Montag, 17. März 2014

Was von der Buchmesse bleibt

Ein Brief. Von einem Verlag, der mir ein sensationelles Angebot macht: Ich könnte entweder einen Gedichtband herausgeben - für schon fast unglaublich billige 1980 Euro (Spezialpreis, normalerweise wären es 2400 Euro). Oder ich könnte bei einer Anthologie mitmachen. Pro Seite müsste ich eine Teilnahmegebühr von nur 59.90 Euro bezahlen.

Nun, ich überlege schon seit gestern, ob ich umstellen und Gärtnerin werden soll (oder sonst etwas, das mich glücklich macht). Jetzt, nach dem Lesen dieses Briefes, ist es klarer denn je. Ich stelle die Weichen noch einmal neu und suche mir etwas anderes.

Samstag, 15. März 2014

Kein guter Tag gestern

Es begann mit der Nominationsliste für den deutschen Jugendliteraturpreis.

Kategorie Bilderbuch: 4 von 6 Nominierten sind Übersetzungen
Kategorie Kinderbuch: 5 von 6 Nomierten sind Übersetzungen
Kategorie Jugendbuch Expertenjury: 4 von 6 Nominierten sind Übersetzungen.
Kategorie Jugendbuch Jugendjury: 6 von 6 Nominierten sind Übersetzungen.
Kategorie Sachbuch: 2 von 6 Nominierten sind Übersetzungen 


Vielleicht waren die deutschsprachigen Autorinnen und Autoren zu aufmüpfig, als sie ein Überdenken der Preisverleihpraxis forderten und man hat sie abgestraft. Keine Ahnung. Was ich mit Sicherheit weiss: Sie sind nicht zu schlecht, um auf diese Liste zu kommen! Aber man nimmt ihnen und ihren Verlagen mit solchen Nominationslisten den Mut, sich mit deutschen Autoren an schwierige Stoffe zu wagen.

Am Abend dann die Nachricht einer Kollegin aus der Buchmesse Leipzig, die ich gebeten hatte, am Schweizer Stand vorbeizugehen und zu schauen, ob meine Bücher dort ausgestellt sind. Waren sie nicht. Kein einziges. Die Schachtel mit den Büchern, die der Verlag an den SBVV geschickt hat, ist irgendwo verloren- oder untergegangen. Da sass ich also vor dieser Nachricht und mir war schlecht. Zum Glück hat die Kollegin sehr schnell reagiert. Sie ging zum Stand meines Verlages, holte den #no_way_out und brachte ihn an den Schweizer Stand. Jetzt sollte das Buch wenigstens am Wochenende dort sein.

Mein Autorenleben fährt grad gewaltig Achterbahn ...

Donnerstag, 13. März 2014

Intensive Tage

Ich lebe und schreibe durch intensive Tage. Der Herzinfarktmoment hat sich (zum Glück) nicht wiederholt und (zum noch viel grösseren Glück) arbeiten wir an den Problemen. Nein, es ist nicht einfach. Aber das Wichtigste stimmt für mich: Die Kommunikation und das Wissen, dass alle für die Sache einstehen. Weil unterschiedliche Ansichten, unterschiedliche Gewichtungen, unterschiedliche  Erfahrungswerte, unterschiedliche Empfindungen, unterschiedliche Gefühlslagen aufeinanderprallen, ist der Prozess fordernd. Entscheidend ist, dass es ein Prozess ist, in den ich als Autorin einbezogen werde. Und das werde ich. Der Ausgang ist immer noch offen. Aber ich bin zuversichtlich.

Und weil das alles ziemlich intensiv ist, bleibt hier im Blog so viel ungeschrieben. Zum Beispiel, wie das mit der Buchvernissage von Tom Zai war. Wahnsinnig! Unterhaltsam, witzig, spannend, erfrischend, herzerwärmend. Zum Glück hat Tom nach Tagen des Überwältigtseins die Worte gefunden und über seinen grossen Abend berichtet.

Dann ist ja in diesen Tagen auch die Buchmesse in Leipzig. Ich bin nicht dabei. Aber ich denke an die Kollegen, die dort sind, erinnere mich mit Wehmut an die schönen Hallen und diese wunderbaren Fabelgestalten, die durch die Messe schweben, geistern, rocken. Das vermisse ich schon ein wenig, vor allem die Begegnungen mit den Kollegen.

Dieses Jahr ist die Schweiz Gastland in Leipzig. Ausgerechnet dieses Jahr, ausgerechnet nach dieser Abstimmung vom 9. Februar. Vielleicht ist es jedoch gerade gut, dass es ausgerechnet jetzt ist.  Dass wir jetzt präsent sind, statt uns zu verstecken. Unser Bundesrat Alain Berset hat gestern eine Rede gehalten, in der er versucht hat, die Schweiz zu erklären. Ich finde, er hat das so gut hinbekommen, dass man die Rede einfach lesen muss. Alleine schon wegen des Einstiegs. Aber auch wegen des restlichen Texts. Hier ist sie, die Rede. Meine Bitte: Lesen!

Ich für meinen Teil zieh mich wieder in meine Schreibwelt zurück.

Dienstag, 4. März 2014

Das lektorierte Manuskript überarbeiten

Ich mag es, wenn das Manuskript lektoriert zurückkommt. Mit den Anmerkungen des Lektorats und der zeitlichen Distanz sieht man den Text mit neuen Augen. Ich korrgiere deshalb nicht nur die vom Lektorat angemerkten Stellen, sondern den ganzen Text. Dabei lese ich ihn mir - wie schon in der letzten Überarbeitungsrunde vor der Manuskriptabgabe an das Lektorat - wieder laut vor. Himmel! Was sich da noch alles findet!

Wortwiederholungen. Wortwiederholungen. Wortwiederholungen. (Ist mir das immer und immer und immer wieder peinlich!) Holprige Abschnitte, die das Lektorat durchgehen lassen hat, ich mir jedoch nicht. Dann sind da noch die Plotlöcher, die übersehen wurden. Und der eine oder andere Faden, der nicht festgezurrt ist. All das gehe ich noch einmal gründlich an. Deshalb dauert  - bei mir - das Überarbeiten des lektorierten Textes recht lange.

Ich liebe diesen Arbeitsschritt. Weil ich keine bin, die ihre ersten Versionen wirklich gut hinbekommt. Ich bin eine, die danach schleifen und feilen muss. Beides tue ich extrem gerne. Es ist eine Freude zu sehen, wie der Text immer besser wird.

Nach dem Überarbeiten geht das Manuskript dann in das Feinschlifflektorat. Danach - ihr ahnt es - lese ich mir das Ding ein letztes Mal laut vor. Und schleife und feile noch einmal nach.