte. Ich stelle mir dann vor, dass wir uns alle an diese Anleitungen halten und plötzlich alle gleich bloggen, gleich twittern, gleich facebooken, gleich googleplussen. Immer schön marktgerecht, effizient und zielgruppenorientiert. Total langweilig. Womit ich nicht sagen will, meine Beiträge seien spannend(er). Sie sind einfach ich. Mir geht es gut damit. Ob es für mich als Autorin etwas bringt? Diese Frage stelle ich mir immer weniger. Ich tendiere jedoch immer noch zu einem "Nein, nicht wirklich". Aber für mich als Person stimmt es jetzt.
PS: Ich bin heute und morgen online. Danach geht's wieder - offline - in die Berge. Wenn ich mich richtig reinhänge und die Hausaufgaben, die mir Michael Borlik gegeben hat, heute und morgen fleissig erledige, geht die neue Seite diese Woche online.
Sonntag, 9. Juni 2013
Und was, bitte sehr, hat das mit dem Schreiben zu tun? (Teil 1)
Ich war in den Bergen. Fünf Tage. Dabei habe ich viel geschrieben, aber auch viele andere Dinge gemacht. Hier eine erste kleine Auswahl:
Ankunft: Erst einmal eine halbe Stunde auf dem Balkon gestanden und einfach nur darüber gestaunt, wie schön die Welt ist.
Berge und in der Mitte der Steilhang unterm Haus - mit Hermann, unserem hart geplagten, aber tapferen Zwetschgenbaum.
Dann ein Rundgang ums Haus. Was auf Mauern alles wachsen kann ...
... wie schön ein Bergdschungel ist ...
.... und wie anders jedesmal der Wasserfall.
Und was, bitte sehr, hat das mit dem Schreiben zu tun? Alles. Denn in dieser Umgebung finde ich die Ruhe, die Kraft und die Konzentration, die mich durch das Schreiben tragen. Es gibt noch mehr, da oben, in den Bergen, das mich zu mir bringt und damit zum Schreiben. Dazu dann mehr in einem zweiten Teil. Demnächst hier in diesem Blog :-)
Ankunft: Erst einmal eine halbe Stunde auf dem Balkon gestanden und einfach nur darüber gestaunt, wie schön die Welt ist.
Berge und in der Mitte der Steilhang unterm Haus - mit Hermann, unserem hart geplagten, aber tapferen Zwetschgenbaum.
Dann ein Rundgang ums Haus. Was auf Mauern alles wachsen kann ...
... wie schön ein Bergdschungel ist ...
.... und wie anders jedesmal der Wasserfall.
Zum Einkaufen habe ich den etwas längeren Weg überm Dorf genommen.
Dienstag, 4. Juni 2013
Kinder- und Jugendbuchmesse "Buch am Bach"
Vom 25. - 27. Juni bin ich an der Kinder- und Jugendbuchmesse "Buch am Bach" in Götzis (Vorarlberg). Diese Messe fand 2012 zum ersten Mal statt und ich hatte das grosse Glück und die Ehre, eingeladen zu werden. Die drei Tage waren ein unvergessliches Erlebnis. Noch nie hat mich eine Buchmesse so begeistert, noch nie erlebte ich eine Buchmesse so nah beim Publikum, vor allem beim jugendlichen Publikum. Es gab keine Messehostessen oder Verlagsvertreter an den Ständen, sondern bestens vorbereitete, aufgestellte, kontaktfreudige Jugendliche, die Auskunft gaben, als hätten sie nie etwas anderes gemacht.
Die Freude war riesig, als ich auch für die Messe 2013 eine Einladung erhielt. Ich musste nicht den Bruchteil einer Sekunde nachdenken, ob ich teilnehmen möchte oder nicht; ich habe einfach begeistert zugesagt. Die Organisatoren sind bereit. 5000 Anmeldungen zu Lesungen sind bis heute eingegangen, eine Wahnsinnszahl.
Die Lesungen sind kostenlos und öffentlich. Viele davon sind schon ausgebucht, aber in einigen hat es noch Platz. Man kann online reservieren. Der Lese- und Reservationsplan ist auf dem neusten Stand. Wir sehen uns an der Messe. Bis bald.
