Freitag, 28. Juni 2013

Ein Rückblick auf die "Buch am Bach"

Die drei schönsten Junitage sind vorbei. Zurück bleiben auch dieses Jahr gute Erinnerungen - und die Vorfreude auf die "Buch am Bach 2014" :-)

Neun Lesungen waren's, vor jeweils bis zu 80 Jugendlichen. Unzählige Begegnungen mit Jugendlichen, Organisatoren, Helfern und Autorenkollegen, alle herzlich, interessant, spannend und nicht selten lustig und unterhaltsam. Die "Buch am Bach" hat mir, wie schon letztes Jahr, ungeheuer gut getan und einen ungeheuren Motivationsschub ausgelöst. Wenn ihr reingucken wollt: bitte hier entlang.

Autorenkollegin Beatrix Mannel hat mich beim Signieren fotografiert:


Donnerstag, 27. Juni 2013

Kommunikation

Um es heute ein wenig netter zu sagen als gestern: Ich wundere mich schlicht darüber, wie unsensibel die Änderungen der Medienlandschaft im Rheintal kommuniziert werden.

Die Ostschweiz am Sonntag wurde uns einfach aufgedrückt. Kein Brief an die Abonnenten, keine Probenummern. Wer die Zeitung nicht wollte, musste sie abbestellen. Wer sie abbestellte, wählte die Telefonnumer der Lokalzeitung und wurde mit "Tagblatt Abonnentenabteilung" begrüsst. Die Preisangaben der Abo-Auskunft stimmten oft nicht, sondern entsprachen jenen des Tagblatts. Es schien, als sei unser W&O von den Tagblatt-Medien geschluckt, bevor er wirklich geschluckt wird.

Dieses Schlucken wurde gestern im Namen des neuen Tagblatt-Werbemarkts kommuniziert. Der Leser? Nun, der scheint in Zukunft vor allem eins zu müssen: Inserate lesen. Der Inhalt? Vom Tagblatt übernommen, ausser dem Lokalteil (was im Artikel eine halbe Zeile wert war). Aber ich nehme an, bei all den optimierten Werbepaketen für die Wirtschaft wird die Zeitung hauptsächlich aus Werbung bestehen.

Nein, ich bin nicht naiv. Ich weiss, wie hart es in der Branche zu und her geht. Ich weiss, wie wichtig Werbung für eine Zeitung ist. Jeder weiss das. Aber es ist eine Sache, dies zu wissen, und eine ganz andere Sache, dem Leser in aller Deutlichkeit um die Ohren zu schlagen, worum es geht: Um Geld. Um Werbung.

Aber der Leser will Inhalt. Er will als Leser wahrgenommen werden. Er wäre - eigentlich - der Kunde. Schon zum zweiten Mal nach der Sache mit der Ostschweiz am Sonntag ging das bei den Verantwortlichen bei der Kommunikation vergessen. Vor lauter Markt (Wald) den Kunden nicht sehen, nennt man das. Noch ist er da, der Kunde, aber er könnte auch im Markt (Wald) verloren gehen, wenn man sich nicht um ihn kümmert.

Mittwoch, 26. Juni 2013

Ich bin der Fliegenschiss im Werbemarkt - oder - warum soll ich für so was bezahlen?

"In eigener Sache",
so die Überschrift auf der Frontseite meiner Lokalzeitung.

Was es da in eigener Sache zu sagen gibt, ist das da:
"Tagblatt-Werbeverbund neu mit 300'000 Lesern".

Im ersten Absatz des Artikels erfahre ich, dass das Verlagshaus, zu dem meine Lokalzeitung gehört, ab 2014 mit drei anderen Medien- und Verlagshäusern mit der St. Galler Tagblatt AG im Werbemarkt zusammenarbeitet.

Im zweiten Absatz teilt man mir mit, dass die neue Kooperation neu aus 10 Tageszeitungen besteht, die im Inseratebereich 300'000 Leser erreicht und dass die Werbemarktauflage der Gesamtausgabe des St. Galler Tagblatts dadurch um 20 % steigt.

Im dritten Absatz werde ich darüber informiert, dass die Ausweitung durch diesen Verbund in einer "der am stärksten wachsenden Wirtschaftsregionen der Schweiz" erfolgt (haha - persönliche Anmerkung; das steht nicht im Artikel).

Im vierten Absatz steht ein Mal "überdurchschnittliche Kaufkraft", ein Mal "nationaler Werbemarkt" und ein Mal "modulare Inseratekombination". (Muss ich jetzt beeindruckt sein oder was? - persönliche Anmerkung meinerseits).

Im fünften Absatz , in der letzten Zeile, steht dann lapidar: "... und die lokalen Inhalte nach wie vor selbst verantworten." (Vielleicht erhalten die Lokalredaktionen dafür einen Hundekuchen. - persönliche Anmerkung von mir, der Artikel schweigt sich darüber aus, ob die Lokalredaktionen demnächst im Hundezwinger nächtigen und von Werbeverantwortlichen aus der Werbeabteilung von St. Gallen aus dressiert werden).

Der kurze Rest des Artikels widmet sich den Besitzverhältnissen, dem Druckzentrum und der "Südostschweiz", der die Verlagshäuser die Treue gekündigt haben, um zum grossen, neuen Werbemarkt der tollen neuen Werbewelt einer wahnsinnig aufstrebenden Wirtschaftsregion zu werden.

So, Leute. Und jetzt habe ich drei Fragen:
- Wo bleibe ich als Leserin?
- Was überlegt ihr euch, wenn ihr mich in eurer Information über die zukünftige Ausrichtung eures Medienhauses schlicht als Fliegenschiss im Werbemarkt anseht?
- Und vor allem: Warum soll ich für so was bezahlen?

PS: Eine vierte Frage, als kostenlose Zugabe: Schreibt ihr eure Zeitungen jetzt direkt für eure Werbepartner?