Donnerstag, 9. September 2010

Erfolgsmenschen

Erfolgreiche Menschen sind kreativ, flexibel und leben in Städten.
So stand es gestern in einem Onlineartikel meiner Tageszeitung.
Aha, habe ich gedacht, ein bisschen gelacht und dann weitergeklickt. Hängen geblieben ist der Satz trotzdem. Nicht wegen des Wohneigentums, um das es in dem Artikel ging, auch nicht wegen der Stadt (ich bin bekennendes Landei), nicht einmal wegen des schon fast schmerzhaften Snobismus', der in diesem Satz mitschwingt, nein, das Wort Erfolg hallte in mir nach. Ich bin dem Echo gefolgt und fand in der gedruckten Ausgabe derselben Tageszeitung die Geschichte eines Bergsteigers, der den Erfolg um alles Verrecken wollte, so sehr, dass er beschissen hat. Er hat behauptet, den Gipfel des K2 bezwungen zu haben, hat das auch mit einem Foto belegt (wie übrigens auch die angeblich erste Frau, die alles Achttausender bestiegen hat). Bestiegen hat der "Skyrunner" den Berg als "Tagesausflug", denn heute zählt ja nur noch die Superlative. Blöd nur, dass man ihm nun nachweisen konnte, dass er gar nie auf dem Gipfel des K2 gestanden hat. Und was meint der Mann dazu? Er berichtet von
der extrem schlechten Stimmung im Basislager, von Neid, Drohungen und Erpressungsversuchen
und kommt zum Fazit
der Alpinismus sei halt ein Spiegelbild der Gesellschaft.
Wer will, kann es sich so einfach machen. Man kann sich aber auch ausklinken, auf sich selbst zurückbesinnen und sich überlegen, was denn Erfolg ist. Ja, vielleicht ist in der heutigen Zeit Erfolg nur das, was man sieht, der Schein, das glitzernde Gewand, das man anzieht (notfalls mit Bescheissen), oder das einen von den Medien für einen kurzfristigen Hype angezogen wird. Für mich ist Erfolg etwas anderes.

Nein, hier kommt nichts mehr. Ausser vielleicht: Nimm den Ball auf. Was ist Erfolg für dich? Einen guten Denkanstoss findest du hier.

Mittwoch, 8. September 2010

knuddelschwarzweiss

Ich hätte andere Namen für das Bild gefunden. The Beauty of Life. Punk Love. Geborgenheit. Urvertrauen. Meine Tochter hat es unter knuddelschwarzweiss gespeichert. Passt.

Bild: Fab / Bearbeitung: Kay

Dienstag, 7. September 2010

Der Anruf des Tages

Ich surfe so ein bisschen rum, nach dem Abwasch, vor der Gitarrenstunde. Da klingelt das Telefon. Unterdrückte Nummer. Ich nehme den Anruf mit einem fröhlichen "Gabathuler, guten Abend" entgegen (weil das mit dem Aufhören zu jammern prima funktioniert und es mir so gut geht wie seit Wochen nicht mehr.) Also:

Ich (gut gelaunt): "Gabathuler, Guten Abend."
Er (gehetzt): "Ich möchte Sie bitten, nicht mehr in Internetforen zu schreiben."
Ich: "Sie sind ja ein ganz Herziger. Warum denn?"
Er: "Weil 60 Prozent aller Einträge nicht von Menschen geschrieben werden."
Ich (denke sofort an Ausseridische): "Von wem denn?"
Er: "Von Computern."
Ich: "ähm ... und warum sagen Sie das ausgerechnet mir? Wie kommen Sie auf mich?"
Er (gehetzt): "Ich habe es Ihnen jetzt gesagt, nun liegt es an Ihnen. Ich habe Sie gewarnt."
 Damit ist unsere Konversation beendet.

Anmerkung 1 der Verfasserin: Ich bin's. Selber getippt. Glaub ich.
Anmerkung 2: Kurz vor dem Anruf habe ich die Mail einer Kollegin gelesen. Sie hat unser Autorenforum eiligst bei einem anderen Provider geparkt - weil unserer in den letzten Zügen liegt. ähm ...

Oh, wow!

Da wollte ich heute einen Blogeintrag schreiben von wegen: Fertig gejammert, fertig geelendet, fertig hängengelassen, fertig, fertig, fertig mit der miesen Stimmung. Vorher aber, da las ich noch bei Ilka Bukowski vorbei ... tauchte in ihren Blogeitrag, atemlos bis zum Ende und dachte "Oh, wow!"  Weil. Sie hat all das gesagt. Genauso, wie es zu sagen ist. Was mir die Arbeit erspart, weil ich einfach einen Link zu Ilka setzen kann. Mit einem grossen Dankeschön.

Montag, 6. September 2010

Schreibst du wieder ...

... fragte mein Sohn, als er heute Mittag nach Hause kam und Laptop, Notizheft, Schreibtagebuch und Stifte herumliegen sah.
"Ja", sagte ich.
Endlich wieder, dachte ich.
Und weil ich die letzten Sommertage geniessen will, schreibe ich draussen, unter dem motivierenden Blick von dem da: