Sonntag, 26. Februar 2012

Vom Schreiben leben - gibt es ein Recht darauf?

Ich beginne diesen Eintrag mit einem Kommentar von bugsierer : "ich würde mal schätzen, dass 99% aller künstler nebenbei noch einen brotjob machen müssen und das hat mit der buchpriesbindung rein gar nix zu tun. das ist seit ewig so und wird so bleiben und ist auch richtig so"

Im Text, auf den sich dieser Kommentar bezieht, ging es um Autoren und um die Feststellung, dass die meisten vom Schreiben nicht leben können und deshalb "nebenbei" einem Brotberuf nachgehen, also einem Beruf, der ihnen das Einkommen sichert oder zumindest sichern sollte. Ich bin am richtig so hängen geblieben und fand, darüber könnte man diskutieren. Seither trümmeln mir mehr Fragen als Antworten durch den Kopf. Ich stelle diese Fragen einfach einmal in den Raum. Wer möchte, kann weitere Fragen anhängen oder sich an einer (oder mehreren) Antworten versuchen.

Zuerst die Frage, die sich - für mich - am einfachsten beantworten lässt: Ja, ich möchte von meiner Arbeit als Autorin leben könnnen.

Und jetzt kommen die Fragen:

... Ist es wirklich richtig so?
... Ist es einfach, wie es ist?
... Gibt es ein Recht darauf, als Autorin seinen Lebensunterhalt verdienen zu können?
... Wenn ja, woher soll das Geld kommen?
... Soll es der Markt richten?
... Wer gewinnt im freien Markt? Der Mutige? Die Tapfere? Der Ausdauernde? Die hart Arbeitende? Der Bessere? Die Gewandtere?
... Braucht es Förderung?Wenn ja, wer wird gefördert und wie?
... Gilt das Recht des Tüchtigen?
... Kann ein Brotberuf unter Umständen sogar ein anregender Faktor fürs Schreiben sein?
... Bremst ein Brotberuf?
... Wäre ein Grundeinkommen für alle (nicht nur Künstler) die Antwort? Oder die passende Ausrede?
(Diese Frageliste ist weit weg von vollständig; es sind die ersten Fragen, die bei mir aufkamen.)

Wie ich es sehe:

Wer das Schreiben im Bewusstsein beginnt, sich auf eine brotlose Tätigkeit einzulassen, hat schon viel gewonnen. Er (Sie) geht die Sache realistisch an. Für Menschen mit rosa Brillen ist Schreiben nicht unbedingt der geeignete Beruf. Es kann einer werden, es kann aber auch für immer ein Hobby oder ein Nebenerwerb sein.

Schreiben (oder jede andere Kunst) ist Arbeit, viel Arbeit. Leider garantiert diese viele Arbeit kein Einkommen, mit dem man das Leben bestreiten könnte, auch wenn man hart arbeitet. Als Schreibende gehört man zur Gruppe der selbständig Erwerbenden. Ich kenne keinen selbständig Erwerbenden, der eine Garantie darauf hat, genügend Einnahmen für seinen Lebensunterhalt zu generieren.

Als zäher Brocken, sturer Grind und unerschütterliche Optimistin habe ich es trotz allem verinnerlicht, dass man es auch als Schreibende schaffen kann. Ich weiss um das Scheitern, aber ich will es schaffen. Daran arbeite ich. Ohne Garantie, dass das auch ein Leben lang funktioniert (seit ca. zwei Jahren funktioniert es für mich als Einzelperson; (m)eine Familie ernähren könnte ich jedoch nicht).

Ein Brotberuf ist für mich nicht eine bittere Pille, die es zu schlucken gilt, sondern eine mögliche Alternative. Ich gestehe jedoch, dass ich das Leben als Freiberufliche vorziehe. Samt all den Risiken.

Vielleicht ist die Frage, ob es richtig oder fair ist, die falsche Frage. Vielleicht müssen wir uns eher fragen, wie wir damit umgehen.

Das wären erste Gedanken und ein erstes Fazit von mir. Die meisten Fragen bleiben offen. Ich lasse sie mal so stehen und hoffe auf Kommentare.

