Donnerstag, 30. April 2015

Sonntag, 26. April 2015

Auf den Spuren der Lost Souls - Track 5: Wieso Raix Raix heisst und aus Tara Gemma geworden ist

Manchmal fragen die Jugendlichen bei Lesungen, woher ich die Namen meiner Figuren nehme. Ich zeige ihnen dann jeweils mein aktuelles Notizbuch. Wer möchte, kann hinten im Buch seinen Namen hineinschreiben. So habe ich im Laufe der Jahre eine Menge Namen gesammelt, und wenn ich mit einem neuen Projekt beginne, setze ich mich mit einer Tasse Kaffee und sämtlichen Notizbüchern auf mein Sofa und suche nach den passenden Namen für meine Figuren.


Manchmal passiert es mir, dass ich noch während einer Lesung mit Sicherheit weiss, dass ich einen Namen für eine Hauptfigur im nächsten Buch verwenden werde. Mo und Greti aus dead.end.com, zum Beispiel, sassen beide in einer Lesung in Mellingen. In Zeiningen traf ich einen Jungen, der mir nach der Lesung sagte, er habe einen coolen Spitznamen, ob er den aufschreiben dürfe. Ich fragte, wie man ihn denn nenne. "Raixs", antwortete er - und mir war klar, dass ich soeben den Namen für meinen liebenswürdigen Schweizer in der Serie gefunden hatte. Er passte einfach perfekt. Das "s" am Ende liess ich ziemlich früh beim Schreiben weg. Wegen des Genitivs. Ein X, ein S und ein Apostroph waren einfach zu viel.


Wo ich Tara Sturm kennengelernt habe, weiss ich nicht mehr. Ich brauchte einen Namen für die junge Frau, die Ayden zu sich nach Hause nimmt, als er völlig von der Rolle durch die Gegend rennt, ohne zu wissen, wo er ist. Sie lebt in einer ziemlich verrückten Familie, hat wallendes rotes Haar und einen starken Willen. Da braucht man einen ganz besonderen Namen. Und da war dieses Mädchen in dieser Klasse. Sie hiess Tara Sturm. Genau das, was ich brauchte. Ich fragte, ob ich ausnahmsweise den Vor- und den Nachnamen brauchen dürfe (das mache ich sonst nicht, weil ich damit der realen Person zu nahe komme). Ich durfte. Und so hiess diese rothaarige junge Frau Tara. Den ganzen ersten Band durch. Im zweiten Band traf sie Kata. Und ich merkte, dass das nicht geht. Kata und Tara sind einander phonetisch zu nahe.

Band 1 sollte in den Druck. Ich musste mich entscheiden. Tara ging nicht. Obwohl es perfekt gewesen wäre. Ich habe tagelang nach einer Alternative gesucht. Nichts hat richtig gepasst. Bis ich Gemma fand. Für einmal nicht in einem Notizbuch, sondern im Internet, das ich tagelang nach englischen, irischen und schottischen Mädchennamen durchforstete. Gemma passt auch. Gemma passt sogar extrem gut. Und so ersetzte ich (schweren Herzens) alle Tara in Band 1 durch Gemma. Der Nachname ist geblieben. Allerdings habe ich mir erlaubt, aus Sturm Storm zu machen.

Samstag, 25. April 2015

Lesetour im Südtirol

Sieben Lesungen waren es, vier davon in wunderschönen Dörfern in der Umgebung von Meran, drei in Meran selber. Die Lesungen in Meran liefen unter dem Titel "Eiskalte Begegnungen". Am Dienstag spazierte ich am frühen Abend ganz gemütlich durch die Stadt - und stand irgendwann einer Plakatwand gegenüber, die es in sich hatte:


Während der Rest der Touristen die schöne Landschaft fotografierte, zückte ich meine Kamera und fotografierte das Plakat. Wahrscheinlich das einzige Riesenplakat, auf dem ich je erwähnt werde! Deshalb hier noch die Nahaufnahme:


Meine Lesungen waren - mit Ausnahme der Abendlesung in Meran - alle am Vormittag. Damit blieb mehr als genug Zeit, mir die wunderschöne Stadt samt Umgebung anzusehen. Natürlich durften da auch die Gärten von Schloss Trauttmansdorff nicht fehlen. Am Mittwoch bin ich den Sissiweg hochgewandert, habe im Restaurant beim See etwas gegessen und bin danach durch den Garten gewandelt. Yap. Gewandelt. Anders geht das dort gar nicht. So schön ist das!



