Freitag, 8. Oktober 2010

Wir brauchen euch

Wir Autorinnen und Autoren brauchen euch. Ohne euch gäbe es uns nicht. Ihr lest das, was wir geschrieben haben. Geht in einen Buchladen und kauft unsere Bücher, verschenkt sie, lasst sie euch schenken oder gewinnt mit etwas Glück ab und zu das eine oder andere Exemplar. Ihr erzählt weiter, ob euch die Geschichten gefallen haben oder nicht. Empfehlt uns oder ratet auch mal ganz heftig von einem unserer Bücher ab.

Nun habe ich eine Bitte an euch: Da Buchbesprechungen in Zeitungen mittlerweile mit der Lupe gesucht werden müssen (und wenn, wird häufig in der gleichen Woche in allen Zeitungen der gleiche zukünftige Bestseller gelobt oder verrissen), sind wir auf euch angewiesen. Gebt unseren Büchern eine Stimme, indem ihr sie besprecht. In euren Blogs, auf Buchseiten, auf Online-Shops, bei denen ihr registriert seid, kurz, wo immer man Bücher besprechen kann. Seid dabei offen und ehrlich, schreibt, was euch gefällt und was euch weniger gefällt. Betreibt nicht einfach Lobhudelei oder zerreisst mal kurz aus Spass an der Freude ein Buch in der Luft, sondern beschreibt, wie das Buch auf euch wirkt, was es mit euch macht. Ich und meine Kolleginnen und Kollegen sind euch sehr dankbar dafür.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Liebe Alice,

ich habe ehrlich gesagt starke Zweifel, dass aus unserer Zielgruppe jemand Buchbesprechungen in Blogs liest. (Angeblich, habe ich neulich irgendwo gelesen, hat unsere Zielgruppe sowieso kein Interesse an Blogs.) Eigentlichg bezweifle ich sogar, dass sie sich überhaupt für Buchbesprechungen interessiert. Von ganz großen Ausnahmen mal abgesehen. Mich überkommt ja selbst inzwischen das große Gähnen, wenn ich im fünften Blog die siebte Rezension entdecke :(.
Von Online-Shops ganz zu schweigen. Wer liest sich denn da durch die 123. Kritik? Dir und mir würde die eine oder andere Bewertung mehr schon guttun, das gebe ich sofort zu. Aber insgesamt?

Meine Bitte ist ganz eindeutig: Wenn euch eines unserer Bücher begeistert hat, dann erzählt Freunden und Bekannten davon. Steckt sie an mit dieser Begeisterung. Und wenn euch unsere Bücher nicht gefallen - dann empfehlt sie Leuten, die ihr nicht mögt ;).

Herzliche Grüße aus Bayern in die Schweiz von
Christine (Biernath)

Anonym hat gesagt…

PS: Ich hasse es, wenn ich einen Text fünfmal durchlese und die Tippfehler trotzdem erst entdecke, sobald er veröffentlicht ist :((.

Alice Gabathuler hat gesagt…

Oh! Das mit den Tippfehlern kenne ich! Ich behalte deine für mich und verkaufe dann irgendwann alle gebündelten Tippfehler mal als Buch.

Zu den Besprechungen:
Ich glaube auch nicht, dass Jugendliche Blogs lesen. Aber Mütter von Jugendlichen :-)

Zu den Online-Besprechungen: Wenn jemand bei Amazon auf ein Buch von mir klickt, das keine einzige Rezension hat, denkt er: "Dieses Buch hat wohl kein Schwein interessiert." Interessierte lesen die Rezensionen - die anderen gucken auf die Sterne. Natürlich ist die Mund-zu-Mund-Werbung immer noch die beste. Und trotzdem wünsche ich mir mehr Buchbesprechungen. Ja, nicht zuletzt, weil das auch mir gut tut. Das ist so was wie eine kleines öffentliches Zeichen dafür, dass mein Buch nicht nur existiert und dahinvegetiert, sondern irgendwem wichtig genug war, ein paar Zeilen dazu zu schreiben.

PS: Unser Ex-Fräulein-Schriftstellerin-Wunder Z. Jenni zieht von London nach Bali. Das war meiner Tageszeitung eine Meldung wert. Sie zieht dorthin, weil es ihren Mann und ihre künstlich gezeugten Kinder (grosse und lange Berichte dazu auf allen Kanälen) beruflich auf diese Insel verschlägt, nicht, weil sie plant, dort ein Buch zu schreiben. Grmpf. Dass aber jeden Monat wunderbare Bücher von (Schweizer) Autorinnen und Autoren erscheinen, ist dieser Zeitung egal.

