Sonntag, 14. Oktober 2012

Und so war sie für mich, die Buchmesse

Die Buchmesse ist ja für jeden anders. Deshalb ein ganz persönlicher - wahrscheinlich total unvollständiger - Rückblick auf die Messe.

Ich habe es - Schirm sei Dank - zur Bushaltestelle geschafft und bin auf dem Weg nach Zürich an übervollen Kanälen und überschwemmten Felder, in denen Enten und Traktore schwammen, vorbeigefahren. In einem SBB Wagen, der ... Nein, ich sage nichts dazu, ich lasse mal das Bild sprechen:


In Basel stieg ich in den  ICE und guckte dann aber erst einmal sicherheitshalber zwei Mal nach, ob ich nicht aus Versehen in der ersten Klasse gelandet war. War ich nicht. Auch in der zweiten Klasse sah es total sauber und schniek aus! Das Beste: Ich konnte von Basel direkt nach Hanau fahren, wo mich Autorenkollegin Jutta Wilke am Bahnhof abholte. Sie hat ihr Haus für die Zeit der Messe in eine Herberge für Büchermenschen umgewandelt - was für eine tolle Idee!

An der Messe habe ich hauptsächlich Leute getroffen. Ich habe mich von den Büchern und den RIESIGEN Hallen gar nicht erst überfordern lassen, sondern habe eigentlich kaum Bücher angeschaut (es waren einfach viel zu viele) und von den Hallen habe ich nur einen kleinen Bruchteil besucht. Unter anderem den Stand des Schweizer Buchhändler- und Verlegerverbands, an dem ich in den ganzen 30 Minuten, in denen ich mich interessiert umgesehen und auch das eine oder andere Buch in die Hand genommen und reingelesen habe, von keinem der zeitungslesenden Standbetreuer auch nur angeguckt wurde - geschweige denn mit einem freundlichen "Grüezi" bedacht wurde.  Passt irgendwie zum SBB Wagen, in dem ich nach Basel gefahren bin. Witziger war's nur noch bei den Liechtensteinern. Die wussten auf mein fröhliches "Grüezi, ich komme gleich von der anderen Seite des Rheins" gar nichts zu sagen, sondern widmeten sich nach einer etwas irritierten Antwort wieder ihrem Computer. Auf so viel Sprachlosigkeit wusste auch ich keine Antwort und verzog mich wieder.

Zum Glück bin ich ein paar Meter weiter beim Liechtensteiner Stand meiner stets wunderbar witzigen Kollegin Inge Lütt über die Füsse gestolpert. Wir entschieden uns statt für Bücher für Spaghetti und einen herzhaften Schwatz! Die Schweizer Landesehre (sozusagen) gerettet haben Kollege Stephan Sigg und Elena Rutman vom Radio sfr, für die ich die Villa Wahnsinn machen durfte. Mit Stephan habe ich Kaffee getrunken und mit Elena war ich an der Verleihung zum deutschen Jugendliteraturpreis (war das schöööööön - so feierlich, und trotzdem witzig und unterhaltsam).

Beim Autorenessen unseres Schreibforums waren 30 Autorinnen und Autoren vertreten. Ich war überwältigt von der schieren Grösse der Gruppe und konnte mich nicht einmal mehr an einzelne Namen erinnern. Nächstes Jahr bastle ich mir deshalb ein Memory aus den Avataren und Bildern der Forenmitgliedern und übe damit vor der Messe. Es war einfach unglaublich, all diese Kollegen aus ganz Deutschland zu treffen und mich mit ihnen zu unterhalten. Ein weiteres Treffen, eins mit Menschen, die mit Kinder- und Jugendbüchern arbeiten, hat Stefanie Leo von den Bücherkindern organsisiert. Auch da kam es zu weiteren Begegnungen mit Autoren und Buchschaffenden. Aus nicht wenigen virtuellen Bekanntschaften sind nun Echt-Bekanntschaften geworden.

Beim Thienemann Verlag bin ich gleich ein paar Mal vorbeigegangen. Ich habe die tollen Bücher bewundert und mich mit Thienemännern- und Thienefrauen aus dem Vertrieb, dem Marketing und dem Lektorat unterhalten. Die Stimmung am Stand war fantastisch - genauso wie der Stand selber. Der Verlag ist in einer riesigen, optimistischen Aufbruchphase und ich freue mich, ein Teil davon zu sein. Das da, das sind meine Lektorin Carolin Böttler und ich:


Ein Higlight der Messe war das Treffen mit meinem absoluten Lieblingsautor Kevin Brooks. Ich traf ihn nach seinem Livechat bei der ARD (das heisst: eigentlich während des Online-Livechats - wir haben es geschafft, beim Begrüssungshug das Wasserglas umzukippen ...).


Was auch noch war: Die Besichtigung des kleinsten und schönsten Buchladens in Büdingen (den von Jutta Wilke und Reiner Brewersdorff), müde Füsse, grüner Likör, den man nicht trinken kann, der aber so schön giftig aussieht, Stefanie Leos verlorenes iPhone, nettes Bedienungspersonal im Cafe Aubergine bei der Jugendbuchhalle, die unter Wasser gesetzte Halle des Gastlands Neuseeland, die ich mir zwei Tage lang angucken wollte und die ich dann doch nicht gesehen habe, das spontan abgemachte Gespräch mit Vero Engelken vom Thalia Bahnhofsladen in Bern, spannende Podiumsdiskussionen und Lesungen, ein 10-jähriger Junge mit bestimmt 100 Schwimmedaillen an der Tür, der mir sein Zimmer zum Schlafen überlassen hat (DANKE) und ein Buch (mit Widmung) auf das und über das ich mich total freue.


Kurz und knapp zusammengefasst: Es war eine Messe der Begegnungen und Gespräche - und ich will da nächstes Jahr unbedingt wieder hin. Unbedingt!!!

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Frankfurter Buchmesse

In 1 1/2 Stunden geht's los. Wie ich zum Bahnhof komme, weiss ich noch nicht. Es schüttet immer mal wieder heftigst vom Himmel. Vielleicht schwimme ich :-)

Nach Frankfurt fahre ich in erster Linie, um Autorenkolleginnen zu treffen - und natürlich auch ein paar Autorenkollegen. Die Frauen sind jedoch deutlich in der Überzahl. Dann freue ich mich auf die Begegnungen mit den Thienefrauen und Thienemännern und ich habe noch - minim wenige - offizielle Termine abgemacht, zum Beispiel mit meiner tollen Agentin Michaela Hanauer. Für die Nächte untergekommen bin ich bei Autorenkollegin Jutta Wilke, die ihr Haus für die Zeit der Buchmesse zu einer Art Herberge für Büchermenschen umfunktioniert hat. Darauf freue ich mich ganz besonders.

Die riesigen Messehallen und die unendlich vielen Leute müsste ich eigentlich nicht haben. Das ist mir viel zu viel Trubel, Hektik und Gedränge. Und die unendlich vielen Bücher werden mich sowieso überfordern.

Jetzt noch packen ... und dann zum Bahnhof schwimmen.

Montag, 8. Oktober 2012

Chaotin mit Vorsatz zu sein ist gar nicht so einfach

So. Da sass also Frau Chaotin. Im Hinblick auf das neue, sehr intensive Projekt willig und bereit, dem Chaotentum den Kampf anzusagen und vorauszuplanen. Alle angestrebten Seitenzahlen schön aufgeschrieben (na ja, zumindest bis Ende Januar; weiter zu gehen hätte die Frau Chaotin schon fast als übermütig todesmutig angesehen). An die aufgeräumte Pinnwand über den aufgeräumten Schreibtisch gehängt. Kommt Herr Ehemann. Staunt ob der Ordnung. Guckt an die Pinnwand. Und fragt ... (ratet mal ...)

Sonntag, 7. Oktober 2012

Vom täglichen Schreiben, vom Lesen und warum der Beruf Autorin nichts mit Zuckerwatte zu tun hat

Gestern versprochen, heute das Einlösen des Versprechens. Weiter geht es in der Rubrik 81 Fragen an ...


Ich habe keine fixe Schreibstundenzahl, genauso wie ich keine fixen Schreibzeiten habe. Das gehört für mich zur Freiheit meines Berufs. Wer nun denkt "Coole Sache" hat recht und auch nicht. Denn am Ende wartet immer ein Abgabetermin auf mich, der eingehalten werden will - und wenn ich am Anfang eines Projekts zu wenig schreibe, dann muss ich halt gegen Ende mehr schreiben (meine Familie kann ganze Lieder zu diesem Thema singen). Ich lerne mit jedem Buchprojekt dazu. Mittlerweile setze ich mir eine Wochenseitenzahl als Ziel. Aber auch diese Seitenzahl ist nicht jede Woche gleich. Wenn ich Lesungen habe und kaum zum Schreiben komme, ist sie tiefer, wenn ich wenig oder keine Termine habe, ist sie höher. Weil Schreiben aber keine automatisierte Maschinenarbeit ist, sind auch die Seitzenzahlen nur Hilfsrichtlinien, an denen ich mich entlanghangle.



JA. Ein grosses, überzeugtes, definitives JA!


Nein. Ich bin auch nicht bewusst Autorin geworden. Ich wollte Geschichten schreiben, irgendwann war es eine lange Geschichte und weil sie fertig geworden war (es ist gar nicht so einfach, eine lange Geschichte fertig zu schreiben) und ich schon immer ein sehr neugieriger Mensch gewesen bin, versuchte ich, einen Verlag für diese Geschichte zu finden. Ich wusste, wie schwierig das war, denn zu dem Zeitpunkt, an dem ich einen Verlag suchte, schrieb ich schon seit fünf Jahren und hatte in Schreibforen viel über das Verlagswesen gelernt. Nach dem Motto: Du hast keine Chance, nutze sie, bin ich auf Verlagssuche gegangen. Ich hatte das grosse Glück, einen Verlag zu finden ... tja, und dann gabs ein Buch von mir (Blackout) und ich war Autorin. Das bedeutete aber noch lange nicht, dass ich von meinem Beruf auch leben konnte. Bis es so weit war, dauerte es noch einmal eine Weile. Und heute? Heute ist Autorin wirklich ein Wunschberuf. Ich nenne es nicht gerne Traumberuf, denn Autorin zu sein bedeutet, ein Leben auf einer Achterbahn zu führen, ohne Sicherheiten. Wer da nicht pragmatisch und realistisch ist und mit beiden Beinen auf dem Boden steht, hat es nicht ganz einfach. Traumberuf klingt für mich zu locker-flockig-zuckerwattig für das, was ich mache.

Samstag, 6. Oktober 2012

Virtuelles Aufräumen

Ich räume auf. Virtuell. Weil nicht wenige Dinge liegen geblieben oder gar vergessen worden sind. Deshalb werde ich die nächsten paar Tage nutzen, an meinen Webseiten zu feilen.

Mit den Leseterminen bin ich auf dem neusten Stand (mit Ausnahme einer Lesung nächsten Juli in Bozen). Die Rubrik 81 Fragen habe ich ebenfalls auf den neusten Stand gebracht, habe aber festgestellt, dass da noch eine ganze Menge Antworten fehlen. Da muss ich wieder ran.

Dann möchte ich im Blog ein paar Dinge ändern / ergänzen. Dazu muss ich mir aber noch Gedanken machen.

Meine Webseite ist immer noch meine Webseite. Total veraltet, total unpraktisch ... aber ich mag sie immer noch. Also gucke ich mal, was dort alles noch fehlt und überlege mir zum umpften Mal, ob ich sie nicht doch löschen / ersetzen soll. Ich selber bin nur noch dort, wenn ich Termine eintrage und neue Bücher hochlade, aber ich sehe an den Statistiken, dass sehr viele Blogbesucher über die Webseite kommen.

Donnerstag, 27. September 2012

So sieht das aus ...

... wenn ich in den Bergen überarbeite.


PS: Die Zettelchen kleben in der Schale, weil ich ab und zu den Arbeitsplatz wechsle - samt Zettelchen.
PPS: Die Keksdose ist blöderweise leer.

Dienstag, 25. September 2012

Mit dem Überarbeiten ...

... ist es wie mit diesen Beeren. Wenn man beginnt, findet man reife Stellen, an denen man sich freut. Solche, die noch reifen müssen. Und dazwischen immer wieder Stacheln, an denen man sich ritzt. Ich fahre jetzt in die Berge. Zu den Beeren. Und zur allerletzten Feinschleifrunde, bevor ich den Text abgebe.


Montag, 24. September 2012

good news, bad news ... und schreiben

Ich kann nicht sagen, dass mein Leben im Moment nicht aufregend ist. Ich kann auch nicht sagen, dass ich mich grad nicht aufrege :-)

Aufregend ist das Leben aus vielen Gründen: Ich bin im End-Endspurt meines neuen Mauskripts, diese Woche erscheint mein neues Buch, mein Buchtrailer ist auf der Zielgerade, eine gute Freundin hat gerade tolle Neuigkeiten gemailt, morgen kann ich endlich wieder in die Berge und vielleicht schaffe ich es sogar, mich endlich um die Frankfurter Buchmesse zu kümmern - ein Plätzchen zum Schlafen habe ich, der tollen Freundin sei Dank.

Aufgeregt habe ich mich auch. Und ich rege mich immer noch auf. Dabei wollte ich mich doch in Gelassenheit üben. Aber eben, wollen und können sind manchmal zwei verschiedene Paar Schuhe. Auf jeden Fall habe ich letzte Woche wieder einmal einen etwas härteren beruflichen Lernprozess hinter mich gebracht (es ging um Veranstaltungshonorare). Mitten in diesem Ärger fiel mir ein Berufsschüler aus Luzern ein, der mir bei einer meiner ungewöhnlichsten und gleichzeitig spannendsten Lesungen eingeschärft hatte, meine Verträge immer GENAU zu studieren. Normalerweise mache ich das auch. Diesmal nicht. Ich füge an: Diesmal das allerletzte Mal nicht.

So, und jetzt gehe ich Feinschleifen. Am Donnerstagabend will ich mein Manuskript abschicken - mit einer kleinen Hintertür: Sonntagabend ginge auch noch.

Samstag, 22. September 2012

Der Showdown

Das Ende. Der Showdown. Aber irgendwas fehlt noch. Ein Puzzleteil. Ein roter Faden, der nicht stark genug verknotet ist. Ich bin ihm auf der Spur. Ausserdem merke ich gerade, dass ich in meinem Überarbeitungskürzungsrausch eine Schlüsselstelle zu viel aus dem Manuskript genommen habe. Die muss wieder rein.

Gestern habe ich eine WUNDERBARE Stelle streichen müssen, weil sie nicht (mehr) dorthin gepasst hat, wo ich sie hatte. Dann stellte ich ungefähr 20 Seiten später fest, dass da genau eine solche Stelle fehlte. Zum Glück habe ich eine Datei, in der ich alle aus dem Manuskript gelöschten Seiten aufbewahre.  Und zum Glück gibt's copy&paste.

So, und jetzt mal wieder an die Arbeit.

Donnerstag, 20. September 2012

Kurz vor Manuskriptabgabe

Es ist wie jedes Mal. Je näher ich der Manuskriptabgabe komme, desto weiter entschwindet das "Leben da draussen." Natürlich nehme ich Termine wahr, erledige Administration, bügle Wäsche, lenke mich ab und zu im Internet ab usw, aber eigentlich lebe ich in diesen Tagen in meinem Text. Alles andere sind Unterbrechungen.

Montag, 10. September 2012

Ostschweizer Autorentreffen, Villa Wahnsinn und überarbeiten

Am Freitag bin ich zum ersten Ostschweizer Autorenapero gefahren. Am Steuer sass allerdings nicht ich, sondern ein neuer Autorenkollege, den ich bei einer Lesung in Walenstadt kennengelernt habe. Die Zeit verging wie im Flug. Unsere Unterhaltung war wesentlich angeregter und lebhafter als das Navi in Toms Gefährt, was zur Folge hatte, dass wir unser Ziel erst einmal verfehlten (über den Heimweg legen wir diskret den Mantel des Schweigens, so falsch kann man nicht mal ohne Navi fahren!).

Unter der Federführung der Gesellschaft für deutsche Sprache und Literatur trafen sich 35 Ostschweizer Autoren und Autorinnen zu einer ersten Kennenlernrunde. 60 haben sich auf der neuen Webseite Literaturnetz Ostschweiz eingetragen, die morgen online gehen wird. Das zeigt, wie gross das Bedürfnis der Autoren ist, sich kennenzulernen und zu vernetzen. Am Anlass waren alle Altersgruppen vertreten, der Austausch war rege, das Aufeinanderzugehen offen und interessiert. Das Literaturnetz Ostschweiz wird auf drei Standbeinen stehen: Treffen für den Austausch untereinander, Workshops und Veranstaltungen.

(Zwischenbemerkung: Tom hat ebenfalls über unsere Fahrt und den Anlass gebloggt.)

Themenwechsel.

Heute Abend geht die erste Folge der "Villa Wahnsinn" über den Äther. Die 10 Geschichten um Kevin, der mit seinem Vater, seiner Schwester und ihrem Hündchen Fiffy-Belle in die tiefste Pama (=Kuhschweiz) ziehen muss, werden in den nächsten zwei Wochen jeweils von Montag bis Freitag auf Radio DRS, im Kinderprogramm ZAMBO zwischen 19.00 und 20.00 Uhr ausgestrahlt. Man kann die Folgen auch auf der ZAMBO Webseite hören.

