Mittwoch, 30. Dezember 2015

Lernprozesse

Mein erstes eBook Regenbogenwolken ist offiziell bei verschiedenen Online-Anbietern erhältlich. Ich habe darüber gestaunt, wie einfach es war, den Text bei BoD hochzuladen und zu formatieren - und wie schnell das eBook dann erhältlich war (beim schnellsten Anbieter innerhalb weniger Stunden). Was ich aus diesem eBook-Testlauf gelernt habe: Der Preiswildwuchs von Büchern in der Schweiz treibt seltsame Blüten. So gibt es einen Online-Anbieter, der mein eBook sogar billiger verkauft als die deutschen Anbieter. Aufgrund dieser Erkenntnis habe ich mir die Preisgestaltung der Abhauen ist was für Feiglinge Printversion noch einmal genauer angeschaut.

Weniger einfach stellte sich das Setzen des Textes für Abhauen ist was für Feiglinge heraus. Ich musste - dem schöneren, flüssigeren - Satz zuliebe den Text an einigen Stellen anpassen. Nun sitzt mir die Angst im Nacken, Fehler eingebaut zu haben. Was ich daraus gelernt habe: Das nächste Mal geht der Text erst zur Korrekturleserin, wenn er fertig gesetzt ist.

Das Hochladen des Texts hat mich nebst Zeit auch ziemlich Nerven gekostet. Irgendeine Einstellung meines Browsers/meines Anti-Virenprogramms oder weiss der Kuckuck was sonst hat das einfache Hochladen mit easyPrint (dem total einfachen Programm von BoD, mit dem ich das eBook gemacht habe) geblockt. Zum Glück verfügt BoD über einen ausgezeichneten Kundenservice. Ich kann nun den Satz in der Druckvorschau anschauen und ein letztes Mal checken.

Auch in Sachen Verlag lerne ich jeden Tag dazu. Auf der pragmatischen Seite steht das Räumen des Dachbodens - um Lagerplatz für die neuen Projekte zu schaffen.

Einer der schönsten Nebenaffekte in all diesen Lernprozessen: Ich habe ganz viele neue Funktionen meines PCs kennengelernt. Und mein Computer hängt sich jetzt nicht mehr auf, wenn ich die Digicam anschliesse.

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Meine Fragen zum Tag

Weil ich blöderweise wieder einmal Leserkommentare auf 20min. gelesen habe (sollte man seiner geistigen Gesundheit zuliebe ja gar nicht tun), hier meine Fragen zum Tag:

- Wie kann man in aller Härte für die Durchsetzungsinitive einstehen und gleichzeitig HDC Fans für das - illegale - Bemalen einer Brücke bejubeln als wären sie die grössten "Sibasiacha"?
- Sind illegale Aktionen von Fans eines Schweizer Clubs Kavaliersdelikte, während die gleiche Aktion von Ausländern ausgeführt ein Grund zur Ausweisung aus der Schweiz wäre?
- Was, wenn unter den Anstreichern der Brücke Ausländer/Secondos waren? Müssen wir diese dann ausschaffen, während die Einheimischen den uneingeschränkten Jubel der Befürworter dieser Aktion entgegennehmen dürfen?


Leute, ich kann grad überhaupt nicht nachvollziehen, was da in unserem Land abgeht. Aber eins weiss ich: Das macht mir Angst - und zwar nicht wenig.

Donnerstag, 17. Dezember 2015

"Buy local" ist keine Einbahnstrasse ...

... Die Gegenfahrbahn heisst: "Sell local."

Weil ich aber - wieder einmal - die Einbahnstrassenerfahrung mache, wird es jetzt ein bisschen heftig (und lang) hier. Deshalb erst einmal eine Ausschlussklausel:

Der nachfolgende Text richtet sich ausdrücklich NICHT an Schweizer Buchhandlungen, die meine Bücher an Lager haben. Denen schicke ich einen virtuellen Blumenstrauss und bedanke mich recht herzlich.

An wen sich dieser Text richtet: Schweizer Buchhandlungen, die meine (und andere Bücher von Schweizer Jugendbuchautoren) nicht oder kaum an Lager haben.

"Buy local", kauft lokal, berücksichtigt die einheimischen Geschäfte. Das gilt nicht zuletzt für Buchhandlungen, sind sie doch einem ziemlich rauen Wind ausgesetzt. Auch ich antworte seit Jahren auf die Frage, wo man meine Bücher kaufen kann: "Im lokalen Buchladen." Und füge an: "Das ist wichtig. Wenn wir das nicht tun, wird es sie irgendwann nicht mehr geben."
 Ich weiss aus Erfahrung, dass sehr viele Buchläden meine Bücher nicht im Sortiment haben. Deshalb schiebe ich bei Lesungen eine weitere Ergänzung nach: "Es ist möglich, dass die Buchhandlung das Buch zuerst bestellen muss. Wenn ihr vorher anruft oder eine Mail mit der Bestellung schickt, müsst ihr nur einmal hin."

Nun habe ich - in nicht mehr ganz jugendlichem Übermut - mal online ein paar Schweizer Buchläden auf die Verfügbarkeit meiner Bücher getestet. So vor Weihnachten wäre es ja schön, wenn die Bücher der heimischen Autorin auch in den heimischen Läden verfügbar wären. Es ist bei diesem Check bei sehr vielen Filialen beim Konjunktiv geblieben. Beim "wäre schön".

Während andere Länder ihre Autoren feiern und stolz auf sie sind, scheint das Schweizer Jugendbuch in Schweizer Buchläden nicht viel wert zu sein. Würde ich für Erwachsene schreiben, brächte ich es vielleicht bis zum Regal "Schweizer Autoren". Aber irgendwie scheinen die Jugendbuchautoren nicht in dieses Regal zu gehören. Und auch in kein anderes wirklich zu passen. Womit wir dann halt nicht im Sortiment sind.

Okay. Dann halt. So was nennt sich freie Marktwirtschaft, das Argument ist "Angebot und Nachfrage". Aber es ist so. Dieses "Buy local" Dingens ist keine Einbahnstrasse. Die Gegenfahrbahn heisst "Sell local." Jedes Mal, wenn ich aus Schweizer Buchläden rauslaufe, die meine Bücher nicht haben, überlege ich mir, das nächste Mal bei der Lesung eine andere Antwort zu geben als die übliche. Nämlich die Autobahnantwort: "Bei Amazon." Ich habe es bis jetzt nicht gemacht. Weil es eben auch die anderen Buchläden gibt. Jene, die mich und andere Schweizer Jugendbuchautoren im Sortiment führen. Aber wenn ich so an meine Checks und Buchhandlungsbesuche denke, ist es bis zur Autobahn nicht mehr weit.

PS: Ich bin Anfang nächstes Jahr im Kanton Zürich unterwegs. 40 Lesungen bei Jugendlichen, von denen bestimmt ein paar wieder fragen werden: "Sie, wo gitt's iihri Büecher?" Ich würde extrem gerne sagen: "Im lokalen Buchladen" und dabei zumindest denken können "möglich wär's ja".

