Sonntag, 2. Januar 2011

Emmis Welt

Emmis Welt ist bunt. Sehr zu meinem Leidwesen vor allem pink (Pink ist NICHT meine Lieblingsfarbe!). Neuerdings allerdings auch gelb (schon besser!). Emmi hat einen Hund (ich mag Katzen!). Einen Mops (ausgerechnet!). Emmi malt (vor ihrem Stift ist nichts sicher!). Emmis Erlebnisse kann man nachlesen (weshalb ich euch die Emmi-Bücher im Rahmen der Lesefutter-Serie vorstelle):

Im ersten Emmibuch ist Emmi verliebt. Weshalb das Buch Emmis verliebt vermopste Welt heisst (ja, ja, Hund Lucky wollte auch in den Titel!). Und darum geht es:
Vor Emmis Stift ist nichts sicher. Weder ihr Such-Mops Lucky noch ihre Freundin Josi mit den tanzenden Sommersprossen. Und schon gar nicht die meerblauen Augen von Nico. Doch um sein Herz zu erobern, muss Emmi den Zeichenblock gegen die Gitarre tauschen. Und es mit einer rosa Elefanten-Unterhose aufnehmen. 
Hier geht's zur Leseprobe

Diesen Januar erscheint das zweite Emmibuch: Emmis verliebt verrockte Welt
Da wird ja der Mops in der Pfanne verrückt! Emmis Hund Lucky soll zum Film. Doch damit nicht genug! Emmi gründet auch noch ihre eigene Band - die Crazy Girls. Dumm nur, dass ihr Freund Max und seine Jungsband das gar nicht lustig finden. Aber so schnell gibt Emmi nicht auf und rockt ihre Welt.

Emmi-Autorin Susanne Oswald hat mir meine brennendsten Fragen zu den Emmi-Büchern beantwortet:

Gibt es die Emmi oder gibt es ein Vorbild für sie?
Nein, es gibt die Emmi nicht und auch kein Vorbild. Aber es gab mich in Emmis Alter in den Straßen, in denen auch Emmi wandelt. Das heißt, die Atmosphäre dieses Freiburger Stadtteils mit den wundervollen alten  Kastanienbäumen, die gibt es. Emmi ist wie ein Gewitter im Frühling in mein Leben gepoltert und hat
mir ihre Geschichte erzählt. Nein, nicht nur erzählt, sie hat mich in ihre Welt hineingezogen und bis heute nicht mehr losgelassen. Emmi hat einen ganz eigenen Zauber. Anhand der Leserstimmen kann ich sehen, dass nicht nur ich das fühle. Das macht mich glücklich.

Warum gerade ein Mops?
Lucky passt perfekt zu Emmi. Er ist nett und schlau, hat aber, genau wie sein Frauchen, einen eigenen Kopf. Möpse sind immer für eine Überraschung gut, sie haben einen sehr ausgeprägten Charakter und sind die liebenswertesten Hunde, die ich kenne. Aber um ganz ehrlich zu sein, ich habe den Mops nicht bewusst ausgesucht. Lucky war einfach da und gehörte von Anfang an dazu. Ich wusste nur, ich möchte eine  Mädchengeschichte schreiben und als ich diesen Wunsch formuliert hatte, spazierte Emmi mit Lucky durch die Straßen in Herdern. Und dann ging die Geschichte auch schon los. Ich musste mich mit Tippen höllisch beeilen, denn Emmi hatte eine atemberaubendes Erzähltempo drauf.

Sind die Zeichnungen auch von dir?
Wie gerne hätte ich Emmis Zeichnungen selbst gemacht. Aber ich kann ungefähr so gut zeichnen wie Emmi Gitarre spielen. Hoffnungslos! Deshalb bin ich froh, dass Martina Hillemann die Zeichnungen übernommen hat. Sie liebt Emmi ebenso wie ich und hat die Stimmungen perfekt eingefangen.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hoi Alice!

Dieses "schreibst du mir 'ne Rezi, schreib ich dir 'ne Rezi" hat einen ganz schön unguten Beigeschmack. Findet ihr wirklich, dass eure Bücher das verdient - oder nötig - haben?

Erstaunt grüßt
Christine

Alice Gabathuler hat gesagt…

Liebe Christine

Da hast du was falsch mitbekommen: Ich habe KEINE Rezi geschrieben, sondern die Bücher von Susanne vorgestellt.

Entstanden ist die Idee im Rahmen eines Netzwerkbrainstormings. Der Hintergrund: Jugendbücher schaffen es häufig nicht in die Presse, sie müssen ihren Weg an die Öffentlichkeit ganz alleine finden. Also habe ich mir gedacht, ich stelle Neuheiten von AutorenkollegInnen im Blog vor. Ohne den Hintergedanken "wie du mir, so ich dir".

