Montag, 13. Juli 2026

PLOTLÖCHER


Wer schreibt, kennt sie: die Plotlöcher, also die Stellen in der Geschichte, in denen die Logik auf Nimmerwiedersehen verschwindet. Vor ein paar Monaten habe ich in meiner Lost Souls Geschichte ein Plotloch epischen Ausmasses entdeckt und beim Auffüllen habe ich mich erst mal darin verirrt. Unzählige verworfene Szenarien weiter hatte ich immerhin eine Idee, wie ich da rauskommen konnte. Das Rauskommen war dann noch einmal eine ganz andere Sache. Irgendwann, so dachte ich, ich hätte es im Griff, aber beim Umschreiben habe ich neue Plotlöcher geschaffen, kein so riesiges mehr, aber doch gross genug, um beinahe daran zu verweifeln. Mittlerweile ackere ich mich zum umpften Mal durch den Text und finde immer neue Löcher. So viele, dass ich mich kurzfristig zur Queen of Plotlöcher gekürt habe. 

Nun könnte man einwenden, dass eine geschicktere und gründlichere Planung die Gefahr solcher Löcher verringern würde. Der Einwand wäre berechtigt. Nur, so funktioniere ich als Autorin nicht. Ich schreibe mich spiralenartig durch meine Geschichten, von denen es mir reicht, die Figuren, das Setting und die Grundidee zu kennen.

Ich will mich auch nicht beschweren. Oder gar mit mir hadern. Ich liebe es, das Notizbuch hervorzunehmen, wenn ich feststecke und unzählige "was wäre wenn" Szenarien zu entwerfen. Das ist meine Art, die Geschichte in den Griff zu bekommen, und wenn ich gefühlte 832 Mal wieder an den Start muss, dann ist das halt so. 

Vielleicht arbeite ich so, weil ich viel lieber überarbeite als schreibe. Vielleicht ist das meine einzige Chance, Queen von irgendwas zu werden. Wahrscheinlich ist, dass ich schreibe, wie ich lebe. 

PS: Ja, das ist ein bisschen ein fiebrig-löchiger Blogpost geworden. Das könnte daran liegen, dass es mich gerade ziemlich heftig erwischt hat, das volle Programm von dem, was man sich an Husten, Erkältung, Wattekopf und Waschlappenfeeling einfangen kann. 

PPS: Die Collage besteht aus Einträgen aus diversen Notizbüchern. Wer mag, darf beim fröhlichen Bücherraten mitpielen (Hinweis: Es sind drei Bücher.)

2 Kommentare:

Hausfrau Hanna hat gesagt…

Spannend,
liebe Queen Alice,
dieser Gedanke "Ich schreibe, wie ich lebe!"
Die Hitze hat mir das Hirn aufgeweicht, und ich helfe mir mit Schreibversuchen von Haikus (um das Denken nicht ganz aufzugeben...)
Ich schicke dir viele liebe Grüsse aus dem Landrefugium
Hausfrau Hanna

Alice Gabathuler hat gesagt…

Refugien sind was ganz Feines. Ich bin im Juli öfters in den Bergen und geniesse die kühlen Nächte ... Tagsüber sitze ich im einigermassen kühlen Haus, gucke auf meinen wachsenden Dschungel und kämpfe gegen das Verschlungenwerden von Plotlöchern. Bis mir wie dir die Hitze - oder gerade jetzt eine blöde Erkrankung (nichts Schlimmes, keine Bange) - das Hirn aufweicht. Dann lege ich mich hin und mache ein Nickerchen und bin dankbar dafür, einen Beruf zu haben, bei dem ich das einfach kann, ohne einem Chef oder einer Chefin erklären zu müssen, warum ich grad grässlich durchhänge.

Alles Liebe ins Refugium.
Alice