Montag, 21. Mai 2012

Cover zum neuen Buch

Das neue Buch erscheint zwar erst im September, aber das Cover kann man jetzt schon anschauen:


Sonntag, 20. Mai 2012

Jeu vai bugen tei

Das ist rätromanisch, genauer gesagt, das surselvische Idiom. Ausgesprochen wird es so: Jäu wai butschän tei. Und heissen tut es: Ich mag dich.

Ich mag das Rätromanische (die vierte Schweizer Landessprache, die fünf verschiedene Idiome kennt) auch. Ich versuche es jetzt auch schon seit geschlagenen zwei Jahren zu lernen. Und ich fürchte, ich bin bis jetzt ziemlich grandios daran gescheitert. Weil mir die Sprache zwar gefällt, ich mir aber die Wörter kaum merken kann - und das obwohl mir jeder Sprachführer verklickern will, dass das Rätromanische sich stark an das Italienische und Französische anlehnt (beides spreche ich auf Niveau Hausgebrauch).Mag ja sein! Aber es gibt auch sehr vieles, das einfach ANDERS ist.

Ein paar Beispiele gefällig:
tschintschar = sprechen
giavischar = wünschen
tschetschapuorla = Staubsauger
engraziel vetsch = danke schön
fai schi bien = bitte (als Bitte)
anzi = bitte (als Antwort auf engraziel vetsch).

Bis jetzt - ich gestehe es - habe ich es nicht viel weiter als zu ein paar Floskeln und Redewendungen gebracht. Nun nehme ich einen neuen Anlauf, denn in der Surselva, wo unser Haus liegt, sprechen alle Rätromanisch, gerne und eigentlich immer. Natürlich reden sie für uns Flachländer deutsch, aber unter sich, da parlieren sie in ihrer Sprache. Ich will auch!

Und es gibt auch Dinge, die mir supergut gefallen. Zum Beispiel die Wörter für Juni und Juli.
Juni heisst zercladur. Das kommt vom Wort zerclar, was jäten bedeutet
Juli heisst fenadur. Das kommt vom Wort fenar, was heuen bedeutet.
Der Juni ist also der Jätmonat und der Juli der Heumonat :-)

Ach ja, nicht vergessen: Ich liebe dich heisst: Jeu carezel tei (für den Fall, dass sich jemand von euch Knall auf Fall in einen Rätromanen oder eine Rätromanin verliebt - kann ja sein, sind nämlich tolle Leute!)

Donnerstag, 17. Mai 2012

Alles hat seine Zeit

Während der Mai-Lesezeit muss ich meine Kräfte einteilen. Das heisst: An Lesetagen schreibe ich nicht ... und über die Wochenenden ruhe ich mich aus. Damit komme ich bestens durch den Lesemarathon. Jetzt aber liegen vier freie (Feier)tage vor mir. Diese vier Tage sind Schreibzeit. Trotz Schnee fahre ich deshalb gleich los in die Berge, wo ich mich an den Laptop setze und am neuen Buch weiterschreibe.

Dieses neue Buch will ich eigentlich schon lange schreiben. Jetzt ist endlich die richtige Zeit dafür. Es ist halt wirklich so: Es gibt für alles seine Zeit. Und zum ersten Mal im Leben habe ich auch die Geduld, die Dinge so zu nehmen, wie sie kommen (würde mich bitte jemand an diesen Satz erinnern, wenn die Ungeduld beim nächsten Ml mit mir davongaloppiert?).

Im Moment schreibe ich an Szenen, die in einem zerfallenen Haus spielen; Szenen, die ich schon sehr lange im Kopf habe, samt dazu passender Kulisse. Fotos dazu gibt es auch, geschossen ebenfalls vor ziemlich langer Zeit. Ich habe sie damals schon mal in den Blog gestellt, finde den Eintrag aber gerade nicht. Deshalb: Auf ein Neues:



Montag, 14. Mai 2012

Vorbeirauschen lassen

In Deutschland wütet so was wie ein Krieg. Piraten und Onlineaktivisten entern das Urheberrecht. Auf der Strecke bleiben Vernunft, Respekt,  Anstand und auch noch das letzte bisschen Augenmass. Gipfeln tut das Ganze dann in Ergüssen, die die Welt nicht wirklich braucht.