Bücher brauchen Plattformen. Vornehm in Nichtbeachten untergehen mag zwar edel sein - bringt aber nichts.

Diese Buchvorstellungen sind das , was ich als "Steine ins Wasser werfen" bezeichne. Hier ein Kieselstein, dort ein Kieselstein usw. Jedes Mal schlägt so ein Steinwurf kleine Kreise, die sich hoffentlich irgendwann vereinen und zu grösseren werden.

Und werfe ich voller Überzeugung Steine, will heissen, so trommle ich für Kinder- und Jugenbücher. Hier. Bei Twitter, wo ich für den Verein der Kinder- und Jugendbuchschaffenden der Schweiz (AUTILLUS) einen Account eröffnet habe und fleissig Bücher von Kinder- und Jugendbuchschaffenden in der Schweiz vorstelle und bewerbe. Und wenn ich andere Wege finden sollte, dann trommle ich gerne auch anderswo.

Und wenn du so fragst: Ja, unsere Bücher haben eine Plattform verdient. Und sie haben es - leider - nötig, weil heutzutage viel zu wenig für Kinder- und Jugendbücher getrommelt wird.

Weshalb ich im Januar eine ganze Menge Bücher von Kolleginnen und Kollegen aus der Schreibwelt (und anderswo) hier vorstellen werde :-)

Anonym hat gesagt…

Liebe Alice,

den Gedanken, Kinder- und Jugendbüchern eine Plattform zu bieten, finde ich - natürlich - sehr schön.
Die Jugendbuchcouch, Ulf Cronenburg und andere machen das ja vor. Deren Buchvorstellungen kommen allerdings bei mir ganz anders an, da dort nicht Autoren KollegInnenwerke präsentieren.

Wenn du hier einen Roman vorstellst und ich dann bei Amazon und lovelybooks eine Rezension zu Freerunning finde, hat das für mich einfach einen Beigeschmack.
Was nichts daran ändert, dass ich euch ein erfolgreiches neues Jahr wünsche.

Viele Grüße in die Schweiz!
Christine

Alice Gabathuler hat gesagt…

Ich habe in diesem Blog schon unzählige Bücher vorgestellt. Von Kevin Brooks über Meg Rosoff zu Frank Reifenberg. Keiner von diesen Autoren hat jemals eine Zeile zu einem meiner Bücher geschrieben.

Ich werde im Rahme der Lesefutter-Serie auch Bücher von AutorenkollegInnen vorstellen, die niemals eine Zeile über meine Bücher geschrieben haben oder schreiben werden.

Und ja, ich stelle tatsächlich Bücher von Leuten vor, die meine Bücher besprochen haben. Aus vielen Gründen.

Es ist wie beim Kochen. Nicht alles schmeckt allen. Man muss ja nicht alles essen, was auf den Tisch kommt ;-) Und man darf ruhig in mehr als einer Gaststube essen. Weshalb ich gerne bei Jugendbuchtipps schlemme und mich ab und zu auf die Jugendbuchcouch-Tisch setze, ohne gleich das Kochen aufzugeben.

Rosemarie Benke-Bursian hat gesagt…

Mhmm,

hilf´st Du mir, helf ich Dir!
Eigentlich ein Grundgedanke beim Netzwerken und viele - vor allem von Männern geprägte Netzwerke - funktionieren auf diese Art und Weise sehr erfolgreich.
Einen unguten Beigeschmack bekommt das Ganze natürlich - aber tatsächlich auch nur dann - wenn dadurch Leute zu unverdientem Ruhm und Erfolg kommen.
Denn was spricht dagegen jemanden zu helfen, der es verdient hat? Soll ich es nun gerade deshalb nicht tun, weil ich ihn gut kenne / mag / er mir einmal einen Gefallen getan hat oder es gerade tut? Das wäre ja wohl fatal und vollkommen falsch plazierte Bescheidenheit und Zurückhaltung.

Und was haben wir hier?
Die Vorstellung eines Buches in einer sehr ansprechenden Form. Nicht mehr und nicht weniger. Hat es das Buch verdient?
Hat nicht jedes Buch es verdient, zumindest vorgestellt zu werden? So dass potentielle Leser aufmerksam werden können?
Es gibt viele schöne Kinder- und Jugendbücher, auf die man leider oft nur zufällig stößt, weil kein großes Werbebudget dahinter steckt.
Ich ziehe den Hut davor, wenn sich jemand wie Alice diese Mühe macht und hier regelmäßig Bücher vorstellt. Diese Arbeit dürfte weit größer sein, als der hier unterstellte mögliche "Gewinn": Eine gute Rezi für "Freerunning" bei Amazon.

