Ich habe mich für die Festtage eingedeckt. Mit Büchern :-) Was mich direkt zu Frage 15 bringt:
Nein.
Weil Herr Sohn sehr viel mehr liest als ich (ich kenne niemanden, der mehr liest als er). Leider sind unsere Lesegeschmäcker nicht kompatibel. Wären sie es, müsste ich wohl nie wieder ein Buch kaufen. Bei Orks, Zwergen, sprechenden Bäumen und kämpfenden Stämmen muss ich jedoch passen.
Weil Frau Tochter von langjähriger (Fastnicht)Leserin zu einer der spannendsten Leserinnen geworden ist, die ich kenne. Sie liest Dinge, die sonst niemand liest, den ich kenne. Im Gegensatz zu den Büchern von Herrn Sohn greife ich sehr gerne nach ihren Büchern, die von abgedrehten amerikanischen Kurzgeschichten bis hin zu Fachliteratur über die Geschichte des Punks reichen.Mittlerweile liest Frau Tochter also mindestens gleich viel wie ich, in Phasen, in denen ich schreibe, ganz bestimmt mehr als ich.
Nach der Lesegewohnheit von Herrn Ehemann wurde zwar nicht gefragt. Es sei jedoch verraten, dass auch er ein überzeugter Leser ist. Womit ich in einem Haus mit lauter Lesefreaks wohne. Ich bin nicht einmal die Einzige, die in unserer Familie schreibt. Ich bin also bestens aufgehoben :-)
Nun freue ich mich auf die Festtage - mit all den Büchern, die ich mir gekauft habe. Unter anderem dem ersten Erwachsenenroman von Kevin Brooks.
Samstag, 24. Dezember 2011
Freitag, 23. Dezember 2011
81 Fragen an ... Verlagsuche
Ich habe mich mit meinem ersten Buch Blackout zuerst direkt bei Verlagen beworben. Wie bei vielen anderen Autoren, lagen dann erst mal Absagebriefe im Briefkasten (falls überhaupt). Nun ja, dachte ich mir, dann ist meine Geschichte halt nicht gut genug. Ich hörte also auf zu suchen, feilte weiter an der Geschichte von "Blackout" und begann andere Projekte. Eine Kollegin empfahl mir dann ihren Agenten und stellte den Kontakt zwischen uns beiden her. Ihm gefiel mein Schreibstil und die Geschichte, aber er meinte, da müsse ich noch einmal gründlich drüber. Aufgrund seiner Anmerkungen habe ich den Text nochmals überarbeitet und ihn danach in seine Hände gelegt. Er suchte. Ich schrieb an anderen Projekten, unter anderem nahm ich am NaNoWriMo teil (diesem irren Projekt, in dem jedes Jahr zig-tausende Schreibbegeisterte im November versuchen, 50'000 Wörter zu schreiben und zu so etwas wie einer Geschichte zusammenzufügen). Mitten in dieses fiebrige Projekt hinein (ich hatte Kinder, eine eigene Firma und schrieb vorwiegend nachts, um auf die 50'000 Wörter zu kommen) kam die Nachricht, dass der Thienemann Verlag den "Blackout" herausgeben würde. Ich denke, ich hatte nicht zuletzt Glück. Thienemann suchte einen Jugendkrimi - ich bot einen an, hatte also sozusagen das richtige Buch zur richtigen Zeit.
Aus dem NaNoWriMo-Text wurde übrigens - extrem stark überarbeitet - das zweite Buch von mir (Schlechte Karten). Blackout ist zu meinem erfolgreichsten Buch geworden. 2007 erschienen, verkauft es sich nach wie vor gut, wahrscheinlich nicht zuletzt, weil es in vielen Schulklassen zur Klassenlektüre geworden ist.
Aus dem NaNoWriMo-Text wurde übrigens - extrem stark überarbeitet - das zweite Buch von mir (Schlechte Karten). Blackout ist zu meinem erfolgreichsten Buch geworden. 2007 erschienen, verkauft es sich nach wie vor gut, wahrscheinlich nicht zuletzt, weil es in vielen Schulklassen zur Klassenlektüre geworden ist.
Mittwoch, 21. Dezember 2011
81 Fragen an ... Wie alles anfing ...
Ich bin für diese Frage die hinterste Ecke meines Dachbodens gekrochen und habe die Riesenschachtel mit den Texten aus meiner Jugendzeit hervorgeholt (als Grössenvergleich steht mein erstes Buch Blackout daneben).
In dieser Schachtel befinden sich hauptsächlich Tagebücher, aber auch Gedichte, Songtexte und ein paar angefangene Romane - bis auf einen Text alles von Hand geschrieben, weil ich zu der Generation gehöre, die ohne Computer aufgewachsen ist.
eine meiner ersten - angefangenen - Geschichten (1975)
mein allererstes Schreibmaschinenmanuskript -
von Normseiten hatte ich damals keine Ahnung :-)
Songtext von damals
mein Deutschlehrer möge mir verzeihen -
viele meiner Texte sind in seinem Unterricht entstanden
Angefangen hat das Schreiben aber schon früher. Ich habe es geliebt, am Abend vor dem Einschlafen für meine Lieblingsserie "Flipper" neue Folgen zu erfinden. Aufgeschrieben habe ich diese Geschichten nie. Auch heute ist das noch so: Meine Geschichten beginnen alle in meinem Kopf, als Kopfkino. Manchmal trage ich sie wochen- oder gar monatelang einfach so mit mir herum, denke mir Szenen aus (immer noch vor dem Einschlafen!), komme meinen Figuren näher. Irgendwann, später, mache ich mir dann die wichtigsten Notizen, aber der grösste Teil der Geschichte ist als Film in meinem Kopf.
schon damals hatte ich einen Notizbüchertick ;-)
Manchmal, wenn ich bei Lesungen erzähle, dass ich schon im Alter von 13 oder 14 meine ersten Bücher begann (fertig wurde nie eins), werde ich gefragt, ob ich die nicht fertigschreiben und veröffentlichen möchte. Die Antwort ist ein klares Nein. Ich mag die Texte, aber sie halten einer (sogar ziemlich unkritischen) Prüfung nicht stand. Ihr Platz ist die Schachtel auf dem Dachboden.
Mit dem "richtigen" Schreiben von Büchern habe ich erst mit ca. 40 Jahren angefangen, nachdem ich mich in einem Internetforum anhand von Kurzgeschichten intensiv mit dem Schreibhandwerk auseinandergesetzt hatte. Ich merkte jedoch schon bald, dass ich nicht bei den Kurzgeschichten bleiben wollte. Ich brauchte für meine Figuren viel, viel Platz - und den hatte ich in den Kurzgeschichten nicht. Mein erstes Buch "Blackout" habe ich für die Figur von Nick geschrieben. Ohne Plan. Nur mit Filmen im Kopf. Ich habe vier Jahre gebraucht für das Buch, weil ich mit diesem Buch nicht nur über (den fiktiven) Nick viel erfahren habe, sondern auch eine ganze Menge übers Schreiben gelernt habe.
Dienstag, 20. Dezember 2011
Zeitlupenleben
Was habe ich früher den Winter gehasst! Garstig kalt, garstig dunkel, garstig gar alles. Ich habe den Winter so sehr gehasst, dass ich nicht einmal den Herbst geniessen konnte - weil nach dem Herbst, der eigentlich wunderschön ist, der Winter kommt. Irgendwann ist irgendwas passiert. Vielleicht war der Prozess ja auch schleichend. Keine Ahnung. Auf jeden Fall konnte ich dieses Jahr den ersten Schnee fast nicht erwarten. Zuerst fiel er in den Bergen, dann auch bei uns im Tal. Während ich diesen Text schreibe, tanzen draussen vor dem Fenster die Flocken - und ich gucke alle naselang nach, ob sie auch wirklich noch fallen.
Die letzten drei Tage verbrachten wir in den Bergen. Parken vor dem Haus war unmöglich. Die lange Strecke zur Haustür im fast knietiefen Schnee war ein Erlebnis. Dann schneeschaufeln ohne Ende. Eintauchen in das Weiss, das so still ist. Die Zeit bremst ab. Es zählt nur der Augenblick. Später dann die Spaziergänge im Schnee. Spuren folgen, zum Teil die Spuren selber ziehen. Den eigenen Herzschlag fühlen. Leben in Zeitlupe.
Die letzten drei Tage verbrachten wir in den Bergen. Parken vor dem Haus war unmöglich. Die lange Strecke zur Haustür im fast knietiefen Schnee war ein Erlebnis. Dann schneeschaufeln ohne Ende. Eintauchen in das Weiss, das so still ist. Die Zeit bremst ab. Es zählt nur der Augenblick. Später dann die Spaziergänge im Schnee. Spuren folgen, zum Teil die Spuren selber ziehen. Den eigenen Herzschlag fühlen. Leben in Zeitlupe.
Freitag, 16. Dezember 2011
Die Leseagenda füllt sich
Meine Terminliste für die Lesungen im Jahr 2012 füllt sich. Der Januar und der März sind ausgebucht. Für den Mai habe ich mich für die Ostschweizer Autorenlesungen eingetragen - und irgendwann muss zwischendurch auch Platz zum Schreiben sein - und zum Erholen. So sehr ich die Lesetouren liebe: Nach einer Tour brauche ich jeweils ein paar ruhigere Tage, damit ich nachher wieder mit Schwung und neuer Begeisterung in die nächsten Lesungen eintauchen kann.
Mittwoch, 14. Dezember 2011
Heute Morgen ...
... klebe ich wie viele andere Schweizer am TV und schaue die Bundesratswahlen. Dabei hätte ich fast vergessen, das gestern fertig überarbeitete Manuskript an den Verlag zu senden. Ich mach das dann jetzt mal :-)
Dienstag, 13. Dezember 2011
Wie kann man in diesem Alter noch so naiv sein?
