Freitag, 24. Mai 2019

Die coolsten Blutsbrüder ever sind zurück


Leon und Onkel Mike sind wieder da! Das ungleiche Team, das mal traurig wie tote Geranien in die Welt welkt, mal in einem Anfall von Übermut vom Wasserfall springt, sein Essen beim Dartturnier gewinnen muss, voller Pathos einen roten High-Heel beerdigt, übers Leben philosophiert und – ACHTUNG – einen fast richtigen Frankenstein und zwei Indianerinnen zu seinen Freunden zählt.


Nach der Hardcover-Ausgabe bei ArsEdition ist das Buch nun als Taschenbuch erhältlich. Handlich, preisgünstig und prallvoll mit unkitschigem Inhalt.

Titel: Ich, Onkel Mike und PLAN A.
Inhalt: Auf eigene Gefahr.
Seiten: 180 (nicht essbar)
Handlungsort: Hinter-Oberdorf (am A. der Welt)
Autorin: Alice Gabathuler
Cover: Lisa Hänsch (DAAAAAAAANKE, Lisa!)

Erhältlich im Buchladen deiner Wahl, hier oder - für Leute in der Schweiz - direkt bei mir (signiert).

Montag, 20. Mai 2019

Zweiter Schweizer Vorlesetag

Diese Woche darf ich gleich an zwei ganz besonderen Anlässen teilnehmen. Heute stelle ich euch den ersten der beiden vor, den

2. Schweizer Vorlesetag

Am Mittwoch werde ich mit Buchblogger Josia Jourdan nach Niederwangen fahren und dort mit ihm zusammen im Rahmen des zweiten Schweizer Vorlesetags an drei Veranstaltungen über das Schreiben und das Zusammenspiel Autoren-Bücher-Buchblogger reden. Vorlesen werden wir natürlich auch! Abwechselnd. Lieblingsstellen aus meinen Büchern. Hach! Ich freue mich total darauf. Im Augenblick habe ich jedoch noch die Qual der Wahl: Woraus soll und will ich vorlesen, und welche Stellen? Ich stecke mitten in der Vorbereitungsphase.Von Josia weiss ich, dass er ein ähnliches Problem hat wie ich - und ich weiss auch, wie er es löst: Er sucht mehr Stellen, als er an einem Anlass vorlesen kann; dann kann er nämlich spontan wählen. Ich glaube, ich mache das auch so. Hier mal der Spontanstapel von heute ... kann sich morgen noch einmal ändern ...

Donnerstag, 16. Mai 2019

Beautiful World

Ein weiterer Vorteil von nicht total verplanten Tagen und Wochen: Ich kann mich spontan entscheiden, zu Fuss einkaufen zu gehen, und das nicht einmal auf direktem Weg, sondern via Schlosshügel. Ich mag diese kühlen Morgen, an denen ich fast alleine unterwegs bin. Heute habe ich nicht eine Sekunde ans Schreiben oder irgendeinen Plot gedacht, sondern die Natur um mich herum in mich aufgesogen.





Mittwoch, 15. Mai 2019

Ready for Social Media

Ich bin diesen Monat fleissig auf Lesetour. Aber nicht so fleissig, dass ich keine Zeit mehr für andere Dinge habe. Und so habe ich mir heute Morgen überlegt, wie ich das Buch Blue Blue Eyes in Szene setzen möchte. Grund: Es wurde die letzten paar Lesungen besonders häufig als Vorlesebuch gewählt.

Zuerst habe ich es mit alten Schiffsplanken, Muscheln und Glasflaschen probiert. Mit mässig zufriedenstellendem Resultat. Dann ohne Flaschen. Und dann fiel mir der alte Schiffsteil ein, den ich letztes Jahr in Frankreich gekauft hatte. Der steht ziemlich weit oben auf einem Fenstersims im Treppenhaus. Ich quetschte das Buch davor, bezog Stellung und wollte auf den Auslöser drücken, doch bevor ich dazu kam, glitt das Buch ab und landete mit einem heftigen Knall im Treppenhaus.

