Donnerstag, 29. März 2012

Buchmesse Leipzig - Teil 2 - Leipziger Lesekompass

An der Leipziger Buchmesse werden jeweils die Nominierten für den deutschen Jugendliteraturpreis bekanntgegeben. Ausgezeichnet werden herausragende Werke der Kinder- und Jugendliteratur in den Sparten Bilderbuch, Kinderbuch, Jugendbuch und Sachbuch. Dazu verleiht eine unabhängige Jugendjury den Preis der Jugendjury. Für mich sind die Nominierungen der Jugendjury jeweils der Höhepunkt, nicht nur, weil sich die Jugendlichen immer wieder sehr beeindruckende Buchvorstellungen einfallen lassen, sondern vor allem auch, weil mich interessiert, was die Jugendlichen mögen. Zum Teil überschneiden sich ihre Nominationen mit jenen der Fachjury, aber häufig finden sich auf der Liste der Jugendlichen auch Bücher, die es nicht auf die Liste der Fachjury geschafft hätten. Dieses Jahr waren gleich zwei Bücher auf ihrer Liste, die ich noch nicht kannte, die ich nach der Nominationsveranstaltung aber unbedingt kaufen wollte - und mittlerweile auch gekauft (aber noch nicht gelesen) habe.

Der an der Leipziger Buchmesse vorgestellte Lesekompass vereint Fach- und Jugendjury. Ziel ist es, in einem Meer von Neuerscheinungen (ca. 8000 Titel pro Jahr im Kinder- und Jugendbereich) jene Bücher zu finden, die zum Lesen verleiten, die die Kinder und Jugendlichen packen und sie ans Buch fesseln. Wobei Buch nicht ganz der richtige Begriff ist, denn es können auch andere Medien sein, wenn sie so richtig zum Lesen verführen. Berücksichtigt werden bei der Auswahl pädagogische Kriterien aber auch und vor allem die Frage: Vermittelt das Buch Freude am Lesen? Kann es nebst begeisterten Lesern auch Lesemuffel in den Bann ziehen? Der Leipziger Lesekompass wird damit zur Orientierungshilfe für all jene, die auf der Suche nach Büchern sind, die Lesespass mit einem lesefördernden Ansatz verbinden.

Eine breit gefächerte Jury aus jugendlichen Lesern und Fachkräften aus aus den Bereichen Kindertagesstätte, Schule, Bibliothek, Buchhandel, Fachpresse und Social Media sichtet, diskutiert und wählt in drei Kategorien je zehn Titel (Kinder von zwei bis sechs Jahren / Kinder von 6 bis zehn Jahren / Kinder von 10 bis 14 Jahren), die Eingang in den Leipziger Lesepass finden.

Mich freut und überzeugt dieses Konzept. Vor allem, weil bei der Auswahl der Bücher nicht nur an die lesebegeisterten Kinder und Jugendlichen gedacht wird, sondern eben auch an all jene, die den Zugang zum Lesen noch nicht gefunden haben. Jene, die vor einer geschlossenen Tür stehen. Diese Tür muss nicht für immer geschlossen bleiben. Ich bin der festen Überzeugung, dass für jeden von uns irgendwo genau das Buch wartet, das der Schlüssel zu dieser Tür ist. Das kann gerne ein Buch sein, bei dem ein Erwachsener oder vor allem ein Literaturkritiker schon einmal die Nase rümpft. Darauf kommt es nicht an. Wichtig ist einzig und allein, dass die Tür zur Bücherwelt aufgeht. Wenn sie dann einmal offen ist, ist das zu entdeckende Bücherland unendlich in seiner Grösse und Vielfalt.

Hier ein paar Links zum Leipziger Lesekompass:
Bücherkinder: Ein Preis für junge  Leser (ein Erfahrungsbericht von Stefanie Leo)
Stiftung Lesen: Fürs Lesen begeistern
Leserwelt: Lesen - aber was?

Mittwoch, 28. März 2012

Heute Morgen, beim Zeitunglesen ...

