... habe ich Glück und die deutschen Bähnler streiken nicht. Dann fahre ich nach Leipzig an die Buchmesse. Aber ganz ehrlich. Mir ist nicht nach Buchmesse. Ich hänge an den Online-News und hoffe mit den Japanern, dass irgendein Gott oder das Schicksal sagt: Es reicht. Es ist jetzt schon viel zu viel Leid. Auch ohne GAU.
Mir ist schon klar, dass das Leben weitergeht. Das geht es für die Überlebenden immer, auch nach dieser unermesslich schrecklichen Katastrophe in Japan. Trotzdem. Als ich die ersten Bilder des Tsunami sah, da war der Gedanke an 2012 und den drohenden Weltuntergang auf einmal nicht mehr so lachhaft wie auch schon. Es ist einfach zu viel passiert in den letzten Jahren. Und aus nichts haben wir etwas gelernt. Wir sind weder bescheidener noch demütiger noch menschlicher geworden. Wir haben nicht den grossen Willen zu Veränderungen gezeigt. Nicht einmal den kleinen Willen. Wir schauen uns die Bilder an, bis zum Overkill, und wenn wir genügend fremdgelitten haben, machen weiter wie bisher, froh, noch einmal davongekommen zu sein. Doch wir sind nicht davongekommen. Ich glaube, wir haben unser Konto überzogen. Sehr weit überzogen. Vielleicht zu weit.
Sollte also irgendein Gott oder das Schicksal tatsächlich sagen: Es reicht. Es ist jetzt schon zu viel Leid. Auch ohne Gau. Dann würde ich mir wünschen, dass wir endlich, endlich innehalten und uns hinterfragen. Nicht nur im Kleinen, sondern auch im Grossen.
Dienstag, 15. März 2011
Freitag, 11. März 2011
Heute, auf dem Weg nach Hause ...
... im RailJet von Zürich nach Buchs, da hat einer dieser weisse-Hemden-Ich-bin-der-Grösste-hört-mir-alle-zu-wie-toll-ich-bin-Manager-Typen 70 Minuten lang per Handy einen Firmenverkauf abgewickelt und dabei Wörter wie "language", "message" und "cash" so inflationär verwendet, dass mir schwindlig wurde. Irgendwann habe ich es dann aufgegeben, in meinem Buch zu lesen (konzentrieren war unmöglich), habe die Kopfhörer eingestöpselt und den Sound aufs Maximum gedreht. Das hat gereicht, den Typen auszublenden. Als ich in Buchs ausstieg, redete er immer noch. Ich würde dem unsagbar unsympathischen Kerl nicht einmal einen Schokoriegel abkaufen.
PS: Ich fahre zweite Klasse, weil ich diese Sorte Leute, die sich ansonsten in der ersten Klasse tummelt, nicht ab kann. Da ist mir jede hey-Mann-mega-krass-geil-Jugendtruppe lieber.
PS: Ich fahre zweite Klasse, weil ich diese Sorte Leute, die sich ansonsten in der ersten Klasse tummelt, nicht ab kann. Da ist mir jede hey-Mann-mega-krass-geil-Jugendtruppe lieber.
Mittwoch, 9. März 2011
Petra Ivanov erhält Kranichsteiner-Jugendliteraturstipendium
"Weisst du, wenn ich für irgendeines meiner Bücher einen Preis gewinnen möchte, dann ist es ESCAPE", sagte mir Petra vor einiger Zeit. Nachdem ich das Buch gelesen hatte, wünschte ich ihr nichts mehr, als dass sie für dieses Buch irgendwann einen Preis gewinnt. Enttäuscht nahm ich zur Kenntnis, dass der Schweizer Presse ESCAPE relativ egal war, dass das Institut für Schweizer Kinder- und Jugendbuchmedien (SIKJM) es nicht einmal für nötig hielt, zu diesem Buch eine Rezension zu schreiben, dass ... ach, ich höre hier auf, denn ich will nicht jammern - nicht heute. Weil: HEUTE FEIERN WIR!!!