Kommentare:

Michaela Holzinger hat gesagt…

Liebe Alice,

naja - würde es ein "Recht" darauf geben, vom Schreiben leben zu können, dann müsste man die vielen Schreibenden, die es gibt, reduzieren und nur mehr jene Texte veröffentlichen, die von Schreibenden kommen, die ein "Recht" darauf haben.
Schlimme Vorstellung, oder?

Denn ich finde diese Vielfalt gut. Andererseits finde ich es aber auch gut, dass es so etwas wie Verlage gibt, die sehr wohl überlegen, welche Texte für die Masse interessant sein könnten ... und welche nicht. Okay, leider sind Verlage abhängig davon, ob sich so ein Buch auch verkaufen wird, oder nicht ... sprich: abhängig vom Geld. Trotzdem finde ich, dass Verlage trotz all ihrer Abhängigkeit von Geld, Markt, Ruhm, etc. darauf achten, nur möglichst gute/interessante Texte zu veröffentlichen. Und hier fängt es sich zu trennen an.
Es gibt Leute, die schreiben in ihrer Freizeit.
Es gibt Leute, die schreiben, weil es ihnen gut tut.
Es gibt bestimmt Leute, die schreiben, weil sie berühmt werden wollen. Oder auch aus anderen Gründen.
Und dann gibt es Leute, die schreiben, weil es irgendwann zu ihrem Beruf geworden ist ... und diese Sorte von Menschen sollte man so gut wie möglich unterstützen, damit sie von ihrem Beruf auch leben können.
Auch wenn das irgendwie heißt, dass die vorhandenen Plätze am gefüllten Topf somit schon vergeben sind.
Mhm, auch eine schlimme Vorstellung!
Ich meine, wo bleibt dann die Kunst? Oder das "Besondere"?

Wer schon mal ein wirklich richtig, richtig gutes Kinder/Jugendbuch gelesen hat, weiß, was ich damit meine. Solche Geschichten richten sich meistens nicht nach: Vorrecht, Geld, Markt, Ruhm, etc.
Die wollen einfach erzählt werden.

Also - ich habe keine Ahnung. Aber mir ergeht es wie dir: ich würde auch gerne vom Schreiben leben können! Ohne auf das "Besondere" verzichten zu müssen!

In diesem Sinne schicke ich Dir viele besondere Grüße!
Michaela

PvC hat gesagt…

Liebe Alice,

ich bin mal mit der Meinung, der Mensch brauche neben dem Schreiben einen "ordentlichen" Brotberuf, bei der französischen Künstlerberatung gelandet, in der Hoffnung, die könnten einer raten, die nichts gelernt hat außer Schreiben ;-). Und war total überrascht, als die mir kräftig den Kopf wuschen, ich solle diese dämliche, wohl sehr "deutsche" Denke mal ganz schnell in den Müll werfen. Denn so würde ich in meinem Beruf nie zu Geld kommen.

Keine Frage: Auch französische Künstler leben nicht auf der Sonnenseite. Sie haben aber ein anderes Selbstverständnis. Ihre Kunst ist ein ernstzunehmender Beruf, in dem man sich 1. laufend professionalisiert, 2. wie bei einer anderen Firma auch nach immer neuen Geldquellen sucht und 3. hart verhandelt. Jemand, der "nur" schreibt, überlegt also nicht, welchen bürgerlichen Beruf man zusätzlich ausüben könnte, sondern wo für Schreiben ordentlich bezahlt wird.

Ich bin auf diese Art zur eierlegenden Wollmilchsau des Schreibens geworden und tanze zwischen meinen Berufen Journalistin, Texterin und inzwischen auch Übersetzerin hin und her. Kommen noch all die Zusatzverwertungen hinzu wie Auftritte etc.

Mein Fazit: Ich kann vom Schreiben leben, leider nicht allzu fett, weil alle Schreibberufe in den letzten Jahren entwertet werden, die Honorare eher fallen als steigen. Da liegt es im Argen! Ich kann immer weniger von der Verlagsbranche leben.

Und das ist es, was mir Sorgen macht. Wenn ich für ein- und denselben Text als PR-Texterin etwa 10 mal so viel bekomme wie als Journalistin - ein Buchhonorar darf ich erst gar nicht gegenrechnen. Wenn ich beim Übersetzen für Firmen ein Mehrfaches bekomme als für eine anspruchsvolle literarische Übersetzung.