Die Freude war riesig, als ich auch für die Messe 2013 eine Einladung erhielt. Ich musste nicht den Bruchteil einer Sekunde nachdenken, ob ich teilnehmen möchte oder nicht; ich habe einfach begeistert zugesagt. Die Organisatoren sind bereit. 5000 Anmeldungen zu Lesungen sind bis heute eingegangen, eine Wahnsinnszahl.
Die Lesungen sind kostenlos und öffentlich. Viele davon sind schon ausgebucht, aber in einigen hat es noch Platz. Man kann online reservieren. Der Lese- und Reservationsplan ist auf dem neusten Stand. Wir sehen uns an der Messe. Bis bald.
Samstag, 1. Juni 2013
Buchtrailer als Projektarbeit in der Schule
Vor ein paar Wochen habe ich Mirco kennengelernt. Er erzählte mir, dass er im Rahmen einer Projektarbeit einen Buchtrailer zum Buch Freerunning macht. Ich habe mich riesig gefreut und war gespannt, wie der Trailer herauskommt. Vor zwei Tagen habe ich Post bekommen. Mirco, ich danke dir recht herzlich für den tollen Trailer!
Freitag, 31. Mai 2013
Die (wahrscheinlich) kleinste Galerie der Welt
Wie klein kann eine Galerie sein? Telefonkabinenklein? Geht nicht? Doch!
Die wahrscheinlich kleinste Galerie der Welt ist eine zwei Kubikmeter grosse alte Telefonkabine. Sie steht in der offenen Rennbahn Zürich-Oerlikon. Galerist ist Marc Locatelli. Seit 2004 stellt er in seiner Telefonkabinen-Galerie Comics, Cartoons, Illustrationen und Fotografien zum Thema Radrennsport aus.
Die wahrscheinlich kleinste Galerie der Welt ist eine zwei Kubikmeter grosse alte Telefonkabine. Sie steht in der offenen Rennbahn Zürich-Oerlikon. Galerist ist Marc Locatelli. Seit 2004 stellt er in seiner Telefonkabinen-Galerie Comics, Cartoons, Illustrationen und Fotografien zum Thema Radrennsport aus.
Am 4. Juni öffnet die Galerie ihre Tür und ist dann während der ganzen Rennsaison bis zum 17. September jeden Dienstag bei trockenem Wetter ab 18.45 Uhr geöffnet.
Dieses Jahr zeigt die Galerie faszinierende Veloillustrationen des französischen Zeichners Jean-Jaques Sempé. Marc Locatelli: "Müsste man die Bedeutung von Sempé in die Radsportsprache übersetzen, wäre er an seinem Erfolg gemessen Eddy Merckx. Für seinen feinen, charmanten Zeichenstil könnte aber nur Hugo Kobelt stehen."
Marc Locatelli ist Illustrator. Er arbeitet für verschiedene Lehrmittel-, Buch und Zeitschriftenverlage. Ein Besuch auf seine Webseite lohnt sich. Ich empfehle ein längeres Verweilen, denn ich für meinen Teil kann mich in seinen Illustrationen glatt verlieren. (Sie sind nicht zuletzt ein herrliches Gegemittel gegen den totalen Wetterfrust).
Sonntag, 26. Mai 2013
Neue Webseite
Eigentlich wäre es längst Zeit für eine neue Webseite gewesen. Aber ich hänge aus nostalgischen und sentimentalen Gründen total an meiner ersten Webseite, die ein ehemaliger Schüler von mir gemacht hat, mit Fotos eines ehemaligen Kursteilnehmers (an diesen Fototermin werde ich mich ein Leben lang erinnern). Seit längerer Zeit jedoch finden sich auch alle Informationen der Webseite hier auf dem Blog und ich habe (fast) die ganze Arbeit doppelt gemacht: Termine auf dem neusten Stand halten, Infos auf beide Seiten aufschalten usw. Mittlerweile gibt es in meinem Blog viel mehr Informationen als auf meiner Webseite - und wie ich kürzlich beim genaueren Anschauen meiner Seite zu meinem Entsetzen bemerkt habe, fehlen dort meine letzten beiden Neuerscheinungen (meine Sekretärin - ähm ... das wäre dann ich - ist schuld).
