Ich war zwei Wochen anderswo. Das Zurückkommen fiel mir leicht, das Ankommen schwer. Das leuchtend frische Frühlingsgrün der letzten Wochen ist mattem, müdem Sommergrün gewichen. Der Alltag hat mich wieder: garstiger Bürokram, ein Haushalt, der geputzt werden will, eine Agenda, die schon wieder zu voll ist, eine To-Do-Liste, die abgearbeitet werden will. Statt beschwingt und motiviert die Dinge anzugehen, quäle ich mich durch sie hindurch, natürlich nicht sofort, sondern mit Verzögerung und nach viel Auf- und Hinausschieben. Traurigkeit schleicht sich ein, genauso matt wie das Sommergrün.
Ich wäre gerne anderswo.
Ich wäre gerne anderswer.
Sommerblues halt. Ganz klassisch.
Dabei wollte ich über Mut bloggen, aber das geht schlecht in diesem mutlosen Zustand.
Ich wollte über all das viele Grüne bloggen, das ich im Juni gesehen habe (Monatsaufgabe in der Juni-Schneckenpost), aber das geht schlecht in diesem mattgrünen Zustand.
Ich wollte über meine Pläne für die zweite Jahreshälfte bloggen, aber die sind in meinem Sommerblues ertrunken und auf Grund gesunken.
Dabei weiss ich doch: Bürokram lässt sich locker erledigen. Hausputz war nie lustig und wird nie lustig sein, aber schwierig ist das nicht. Die Termine in der Agenda sind ja alles total coole Termine und in (fast) jeder vollen Agenda finden sich Löcher. To-Do-Listen kann man zusammenstreichen.
Vor allem: Ich bin mir extrem bewusst, was für ein Fliegenschiss respektive First World Boomer Luxusproblem mein Sommerblues ist. Beinahe hätte ich deswegen den ganzen Post gelöscht. Nur, dieses jämmerliche Wesen hier bin eben auch ich, und glaubt mir, ich wäre es lieber nicht. Bei Gelegenheit werde ich mich mit Frau Zappadong darüber unterhalten. Sie wird mir (zurecht) ordentlich die Kappe waschen und mich dann - hoffentlich - trotzdem in die Arme schliessen.
PS: Die kleinen Bilder in der Collage sind in der Zeichnungsrunde im Atelier entstanden.
