Dienstag, 21. August 2012

Überarbeiten, Runde 1

Die erste Version des Manuskripts steht. Es ist eine Version nur für meine Augen, denn meine Erstversionen sind noch unausgegoren (nett formuliert). Das hängt mit meiner Art zu schreiben zusammen: Ich habe einen roten Faden, plane jedoch die Geschichten nicht detailliert durch. Zwar überarbeite ich dauernd während des Schreibens, aber es bleiben doch Fragen offen, nicht alles ist verknüpft, nicht alles ergibt Sinn. Vieles merke ich während des Schreibens und ändere es, anderes lasse ich offen und mache mir Notizen für die Überarbeitung.

Im aktuellen Fall bin ich ganz dicht an meinen drei jugendlichen Hauptfiguren. Ihre Geschichte ist jedoch in einen grösseren Zusammenhang eingebettet, den sie lange nicht so richtig mitbekommen (das hat seine Gründe, die ich noch nicht verraten will). Ich habe deshalb während des Schreibens gemerkt, dass ich die Erzählstruktur durchbrechen und öffnen muss. Eine neue Erzählperspektive wollte ich nicht einbringen, das hätte nicht gepasst. Im Vertrauen darauf, dass mir schon etwas einfällt, habe ich die Geschichte meinen Figuren entlang zu Ende geschrieben und noch während des Schreibens hat sich herauskristallisiert, wie ich mein Problem mit der fehlenden Ausseninformation löse.

In der ersten Überarbeitungsrunde konzentriere ich mich auf die offenen Fragen, Nebenfiguren, die noch nicht ganz stimmig sind, Geschehnisse, die keinen erkennbaren Sinn ergeben (obwohl ich ihn kenne - er jedoch von keiner der drei Hauptfiguren erkannt wird) und auf lose Fäden, die am Ende alle verknüpft sein wollen. Und ich mache mir Notizen, an welchen Stellen im Text ich die Geschichte durchbrechen werde und womit. Für diese Arbeit gebe ich mir zwei Wochen Zeit. Danach kommt Überarbeitungsrunde 2. In Runde 2 werde ich dann den Text feinschleifen und die Textstellen einfügen, für die ich jetzt die passenden Stellen suche.

Ich liebe das Überarbeiten. Eigentlich mehr als das Schreiben. Vielleicht falle ich damit ein wenig aus dem Autorenraster; ich weiss es nicht so genau. Für mich kommt jetzt also sozusagen die schönste Zeit meiner Arbeit. Und so sieht das im Moment (der Hitze wegen) aus:



1 Kommentar:

AnnetteWeber hat gesagt…

Diese Arbeitsweise hört sich ganz ungewöhnlich an. Ich hätte Angst, den Faden nicht spinnen zu können.
Aber du kannst ja auch dich vertrauen - wenn die anderen Bücher auch so abenteuerlich entstanden sind, hast du den Faden immer gefunden.
Was für ein schöner Platz zum Arbeiten. Alles Gute
Annette