Ich habe mich entschieden, mich nicht darüber aufzuregen. Es kommt, wie es kommt. Vielleicht können wir schon bald Bücher lesen (gratis), die von Filesharern in Echtzeit getippt und online gestellt werden (gratis). Musik hören (gratis), die von Netzaktivisten komponiert, geschrieben und vertont wurde (gratis). Filme gucken (gratis), die ein paar Webnerds selber geschrieben und in Bild und Ton umgesetzt haben (gratis) - mit sich selbst in der Hauptrolle (gratis). Bilder bestaunen (gratis), die auf irgendwelchen Computerprogrammen mit virtuellen Pinseln virtuell auf eine virtuelle Leinwand geklatscht wurden (gratis). Und all das Zeug sharen wir dann wir wild (gratis). Spassgesellschaft pur (auch gratis). Ich werde mir erlauben, das Zeug ungelesen, ungehört, ungeguckt und unbestaunt an mir vorbeirauschen lassen (gleichgültig).

Ich würde gerne sagen, ich sei zuversichtlich, dass wir einen vernünftigen, gangbaren Weg finden werden. Ich hoffe auch darauf. Aber sicher bin ich mir nicht.

Lesenswertes zum Thema:
Anonymus stellt Autoren bloss (Sueddeutsche Online)
Anonymus veröffentlicht Künstler-Adressen (Spiegel Online)
Wollen wir Diebstahl erlauben (Morgenweb.de)

Samstag, 12. Mai 2012

Huddelwetter und ein paar 81-iger Fragen (31 - 35)

Draussen regnet es. Genau das richtige Wetter, um mit bestem Gewissen völlig entspannt ein bisschen dieses und ein bisschen jenes zu tun oder auch nicht zu tun.

Kleine Rückblende:
Die Lesungen waren toll - Schmerikon am Freitag ein absoluter Höhepunkt. Ich hätte den Leseraum gerne als Schreibatelier gemietet - direkter Blick auf den See, das Naturschutzgebiet und die Glarner Berge! Gut gelaunt und bestens motiviert schloss ich meine zweite Lesewoche ab. Als zusätzliches Sahnehäubchen warteten am Donnerstag die Belegsexemplare der sechsten Auflage von Blackout auf mich!

Und weil's grad so schön ruhig ist, hier noch ein paar weitere Antworten auf die "81 Fragen an Frau Gabathuler"


Leider nein ... Ich habe die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben.

Ich erhalte pro verkauftes Buch einen Anteil des Verkaufspreises. Je mehr Bücher sich verkaufen, desto mehr verdiene ich :-)

Nein.

Ich sammle die Ideen vorerst im Kopf. Wenn sie mich nicht loslassen, dann schreibe ich sie in ein Notizbuch. Ein System habe ich nicht. Dazu bin ich beim Schreiben (nicht zuletzt auch aus Überzeugung) zu chaotisch. Mir reichen meine Notizen. Die Ergebnisse meiner Recherchen drucke ich mir aus oder schreibe sie ebenfalls in mein Notizbuch.


Ja. Und Ja.


Dienstag, 8. Mai 2012

Zweite Lesewoche der Ostschweizer Autorenlesungen

Heute starte ich in die zweite meiner vier Lesewochen in der Ostschweiz. Stationen diese Woche: Herisau, Altnau, Schwanden und Schmerikon. Die Lehrkräfte von Herisau haben sich für die Lesungen etwas einfallen lassen: Ich lese für die Mädchen, mein Kollege Falko Löffler für die Jungs. Bin gespannt, wie das wird.

Sonntag, 6. Mai 2012

Huch, man(n) bloggt wieder

Da bin ich über all die Jahre den Blogs treu geblieben, habe von all den Social Media Möglichkeiten eigentlich immer nur das Bloggen wirklich gemocht und irgendwann gemerkt, dass ich damit auf einer Schiene fahre, auf der langsam das Gras wächst.

Also habe ich mich angepasst. Habe es mit Twitter zwei Mal versucht - und habe zwei Mal wieder aufgegeben, weil ich damit nichts anfangen kann. Ich habe mich bei Facebook registriert und bald einmal gemerkt, dass es ziemlich witzlos ist, eine private Facebook-Seite zu haben, wenn man sie nicht privat nutzt / nutzen will. Also richtete ich mir eine FB-Autorinnenseite ein für Berichte rund um mein berufliches Leben. Darauf fühle ich mich mittlerweile (zu meiner eigenen Überraschung) recht wohl ... während meine private FB-Seite ziemlich einsam vor sich hindümpelt. Google+ fand ich anfangs nicht besonders prickelnd. Mittlerweile verbringe ich pro Tag vielleicht zehn Minuten dort und finde hin und wieder spannende Links.