Man wird käuflich. Die Buchbranche und auch die Zeitungen bluten ihre erfahrenen Kräfte aus und treiben sie anderen Kunden in die Arme. Drum habe ich inzwischen auch kein Mitleid mehr, wenn die Branche jammert. Wir Autoren müssen schon lange schauen, wo wir bleiben, meist mit Mehrfachbelastungen. Aber zum Glück haben wir so viele Möglichkeiten wie selten zuvor. Wir können uns sogar Bücher andersweitig bezahlen lassen (Crowdfunding & Co.)
Ich wünsche mir aber mehr Freizeit zum "wirklichen" Schreiben. Die geht beim unternehmerischen Schreiben drauf.
Schöne Grüße, Petra

Anonym hat gesagt…

Wenn man ein Recht hat, vom Schreiben leben zu können, wer entscheidet dann, von welcher Art Schreiben jemand leben darf? Jeder, der von sich behauptet: "Ich bin ein Künstler", egal was er schreibt und ob es gestammelter Müll oder literarische Klasse oder irgendwas dazwischen ist? Oder gibt es eine Qualitätskontrolle? Eine künstlerische Kontrolle? Ich finde das sehr schwierig.
Worauf meiner Meinung aber ein Schreibender ein Recht haben sollte: Für seine veröffentlichte Arbeit angemessen bezahlt werden.

LG Luise

PvC hat gesagt…

Ja, Luise,
es gibt eine Kontrolle, ob "man was kann". Egal bei welcher Art von Text: Publikum, Auftraggeber, Mäzene, Sponsoren.

Das Problem liegt meiner Meinung nach nicht mehr so sehr darin, dass die ihren Daumen hoch oder runter strecken, sondern darin, wie man sie überhaupt findet.
Aber das Problem hat jeder Freiberufler und jeder Unternehmer. Ein Shampooproduzent muss auch erst seine Kunden finden und sich positionieren. Und kann beim Firmenaufbau auch nicht über Überstunden und Selbstausbeutung jammern ... Auch "Kunst" ist ein Geschäft geworden, sie funktioniert nur anders.
Schöne Grüße,
Petra

Alice Gabathuler hat gesagt…

Ich denke, dass bei Künstlern (sofern sie nicht sehr erfolgreich sind) Wunsch und Wirklichkeit heftig auseinanderklaffen. Auch ich sehe mich - wie Petra - mehr als Unternehmerin denn als Künstlerin. Denn: Mit den Bucheinnahmen alleine würde ich glatt verhungern und unter der Brücke schlafen. Also strebe ich nach Aufträgen, die mit meinem Schreiben einhergehen. In erster Linie sind das Lesungen, die den Hauptteil meines Einkommens ausmachen. Irgendwann kamen die Workshops dazu und diesen Monat kam ich zu meinem ersten Texterauftrag wie die Jungfrau zum Kind.
Weil ich mein Einkommen auch aus anderen Quellen generiere / generieren muss, geht es mir wie Petra: Ich habe nicht so viel Schreibzeit, wie ich haben sollte, gestehe aber auch, dass ich mit zu viel "nur" Schreibzeit gar nicht unbedingt produktiver bin.
Sobald man mit den Büchern mehr Geld verdient, kann man in anderen Bereichen zurückfahren - aber diesen Punkt habe ich (noch) nicht erreicht.

Weitere wichtige Stichworte aus Petras Berichten sind für mich auch Selbstausbeutung und Überstunden. Nur, diese Begriffe kennt praktisch jeder selbständig Erwerbende.

Zur Qualitätskontrolle: Das Publikum, der Mäzen, der Soponsor hat seinen Blickwinkel. Bei uns wird gerade im Zusammenhang mit der Buchpreisbindung auch immer wieder von der kulturellen Qualität geredet und geschrieben. Die deckt sich ja bekanntlich nicht immer mit der Akzeptanz der Öffentlichkeit.

