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Montag, 30. März 2026

HOFFNUNG

 

Die Welt spinnt. Alte weisse Männer zetteln Kriege an, in die sie nicht selber ziehen. Multimilliardäre leben nach eigenen Regeln, mit denen sie andere ausbeuten und sich selbst noch viel reicher machen.

Und wir? Flüchten uns in unsere kleinen Welten, weil wir in der grossen Welt gar nichts mehr zu sagen haben. Klinken uns aus, weil wir den Wahnsinn, gegen den wir keine Chance haben, nicht mehr ertragen.

Früher, als ich jung war, da habe ich geglaubt, dass wir Menschen etwas bewirken können, wenn wir zusammenstehen. Ja, ich habe sogar geglaubt, dass Musik die Welt verändern kann. Oder Bücher. Naiv? Mag sein. Aber wer naiv ist und bleibt, dem stirbt die Hoffnung nicht. Und Hoffnung ist das, was wir brauchen. 

Deshalb pflege ich die Hoffnung wie eine vom Aussterben bedrohte Pflanze. Was bei meinem Talent, so ziemlich alle Topfpflanzen im Haus ungewollt zu töten, vielleicht nicht der beste Vergleich ist. Und vielleicht ja doch. Denn ziemlich alle sind eben nicht alle. Noch lebt meine Pflanze namens Hoffnung, obwohl sie mehrere Male kurz vor ihrem Ableben stand.

Was mir Hoffung gibt? Zuckerberg hat gerade zwei wichtige Gerichtsfälle verloren - zudem ist sein Metaverse grausam abgeschmiert. In den USA regt sich der Widerstand gegen die gigantischen Energiefarmen (was für ein verniedlichender Name für diese Monster), die man für die extrem strom- und wasserfressende KI benötigt. Ebenfalls in den USA sind über 8 Millionen Menschen an den dritten "No Kings" Protesten marschiert und haben damit den US-Rekord gebrochen. Sehr reiche Menschen kaufen Naturland auf allen Kontinenten, nicht um es auszubeuten, sondern um es in seinem Naturzustand zu belassen. Wo habgierige Tech-Bros alles dem Profit unterordnen, spenden zum Teil ihre Ex-Frauen tonnenweise Geld an Projekte, die vom Staat gestrichen wurden, damit ein verschwindend kleiner Prozentsatz pervers reicher Unsympathen weniger Steuern bezahlen muss. In Schweden drucken sie wieder Schulbücher, weil digital allein eben nicht alles ist. Kreative in der ganzen Welt wehren sich dagegen, dass die KI von ihnen absaugt, was sie nur kann, um es dann in verarbeiteter Form wieder auszuspucken. Online-Trends, die seit Jahren nerven, werden immer mehr ignoriert. Ich könnte hier unzählige weitere Beispiele aufführen.

Fakt ist, dass man uns in den Medien vorwiegend schlechte Nachrichten um die Ohren haut. Ich plädiere nicht dafür, dass man uns die Wahrheit erspart, aber ich hätte sie gerne sachlich präsentiert und diskutiert, ohne Hyperventilieren und Schlagzeilen, die mehrheitlich nur noch Klickbaits sind. Ich bin dafür, dass in jede Nachrichtensendung auch gute Nachrichten des Tages gehören. Damit all jene nicht aufgeben, die die Hoffnung sorgsam pflegen, sich motiviert und mutig um ihre Liebsten, ihre Mitmenschen und die Natur kümmern.

Wir Menschen wollen doch im Grunde genommen vor allem eins: geliebt werden. Aber es war schon immer sehr viel einfacher, Hass zu verbreiten. Lasst uns dagegen ankämpfen. Mit Hoffnung und ganzen Badewannen voller Liebe. Wir können nicht die ganze Welt im Alleingang verändern, aber wenn jeder und jede von uns damit anfängt, schaffen wir es vielleicht gemeinsam. Wenn ihr eine Hymne dazu braucht - so von wegen Musik und Hoffnung - hört Bruce Springsteen. Der Mann singt seit Jahrzehnten gegen alte weisse Männer, die Kriege anzetteln, und reiche Egoisten ohne Moral an. Mein Favorit ist immer noch Ghost of Tom Joad. Pflegt eure Hoffnung, macht Musik, lest gute Bücher, seid mutig und kreativ und versucht, Vorbild zu sein. Vor allem aber: Lasst nie den Hass über die Liebe siegen.

Freitag, 21. Februar 2025

Das kleine Herz


Ich wollte über Wörter schreiben im heutigen Post. Über den Golf von Mexiko und die Liste mit unerwünschten Wörtern, die in den USA zirkuliert. Aber das schaffte ich nicht. Zu monströs ist die Vorstellung, dass einer allein einfach so an der Sprache drehen kann, dass er wichtige Begriffe einfach löschen kann und dabei seine Lügen zur Wahrheit umdreht.

Eine Weile lang dachte ich über pure Bosheit und absolute Empathielosigkeit nach. Was mir durch den Kopf ging, war nicht druckreif, auch nicht online-reif. Der Cursor blieb  oben links im leeren Nichts stecken. Weil ich nicht über Bosheit und Empathielosgkeit schreiben wollte. Und weil ich das mit den Wörtern nicht auf die Reihe bekam (ich hab's versucht, echt, der Text ist als Entwurf gespeichert, aber er ist nicht gut und er ist nicht fertig).

Okay, dachte ich, für irgendwas hast du ja eine Notfallthemenliste für den Blog. Aber die Themen wirkten klein und unbedeutsam angesichts dessen, was gerade läuft.

Also starrte ich ziemlich lange einfach nur auf den Cursor im weissen Nichts und entschied dann, mir erst einmal eine Tasse Kaffee zu holen (DAS Allzweckmittel bei Hirnstau und Frust). Als ich zurückkam, war es nicht nur dem Cursor, sondern auch dem Rechner zu langweilig geworden. Er zeigte mir wenigstens nicht den Mittelfinger, sondern einen der Leuchttürme, an denen wir letzten Sommer - und gefühlt in einem anderen Leben - auf unseren Küstenwanderungen in Nordspanien vorbeigekommen sind. Ein Bild, aufgenommen im Hochformat, vom Rechner total seltsam ins Querformat übertragen. Und da sah ich es zum ersten Mal, das kleine Herz auf dem Leuchtturm. Oder etwa doch nicht? Hatte ich damals genau deswegen den Leuchtturm fotografiert? Ich kann mich nicht erinnern.

Es ist nicht wichtig. Wichtig ist, dass da ein Herz auf dem Leuchtturm ist. Denn über Herzen kann man nicht oft genug sprechen und schreiben. Das Herz steht für die Liebe. Für Kraft. Für Hoffnung. Für Zuversicht. Für Mut (auch wenn er noch so ängstlich ist). Möge das Herz vom Turm leuchten bis übers Meer hinaus, bis zu uns, bis nach Amerika, überall hin. 

Tragt euch und euren Herzen Sorge.