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Leben aus dem Vollen

Ich arbeite heftig an den "Regenbogenwolken". Dank hilfreicher Rückmeldungen zur Schreibweise von Wörtern mit einem Doppel-s auf FB konnte ich den Text nun provisorisch hochladen. Im Augenblick setze ich ihn. Und merke, dass alles viel langsamer geht, als ich mir das gedacht habe. Aber so langsam taste ich mich Schritt für Schritt näher an das Endprodukt heran. Dasselbe gilt für "Abhauen ist was für Feiglinge".

Heute Nachmittag ist jedoch erst einmal Lektoratsarbeit am Text von Tom Zai angesagt. Ich denke, dass ich bis um Abend fertig bin.

Und nicht zuletzt ist da die irre Adventsgeschichte, die ich für Zambo schreibe. Auch die will ein Stück vorangetrieben werden.

Erst einmal gehe ich jedoch in den Gitarrenunterricht. Auf der Liste:
- Children of the sea (Black Sabbath)
- What it's like (Everlast)
- Heart full of Pride (Perkele)
- Sultans of Swing (Dire Straits)

Und damit ihr auch etwas davon habt: Children of the sea. Hört euch diese Gitarren an!!!

Sonntag, 13. Dezember 2015

"Warum kennt man Sie nicht?"

Auch nach all den Jahren mit unzähligen Lesungen gibt es immer noch Fragen, die ich zum ersten Mal höre. Letzte Woche zum Beispiel diese da: "Warum kennt man Sie nicht?" Die Schülerin hat die Frage etwas provokanter formuliert - wahrscheinlich wollte sie meine Toleranzgrenze testen. Ich hätte das Mädchen mit einer einzigen gezielten Gegenfrage blossstellen können ("Kannst du mir drei Autoren nennen, die du kennst?"), aber ich wollte nicht. Weil die Frage nämlich einen Nerv trifft, der immer mal wieder zu glühen beginnt. Nicht nur bei mir.

Meine Antwort war zu wenig treffsicher - aber treffsicher genug, denn die Jugendlichen haben gelacht (und verstanden, was ich sagen wollte). Mittlerweile kenne ich die etwas ausgefeiltere Antwort, die ich nächstes Mal geben werde:

Weil ich nie bei "Bachelor"/"Big Brother"/"Frauentausch" mitgemacht habe. Weil ich zu alt, zu dick und zu wenig schön bin, um Miss Schweiz zu werden. Weil ich nicht als Wetterfee auf dem Dach des Fernsehstudios die Welt mit Füllwörtern zumülle. Weil ich mich nicht nackt ausziehe, um dann Eier aus meiner Vagina zu quetschen (damit wäre ich ganz offiziell "Nacktkünstlerin" und hätte Dauerpräsenz in den Medien). Und weil ich es nicht einmal geschafft habe, einen Millionär/Fussballstar zu heiraten, um mich danach halbnackt auf einem Bett räkelnd der Welt zu präsentieren.

Ich bin bloss eine olle Schriftstellerin. Und dann erst noch im Jugendbuchbereich. Damit kann man bei uns in der Schweiz kein Blumensträusschen gewinnen - nicht einmal, wenn man einen Preis für ein Buch gewinnt. Aber lesen sollen sie dann, unsere Jugendlichen, gell? Wenn sie es nicht tun, macht die Presse ein Riesentrara darum. Und fragt nach den Gründen. Schuld sind dann das Smartphone, die Social Media, die Schule, allenfalls noch das "bildungsferne Elternhaus".

Es ist so, liebe Medien: Wenn das Kinder- und Jugendbuch nicht dort stattfindet, wo gemäss Jugendlichen die coolen Leute sind - also bei euch - dann ist es auch nichts wert. In diesem Sinne empfehle ich euch den Promiartikel des Tages (samt Ex-Miss Schweiz, Ex-Bachelor, Millionärsgattin - leider, leider fehlt die Nacktkünstlerin).

Samstag, 12. Dezember 2015

Experimente

Der vertragslose Zustand tut mir unendlich gut. Ich bin motivierter und kreativer denn je. Beim Formatieren und Setzen von "Abhauen ist was für Feiglinge" hatte ich plötzlich die Idee, ich könnte doch eine meiner Kurzgeschichten als eBook herausgeben. So als Testlauf. Um herauszufinden, wie's geht. Dazu brauche ich ein Cover.

Mir ist eingefallen, wie Frau Tochter und ich kürzlich ihre alten Fotodatein durchgegangen sind und dabei ziemlich lange an einem bestimmten Bild hängen geblieben sind. Ein Bild mit einer ungeheuren Sogwirkung. Das perfekte Bild für das Cover von "Regenbogenwolken". Weil es inhaltlich und von der Stimmung her total passt. Ich habe ein wenig damit experimentiert - und finde das Resultat total schön. Nun muss ich nur noch gucken, ob ich das Cover in einer besseren Auflösung hinbekomme. Sollte eigentlich möglich sein.

Beim Spazieren heute Morgen ist mir dann noch eingefallen, dass ich den Text - der ursprünglich in "Mord in Switzerland" erschienen ist - für den deutschen Markt anpassen muss. Will heissen: Ich muss die Doppel-S durch dieses Schnörkel-S ersetzen. Dann fehlt mir nur noch der Klappentext und die Geschichte kann online gehen.

Freitag, 11. Dezember 2015

Seitenwechsel

Ich habe die Seiten gewechselt. Als Verlegerin arbeite ich zum ersten Mal als Lektorin. Ganz neu ist diese Art der Textarbeit für mich nicht. Ich habe jahrelang in verschiedenen Schreibforen Texte anderer Autoren kommentiert. Dieses Analysieren und Kommentieren habe ich immer sehr gemocht und daraus auch eine Menge übers Schreiben gelernt. Lektorieren ist eine intensive Auseinandersetzung mit einem Text - man darf darin nicht seinen eigenen Stil suchen, schon gar nicht seine eigenen Ideen verwirklichen oder durchdrücken wollen, sondern den Stil des Autors verinnerlichen und dann den Finger auf die Stellen legen, die noch nicht ganz rund oder schlüssig sind.

Petra Ivanov hat mir den Einstieg in die Lektoratsarbeit leicht gemacht. Mit einem Text, der hautnah an den Jugendlichen dran ist. Der schon auf den ersten Zeilen packt und den Leser buchstäblich auf einen Höllentripp mitnimmt. Ohne Chance auf ein Abbremsen oder Anhalten. Ein Adrenalinschub pur. Atemlos, nervenzerreibend und in seiner Konsequenz extrem beklemmend. Ein Text, der unter die Haut und mitten ins Herz geht. Mehr kann man sich nicht wünschen.

Erscheinungstermin ist der Herbst 2016. Bis dahin müsst ihr euch gedulden. Oder in der Zwischenzeit das eine oder andere Buch von Petra Ivanov lesen. Zum Beispiel das da.