Also musste der Schiffsteil runter. Dann hinauf ins Arbeitszimmer auf die Couch, das Buch schön vor dem Schiffsteil drapiert und abgedrückt. Im Bullauge spiegelte sich öde die Holzdecke. Also wurde ich erfinderisch => Ich wollte in den Spiegel. Das war einfacher gedacht als ausgeführt. Aber schlussendlich war ich am Ziel.

Wie lange das alles gedauert hat? Wollt ihr gar nicht wissen (hihi). Aber hier ist es, das Bild. Tschakka!

Montag, 6. Mai 2019

Nicht aufregen

Gestern öffnete und las ich eine Mail, die ich besser weder geöffnet noch gelesen hätte. Schon gar nicht hätte ich dem Link folgen sollen.

Heute Morgen, vor dem Schreiben der Morgenseiten (danke an Jutta Wilke, die mich dazu gebracht hat!), habe ich zuerst den Eintrag gelesen, den ich letzte Woche im Zug nach Zürich geschrieben habe. Daran möchte ich mich heute, morgen, in den nächsten Tagen und sowieso halten.

Samstag, 4. Mai 2019

Auf Buchfühlung

Vom März bis Juni 2019 sind sieben Autorinnen und Autoren auf Lesetour unterwegs in Aargauer Bibliotheken, eine davon bin ich. An drei Tagen bin ich diese Woche in den Kanton Aargau gefahren und habe dabei 9 Lesungen gemacht, 2 in Möhlin und 7 in Rothrist. Ich habe jede einzelne davon sehr genossen. (Ich winke an dieser Stelle begeistert in Richung Möhlin und Rothrist und grüsse die Bibliothekarinnen und die jugendlichen ZuhörerInnen.)

Bei jeder Lesung durften die Jugendlichen das Buch auswählen; diesmal war die Bandbreite besonders gross: Noch nie habe ich in einer einzigen Lesewoche aus so vielen verschiedenen Büchern vorgelesen (ich glaube, es waren annähernd so viele wie Lesungen).

Unterwegs auf den langen Zugfahrten habe ich gelesen: H.O.M.E. von Eva Siegmund, für mich das Beste an spannender Jugendliteratur seit langer Zeit. Und der Beweis, dass Verlage keine Lizenzen einkaufen müssten, weil wir im deutschsprachigen Raum extrem gute AutorInnen haben.

Und last but not least habe ich bei einem etwas längeren Aufenthalt in Aarau bei Bücher Lüthy ein Buch gekauft. Und zwar wegen der Widmung. Ja. Genau. Wegen der Widmung. (Nun, es hat auch so spannend geklungen, aber die Widmung hat den Ausschlag gegeben.)


Ich war also in jeder Hinsicht auf Buchfühlung diese Woche. Schön war's.

Mittwoch, 1. Mai 2019

Wir machen dann mal Pause

Vor Jahren hat mich Frank Maria Reifenberg mit seinem Buch Landeplatz der Engel begeistert. Für mich stand fest: Diesen Autor möchte ich kennenlernen, und so bin ich damals extra wegen ihm nach Zürich gefahren, als er dort auf Lesetour war. Wir mochten uns auf Anhieb. Das ist bis heute so geblieben.

Vor einiger Zeit schrieb er mich an und fragte, ob ich per Zufall in der gleichen Woche auf Ostschweizer Lesetour sei wie er. Bin ich nicht. Also fragte ich ihn nach seinem Leseplan und siehe da - er war heute in Gais, also ganz in der Nähe. Wir machten spontan ab und nahmen und uns vor, gemeinsam wandern zu gehen, sollte das Wetter schön sein.