Während dieser ganzen Zeit bin ich den Blogs treu geblieben. Ich lese auch immer noch am liebsten Blogs, während die Besuche auf anderen Plattformen doch eher kurz und kürzest ausfallen (was ich lese, seht ihr in der Blogroll auf der rechten Seite). Dabei ist mein Alter-Ego-Blog etwas verkümmert (vielleicht, weil ich grad in einer schon länger anhaltenden Buddha-Gelassenheitsphase stecke und mich nicht unbedingt zappadong-mässig ärgern will). Aber heute, heute musste es einfach wieder einmal sein. Die Geschichte, die ich verbloggt habe, ist einfach zu köstlich.

Und dann dies! Nach einem ziemlich bloggigen Tag: Man(n) ruft zum Bloggen auf! Mir soll's recht sein. Im verlinkten Blogpost findet sich auch ein Link zum Thema Reichweite. Das für all die, die denken, die Masse mache es. Die Masse darf dem überzeugten Blogger egal sein. Und als kleiner Seitenhieb an einen meiner liebsten Kritiker: Der Peinlichkeitsfaktor auch (das steht nicht im verlinkten Artikel; das behaupte ich). Das ist das Schöne an den Blogs. Man kann und darf sie lesen. Muss aber nicht. Für mich gilt: Ich will! Weiter bloggen und vor allem weiter Blogs lesen. Insofern kommt der Aufruf grad ziemlich gelegen.

Vergiftete Diskussion

Nicht nur, aber vor allem im Netz wird über das Urheberrecht diskutiert. Eine Weile lang habe ich an den Diskussionen teilgenommen, dann wurde es mir zu blöd, als altgestrige Döddelin abgetan zu werden, bloss weil ich möchte, dass man für meine Bücher bezahlt und sie nicht einfach kostenlos herunterladen können soll. Natürlich ist das überspitzt formuliert, aber leider lief es in vielen Diskussionen (zum Glück nicht in allen) genau darauf hinaus. Irgendwie scheint die Meute da draussen jedoch das Mass verloren zu haben. Ich mag dazu nicht(s) mehr schreiben und übergebe das Wort meinen Kolleginnen Jutta Wilke und Annette Weber.

Freitag, 4. Mai 2012

Was für ein verrückter Tag!

Heute Morgen fuhr ich zu Lesungen in St.Peterzell. Mein Navigationsgerät leitete mich zuerst durch mir gut bekannte Toggenburger Gegenden. Irgendwann wollte es aber, dass ich rechts abbiege. Ich guckte rechts - und da war nur eine Seitenstrasse. Trotzdem bog ich ab. "Vielleicht kennt das Navi ja eine Abkürzung", dachte ich mir.

Ich fuhr die stark gewundene Seitenstrasse hoch. Durch Felder und Wälder, vorbei an wunderschönen Bauernhöfen, immer mit sensationellem Panorama. Während ich so vor mich hinfuhr und keine Ahnung hatte, ob das Navi wirklich wusste, was es da tat, überlegte ich mir, was für ein Glückspilz ich doch bin. Und Glückspilze kommen bekanntlich immer an. Zielsicher lotete mich mein Navi auf den Parkplatz der Schulanlage von St. Peterzell.

Die Lesungen haben viel Spass gemacht (ich bin wirklich ein Glückspilz!). Auf dem Nachhauseweg habe ich angehalten und Fotos gemacht. Damit man mir auch glaubt, was ich erzähle!

Zuhause wollte ich die Fotos gleich hochladen. Na ja, fast gleich. Erst guckte ich noch bei Facebook vorbei. Dort traf mich völlig unvorbereitet und überraschend die Nachricht, dass dead.end.com für den bookstar.ch 2012 nominiert ist. Zusammen mit total tollen Jugendbüchern. Für einen Moment war das Foto vergessen. Ich ging erst mal nachgucken, ob die Nachricht auch stimmt. Sie stimmt. Worauf ich mich ein paar Runden lang riesig gefreut habe. Eigentlich einen ganzen Nachmittag lang. Weshalb die Fotos erst jetzt kommen:



Donnerstag, 3. Mai 2012

Feudale Lesung in Walenstadt

Kürzlich hat Kollegin Annette Weber in ihrem Blog ein Foto von einer Lesung gepostet, bei der sie auf einem SEHR feudalen Sessl lesen durfte. Heute kam ich in Walenstadt an ... und ratet mal, was ich für einen Lesestuhl bekommen habe! Richtig. Einen SEHR feudalen Sessel :-).

Wir haben ihn (den SEHR feudalen Sessel) mit mir fotografiert. Na ja (ich werde irgendwie einfach nicht mehr schöner). Dann ohne mich - dafür mit den Geschenken, die mir am Schluss überreicht wurden (Schoggi und Wein). Das sieht dann schon besser aus. Was für ein Tag!