Und nochmals Themenwechsel:

Überarbeitungsrunde 2 ist abgeschlossen. Es geht in die 3. Runde, die Feinschliffrunde.Die mache ich auf Papier.


Sonntag, 2. September 2012

Emotionales Achterbahnfahren

Wer emotionales Achterbahnfahren liebt, der sollte Autor werden :-)

(Anmerkung an mich selber, falls ich es je vergesse: Das ist einer der Gründe, weshalb ich Autorin bin.)

Es gibt Monate, die werden von Lesungen diktiert, andere von intensivem Schreiben, andere von genauso intensivem Überarbeiten, wieder andere von langwierigen Verhandlungen, Höhenflügen oder Abstürzen, Flauten oder absoluten Stressphasen. Öfters ist es auch eine Kombination von mehr als einem dieser Faktoren.

Lesemässig läuft bei mir im September ... NICHTS. Das ist gut so. Nicht für die Einnahmen, aber für das Schreiben. Dafür ist dieser September einer der allerspannendsten, die ich je erleben durfte. Guckt mal rechts rüber zur Pinwand.

Am 7. September treffen sich zum ersten Mal die Ostschweizer Autorinnen und Autoren. JA! Wir schliessen uns zusammen, lernen einander kennen, netzwerken, werden gemeinsame Projekte auf die Beine stellen usw. Ich freue mich riesig darauf. Nicht zuletzt, weil ich manchmal denke, dass die Ostschweiz als Literaturzone gar nicht existiert. Nicht, weil bei uns niemand schreibt, im Gegenteil. Sondern weil wir zu weit weg von den Zentren sind.

Dann kommen gleich zwei Höhepunkte zusammen:
Die Hörserie, die ich letztes Jahr für Radio DRS geschrieben habe, wird diesen September ausgestrahlt. Mehr dazu gibt es dann in separaten Blogeinträgen. Und mein neues Buch Matchbox Boy erscheint.

Last, but not least, darf ich in Murten für Petra Ivanov einspringen und ihre Workshops übernehmen (die sie gerne gehalten hätte, aber es gab eine Terminkollision). Und so halte ich an der Jahrestagung des SIKJM (Schweizer Institut für Kinder- und Jugendbuchmedien) drei Workshops zum Thema Spannung.

An der Überarbeitungsfront läuft alles nach Plan. Runde 1 ist abgeschlossen. Ich bin in Runde 2. Auch dazu werde ich in einem separaten Eintrag mehr schreiben.

Was für ein Monat!!!

Donnerstag, 30. August 2012

Es gibt ...

... Buchtitel, bei denen ich wünschte, sie wären meine. Zum Beipiel den da.



Und es gibt Trailer, von denen ich wünschte, sie wären von mir. Zum Beispiel den da:




Mittwoch, 29. August 2012

Das ist das Ende

Jetzt online: Die Leseprobe zu meinem neuen Buch, das Ende September raus kommt. Lust auf mehr: Hier klicken.

Dienstag, 21. August 2012

Überarbeiten, Runde 1

Die erste Version des Manuskripts steht. Es ist eine Version nur für meine Augen, denn meine Erstversionen sind noch unausgegoren (nett formuliert). Das hängt mit meiner Art zu schreiben zusammen: Ich habe einen roten Faden, plane jedoch die Geschichten nicht detailliert durch. Zwar überarbeite ich dauernd während des Schreibens, aber es bleiben doch Fragen offen, nicht alles ist verknüpft, nicht alles ergibt Sinn. Vieles merke ich während des Schreibens und ändere es, anderes lasse ich offen und mache mir Notizen für die Überarbeitung.

Im aktuellen Fall bin ich ganz dicht an meinen drei jugendlichen Hauptfiguren. Ihre Geschichte ist jedoch in einen grösseren Zusammenhang eingebettet, den sie lange nicht so richtig mitbekommen (das hat seine Gründe, die ich noch nicht verraten will). Ich habe deshalb während des Schreibens gemerkt, dass ich die Erzählstruktur durchbrechen und öffnen muss. Eine neue Erzählperspektive wollte ich nicht einbringen, das hätte nicht gepasst. Im Vertrauen darauf, dass mir schon etwas einfällt, habe ich die Geschichte meinen Figuren entlang zu Ende geschrieben und noch während des Schreibens hat sich herauskristallisiert, wie ich mein Problem mit der fehlenden Ausseninformation löse.

In der ersten Überarbeitungsrunde konzentriere ich mich auf die offenen Fragen, Nebenfiguren, die noch nicht ganz stimmig sind, Geschehnisse, die keinen erkennbaren Sinn ergeben (obwohl ich ihn kenne - er jedoch von keiner der drei Hauptfiguren erkannt wird) und auf lose Fäden, die am Ende alle verknüpft sein wollen. Und ich mache mir Notizen, an welchen Stellen im Text ich die Geschichte durchbrechen werde und womit. Für diese Arbeit gebe ich mir zwei Wochen Zeit. Danach kommt Überarbeitungsrunde 2. In Runde 2 werde ich dann den Text feinschleifen und die Textstellen einfügen, für die ich jetzt die passenden Stellen suche.

Ich liebe das Überarbeiten. Eigentlich mehr als das Schreiben. Vielleicht falle ich damit ein wenig aus dem Autorenraster; ich weiss es nicht so genau. Für mich kommt jetzt also sozusagen die schönste Zeit meiner Arbeit. Und so sieht das im Moment (der Hitze wegen) aus:



Sonntag, 19. August 2012

Und dann sass ich da ...

... oben beim Stall, auf dem Ausruh-und Schreibplatz, schrieb mein Manuskript zu Ende, schaute ab und zu über den Rand des Laptops und dachte: "So viel Beton findet ihr gar nicht, um mir DAS da kaputt zu bauen."



Donnerstag, 16. August 2012

Heimatlos im Schwebezustand

Es ist eigenartig. Ich befinde mich in einer Art Schwebezustand. Dabei ist eigentlich alles klar: Ich schreibe das Finale meines neuen Thrillers. Ich erledige administrative Arbeiten, kläre Lesetermine ab, bereite mich auf den nächsten Workshop vor. Ende September erscheint mein neues Buch (keine Angst, nicht der Thriller, dessen Finale ich gerade schreibe; das wäre etwas zu kurzfristig). Die Zukunftsaussichten sind gut. Mir geht es gut.

Und trotzdem habe ich meine Füsse nicht richtig auf dem Boden. Es ist, als hätten sich Dinge leicht verschoben. Vielleicht kennt ihr das Gefühl - so richtig erklären lässt es sich nämlich nicht. Mein Thriller erscheint mir zu wenig "thrillig". Aber dieses Gefühl habe ich jedes Mal im Endspurt eines neuen Buches, deshalb glaube ich nicht, dass es daran liegt. Ich glaube, was mir wirklich nahe geht und mich beschäftigt, ist das Geknatsch um die Umsetzung der Zweitwohnungsinitiative, die verhindern soll, dass unsere Bergtäler total zubetoniert werden.

Seit gut zwei Jahren lebe ich zu einem immer grösseren Teil in einem Bergtal, in einem alten Haus, das sonst wohl niemand gewollt hätte (wir lieben es!). Und seit zwei Jahren schaue ich fassungslos zu, wie dieses wunderschöne Tal in einem Wahnsinnstempo zugebaut wird. Neben dem kleinen Dorf, in dem wir wohnen, ist ein zweites entstanden, eine ganze Siedlung, lieblos aus dem Boden gestampft. Beim Badesee oben, direkt am Flachmoor, ist eine neue Riesensiedlung geplant, rundum wird gebaut, was das Zeug hält, und seit die Schweizer NEIN gesagt haben zu einer weiteren Verbauung, wird gnadenlos auf Halde geplant - so als wolle man kurz vor Ladenschluss noch alles, aber wirklich alles zubetonieren. Kürzlich waren wir in Brigels, einem einst schönen Dorf in der Surselva. Da karren mehr Lastwagen die Bergstrasse hinauf und hinunter als bei einem Kieswerk-Zubringer. Und wenn wir auf dem Weg nach Hause an Flims vorbeifahren, sehen wir nichts als Bautafeln und projektierte Bausiedlungen.

Ich liebe unser Haus in den Bergen. Aber ich weiss nicht, ob ich dort bleiben will, wenn das so weiter geht. Und das lässt mich grad ziemlich heimatlos fühlen.

Auf jeden Fall verstehe ich alle, die lieber anderswo Ferien machen als in den Schweizer Bergen. Wozu auch? Agglo angucken kann man auch im Tal unten.

Dienstag, 14. August 2012

Lack of co-operation!

Und mich hinter dem Rücken von Mr. Shadrick einfach mit "non-officials" unterhalten! - was natürlich ein "illegal act" ist. Aber in Zukunft werde ich brav kuschen, sofort "co-operate" und wenn nötig unter den Schreibtisch von Mr. Patrick Shadrick kriechen und ihm die Schuhe putzen. 