Und, um noch ein Cliché in die Runde zu werfen: Verträgt es sich mit dem Bild des Kulturschaffenden, wenn der hochpoetische Lyriker sich selber so richtig unternehmerisch verhält? Oder ist ein Künstler auch ein Lebenskünstler?

PvC hat gesagt…

Liebe Alice,
für "kulturelle Qualität" jenseits der Akzeptanz der Öffentlichkeit brauchen wir eine sehr große Vielfalt an Verlagen mit sehr eigenständigen, mutigen, risikofreudigen und nicht immer glattgebürsteten Programmen und einen unabhängigen Buchhandel, der solche Verlage sichtbar macht.

Aber wie viele Verlage arbeiten so und wie viele setzen nur auf Profitmargen, also auf Massenöffentlichkeit? Warum gibt es trotz Buchpreisbindung eine absolute Konzernkonzentration und Monopolisierung sowohl bei Verlagen als auch im Buchhandel? Was läuft da falsch?

Private Geldgeber müssen mit dieser Massenöffentlichkeit absolut nicht identisch sein. Das sind meist Menschen, die sich für ein Projekt begeistern, das ihren eigenen Geschmack trifft, aber vielleicht völlig schräg ist, ein Außenseiterprojekt. Beispiele aus anderen Künsten und dem Crowdfunding zeigen, dass da manchmal mehr möglich ist als bei Verlagen. Wir sind es in unserer "Kunst" nur nicht gewohnt, anders zu denken.

Und übrigens, man kann als "Unternehmerautor" durchaus Künstler und Lebenskünstler zugleich sein. Ein nicht allzu leerer Kühlschrank befördert die Lebenskunst sogar ;-)

bugsierer hat gesagt…

@alice
hier mal ein paar antworten auf deine fragen:
... Gibt es ein Recht darauf, als Autorin seinen Lebensunterhalt verdienen zu können?
> nein. das wäre schrecklich.
... Wenn ja, woher soll das Geld kommen?
> eben.
... Soll es der Markt richten?
> was heisst hier soll? er tut es schon lange. seit ewigkeiten. genau genommen seit ca. gutenberg... und das grossartige ist, dass seit kurzer zeit jeder publizieren kann, und zwar ohne zuerst viel kapital in die finger zu nehmen. das wird den markt aufmischen, die verlage verlieren an bedeutung, die vifen selbstpublizierer gewinnen.
... Wer gewinnt im freien Markt? Der Mutige? Die Tapfere? Der Ausdauernde? Die hart Arbeitende? Der Bessere? Die Gewandtere?
> immer wieder andere. keines dieser attribute ist ein garant für erfolg. es braucht einen mix davon.
... Braucht es Förderung?Wenn ja, wer wird gefördert und wie?
> ein so reiches land wie unseres muss sich förderung leisten. die frage nach wer und wie gefördert wird, wird deshalb eine nichtendende diskussion bleiben, die in künstlerkreisen seit eh und je sehr beliebt ist.
... Gilt das Recht des Tüchtigen?
> nein. bichsel war immer ein wenigschreiber und beizenhocker.
... Kann ein Brotberuf unter Umständen sogar ein anregender Faktor fürs Schreiben sein?
> ja. prominentes beispel: die business class kolummnen von martin suter. die legten die grundlage zu seinem späteren furor. er verarbeitete darin seine erlebnisse als werber in der wirtschaftswelt.
... Bremst ein Brotberuf?
> nein. es gibt viele künstler, die neben einem brotberuf wunderbares zeugs machen.
… Verträgt es sich mit dem Bild des Kulturschaffenden, wenn der hochpoetische Lyriker sich selber so richtig unternehmerisch verhält?
> natürlich verträgt sich das. die kunstszene ist voll von leuten, die auf der bühne den grossen menschenfreund geben und hinter der bühne knallharte geschäftsleute sind. bei den lyrikern fällt mir spontan biermann ein, der es immer gut verstand, seine gagen stets kurz unter der schmerzgrenze anzusetzen. aber auch dürrenmatt und frisch waren harte hunde, wenns um geld ging.