... habe ich mich aus Freude beinahe am Kaffee verschluckt:

Sonntag, 25. März 2012

Lesungen in Küttigen

ACHTUNG: Dieser Eintrag ist lang geworden. Das hat einen Grund. Die Rückmeldungen der Jugendlichen gefallen mir derart gut, dass ich euch keine davon vorenthalten möchte. Ich schicke ein RIESENGROSSES Dankeschön nach Küttigen - und jetzt Ton ... ähm, Worte ab (und wer bis zum Ende mitliest, wird mit zwei Fotos belohnt):

Ich habe Frau Gabathuler sehr sympathisch gefunden und ich werde mir das Buch „Dead End“ kaufen und lesen.
(Tiba, 4. Real)
Ich finde es spannend, wie Frau Gabathuler sich in ihren Büchern ausdrücken kann.
(Steffi, 4. Real)
Ich finde ihre Bücher gut und sie liest schön vor.
(Hamz, 4. Real)
Ich fand es gut, dass Frau Gabathuler nicht nur die Sonnen- sondern auch die Schattenseiten ihres Berufes erläutert.
(Granit, 4. Real)
Frau Gabathuler spricht sehr viel, jedoch wird es nie langweilig, ihr zuzuhören.
(Nice, 4. Real)
Die Lesung bei Frau Gabathuler war sehr spannend und interessant.
(Manuela, 4. Real)
Die Lesung war sehr unterhaltsam.
(anonym, 4. Real)
Während Frau Gabathuler erzählt, hat sie eine lustige Mimik.
(Céline, 4. Real)
Ich fand die Lesung schön und lustig. Vielleicht hole ich mir zwei Bücher. Sie wirkte jünger als sie effektiv ist, dies ist vor allem auf ihre Sprache zurückzuführen.
(Lars, 4. Real).
Ich fand es imposant, dass Frau Gabathuler bei jedem Buch der Reihe nach erzählen konnte, was passiert ist.
(Steffi, 4. Real)
Mir gefiel Frau Gabathulers Äusseres,  es passte zu ihren ausgeflippten Büchern.  
(Saskia, 4. Real)
Ich fand es gut, dass sie auf einfache Fragen überaus lange und komplexe Antworten geben konnte.
(Batuhan, 4. Real)
Ich fand die Lesung von Frau Gabathuler toll, da sie eine sehr nette Frau ist, und wir viel über ihr Leben erfahren konnten.
(Nicole K., 4. Real)
Mir gefiel, dass Frau Gabathuler alle Fragen beantworten konnte. 
(anonym, 4. Real)
Ich fand es sehr nett, dass sie gesagt hat, dass ihr mein Name gefällt und ich vielleicht in einem ihrer Bücher vorkommen werde.
(Tiba, 4. Real)

Die erste Real hat mich direkt angesprochen:

Es hat mir sehr gefallen und es war lustig.
Fabian
Ich fand die Lesung sehr gut und mir war in dieser Zeit gar nie langweilig. Mir hat es sehr gut gefallen.  
Siro
Ich wollte Ihnen noch sagen, dass ich Ihre Vorlesung sehr gut gefunden habe. Mir gefällt das Buch Freerunning sehr. Mir gefällt sehr Ihr humorvoller Charakter. Danke für die tolle Vorlesung!!!
Amy
Ich fand Ihre Lesung gestern sehr spannend und habe meinem Vater am Abend gesagt, dass ich Ihre zwei Bücher Freerunning und Dead.End.com gerne haben möchte. Ich finde Sie schreiben genau die Bücher, die ich gerne lese. Ich persönlich finde, dass Sie eine aufgestellte und coole Frau sind!!!!!
Jasmine
Ich fand ihre Lesung sehr toll und interessant. Ich hätte noch länger zuhören. Ihr habt sehr spanennde Bücher, aber ich lese einfach nicht gerne und das kann niemand ändern.
Raffaela
Die Lesung von Ihnen war toll, Sie sind eine sehr lustige Frau. Ihre Bücher gefallen mir sehr, vor allem Freerunning. Ich würde mich sehr freuen, wenn sie meinen Namen in einem ihrer Bücher verwenden.
Lucien
Ich fand die Lesung toll, obwohl ich nicht alles mitgeschaut habe, weil ich zum Arzt musste. Sie sind eine witzige Frau. Sie sahen auch nett aus. Ich habe noch kein Buch von Ihnen gelesen, und wenn ich eins lese, dann lese ich das Buch Freerunning. 
Leonita.
Ich fand das Buch Freerunning sehr spannend und ich hoffe, es gibt noch viele andere Bücher die soooooooooooooooo spannend sind und das 2 beste Buch ist dead.end.com.
Jason 
Ich fand Ihre Lesung sehr spannend, und ich könnte jeden Tag hören. Sie waren auch sehr lustig und Sie sind sehr nett gewessen ich würde mich freuen, wenn Sie wieder mal kommen. Und das Buch Freerunning war sehr spanend ;) 
Berat
Ich finde das Buch Starkstrom sehr lustig und gut, mir gefällts. Und das Buch Freerunning war auch sehr spannend. PS Ich finde AC/DC auch sehr gut AC/DC  Rocks.  
Eloy
Ich fand Ihre Lesung sehr lustig und spannend ich könnte Ihnen noch sehr lange zu hören. Das Buch Freerunning werde ich mich sicher kaufen… 
JasminJ
Die Lesung war sehr spannend und sehr lustig, aber leider war die Lesung schon wieder um. Das Buch Freerunning fand ich das beste und ich wünsche es mir von meinen Eltern.
Sandra
Es war richtig toll, also die Vorlesung war super. Hoffentlich kommen Sie bald mal wieder, denn es war nicht so eine langweilige Vorlesung wie bei xxx (Anmerkung A. Gabathuler: Name herausgenommen). Freerunning ist ein richtig tolles Buch. 
Caro J J J
Ich finde Sie sehr toll und sehr lustig. Ich finde auch das Buch Freerunning sehr toll.
Yodit
Ich fand die Lesung cool und lustig, ich mache selbst Freerunning und kenne den Sport auch. Darum hat mir das Buch gefallen. Ich mage Ihren Sinn für Humor. 
Sinan

Ich gebe alle Komplimente zurück: Ich hatte eine wunderbare Zeit in Küttigen. Und hier der Beweis, dass meine Mimik während der Lesungen schon mal entgleist:


Freitag, 23. März 2012

Was sind uns die Werke von Künstlern wert?

Gestern (oder vorgestern) ist Sven Regener, Musiker und Autor, bei einem Radiointerview eine Sicherung durchgebrannt. Aufgestauter Frust und aufgestaute Wut über kostenloses Kopieren im Internet haben sich entladen. Die Aufzeichnung dieses Interviews ist in Kürze durch die Internetgemeinde gegangen.

Ich gestehe, ich habe sie gleich drei Mal angehört und ich habe in Gedanken meinen Hut gezogen vor dem Mann. Endlich einmal einer, der das ausgesprochen hat, was ich denke. Nicht in den feinsten Worten, aber das kommt daher, dass er sich die vorher nicht zurechtgelegt hat.

Offensichtlich ist, dass sich Gräben aufgetan haben, die nicht so einfach zu überbrücken sein werden. Viele meiner Autorenkollegen haben Sven Regener (z.T. begeistert) zugestimmt, haben seinen Ausbruch auf allen Kanälen verlinkt und kommentiert. Viele Internetnutzer haben Sven Regener verbal eins auf den Deckel gehauen.

Fakt ist: Die Welt ist mit dem Internet eine andere geworden. Für diese neuen Gegebenheiten müssen neue Regeln gefunden werden. Verhärtete Fronten werden bei der Lösung des Problems nicht helfen. Ein Beharren auf den alten Strukturen scheint mir nicht sehr sinnvoll. Vielmehr gilt es, Wege zu finden, mit denen beide Seiten leben können. Noch aber scheint mir die Goldgräberstimmung zu herrschen. Der Run auf alles, was gratis angeboten wird, ist enorm. Dabei werden nicht zuletzt jene überrannt, auf deren Produkte es die Rennenden abgesehen haben. Bis jetzt haben viele die Faust im Sack gemacht. Ich hege die Hoffnung, dass sich das ändern wird. Zumindest bei uns in der Schweiz tut sich etwas. Schweizer Musiker haben sich zusammengeschlossen und einen offenen Brief an die Mitglieder der Kommission Wissenschaft, Bildung und Kultur des Ständerates geschrieben, in dem sie ihre Anliegen formuliert haben.