This is to officially inform you that we have verified your contact inheritance file presently on my desk, and I found out that you have not received your payment due to your lack of co-operation and not fulfilling the obligations giving to you in respect to your contract inheritance payment. Secondly, you are hereby advice to stop dealing with some non-officials in the bank as this is an illegal act. After the board meeting held at our headquarters, we have resolved in finding a solution to your problem, and as you may know, we have arranged your payment through our FEDERAL RESERVED BANK in Europe, America and Asia Pacific. The total amount with is FEDERAL RESERVED BANK US$14.6 million. All Your Contact Details is Needed to enable us make payment to you.

(1) Your Full Name:
(2) Your Address where you want the payment centre to send your ATM CARD:
(3) Phone and Fax Number:
(4) Age and Occupation:
(5) Your Nearest International Air Port in your City of residence:

We shall be expecting to receive your information you have stop any further communication with anybody or office. On this regards, do not hesitate to contact me for more details and direction, and also please do update me with any new development.

Thanks for your co-operation.

Best Regards,

Mr. Patrick Shadrick
Remittance Manager
Federal Reserve Bank.
Phone Number: +44-701-296-0302

Dienstag, 7. August 2012

Momentaufnahme

Kühles Morgenwetter.
Schreibmorgen.
Schreibworkshopnachmittag.
Die Katze schläft auf dem Fenstersims.
Total entspannt und zufieden.
Beide. Die Katze und ich.
Solche Tage sind unbezahlbar.

Freitag, 3. August 2012

Eintauchen in den August

Ich war die letzten paar Tage in den Bergen und habe meinen Romanfiguren alles abverlangt. Das Manuskript steht jetzt am Anfang des Showdowns, des grandiosen Finales. Alles ist eingefädelt, die Figuren sind in Stellung gebracht. Bis Mitte August will ich das Buch zu Ende geschrieben haben. Dann bleiben mir sechs Wochen Überarbeitungszeit. Es ist nicht die erste Überarbeitung. Ich überarbeite laufend während des Schreibens, aber es wird die erste Überarbeitung an einem Text, den ich dann von A bis Z kenne. Da ich meine Bücher nicht genau plane, nehmen sie schon mal Wendungen, die selbst mich überraschen. Genau das ist mir diese Woche passiert: Ich habe eine Zusatzschlaufe eingebaut, die den ganzen ursprünglich geplanten Schluss der Geschichte ändert ... und nach Änderungen im Aufbau schreit.

Bevor ich in die Berge gefahren bin, habe ich meinen Krimi für eine Anthologie fertig geschrieben und ihm den ersten Schliff gegeben. Der Text hat jetzt eine Woche geruht und ich kann ihn mit einem frischen Blick fertig überarbeiten.

Am Montagnachmittag beginnt der Südkultur Schreibworkshop mit Jugendlichen. Ich habe einen Grobplan zusammengestellt und Ideen gesammelt. Den Montagnachmittag werde ich genauer planen, den Rest erst, wenn ich die Gruppe und ihre Bedürfnisse und Anliegen kenne.

Nicht zuletzt wird der August ein sehr aufregender Monat, weil ein Herzblutprojekt konkrete Formen annimmt. Ich sage einfach so viel: Daumen halten!

Sonntag, 29. Juli 2012

Gar nichts müssen wir

Frank Maria Reifenberg sorgt mit seinem Blogeintrag "Warum Autoren jammern dürfen, sich aber nicht beschweren sollten" für Aufsehen. Er spricht mir mit diesem Text direkt aus dem Herzen.

Die Buchbranche ist eine eigene Welt - eine Welt, in der man sich schon mal selber verlieren kann. Ist mir auch passiert. Wer hier schon länger mitliest, weiss, wie sehr ich gehadert habe. Vor einem knappen Jahr habe ich mit dem Hadern aufgehört und lebe nach dem Motto, das auch im Artikel von Frank Maria Reifenberg zu finden ist:

Ich finde die ganzen Ratschläge unerträglich, was Autoren jetzt alles können und tun MÜSSEN. Gar nichts müssen wir.

Nein, wir müssen wirklich nichts. Ausser schreiben. Was wir sonst noch tun, welche Verträge wir unterschreiben wollen und welche nicht, ob wir unsere Bücher selber herausgeben oder nicht oder beides, ob wir im Auftrag schreiben oder genau die Geschichten, die wir im Kopf haben oder beides, ob wir uns in die Social Media einklinken wollen oder nicht oder wenn ja, wie viel, ob wir drei Geschichten schreiben pro Jahr oder eine in drei Jahren ..., dies und vieles mehr sollen wir für uns entscheiden, jede(r) für sich.

Als Autorin fühl(t)e ich mich manchmal wie eine Gehetzte. Die letzten paar Monate, im Rahmen der Diskussion um neue Medien und Urheberrechte, noch mehr als früher. Praktisch alle (die meisten von ihnen Menschen, die keine Bücher schreiben) wussten und wissen ganz genau, wohin die Reise gehen soll und wird, und wer nicht mitmacht, wird von den Lesern ausgespuckt und vom Markt gefressen. Autorin, pass dich an, geh mit den Zeiten. Das kann grausam an die Nieren gehen - und an die Substanz. Oder, wie Frank Maria Reifenberg schreibt:

Sind unsere Antworten davon geprägt, was Vertriebsleute vielleicht denken, ob ich 2000 Facebook-Freunde habe oder ob der Buchhandel weiß, auf welchen Stapel er meine Bücher legen soll – dann habe ich ein oder mehrere Probleme und in ein paar Jahren vielleicht genug Punkte gesammelt für einen Gratisaufenthalt in einer Klinik. Wahlweise Herz- oder Seelenabteilung.

Sein Artikel kommt für mich zur rechten Zeit. Ich war schon beinahe dabei, meine letztes Jahr gefundene Gelassenheit zu verlieren. Der Artikel bestätigt mich, meinen Weg weiter zu gehen - ich werde ihn mir ausdrucken, für die Tage, an denen ich mir verloren gehe.

Bleibt der Risikofakter vom Untergehen, wenn man sich entscheidet, gar nichts zu müssen. Nun, mit diesem Risiko leben wir alle, auch die, die denken, sie müssen.

Mittwoch, 25. Juli 2012

Auf den Punkt schreiben

Ich arbeite an einem Kurzkrimi. Und es ist wie jedes Mal, wenn ich eine kurze Geschichte schreibe: Ich frage mich, warum ich mich darauf eingelassen habe. Ich weiss ja, dass mir kurze Geschichten zu kurz sind, dass ich lieber sehr viel Zeit mit meinen Figuren verbringe als diese flüchtigen Beziehungen eingehe, bei denen ich, kaum bin ich den Figuren begegnet, sie auch schon wieder loslassen muss.

Die Antwort (warum ich trotzdem immer wieder kurze Geschichten schreibe) ist einfach: Die Anfragen sind zu verlockend. Eine Weihnachtsgeschichte für Jugendliche, die auf einem Song basiert? JAAAAA! Eine Abenteuer-Hörserie für 6 - 9- Jährige? Noch nie für diese Altersgruppe geschrieben, aber Himmel, hat mich das gereizt! Und weil es so toll war, habe ich gleich auch für eine Weihnachtsgeschichte für diese Altersgruppe zugesagt. Dann die Anfrage zum Krimi, herangetragen von Autorinnen, die ich sehr mag und. Wer könnte da Nein sagen?

Ich schreibe diese Geschichten begeistert gerne. Nur, wenn sie dann in ihrem ersten Entwurf fertig sind, sind sie zu lang - oft viel zu lang. Ich durchbreche die Zeichenanzahlvorgabe locker, luftig und unbeschwert, schreibe weiter und denke mir, dass man (ja "man" - "ich" wäre zu bedrohlich) da ja kürzen kann. Wobei ich den Gedanken ans Kürzen kurz halte; würde ich länger darüber nachdenken, bekäme ich das Muffensausen.

Beim ersten Überarbeiten habe ich das Kürzen im Hinterkopf, aber es hat nicht erste Priorität. Erst beim zweiten Gang achte ich darauf. Dabei fällt schon ganz viel weg, aber nie genug. Beim nächsten Gang geht es an das Eingemachte. Da heisst es dann: "Kill your darlings". Da fliegen Passagen raus, bei denen das Herz blutet. Aber vorgegebene Zeichenzahl ist vorgegebene Zeichenzahl! Je nach meiner Fahrlässigkeit beim Schreiben, sprich, beim unbedarften Überschreiten der Zeichenlimiten, überarbeite ich Kurzgeschichten unzählige Male.