Weil ich gute Laune habe, zeige ich euch die Bilder mit mir auch. Aber erst mal das coole, das mit den Geschenken.


Mittwoch, 2. Mai 2012

Perfekte Tage

Die Wundertüte Leben hat einmal mehr voll zugeschlagen. Gestern, beim Lesen in Montlingen, da gab es einen Jungen, der AC/DC mag und Jonas heisst. Ich mag AC/DC auch, weshalb es von mir ein Buch gibt, das mit AC/DC beginnt und mit AC/DC aufhört und in dem die Figur ... ja .... Jonas heisst. Am Abend stolperten Herr Ehemann und ich per Zufall in den Sender 3 SAT ... in dem ein Liveauftritt der Band AC/DC gespielt wurde. Hach, die sind einfach wirklich gut! Ich würde mal sagen, der Tag gestern, der war perfekt.

 

Dienstag, 1. Mai 2012

Süsses Dankeschön

Der Auftakt zur Mai-Lesetour hätte nicht besser sein können! In Montlingen durfte ich drei supertolle Gruppen unterhalten - und sie mich. Vorstellen musste ich mich nicht, denn Webseite und Blog sei Dank wussten die Jungs und Mädchen fast mehr über mich als ich selber :-) Zum Beispiel auch, wie sehr ich Schokolade mag. Weshalb sie mir am Ende der letzten Lesung ein perfektes Geschenk überreichten. Danke, es war unterhaltsam, kurzweilig, spannend und lustig mit euch!


Montag, 30. April 2012

Das ...

... ist die neue Aussicht aus meinem Arbeitszimmer in den Bergen. Neu, weil da vorher eine Wand war. Ich wusste schon ziemlich schnell, dass in diese Wand ein zusätzliches Fenster reinmusste - nur ist es so: In den Bergen scheint alles ein bisschen langsam zu gehen. Auf jeden Fall verstrich zwischen Kostenvoranschlag und Ausführungsarbeiten ... na ja ... sagen wir mal: ein bisschen Zeit.

Als es dann losging, war alleine das Herausarbeiten des Lochs in der Wand ein einziges Abenteuer. Es ging durch (der Reihe nach): eine Schicht Täfer, eine Schicht Isolation, nochmals eine Schicht Täfer (fragt nicht!), eine uralte Steinmauer, eine Schicht Isolation und schlussendlich die Holzverkleidung. Sehr spannende Sache!

Dann war das Loch da - aber die Fensterscheibe nicht. Also warteten wir. Geduldig. Schliesslich wollten wir in die Berge, weil das Leben dort sehr viel stressfreier und langsamer ist. Dieses Wochenende war dann alles fertig. Das ist das neue Fenster:


Man sieht nicht nur den Wasserfall (wenn man vom Schreibtisch aus schräg hinausschaut), sondern auch den Wald. Im Moment ist er noch frühfrühlingshaft zartgrün, später wird er dicht und sattgrün.


Den Schreibtisch habe ich um 90 Grad gedreht. Damit sehe ich nun direkt in den Wald - und zum Wasserfall. Und das Beste an der Sache: Ich habe, genau wie zu Hause, ein Schreibsofa, eigentlich ein Bett. Ich könnte also im Arbeitszimmer auch schlafen.



Freitag, 27. April 2012

Lesungen in Vorarlberg

Am Donnerstag habe ich einen neuen Rekord aufgestellt: sechs Lesungen an einem Tag. Ich war gespannt, ob und wie ich das schaffen würde ... und überrascht, wie gut es ging. Das lag in erster Linie an tollen Zuhörern, die mitgegangen sind und auch nachgefragt haben. So können Lesungen einfach nur Spass machen! Und dann war auch die Betreuung hervorragend. Die Lesungen waren bestens organisiert, der Kontakt und der Informationsaustausch vorab unkompliziert, die Betreuung während der Lesungen perfekt. Herzlichen Dank an Ulrike Rothmund, Margret Egger und Martha Müller! Bilder gucken kann man auch. Hier.

Mittwoch, 25. April 2012

Abgründe

Gestern Abend, da bohrte ich in sämtlichen seelischen Wunden meiner Protas herum, so lange, bis ich mich bang fragte, was für Abgründe da in mir schlummern. Heute Morgen beantwortete ich Interviewfragen, die mein Verlag mir geschickt hatte. Der Zufall wollte es, dass eine der Fragen lautete, ob mir solche Psycho-Spielchen Spass machen. Erwischt, dachte ich. Mitten in die dunkle Seite meiner Seele getroffen. Spass ist vielleicht das falsche Wort, aber ja, ich schreibe mich mit viel Leidenschaft in die menschlichen Abgründe.