Eine Weile habe ich darüber nachgedacht, einfach den Blog über die Webseitenadresse laufen zu lassen, aber auch das ist nicht wirklich eine gute Lösung. Also liess ich alles, wie es war. Bis mir mein Autorenkollege Michael Borlik verriet, dass er sich, um ein zweites berufliches Standbein zu haben, zum Webdesigner weitergebildet und ein eigenes Webdesign-Büro eröffnet hat. Das war die Gelegenheit, die Sache anzupacken. Ich habe meine Wünsche deponiert, Michael macht Vorschlag um Vorschlag und nun geht es ans Eingemachte. In den nächsten Tagen geht die alte Seite vom Netz und dort, wo sie mal war, ist dann eine Baustelle, bis die neue Seite steht.
Was mir besonders gefällt, ist die Zusammenarbeit mit Michael. Genau wie bei Andreas, der meine Trailer macht, bekomme ich Vorschläge und aufgrund der Entwürfe tasten wir uns gemeinsam an das Endresultat heran. Ich denke, spätestens Mitte Juni wird die neue Seite online sein. Bis dahin ist der Blog die einzige Anlaufstelle. Danach ist er in die Webseite integriert und ich kann ihn gründlich entschlacken.
Und hier ist er, der Michael
Eine Weile habe ich darüber nachgedacht, einfach den Blog über die Webseitenadresse laufen zu lassen, aber auch das ist nicht wirklich eine gute Lösung. Also liess ich alles, wie es war. Bis mir mein Autorenkollege Michael Borlik verriet, dass er sich, um ein zweites berufliches Standbein zu haben, zum Webdesigner weitergebildet und ein eigenes Webdesign-Büro eröffnet hat. Das war die Gelegenheit, die Sache anzupacken. Ich habe meine Wünsche deponiert, Michael macht Vorschlag um Vorschlag und nun geht es ans Eingemachte. In den nächsten Tagen geht die alte Seite vom Netz und dort, wo sie mal war, ist dann eine Baustelle, bis die neue Seite steht.
Was mir besonders gefällt, ist die Zusammenarbeit mit Michael. Genau wie bei Andreas, der meine Trailer macht, bekomme ich Vorschläge und aufgrund der Entwürfe tasten wir uns gemeinsam an das Endresultat heran. Ich denke, spätestens Mitte Juni wird die neue Seite online sein. Bis dahin ist der Blog die einzige Anlaufstelle. Danach ist er in die Webseite integriert und ich kann ihn gründlich entschlacken.
Und hier ist er, der Michael
Samstag, 25. Mai 2013
Buchtrailer - was bringt's?
Kürzlich sass ich vor dem PC und schaute mir an, was Andreas Fritz aus meinem Blackout gemacht hat. Der Trailer lief, ich klebte gebannt am Bildschirm und freute mich darüber, dass Andreas einmal mehr genau den richtigen Draht zum Buch gefunden hatte.
"Was bringt das?", klang es hinter mir.
Ich fuhr erschrocken zusammen, denn ich hatte Herrn Ehemann nicht kommen hören. Zu tief war ich in Musik und Text verloren gegangen. Und damit ist eigentlich auch schon gesagt, was so ein Buchtrailer mir bringt: Freude und Begeisterung. Ich bin Filmfreak und ein Kinobesuch ohne mindestens drei oder vier Trailer in der Vorschau ist für mich kein richtiger Kinobesuch. Ich gestehe deshalb: Ich lasse die Buchtrailer eigentlich für mich machen. Weil ich Trailer total mag.
Denn: Ich weiss nicht, ob sie etwas bringen. Ich weiss, dass sie angschaut werden und ich bekomme bei Lesungen auch - meist begeisterte oder zumindest positive - Rückmeldungen. Nur: Diese Jugendlichen stossen im Zuge der Vorbereitung der Lesung auf die Trailer. Oder wenn sie einen Buchvortrag machen müssen und dabei auf meinen Webseiten landen. Ob ich wirklich neue Leser gewinne durch diese Trailer, entzieht sich meiner Kenntnis, aber ich denke jetzt mal ganz pragmatisch: eher nicht und wenn ja, dann nie so viele, dass sich die Ausgaben wirklich rechnen.
