Freitag, 28. Januar 2011

Lenas geheimes Wunschbuch

Seit zwei Wochen suche ich verzweifelt ein neues Notizbuch. Ein gutes. Ein tolles. Ein absolut genial gutes Tolles. Nicht so was Normales. Weil ich für jedes meiner Bücher so ein absolut genial gutes tolles Notizbuch habe. ABER ich finde keins. Weder in Zürich noch St. Gallen noch hier in der Provinz. Ausgerechnet jetzt, wo ich vor Ideen sprühe. Aber echt, ich kann nicht in ein NICHT absolut genial tolles Notizbuch schreiben. Geht nicht. Und leider habe ich keins mehr auf Vorrat.

Dann sehe ich das da:
Und beisse vor Neid in den Schreibtisch. DAS ist ein Notizbuch. Und erst noch eines mit Spezialkräften:

Lena mag es kaum glauben - ihr glitzerndes Notizbuch kann Wünsche erfüllen! Begeistert beginnt sie, alles geradezubiegen, was in ihrem Leben momentan schief läuft: Stress in der Schule, zickige Freundinnen, aufdringliche Halbstarke und Eltern auf Trennungskurs. Doch irgendwie ist danach alles nur noch verzwickter als vorher. Wo ist bloß die Bedienungsanleitung für dieses verflixte Wunschbuch?!

Geschrieben hat das Buch Stefanie Dörr und selbstverständlich habe ich sie gefragt, ob sie denn auch so ein Notizbuch hat, dass ihre Wünsche erfüllt.

Natürlich, sonst könnte ich ja nicht so authentisch darüber schreiben, oder? Wir, also das Wunschbuch und ich, üben allerdings noch und ich bin sehr stolz auf die gelegentlichen Erfolge, die wir erzielen. Zum Beispiel bei meiner Familie hat es ganz wunderbar geklappt, die gefällt mir richtig gut, viel besser sogar, als ich es mir gewünscht habe. Oder bei der Aussendung meines ersten Manuskriptes: Verlag gewünscht, Verlag gefunden. Klasse, oder? Bei den täglichen Kleinigkeiten hapert es noch ein bisschen, aber ich bin ja auch sehr anspruchsvoll ...

Okay, okay, ich gebe es zu. Ich bin neidisch. Weil das Notizbuch Wünsche erfüllt, weil Stefanie offensichtlich auch so eins hat ;-) ... und weil es genau das absolut genial gute tolle Buchcover ist, das sich jede Autorin für ihr Buch wünscht. Weshalb ich Stefanie fragte:

Was war deine allererste Reaktion auf das Cover deines Wunschbuches?
Ich war restlos begeistert - und das will was heißen. Erstens ist für mich als gebürtige Schwäbin ein "na ja, eigentlich ganz nett" schon ein ziemlich starkes Lob. Viel gravierender ist aber, dass ich mich zunächst nicht mit dem Cover meines ersten Buches anfreunden konnte. Rosa war einfach nicht meine Farbe. Inzwischen gefällt es mir sehr gut - ich bin ja lernfähig - und rosafarben passt eben hervorragend zu meiner Geschichte. Aufgrund dieser Erfahrung hatte ich große Hemmungen die entsprechende Mail des Verlages zu öffnen. Zuerst Erstaunen, dann riesige Begeisterung. Ich liebe dieses Cover und halte es jedem und jeder stolz unter die Nase, egal ob Interesse besteht oder nicht. Mehrfach wurde mir versichert, dass es schon als Abbildung großartig aussieht, „live“ aber noch viel schöner ist. Jetzt hoffe ich natürlich, dass auch der Inhalt gefällt. 

Ich habe das geheime Wunschbuch noch nicht gelesen (werde es aber bestimmt tun!), aber ich kenne die (Anti)Weihnachtsgeschichte von Stefanie, die in der gleichen Anthologie erschienen ist wie meine ("Leise scheppert die Tür oder wie mir bei Last Christmas das Küssen verging), und ich erinnere mich, wie ich Tränen gelacht habe beim Lesen. Da drängt sich gleich die nächste Frage auf:

Wie leicht (oder wie schwer) fällt es dir, so witzig zu schreiben?
Findest Du die Weihnachtsgeschichte witzig? (Anmerkung Alice Gabathuler: JA!!!)  Danke! Ein großes Lob. Leider bin ich lange nicht so witzig, wie ich es gerne sein würde. Wie oft lese ich Passagen in Büchern oder Kolumnen, die ich zum Brüllen komisch finde - und für deren Einfall ich ziemlich viel gegeben hätte. Mein bisschen Witz kommt daher, dass mir zu allen möglichen Szenen bissige Kommentare einfallen. Dazu kommen trockener Humor, ausgeprägte Selbstironie und das „Talent“, auch in banal-bierernsten Alltagsszenen etwas Komisches zu entdecken. Leider muss ich deshalb schrecklich oft aufpassen, niemanden zu verletzen oder anderen nicht permanent auf die Zehen zu treten. Gut, dass die besten Ideen oft erst am Schreibtisch kommen, da ist die Welt relativ sicher vor mir. So zu schreiben ist vermutlich mein natürlicher Stil und fällt mir daher leicht. Aber ich kann – hoffentlich – auch anders.


Fliegen dir irre Einfälle einfach so zu?
Also, welche Einfälle? Ich will mich nicht mit fremden Federn schmücken, „Lenas geheimes Wunschbuch“ ist sozusagen eine Auftragsarbeit. Dieser Auftrag lautete ungefähr: „Können Sie sich vorstellen wie es ist, wenn alles, was man aufschreibt, Realität wird? Und können Sie sich vorstellen, darüber einen Mädchenroman zu schreiben?“ Och, habe ich gesagt, na klar kann ich das (das hätte wohl jede/r Autor/in geantwortet, oder?). Und die erste Szene, die mir einfiel war, dass sich Lena wünscht, nie wieder die Häufchen ihres Hundes Goethe entfernen zu müssen. Das findet sie nämlich trotz ihrer Tierliebe ziemlich widerlich. Und schon ist der Protagonistin Leben - samt Umfeld - Leben eingehaucht. Also entsteht aus einem „stinknormalen“ Alltagsproblem eine absurde Szene.
Bei der Weihnachtsgeschichte war es ähnlich. Ich wurde gebeten, eine Kurzgeschichte zum Thema „nerviges Weihnachtslied“ auszuarbeiten. Mich quälte die Lust auf Urlaub und zur Abschreckung habe ich mir vorgestellt, welches Chaos schon meine an sich harmlose Familie bei Reisen verursacht. Den Kick hat dann aber mein Mann in Form eines bitterbösen Youtube-Clips geliefert. Bei solchen Alltagsgeschichten liegen die Ideen – vor allem die witzigen - quasi auf der Straße, warten in der Zeitung oder lauern online und man kann viel Selbsterlebtes einbringen. Das Leben – vor allem mit Kindern, Tieren, schrulligen Menschen undundund – ist eben ein unerschöpflicher Quell spannender und lustiger Geschichten.


Arbeitest du im Moment an einem neuen Projekt?
Diesen Sommer erscheinen eine weitere Kurzgeschichte im Rahmen einer Anthologie und ein Mädchenroman. Näheres kann ich natürlich nicht verraten. Ansonsten bin ich momentan „vertraglos, aber ideenreich“. Ich arbeite daran, weitere konkrete Projekte im Kinder- und Jugendbuchbereich umsetzen zu können. Dabei würde ich mich besonders über ein Thema freuen, das sowohl Jungen als auch Mädchen anspricht. Also muss ich vielleicht doch einmal das Wunschbuch....


Montag, 24. Januar 2011

Kurz und unkompliziert

Mail um 13.57 Uhr:
"Wie vor zwei Jahren möchten wir dich wieder zu einer Autorenlesung an die Oberschule Vaduz einladen."

Antwort von mir um 14.01 Uhr:
Ich bedanke mich und schlage drei Termine vor.

Mail um 14.17 Uhr: 
"Vielen Dank für deine positive Rückmeldung. Unser Vorschlag: Dienstag, 22. Februar, 8.30 - 10.00 Uhr."

Antwort von mir um 14. 27 Uhr:
"Kurz und unkompliziert: Passt, nehmen wir :-) "

Wenn nur alles so einfach wäre ...

Morgenschreiben

Mein Morgenschreiben ist heute Morgen ein Morgenüberarbeiten. Ich habe zum ersten Mal die schon geschriebenen Seiten meines neuen Buchprojekts durchgelesen. Fazit:
- Diese Seiten sind viel besser als ich gedacht (oder gefürchtet) hatte :-)
- Meine Protagonisitin ist noch zu widersprüchlich - ihr Handeln noch zu unlogisch.