Das Gute daran: Man lernt, sich auf das absolut Wesentliche zu beschränken. Man lernt, auf den Punkt zu schreiben. Ich habe so mit dem Schreiben begonnen. In einem Kurzgeschichtenforum. Es war die beste Schreibschule, die ich es für mich gab. Sie hat meinen Blick auf Überflüssiges geschärft. Denn auch bei einem Buch darf man sich nicht von den vielen Seiten dazu verleiten lassen, (zu) ausufernd zu werden. Auch bei Büchern fliegt viel bei mir immer viel wieder heraus. Diese Kurzgeschichten zwischen den langen machen also nicht nur Spass; sie tun den langen auch gut!

Dienstag, 24. Juli 2012

Irland

Zurück. So. Und nun sollte ich wohl schreiben, wie es mir gefallen hat. Kann ich nicht. Weil ich es nicht weiss. Was ich weiss: Es hat mich nicht gepackt. Woran es liegt, daran rätsle ich noch. Denn: Die Landschaft ist wirklich atemberaubend schön und die Leute sind sehr, sehr nett.

Vielleicht habe ich zu viel erwartet, vielleicht das Falsche. Vielleicht lag es zum Teil am erbärmlich schlechten Wetter, doch alles auf das Wetter zu schieben, funktioniert nicht, denn wenn ich etwas von Irland nicht erwartet habe, dann das gute Wetter. Es liegt auch nicht an den Geschichten, die mir nicht über den Weg gelaufen sind - denn davon gab es genügend. Aber eben: Vielleicht die falschen. Zum Beispiel die:

Ein verbautes, zersiedeltes, entstelltes Donegal mit pseudoamerikanischen Riesenvillen, billig gebaut, aber riesig, mit Auffahrten, die jedes billige Klisché erfüllen. Die Dinger stehen einfach überall. Als hätte ein ganzes Volk den Hals nicht vollbekommen können. An schönsten, wildesten Küstenstreifen hatte ich das Gefühl, durch eine einzige, riesige amerikanische Vorstadt zu fahren. Kurz: Nach drei Tagen Donegal war ich so schlecht drauf, dass ich nach Hause fliegen wollte. Stattdessen sind wir weiter südwärts gefahren und von Sligo abwärts nahm zumindest die Anzahl dieser absolut würdelosen Häuser ab. Zersiedelt bleibt es aber (nur: das war schon immer so; vielleicht fällt es einfach mehr auf, jetzt, wo ein gefühlt zigfaches an Häusern in der Landschaft steht).

Oder die hier, gefunden in der Lokalzeitung:  In Mayo hat die Selbstmordrate innerhalb eines Jahres um 300 Prozent zugenommen. Dazu passt, dass ich beim ersten Halt auf der gewaltig schönen Achill Island als erstes einen Gedenkstein für einen 23-jährigen jungen Mann gesehen habe. Eingemeisselt waren der Anfang von "Knocking on Heaven's Door."

Natürlich gab es auch die guten Geschichten. Und vor allem viel überwältigende Natur. Vielleicht muss ich alles erst verdauen.

* * *

Diesen Eintrag habe ich gleich nach der Rückkehr geschrieben, aber nicht veröffentlicht. In der Zwischenzeit war ich in den Bergen. Dabei habe ich ein anderes, grosses "Vielleicht" gefunden. Vielleicht hätte ich den Sommer einfach viel lieber in den Bergen verbracht. Weil es nicht wirklich eine Antwort zu geben scheint, drücke ich jetzt den "Veröffentlichen" Knopf.

Sonntag, 1. Juli 2012

Träume

Als ich jung war, hatte ich einen grossen Traum: Irgendwann einmal in einem dieser wunderschönen weissen Häuser (mit bunten Türen und Fensterrahmen) auf einer irischen Klippe ein Buch zu schreiben. Letztes Jahr war ich in Nordschottland und habe - nebst vielen anderen Dingen - geschrieben. An schlicht und einfach atemberaubend schönen Orten. Einer dieser Orte war die Isle of Skye. Dort wird ein Teil der Serie spielen, die seit Jahren in meinem Kopf wohnt und irgendwann zu Buchstaben, Wörtern und Sätzen wird.

Am Dienstag fliege ich nach Irland. Mit viel Sehnsucht und - weil ich auch praktisch sein kann - einer wasserdichten Regenjacke. Im Gepäck den Laptop. Für den Fall, dass ich irgendwo auf einer Klippe ein weisses Haus mit bunten Türen und Fensterrahmen finde.


Mittwoch, 27. Juni 2012

Momentaufnahme

Nach 103 Lesungen in der ersten Jahreshälfte liegt jetzt eine - lesemässig - ruhige Zeit vor mir. Die nächsten Lesungen sind erst wieder im November. Das ist gut so. Denn jetzt kommt die Schreibzeit. Mit einem Abgabetermin Ende August (eine Geschichte für eine Anthologie) und einem Anfang Oktober (mein neuer Thriller).

Ich habe zudem grünes Licht für den einwöchigen Schreibworkshop im August bekommen und freue mich darauf, ihn vorzubereiten. Erst einmal steht jedoch noch die letzte MUS-E Stunde an. Nächsten Montag lassen die Fünftklässler von Sevelen und ich dieses Schreibwerkstatt-Projekt gemütlich ausklingen. Bis dahin sollte ich es auch schaffen, die MUS-E Webseite auf den neusten Stand gebracht zu haben.

Gute Nachrichten auch von der Radiofront: Meine Geschichte für das Kinderprogramm ZAMBO ist im Kasten und sollte im Herbst ausgestrahlt werden. Ich kann es kaum erwarten, die Vertonung der Geschichte zu hören!

Ferien gibt's auch! Anfang Juli fahren Herr Ehemann und ich für zwei Wochen nach Irland. Für die Katze ist gesorgt. Herr Sohn und Frau Tochter werden sich um sie kümmern.


Dienstag, 26. Juni 2012

Buchtrailer für Matchbox Boy

So, jetzt habe ich endlich Nägel mit Köpfen gemacht und bei Andreas Fritz einen Buchtrailer für den Matchbox Boy bestellt. Ich freue mich riesig auf die Zusammenarbeit.

Zur neuen Mailadresse wie die Jungfrau zum Kind

FB hat mir eine neue Mailadresse "geschenkt". Einfach so. Ohne mich zu fragen, ohne mir das mitzuteilen. Weshalb ich auch nichts gemerkt habe. Zum Glück liest Frau Zeitung."Glaub ich nicht", dachte ich - und ging nachgucken. Und ohalätz. Ich habe tatsächlich eine neue Mailadresse. Sie steht sogar im Profil. Ich stelle mir jetzt mal vor, jemand fragt via FB via dieser Mailadresse nach, ob ich eine Lesung machen möchte. Ich bekomme diese Einladung nie zu sehen (weil ich nicht einmal weiss, dass ich eine FB Mailadresse habe) und antworte deshalb auch nie darauf. Die könnten ja glatt denken, ich sei eine arrogante Schnöselin, die es nicht mehr nötig hat.

UPDATE: Hab die Mailadresse versteckt resp. verborgen.


Sonntag, 24. Juni 2012

Was machen Sie, wenn Sie nicht schreiben?

Wandern, zum Beispiel. Und dabei merke ich immer wieder, dass mich daran Dinge faszinieren, die auch in meinen Büchern eine wichtige Rolle spielen. Zum Beispiel das Wasser. In meinem neuen Buch, an dem ich schreibe, ist das Wasser sogar sehr wichtig - also, eigentlich hauptsächlich eine Brücke ziemlich hoch über dem Wasser. Über genau so eine Brücke bin ich heute auch gegangen (und mir wurde von der Höhe schwindlig; kein Wunder, haben meine zwei Hauptfiguren ihre liebe Mühe damit). Die Brücke habe ich zu fotografieren vergessen, wahrscheinlich, weil mir zu schwindlig war. Nach der Brücke tauchte ich ein in eine wilde, wunderschöne Welt (was man von meinen Hauptfiguren leider nicht sagen kann - die landen in einem Albtraum - ist ja auch ein Thriller und kein Wanderausflug :-) ).




Donnerstag, 21. Juni 2012

"Buch am Bach" auf Film

Drei Tage Kinder- und Jugendbuchmesse "Buch am Bach" in Götzis. Das sind drei Tage mit wunderbaren Begegenungen, vielen, vielen tollen Büchern, einem breiten, interessanten Rahmenprogramm ... und und und. Ausführliches folgt später - ich muss nämlich gleich wieder weg. Aber diesen Film hier, den wollte ich euch vorher noch zeigen.

Mittwoch, 20. Juni 2012

Rabenblut

Es ist da, das eBook von Nikola Hotel!

Über die Bedeutung des Lesens ...

... gibt es heute an der Kinder- und Jugendbuchmesse "Buch am Bach" eine öffentliche Podiumsdiskussion. Ich werde auch dabei sein. Die Veranstaltung beginnt um 18.00 Uhr im Vereinshaussaal in Götzis.