Trotzdem ist der Trailer zu meinem neuen Buch schon in Auftrag gegeben. Weil ich diese kleinen Filme selber bezahle, kann ich auch auswählen, wer den neuen Trailer macht. Es ist wie immer Andreas. Eigentlich würde ich gerne noch viel weiter gehen mit den Trailern: Animation, Sprechstimme, andere Musik (zum neuen Buch wäre das "Drive" von R.E.M), aber dann explodieren mir die Kosten und ich gebe die ganzen Bucheinnahmen für den Trailer aus - und da würde Herr Ehemann dann berechtigt fragen: "Was bringt's?"
Die Zusammenarbeit mit Andreas sieht so aus: Ich liefere ihm so viele Informationen zum Buch wie möglich. Er liest sie und macht einen ersten Entwurf des Trailers. Den bekomme ich zu sehen und mache dann Vorschläge, was ich gerne anders / zusätzlich hätte. Der Rest ist ein kreativer Austausch, bis wir beide mit dem Resultat zufrieden sind.
Ich bin gespannt, was Andreas zu #no_way_out einfällt
Als Mick aufwacht, liegt neben ihm eine Leiche. Isabella Linder, die steinreiche Gattin des Industriellen Jake Linder. Mick gerät in Panik. Wer wird ihm, dem 17-jährigen Rumtreiber, schon glauben, dass er nichts damit zu tun hat? Fast verrückt vor Angst, entführt er Edy, Isabellas Tochter, und ist von nun an auf der Flucht - vor der Polizei, vor Jakes Männern und vor den Geistern seiner Vergangenheit. Nur ganz langsam und mit Hilfe seines Kumpels Smiley findet Mick heraus, dass er Teil eines perfiden Komplotts ist, der Jugendlichen wie ihm Verbrechen in die Schuhe schiebt - mit dem Ziel, ein ganzes Land in Aufruhr zu stürzen ...
"Was bringt das?", klang es hinter mir.
Ich fuhr erschrocken zusammen, denn ich hatte Herrn Ehemann nicht kommen hören. Zu tief war ich in Musik und Text verloren gegangen. Und damit ist eigentlich auch schon gesagt, was so ein Buchtrailer mir bringt: Freude und Begeisterung. Ich bin Filmfreak und ein Kinobesuch ohne mindestens drei oder vier Trailer in der Vorschau ist für mich kein richtiger Kinobesuch. Ich gestehe deshalb: Ich lasse die Buchtrailer eigentlich für mich machen. Weil ich Trailer total mag.
Denn: Ich weiss nicht, ob sie etwas bringen. Ich weiss, dass sie angschaut werden und ich bekomme bei Lesungen auch - meist begeisterte oder zumindest positive - Rückmeldungen. Nur: Diese Jugendlichen stossen im Zuge der Vorbereitung der Lesung auf die Trailer. Oder wenn sie einen Buchvortrag machen müssen und dabei auf meinen Webseiten landen. Ob ich wirklich neue Leser gewinne durch diese Trailer, entzieht sich meiner Kenntnis, aber ich denke jetzt mal ganz pragmatisch: eher nicht und wenn ja, dann nie so viele, dass sich die Ausgaben wirklich rechnen.
Trotzdem ist der Trailer zu meinem neuen Buch schon in Auftrag gegeben. Weil ich diese kleinen Filme selber bezahle, kann ich auch auswählen, wer den neuen Trailer macht. Es ist wie immer Andreas. Eigentlich würde ich gerne noch viel weiter gehen mit den Trailern: Animation, Sprechstimme, andere Musik (zum neuen Buch wäre das "Drive" von R.E.M), aber dann explodieren mir die Kosten und ich gebe die ganzen Bucheinnahmen für den Trailer aus - und da würde Herr Ehemann dann berechtigt fragen: "Was bringt's?"
