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Montag, 23. März 2026

KONSTANZ

 
Ich bin ein Schusel, ein Dusel, ein vergessliches Huhn, ein Hüpf-durch-die-Welt-Mensch, eine Chaotin. Damit bin ich wunderbar durchs Leben gekommen, stets im Wissen darum, dass diese Eigenschaften mich auch in Teufels Küche reiten können. Deadlines, die "plötzlich" ganz nah vor mir auftauchen, aufgeschobene Arbeiten, die ich in Nachtschichten abgearbeitet habe usw. Gehört dazu, habe ich mir gesagt. Und mir jedes Mal recht gegeben, nachdem ich in einem Anfall von Vernunft so richtig aufgeräumt hatte ... und dann in dieser perfekten Ordnung nichts mehr finden konnte.

Als ich jung war, war es extrem. Später habe ich nach und nach gelernt, ordentlicher und organisierter zu werden, und ich bin jedes Jahr ein wenig besser geworden darin. Doch ganz ehrlich. Das Motto Wer Ordnung hält, ist nur zu faul zum Suchen diente mir bei mancher Gelegenheit als perfekte Ausrede. Zudem heisst es ja nicht umsonst creative chaos. Da kam mir mein Beruf als Autorin entgegen. Kreativer geht gar nicht. Na ja ... das mit den Abgabeterminen, den Deadlines, das hatte es jedes Mal in sich, aber ich habe es bis auf zwei Ausnahmen immer hinbekommen (ihr dürft einfach nicht fragen, wie). 

Witzigerweise war ich im Berufsleben dann doch meistens ziemlich gut organisiert. Mit dem da bux Verlag habe ich das Organisieren für mich schon fast zur Perfektion gebracht (Danke an meinen Verlagskollegen Tom Zai, der die besten Produktionspläne ever schreibt!). 

Wo es nie geklappt hat: Bei meiner eigenen Gesundheit. Ich arbeitete oft zu viel, zu lange, in falscher Körperhaltung und verschlang dabei tonnenweise ungesundes Essen. Tiefpunkte in meinem Autorinnenleben und Momente der Schreiblustlosigkeit füllte ich gnadenlos mit Futter aller Art. Bei einer Lesung hat mich einmal jemand gefragt, was eine Autorin sei. Ich antwortete spontan: "Das ist eine mit Schokolade gefüllt Frau, die schreibt."

Seit ein paar Jahren versuche ich mich ernsthaft im gesunden Leben. Mit Höhen und Tiefen. Generell zeichnet sich so langsam ein Muster in die richtige Richtung ab. Und dieses Muster hat sehr viel mit dem Wort der Woche zu tun. Plus sämtlichen Mottos, die ich mir im Laufe dieser Versuchsjahre verinnerlicht habe.

Angefangen habe ich mit Slow and steady wins the race. Gar nicht so einfach, für einen Ungeduldspinsel wie mich. Danach kam: I want to see what happens if I don't give up. Nun, ich habe vor allem gesehen, was passiert, wenn ich aufgebe, also halte ich mich mittlerweile lieber ans Nichtaufgeben. An dieser Stelle kommen jetzt die Fanfarenklänge für ein Wort, das so ziemlich alles veränderte - TATA-TA-TAAAAA: Konstanz. 

Konstanz heisst dranbleiben, weitermachen, nicht aufgeben, jeden Tag aufs Neue, und wenn es nicht klappt, dann steht man auf, macht weiter, bleibt dran, gibt nicht auf ... 

Auf Insta hüpften zunehmend Posts mit einem SHOW UP in meinen Thread. Also: Zeig dich, tauche auf, sei jeden Tag aufs Neue da. Egal in welcher Stimmung, egal, ob du denkst du packst es oder nicht. Wichtig ist, dass du auftauchst, dich zeigst und sagst: "Ich bin hier." Show up. Für dich und niemanden sonst. 

Und dann, wie das so ist im Leben ... eins führt zum anderen und dann kam noch so eine Urgewalt von YouTuberin, die mir die Welt des Essens und des Essverhaltens auf absolut witzige Weise erklärt. Ihre Worte: Konstanz - show up. Und sie hat mir auch gleich ein neues Motto mit auf den Weg gegeben: Don't try to make your good days perfect, try to make your bad days less bad. Wo sie recht hat, hat sie recht. Und so gehe ich es slow and steady an ... und bin in Sachen Gesundheit und Essen super unterwegs.

Drei Anmerkungen dazu: 

Konstanz ein bescheidenes, unscheinbares Wort, etwas langweilig und bieder. Es zu leben ist gar nicht so einfach. Aber der Versuch lohnt sich. Versprochen. 

Jetzt bleibt nur noch eine Baustelle: Mein Schreiben. Das ist nämlich so chaotisch und unbeständig wie selten zuvor. Aber ich kenne jetzt ja die Tricks und vor allem das passende Wort und die passenden Mottos. Es kann also nur besser werden.  

Als angenehmen Nebeneffekt dieser Lebensreise habe ich jetzt so ziemlich die beste Mottosammlung der Welt.

Dienstag, 11. Januar 2022

Gewohnheiten sind Trampelpfade im Gehirn


Diesen sowohl passenden als auch schönen Vergleich im Blogtitel habe ich nicht selber erfunden, sondern heute in einem Video von Nicole Lange gesehen und gehört (leider nicht verlinkbar, da nicht öffentlich online, aber ich verlinke gerne auf ihren Kanal: Nicole Lange). Ihr Thema: Abnehmen mit Intervallfasten. Das Zitat stammt aus einem Video zu einer Acht-Tage-Challenge, in der ich eigentlich nichts Neues gehört habe, aber viel Wertvolles und Brauchbares wieder ins Bewusstsein geholt habe.