Für das Buch, an dem ich zurzeit arbeite, habe ich ein spezielles Notizbuch. Ich fand damals, dass sowohl die Farbe als auch der Spruch passten, der auf dem Umschlag steht. Gestern, beim Schreiben, wurde mir klar, dass der Spruch so gut ist, dass ich ihn für meinen Protagonisten brauche: Er trägt ihn als Tätowierung auf dem Arm.


Dienstag, 24. April 2012

Vorgartenbibliothek

Genau DAS DA will ich im Haus in den Bergen :-) Und weil ich da noch so manches andere möchte, und dafür auch schon einen Namen habe, ist der Name fix ... und die Idee übernommen.

Montag, 23. April 2012

Freude des Tages

Mein Buch steht in der Mayerschen Buchhandlung in Koblenz neben den Büchern meines grossen Vorbildes Kevin Brooks! (Danke an Jutta Wilke für das Bild!)


Wieder online

Heute fängt der ganz normale Arbeitsalltag wieder an. Am Morgen fahre ich nach Sevelen, wo die Fünftklässler von Frau Ortner und ich im Rahmen des MUS-E Projekts an den Schweinegeschichten arbeiten. Wer sich näher für unser Projekt interessiert, findet den Link dazu in der Blogroll auf der rechten Seite. Die Webseite ist noch eine Baustelle, aber wir arbeiten daran!

Auch der Englischunterricht fängt heute wieder an. Ich freue mich jetzt schon auf meine Kursteilnehmer. Nach dem Unterricht fahre ich noch einmal nach Sevelen, diesmal aber für ein ganz anderes, noch nicht spruchreifes Projekt. So viel kann ich verraten: Es hat mit (extrem guter) Musik zu tun und es sind ganz tolle Leute dabei. Und: Es ist ein Wahnsinnsprojekt. Im wahren Sinne des Wortes (nur leicht verrückte Leute tun so was, aber ich habe ja verrückte Leute immer sehr gemocht).

Diese Woche stehen auch wieder Lesungen auf dem Programm. Am Donnerstag und Freitag fahre ich ins benachbarte Österreich, nach Vorarlberg.

Während der Offline-Zeit habe ich sehr viel geschrieben. Unter anderem den Schluss der Geschichte, an der ich arbeite. Und so habe ich zum ersten Mal bei einem meiner Buchprojekte ein geschriebenes Ende - lange bevor die Geschichte fertig geschrieben ist.

Ja, und dann wird es höchste Zeit, mich um den Trailer zum neuen Buch zu kümmern und die kniffligen Interviewfragen zu beantworten, die mir mein Verlag zum Buch geschickt hat.

Woche, ich komme!

Freitag, 13. April 2012

Momentaufnahme

Offline in den Bergen gewesen: Sehr viel geschrieben (und im Arbeitszimmer ein neues Fenster bekommen - mit Sicht auf den Wasserfall!).
Beim Nachhausekommen zwei Verträge vorgefunden: Einen für ein neues Buch und einen für einen Schreibworkshop. Zudem ist ein Honorar eingegangen (so macht das Nachhausekommen doppelt Freude).
Einen Text an meine Agentin geschickt.
An der MUS-E Webseite gearbeitet. Eigentlich wollte ich sie bis nach den Schulferien auf den neusten Stand bringen, aber das werde ich wohl nicht ganz schaffen.
Heute in der Stadt gewesen, wo ich ob der horrenden Preise in Cafés und Restaurants in den Verweigerungsmodus geschaltet habe (gut für die Figur und für den Geldbeutel). 
Und jetzt gehe ich nochmals offlinen. Guckt doch mal in die Blogroll. Dort steht für den Monat April: SCHREIBMONAT. Und genau das soll er sein. Denn ab dem 26. April bin ich einen Monat lang praktisch nonstop auf Lesetour. Bis dahin will ich noch so viele Seiten wie möglich füllen :-)
Was immer ihr vorhabt und tut: Viel Spass dabei.
Bis dann.

Sonntag, 8. April 2012

Und weiter geht's mit den "81 Fragen an Alice Gabathuler" (24 - 30)


Neun. Wobei Nummer Neun noch "in der Produktion" ist. Es wird diesen Sommer / Frühherbst erscheinen.


Urs.