Ist diese positve Rezi überhaupt eine "Gegenleistung"? Und vor allem eine, die "Freerunning" gar nicht verdient hätte?
Ich habe das Buch zufällig vor kurzem selbst gelesen und kann mir daher ein Urteil erlauben: Dieses Buch hat ganz bestimmt eine gute Rezi verdient. Sogar viele gute Rezis und mit dieser Meinung stehe ich ganz und gar nicht alleine dar! Ich kenne eine Menge Leute, die das gleiche sagen.
Könnte es also vielleicht nicht einfach so sein, dass diese Rezi geschrieben wurde, weil besagte Rezensentin das ebenso sieht?
Bingo! Ich bin sogar sicher, dass es genau so ist!

Tja, wie man es auch dreht, hier wurde ganz offensichtlich niemand unverdient beachtet, gelobhudelt oder gar ins Rampenlicht gesetzt, wovon sich ja jeder leicht selbst überzeugen kann.

Man kann natürlich immer und überall was Negatives hinein-interpretieren -
man kann es aber eben auch wirklich mal bleiben lassen. Vor allem, wenn es so unnötig und unverdient ist wie ein in diesem Fall.

Liebe Grüße
Rosemarie

Anonym hat gesagt…

Liebe Rosemarie,

ich kenne und schätze Alices Bücher ja selbst. Und gerade deswegen finde ich, dass sie diese Art des Pushens nicht nötig haben.
Allerdings gehen unsere Meinungen darüber, was Netzwerken und was Klüngelei ist, offenbar so weit auseinander, dass es wenig Sinn hat, weiter darüber zu diskutieren.

Ich bin jedenfalls gespannt, was für Resultate diese geballte Offensive zeigen wird.

Christine

Alice Gabathuler hat gesagt…

Liebe Christine

Hier prallen nicht nur Meinungen, sondern auch Menschenbilder aufeinander. Da macht das Diskutieren dann tatsächlich keinen Sinn mehr.

Nur eins noch. Wenn du sichtbare Resultate erwartest: Du wirst keine messbaren finden. Ein Blog macht ein Buch nicht zum Bestseller. Aber vielleicht steht eine Emmi, steht ein Holundermond, steht eines der anderen vorgestellten Bücher irgendwann auf einem Bücherregal, auf dem es sonst nicht gestanden wäre.

Für die einen Menschen reicht das. Für die anderen nicht. Für mich ist es ein guter Anfang.

teamor hat gesagt…

Ich verfolge diese Diskussion mit Erstaunen, weil ich eigentlich keinen negativen Aspekt dabei erkennen kann, wenn eine Autorin in ihrem Blog Bücher von Kollegen vorstellt.
Es ist doch wirklich kein Geheimnis, dass kaum ein Buch (und schon gar nicht im Kinder- und Jugendbereich!) eine Chance haben wird, ohne Werbung oder Marketing genug Aufmerksamkeit der potentiellen Leser zu erringen, um erfolgreich auf diesem heiß umkämpften, schnell drehenden Markt bestehen zu können. Dieses Instrument ausschließlich dem Verlag zu überlassen, ist blauäugig und (aus eigener Erfahrung kann ich das sagen) wenig zielführend.
Was spricht also dagegen, wenn sich Autoren zusammenschließen und einander helfen? Wie wir wissen ist "Mundpropaganda", sogenanntes "Graswurzelmanagement", ein starkes Instrument - und noch dazu völlig kostenlos (wenn man davon absieht, dass jemand Mühe und Zeit einsetzt ...). Ich bin dankbar für jede Trittleiter, jede Werbung und jede Möglichkeit, von meinen Büchern reden zu machen. Weil ich davon überzeugt bin, dass sie es verdient haben. Und ich denke, dass das doch jedem Autor so geht, der ernsthaft veröffentlichen will.
So wie Rosemarie es schon so schön ausgeführt hat, geht es ja nicht darum, jemanden unverdient hochzujubeln, sondern für Bücher zu werben, die es verdient haben, bekannt zu werden.
Für mich spricht also nichts gegen ein "Miteinander" - gerade in einem Beruf, in dem man ohenhin die meiste Zeit als "Einzelkämpfer" tätig ist.
Ich bin also überaus dankbar und begeistert, dass Alice in ihrem Blog eine Plattform bietet, auf der Bücher zum Gespräch werden können. Und ich werde solche Initiativen immer gerne unterstützen.
Vom Netzwerken überzeugt
Gabi

André hat gesagt…

Auch ich verstehe die Kritik an Alices Buchvorstellungen kein bisschen. Selbst wenn man sich jetzt mal ganz weit aus dem Fenster lehnt und das alles Klüngelei nennt und nicht Netzwerken - wo ist, bitte, das Problem? Alice hat KollegInnen, deren Bücher sie gern vorstellen möchte. Den AutorInnen und/oder den Büchern zuliebe.
Auch nach langer Grübelei über dieses Thema bleibt in meinem Kopf nur eine Frage hängen:

Ja, und?

Aber vielleicht liegt's ja an meinem Kopf ...

Liebe Grüße

André