Li + Belle hat gesagt…

Ich glaube sehr wohl, dass Jugendliche Blogs lesen, das Medium Internet gehört zur dieser Zeit, und diese Zeit gehört zu den Jugendlichen. Und ich glaube auch, dass Jugendliche Blogs über Bücher lesen, vielleicht nicht in riesigen Mengen, aber doch so, dass man sagen kann, steter Tropfen höhlt den Stein. Und ich glaube auch, dass Jugendliche sich für Rezensionen im Allgemeinen interessieren, immerhin wollen sie Bücher kaufen und vorher wissen, worum es geht und diverse Einschätzungen hören.

Viele Grüße
Kristin

Anonym hat gesagt…

Liebe Kristin, liebe Alice,

nachdem ich meinen Kommentar gepostet hatte, habe ich mit meinem (recht belesenen) jungen Erwachsenen hier im Haus gesprochen. Und der hat meine Meinung (leider) bestätigt. Natürlich nutzen er und sein Freunde das Internet. Facebook, Studi-VZ, ICQ und was es noch alles gibt, um zu quatschen und sich zu verabreden. Und youtube natürlich. Aber Blogs? Nee. Eher sind sie noch in irgendwelchen Spezial-Foren unterwegs, wenn sie nicht gerade online spielen.

Insofern bleiben die Mütter von Jugendlichen, die man auf diese Weise ansprechen könnte. Wobei die Reaktionen meines Sohnes auf Anregungen meinerseits mich da wenig zuversichtlich stimmen.
Und Lehrer könnte man auf diese Art und Weise natürlich erreichen. Aber sonst?

Apropos Lehrer: So oft, wie du zu Lesungen eingeladen wirst, Alice, finde ich, ist das ein unübersehbares Zeichen dafür, dass deine Arbeit wahrgenommen und geschätzt wird. Das finde ich persönlich viel wichtiger als Zeitungsberichte. Die sind zwei Tage später eh vergessen (und die Auswirkungen auf die Verkaufszahlen fraglich, wenn es sich nicht gerade um Bestseller handelt, habe ich mir sagen lassen). Aber bei einer Lesung, da kannst du einen bleibenden Eindruck hinterlassen!

Vielleicht sind wir da auch einfach vom Typ her zu unterschiedlich ;). Ich habe nämlich nicht die geringste Lust, mein Privatleben in der Öffentlichkeit wiederzufinden, sondern schreibe gern in aller Stille vor mich hin. Obwohl ich natürlich zugebe, dass eine gute Rezension auch mir runtergeht wie Öl. Allerdings gebe ich genauso zu, dass dieser Effekt mit jedem neuen Titel, der besprochen wird, nachlässt - und mir der direkte Kontakt zu den Lesern immer wichtiger wird. Nicht zuletzt in der Hoffnung, beim einen oder anderen so viel Interesse zu wecken, dass er/sie meine Bücher weiterempfiehlt ;).

Liebe Grüße noch mal von
Christine

die dir die Tippfehler aus diesem Beitrag gern für deinen Sammelband überlässt :).

Li + Belle hat gesagt…

Liebe Christine,

kann nur aus der Erfahrung heraus sprechen, die ich mit meiner Jugendlichen zu Hause gesammelt habe, von der ich weiß, dass es Jugendliche gibt, die Bücherblogs und Rezensionen lesen, und dass das Führen und Schreiben eines solchen keine verlorene Liebesmüh ist. Aber wie schon gesagt, es handelt sich um eine überschaubare Menge Jugendlicher, die das tun. Ich denke, wenn man alle Wege beschreitet, die man zum Anregen eines Buchkaufs gehen kann, dann kann, aber muss man die nicht nutzen. Und wenn es nur eine Handvoll Leute sind, die die Blogs und auch die Rezensionen nutzen, dann kann das wiederum hilfreich sein, denn danach kommt das ins Rollen, worüber ihr gesprochen habt, die Mund-zu-Mundpropaganda, die, da gebe ich euch Recht, wohl mit am meisten bringen wird.

Liebe Grüße
Kristin

Anonym hat gesagt…

Liebe Kristin,

ich finde es immer sehr beruhigend, dass es junge Leute gibt, die völlig anders sind als der junge Mann, den ich zu Hause habe :).
Vielleicht kommt auch noch der Unterschied zwischen Jungen und Mädchen ins Spiel, den ich immer gern außer Acht lasse?

Jedenfalls schön für die Kolleginnen und Kollegen, die die Mühe (für mich wäre es eine) des Bloggens auf sich nehmen, wenn sie den einen oder anderen Leser damit erreichen.

Lieben Gruß
Christine