Mittwoch, 15. September 2010

Gestern, in meiner Buchwelt

Die erste Mail des heutigen Tages kommt von einer Freundin als Antwort auf die Dinge, die gestern passiert sind: "So schliessen sich alle Kreise."

Rückblende:

Gestern holte ich die bestellten Bücher ab. Wie immer gab's dazu einen ausgedehnten Schwatz mit den Verkäuferinnen und einen Ausflug zur Jugendbuchecke. Zu meiner grossen Freude entdeckte ich unter den Buchstapeln einen Störfaktor.

"Die kenne ich!", rief ich. "Das ist meine Kollegin aus Wien". Begleiterin durch Schreibzeiten, Mit-Administratorin in unserem Schreibforum. Ich tanzte innerlich ein kleines Freudentänzchen. Und noch während ich so tanzte, fiel mein Blick auf eine wunderschön gemachte Buchauslage für eine Buchserie für Mädchen. "Und die Frau, die das nächste Buch dieser Serie schreibt, die kenne ich auch!", doppelte ich nach. Auch sie: Begleiterin durch Schreib- und andere Zeiten, Chef-Administratorin in unserem Schreibforum (wir teilen uns neuerdings den Job zu dritt).

Dass ich viel zu spät nach Hause kam, das Mittagessen nicht wirklich eins war, verziehen mir meine beiden Männer glücklicherweise. Will heissen, sie legten es unter "so ist sie halt" ab. Mit einem leisen Seufzer.

Am Abend las ich in Widnau, zum zweiten Mal nach 2008. Es war ein bisschen wie Heimkommen. Die Veranstalterin, die Lehrkräfte, alle waren dieselben. Nur die Schüler, die waren neu. Wunderbare, lebendige, aufgeweckte, zum Lachen aufgelegte Jugendliche. Nach der Lesung kam ein Mann auf mich zu. Er sei Matthias und wegen der Jutta hier. Weil, die kenne er. Er sei den ganzen Weg von Stans zu dieser Lesung gefahren (Anmerkung: Das ist eine GEWALTIGE Wegstrecke für eine Lesung!). Zu sagen, ich war gerührt, ist eine Untertreibung.

Nach der Lesung fuhr ich mit meinem Mann nach Hause. Er war mitgekommen (was mich unendlich gefreut hat). Zufrieden. Glücklich.

Dass meine Tochter sich und ihre Freunde gestern zur Oktober-Lesung angemeldet hat (darunter Joschi, den eindrucksvollen Zweimetermann mit momentan pinker Haartolle) und mit mir am 23. September zum Poetry Slam kommen will, rundet den Tag perfekt ab.

Ja, so schliessen sich die Kreise. Einmal mehr zweifle ich daran, dass Zufälle nur Zufälle sind. Es musste so sein. Ich bin gut aufgehoben. Bei Menschen, die mir viel bedeuten.

Kommentare:

Hausfrau Hanna hat gesagt…

"Ich bin gut aufgehoben. Bei Menschen, die mir viel bedeuten."

Grad sehr gerührt (muss das Alter sein...)
grüsst Hausfrau Hanna

Jutta Wilke hat gesagt…

Liebe Alice,

als ich besagten Herrn zu deiner Lesung einlud, hatte ich ehrlich keine Ahnung, wie weit das von ihm entfernt ist. Schweiz war für mich erstmal Schweiz. Dass er sich tatsächlich aufmachte, um dich zu hören, berührt mich auch.
Und ja, auch ich fühle mich wunderbar aufgehoben in diesem Kreis!

*drück*
Jutta