Samstag, 5. Dezember 2015

Alles in der Hand, aber nicht alles im Griff

Gestern wurde es ernst. Ich habe "Abhauen ist was für Feiglinge" bei BoD angemeldet und dann mit dem Satz begonnen. Was heisst, dass ich ein paar Stunden lang serifenlose Schriften suchte, bis ich eine kostenlose Schrift fand, die passte und mir gefiel. Dann hatte ich zwei Probleme: Die Anzahl der Zeilen war nicht auf allen Seiten gleich und ich konnte die Silbentrennung nicht finden. Beides entdeckte ich nach nervendem Suchen unter "Absatz". Ich musste die automatische Verknüpfung von Absätzen aufgeben - und stiess dabei auf die Silbentrennung (Word versteckt diese Funktion unter "Absatz" - wo ist da die Logik???). Als dann der Drucker auch noch streikte, wurde es eine Weile laut (nicht nur, weil das Gerät quietschte und ächzte und trotzdem nicht druckte). 

Alles überwunden. Jetzt mache ich das, was ich auch mache, wenn der Verlag die Druckfahnen schickt: Ich kürze/ergänze Zeilen. Ob all dem Vergraben in das SP Projekt habe ich glatt alle anderen Arbeiten liegen lassen. Dabei wollte ich sie mir so schön aufteilen. Das Gute an der Sache: Es macht trotz all dem Geknorze einen riesigen Spass, weil ich neue Sachen entdecke - und weil ich alles in der Hand habe (nicht im Griff, aber in der Hand). Und wenn ich mich beschweren will, bleibt ja immer noch das Beschwerdebüro:

Freitag, 4. Dezember 2015

Was tut die eigentlich? - ein Update

Die gähnende Leere hier im Blog täuscht. Mein Leben brummt und summt.

Vom 26. Oktober bis zum 1. Dezember war ich unterwegs. 57 Lesungen wurden es schliesslich. Da bleibt wenig Zeit für andere Dinge.

Trotzdem habe ich:
- Ein Buch abgegeben, es aus dem Lektorat zurückbekommen, überarbeitet und wieder abgegeben.
- Zwischendurch Bücher gelesen (als Jurymitglied der Hansjörg-Martin-Preis Jury).
- Eine Kurzgeschichte geschrieben für Band 2 von "Mord in Switzerland".
- Mein Self Publishing vorangetrieben (SEHR langsam).
- Jede Menge Büroarbeiten erledigt.
- Ganz viele Pläne geschmiedet.

Diese Pläne setze ich nun um. Ich lektoriere den ersten Text für unseren neuen Verlag. Danach kommt der zweite. Generell steht die nächsten paar Monate der Verlag an erster Stelle. Da wartet eine Menge Arbeit! Auch das Self Publishing verfolge ich weiter - so gut es mein Zeitplan zulässt. Und dann wartet da noch eine Adventsgeschichte auf mich. Fürs Radio.

Ausserdem auf der Liste: Zwei Buchtrailer ... keine Ahnung wann. Und auch gerade keine Ahnung wie. Mein Computer zickt. Er mag meine Digicam nicht - und ich habe keine Zeit für eine Reparatur.

Ihr seht, es läuft enorm viel. Vielleicht ist es deshalb hier im Blog manchmal (zu) ruhig. 

Mittwoch, 11. November 2015

AUTILLUS am ABRAXAS

GASTBEITRAG VON AUTILLUS
(verfasst von Karin Bachmann / Fotos Karin Bachmann)

AUTILLUS (Verein Kinder- und Jugendbuchschaffende Schweiz) war auch beim 6. ABRAXAS Kinder- und Jugendliteraturfestival mit einem Stand dabei. Der war diesmal vor Zugluft geschützt direkt vor der Raben-Bar positioniert. Wer sich verpflegen wollte, konnte AUTILLUS nicht übersehen.

Alice Gabathuler und ihr Team Bettina Bellmond, Claudia Lietha und Karin Bachmann beantworteten Fragen, halfen bei den Wettbewerbsfragen und lieferten Hintergrundinformationen zu den einzelnen Werken und ihren Schaffern.

Die Wettbewerbsfrage hat die Köpfe zum Rauchen gebracht, und zwang das Publikum auf sanfte Weise, sich mit der Mitgliederliste auseinanderzusetzen. Dafür durfte man in den Büchern schmökern, stöbern, und dann das Werk seiner Wahl auf den Wettbewerbszettel schreiben.

Eine Zahl und ein Name ergaben die Lösung. Wir wollten wissen, welchen Geburtstag AUTILLUS nächstes Jahr feiert, und man musste auf der AUTILLUS-Mitgliederliste einen Namen suchen, der mit dem gleichen Buchstaben beginnt wie der Vor- oder der Familienname des Teilnehmers.

Der Wettbewerb fand reges Interesse. Wir durften nach dem Festival 15 Gewinner auslosen, denen ihr Wunschbuch in den nächsten Tagen zugesandt wird.

Am Stand besuchten uns auch mehrere AUTILLUS-Mitglieder: Katja Alves, Claudia De Weck, Diego Balli, Jacqueline Kauer, Marbeth Reif, Corinne Schroff und Max Huwyler. Der Austausch war wie immer äusserst anregend. Das Stand-Team fand aber auch Zeit, um im Turnus diverse Lesungen und Anlässe zu besuchen.










Samstag, 31. Oktober 2015

Zwischen zwei Lesetourwochen

Hinter mir liegt eine fantastisch schöne erste Lesewoche im Kanton Uri. Darüber schreiben konnte ich hier nichts, weil sich mein Uraltlaptop - wie vermutet - an den Social Media die Zähne ausgebissen hat.

Übers Wochenende bin ich zuhause. Im Moment stelle ich die Pakete für die Gewinnerinnen der Red Rage Verlosung zusammen. Für alle, die leer ausgegangen sind: Augen aufhalten! Saskia aus Saskia's Bücherwelt hat mich interviewt und verlost noch einmal ein Red Rage Paket ... irgendwann im November.

Während ich unterwegs war, gab's gute Nachrichten: Ich darf auch nächstes Jahr wieder an der "Buch am Bach" lesen!

Hier der Blick aus meinem Hotelzimmer in Altdorf:

Sonntag, 25. Oktober 2015

Ab auf Lesetour

In rund zwei Stunden steige ich in den Zug und mache mich auf zur ersten grossen Lesetour dieses Herbsts. Ich bin zwei Wochen im Kanton Uri unterwegs, danach habe ich eine Woche (fast) Pause und dann geht's für zwei Wochen in den Kanton Luzern.

Für alle, die sich schon immer gefragt haben, was die Frau Autorin denn so im Rucksack mit sich trägt:
- eine Auswahl meiner Bücher
- ein Notizbuch für Ideen
- ein Tagebuch für persönliche Notizen
- Autogrammkarten
- Die Griffelschachtel mit Füllern und verschiedenen Stiften
- Eine Mappe voller Anschauungsmaterial (Manuskriptseiten, Korrekturfahnen, Cover usw.)
- Taschentücher (weil sich der Schnupfen mit Vorliebe während einer Lesetour anschleicht, dann, wenn man ihn überhaupt nicht brauchen kann)
- meinen Uraltlaptop, von mir liebevoll Handtaschenmaschinchen genannt. Das Blöde daran ist: Ich komme wohl ins Internet damit und kann Mails abrufen, aber bei den Social Media hängt er sich auf. Weshalb ich mich vorsichtshalber für eine Woche abmelde.