Und hier noch zwei Bilder von Meran:



In Momenten wie diesen denke ich, dass ich den besten Beruf der Erde habe! 

Donnerstag, 23. April 2015

Dienstag, 21. April 2015

Huch!

Schrieb ich irgendwo, dass 2015 ein ruhigeres Jahr werden würde? Schrieb ich das wirklich? Dann muss ich mit der Frau Gabathuler, die das irgendwo und irgendwann schrieb, mal reden. However, wie Eric sagen würde - ja, der Eric aus der "White Sky" Widmung - also, however: Ich bin gerade Wandernomadin. Letzte Woche Italien (Leseferien!), diese Woche geht's ins Südtirol (in einer Stunde) auf Lesetour.

Eigentlich wollte ich ja endlich einmal einen Laptop kaufen, mit dem ich auch unterwegs bloggen und twittern kann, ohne dass die Maschine einen Herzanfall bekommt und kollabiert, aber ich bin noch nicht dazu gekommen. Weshalb das mit dem Bloggen und Twittern und Facebooken auch diesmal nicht gehen wird. Und NEIN: Ich habe immer noch kein Smartphone. Weil, es ist eigentlich auch ohne Social Media sehr schön.

Und darum programmiere ich jetzt noch das Fundstück für den Donnerstag, gelobe, in der Offline-Zeit einen oder mehrere Tracks für die Spuren der Lost Souls zu schreiben und verabschiede mich herzlich für den Rest der Woche. Tragt euch Sorge.

Das hier, das war irgendwo im Südtirol, ich tippe mal auf Bozen, bin aber nicht sicher:


Samstag, 18. April 2015

"Schach&Matt" - Ein Höllenritt.

Zurück aus den Ferien. Mit vier gelesenen Büchern im Koffer. Witzigerweise las ich das schwächste zuerst und dann die drei wirklich guten, wobei das letzte das beste war.

(Anmerkung: Die Kurzbeschreibungen zu den Büchern findet ihr im dazugehörigen Blogeintrag.)

Nummer 1: T.C. Boyle: Hart auf Hart
Hat mich nicht gepackt. Weder sprachlich noch von den Figuren her. Die Grundidee ist gut, aber damit hat es sich - für mich - auch schon.

Ab Nummer 2 wurde das Lesen zum Nevenkitzel. Drei Pageturner mit genialen Plots. Drei absolut empfehlenswerte Bücher:

Martin Suter: Montecristo
Geniale Plotidee! Extrem süffig und spannend geschrieben. Ich hätte mir ein anderes Ende gewünscht (ein konsequenteres), aber da ich erst kürzlich hier geschrieben habe, dass ich aus meinen Büchern genau das mache, was ich will, billige ich das auch Suter zu.

Philipp Probst: Boulevard-Ratten
WOW! Auch hier eine geniale Plotidee, exterm gut umgesetzt, total süffig zu lesen. Für mich noch einen Zacken besser als Montecristo. Was mir - nebst dem Plot - total gut gefallen hat: Der Einblick in die Welt der Sensationsmedien (gerade deshalb so interessant, weil Philipp Probst sich darin bestens auskennt).

Severin Schwendener: Schach&Matt
Ein Höllenritt. Der Wahnsinn. Absolut unbegreiflich, warum dieses Buch nicht zum Bestseller wurde und seinen Autor über die Landesgrenzen berühmt gemacht hat. Figuren, wie ich sie noch nie "gelesen" habe, eine absolut kompromisslose Handlung, spannend bis weit übers Nägelkauen hinaus. Nein, mehr will ich nicht verraten. Jeder Satz wäre einer zu viel. Selber lesen!