Petra Ivanov HAT für ESCAPE eine Auszeichnung gewonnen. Und zwar eine bedeutende. Sie erhält das mit 12'000 Euro dotierte Kranichsteiner-Jugendliteraturstipendium. Mit ihr zusammen richtet sich das Scheinwerferlicht auch auf einen unabhängigen, kleinen, aber feinen Schweizer Verlag, den Appenzeller Verlag. Er hat sämtliche Bücher von Petra Ivanov veröffentlicht. Ich freue mich für beide. Riesig. Oberriesig. Oberstriesig. Und noch viel heftiger. Bevor mich die Begeisterung davonträgt, hier noch der offizielle Pressetext:
Petra Ivanov HAT für ESCAPE eine Auszeichnung gewonnen. Und zwar eine bedeutende. Sie erhält das mit 12'000 Euro dotierte Kranichsteiner-Jugendliteraturstipendium. Mit ihr zusammen richtet sich das Scheinwerferlicht auch auf einen unabhängigen, kleinen, aber feinen Schweizer Verlag, den Appenzeller Verlag. Er hat sämtliche Bücher von Petra Ivanov veröffentlicht. Ich freue mich für beide. Riesig. Oberriesig. Oberstriesig. Und noch viel heftiger. Bevor mich die Begeisterung davonträgt, hier noch der offizielle Pressetext:
Petra Ivanov erhält Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendium 2011
Für ihren Jugendroman «Escape» erhält die Schweizer Schriftstellerin Petra Ivanov eines von zwei Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendien. Es ist mit 12’000 Euro dotiert.
Vergeben werden die Stipendien vom Deutschen Literaturfonds in Darmstadt und dem Arbeitskreis für Jugendliteratur (AKJ) mit Sitz in München. Eine unabhängige Jury wählte die beiden Stipendiaten anhand der Einreichungen zum Deutschen Jugendliteraturpreis aus. Die Preisverleihung findet am 17. März 2011 an der Leipziger Buchmesse statt.
«Escape» ist 2010 im Appenzeller Verlag erschienen und der zweite Titel einer auf vier Bände angelegten Serie. Der ausgezeichnete Jugendroman erzählt vom Wunsch sechzehn-, siebzehnjähriger Jungen und Mädchen nach Freiheit von traditioneller patriarchalischer Bevormundung. Angesiedelt im Milieu kosovo-albanischer Einwanderer in der Schweiz, handelt der Roman von Heranwachsenden, die von ihren Eltern zur Ehe bestimmt worden sind, sich gegen diesen Zwang zur Wehr setzen und dabei durch eine Reihe unglücklicher Zufälle in krimihaft zugespitzte Verwicklungen geraten. Besonders würdigt die Jury, dass Petra Ivanov sehr genau und niemals plakativ die Unterschiede zwischen den Mentalitäten schweizerischer und kosovo-albanischer Jugendlicher und ihrer Familien herausarbeitet und von den Gegensätzen, aber auch von Solidarität berichtet.
Petra Ivanov lebt als Schriftstellerin und freie Journalistin in Zürich. Bis Juni 2011 hält sie sich zwecks Recherchen in Südamerika auf. Bekannt geworden ist sie durch Ihre Krimiserie mit Staatsanwältin Regina Flint und Polizist Bruno Cavalli. Soeben ist Petra Ivanovs dritter Jugendroman «Delete» erschienen; der vierte Band «Control» erscheint im Januar 2012.
Dienstag, 8. März 2011
Unterwegs
Von Buchs SG via Sargans, Zürich und Aarau nach Buchs AG :-)
Eine herrliche Morgenlesung bei Lea Maire und ihrer Klasse.
Dann von Buchs AG via Aarau und Lenzburg nach Seon.
Zwei sehr verschiedene Lesungen auf verschiedenen Schulstufen, die mir eine Unmenge Spass gemacht haben. Die Betreuung hätte - wie schon am Morgen - nicht besser und freundlicher sein können.
Bücher signiert.
Heimfahrt via Lenzburg, Zürich und Sargans nach Buchs SG.
In der Bahn: Am Text des neuen Projekts geschliffen, ein Exposé überarbeitet, eine Leseprobe feingeschliffen, zwei Buchideen weiterverfolgt und gute Einfälle gehabt, in einem Fall sogar einen zündenden.