Ich schreibe schon auch für andere Verlage ;-) Aber es stimmt: Meinstens schreibe ich für Thienemann. Weil ich die Leute im Verlag mag und sie mich so schreiben lassen, wie ich schreiben möchte. Zudem geben sie mir immer genügend Zeit für meine Bücher.


Gilt Spazieren? Falls ja: Spazieren und Wandern und Bergwandern. Und ich bin leidenschaftlich gerne in meinem wilden Garten in den Bergen. Eigentlich wäre ich auch gerne mit den Inline-Skates unterwegs, aber mir sind zu viele Hunde in die Quere und in die Räder gekommen.

Ja, eine etwas ältere Katzendame. Sie heisst Luna.


Ja. Ich habe zwar einen Traumberuf, aber auch Traumberufe übt man nicht jeden Tag leidenschaftlich gerne aus. Dann muss ich mich jeweils tatsächlich selber überreden. (Siehe auch Frage 21).


Das Sofa in meinem Büro unter dem Dach.
Den Sitzplatz vor dem Wohnzimmerfenster.
Das Haus in den Bergen.
Die Bahn.
Das Bett.
Und noch ein paar andere :-)

Samstag, 7. April 2012

Regenwetter - Zeit für ein paar Fragen aus der Rubrik "81 Fragen" (20 bis 23)


Zum ersten Teil der Frage:
Klar. Mehr sogar als früher, was damit zusammenhängt, dass ich - wie viele andere - durch eine Rechtschreibereform und dann kurz danach durch die Reform dieser Reform gegangen bin. Seither bin ich öfters unsicher.

Zum zweiten Teil der Frage:
Ich aktiviere das Rechtschreibeprogramm (das längst nicht alle Fehler findet - leider) und lese den Text unzählige Male durch. Auch meine Lektorin und eine Korrektorin gehen den Text durch. Und trotz allem, finden sich leider immer noch Fehler in Büchern. Das ärgert mich jeweils sehr.

Was ihr machen könnt:
Wenn ihr in einem Buch einen Fehler findet, meldet ihn dem Verlag. Der Verlag markiert dann die Stelle im Buch und wenn es nachgedruckt wird, kann man alle gefundenen Fehler korrigieren.


Ja. Wenn ich noch ganz viel Zeit bis zum Abgabetermin des Buches habe, schreibe ich an solchen Tagen einfach nichts :-). Später, wenn der Abgabetermin näher gerückt ist, habe ich keine andere Wahl. Dann habe ich zwei Tricks, auf die ich zurückgreife:

1. Ich überarbeite die letzten paar Kapitel ... und während ich das tue, komme ich wieder in die Geschichte hinein und kann dann weiterschreiben.
2. Ich habe zu jedem Buch einen Song. Den spiele ich dann auf der Repeat-Taste, bis ich Bilder im Kopf habe. Danach klappt das mit dem Schreiben meistens.

Generell gilt: Es gibt Tage, an denen ich riesig Lust aufs Schreiben habe - und auch sehr produktiv bin. Es kann aber auch passieren, dass ich zwar total Lust auf das Schreiben habe, mich dann aber verheddere und irgendwann feststecke. Es gibt auch das Umgekehrte: Aus einem nervigen "Ich muss jetzt endlich schreiben" kann ein total guter Lauf werden. Schreiben ist irgendwie unberechenbar - und es kann ganz schön in Arbeit ausarten :-)


Ja. Ich arbeite daran :-)


Das hängt davon ab, wie man "offizielle" Autorin definiert. Ich gebe dann einmal ein paar Antworten zur Auswahl:

1. Eine Autorin ist eine Person, die Texte für ein breiteres Publikum schreibt
(Dann ist die Antwort: Seit unzähligen Jahren)
2. Eine Autorin ist eine Person, die ein Buch schreibt.
(Dann ist die Antwort: Seit elf Jahren)
3. Eine Autorin ist eine Person, die ein Buch veröffentlicht hat.
(Dann ist die Antwort: Seit 2007, also seit fünf Jahren)

Ich betrachte mich als Autorin, seit ich das erste Buch veröffentlicht habe. Aber für mich sind auch die Definitionen 1 und 2 in Ordnung - weil ich mittlerweile nicht wenige Menschen kenne, die SEHR gute Texte oder Bücher geschrieben haben, die aber nie veröffentlicht wurden.

Donnerstag, 5. April 2012

Danke


 ... für die wunderbar organisierte Veranstaltung, den originellen, zum Buch passenden Apero und die Blumen. Es war eine kleine, aber gemütliche Runde gestern Abend, in der Landesbibliothek in Vaduz. Ich habe die Lesung den nachfolgenden Austausch sehr genossen.

Heute Nachmittag geht's zur Schullesung nach Igis. Ich freue mich darauf :-)

Donnerstag, 29. März 2012

Buchmesse Leipzig - Teil 2 - Leipziger Lesekompass

An der Leipziger Buchmesse werden jeweils die Nominierten für den deutschen Jugendliteraturpreis bekanntgegeben. Ausgezeichnet werden herausragende Werke der Kinder- und Jugendliteratur in den Sparten Bilderbuch, Kinderbuch, Jugendbuch und Sachbuch. Dazu verleiht eine unabhängige Jugendjury den Preis der Jugendjury. Für mich sind die Nominierungen der Jugendjury jeweils der Höhepunkt, nicht nur, weil sich die Jugendlichen immer wieder sehr beeindruckende Buchvorstellungen einfallen lassen, sondern vor allem auch, weil mich interessiert, was die Jugendlichen mögen. Zum Teil überschneiden sich ihre Nominationen mit jenen der Fachjury, aber häufig finden sich auf der Liste der Jugendlichen auch Bücher, die es nicht auf die Liste der Fachjury geschafft hätten. Dieses Jahr waren gleich zwei Bücher auf ihrer Liste, die ich noch nicht kannte, die ich nach der Nominationsveranstaltung aber unbedingt kaufen wollte - und mittlerweile auch gekauft (aber noch nicht gelesen) habe.

Der an der Leipziger Buchmesse vorgestellte Lesekompass vereint Fach- und Jugendjury. Ziel ist es, in einem Meer von Neuerscheinungen (ca. 8000 Titel pro Jahr im Kinder- und Jugendbereich) jene Bücher zu finden, die zum Lesen verleiten, die die Kinder und Jugendlichen packen und sie ans Buch fesseln. Wobei Buch nicht ganz der richtige Begriff ist, denn es können auch andere Medien sein, wenn sie so richtig zum Lesen verführen. Berücksichtigt werden bei der Auswahl pädagogische Kriterien aber auch und vor allem die Frage: Vermittelt das Buch Freude am Lesen? Kann es nebst begeisterten Lesern auch Lesemuffel in den Bann ziehen? Der Leipziger Lesekompass wird damit zur Orientierungshilfe für all jene, die auf der Suche nach Büchern sind, die Lesespass mit einem lesefördernden Ansatz verbinden.

Eine breit gefächerte Jury aus jugendlichen Lesern und Fachkräften aus aus den Bereichen Kindertagesstätte, Schule, Bibliothek, Buchhandel, Fachpresse und Social Media sichtet, diskutiert und wählt in drei Kategorien je zehn Titel (Kinder von zwei bis sechs Jahren / Kinder von 6 bis zehn Jahren / Kinder von 10 bis 14 Jahren), die Eingang in den Leipziger Lesepass finden.

Mich freut und überzeugt dieses Konzept. Vor allem, weil bei der Auswahl der Bücher nicht nur an die lesebegeisterten Kinder und Jugendlichen gedacht wird, sondern eben auch an all jene, die den Zugang zum Lesen noch nicht gefunden haben. Jene, die vor einer geschlossenen Tür stehen. Diese Tür muss nicht für immer geschlossen bleiben. Ich bin der festen Überzeugung, dass für jeden von uns irgendwo genau das Buch wartet, das der Schlüssel zu dieser Tür ist. Das kann gerne ein Buch sein, bei dem ein Erwachsener oder vor allem ein Literaturkritiker schon einmal die Nase rümpft. Darauf kommt es nicht an. Wichtig ist einzig und allein, dass die Tür zur Bücherwelt aufgeht. Wenn sie dann einmal offen ist, ist das zu entdeckende Bücherland unendlich in seiner Grösse und Vielfalt.

Hier ein paar Links zum Leipziger Lesekompass:
Bücherkinder: Ein Preis für junge  Leser (ein Erfahrungsbericht von Stefanie Leo)
Stiftung Lesen: Fürs Lesen begeistern
Leserwelt: Lesen - aber was?