Eigentlich habe ich mir vor mehr als einem Monat einen neuen Laptop gekauft. Ich habe ihn auch brav eingeschaltet und geguckt, ob das Internet funktioniert. Tja, und dann hätte ich mir Word installieren sollen. Hätte. Hab ich nicht (weil ichs nicht mit dem Installieren habe und weil ich gewusst habe, dass ich das aufgeschaltete - grauslige - Virenschutzprogramm eh nicht selber von der Maschine wegbekomme). Weshalb der neue Laptop zuhause bleibt und ich den alten mitnehme. Hoffentlich nur noch diese Woche! Ich habe da jemanden, der das mit dem Entfernen von Unerwünschtem und dem Installieren von Brauchbarem übernommen hat.

Ach ja, ein kleiner Koffer ist auch dabei. Mit dem üblichen Zeug, das man so mitnimmt, wenn man eine Woche im Hotel schlafen wird. Samt Büchern zum Lesen!

Freitag, 23. Oktober 2015

Tolles Red Rage Paket zu gewinnen

Auf der Facebook-Webseite meines Verlags könnt ihr ein tolles Red Rage Paket gewinnen:

- 1 signiertes Red Rage Buch
- 1 CD zum Buch
- 1 Originalmanuskriptseite (mit meinen handschriftlichen Anmerkungen)
- 1 Originalseite aus dem Red Rage Notizbuch
- 1 Lost Souls Ltd. Poster
- 1 Autogrammkarte


Mitmachen könnt ihr hier (Kein Facebook? Dann fragt doch einen Kollegen oder eine Kollegin mit einem FB-Account!) 



Montag, 19. Oktober 2015

Montag, 19. Oktober. Neuanfang.

Montag, 19. Oktober. Neuanfang.

"Frei bleiben" war der Slogan, den uns die SVP mit ihrem Wahnsinns-Wahlbudget auf ziemlich allem, was man mit Geld kaufen kann, um die Ohren gehauen hat. Die Partei samt Slogan ist die grosse Wahlgewinnerin in der Schweiz.

Dem "Frei bleiben" der SVP setze ich mein eigenes "Frei bleiben" entgegen. Obwohl es dieselben Wörter sind, haben sie miteinander nichts zu tun. Meine Freiheit ist nicht die Freiheit, die sich die SVP vorstellt. Meine Werte, Ideale, Träume und Visionen sind andere. Es sind Werte, Ideale, Träume und Visionen, die in der Schweiz nicht gerade hoch im Kurs stehen. Ich bin mit ihnen nicht allein, aber scheinbar in der Minderheit.

Das gilt auch für meine Arbeit. Das Jugendbuch geht durch harte Zeiten. Wer Jugendbücher schreibt und seine Verkaufszahlen kennt, weiss das. Wenn ich dann noch lesen darf, was der Verlag, bei dem ich meine Jugendbücher geschrieben habe, dazu meint, dann fühle ich mich im Entscheid bekräftigt, auch hier frei zu bleiben.

"Bei Thienemann-Esslinger ein paar Meter weiter sagt Sprecherin Svea Unbehaun, sei die strategische Entscheidung der letzten Monate und Jahre, verstärkt auf den Kinderbuch- anstatt auf den Jugendbuchmarkt zu setzen. "Das hatte auch personelle Konsequenzen. Die Lektoren, die vorher verstärkt Jugendbücher betreut haben, kümmern sich nun in erster Linie um Kinderbücher."

Montag, 19. Oktober. Neuanfang. Das ist doch ein schöner Tagebucheintrag für einen Montag. Auf dem Tagebuch steht übrigens der Titel meines ersten Self Publishing Buchs. Irgendwie ist er mehr oder weniger über Nacht zu meinem Motto geworden: Abhauen ist was für Feiglinge. Das gilt für das Land, in dem ich lebe (ich bleibe noch) und mein Schreiben (ich werde weiterhin Jugendbücher schreiben - aber nur für Verlage, die 100% dazu stehen, und sonst lieber im Eigenverlag).

Montag, 19. Oktober.


Freitag, 16. Oktober 2015

Überrumpelt - Ich als Kiosk

Mittag. Das Telefon klingelt. Herr Ehemann geht ran. Klingt verwirrt. Hält mir den Hörer hin und sagt: "Für dich."

Ich: "Hallo?"
X: "Hier ist X."
Ich: "X - wer?"
X: "X. Ich muss bis nächsten Dienstag Ihr Buch Blue Blue Eyes lesen. Es sind aber Ferien und die Schule ist geschlossen. Könnten Sie mir ein paar Fragen beantworten?"
Ich (total überrumpelt): "Dafür bin ich nicht zuständig." (Was für eine dämliche Antwort. Was ich damit meine: Ich habe das Buch geschrieben, lesen musst du es selber.)
Ich: "Tut mir leid. Dann musst du es kaufen. Oder in der Bibliothek holen."

Nein, das war kein geistreiches Gespräch. Was mir danach durch den Kopf gegangen ist: Keine Lust, das Buch zu lesen. Hat eine Frageliste der Lehrerin und hätte die gerne beantwortet. Warum nicht einen Klassenkameraden fragen? Vielleicht, weil X der arme Kerl ist, dem man die Aufgabe aufgedrückt hat, die Autorin anzurufen. Gleich darauf die innere Schelte: Vielleicht ist der auch einfach verzweifelt und ich war keine grosse Hilfe. Nicht einmal besonders freundlich war ich. Weil ich mir ein wenig vorkam wie der Typ aus Polo Hofers Klassiker "Bini gopfridschtutz en Kiosk .." (Für meine deutschen Leser und Leserinnen: Bin ich heiterzementnochmal ein Kiosk ...?)

Etwas später dann noch ein paar Gedanken: Wenn er als Einziger dieses Buch lesen muss und wirklich verzweifelt ist, warum ruft er nicht seinen Lehrer an und erklärt ihm die Lage? Wenn er einfach das Buch nicht lesen will, weil es ihm nicht gefällt, warum steht er dafür nicht gerade und bietet seinem Lehrer einen Tausch an, so nach dem Motto: "Dieses Buch will ich nicht lesen, darf ich dafür ein anderes lesen?"

Wenn das nächste Mal jemand mit dieser oder einer ähnlichen Bitte anruft, werde ich all die Fragen stellen, die ich nicht gestellt habe, weil ich zu überrumpelt war. Je nach Ehrlichkeit des Anrufers könnte das ein tolles Telefonat werden. Vielleicht eröffne ich auch ein eigenes Auskunftsbüro, wo man alles fragen kann.