Sonntag, 18. März 2012

Leipziger Buchmesse - Teil 1

Ich bin mit unendlich vielen Eindrücken zurück von der Buchmesse. Alle auf einmal zu schildern, wäre viel zu viel. Deshalb beginne ich erst einmal mit einem generellen Teil und mit der Antwort auf die Frage, weshalb ich überhaupt hingefahren bin.

Ich mag die Leipziger Buchmesse aus mehreren Gründen:
- Sie ist kleiner als die Frankfurter Messe und damit auch viel persönlicher. Zudem hat sie vom ersten Tag an Publikumsverkehr, ist also durchgehend auch Besuchermesse und nicht nur Fachmesse.
- Das Messegelände ist wunderschön. Angefangen vom Wasser, durch das man gehen kann, über die total gläserne Haupthalle und die gläsernen Röhren, die die einzelnen Messehallen verbinden, bis hin zu den  verschiedensten Verpflegungsstationen, von denen viele Tageslicht haben.
- Am Donnerstag und Freitag steht man sich noch nicht gegenseitig auf den Füssen und vor der Aussicht. Bei vielen Verlagen findet man Ansprechpartner, die auch ohne Termin gerne Fragen beantworten.
- Während der Buchmesse finden nicht nur in den Hallen, sondern in ganz Leipzig Lesungen statt. An vielen Ständen signieren Autoren ihre Bücher oder Autogrammkarten - DIE Chance, ein paar Worte mit einem Autor zu wechseln.
- Ich weiss nicht, ob es irgendeine andere Buchmesse gibt, an der so viele vor allem junge Menschen so herrlich verkleidet durch die Hallen wandeln.
- Nicht zuletzt finden nebst den Lesungen sehr spannende Anlässe statt; ein Beispiel ist die Nominierungsveranstaltung zum deutschen Jugendliteraturpreis.
- Und natürlich ist diese Messe für mich als Autorin eine wunderbare Gelegenheit, mich mit anderen Autoren zu treffen.

Eigentlich beschliesse ich jeweils schon auf der Hinfahrt nach Leipzig, mir das NIE WIEDER anzutun, weil die Anreise einfach zu weit ist. Sogar auf der Rückfahrt, die ich mit einem Füllhorn voller schöner Erinnerungen antrete, kommt ziemlich schnell der Moment, an dem ich denke: NIE WIEDER. Jetzt bin ich ca. 18 Stunden zu Hause. Und es steht fest: Bis zum nächsten Jahr, Leipzig! Ich komme wieder.

Eine kurze Vorankündigung: In Teil 2 stelle ich den Leipziger Lesekompass vor.

Dienstag, 13. März 2012

(Beinahe) bereit

Morgen fliege ich nach Leipzig (die Fahrt vom letzten Jahr mit dem Nachtzug hat mich nicht überzeugt). Online eingecheckt. Koffer beinahe gepackt. Technisches Gerät noch nicht ganz reisebereit, aber immerhin Adapter eingepackt. Wie immer das Gefühl, bestimmt etwas vergessen zu haben. Ich mag Vorabende vor Reisen nicht. Aber auf die Begegnungen an der Messe freue ich mich.

Arbeit an der Webseite

Ich arbeite momentan an meinen Bücherwebseiten. Blackout, Schlechte Karten, Das Projekt, Starkstrom und Freerunning hatten ja schon eine. Nun habe ich die Seite für Freerunning in Einklang gebracht mit den anderen und für Mordsangst eine neue erstellt. Ich hätte die beiden Seiten gerne analog zu den anderen gemacht, aber leider ändert Blogger immer mal wieder die Vorlagendesigns. So sind die zwei Seiten etwas anders gestaltet, aber vom Inhalt her dafür gleich aufgebaut. Es gibt eine Inhaltsangabe, eine Leseprobe und die Möglichkeit, Fragen zum Buch zu stellen. Zu dead.end.com gibt es eine Facebook-Seite. An einer Blogger-Seite für dead.end.com arbeite ich - der Vollständigkeit auf meiner eigenen Seite halber - gerade. Als nächstes steht dann die Linkliste auf dem Programm.