Donnerstag, 16. April 2015

Sonntag, 12. April 2015

Auf den Spuren der Lost Souls - Track 4: Trailer

Ich habe die letzten zwei Wochen intensiv Band 4 der Serie feingeschliffen und hänge etwas in den Seilen. Deshalb gibt es heute so etwas wie Sendepause. Nur viel besser. Weil ich nicht das Testbild einstelle, sondern die bisherigen drei Buchtrailer zur Serie. Gemacht hat sie alle Fabian Stieger. Zur Musik dazu gibt es im Rahmen dieser Serie dann noch ausführliche Beiträge.






Freitag, 10. April 2015

Leseferien!!!

Ich bin fertig mit dem allerletzten Feinschliff. Jetzt gibt's Leseferien.


Severin Schwendener: Schach&Matt
1992 ist das Zürcher Nobelhotel Baur au Lac Schauplatz eines grausamen Mordes. Das Opfer: Rosi, eine schillernde Luxusprostituierte, die mit allen in der Szene verbandelt war und die trotzdem niemand wirklich kannte. Der Ermittler: Thomas K. Hilvert, der als junger, vielversprechender Polizist von der Sitte zur Kriminalpolizei gestossen ist und seinen ersten Mordfall lösen muss. Was keiner weiss: Hilvert hat Rosi gekannt, und er ist felsenfest überzeugt, dass ihr Mörder schon früher getötet hat. Und dass er weiter mordet. Jahrelang liegt Hilvert seinen Vorgesetzten und der Staatsanwaltschaft mit seiner These in den Ohren. Irgendwann gibt er auf, nicht zuletzt, weil die Morde aufgehört haben. So bleibt die Bluttat an Rosi ungeklärt, die Akten setzen Staub an.Fast zwanzig Jahre später wird in Zürich eine tote Prostituierte gefunden. Und Hilvert, nunmehr designierter Polizeikommandant, erkennt das alte Tatmuster wieder. Doch selbst Hilverts treuer Assistent Bruno Jaun findet die Serienkiller-These seines schrägen Chefs ziemlich abwegig.... - See more at: http://www.buchhaus.ch/start/detail/ISBN-2244007859232/Schwendener-Severin/Schach--Matt#sthash.4G9nqNK0.dpuf
1992 ist das Zürcher Nobelhotel Baur au Lac Schauplatz eines grausamen Mordes. Das Opfer: Rosi, eine schillernde Luxusprostituierte, die mit allen in der Szene verbandelt war und die trotzdem niemand wirklich kannte. Der Ermittler: Thomas K. Hilvert, der als junger, vielversprechender Polizist von der Sitte zur Kriminalpolizei gestossen ist und seinen ersten Mordfall lösen muss. Was keiner weiss: Hilvert hat Rosi gekannt, und er ist felsenfest überzeugt, dass ihr Mörder schon früher getötet hat. Und dass er weiter mordet. Jahrelang liegt Hilvert seinen Vorgesetzten und der Staatsanwaltschaft mit seiner These in den Ohren. Irgendwann gibt er auf, nicht zuletzt, weil die Morde aufgehört haben. So bleibt die Bluttat an Rosi ungeklärt, die Akten setzen Staub an.Fast zwanzig Jahre später wird in Zürich eine tote Prostituierte gefunden. Und Hilvert, nunmehr designierter Polizeikommandant, erkennt das alte Tatmuster wieder. Doch selbst Hilverts treuer Assistent Bruno Jaun findet die Serienkiller-These seines schrägen Chefs ziemlich abwegig. Bis er die Akten studiert und auf schlüssige Hinweise stösst. Gemeinsam folgen die beiden den längst erkalteten Spuren. Sie führen in die Vergangenheit der Stadt und in die Vergangenheit des Hauptmanns Thomas K. Hilvert. Auch der Mörder ist ein Teil dieser Geschichte, an deren Anfang der Fall Rosi steht. Jetzt setzt er zum letzten Akt des Dramas an. Als Bruno Jaun die Zusammenhänge erkennt, ist es fast zu spät.