Blumen und Schokolade erhalten. Kurz und auf den Punkt: Das pralle Leben (und einen guten Tag) ge- und erlebt.
Eine herrliche Morgenlesung bei Lea Maire und ihrer Klasse.
Dann von Buchs AG via Aarau und Lenzburg nach Seon.
Zwei sehr verschiedene Lesungen auf verschiedenen Schulstufen, die mir eine Unmenge Spass gemacht haben. Die Betreuung hätte - wie schon am Morgen - nicht besser und freundlicher sein können.
Bücher signiert.
Heimfahrt via Lenzburg, Zürich und Sargans nach Buchs SG.
In der Bahn: Am Text des neuen Projekts geschliffen, ein Exposé überarbeitet, eine Leseprobe feingeschliffen, zwei Buchideen weiterverfolgt und gute Einfälle gehabt, in einem Fall sogar einen zündenden.
Blumen und Schokolade erhalten. Kurz und auf den Punkt: Das pralle Leben (und einen guten Tag) ge- und erlebt.
Montag, 7. März 2011
Aufbruchstimmung
Frühling ist die Zeit der Abnabelung, des Neuanfangs, des Aufbruchs. In meinem Fall ist es ein beruflicher Aufbruch. Wie oft habe ich darüber nachgedacht, geredet, gehadert, erwogen, verworfen und neu angedacht. Jetzt ist es soweit. Ich beginne eine neue Reise. Wohin ich will, weiss ich. Ob ich ankommen werde, ist völlig offen. Fest steht nur: Ich lasse das Alte los. Natürlich schreibe ich weiter. Alles andere steht zwischen den Zeilen ;-) Boah, geht es mir gut!
Freitag, 4. März 2011
Buchpreisbindung - Wenn Politiker auf einem anderen Planeten disktuieren
Der Nationalrat und der Ständerat wollen in der Schweiz die Buchpreisbindung wieder einführen. Die Debatte dazu liest sich wie ein schlechter Witz. Ich frage mich, wie viel diese Politiker überhaupt von der Sache (vor allem vom Internet) verstehen, und ob sie allenfalls vielleicht nicht auf demselben Planeten wohnen wie ich - oder ich nicht auf demselben wie unsere Politiker (beides ist durchaus möglich).
Donnerstag, 3. März 2011
Und die Gewinnerin ist ...
...
"HALT!", schreit der Verlosungshut. "Ich will erst noch was sagen."
"WAS?", frage ich.
"Also, erstens will ich ..." Er stockt. "Na ja, ich wollte sagen ..."
"Jaaaa?"
"Ich fand ja diese "F"-Buchstaben-Aktion eine coole Sache ..."
Mein Verlosungshut findet etwas cool? Oha! Damit hätte ich jetzt nicht gerechnet. Obwohl ... Irgendwie klang dieser Satzanfang nach einem ABER.
"... aber ich habe mich dabei überfressen."
Wusste ich's doch! Es gibt ein Aber. Nur, für dieses Aber kann ich nichts. Was ich dem Hut auch sage. "Hättest ja nicht alle Wörter so gierig runterschlingen müssen!"
Der Verlosungshut grummelt etwas, wieder ganz der alte Griesgram. Ich lasse ihn dann mal grummeln und kopiere euch meine Lieblings-F-Sätze aus dem Wettbewerb hier rein (für die Übergangenen: Eure waren auch cool!)
"Feige Frauen finden frische Fussnoten für freche Fantasien, falls Freerunning fehlerlose Fortsetzung findet." (Nikola)
"Filous Freunde feiern Feste für Feuergötter, fabelhaft für Fotografen finden Fans fantastischer Festtage." (Anja)
"Im Februar fremdgehen finde ich fürcherlich falsch, v(f)or allem die v(f)erlogene Freude am V(F)alentinstag macht mich v(f)öllig fertig." (Regine)
"Fünf Freunde fällten im Februar folgendes Fazit über Freerunning: Fantastisch." (Claudia)
"Können wir jetzt die Gewinnerin bekanntgeben?", murmelt der Hut.