Die Zusammenarbeit mit Andreas sieht so aus: Ich liefere ihm so viele Informationen zum Buch wie möglich. Er liest sie und macht einen ersten Entwurf des Trailers. Den bekomme ich zu sehen und mache dann Vorschläge, was ich gerne anders / zusätzlich hätte. Der Rest ist ein kreativer Austausch, bis wir beide mit dem Resultat zufrieden sind.
Ich bin gespannt, was Andreas zu #no_way_out einfällt
Als Mick aufwacht, liegt neben ihm eine Leiche. Isabella Linder, die steinreiche Gattin des Industriellen Jake Linder. Mick gerät in Panik. Wer wird ihm, dem 17-jährigen Rumtreiber, schon glauben, dass er nichts damit zu tun hat? Fast verrückt vor Angst, entführt er Edy, Isabellas Tochter, und ist von nun an auf der Flucht - vor der Polizei, vor Jakes Männern und vor den Geistern seiner Vergangenheit. Nur ganz langsam und mit Hilfe seines Kumpels Smiley findet Mick heraus, dass er Teil eines perfiden Komplotts ist, der Jugendlichen wie ihm Verbrechen in die Schuhe schiebt - mit dem Ziel, ein ganzes Land in Aufruhr zu stürzen ...
Freitag, 24. Mai 2013
Freizeitkampf
Man wandert nicht mehr, man (frau) kampfwandert. Ob man die Natur dabei noch sieht, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber vielleicht kann man damit ja den Arbeitsstress am Wochenende in Wanderstress umsetzen. Hauptsache Stress und schnell, schneller am schnellsten. Nicht zu vergessen: weit, weiter am weitesten oder vielleicht auch hoch, höher am höchsten.
Womit wir beim Mt. Everest sind. Da waren kürzlich: Eine Beinamputierte und ein 80-jähriger. Ich frag mich, warum man als normaler Mensch überhaupt noch rauf wollen soll. Ausser man ist Kampfwanderer. Oder hat am linken Fuss acht Zehen. Dann wäre man der erste achtzehige Mensch auf dem Mt. Everest und fände Eintrag in das Buch der Weltrekorde.
Ganz schön stressig, diese Kampf-Freizeit.
Womit wir beim Mt. Everest sind. Da waren kürzlich: Eine Beinamputierte und ein 80-jähriger. Ich frag mich, warum man als normaler Mensch überhaupt noch rauf wollen soll. Ausser man ist Kampfwanderer. Oder hat am linken Fuss acht Zehen. Dann wäre man der erste achtzehige Mensch auf dem Mt. Everest und fände Eintrag in das Buch der Weltrekorde.
Ganz schön stressig, diese Kampf-Freizeit.
Montag, 20. Mai 2013
Geerdet oder La vacca dil Giosch mira tschèc
Ich war in den Bergen. Fünf Tage ohne Internet. So was erdet. Vor allem, wenn man einen ganzen Bergdschungel durchkämmen und halbwegs zähmen will. Dass die Heizung in diesen fünf Tagen einen langsamen Tod gestorben ist, soll nur am Rand erwähnt werden. Irgendjemand wird sie irgendwann reparieren. Der Dschungel ist immer noch ein Dschungel, aber einer mit Gehwegen und Blickpunkten. Zum Beispiel dem Schmetterlingsgarten, einer Ecke voller Brennesseln mit hunderten von Raupen, die uns irgendwann als Schmetterlinge um die Ohren fliegen werden. Oder die Walderdbeerecke, die jedes Jahr ein bisschen grösser wird. Witzig finde ich, dass Wildpflanzen "wandern". Was letztes Jahr hier wuchs, guckt dieses Jahr dort aus dem Boden. Oder gar nicht mehr. Dafür guckt was Neues. Es ist wie eine einzige riesige Wundertüte und noch immer kann ich auf den Rundgängen durchs Gelände durch einen Riss in der Zeit fallen und total verloren gehen.
