Samstag, 12. Januar 2008

Kauf des Tages - Eine etwas längere Liebeserklärung an Züri West

Seit einer Stunde bin ich Besitzerin der neuen Züri West CD. Ich habe sie im Blindflug gekauft; d.h., ich habe keine Ahnung, wie die Songs tönen. Ich glaube, Züri West ist die einzige Band der Welt, die es schafft, mich zu so etwas hinreissen zu lassen.

Das mit Züri West und mir ist so was wie eine verknorkst angefangene Hassgeschichte, die sich zu einer Liebesgeschichte gewandelt hat. Das kam so: Vor ziemlich vielen Jahren spielten im Alten Kino Mels zwei Bands - eine Vorgruppe, deren Name ich vergessen habe, von der ich aber ein ziemlicher Fan war und dann diese Newcomergruppe, diese Züri West, von der alle weiss-ich-was erwarteten. Nun, der Auftritt der Vorgruppe war genial. Dann kamen Züri West. So ein gockelhafter Sänger, der die kleine Bühne mit dem Wembley Stadion verwechselte und eine Show abzog, die 1000 Nummern zu gross war für ihn - weshalb er buchstäblich immer wieder über seine Füsse stolperte. Ich war zunächst fassungslos, dann belustigt und zu dem Zeitpunkt, an dem ich das Konzert verliess, hatte das schon fast ein Drittel des Publikums getan. Züri West geriet auf meine "NIE WIEDER" Liste. Ab und zu lief am Radio ein Song, den ich - sehr, sehr - widerwillig sehr, sehr gut fand ... von diesen stümperhaften Züri West. Grimmig biss ich die Zähne zusammen und sagte mir: "Von denen nicht." Aber mit Züri West ist das so: Sie sind genial. Daran kam irgendwann einmal auch mein sturer Schädel nicht vorbei. Ich kaufte eine CD - und seither bin ich überzeugter und begeisterter Fan. Als einzige in der Familie. Was muss ich mir nicht alles dafür anhören! Mir egal. Ich liebe die Band.

Züri West hat mich beim Schreiben von Blackout begleitet. Als Tröster, wenn ich zu sehr mit Nick litt (Irgendeinisch finds Glück eim), als Schmerzbegleiter in Liebesdingen (Dr Arturo Bandini un' i), wenn ich fühlen wollte wie Nick (Flachgleit), bei den zaghaften Gefühlsbekundungen von Nick für Carla (I schänke dir mir Härz). Nie vergessen werde ich den Moment, als mein Agent mir mitteilte, dass Thienemann mich unter Vertrag nimmt. Ich tanzte eine geschlagene Stunde wie eine gestochene Biene laut singend (na ja, das was ich unter Singen verstehe) zu "Echo" durchs Haus. Meine Tochter zweifelte dabei an meiner geistigen Gesundheit.

Eigentlich wollte ich Züri West in die Danksagungsliste im Blackout aufnehmen, aber es hatte keinen Platz für eine Danksagungsseite. Dafür habe ich sie im Buch verewigt (auf Seite 144).

Zu Züri West geht es hier (wer nicht klickt, ist selber schuld)

Kommentare:

Hanspeter Gautschin hat gesagt…

Da ging es mir in etwa ähnlich, als ich 'Züri West' zum ersten Mal gesehen hatte. Wobei ich seltsamerweise auch heute noch Mühe bekunde, wenn ich 'Züri West' wieder einmal live-on-Stage erlebe. Hören jedoch tu' ich sie liebend gerne.

Alice hat gesagt…

Ich habe sie nie wieder live gesehen - würde aber sehr gerne. Ich warte jetzt einfach, bis sie mal in meiner Nähe sind.

Für mich ist Züri West DIE schweizer Band, in der die Texte stimmen (und nicht - wie bei anderen Bands - weh tun).

Alice hat gesagt…

Nachtrag:

Am Samstagabend lief ein Lifekonzert mit Züri West auf dem zweiten Kanal des Schweizer Fernsehens. Ich habe es genossen und muss sagen, dass sich der Kuno gut macht auf der Bühne ;-)

In die neue CD habe ich auch hineingehört. Wobei hineingehört das falsche Wort ist. Ich bin darin ersoffen. Genial.