Ausserdem: Heute Morgen eine Stunde länger im Bett liegen geblieben mit gaaaaaaaanz viel Kopfkino zum CrazyProject. Mein Protagonist bekommt eine Biographie und das Projekt kriecht langsam aus der verrückten Ecke raus und könnte Stoff für einen Thriller werden. Jetzt klemmt es noch am Verbrechen und dem Motiv (beides etwas zu oft vorgekommen in Thrillern - da muss ich noch einmal drüber).

Jetzt aber weiter mit dem Morgenschreiben.
PS: Die Buchvorstellungen nehme ich - hoffentlich - schon diese Woche wieder auf.
PPS: Lesungen diese Woche am Dienstag, Mittwoch und Freitag (die Donnerstagslesungen sind auf Wunsch der veranstaltenden Schule auf Anfang März verschoben).

Samstag, 22. Januar 2011

Heute, im Computer-Fruchtladen

Gestern habe ich zum ersten Mal ein iPad gesehen - und war ein bisschen enttäuscht. DAS soll es jetzt also sein, das Wunderding. Ich nähm so was nicht einmal geschenkt. Ich will sowieso kein Maschinchen mit dieser Eva-Frucht drauf. Aber Frau Tochter braucht eins. Weil die ganze Graphikbranche ja denkt, sie gehe ein, wenn nicht jeder von ihnen so ein Ding hat. Also hat Frau Tochter auch. Ganz neu. Einen Mac Pro. Das Basismöbel ohne Schnickschnack.

Wo man es kauft ist ja egal, weil diese Fruchtfirma bei allem Geschrei und allen Freiheitsrufen in dieser Branche irgendwie ein kartellartiges System aufgebaut hat und man überall mehr oder weniger denselben Preis bezahlt. Also gingen wir in den lokalen Computerfruchtladen.

- Das Maschinchen kostet nicht wenig, aber eine Hülle dazu gibt's trotzdem nicht (ich habe bis jetzt für JEDE andere Maschine, die ich NICHT im Fruchtladen gekauft habe, anstandslos eine Hülle bekommen - sogar für mein Handtaschenmaschinchen).
- Wer mit einer Karte bezahlt (nicht Kreditkarte, sondern eine ganz gewöhnliche Bankkarte), zahlt 2 Prozent extra. So was habe ich noch nie erlebt.
- Das Bezahlen mit Karte hat dann aber trotzdem nicht geklappt. Weil das Kartenmaschinchen nicht funktioniert hat. Wir haben's sportlich gesehen: Ein paar Kalorien beim Spaziergang zum Bankomaten verbraucht und erst noch Geld gespart.

Ich habe ein einziges Fruchtgerät. Den iPod. Wenn er stirbt, sattle ich auf MP3 um. Weil die Fruchtfirma von mir kein Geld mehr bekommt. Gar keins.

Dienstag, 18. Januar 2011

Intensiv

Ich muss die Buchvorstellungen kurz auf Eis legen. Wenn ich nicht gerade durch den Kanton Zürich toure, ziehe ich meine fixen Schreibzeiten am Morgen (fast konsequent) durch und erledige an den restlichen Halbtagen den Haushalt einer Woche - die Wochenenden verbringe ich in den Bergen, letzte Woche gärtnernderweise. Kurz: Mein Online-Leben kommt etwas zu kurz. Was mir gut und dem Internet nicht weh tut.

Unterwegs schreibe ich. Nicht an meinem aktuellen Roman; für den sind die Tage zu Hause reserviert, sondern an Leseproben für meine Serie und mein Crazy Project. Himmel, ich bin so organisiert, dass ich vor mir selber Angst bekomme!!!

Morgen ist AUTILLUS-Generalversammlung in Zürich. Darauf freue ich mich so richtig. Der Verein ist in Fahrt, gute Projekte stehen an, ein Stapel Ideen wartet darauf, umgesetzt zu werden. A propos Ideen: Solche hat auch mein Autorenkollege Stephan Sigg. Im Februar setzen wir uns zusammen und brüten gemeinsam daran herum.

Ich glaube, es ist Frühling. Mindestens kann ich ihn fühlen. (Und im Haus in den Bergen schiesst auf 1200 Metern über Meer der Brombeer aus dem Boden.)