Ich habe auch geschrieben. Ganz viel. Und gelesen. Im Buch Sez Ner von Arno Camenisch. Es passiert nicht viel in diesem Buch, eigentlich fast nichts. Aber dieses nicht viel ist genial geschrieben! Es geht um einen Sommer auf der Alp. Am Anfang hängt der Senn (il signun) mit dem Gleitschirm kopfüber in den Bäumen und der Zusenn (il zezen), der acht Finger hat, fünf an der linken Hand und drei an der rechten Hand, denkt, der Senn komme dann schon wieder runter. Kommt er auch. Dann will der Käse nicht so recht und bläht sich, bis er die Gewichtsteine zu Boden wirft, der junge Hund ist nicht so klug wie der alte, sondern ein "clepper" (ein Lappi = Dummkopf). Ab und zu kommen die Bauern auf die Alp, um nach ihren Tieren zu sehen, und wenn der purtger (der Schweinehirt) nicht die stivlas cun stalcappa trägt und ihm genau dann ein Viech auf die Zehen tritt, dann verliert er seinen Fussnagel, obwohl er ihn aufgestochen hat. Das Vokabular hat es in sich. Der Kopf heisst in Sursilvan tgau und der Hund tgaun. Da kann man schon mal in die Irre gehen. Weil die Geschichte auf der einen Buchseite in Sursilvan und der anderen auf Deutsch erzählt wird, kenne ich jetzt ganz viele neue - für den Alltag ziemlich nutzlose - Wörter. Im Volg kann ich mir mit dem Senn (il signun), dem Zusenn (il zezen), dem Kuhirt (il paster) und dem Schweinehirt (il purtger) nicht wirklich viel kaufen. Aber Frau Tochter hat sich über die stivlas cun stalcappa gefreut. Ich übrigens auch. Nur gibt es die auch nicht im Dorfladen.
Unbedingt angucken und zuhören! Arno Camenisch über und aus seinem Buch.
Man kann das Buch auch lesen, wenn man kein Romontsch Sursilvan lernen will. Arno Camenisch hat mir übrigens beim Signieren des Buches ungefähr drei Mal gesagt "Hinterm Bahnhof" sei lustiger. Möglich. Aber ich wollte mit seinem ersten Buch anfangen. Und das gefällt mir so gut, dass ich mir als nächstes "Hinterm Bahnhof" kaufe.
PS: La vacca dil Giosch mira tschèc übersetzt sich so: Die Kuh vom Giosch hat einen Silberblick. Und da ist noch einer meiner Lieblingssätze: Il purtger stat sil crest sur la hetta e tschontscha cugl um da crap (Der Schweinehirt steht auf dem Hügel und redet mit dem Steinmann).
Ich habe auch geschrieben. Ganz viel. Und gelesen. Im Buch Sez Ner von Arno Camenisch. Es passiert nicht viel in diesem Buch, eigentlich fast nichts. Aber dieses nicht viel ist genial geschrieben! Es geht um einen Sommer auf der Alp. Am Anfang hängt der Senn (il signun) mit dem Gleitschirm kopfüber in den Bäumen und der Zusenn (il zezen), der acht Finger hat, fünf an der linken Hand und drei an der rechten Hand, denkt, der Senn komme dann schon wieder runter. Kommt er auch. Dann will der Käse nicht so recht und bläht sich, bis er die Gewichtsteine zu Boden wirft, der junge Hund ist nicht so klug wie der alte, sondern ein "clepper" (ein Lappi = Dummkopf). Ab und zu kommen die Bauern auf die Alp, um nach ihren Tieren zu sehen, und wenn der purtger (der Schweinehirt) nicht die stivlas cun stalcappa trägt und ihm genau dann ein Viech auf die Zehen tritt, dann verliert er seinen Fussnagel, obwohl er ihn aufgestochen hat. Das Vokabular hat es in sich. Der Kopf heisst in Sursilvan tgau und der Hund tgaun. Da kann man schon mal in die Irre gehen. Weil die Geschichte auf der einen Buchseite in Sursilvan und der anderen auf Deutsch erzählt wird, kenne ich jetzt ganz viele neue - für den Alltag ziemlich nutzlose - Wörter. Im Volg kann ich mir mit dem Senn (il signun), dem Zusenn (il zezen), dem Kuhirt (il paster) und dem Schweinehirt (il purtger) nicht wirklich viel kaufen. Aber Frau Tochter hat sich über die stivlas cun stalcappa gefreut. Ich übrigens auch. Nur gibt es die auch nicht im Dorfladen.