Montag, 12. März 2012

Virtuelle Begegnungen

Meine Erlebnisse mit der Bahn haben zu einem Schriftwechsel geführt, in dem sich der nette Herr vom Kundendienst und ich, die nicht immer zufriedene, und schon gar nicht immer pflegeleichte Reisende, in einem Dialog angenähert haben.

Dann gibt es aber auch die virtuellen Begegnungen, die ich weder gesucht noch gewollt habe. Als Facebook-Tiefflieger blieb ich bis jetzt unter dem Radar vieler User. Irgendwie muss ich am Wochenende etwas zu hoch geflogen sein, denn man hat mich entdeckt und gleich zwei Gruppen beigefügt. Ohne mich zu fragen. Das hat mich dann doch sehr befremdet. Ich gehe ja auch nicht hin, und schleppe jemanden vom Wohnzimmersofa in einen politischen Vortrag, informiere ihn so nebenbei, dass ich ihn auch gleich als Mitglied bei dieser politischen Gruppe eingetragen habe und dass es ihm bestimmt ganz toll gefallen wird. Ach ja, und wenn es ihm nicht gefällt, kann er ja austreten.

Ich mag die (Kontakt)Möglichkeiten, die das Internet bietet. Viele Menschen sind leichter zu finden und leichter zu erreichen. Oft entstehen virtuelle oder auch ganz reale Freundschaften. Mittlerweile haben wir uns jedoch so sehr an die virtuelle Welt gewöhnt, dass wir darin Dinge tun, die uns im realen Leben in 1000 Jahren nicht einfallen würden. Vielleicht sollten wir bei Gelegenheit mal wieder ein paar Dinge hinterfragen.

Samstag, 10. März 2012

Der Zeigefinger des Schicksals ...

... zeigt immer noch auf mich, meine Beziehung zum Gott aller öffentlichen Verkehrsmittel scheint massiv unter einer Störung zu leiden.

Dabei begann alles so gut. Meine letzten beiden Reisen durch die halbe Schweiz verliefen problemlos. Ich schöpfte Hoffnung. Und auch der gestrige Tag begann bestens: Bis nach Zürich waren wir (die SBB und ich) genau im Plan. In Zürich stieg ich in den Zug in Richtung Basel um. Kurz nach der Abfahrt eine erste Durchsage:

"... bitte nach vorne kommen, mit der Lok stimmt etwas nicht."

Wir rottelten über die Schienen und Weichen und blieben danach konstant langsam. Die zweite Durchsage bestätigte die Ahnung, dass diese Reise nicht so laufen würde, wie sie sollte:

"Unsere Lokomotive ist defekt. Wir können deshalb nur langsam fahren."

Das taten wir dann. Weshalb die dritte Durchsage lautete:

"Wir treffen mit sieben Minuten Verspätung in Baden ein."

Es war Zeit, nach dem Ausdruck zu suchen, auf dem ich die Mobiltelefonnummer meines Kontaktlehrers; Herrn Lachat, notiert hatte. Nur, was sollte ich ihm sagen? Ich wusste bloss, dass wir bis zur ersten Station schon mal sieben Minuten Rückstand hatten. Also wartete ich, in der Hoffnung, bald etwas mehr zu erfahren. Erfahren tat ich nichts, statt dessen fuhren wir. Bei der nächsten Station hielt der Zug ohne einen Hinweis auf irgendeine Verspätung an und fuhr auch so wieder ab. Ich entschied, Herrn Lachat anzurufen und ihn vorzuwarnen, dass ich meinen Anschluss in Rheinfelden wohl verpassen würde, aber leider nicht mehr sagen könne, da ich nicht mehr Infos hätte. Wir entschieden, dass mich Herr Lachat in Stein am Bahnhof abholen würde.

Ich wartete. Überlegte, ob ich irgendwo bei der SBB anrufen und um mehr Infos bitten solle. Dachte zum ersten Mal in meinem Leben darüber nach, ob ein Smartphone vielleicht halt doch die beste Lösung für mich wäre. Einfach so, aus Notfallgründen, damit ich wenigstens virtuell mit der Welt verbunden wäre und allenfalls etwas erfahren könnte. Der Gedanke machte mich nicht unbedingt glücklich (ich will kein Smartphone!).