Petrus muss uns wirklich mögen! Es war ein herrlicher Tag heute. Weil Herr Ehemann im Liechtenstein arbeitet, wo am 1. Mai eben nicht gearbeitet wird, waren wir zu dritt. Wir machten Pause vom Alltag und wanderten um Gais, unterhielten uns, genossen die Landschaft und kehrten in der einzigen Beiz ein, die auf der Rundroute geöffnet war. Schön war's. Wiederholenswert. Ab morgen gehen wir alle drei wieder unserer Arbeit nach. Frank und ich bei Lesungen (er in der Ostschweiz, ich im Kanton Aargau), Herr Ehemann in seinem Beruf.



Dienstag, 30. April 2019

Parat für den Mai

Morgen kann ich ziemlich entspannt in den Mai eintauchen. Vieles, das in den ersten drei Monaten des Jahres gedrängt hat, ist abgeschlossen oder auf guten Wegen. Mit ein paar Projekten bin ich im Rückstand, zum Beispiel mit Onkel Mike, den ich seit Anfang Jahr immer wieder schieben musste. Im Mai wird er fertig. Bestimmt ;-)

Ich freue mich auf diesen neuen Zeitabschnitt. Der Mai 2019 wird sehr viel stressfreier als der Mai 2018 - ich habe weniger Termine angenommen als letztes Jahr, und wir sind mit den da bux Projekten viel weiter als letztes Jahr um diese Zeit. Deshalb wird der Mai eine gute Mischung aus Begegnungen, Lesungen, Schreibzeit, Gartenzeit und Kreativzeit.

Im Mai beginne ich ein neues Bullet Journal. Das alte ist voll, eine Art Logbuch durch die letzten sieben Monate, Agenda und Tagebuch zugleich, ein Erinnerungsstück, durch das ich gerne blättere und das einen Ehrenplatz bekommt.

Sonntag, 28. April 2019

Unfolding

Jeden Frühling entrollt sich im Garten der Farn, etwas vom Schönsten, das man als Gartenliebhaberin mitverfolgen kann. Unfolding ist das Wort, das mir dazu einfällt. An dieses Unfolding denke ich jeweils auch, wenn ich gefragt werde, wie meine Texte entstehen. Sie entrollen und entfalten sich. Wachsen in ihrer eigenen Zeiteinheit heran. Es wäre sinnlos, an ihnen zu zupfen und zu zerren, um das Wachstum zu beschleunigen.

Im Augenblick wächst in mir sehr viel. Und alles extrem langsam. Ich störe mich nicht daran, sondern freue mich am Entrollen. Ähnlich geht es mir mit einem fast fertigen Text. Es fehlt nicht mehr viel; ich bin ganz nahe dran, aber halt eben noch nicht am Ziel. Das Überarbeiten geht nur langsam voran. Aber es wächst. Ich bin heute den ganzen Tag im "Schreibgarten", tauche noch einmal in den Text ein. Bin gespannt, ob er am Ende des Tages ganz entrollt ist, oder ob er noch etwas braucht.

Freitag, 26. April 2019

Warum ich meine Bücher auch selber verkaufe

Jahrelang habe ich bei Lesungen auf die Frage von Jugendlichen "Wo kann man Ihre Bücher kaufen?" geantwortet "Im lokalen Buchladen." Ich sage das heute noch als Erstes, denn die lokalen Buchläden sind mir wichtig. Im Laufe dieser Jahre habe ich jedoch zwei Dinge festgestellt:

1.Viele lokale Buchläden, ob gross oder klein, führen meine Bücher nicht. Ich muss also bei Lesungen erklären: "Im lokalen Buchladen. Ruft aber vorher dort an oder schickt eine Mail und erkundigt euch, ob sie das Buch haben, wenn nicht, werden sie es gerne für euch bestellen. Oder geht hin und bestellt das Buch, wenn es nicht an Lager ist."

2. Die Jugendlichen geben immer häufiger schon während meiner Erklärung auf. Okay, die Frau Autorin ist nett, sie ist meistens sogar witzig, und man würde das Buch ja kaufen, wenn dieses Prozedere nur nicht so grottig kompliziert wäre. Dann halt nicht, denken sie.