EDIT: Es ist nicht so, dass ich keine Fragen beantworte. Im Gegenteil. Zu den meisten meiner Bücher gibt es eine Spezialwebseite auf der man Fragen stellen kann, wenn man ein Referat oder eine Klassenarbeit halten/schreiben muss. Am meisten genutzt wird die zum Buch "Blackout", wo es so viele Fragen gab, dass ich eine zweite Frageseite aufschalten musste. Was ich allerdings nicht mache: Hausaufgaben für andere erledigen (das habe ich nicht einmal für meine Kinder gemacht).

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Die Lost Souls an der Buchmesse

Ich bin dieses Jahr zuhause geblieben. Aber meine Lost Souls sind an der Buchmesse. Danke, Jutta, für das Foto.


Dienstag, 13. Oktober 2015

Panikanfälle

Heute über den Mittag hatte ich kurzfristig einen kleinen Panikanfall. Weil ich im Moment mit mehreren Projekten jongliere und mir das passiert ist, was jedem Jongleur ab und zu passiert: Ich habe die Kontrolle über meine Bälle resp. die Projekte verloren. Genau zur richtigen Zeit rief Frau Tochter an und fragte: "Wie geht's?"
"Ich schiebe Panik."
"Warum?"
Ich erklärte, warum.
"Selber schuld", meinte sie (und ich weiss, wie sie in jenem Augenblick geguckt hat - so wie auf dem Foto).
Wo sie recht hat, hat sie recht. Nur hilft das nicht.
"Fang mit den Texten an", hat sie gemeint. "Den Rest kannst du erledigen, wenn du auf Lesetour bist."
Das klang nach einem guten Plan. Leon würde sagen, nach einem Plan A. Weshalb ich mit dem dringendsten Text angefangen habe.
Danke, Frau Tochter!
PS: Ich liebe dich.


Mittwoch, 16. September 2015

Tubel Trophy

Heute wieder einmal eine Portion Zeitgeschehen: Es gibt Online-Kommentare, die sind so unterirdisch, dass es keine Worte mehr dafür gibt. Aber einen Song.


Montag, 14. September 2015

Ja, immer noch Papier. Fürs Praktische und fürs Gemüt.

Heute war ich einkaufen. Gesucht habe ich einen neuen Filter für die Kaffeemaschine. Gefunden habe ich (m)eine Agenda. Ich kaufe jedes Jahr dieselbe, nicht, weil sie schön wäre (im Gegenteil), aber sie ist so wunderbar praktisch und hat alles, was ich brauche. Und brauchen tue ich sie wirklich: Das neue Jahr füllt sich jetzt schon mit Terminen. Hab sie gleich eingetragen!

Fürs Herz, Gemüt und Auge habe ich mir übrigens vor zwei Wochen ein neues Notizbuch gekauft. Als Frau Tochter es sah, meinte sie: "Oh, du hast es schon. Bin ich froh, dass ich es dir nicht gekauft habe." (Sie kennt mich eben in- und auswendig.)

PS: Ja, immer noch Papier! Ich mag keine elektronischen Agenden. Und ich werde nie genug bekommen von schönen Notizbüchern. Nie!




Samstag, 5. September 2015

Rassismus für Dummies

Müsste ich einen Ratgeber mit dem Titel "Rassismus für Dummies" schreiben, ginge der etwa so:

1. Definiere dich über deine Nationalität. Setz noch einen drauf, indem du dich den wahren xxx (xxx bitte durch das Land ersetzen, in dem du lebst) nennst. Wenn du in der Schweiz lebst, bezeichne dich als wahren Eidgenossen. Das ist der ultimative Titel für jeden Erhabenen.
2. Du musst nichts für dieses Land geleistet haben, du must nicht einmal Arbeit haben (in diesem Fall bist du der einzige Nichtsozialschmarotzer in deinem Land), deine Rechtschreibung darf schlechter sein als die jedes Secondos. Wichtig ist, dass du dich allen "Papier ...xxx" (hier bitte wieder das Land einsetzen) überlegen fühlst.
3. Geh hin und verbreite deine Botschaft im Internet. Laut, direkt, ruhig auch mit Fluchwörtern, Beleidigungen und Diffamierungen. Schliesslich herrscht Meinungsfreiheit und man wird ja wohl im eigenen Land noch sagen dürfen, was man denkt. Gopf.
4. Wenn es irgendjemand wagt, dir in deinem Kommentar zu antworten, geh bloss nicht auf den Inhalt ein. Unterstell deinem Feind irgendwas. Was, ist eigentlich egal. Das Vokabular darf ruhig beleidigend und herabsetzend sein, denn du bist ja schliesslich alleine durch deine Ernennung zum einzig wahren xxx (bitte Land einsetzen) diesem Dumpfdödel, der dir widerspricht, um Meilen überlegen. Dumm ist er sowieso, denn du bist ja der Kluge. Die Wörter "naiv" und "Gutmensch" machen sich auch sehr gut. Und falls dir gar nichts einfällt, geh sein Facebookprofil anschauen und spiel direkt auf den Mann / auf die Frau, indem du das Aussehen ins Lächerliche ziehst, bestenfalls mit übelster Fäkal- und Genitalsprache.
5. Fühl dich überlegen. Greif zu deinem Bier in deiner kalten Küche. Hebe das Glas und proste deinem Spiegelbild auf dem Computerbildschirm zu. Dränge die Frage, warum du dich nicht besser fühlst, und warum du eigentlich ein ziemlich einsamer Mensch bist, in deine tiefsten Tiefen zurück. Oder gibt diesen verdammten linken Gutmenschen die Schuld daran. Notfalls den Politikern. Aber nicht dir.

Statt einen Ratgeber für Dummies zu schreiben, könnte man auch einen Zeitungsartikel verfassen. Constantin Seibt vom Tagesanzeiger hat das heute getan. Ich empfehle ihn wärmstens als Leselektüre für dieses Wochenende.

Freitag, 4. September 2015

Fundstück Nr. 21

Und heute muss ich mal wieder etwas dazu sagen (obwohl die Fotos der Fundstücke eigentlich für sich sprechen).

Diese Jeansjacke habe ich mir mit 18 Jahren gekauft. Als Frau Tochter ungefähr so alt war wie ich damals, habe ich sie ihr geschenkt. Sie hat was Tolles daraus gemacht. Fürs Foto musste ich die Jacke etwas zurechtbüscheln - damit man die Aufnäher besser sieht.


Montag, 31. August 2015

Ankommen. Bei mir. Und dagegenhalten.

Es war leicht, in den letzten Wochen verloren zu gehen. Die Kälte hat sich - nicht nur - in unser Land geschlichen. Am Freitag stand ich dann an einem Punkt, wo sich all das Aufgestaute bei mir entlud.  Nein, es war kein guter Tag. Aber es war einer, an dem am Ende ein Konzert auf mich wartete. The Beauty of Gemina spielte im Kunstmuseum Liechtenstein. Mit Special Guests aus Island.

Und es war wie immer. Die Band machte mich wieder ganz. Füllte meine Seele. Liess mich zur Ruhe kommen. Zeigte mir den Weg. Zwei Stunden war ich anderswo. Auf diesem Planeten, der mit keinem Gefährt der Welt erreichtbar ist. Die Musik von The Beauty of Gemina nahm mich direkt dort hin. Ich kam nicht nur zurück, ich kam an. Bei mir.