Dienstag, 19. Juni 2012

Impressionen von der "Buch am Bach"

 Bus in der Eingangshalle


Bücherschrank am Eingang. 
Wird schon bald in Stadt- und Dorfteilen der Gegend auftauchen.
Kann man KAUFEN!!! (ich will auch!)


Und hier noch aus der Nähe.
Übrigens: Entworfen und hergestellt wird dieser geniale Bücherschrank
von Berufsschülern im Vorarlberg!


Der grosse Lesesaal - hier haben bis zu drei Schulklassen Platz.
Ich lese zum ersten Mal überhaupt mit Headset.
Eine total coole Sache.


Der Blick von oben auf die Buchausstellung.


Die Autorenkollegen Oliver Pautsch und Stephan Sigg.


Für die Selektissima 2012 nominierte Bücher.


Stempelwand am Eingangsbereich.
Jeder kann sich Stempel schnappen und drauflosschreiben.
Vor der Wand: Zwei der charmanten Messe-Guides.


Buch am Bach

Heute, morgen und übermorgen bin ich in Götzis an der Buchmesse "Buch am Bach". Mein Terminplan ist voll, die Vorfreude gross, das Messeprogramm sehr interessant.

Montag, 18. Juni 2012

Eine andere Welt?

Im Kanton Zürich stimmt eine überwältigende Mehrheit gegen eine weitere Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten. Mehr noch: Die Stimmenden wollen auch keine weitere Senkung von Unternehmenssteuern, sie wollen keine weiteren 1000 Hektaren Kulturland überbauen und sie wollen, dass Leute, die wuchtige, schwere Auto fahren, mehr Abgaben bezahlen und gleichzeitig Leute belohnt werden, die umweltfreundliche Wagen fahren.

In meinem Wohnkanton (St. Gallen) hat sich ein grosser Teil der Stimmenden dagegen ausgesprochen, bei den älteren, weniger begüterten Menschen den Sparhebel anzusetzen - die Kürzung von Ergänzungsleistungen ist ziemlich deutlich abgelehnt worden (und das bei uns, wo man unter dem Motto "Sparsam sein" fast alles machen kann).

Und in München - so lese ich heute Morgen - wollen die Münchner keine dritte Startbahn für ihren Flughafen.

Irgendetwas passiert hier gerade. Fast scheint es, als ob die Menschen Zeichen setzen wollen. Es ist ein Anfang. In Griechenland suchen sie immer noch ihren Weg.

Donnerstag, 14. Juni 2012

Begegnungen

Dieses grössenwahnsinnig verrückte Projekt, bei dem ich dabei bin, macht nicht nur Spass - es bringt mich auch mit Leuten zusammen, die ich sonst vielleicht nie kennengelernt hätte. Zum Beispiel mit Steffen.


Calm Down Mother - Flowermouth from Scott Schmith on Vimeo.

Mittwoch, 13. Juni 2012

Touristin und Autorin

Heute fuhr ich in die Innerschweiz zu zwei Schullesungen. Weil die Bahnfahrt rund 2 1/2 Stunden gedauert hätte (mit einem wacklig unsicheren Anschluss in Zug), entschied ich mir für die halb so lange Autofahrt - und freute mich riesig darauf, denn ich reiste via "Sattel" ins Zentrum der Schweiz, eine der schönsten Wegstrecken der Schweiz. Kurz nach Pfäffikon ging's den Hügel rauf, ins Moor von Rothenturm, danach über den Sattel mit seiner atemberaubenden Aussicht  in die Zentralschweiz mit ihren markanten Bergen. Ich kam mir vor wie eine Touristin! Nach den beiden Lesungen im Schulhaus Rubiswil (danke an alle! - es war super!!!) durfte ich den gleichen Weg wieder zurückfahren :-). Kurz: ein perfekter Lesetag!

Sonntag, 10. Juni 2012

Von den Tücken beim Kauf eines eReaders

Da will ich mir einen eReader zulegen (ENDLICH!!!) und scheitere erst einmal grandios an der Frage: Welchen denn? Idiotensicher muss er sein. Nach ein bisschen Herumfragen zeichnen sich zwei Möglichkeiten ab: Kindle oder Sony Reader. Der Sony Reader ist nicht nur schöner, er wäre eigentlich auch der bessere, aber mich schreckt der Gedanke an irgendwelche Programme, mit denen man irgendwelche Dateien konvertieren muss. Ja, ja. Man darf lachen. Die gute Frau bloggt, facebooked und googelt, aber von Technik versteht sie einfach absolut und rein GAR NICHTS. Also entscheide ich mich für die Betty Bossy unter den Readern, also für den Kindle. So als Einstieg. Zum Aufwärmen, Üben und Angewöhnen.

Dann will ich bestellen. HA! Denkste. Amazon.de verkauft mir keinen Kindle. Egal, wie oft ich es versuche. Ich gebe auf und lasse ein paar Tage verstreichen. Dann ein neuer Versuch. Amazon.de verkauft mir immer noch keinen Kindle.


Grummelnd suche ich den Grund - und finde ihn auch:
  
Also, das wäre jetzt schon fast ein Grund, sich den Sony zu kaufen. Ich muss das Gerät ja sowieso IRGENDWO bestellen. Fündig geworden bin ich. Bei denen da. Weil ich bei denen kein Konto habe, Sohnemann jedoch schon, bestelle ich über ihn. Und weil er erst in ein paar Stunden zu Hause ist, überlege ich mir jetzt, ob ich nicht doch den schönen, roten Sony-Reader kaufen soll.

Bevor jetzt irgendwer "TABLET" schreit: Nein, ich will kein Tablet. Immer noch nicht.

Samstag, 9. Juni 2012

Mal wieder selber schuld, wir Rheintaler

Die SBB haut uns Rheintalern einmal mehr die ungeschminkte harte Realität um die Ohren. Die da wäre: WIR SIND SELBER SCHULD. Wir nutzen ihr wunderbares Angebot einfach zu wenig. Das klingt dann so: "Ausgewiesene Kostenunterdeckung" / "nicht eigenwirtschaftlich".

Jo. Selber schuld. Dabei wäre das Angebot perfekt. Ich muss mit der Bahn erst (vorsicht, Ironie) um 7.00 Uhr morgens losfahren, wenn ich meine Lesung im 24 Kilometer entfernten Montlingen um 8.40 Uhr beginnen möchte. Natürlich wäre ich nicht so lange unterwegs (nur 56 Minuten für 24 Kilometer), aber weil ich pro Stunde nur eine Verbindung habe, ist es halt so. Ich habe das Auto genommen. Abfahrt um 8.05 - Ankunft eine gemütliche Viertelstunde vor der Lesung.

Gut, das ist das Extrembeispiel. Es gibt auch noch ein paar bessere Beispiele. Trotzdem habe ich die ganze Mai-Lesetour mit dem Auto gemacht. Und jetzt bin ich schuld daran, dass keine Zugbegleiter mehr von St. Gallen nach Chur die Reise mit uns teilen. Tut mir leid. Echt. Aber dafür rollt weiterhin (bis Mitte 2013) das älteste Rollmaterial der Schweiz über unsere Schienen, bekomme ich Falschauskünfte am lokalen SBB-Schalter (falls ich es vor Zugsabfahrt bis zu einem besetzten Schalter schaffe), sind die Ostwindzonen genau so eingeteilt, dass Kurzstrecken ein kleines Vermögen kosten ... und gehen die Ticketpreise in die Höhe. Das sollte eigentlich Trost genug sein.

Kein Trost ist die ganze elende Geschichte Hans Schärer, dem Präsidenten von Pro Bahn Ostschweiz. Die Lokalzeitung schreibt dazu: Bei Hans Schärer ist nach der Antwort aus Zürich eine gewisse Resignation spürbar. "Wir müssen uns damit abfinden", meint er. Der Wechsel zurück zum eigenen Auto sei für einige unzufriedene ÖV-Kunden möglicherweise eine Option.

Da könnte er möglicherweise recht haben.

Freitag, 8. Juni 2012

Liebe Sunrise

Herzlichen Dank für Ihre beiden Telefonate. Beide Anrufe beantwortete ich. Bei beiden fragten Sie nach meinem Herrn Ehemann. Beim ersten Mal war der Herr Ehemann nicht zu Hause - und mit mir sprechen wollte der Sunrise-Herr nicht. Heute Morgen haben Sie es noch einmal versucht. Herr Ehemann war zu Hause. Denn mit mir wollte auch die Sunrise-Dame (diesemal war es eine Dame) nicht sprechen.

Weil ich fand, Herr Ehemann dürfe sich ruhig auch mal mit so was rumschlagen, wandelte ich die zwei Treppen von meinem Büro nach unten und überreichte Herrn Ehemann den Hörer. Auf dem Weg nach oben hörte ich dann, dass er der Sunrise-Dame erklärte, dass wir zu wenig oft nach Deutschland telefonieren und sich daher ihr Angebot nicht lohne.

