Heute Morgen bin ich einmal mehr über das Wort Binface gestolpert und wollte es endlich genau wissen, denn ich wusste bisher nur, dass dieser/dieses Binface irgendwas mit der Wahl von Nigel Farage in England zu tun hat. Bevor ihr euch hier ausklinkt, weil ihr euch weder mit Wahlen noch mit einem Windhundpolitiker erster Güte auseinandersetzen wollt: Tut es nicht! Binface ist ein Entdecken wert.
Um genau zu sein: Das Wesen, das aussieht wie ein Astronaut, einfach mit einem sehr stylischen und zum Outfit passenden Mülleimer (bin) auf dem Kopf, hat einen Titel, es nennt sich Count Binface. Unter dem Mülleimer und dem coolen Outfit steckt der britische Schriftsteller und Komödiant Jonathan David Harvey. Der selbsternannte unabhängige Weltraumkrieger nimmt immer wieder mit einem verrückt-abstrusen Wahlprogramm an Wahlen teil, bisher mit sehr bescheidenem Erfolg.
Diesmal ist es anders. Und jetzt komme ich zu Nigel Farage, dem rechtspopulistischen Politiker, der wie kaum ein anderer für den Brexit kämpfte, sich danach ziemlich unvornehm vor sämtlicher Verantwortung drückte, um 2024 zu erklären, der Brexit sei gescheitert. Natürlich wusste er auch genau warum - schuld waren alle anderen, er sicher nicht, aber er komme jetzt aus seinem Ruhestand in die Politik zurück und werde das richten. Blöderweise für ihn ist er über einen epischen Spendenskandal gestolpert; worauf er zurückgetreten ist, mit der Ankündigung, er werde sich dem Volk sogleich in Wahlen stellen, um danach, grandios gewählt, politisch bis an die Spitze durchmarschieren. Das alles im Bewusstsein, dass sich in seinem Wahlkreis so kurzfristig keine Kandidat:innen finden werden, die gegen ihn antreten wollen oder können.
Und dann kam Count Binface und warf ihm den Fehdehandschuh, respektive den Eimer vor die Füsse. Eine Comicfigur mit einem Nonsens-Wahlprogramm. Man stelle sich das vor: Da will einer, den ganz viele nicht mögen, unbedingt an die Spitze, legt dafür einen Wahlstunt hin, der ein kleiner aber ziemlich teurer Witz ist, und dann kommt so ein Weltraum-Mülleimermann und fordert ihn heraus. Die Chancen, dass Count Binface gewinnt, sind klein. Aber jedes Prozent Wählerstimmen, das an ihn geht, lässt den grossspurigen Farage ziemlich alt aussehen, denn jede Stimme, die an Binface geht, bedeutet: lieber ein Mülleimer als ein Rechtspopulist ohne Rückgrat. Also, ich wüsste, wen ich auf meinen Wahlzettel schreiben würde. Alles Gute, Binface. Mögest du viele Stimmen für dich gewinnen. Ein Vorbild für skurril-kreativen Widerstand bist du jetzt schon.