Dazu kommt: Meine Self Publishing Publikationen sind kaum bis gar nicht in den Buchhandlungen zu finden. Ich habe deshalb begonnen, die Antwort auf die Eingangsfrage zu ergänzen:
"Im lokalen Buchladen oder direkt bei mir."

Und so kommt es, dass ich ab und zu - wie heute Morgen - mit einer oder zwei Schachteln voller Bücher zur Post gehe und sie an Schulklassen schicke, bei denen ich gelesen habe.

Nein, ich möchte niemanden in den Buchhandlungen arbeitslos machen. Aber diese Zurückhaltung in eigener Sache hat mir jahrelang nicht viel gebracht. Wenn jetzt jemand "Einspruch!" ruft: Ich weiss, wovon ich rede; ich kenne meine Verkaufszahlen und ich halte in Buchhandlungen immer die Augen nach meinen Büchern offen, meistens vergeblich. Und bevor jemand mein Buch gar nicht kauft, biete ich es doch lieber selber an. Denn am Ende des Tages leben wir AutorInnen auch von verkauften Büchern, oder würden das zumindest gerne tun.

Falls BuchhändlerInnen mitlesen: Ich steige gerne in einen Dialog ein, und wir können gemeinsam nach Lösungen suchen. Eine wäre für mich zum Beispiel ein offizieller Büchertisch bei Schullesungen, geführt vom lokalen Buchladen, genauso, wie es bei Lesungen von Erwachsenenbuch-AutorInnen der Fall ist. Da stösst man jedoch bei Schulen nicht wirklich auf offene Ohren. Es gibt auch Schulen, die explizit darauf hinweisen, dass sie es nicht schätzen, wenn Frau Autorin oder Herr Autor die Bücher selber verkaufen will; daran halte ich mich, auch wenn ich es nicht verstehe.

Die Bücher, die heute zur Post gegangen sind, sind unterwegs zu Jugendlichen, die ihre Bücher aus einem anderen Grund bei mir bestellt haben: Sie haben gefragt, wie viel ich an einem Buch verdiene und waren entsetzt darüber, wie wenig es ist, und weil ich nicht verschwiegen habe, dass es mehr ist, wenn ich die Bücher selber verkaufe, wollten sie ausdrücklich bei mir bestellen.

Sorry - ignoriert das "Weiterlesen" - ich experimentiere mit dem Jump-Break und bekomme ihn nicht mehr raus.

Donnerstag, 25. April 2019

High-touch statt Hightech

In diesen Tagen beginnt mein Leben am Morgen mit einer Runde durch den Garten. Er ist nicht gross, und dennoch dauert die Runde ziemlich lang, denn so ein Garten ist nichts zum Durchhetzen, sondern ein Ort zum Verweilen. Dazu passend habe ich kürzlich ein Zitat gefunden.

Gardening is high-touch, not hightech. It's something that involves the total person.

Dasselbe gilt übrigens fürs Schreiben.









 

Montag, 22. April 2019

Kürzlich, im Frühlingsgarten

Vor Ostern habe ich Fotos im Garten gemacht. Und dann sah ich ihn, den kleinen Kerl. Ich hielt den Atem an und drückte auf den Auslöser. Er badete fröhlich weiter, also traute ich mich näher ran. Vorsichtig, mit klopfendem Herzen. Nach ein paar Bildern hielt ich inne und sah ihm einfach zu.

Kürzlich redete im Radio einer davon, was Glück ist. Wie wir es zuweilen verzweifelt suchen, wie viel Aufwand wir dafür betreiben. Dabei ist es so einfach. Glück ist in vielen kleinen Momenten zu finden. Manchmal haben wir per Zufall eine Kamera dabei. Meistens nicht. Und vielleicht ist das gut so. Denn das kleine Glück ist auch ein sehr intimes, persönliches.

Ich wünsche euch viele schöne Glücksmomente.