Philipp Probst: Die Boulevard-Ratten
Ein Paparazzo-Bild sorgt für einen Skandal: Der verheiratete Bundesrat und Familienvater Battista flirtet mit der Tochter eines deutschen Konzernchefs. Dass in dieser Firmengruppe lebensgefährliche Viren entwickelt und an Ratten getestet werden, macht die Sache zusätzlich brisant. Fotograf Joël wird Opfer eines Mordanschlags, Bundesrat Battista verschwindet, und kurz darauf entdeckt ein Fischer in der Algarve Battistas Auto und eine Leiche. Auf das involvierte People-Magazin prasselt ein Shitstorm sondergleichen nieder. Aber Chefredakteurin Myrta Tennemann lässt nicht locker. Zusammen mit Kollegen vom Boulevardblatt "Aktuell" stöbert sie in Portugal Battistas Geliebte auf. Fotograf Jöel forscht in dessen privatem Umfeld in Basel nach Fakten. Zusammen decken sie nach und nach auf, was das Ganze mit dem Virus zu tun hat, das die gesamte Menschheit bedroht. Eine Geschichte über People-Journalismus, die Pharmaindustrie und die Sucht nach Ruhm, Ehre und TV-Präsenz.

T.C. Boyle: Hart auf Hart
T. C. Boyle erkundet in seinem neuen Roman die dunkle Seite der USA. Adam, den seine Eltern nach etlichen Schulverweisen und Therapiesitzungen aufgegeben haben, ist eine wandelnde Zeitbombe: In der Wildnis, wo er ein Schlafmohnfeld angelegt hat, führt er ein Einsiedlerleben und hortet Waffen gegen imaginäre Feinde. Aber es gibt jemanden, der sich in ihn verliebt. Sara hat ebenfalls ausreichend Feindbilder: Spießertum, Globalisierung, Verschwörer und die Staatsgewalt. Als sie Adam am Straßenrand aufgabelt, beginnt eine leidenschaftliche Liaison. Doch bald merkt Sara, dass Adam es ernst meint mit den Feinden, sehr ernst.