Von der Reise mitgebracht habe ich auch unendlich viel Inspiration zu einem Jugendbuch. Es muss kein Thriller werden. Es muss keine Erwartungen erfüllen. Es muss nur eins: Aus der Seele kommen. Die Vorlage lieferen jede Menge Textzeilen aus Songs der Band. Sie haben all diese Songs am Freitag gespielt. Unter anderem auch den Song Into Black, den Soundtrack zum Buch Black Rain. Es war die schönste Version, die ich je von diesem Lied gehört habe.

Dieser Freitagabend war magisch. Vielleicht lag diese Magie überall in der Luft. Denn plötzlich häuften sich in Zeitungen, Blogs und auf youtube die Meldungen jener, die wie ich nicht in einer solchen Kälte leben wollen. Und das auch laut und deutlich sagen und schreiben. Das Video von Joko und Klaas habt ihr euch hoffentlich schon angesehen. Ich habe noch zwei Lesetipps für euch.

Philipp Loser, TagesAnzeiger: Flüchtlingselend und Wahlkampf - das ist unerträglich
Zoe Beck, Autorin, Blog: Toleranzgrenzen

Ich habe wieder Hoffnung. Als Start in die neue Woche schenke ich euch einen meiner Lieblingssongs von The Beauty of Gemina.  Lasst euch von der Stimmung anstecken und lasst euch nicht unterkriegen! Und haltet dagegen. Gegen die Unmenschlichkeit. Gegen den Zynismus von einzelnen Menschen oder Parteien. Gegen die Kälte.


Freitag, 28. August 2015

Auswandern - wohin?

Heute ist einer dieser Tage, an denen mein Zorn explodiert. (Also nur weiterlesen, wenn ihr einen Gefühlsausbruch ertragt!)

Das begann schon gestern, als ich einmal mehr feststellen musste, dass es dort, wo ich lebe, reicht, nicht wie alle anderen auszusehen, um wie ein Hund behandelt zu werden. Das ging mit den Nachrichten über das ganze Flüchtlingselend und die absolut herzlosen Rassisten weiter. Und gerade eben - als ein Kollege auf Twitter die geplanten Sparmassnahmen im Bildungsbereich seines Wohnkantons aufgelistet hat - ist mir der Faden endgültig gerissen.

Ich will nicht mehr. Nicht mehr in diesem Land leben. Diesem kalten Land, wo wir uns nicht mehr mit Toleranz und Respekt begegnen, sondern die vermeintlich Schwachen auf den noch Schwächeren herumtrampeln. Wo jeder, der nicht millimetergenau ins Schema reinpasst, ausgegrenzt wird. Wo man mit oder über diese Ausgegrenzten reden kann, als wären sie Abschaum. Wo man bei der Bildung spart und den Jungen damit Zukunftschancen nimmt. Nein! DAS ist nicht mein Land.

Also auswandern? Wohin? Weil die Welt grad total aus den Fugen gerät, bietet sich ein anderer Planet an. Und weil ich nicht weiss, wie man mal eben kurz den Planeten wechseln kann, bleibe ich. "Chiibig ufrächt" wie man bei uns sagt. Oder anders ausgedrückt: Unverbogen, ungebeugt und ungebrochen. Gopf! Aber heute, heute bin ich einfach nur fuchsteufelswild. Und morgen oder schon bald könnte ich mir durchaus vorstellen, in einen Sitzstreik zu treten. Ich weiss auch schon wo.

Mittwoch, 26. August 2015

Die Mutprobe feiert heute Vernissage

Zusammen mit den anderen Neuheiten des sjw-Verlags.


Hier das Programm:

Das Schweizerische Jugendschriftenwerk stellt seine Neuerscheinungen im Theater Stadelhofen, Zürich, vor. Mehr als 25 klein- und grossformatige SJW-Hefte in den vier Landessprachen und Englisch sind erschienen.

Bettina Spoerri diskutiert mit:
• Mirjam Pressler über ihre neue Anne-Frank-Biografie, die sie für den SJW-Verlag geschrieben hat.
• Eleonore Frey über Wir wollen Bären sehen!, illustriert von It’s Raining Elephants.
• Vincenzo Todisco über seine Migrations- und Arbeitergeschichte TORO, illustriert von Micha Dalcol.

Lesungen u. a. aus Die Mutprobe von Alice Gabathuler und Aber nein! von Lorenz Pauli.

Die Autorinnen und Autoren, Illustratorinnen und Illustratoren des neuen SJW-Programms: Annetta Baumann, Andrea Caprez, Micha Dalcol, Anna Deér (HSLU), Eleonore Frey, Alice Gabathuler, Andreas Gefe, Sieglinde Geisel, Lea Gross (HSLU), Kurt Guggenheim, Laura Jurt, Evelyne Laube und Nina Wehrle (It’s Raining Elephants), Valery Larbeau, Till Lauer (HSLU), Meinrad Lienert, Charles Linsmayer, Anna Luchs, Lorenz Pauli, Mirjam Pressler, Nicolas Robel, Brigitte Schär, Vincenzo Todisco, Pia Valär, Raphael Volery.

Im Anschluss gibt es beim Apéro Gelegenheit zum Gespräch mit den Autorinnen und Autoren, den Illustratorinnen und Illustratoren, mit der scheidenden Verlagsleiterin Margrit Schmid und mit Regula Malin, die ab September 2015 die SJW-Verlagsleitung übernehmen wird.

Eintritt frei

Ort und Zeit: 17.30 Uhr, Theater Stadelhofen, Stadelhoferstrasse 12, 8001 Zürich

Dienstag, 25. August 2015

Und dann sitzt noch dieser völlig irre Gedanke im Hinterkopf

So ein Hinterkopf ist eine tolle Sache. Man verstaut dort Dinge wie Eigentlich-unmöglich, Schön-wäre-es, Vielleicht-sollte-ich, Wenn-ich-mal-Zeit habe und vieles mehr. Ich mag diese Ecke meines Kopfes. Die Spinnerecke. Die Träumerecke. Mitten drin sitzt ein Gedanke, der regelmässig und recht hartnäckig in den Hauptteil des Kopfes will. Dass ich schon den ganzen Sommer ein Heiden-Heimweh nach Schottland habe, nutzt er gnadenlos aus. Schreib Band 5 der Lost Souls!, flüstert er mir ins Ohr und dann rauscht das Meer, rollen die Wellen an den Strand, mitten in einer wilden Landschaft, wie es sie nur auf der Insel gibt. Ich bleibe eine Weile dort, lasse den Gedanken raus und verspreche ihm, dass ich ihn nicht vergesse. Auch wenn er - noch - im Hinterkopf bleiben muss.

