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Dienstag, 6. Oktober 2026

DRAMA

Im Juli wollte ich die Lost Souls fertig haben. Im August wollte ich aufgeben. Im September habe ich mich aufgerappelt und weitergeschrieben. Warum? Weil ich gerne Zeit mit den Lost Souls Figuren verbringe, weil ich genau weiss, worum es in Band 6 geht, aber den gibt es ohne Band 5 nicht. Wenn ich also Band 5 beerdige, beerdige ich die Lost Souls. Irgendwann kam der Gedanke, dass ich diese Geschichten einfach für mich schreiben sollte, ohne Veröffentlichung. Warum Geld in die Finger nehmen, wenn ich sowieso weiss, dass ich es durch Buchverkäufe nie und nimmer wieder einnehmen werde? Nur wegen meines Egos? Ich schrieb an den Lost Souls und dachte klein, sehr klein, sprich: Self Publishing ohne ISBN-Nummer, einfach ein paar Exemplare für mich.

Und dann, mitten aus dem Nichts, traf mich die Erkenntnis: Meine Geschichte ist nicht gut, auch wenn die Idee richtig toll ist und auch richtig guten Stoff hergibt. PÄNG. Alles ergab Sinn. Mir wurde klar, dass ich die Lost Souls nur für mich schreiben wollte, weil die Geschichte, durch die ich mich schreibe, zu schwach ist. Weil ich die Menschen, die sich das Buch kaufen würden, enttäuschen würde. Weil ich Band 6 nie schreiben würde, weil Band 5 völlig zurecht ein Oberflop wäre. 

Witzigerweise hat mich die Erkenntnis nicht umgemäht, sondern mir einen Energieschub ohnegleichen beschert. Das Wort, das in riesigen Buchstaben vor mir auftauchte, war DRAMA. Die Geschichte plätschert zu sehr dem Geschehen nach. Der riesige Knall am Anfang verpufft. Die inneren und äusseren Konflikte sind zu wenig stark oder zumindest zu wenig stark und packend erzählt. Es braucht Drama, viel mehr Drama. Aber so richtig. Auf allen Ebenen. Die Figuren dazu habe ich, den Grundplot dazu habe ich auch.

Ich setzte mich an den Laptop und schrieb ein neues Konzept. Titel: DRAMA. Ich erinnerte mich an eine der ersten Versionen, bevor mir das reale Leben mit Brexit und Trump und einem rasanten moralischen Zerfall der Politik meinen Plot zerschlagen hatte. An die Version, in der Kata den Satz "Ich habe Ayden Morgan getötet" auf Band sprechen muss. Diese Version will ich in den umpfzig Versionen, die ich seither geschrieben habe, suchen gehen. Ob sie den Satz dann noch genauso sagen wird, weiss ich noch nicht. Aber ich will und muss zurück zu diesem Wahnsinnsdrama, in dem für alle Protas gar alles auf dem Spiel steht: Liebe und Leben. Die Zutaten habe ich. 

Scheitern ist immer eine Option. Ich habe das Wort SCHEITERN auch schon als Kandidat für das Wort der Woche ins Auge gefasst. Es muss warten. Erst einmal kreiere ich ganz viel Drama. Ich freue mich diebisch darauf.

Donnerstag, 30. Juni 2022

Der perfekte Halbjahresausklang

 
 
Heute bin ich nach Rorschach gefahren, wo ich mich mit meinem Autoren- und Verlagskollegen Stephan Sigg getroffen habe. Er hatte vor unserem Treffen noch einen Termin und ich beschloss, trotzdem früh loszufahren und auf der Terrasse des Museum-Cafés im Würth Haus zu schreiben, bis er eintrudeln würde. So sass ich also da, mit dem Blick auf die Kunstwerke auf dem Rasen und den See. Die Luft war kühl, die Terrasse fast leer, der perfekte Schreibort. 

Zwischendurch habe ich das Schreiben unterbrochen und ein Foto für eine Insta-Story gemacht. Sujet: Mein Laptop mit etwas Lost Souls Text, ganz wenig Kaffeetasse und noch weniger Grün im Hintergrund. Es dauerte nur wenige Minuten, bis jemand zur Story schrieb: "Ich freue mich so sehr auf das Buch." Solche Rückmeldungen wärmen das Herz. Ich bekomme sie jedesmal, wenn ich etwas über die Lost Souls poste und ich merke, dass die Bücher eine tolle Fangemeinde haben. Und vor allem: Was für eine geduldige und treue. Das ist eine sehr grosse Freude. An dieser Stelle einmal einen ganz herzlichen Dank an alle, die die Geduld mit mir nicht verlieren. Eure Rückmeldungen spornen mich an und motivieren mich ungemein. Ich bleibe dran. Band 5 wächst, und Band 6 dreht schon mal seine Runden in meinem Kopf.

Das Treffen mit Stephan dauerte -  noch - länger als sonst, weil wir so viel aufzuholen und zu erzählen hatten. Wir sprachen über unser Leben, unsere Erwartungen, unsere Projekte und natürlich über den da bux Verlag. Im September erscheint die siebte Edition. Wir haben unseren Platz in der Verlagswelt längst gefunden und haben einmal mehr darüber geredet, dass Kleinverlagen die Zukunft gehört. Das soll aber nicht bedeuten, dass wir uns selbstgefällig zurücklehnen. Stephan, unser Medien- und Kommunikationsmann im Verlag hat schon angekündigt, dass er noch ganz viele Ideen und Pläne hat.

Unterwegs bin ich das erste Halbjahr noch in Gedanken noch einmal durchgegangen. Es war gut zu mir, sehr gut. Ich verlasse dieses erste Halbjahr fit und gesund und leichter als ich es begonnen habe. Ich verlasse es mit zwei Verlagsverträgen und wunderbaren Projekten. Ich verlasse es sehr viel geplanter und organisierter als wahrscheinlich je in meinem Leben.

Das Motto, das mich schon eine Weile auf meinen neuen Pfaden begleitet heisst "Mut und Zuversicht". Es hat mich gut und weit getragen und soll mich auch weiterhin begleiten.

Montag, 27. Juni 2022

Was machen eigentlich die Lost Souls?

Yorkshire Dales bei Muker

Das wird jetzt peinlich für mich. Ich hatte Band 5 der Lost Souls auf Juni 2022 versprochen. Fakt ist: Ich schaffe es nicht und muss noch einmal um ein halbes Jahr schieben. Das liegt daran, dass ein Jugendbuch, das ich seit Jahren in meinem Kopf und meinem Herz rumtrage, unerwartet bei Verlagen auf Interesse gestossen ist, allerdings unter der Bedingung, dass ich etwas mehr Leseprobe liefere. Ich habe also den Fokus meines Schreibens verschoben - und es hat sich gelohnt. Der Vertrag ist unterschrieben, die Geschichte wartet auf mich.

In all dieser Zeit habe ich auch an den Lost Souls geschrieben und irgendwann gemerkt, dass ich einen tollen Einstieg habe, dann einen gewaltigen Durchhänger (der ist mittlerweile aus dem Manuskript geflogen und durch eine viel bessere Szene ersetzt worden), gefolgt von ein paar richtig guten Kapiteln, die in Quentin Bay spielen. Danach verlagert sich das Geschehen nach Strassburg ... und dort habe ich dann gemerkt, dass ich zwar genau weiss, wo ich mit der Geschichte hin will, dass aber mir wichtige Details für die Mitte des Buches fehlen. Daran habe ich in den letzten Wochen heftig gearbeitet. Zudem habe ich meine Juniferien als Recherchereise genutzt, denn Ayden hält sich ganz am Anfang der Geschichte in den Yorkshire Dales auf, einem wunderbaren Nationalpark im Norden Englands.

Nun arbeite ich parallel am Jugendbuch und den Lost Souls. Das geht deshalb gut, weil die beiden Geschichten grundverschieden sind. Zudem hat sich ich völlig überraschend noch ein drittes Projekt in die Pipeline geschoben. Sprich: Nachdem es so lange so ruhig war in meinem Autorinnenleben, rockt es jetzt wieder gewaltig. Ordnung in mein Schreiben bringe ich mit Zeitplänen im Bullet Journal.

Diesen Sommer möchte ich nach Strassburg, um mir all die tollen Orte, die ich online gefunden habe, in echt anzuschauen. Also so was wie eine nachträgliche Schauplatzbesichtigung, weshalb in einigen Textpassagen in Klammern vermerkt ist: (nach Reise ergänzen/ausschmücken).

Am Titel des Buches hirne ich noch rum. Die Farbe ist nach Blau, Schwarz, Weiss und Rot nun Grau, wobei ich Silver bevorzuge.