Martin Suter: Montecristo
Ein Personenschaden bei einer Fahrt im Intercity und zwei Hundertfrankenscheine mit identischer Seriennummer: Auf den ersten Blick hat beides nichts miteinander zu tun. Auf den zweiten Blick schon. Und Videojournalist Jonas Brand ahnt bald, dass es sich nur um die Spitze eines Eisbergs handelt. Ein aktueller, hochspannender Thriller aus der Welt der Banker, Börsenhändler, Journalisten und Politiker – das abgründige Szenario eines folgenreichen Finanzskandals.
1992 ist das Zürcher Nobelhotel Baur au Lac Schauplatz eines grausamen Mordes. Das Opfer: Rosi, eine schillernde Luxusprostituierte, die mit allen in der Szene verbandelt war und die trotzdem niemand wirklich kannte. Der Ermittler: Thomas K. Hilvert, der als junger, vielversprechender Polizist von der Sitte zur Kriminalpolizei gestossen ist und seinen ersten Mordfall lösen muss. Was keiner weiss: Hilvert hat Rosi gekannt, und er ist felsenfest überzeugt, dass ihr Mörder schon früher getötet hat. Und dass er weiter mordet. Jahrelang liegt Hilvert seinen Vorgesetzten und der Staatsanwaltschaft mit seiner These in den Ohren. Irgendwann gibt er auf, nicht zuletzt, weil die Morde aufgehört haben. So bleibt die Bluttat an Rosi ungeklärt, die Akten setzen Staub an.Fast zwanzig Jahre später wird in Zürich eine tote Prostituierte gefunden. Und Hilvert, nunmehr designierter Polizeikommandant, erkennt das alte Tatmuster wieder. Doch selbst Hilverts treuer Assistent Bruno Jaun findet die Serienkiller-These seines schrägen Chefs ziemlich abwegig.... - See more at: http://www.buchhaus.ch/start/detail/ISBN-2244007859232/Schwendener-Severin/Schach--Matt#sthash.4G9nqNK0.dpuf
1992 ist das Zürcher Nobelhotel Baur au Lac Schauplatz eines grausamen Mordes. Das Opfer: Rosi, eine schillernde Luxusprostituierte, die mit allen in der Szene verbandelt war und die trotzdem niemand wirklich kannte. Der Ermittler: Thomas K. Hilvert, der als junger, vielversprechender Polizist von der Sitte zur Kriminalpolizei gestossen ist und seinen ersten Mordfall lösen muss. Was keiner weiss: Hilvert hat Rosi gekannt, und er ist felsenfest überzeugt, dass ihr Mörder schon früher getötet hat. Und dass er weiter mordet. Jahrelang liegt Hilvert seinen Vorgesetzten und der Staatsanwaltschaft mit seiner These in den Ohren. Irgendwann gibt er auf, nicht zuletzt, weil die Morde aufgehört haben. So bleibt die Bluttat an Rosi ungeklärt, die Akten setzen Staub an.Fast zwanzig Jahre später wird in Zürich eine tote Prostituierte gefunden. Und Hilvert, nunmehr designierter Polizeikommandant, erkennt das alte Tatmuster wieder. Doch selbst Hilverts treuer Assistent Bruno Jaun findet die Serienkiller-These seines schrägen Chefs ziemlich abwegig.... - See more at: http://www.buchhaus.ch/start/detail/ISBN-2244007859232/Schwendener-Severin/Schach--Matt#sthash.4G9nqNK0.dpuf
1992 ist das Zürcher Nobelhotel Baur au Lac Schauplatz eines grausamen Mordes. Das Opfer: Rosi, eine schillernde Luxusprostituierte, die mit allen in der Szene verbandelt war und die trotzdem niemand wirklich kannte. Der Ermittler: Thomas K. Hilvert, der als junger, vielversprechender Polizist von der Sitte zur Kriminalpolizei gestossen ist und seinen ersten Mordfall lösen muss. Was keiner weiss: Hilvert hat Rosi gekannt, und er ist felsenfest überzeugt, dass ihr Mörder schon früher getötet hat. Und dass er weiter mordet. Jahrelang liegt Hilvert seinen Vorgesetzten und der Staatsanwaltschaft mit seiner These in den Ohren. Irgendwann gibt er auf, nicht zuletzt, weil die Morde aufgehört haben. So bleibt die Bluttat an Rosi ungeklärt, die Akten setzen Staub an.Fast zwanzig Jahre später wird in Zürich eine tote Prostituierte gefunden. Und Hilvert, nunmehr designierter Polizeikommandant, erkennt das alte Tatmuster wieder. Doch selbst Hilverts treuer Assistent Bruno Jaun findet die Serienkiller-These seines schrägen Chefs ziemlich abwegig.... - See more at: http://www.buchhaus.ch/start/detail/ISBN-2244007859232/Schwendener-Severin/Schach--Matt#sthash.4G9nqNK0.dpuf

Donnerstag, 9. April 2015

Sonntag, 5. April 2015

Auf den Spuren der Lost Souls - Track 3: Ayden

Von all meinen Figuren kenne ich Ayden am längsten. Ich glaube, ich war noch nicht einmal zwanzig, als er sich das erste Mal in meine Gedanken schlich. Es war in England, am Meer. Ich tagträumte Geschichten. In ihrem Mittelpunkt stand dieser verlorene Junge. Ich gab ihm einen Namen. Ein Leben. Eine Vergangenheit und eine Gegenwart. Wann immer ich nach England kam: Er war da. Er und seine Geschichte. Viel später wurde er zum Nick aus Blackout, allerdings verlegte ich den Blackout irgendwann während des Schreibens in die Schweiz und damit änderte sich auch Nicks Geschichte.