Gleich zwei Mal heute Morgen ist mir die Naivität über den Weg gekommen. Einmal in einer Mail, die mich auf ihre ureigene Art auf den Boden holen wollte, weil ich das eben im Moment grad ganz und gar nicht sei (zumindest habe ich das so interpretiert). Und einmal in einem Blogeitrag eines Menschen, der sehr vieles ist (unter anderem total spannend), aber ganz bestimmt nicht naiv. Ich habe mir die letzte Frage dieses Eintrags geklaut und sie zum Blogtitel gemacht. Wie kann man in diesem Alter noch so naiv sein? Denn genau das bin ich unter anderem, in diesem Alter. Naiv. Oder zumindest das, was andere Leute naiv nennen würden. Ich sehe es ein bisschen anders.
Ganz konkret: Wenn ich davon schreibe, von einem eigenen Verlag zu träumen, dann kann das grässlich naiv klingen. Es kann sogar grässlich naiv sein. Ich könnte jetzt also sofort mit dem Träumen aufhören, weil das einfach zu naiv ist. Aber genau das macht das Naivsein aus: Dass man dort, wo andere aufhören, an etwas zu glauben, eben nicht aufhört. Dass man den ungeheuerlichen Gedanken weiterdenkt. Selbst wenn man keine Ahnung hat, was auf einem zukommen würde.
Nun ist es jedoch so, dass ich genau weiss, wovon ich schreibe, weil ich schon einmal am Aufbau eines Kleinstverlags beteiligt war. Ich weiss, wie hart das ist. Ich weiss, wie hart die Verlagswelt ist (ich bewege mich als Autorin darin und wenn man eins verlieren könnte in diesem Geschäft, dann wäre es als erstes die Naivität). Ich weiss, dass ausser sehr viel Arbeit (mit einer gehörigen Portion Selbstausbeutung) wenig bis gar nichts dabei herausschaut. Aber ich behalte mir vor, so naiv zu sein, daran zu glauben, dass es möglich ist, gute Bücher zu machen resp. zu verlegen - und wenn es am Ende nur eins, zwei oder drei sind. Ob und wie gut sich die dann verkaufen, ist eine ganz andere Frage, deren Antwort ich völlig realistisch sehe. Gleiches gilt für einen Buchladen. Oder für eine ganz reale Textbar. Ich kenne genügend Beispiele, um zu wissen, "wie die Dinge sind". Naiv sein heisst nicht zuwangsläufig, total bescheuert zu sein. Naiv zu sein bedeuetet für mich, zu wissen, "wie die Dinge sind", aber daran zu glauben, dass sie trotz gegenteiliger Aussagen oder Erfahrungen eben auch anders sein können. Das wunderbare an der Naivität ist, dass ich es - als belächelte Närrin - versuchen kann. Weil vielleicht nur naive Menschen solch irren Dinge tun. Auf die Gefahr hin, dass dann eines Tages irgendjemand über einen schreibt: "Wie kann man in diesem Alter noch so naiv sein?"
Ganz konkret: Wenn ich davon schreibe, von einem eigenen Verlag zu träumen, dann kann das grässlich naiv klingen. Es kann sogar grässlich naiv sein. Ich könnte jetzt also sofort mit dem Träumen aufhören, weil das einfach zu naiv ist. Aber genau das macht das Naivsein aus: Dass man dort, wo andere aufhören, an etwas zu glauben, eben nicht aufhört. Dass man den ungeheuerlichen Gedanken weiterdenkt. Selbst wenn man keine Ahnung hat, was auf einem zukommen würde.
Nun ist es jedoch so, dass ich genau weiss, wovon ich schreibe, weil ich schon einmal am Aufbau eines Kleinstverlags beteiligt war. Ich weiss, wie hart das ist. Ich weiss, wie hart die Verlagswelt ist (ich bewege mich als Autorin darin und wenn man eins verlieren könnte in diesem Geschäft, dann wäre es als erstes die Naivität). Ich weiss, dass ausser sehr viel Arbeit (mit einer gehörigen Portion Selbstausbeutung) wenig bis gar nichts dabei herausschaut. Aber ich behalte mir vor, so naiv zu sein, daran zu glauben, dass es möglich ist, gute Bücher zu machen resp. zu verlegen - und wenn es am Ende nur eins, zwei oder drei sind. Ob und wie gut sich die dann verkaufen, ist eine ganz andere Frage, deren Antwort ich völlig realistisch sehe. Gleiches gilt für einen Buchladen. Oder für eine ganz reale Textbar. Ich kenne genügend Beispiele, um zu wissen, "wie die Dinge sind". Naiv sein heisst nicht zuwangsläufig, total bescheuert zu sein. Naiv zu sein bedeuetet für mich, zu wissen, "wie die Dinge sind", aber daran zu glauben, dass sie trotz gegenteiliger Aussagen oder Erfahrungen eben auch anders sein können. Das wunderbare an der Naivität ist, dass ich es - als belächelte Närrin - versuchen kann. Weil vielleicht nur naive Menschen solch irren Dinge tun. Auf die Gefahr hin, dass dann eines Tages irgendjemand über einen schreibt: "Wie kann man in diesem Alter noch so naiv sein?"
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