PS: Ich habe gerade ein langes Gespräch mit meiner Agentin hinter mir. Eines dieser Gespräche, die beim Sortieren der Gedanken helfen. Jetzt bin ich sortiert. Was bedeutet, dass ich eben nicht sortiert bin, sondern in der Schwebe. Meinem Lieblingszustand. Ich lasse die Dinge auf mich zurollen wie die Wellen am Strand. Das ist gut. Das passt. Nur das Heimweh nach Schottland, das kann mir keiner nehmen.

PPS: Ich habe das riesige Glück, eine Agentin zu haben, die mir nicht vom Schwebezustand abrät, sondern mir sogar dazu rät, in genau diesem Zustand zu bleiben.

Montag, 24. August 2015

Einfach von den Gedanken leiten lassen

Ich plotte fleissig mit Kollege Michael Hamannt an unserer Jugendbuchtrilogie. Dabei werden die Exposés sehr lange, weil wir auch die kleinsten Details berücksichtigen. Bei einer Zusammenarbeit von zwei Autoren geht das nicht anders. Wenn wir uns fürs Schreiben die Kapitel aufteilen, muss jeder genau wissen, was drin steht und wo der andere den Faden wieder aufnimmt.

Ganz anders sieht es bei meinem Jugendbuchprojekt aus. Ich komme dem Plot nicht auf die Spur. Dabei habe ich tolle Figuren, tolle Songzitate, an die ich anknüpfen kann, eine spannendes Thema als Ausgangslage, ganze Szenen als Kino im Kopf. Ich weiss, aus welchen zwei Perspektiven ich schreiben will, und ich weiss, wie ich das Buch formal aufbauen möchte. Aber eben: Der Plot fehlt. Einen aus den Fingern saugen will ich mir nicht. Das ist mir zu viel Murks.

Gestern las ich im Buch Der Libellenflüsterer von Monika Feth. Dabei stiess ich auf die Danksagung - und mir war völlig klar, was ich tun muss.

Monika Feth dankt ihrem Verlag. Dafür, dass es völlig in Ordnung ist, dass sie zu Beginn eines Buches nicht sagen kann, wie die Handlung verlaufen wird. Dafür dass sich ihre Bezugspersonen im Verlag einfach auf ihre Idee einlassen, abwarten und sie schreiben lassen. Genau das werde ich machen. Wie damals beim Blackout. Einfach meinen Figuren und den Songzitaten nach schreiben. Ohne Vertrag, ohne Deadline. Und schauen, wie sich die Bilder zusammenfügen, die ich im Kopf habe. Ich freue mich riesig darauf.

Freitag, 21. August 2015

Von Lesebank zu Lesebank

Gestern Abend gab's ganz spezielle "Literatur im Grünen." Es ging mit Tom Zai auf einen Spaziergang von Lesebank zu Lesebank und dazwischen las er „Krass-Komische Kurzgeschichten der eher drastischen Art fürs Kopfkino." Es wurde nicht zu viel versprochen. Die Texte waren herrlich schräg, witzig, krass und tatsächlich drastisch, der Abend wunderschön und das Essen danach köstlich!



Dienstag, 18. August 2015

Post, die Freude macht

Heute lag ein etwas dickerer Briefumschlag im Briefkasten. Handgeschrieben adressiert. Neugierig öffnete ich ihn. Was für eine Freude!


Samstag, 15. August 2015

Es ist wieder einmal so weit

Ich schreibe im Sommer eine Adventsgeschichte. Diesmal eine der fantastischen Art. Sonst eigentlich nicht so mein Ding, aber ich merke gerade, wie viel Spass mir das macht. Wahrscheinlich, weil die Geschichte ziemlich (w)irr sein darf. Und witzig. Weil ich noch nicht mehr verraten kann (und weil ich schon lange kein Bild mehr von ihr gepostet habe), lasse ich meine Katze zur Wort kommen. Sie meint:

Freitag, 14. August 2015

Unbedingt lesen!

 Schreib Geschichten, für die du brennst und lebe damit, falls sie gerade nicht in den Trend passen.

Frank Reifenberg, einer der besten Kinder- und Jugendbuchautoren, die ich kenne, ein wunderbarer Mensch und ein guter Freund, hat Stefanie Leo von den Bücherkindern ein Interview gegeben, das ich euch unbedingt ans Herz legen will.

Montag, 10. August 2015

Gemeinsam geht es besser!

Heute mache ich bei einer ganz besondern Aktion mit. Ich unterstütze ein Crowdfunding-Projekt von Jürg Wyss, der junge Menschen auf den Philipinnen mit Mikrokrediten und persönlicher Beratung unterstützen möchte.

Warum gerade dieses Projekt? Weil ich Jürg Wyss auf Twitter als einen Menschen kennengelernt habe, der nicht nur redet, sondern auch macht. Weil er nicht einfach Geld verteilen will, sondern Hilfe zur Selbsthilfe bietet. Weil er vor Ort war, mit den Menschen gesprochen hat und ganz konkrete Projekte im Auge hat.

Die Aktion ist eine Auktion. Von mir im Angebot ist ein signiertes "No_way_out", zusammen mit einer handbearbeiteten Original-Manuskriptseite und einem Blatt aus dem Notizbuch zum Buch. Der Betreff ist "wyss3".

Mehr über das Projekt findet ihr hier. Bieten könnt ihr bei Twitter und bei Facebook (Angebot #wyss3). Wer keins von beidem hat, kann auch hier in den Kommentaren bieten oder mir eine Mail schreiben. (Die Mailadresse findet ihr oben in der Menuliste unter "Kontakt").

Mindestgebot: 30 Euro
Aktueller Stand: 60 Euro

UPDATE: Es ist bei 60 Euro für #no_way_out geblieben. Die ganze Aktion hat gut 2000 Euro eingebracht. Jetzt fehlt noch ein hartes Stück Weg zum Ziel, denn die Gesamtsumme ist noch nicht beisammen.  Spenden sind immer noch herzlich wilkommen.

UPDATE 2: Das Projekt ist am Ziel: 26'980 Euro. Es ist eine Freude, dabeigewesen zu sein. Und es ist eine Freude zu wissen, dass jetzt an einem anderen Ende der Welt junge Menschen die Chance bekommen, ein eigenes Geschäft aufzubauen.


Mittwoch, 5. August 2015

Ran an die Backlist

Die lesungsfreien Sommertage nutze ich zum Konzepten, Plotten und Schreiben. Es sind verschiedene Projekte: ein Kinderbuch mit Deadline am ersten Oktober, Konzepte für neue Texte, Plotten von neuen Geschichten, das Vorantreiben eines lang gehegten Wunschprojekts und mein erstes Self Publishing Projekt. Wobei aus dem ersten SP Projekt nahtlos ein zweites geworden ist.

Warum? Weil es mich gepackt hat. Weil es Spass macht. Weil ich meine Backlist wieder komplett haben will. Ich habe zwar das grosse Glück, einen Verlag zu haben, der meine Bücher relativ lange auf der Backlist lässt, aber auch mein Verlag hat Bücher von mir zum  Teil nicht nachgedruckt, zum  Teil verramscht. Mittlerweile sind es vier Bücher, die nicht mehr oder nur schwer erhältlich sind. Ich möchte jedoch, dass meine gesamte Backlist erhältlich ist - in Print und als eBook.