Es gibt Elemente aus der Geschichte des Jungen, die in andere Bücher geflossen sind: Jays Sprung in den Kanal in Schlechte Karten. Seine Rettung durch Sarah. Der Diebstahl in Annas Laden und die anschliessende Szene, in der Jay von einem Dorfbewohner angegriffen wird. Oder Nils' Begegnung mit KT auf dem Bootssteg in Mordsangst.

Der Junge in meinen taggeträumten Geschichten hiess Aidan. Er war abgehauen, wurde von einem Polizisten aufgegriffen und später von ihm aufgenommen. Er verliebte sich in ein Mädchen, lief weg und fand Unterschlupf bei einem Fotografen. Er lernte das Fotografieren und eines Tages stand seine grosse Liebe bei ihm im Laden. (Wer die Lost Souls Bücher liest oder gelesen hat, erkennt die Geschichte). Der Laden steht im alten Teil von Plymouth (den neuen finde ich grässlich), ganz in der Nähe des Hafens. Und genau wie Aidan bin auch ich fasziniert von den alten Fischerbooten im Hafen.

Nach zehn Büchern, die alle in der Schweiz spielten, war es Zeit, endlich nach England zu gehen. Zu meinem Jungen und seiner Geschichte. Ich fügte eine Komponente hinzu, die sich beim Schreiben von dead.end.com in mir festgesetzt hatte. Es sollte um eine Untergrundorganisation gehen, um junge Leute, die ein Verbrechen überlebt haben, aber seelisch und körperlich versehrt sind. Der Junge aus meinen taggeträumten Geschichten wurde der Kopf der Organisation Lost Souls Ltd.

Ich erfand weitere Figuren für die Lost Souls Reihe. Unter anderem einen Rockstar, den ich Nathan MacArran nannte. Ich habe wochenlang nach dem Namen gesucht, bis er wirklich zur Figur passte. Erst nach monatelangem Schreiben fiel mir aber auf, wie ähnlich sich die beiden Namen sind, wenn man sie ausspricht: Aidan und Nathan. Ändern wollte ich keinen der beiden Namen. Aber damit man sie wenigstens beim Lesen etwas besser auseinander halten kann, machte ich aus Aidan Ayden. Klingen tut beides genau gleich :-)

Im Augenblick beende ich die letzte Überarbeitungsrunde des vierten Bandes. In diesem Band erzähle ich unter anderem Aydens Vorgeschichte. Wie und warum er zu Sam kam und weshalb er weglief. Ich hätte eigentlich alleine dafür 300 Seiten gebraucht. Die hatte ich nicht. Ich hatte viel weniger. Weil dieser Teil der kleinste Teil der Geschichte ist - es geht schliesslich um die grosse, finale Abrechnung.

Aber mir bleiben meine Tagträume. Das ist das Schönste. Ich kann die Geschichten weiterspinnen. Mit Aydens neuen Freunden. In meinem Kopf reift schon die Geschichte für einen fünften Band. Was?, fragt ihr euch jetzt vielleicht. Es sind doch nur vier. Sind es. Aber wer sagt denn, dass ich nicht irgendwann einen fünften schreibe? Einfach so. Für mich und all jene, die Ayden und seinen Lost Souls mögen. Vielleicht sogar als Fortsetzungsgeschichte hier im Blog. Wer weiss?

Zu den Bildern: Der Hafen von Plymouth. Mit den Booten, die ich so mag. Das auf dem letzten Bild, ganz unten, das könnte die Flogging Molly sein :-)




Samstag, 4. April 2015

Red Rage - aus dem Manuskript

Ich überarbeite. Hier ein kleiner Blick in den Text. Die gewählte Stelle ist dem Wetter vor dem Fenster angepasst. Im Gegensatz zu Ayden hat mein Aufenthaltsort nämlich Fenster. Zur Figur von Ayden gibt es morgen in der Reihe "Auf den Spuren der Lost Souls" übrigens einige Hintergrundinformationen.