bugsierer hat gesagt…

vielleicht noch zwei punkte:

das problem ist, dass sich viele künstler irgendwie schämen zuzugeben, dass sie eigentlich von einen brotjob leben. der steinbildhauer, der moderne kunst macht, in echt aber von grabsteinen lebt, was er in der kunstszene und den überkandidelten vernissagen krampfhaft verschweigt. ich kenne reihenweise jazzmusiker, die es nur ungern zugeben, dass sie eigentlich von unterricht und studiojobs leben und nicht von der bühne oder tonträgerverkäufen. geh nach solothurn an die filmtage, dort sind alle künstler und keiner gibt zu, dass er von der werbung oder von flachformaten im tv lebt.

ferner ist mir zu viel gejammer und zu wenig innovative lösungen. und zwar seit jahrzehnten, nämlich seit ich in der kulturszene als veranstalter/producer tätig bin (seit den 70ern). in dieser rolle hat mich immer ein punkt etwas verwundert: die künstler jammern dauernd über ihre gagen, aber keinen interessierts, wer ihre auftritte in der startphase überhaupt möglich macht. das sind nämlich fast ausschliesslich leute, die aus freude an der sache ihren veranstalter- oder technikerjob gratis machen. sei es das konzert im jugendclub, die lesung in der örtlichen bibliothek, der filmabend im gemeindezentrum, das klassikkonzert in der kirche, und-und-und – alles nur möglich wegen hunderten von freiwilligen.

was ich sagen will: das führte hin und wieder zu folgender skurrilen situation: du engagierst als kuturverein eine prominente truppe, mietest dafür eine aula mit 500 plätzen, brauchst dafür 20-30 personen, die an kasse, einlass und bar arbeiten. gratis. die hütte ist voll, der vertrag lautet: 70/30. d.h. die truppe kassiert 70% der einnahmen, der veranstalter 30%. damit kann er die saalmiete zahlen, die werbung, die zugemietete bühnentechnik, und was sonst noch so anfällt, wenn du ein langfristig agierender kulturveranstalter bist. die truppe geht mit 10’000+ bucks nach hause, du und deine 30 leute genehmigen sich morgens um 4 nach dem wischen des saals ein letztes bier. und sind 5 std. später wieder an ihrem brotjob parat.

seit ich diese situation zu hunderten aus eigener erfahrung kenne, bin ich etwas empfindlich in den diskussionen um künstlergagen etc.

und darum höre ich jetzt hier auf zu ranten...

bugsierer hat gesagt…

die kommentarmoderation hier ist ziemlich mühsam und das captcha ist eine zum haarölseichen...

Alice Gabathuler hat gesagt…

Lieber Bugsierer

Vielen herzlichen Dank für die Antworten.

Zu deinem ersten Kommentar: Das sind so in etwa meine Schlüsse. Trotzdem sitzt so das kleine Nagerchen in mir drin, das mir ab und an einredet, fair wäre etwas anderes. Nur: Was im Leben ist schon fair?

Zu deinem zweiten Kommentar:
Da ich ziemlich geerdet bin, siehst du mich jetzt grad ein bisschen sprachlos. Ich finde es lachhaft, wenn jemand nicht zugeben kann, noch einen Brotberuf zu haben. Was ist daran schlecht? Es ist der Job, der dich über die Runden bringt. Jugendlichen ist das übrigens total klar. Immer, wenn wir bei Lesungen auf dieses Thema kommen, ist es für die allermeisten klar, dass ich nebenbei noch was anderes arbeite (bei mir ists das Unterrichten, wenn auch nicht mehr viel; ansonsten bin ich in der privilegierten Lage, dass ich tatsächlich vom Schreiben leben könnte).

Zu deinen Erfahrungen: Die kenne ich. Und ich denke, es täte Künstlern gut, sich immer wieder zu vergegenwärtigen, dass es so ist. Es ist übrigens auch mit der Lokalpresse so: Diese Berichterstatter des Kleinalltags sind meistens die ersten und treusten Unterstützer.

Zu deinem dritten Kommentar: Wem sagst du das. Ich bin die letzten paar Tage beim Kommentieren fast verzweifelt und verrückt geworden. Ich weiss bloss nicht, wie ich das ändern kann. Es ist nämlich tatsächlich zum Haarölseichen.

Und zu allen Kommetaren: Danke!