Wieso ich mir alle acht Videos angeschaut habe: Einer meiner Vorsätze für 2022 ist ja ein gesunder Körper. Dazu gehört auch ein gesünderes Gewicht, aber darum soll es in diesem Post nicht gehen. Sondern generell um Gewohnheiten.

Ich sass also entspannt da, hörte Nicole Lange zu und dann kam dieser Vergleich mit den Trampelpfaden. Ich laut gelacht und gleichzeitig gedacht: Mein Trampelpfad zum Kühlschrank ist eine vierspurige Autobahn. Dieses Bild ist so einfach, so logisch, so stark; selten hat mir ein Vergleich so sehr geholfen, mich und meine Gewohnheiten deutlich zu sehen.

Was Nicole Lange dazu sagt: Wenn du eine Gewohnheit ändern willst, musst du neue Trampelpfade anlegen, solche, die dir gut tun, solche, die zu deinen Zielen, Wünschen und Träumen führen. Je stärker die neuen Trampelpfade werden, desto weniger wirst du auf deinen ursprünglichen Trampelpfad zurückkehren. Wenn du jetzt noch gleichzeitig bewusst deinen alten Trampelpfad nicht gehst, wird er im Laufe der Zeit zuwachsen. Beides zusammen - neue, starke Trampelpfade und ein kaum mehr sichtbarer alter Trampelpfad - hilf dir, deine Gewohnheiten zu ändern.

Dass das alles Zeit braucht, versteht sich von selbst. Deshalb hängt seit nun fast einem Jahr ein Zettel an meiner Pinwand: SLOW AND STEADY WINS THE RACE. Er stammt von Sadia, einer Frau mit dem wunderbaren YouTube Kanal Pick up Limes, in dem es um gesundes Essen geht (unbedingt reinschauen, alleine die Startseite ihres Kanals ist eine Augenweide).

Im Falle meines Chaotentums bedeutet "Slow and Steady" rund 50 Jahre. Als junge Frau bin ich wohl nur knapp an dem vorbeigeschrammt, was man einen Messie nennt. In meiner Zeit als berufstätige Mutter stapelten sich unzählige Berge von so ziemlich allem in unserem Haus: Bücher, geschäftliche Unterlagen, Wäsche, Geschirr usw. Je älter die Kinder wurden, desto mehr gelang es mir, mehr Ordnung ins Haushaltschaos zu bringen. Heute kann ich stolz verkünden, dass ich in einem ordentlich aufgeräumten Haus lebe. Anders gesagt: Das mit dem Anlegen neuer Trampelpfade hat funktioniert. Wenn ich nicht gerade in einem emotionalen Tief stecke, bewege ich mich mittlerweile sicher und glücklich auf diesen neuen Ordnungstrampelpfaden.

Dasselbe gilt fürs Schreiben. Da verläuft zwar parallel zu einem noch etwas dünnen neuen Trampelpfad immer noch mein breiter, gut eingelaufener Chaotentrampelpfad, aber ich merke, dass der neue Pfad stärker und breiter wird.

Das alles macht mir Mut: Wenn ich meine Trampelpfade in entscheidenden Lebensbereichen ändern konnte - ganz langsam und mit vielen Ausflügen auf die alten Trampelpfade - dann kann ich das auch mit meinem Körper.

Wo es mir schon gelungen ist: Nach zwei Jahren, in denen meine Rückenschmerzen mich am Ende jede Nacht ziemlich massiv geplagt haben, habe ich meine Ärztin gebeten, mich entweder zum Untersuch beim Spezialisten anzumelden oder mir eine Physiotherapie zu verschreiben. Die Ärztin fand, ich solle mit der Physio anfangen. Da hat sich ziemlich schnell herausgestellt, dass meine Schmerzen auf eine falsche Körperhaltung zurückzuführen sind. Um beim Bild vom Trampelpfad zu bleiben, das ich damals noch nicht kannte: Ich hatte mir eine total falsche Sitzhaltung "angetrampelt", was mir mein Rücken irgendwann permanent übel genommen hat. Meine Therapeutin (DANKE, Karin!!!) hat das sehr schnell erkannt und mir gezeigt, was ich dagegen tun kann. Innerhalb von zwei Wochen haben sich die Schmerzen fast völlig aufgelöst. Damit das auch so bleibt, mache ich weiterhin meine Übungen, setze mich bewusst hin beim Arbeiten, habe mir  auf meinem Computer eine Mailerinnerung eingerichtet, die mich alle dreissig Minuten daran erinnert, auf meine Körperhaltung zu achten. Ich mache das also slow and steady. Und - wie ich dank Nicole Lange nun auch weiss - mit dem Anlegen eines neuen Trampelpfades.

Ebenfalls gelungen ist es mir mit meinem #walkingmayway. Ich achte darauf, so oft wie möglich einen zügigen Spaziergang zu machen. Letzten November/Dezember bin ich vom Weg resp. vom Trampelpfad abgekommen und habe das ein wenig vernachlässigt. Seit Anfang Jahr walke ich wieder beinahe täglich meinen Weg :-)

Und weil mir so vieles schon gelungen ist, bin ich zuversichtlich, dass ich auch an meinem Gewicht arbeiten kann. Schön slow and steady.

Wo immer eure Trampelpfade sind, die ihr verlassen wollt: Ich wünsche euch alles Gute dabei.

Und ich bedanke mich bei Jutta Wilke, für einmal nicht für die Morgenmails, sondern dafür, dass sie mir Nicole Lange und den Kanal Pick up Limes empfohlen hat.