Dann kam die Rettung in Form von zwei (sehr netten!!!) Zugbegleitern. Sie bestätigten mir, was ich wusste: Nämlich, dass ich meine Anschlüsse mit ziemlicher Sicherheit verpassen würde. Dass die Verspätung zwischen sieben und elf Minuten betragen würde und ich - vorausgesetzt, die Lokomotive würde nicht irgendwo unterwegs ihren Geist aufgeben - mit ca. zehn Minuten Verspätung in Stein eintreffen würde.

Ich brachte dann noch mein Anliegen vor, dass sie doch bitte über Lautsprecher über den Stand der Dinge informieren sollten und traf damit einen Nerv. Der zuständige Begleiter erklärte mir, er sei seit der Abfahrt in Zürich mehr oder weniger nur am Telefonieren. Das verstand sogar ich. Nur: Es hilft mir als Reisende nicht wirklich weiter.

Fazit: Herr Lachat, der mich abholte, war nicht nur wunderbar flexibel, sondern auch wunderbar nett. Die Zugbegleiter ebenfalls. Die Lesung begann pünktlich. Und Herr Gartmann vom Kundendienst Region Graubünden-Walensee der SBB bekommt von mir (nette) Post, die er wohl lieber nicht bekommen würde.

Donnerstag, 8. März 2012

Momentaufnahme

Die Druckfahnen sind weg.
Die meisten wichtigen Mails geschrieben, ein paar noch nicht.
Bei einer Crowdfunding-Aktion mitgemacht.
Eine neue Möglichkeit zu leben begonnen.
Über das Leben nachgedacht.
Zum Beispiel darüber, dass ich mir als junge Frau selber eine Postkarte geschrieben habe, die mich immer daran erinnern sollte, wer ich einmal war und wie ich leben wollte.
Von einer jungen Frau an diese Postkarte erinnert worden.
Und von meiner Tochter das da gezeigt bekommen (womit sich der Kreis schliesst):

Für Untentschlossene - ein paar letzte Worte zur Buchpreisbindung

Am Wochenende stimmen wir über die Wiedereinführung der Buchpreisbindung ab. Leider, leider habe ich den Blog vom Mostinder erst heute entdeckt. Er hat eine ganze Serie mit neun Beiträgen zur Buchpreisbindung geschrieben. Mein Lesetipp für Unentschlossene!

Mittwoch, 7. März 2012

Unter die Haut und ins Herz

Manchmal werde ich gefragt, was für mich ein wirklich gutes Buch ist. Die Antwort ist einfach: Ein wirklich gutes Buch geht unter die Haut und ins Herz und hinterlässt dort Spuren. In den letzten Wochen ist mir das gleich mit drei Büchern passiert:

Memory Error von T.A. Wegberg
Tschick von Wolfgang Herrndorf
Pampa Blues von Rolf Lappert

Jedes auf seine Weise. Die Frage: "Wer bin ich in der Zeit, in der ich nicht weiss, wer ich bin?" des jugendlichen Protagonisten Jordan in Memory Error wird mich für immer verfolgen. Ich werde nie mehr ein Schwein sehen, ohne an Maik und Tschick zu denken. Und ich werde wohl die Sehnsucht nach einer Erzählsprache, wie Lappert sie hat, für immer in mir tragen (angefixt hat er mich ja schon mit Nach Hause schwimmen).

Dann habe ich diese Woche Paula kennengelernt. Paula ist eine Schülerin in Möhlin. Sie war an meiner Lesung und hat mir danach geschrieben und mir den Link zu ihrem Blog geschickt. Ich mache es kurz: Paula hat mich umgehauen. Aus vielen Gründen. Einer ist der Name ihres Blogs. Einer ist die Art, wie sie ihn gestaltet. Einer sind ihre Fotos. Aber der grösste sind ihre Texte. Wenn ihr dem Link zu ihrem Blog folgt, geht in ihre Blogroll, klickt auf "Written" und lest euch durch ihre Texte. Ihre "Augenblicke" sind genau das, was für mich ein wirklich guter Text ist: Sie gingen direkt (und schmerzhaft) unter die Haut und ins Herz. Ich möchte noch viel mehr von Paula lesen. Sehr viel mehr.

Samstag, 3. März 2012

Buch Nummer 10 - mein "Crazy Project"!