Leider, leider hat er der Dame nicht gesagt, dass es seine Frau Ehefrau ist, die die Telefonate nach Deutschland führt. Und dass sie damit die genau richtige Ansprechpartnerin gewesen wäre. Tja, liebe Sunrise. Blöd gelaufen. Und noch was: Sie können in Zukunft versuchen, mir was auch immer zu verkaufen. Ich nehme nichts. Nicht von so einer Bude. Nicht einmal, wenn Sie mir dazu eine Kochschürze, einen Topflappen und einen Schrubber schenken.

Abendschreiberin

2009 bin ich hauptberuflich Autorin geworden. Will heissen, ich darf seither offiziell den ganzen Tag lang schreiben. Theoretisch klingt das toll. Praktisch ist das nicht wirklich so toll. Denn: Ich bin Abendschreiberin geblieben, egal, was ich versucht habe. Natürlich habe ich mittlerweile gelernt, auch tagsüber zu schreiben. Aber so richtig "flutschen" tut es erst irgendwann ab 21.00 Uhr, nach 22.00 Uhr laufe ich zu Hochform auf. Ich habe aufgegeben, mich dagegen zu wehren und schreibe immer häufiger abends, während ich gleichzeitig versuche, meine Produktivität tagsüber zu steigern. Denn eigentlich bin ich ein Morgenmensch. Ich stehe sehr früh auf, was sich mit dem sehr spät schlafen gehen reibt :-)

Bei meinem neusten Buch schreibe ich erstmals mit fix vorgegebenen Seitenzahlzielen - im  Moment noch relativ tiefen Vorgaben an mich selbst (15 Seiten pro Woche - egal, wie viel / wenig Zeit ich zum Schreiben habe), weil ich mich einfach zu gut kenne, um diese Ziele zu hoch zu stecken. Im Moment bin ich im Hintertreffen, weil ich im Mai fast nonstop unterwegs war und sich der Vorsprung an Seiten ins Minus kehrte. Aber ich hole auf! Bis Ende Juni will ich wieder ein paar Seiten im Plus sein.

Diese neue Strategie gefällt mir. Sie spornt mich an. Ich will den neuen Jugendthriller bis Anfang August fertig haben. Deadline ist der 1. Oktober (nicht wie sonst der 1. November). Damit bliebe mir genug Zeit für ein stressfreies Überarbeiten.

Nebst diesem Thriller beginne ich nächste Woche mit einem Krimibeitrag zu einer Anthologie. Das wird etwas ganz Neues für mich. Bin mal gespannt, wie ich das hinbekomme. Und dann ist da auch noch das "grössenwahnsinnige" Projekt, das ich im Mai für mich auf Eis gelegt habe - jetzt aber wieder voll angehen will und auch muss, weil wir ein ganzes Team sind und die anderen auf meine Arbeit angewiesen sind.

Dienstag, 5. Juni 2012

Das Internet und ich (beschränkt)

Kürzlich klingelte das Telefon. Am anderen Ende war ein sehr netter junger Mann, der fragte, ob er mir ein paar Fragen stellen dürfe - da über mich im Internet fast nichts stehe und er doch einen Vortrag halten müsse.

FAST NICHTS?, dachte ich einigermassen geplättet. DAS STEHT DOCH FAST ALLES (mal abgesehen von Schuhgrösse und Gewicht, was beides nicht unbedingt relevant ist).

Also fragte ich nach, wo er denn gesucht habe.
"Wikipedia", antwortete er.
Ich schluckte leer. Und dann erklärte ich dem jungen Mann, wo er was über mich finden könne. Weil ich grad online war, schickte ich ihn auf eine kleine virtuelle Führung durch meinen Blog, wo so ziemlich gar alles über mich steht, das man für einen Vortrag braucht. Er (der junge Mann) war beeindruckt und bedankte sich. Ich blieb mit der Frage zurück, ob die Jugend von heute weiss, wie man eine Suchmaschine bedient.

Und dann heute das hier: "Ich mache einen Vortrag über das von ihnen geschriebenen Buch \"Schlechte Karten\". Jedoch muss in diesem Buchvortrag auch allgemeine Informationen über die Autorin beinhalten. Wäre es möglich, wenn Sie mir noch ein paar zusätzliche Informationen zukommen lassen, da die Informationen über sie im Internet beschränkt sind."

Ich habe die Links zu meiner Webseite und dem Blog hier geschickt. Falls du, junger Mann aus der Anfrage, dank der Links hier gelandet bist: Herzlich willkommen und viel Spass beim Schmökern in den Infos.

PS: Vielleicht gebe ich auch die falschen Informtionen über mich preis. Könnte ja sein. *grübel*

Montag, 4. Juni 2012

Für alle Kämpfer da draussen

Als wir unser Haus in den Bergen kauften, lag der alte Zwetschgenbaum entwurzelt am Boden. Tot. Keine Chance auf Wiederbelebung. Wir lieben Zwetschgen. Also kauften wir uns letztes Jahr einen robusten Nachfolger. Den Herrmann. Und genau diesen Herrmann pflanzten wir mitten in den von sehr viel Wildwuchs gerodeten Steilhang.

Hermann schlug sich tapfer. Er überlebte die ersten paar Wochen. Trug im Herbst sogar eine Zwetschge (in Zahlen: 1). Aber dann schlug der Winter zu. Hart und unerbittlich. Herrmann versank in den Schneemassen. Bis fast zur höchsten Spitze. Im Frühling wurden die Schäden sichtbar. Der Schnee hatte Herrmann zwei Hauptzweige abgebrochen. Seine Chancen, an einem Schönheitswettbewerb teilzunehmen sind damit auf Null Komma Null (in Zahlen: 0.0) gesunken. Nicht zuletzt, weil das Wild ihn in seinem Hunger angeknabbert hat. Weshalb seine Blätter nur an vereinzelten Stellen wachsen - und er eher wie ein gerupftes Huhn als ein Baum aussieht.

Doch damit nicht genug. In unseren Bergen ist Maikäferjahr. Und zwar massiv. Mindestens zwanzig bis dreissig (in Zahlen 20 - 30) haben bei ihm angedockt und es sich gemütlich eingerichtet. Schütteln hilft nur bedingt. 30 Sekunden später kleben die Viecher wieder an ihm dran. Und ratet mal, wovon sie sich ernähren. Richtig. Von seinen wenigen Blättern.

ABER! Herrmann ist ein Kämpfer. Er steht immer noch. Haltet ihm die Daumen. Ach ja: Drei Zwetschgenknollen haben wir gezählt dieses Jahr (in Zahlen:3). Wir lieben Herrmann!!!


Freitag, 1. Juni 2012

Neue Wege gehen

In all den Diskussionen, die um das Urheberrecht geführt werden, fordert man Musiker und Autoren auf, sich an die neue Zeit anzupassen, umzudenken und neue Wege zu gehen. Als ob wir alle immer noch im stillen Kämmerlein sitzen und gottergeben darauf warten würden, dass uns jemand unsere Produkte abkauft. Nachdem ich mich aus nun ein paar Wochen lang aus den Diskussionen herausgehalten habe, habe ich mich die letzten Tage zaghaft wieder eingeschaltet und bei der Substanz drüben behauptet, dass Autoren schon längst ganz viele neue Wege gehen. Behaupten kann jeder. Deshalb möchte ich heute mal ein paar Beispiele zeigen (die, die mir spontan einfallen ... natürlich gibt es noch viel mehr - Ergänzungen in Kommentaren sind deshalb willkommen).

Als erste fällt mir meine Blogger- und Autorenkollegin Petra van Cronenburg ein. Sie realisert ein spannendes Projekt nach dem anderen und berichtet in ihrem Blog (ihren Blogs) darüber. Sie hat ein Sachbuch von A bis Z selber gemacht und herausgebracht, experimentiert mit eBooks (bringen Verschenkaktionen etwas, wenn ja, wann und unter welchen Bedingungen?) usw. und das Beste ist: Alles kann man hautnah miterleben - in informativen, auf den Punkt gebrachten Artikeln mit spannenden, weiterführenden Links. Sie ist für mich ein MUSS.

Nikola Hotel hat sich entschieden, ihr Buch selber als eBook herauszugeben - nachdem sie lange einen Verlag gesucht hat. Bei ihr kann man in Echtzeit miterleben, wie sie vorgeht, welche Gedanken sie sich macht und was ihre Erfahrungen sind.

Frank Maria Reifenberg hat das Struwelpippi Stipendium gewonnen, ist in Luxemburg in eine Schreibwohnung gezogen und berichtet hautnah von seinen Erlebnissen.

Bei Jutta Wilke kann man mitverfolgen, wie ein Roman entsteht.