SP-Publishing Titel Nummer 1 befindet sich auf der Prüf- und Korrekturrunde. Als Nummer 2 hatte ich eigentlich für nächstes Jahr das Neuauflegen von"Starkstrom" geplant, aber ich habe  mich kurzfristig entschieden, "Schlechte Karten" vorzuziehen und mich gleich danach an den "Starkstrom" zu machen. Nun sitze ich jeden Tag eine halbe Stunde am Text. Vielleicht fragt ihr euch, wieso ich das tue bei einem Text, den es ja schon fixfertig gibt. Hier die Gründe:

Als Autor hat man nie die letzte Version des Textes. Zumindest ich nicht. Die Datei, auf die ich zurückgreifen muss, ist die letzte Überarbeitung vor dem Satz. Das heisst: Ich muss die überarbeiteten Passagen in den Text aufnehmen. Dazu kommen die Änderungen, die in den Druckfahnen gemacht werden. Und nicht zuletzt hat man bei einer Neuauflage auch die Chance noch einmal ein wenig am Text zu feilen. So gehe ich nun den Text von "Schlechte Karten" langsam Seite für Seite noch einmal durch. Es macht Freude. Ich muss mich jedes Mal nach der halben Stunde bremsen. Aber da sind noch andere Projekte. Die ich genauso begeistert angehe.

PS: Titel, Cover und Klappentext werden generalüberholt!


Dienstag, 28. Juli 2015

Wenn vorne am Auto ein Schweinwerfer sitzt

Das Überarbeiten der "50 Riesen" hat länger gedauert als geplant. Ich bin im hinteren Teil des Buches über etwas gestolpert, das mich sehr gestört hat - und habe deshalb nicht nur in die Sprache des Textes eingegriffen, sondern auch in seine Handlung. Jetzt ist er in einer ersten Neuversion fertig und soeben an eine kritische Prüferin gegangen. Ein weiterer Schritt auf meinem Self Publishing Weg.

Ganz einfach zu eliminieren war ein Fehler, den im Originalmanuskript alle übersehen haben: Ich, die Lektorin und auch die Korrekturleserin. Es war ein Schüler, der mich lachend fragte, ob meine Autos Schweine werfen.

Sonntag, 26. Juli 2015

Freiheit

Die Lost Souls Geschichte ist komplett! Aus diesem Grund habe ich heute Morgen bei Facebook das Profilbild geändert. Und zwar gleich doppelt. Einmal auf der Spezialseite der Serie und einmal auf meiner Autorenseite. Dabei sind meine Gedanken und meine Gefühle mit mir davongaloppiert. Bis sie in der Bretagne ankamen.

Mit 19 war ich zum ersten Mal dort. Auf einer atemberaubend schönen Insel. Ile de Bréhat. Es war das Jahr, in dem Lady Di ihren Prinz Charles heiratete. Ich konnte nicht verstehen, warum sie das tat. Ich war jung und ich fühlte mich frei. Am liebsten wäre ich für immer auf der Insel geblieben. Das ging nicht. Ich musste zurück in eine sinnfreie Ausbildung. Damit ich nie vergessen würde, wie sich Freiheit anfühlt, schrieb ich mir damals eine Postkarte.

Ich weiss nicht, ob sie mich gerettet hat. Ich weiss nur noch, dass ich am ersten Tag nach den Ferien alles schmeissen wollte. Vier schon hinter mich gebrachte Ausbildungsjahre kappen und das fünfte sausen lassen. Ich hatte keine Ahnung, wie ich noch ein Jahr aushalten sollte. Vielleicht hat die Postkarte geholfen. Wahrscheinlich eher die Tatsache, dass ich meinen Traumberuf nicht aufgeben wollte, nur weil die Ausbildung nichts taugte. Und auch mein Gewissen. Wir hatten wenig Geld und trotzdem hatten mich meine Eltern diese Ausbildung machen lassen. Wie konnte ich sie da enttäuschen? Auf jeden Fall hielt ich durch. Lernte von einem Lehrer, der seit mindestens 20 Jahren nicht mehr Grundschüler unterrichtet hatte, wie man Grundschüler unterrichtet. Schrieb Befindlichkeitszettel voll, legte sie in die Mitte des Kreises und ertrug dann das Geschwafel über das ewig Gleiche. Sass morgens im Psychologieunterricht, draussen strahlend schönes Wetter, ich hinter heruntergelassenen Gardinen, mit einer scherbelnden Schallplatte, von der grässliche Musik kam, und weigerte mich, in mich zu gehen.

Jene Zeit hätte ich nicht unbeschadet durchgestanden, wenn ich nicht geschrieben hätte. Damals waren es keine Bücher, auch keine Geschichten, sondern Gedichte, Songtexte und Protesttexte. Ich habe mir sozusagen die Seele aus dem Leib geschrieben und mir jeden Tag mein Stück Freiheit erkämpft. Heute würde ich schmeissen. Und zwar lange vor dem vierten Jahr. 

Was mir die fünf Jahre gebracht haben: Das Berufszertifikat für den Beruf, den ich lernen wollte. In dem ich dann aber im ersten Jahr grässlich versagte, weil ich das, worauf es ankam, nicht gelernt hatte. Jahrelanges Reisen, weil ich den Job schmiss, für den ich fünf Jahre durchgehalten hatte. Unzählige verschiedene Berufe, mit denen ich mir mein Geld für die Reisen verdiente. Eine freie Seele und ein freies Herz.

Viel später habe ich es dann mit dem ursprünglich gelernten Traumberuf noch einmal probiert. Ich habe alles anders gemacht, als man es mir beigebracht hat. Und siehe da: Es funktionierte. Ich wurde doch noch Lehrerin. 23 Jahre lang. Und habe (fast) jeden Augenblick davon geliebt. Ende Juni 2015 unterrichtete ich meine letzte Lektion. Nicht weil ich genug hatte, sondern weil mein Terminplan als Autorin immer wieder mit dem Unterricht kollidierte.

Es gibt immer wieder Sachzwänge im Leben. Und trotzdem bin ich innerlich frei geblieben. An die Postkarte von damals - die leider verloren gegangen ist - denke ich häufig. Dieses Jahr war ich nach all den Jahren wieder auf der Ile de Bréhat. Sie ist immer noch wunderschön.

Hier zwei Fotos. Eins von damals. Und eins von diesem Jahr.


Freitag, 24. Juli 2015

Den eigenen Text lektorieren

Ich arbeite an meinem Self Publishing Projekt. Ursprünglich wollte ich den Inhalt von 50 Riesen nur leicht überarbeiten. Mittlerweile schleife und feile ich mit Spass an meinem alten Text. Und plötzlich bin ich so was wie meine eigene Lektorin. Aber keine Bange! Bei mir ist nicht Endstation. Der Text kommt danach unter - externe - fachkundige Augen. Das Beste: Lektorieren sollte man nicht am Bildschirm, sondern am ausgedruckten Text. Weshalb ich das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden kann. So gut!