Das Wasser sammelte sich in den kleinen Zwischenräumen der steinernen Mauern und rann von dort auf den Boden. Erst nur in dünnen Rinnsalen, doch als das Grollen des Donners näher kam und das Gewitter heftiger wurde, strömte es in das Verlies, weichte den Boden auf, füllte erst die Unebenheiten zu Pfützen auf und verwandelte dann die ganze Zelle in eine stinkende Kloake. Ayden rettete die letzten verbliebenen Essensreste in seine Hosentaschen. Eine halbe Packung Chips. Ein zu zwei Dritteln aufgegessener Schokoriegel. Nach der langen Gefangenschaft kostete ihn die Aktion seine ganze Kraft. Zittrig wie ein alter Mann stützte er sich mit den Händen gegen die Mauer und wartete auf das Nachlassen des Schwindels, der ihn mittlerweile bei jeder Bewegung erfasste. An die zwei angegammelten Brotscheiben erinnerte er sich erst, als es zu spät war. Bestimmt schwammen sie längst aufgeweicht in der Brühe zwischen seinen Füßen. Sehen konnte er sie nicht, nur fühlen und riechen.
Das Verlies hatte keine Fenster. Wände und Decke waren aus Stein, die verriegelte Tür über den zwei Stufen aus hartem, metallbeschlagenem Holz, der Boden aus Lehm. Ayden hatte jeden Quadratzentimeter abgetastet. Es gab keine Pritsche, auf die er sich legen konnte, keine Decke gegen die feuchte Kälte, keinen Eimer, wenn er mal musste. Nur ein paar wenige Nahrungsmittel. Fünf Flaschen mit Wasser. Und Zeit. Sehr viel Zeit.


PS: Stand im Moment: S. 292

Freitag, 3. April 2015

Eigentlich oder Warum hier nicht steht, was ich hier schreiben wollte

Eigentlich treibt mich ein Artikel eines Zeitungsmenschen um, der die Medienkritik nach dem Germanwings Absturz für ziemlich ungerechtfertigt hält. Ich habe in Gedanken eine lange Antwort verfasst, in der ich praktisch jeden einzelnen seiner Punkte widerlegt habe. Aber eigentlich kann - und vor allem will - ich es kurz machen: Nein, ich fand die Berichterstattung nicht sachlich, und sich damit herauszureden, die Medien hätten den Lesern das Unglück näher gebracht, nicht zuletzt, damit sie es überwinden können, ist angesichts all der Live-Ticker, Schlagzeilen, Bilder und des rücksichtslosen Verhaltens der Medienleute vor Ort geradezu unsäglich.

Ich habe kurz bei meinem Alter Ego Zappadong vorbeigeschaut. Die hätte dazu eine Menge zu sagen, dachte ich mir. Aber Zap hat ihr Hochhaus ohne Lift eingefahren und das getan, was auch ich immer öfter mache: Sie hat sich zusammen mit Mr Doorman ausgeklinkt. An der Drehtür hängt ein Schild: "Es gibt ein Leben jenseits." Ich denke, sie meint damit nicht das Paradies, sondern das Leben abseits der Live-Ticker dieser Welt.

(Ein kleines Update im Nachhinein. Der Tweet von Hansruedi Widmer bringt es auf den Punkt. Er gilt ausdrücklich nicht nur für den oben genannten Artikel, sondern generell für den Umgang der Medien mit ihrer eigenen Berichterstattung: Wenn Journalisten ihr Blatt dazu nutzen, jene, von denen sie der Unsachlichkeit bezichtigt wurden, unsachlich abzuqualifizieren. #Tatbeweis)

Ich klinke mich jetzt ein. Nicht in Zaps Jenseits, sondern in den Feinschliff-Endspurt. Heftigst. Denn da fehlen nämlich noch ein paar Seiten.

Donnerstag, 2. April 2015