Kai Meyer, einer der vielen experimentierfreudigen deutschsprachigen Fantasyautoren, lässt seine Fangemeinde hautnah an seinem Schreiben teilnehmen - er befindet sich via Social Media in regem Austausch mit seinen Lesern und veranstaltet immer wieder spezielle Aktionen.

Auch sein Kollege Christoph Hardebusch bezieht seine Leserschaft aktiv ein (ich glaube mich zu erinnern, dass man bei ihm sogar in den Plot eingreifen und mitbestimmen konnte, finde aber leider die entsprechenden Einträge auf die Schnelle nicht). Zudem offeriert er auf seiner Webseite sogenannte "Goodys" und Downloads.

Generell sind vor allem deutsche Fantasyautoren Autoren (auch die Bestsellerautoren) zum Anfassen. An der Leipziger Buchmesse haben sie ihre Fantasyinsel und ihren Stand - mit regem Austauch mit ihren Lesern.

Viele Autoren bloggen, twittern, sind auf Facebook und Google+. Wer sie sucht, wird sie problemlos finden.

Nicht wenige Autoren haben auf Youtube ihre eigenen Kanäle, mit Buchtrailern, Interviews oder Antworten auf Fanfragen.

Was gegen aussen weniger sichtbar ist: Sowohl die Fantasy-Autoren, die Krimiautoren als auch die Kinder- und Jugendbuchautoren sind untereinander sehr stark vernetzt, haben eigene, teils offene, teils geschlossene Foren, in denen sie sich austauschen - und sie treffen sich regelmässig.

Das eine erste, kleine Auswahl - zum Schmökern übers Wochendende.

UPDATE:
Aus den Kommentaren:
Die mörderischen Schwestern, eine sehr gute vernetzte und verlinkte Krimiautorinnenvereinigung.
Zudem:
Auf Lovelybooks sind Autoren hautnah an den Lesern - unter anderem in den beliebten Leserunden, in denen Leser, von den Autoren begleitet, Bücher lesen.
Kinder- und Jugendbuchautoren lesen häufig an Schulen: auch das eine tolle Möglichkeit, Autoren hautnah zu erleben


Mittwoch, 30. Mai 2012

Mal wieder die Piraten

"Zuerst einmal ist der Begriff des geistigen Eigentums unglücklich. Wir sind der Meinung, dass man nie der alleinige Schöpfer eines Werks ist, man schafft nie etwas zu 100 Prozent alleine."
Denis Simonet, Schweizer Piratensprecher in einem Interview

Recht hat er, der Mann. Ganz recht. Ich schreibe meine Bücher nicht alleine. Erstens hilft mir meine Katze (die bezahle ich mit Katzenfutter). Zweitens denkt mein Computer für mich mit. Ohne Witz. Er unterstreicht meine Rechtschreibfehler (dafür habe ich ihn ja im Laden bezahlt). Und drittens hilft mir die böse, böse Contentmafia, sprich, mein Verlag, der sich für mich eine Lektorin leistet, ein Grafikbüro (aus der Schweiz) für mich engagiert, mir das Buch setzt und druckt, auch ein eBook draus macht, dieses Buch bewirbt, in die Läden bringt, für mich die verkauften Exemplare zählt und mich dann bezahlt. Das alles selbstverständlich nur, um mich auszubeuten.

Aber wahrscheinlich verstehe ich wieder einmal gar nichts. So, wie auch die Musiker nichts verstehen. Der gute Pirat und Kämpfer für den Ort, an dem man Wissen und Kultur austauschen kann, ohne dass der Staat zensiert (sprich, das Internet), meint im Interview auch, die Schweizer Musiker (um die geht es eigentlich in dem Artikel) hätten das Internet nicht so ganz verstanden. Da sind wir aber alle froh, dass der Herr Pirat wenigstens die Kulturbranche versteht. Also, zumindest ansatzweise. Zum Beispiel so:

"Man hat nicht mehr ganz viele Produkte, die man einzeln verkauft, sondern nur noch ein Produkt, das beliebig oft kopiert werden kann."

Also, irgendwie hat er vielleicht doch recht, der Herr Pirat. Ich schreibe tatsächlich nur eine einzige Geschichte für ein Buch. Die kann man dem Himmel sei dank beliebig oft kopieren. Das Original verkaufe ich dann für CHF 50'000 an den Meistbietenden - oder klebe mir Werbung auf meinen nackten Hintern und lasse mich dafür sponsoren, dass ich das Originalmanuskript öffentlich verspeise. Schliesslich muss Frau Autorin alternative Einnahmequellen suchen statt sich faul auf ihren nichteigenen Ideen auszuruhen.

Liebe Piraten, wie soll ich euch ernst nehmen, wenn euer Sprecher solchen Stuss erzählt und wendig wie eine Schlange der Frage ausweicht, wie denn die Künstler zu ihrem Geld kommen sollen mit dem einen Produkt, das sie eh nicht alleine geschaffen haben und das man beliebig oft (gratis) kopieren kann?

Auftauchen und Abtauchen

Etwas mehr als vier Lesewochen liegen hinter mir. Gestern habe ich als letzte Mailesung eine verschobene Lesung in Walenstadt nachgeholt. Manchmal werde ich gefragt, wie ich das stimmlich mache. Darüber habe ich noch nie nachgedacht, denn stimmlich habe ich keine Probleme (ausser ich bin erkältet). Wahrscheinlich habe ich einfach Glück und meine Stimmbänder halten und halten und halten.

Die für mich viel entscheidendere Frage ist: "Wird es dir da nie langweilig?" Die Antwort ist ein klares Nein, denn ich weiss nie, was mich erwartet, wenn ich am Morgen durch den Schuleingang ins Schulhaus trete, in dem ich lesen werde. Jede Lesung ist anders. Und mir werden auch nach all der langen Zeit immer wieder Fragen gestellt, die ich noch nie gehört habe. Natürlich auch die typischen Fragen, aber das gehört dazu.

Was ich gemerkt habe: Trotz all der Freude an den Lesungen bin ich jeweils am Abend ziemlich müde. Ich habe deshalb gegen Ende der Lesetour längere Ruhephasen gebraucht - die ich mir auch genommen habe. Das Bloggen musste warten, das Schreiben meistens auch - und beim Haushalt habe ich zum Glück in meinem Ehemann einen sehr guten Helfer. Ein wohltuender Ausgleich war das Haus in den Bergen - und dort vor allem die blühende Wildnis und die ersten Wanderungen nach dem grossen Schnee.

So bin ich sehr gut durch diesen Lesemonat gekommen. Jetzt ist Zeit, aus diesem Sonderzustand aufzutauchen - um dann gleich wieder ins Schreiben abzutauchen. Ich schreibe zum ersten Mal nach einem ziemlich festen Plan. Nicht zeitlich (fixe Schreibzeiten sind mir immer noch ein Graus), aber seitenzahlmässig. Anfang Mai war ich gut 25 Seiten im Vorsprung, jetzt bin ich ungefähr die gleiche Seitenzahl im Rückstand. Diesen Rückstand möchte ich bis Ende Juni wieder in einen Vorsprung umwandeln.

Da ist es gut, dass mir gestern Abend, kurz vor dem Einschlafen, auch endlich eingefallen ist, wie ich meinen ziemlich grossen Plotknoten löse ("feststecken" ist ein niedliches Wort für das, was mir nach dem Schreiben einiger herrlicher Szenen passiert ist ...). Ich tauche dann mal wieder hinein in meine Geschichte. Und immer wieder auf, um zu bloggen.

Dienstag, 22. Mai 2012

Lesungen, Lesungen, Lesungen

Heute begann ich meine vierte Ostschweizer Lesewoche mit drei Lesungen in Sargans. Ich kann nur sagen: Fantastische jugendliche Zuhörer, extrem nette Lehrer! Morgen geht es mit drei Lesungen weiter und am Donnerstag kommen dann noch vier dazu. Ob die Lesungen am Freitag stattfinden, ist mehr als fraglich, da der 25. Mai der nächstmögliche Termin für das St. Galler Kinderfest ist. Das ist aber kein Problem: Wenn am Freitag das Kinderfest stattfindet, schieben wir die Lesungen einfach auf einen anderen Tag :-)

Zu den Lesungen in Rebstein von letzter Woche habe die zwei Oberstufenschülerinnen Selina und Tanja einen tollen Artikel (samt Fotos) geschrieben. Vielen Dank!

Montag, 21. Mai 2012

Was einer grossen Schweizer Online Tageszeitung zu den Solothurner Literaturtagen einfällt

Das.

Kommentieren kann man diesen unterirdischen Schrott nicht (wo man doch sonst alles kommentieren kann). Ich sag's dann mal so: Unser Printabo zur Zeitung läuft im Juni aus. Die Nichterneuerung ist seit längerem beschlossene Sache. Artikel wie dieser sind nur noch zynische Bestätigung des Entscheids.