"Gleich", antworte ich. "Ich möchte noch sagen, dass ich diese Verlosung als Anlass genommen habe, endlich die Webseite für das Buch freizuschalten, welches sich die Gewinnerin gewünscht hat." (Schlechte Karten)
"Und?", drängt der Verlosungshut ungeduldig. "Können wir jetzt ...?"
"Gleich", verspreche ich.
"Das hast du schon mal gesagt."
"Ich hab dich gehört."
"Okay, okay ..."
"Nur noch ganz kurz! Ich muss noch schnell sagen, dass es auch im März eine Verlosung gibt. Und weil mir die Februar-Verlosung viele lustige Mails beschert hat, stelle ich auch im März wieder eine Teilnahmebedingung: Schickt eine Mail an alicegabathuler[at]gmx.ch, sagt mir, welches Buch ihr gewinnen möchtet und schreibt den ersten Satz eures Lieblingsbuches auf. - Jetzt können wir gratulieren, Verlosunghut!"
"WIR GRATULIEREN", rufen der Hut und ich gleichzeitig. (PS: Der Verlosungshut möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass es nicht seine Idee war, den komischen Vogel mit aufs Bild zu nehmen.).
"HALT!", schreit der Verlosungshut. "Ich will erst noch was sagen."
"WAS?", frage ich.
"Also, erstens will ich ..." Er stockt. "Na ja, ich wollte sagen ..."
"Jaaaa?"
"Ich fand ja diese "F"-Buchstaben-Aktion eine coole Sache ..."
Mein Verlosungshut findet etwas cool? Oha! Damit hätte ich jetzt nicht gerechnet. Obwohl ... Irgendwie klang dieser Satzanfang nach einem ABER.
"... aber ich habe mich dabei überfressen."
Wusste ich's doch! Es gibt ein Aber. Nur, für dieses Aber kann ich nichts. Was ich dem Hut auch sage. "Hättest ja nicht alle Wörter so gierig runterschlingen müssen!"
Der Verlosungshut grummelt etwas, wieder ganz der alte Griesgram. Ich lasse ihn dann mal grummeln und kopiere euch meine Lieblings-F-Sätze aus dem Wettbewerb hier rein (für die Übergangenen: Eure waren auch cool!)
"Feige Frauen finden frische Fussnoten für freche Fantasien, falls Freerunning fehlerlose Fortsetzung findet." (Nikola)
"Filous Freunde feiern Feste für Feuergötter, fabelhaft für Fotografen finden Fans fantastischer Festtage." (Anja)
"Im Februar fremdgehen finde ich fürcherlich falsch, v(f)or allem die v(f)erlogene Freude am V(F)alentinstag macht mich v(f)öllig fertig." (Regine)
"Fünf Freunde fällten im Februar folgendes Fazit über Freerunning: Fantastisch." (Claudia)
"Können wir jetzt die Gewinnerin bekanntgeben?", murmelt der Hut.
"Gleich", antworte ich. "Ich möchte noch sagen, dass ich diese Verlosung als Anlass genommen habe, endlich die Webseite für das Buch freizuschalten, welches sich die Gewinnerin gewünscht hat." (Schlechte Karten)
"Und?", drängt der Verlosungshut ungeduldig. "Können wir jetzt ...?"
"Gleich", verspreche ich.
"Das hast du schon mal gesagt."
"Ich hab dich gehört."
"Okay, okay ..."
"Nur noch ganz kurz! Ich muss noch schnell sagen, dass es auch im März eine Verlosung gibt. Und weil mir die Februar-Verlosung viele lustige Mails beschert hat, stelle ich auch im März wieder eine Teilnahmebedingung: Schickt eine Mail an alicegabathuler[at]gmx.ch, sagt mir, welches Buch ihr gewinnen möchtet und schreibt den ersten Satz eures Lieblingsbuches auf. - Jetzt können wir gratulieren, Verlosunghut!"
"WIR GRATULIEREN", rufen der Hut und ich gleichzeitig. (PS: Der Verlosungshut möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass es nicht seine Idee war, den komischen Vogel mit aufs Bild zu nehmen.).
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