Unbedingt angucken und zuhören! Arno Camenisch über und aus seinem Buch.
Man kann das Buch auch lesen, wenn man kein Romontsch Sursilvan lernen will. Arno Camenisch hat mir übrigens beim Signieren des Buches ungefähr drei Mal gesagt "Hinterm Bahnhof" sei lustiger. Möglich. Aber ich wollte mit seinem ersten Buch anfangen. Und das gefällt mir so gut, dass ich mir als nächstes "Hinterm Bahnhof" kaufe.
PS: La vacca dil Giosch mira tschèc übersetzt sich so: Die Kuh vom Giosch hat einen Silberblick. Und da ist noch einer meiner Lieblingssätze: Il purtger stat sil crest sur la hetta e tschontscha cugl um da crap (Der Schweinehirt steht auf dem Hügel und redet mit dem Steinmann).
Dienstag, 14. Mai 2013
Darf ich vorstellen? - Buch Nummer 10
Ein absolut und totales Herzblutprojekt. Hier die Katalogseite des Verlags. Erscheinungstermin: Mitte Juli 2013.
Jetzt Live-Tickern sie wieder, die ... ähm .... Online-Schreiberlinge
"Ich bin sooooo cool. Ich lese jetzt grad den neusten Dan Brown. Kapitel für Kapitel. Jo, grad jetzt. Und ich verrate euch live, was passiert, ist ja ein Live-Ticker, deshalb heisst der auch Live-Ticker. Hähä. Cooooool, gell? Guckt mal, wie schnell ich lesen kann. Huara-schnell, gell. Ach ja, in Kapitel 16 passiert äm Fall xxx un yyy. Ui, ob ich einen Kaffee trinken soll dazwischen? Nein, dann ist der von der anderen Online-Zeitung am Änd schneller als ich. Darf nicht sein. Ich will den Schluss zuerst verraten. Gell, ich bin schon ein geiler Siech. Lese den Brown online und bespreche ihn gleichzeitig. Bin halt ein Multitasker.. Hab übrigens schon die Rowling online gelesen und getickert. Und auch alles verraten. Aber würggli alles. So cooool. Huere Siech, bin ich ein geiler Siech. Dank mir muss nachher niemand mehr das Buch kaufen. Urheberrecht? Gilt äm Fall für alle anderen, aber nicht für meine Zeitung. Nur äm Fall, falls ihr jetzt auf blöde Gedanken kommen könntet. Oh, guck, jetzt wird auf den Kerl geschossen. Mega. Und ich weiss als erster, wo die Kugel einschlägt. Hechel. Echt Leute, ich kann gleichzeitig lesen und tickern. Bin halt ein .... ah, hab ich schon gesagt? Stimmt aber. Also. Jetzt, jetzt küsst er die doch glatt. Ich will mehr. Sex. So richtig heftigen.Moment, ich muss blättern. Damit ich euch verraten kann, dass ... Ausserdem muss ich der erste sein, der den Dan Brown live getickert hat. Sooo coool."
Lieber Tagi, ihr könnt mich für die nächsten hundert Jahre als Abonnentin vergessen. Gäll, äm Fall.
PS: Wenn früher einer im Kino immer im Voraus geflüstert hat, was passiert, war er der meistgehasste Typ der Vorstellung. Heute scheinen diese Leute für die Online-Portale zu arbeiten (na ja, irgendwohin mussten die ja).
Lieber Tagi, ihr könnt mich für die nächsten hundert Jahre als Abonnentin vergessen. Gäll, äm Fall.
PS: Wenn früher einer im Kino immer im Voraus geflüstert hat, was passiert, war er der meistgehasste Typ der Vorstellung. Heute scheinen diese Leute für die Online-Portale zu arbeiten (na ja, irgendwohin mussten die ja).
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