Gestern sass ich draussen an der Frühlingssonne und schrieb einen Text über Lesetouren. Dazwischen schaute ich mir immer wieder die Welt an, den klaren Himmel, die schneebedeckten Berge, den Garten, in dem sich die ersten Krokusse zeigen, die Katze, die irgendetwas hinterherjagte, um sich danach in der Sonne auszustrecken und zusammen mit mir blinzelnd in die Welt zu schauen. Irgendwann in dieser totalen Zufriedenheit fiel mir ein, dass das nächste Buch, das ich schreiben werde, mein zehntes sein wird. "So viele schon", dachte ich. Was mich besonders freut: Es ist das "Crazy Project", ein Herzblutprojekt von mir. Wie alles angefangen hat, habe ich am 30.Dezember 2010 gebloggt:

"Vor Weihnachten habe ich mir ein neues Notizbuch gekauft. Schwarz, mit Totenkopf und der Aufschrift: I'm in Hell. Über die Festtage habe ich das Bücherregal neu geordnet. Dabei sind mir auch die Lee Child Bücher in die Hände gefallen und ich habe gedacht: Au ja, wieder einmal einen Jack Reacher Roman lesen, das wär's. Wenn ihr die Romanfigur Jack Reacher nicht kennt: Ein cooler, rastloser, harter und hartgesottener Einzelgänger, der haarsträubende Geschichten er- und überlebt, in denen er durch die Hölle und zurück geht.

Mein Unterbewusstsein hat das leere Notizbuch, die Hölle und Jack Reacher durcheinandergewirbelt. Das Resultat hat es mir als Bilder durch den Kopf gejagt. Und das Schicksal hat mir dann vor zwei Tagen den 20 Rappen Typen über den Weg geschickt (der Kerl sah aus wie eine Romanfigur - meine Romanfigur). An jenem Abend habe ich den Anfang des CrazyProjects geschrieben. Ihr dürft jetzt gerne raten, was für eine Art Geschichte mir da im Kopf herumtrudelt :-)"

Aus der Idee wurde ein Exposé, dann eine Leseprobe. Dann lange nichts, weil ich gleichzeitig an einer Serienidee gearbeitet habe, in die ich das "Crazy Projekt" irgendwann integriert habe. Als mein Verlag nach einem Thriller fragte, wollte ich eine neue Idee anbieten, aber dann rief irgendwas in mir drin ganz laut: "Biete auch das "Crazy Project" an!" Das habe ich gemacht. Seit Donnerstag weiss ich, dass dieses Buch mein Buch Nummer 10 wird.

"Das Leben ist schon verrückt", dachte ich da draussen an der Frühlingssonne. Voller Irgendwanns und Irgendwas. Und irgendann und irgendwo fügt sich das Irgendwas zu genau dem zusammen, das für einen perfekt ist.

Die Katze blinzelte, ich klappte den Laptop zu und las im Pampa Blues weiter. Was für ein Buch!

Freitag, 2. März 2012

Fragen 17 bis 19 - von Gitarren und dem nächsten Buch


So eine:


Eine Gibson Les Paul. Weil sie hart genug klingt für den Hardrock und gleichzeitig auch sehr, sehr weich klingen kann. Und weil sie einfach wunderschön ist :-)


Das darf ich noch nicht verraten. So viel schon mal vorneweg: Es bekommt ein gigantisch gutes Cover (das ich natürlich auch noch nicht zeigen darf).


17 und 19. Viel wichtiger ist: Ich finde beide total prima und ich habe beide total gern.

Donnerstag, 1. März 2012

Fertig mit der Rumdrückerei - Frage 16 von 81


Ich habe mich gedrückt. Und gedrückt. Und gedrückt. Vor dieser Frage. Weil ich sie nicht so beantworten kann, dass auch nur annähernd irgendjemand mit der Antwort zufrieden wäre. Nun, es bleibt mir nichts anderes übrig, als damit zu leben, euch eine völlig unbefriedigende Antwort zu geben:

Das ist bei jedem Buch verschieden.

So, und damit hätte ich sie hinter mich gebracht, die Frage 16. Vor mir liegt Frage 17. Die ist einfacher zu beantworten. Ich muss nur noch ein Foto machen. Dann kommt die Antwort.