Sonntag, 25. März 2012

Lesungen in Küttigen

ACHTUNG: Dieser Eintrag ist lang geworden. Das hat einen Grund. Die Rückmeldungen der Jugendlichen gefallen mir derart gut, dass ich euch keine davon vorenthalten möchte. Ich schicke ein RIESENGROSSES Dankeschön nach Küttigen - und jetzt Ton ... ähm, Worte ab (und wer bis zum Ende mitliest, wird mit zwei Fotos belohnt):

Ich habe Frau Gabathuler sehr sympathisch gefunden und ich werde mir das Buch „Dead End“ kaufen und lesen.
(Tiba, 4. Real)
Ich finde es spannend, wie Frau Gabathuler sich in ihren Büchern ausdrücken kann.
(Steffi, 4. Real)
Ich finde ihre Bücher gut und sie liest schön vor.
(Hamz, 4. Real)
Ich fand es gut, dass Frau Gabathuler nicht nur die Sonnen- sondern auch die Schattenseiten ihres Berufes erläutert.
(Granit, 4. Real)
Frau Gabathuler spricht sehr viel, jedoch wird es nie langweilig, ihr zuzuhören.
(Nice, 4. Real)
Die Lesung bei Frau Gabathuler war sehr spannend und interessant.
(Manuela, 4. Real)
Die Lesung war sehr unterhaltsam.
(anonym, 4. Real)
Während Frau Gabathuler erzählt, hat sie eine lustige Mimik.
(Céline, 4. Real)
Ich fand die Lesung schön und lustig. Vielleicht hole ich mir zwei Bücher. Sie wirkte jünger als sie effektiv ist, dies ist vor allem auf ihre Sprache zurückzuführen.
(Lars, 4. Real).
Ich fand es imposant, dass Frau Gabathuler bei jedem Buch der Reihe nach erzählen konnte, was passiert ist.
(Steffi, 4. Real)
Mir gefiel Frau Gabathulers Äusseres,  es passte zu ihren ausgeflippten Büchern.  
(Saskia, 4. Real)
Ich fand es gut, dass sie auf einfache Fragen überaus lange und komplexe Antworten geben konnte.
(Batuhan, 4. Real)
Ich fand die Lesung von Frau Gabathuler toll, da sie eine sehr nette Frau ist, und wir viel über ihr Leben erfahren konnten.
(Nicole K., 4. Real)
Mir gefiel, dass Frau Gabathuler alle Fragen beantworten konnte. 
(anonym, 4. Real)
Ich fand es sehr nett, dass sie gesagt hat, dass ihr mein Name gefällt und ich vielleicht in einem ihrer Bücher vorkommen werde.
(Tiba, 4. Real)

Die erste Real hat mich direkt angesprochen:

Es hat mir sehr gefallen und es war lustig.
Fabian
Ich fand die Lesung sehr gut und mir war in dieser Zeit gar nie langweilig. Mir hat es sehr gut gefallen.  
Siro
Ich wollte Ihnen noch sagen, dass ich Ihre Vorlesung sehr gut gefunden habe. Mir gefällt das Buch Freerunning sehr. Mir gefällt sehr Ihr humorvoller Charakter. Danke für die tolle Vorlesung!!!
Amy
Ich fand Ihre Lesung gestern sehr spannend und habe meinem Vater am Abend gesagt, dass ich Ihre zwei Bücher Freerunning und Dead.End.com gerne haben möchte. Ich finde Sie schreiben genau die Bücher, die ich gerne lese. Ich persönlich finde, dass Sie eine aufgestellte und coole Frau sind!!!!!
Jasmine
Ich fand ihre Lesung sehr toll und interessant. Ich hätte noch länger zuhören. Ihr habt sehr spanennde Bücher, aber ich lese einfach nicht gerne und das kann niemand ändern.
Raffaela
Die Lesung von Ihnen war toll, Sie sind eine sehr lustige Frau. Ihre Bücher gefallen mir sehr, vor allem Freerunning. Ich würde mich sehr freuen, wenn sie meinen Namen in einem ihrer Bücher verwenden.
Lucien
Ich fand die Lesung toll, obwohl ich nicht alles mitgeschaut habe, weil ich zum Arzt musste. Sie sind eine witzige Frau. Sie sahen auch nett aus. Ich habe noch kein Buch von Ihnen gelesen, und wenn ich eins lese, dann lese ich das Buch Freerunning. 
Leonita.
Ich fand das Buch Freerunning sehr spannend und ich hoffe, es gibt noch viele andere Bücher die soooooooooooooooo spannend sind und das 2 beste Buch ist dead.end.com.
Jason 
Ich fand Ihre Lesung sehr spannend, und ich könnte jeden Tag hören. Sie waren auch sehr lustig und Sie sind sehr nett gewessen ich würde mich freuen, wenn Sie wieder mal kommen. Und das Buch Freerunning war sehr spanend ;) 
Berat
Ich finde das Buch Starkstrom sehr lustig und gut, mir gefällts. Und das Buch Freerunning war auch sehr spannend. PS Ich finde AC/DC auch sehr gut AC/DC  Rocks.  
Eloy
Ich fand Ihre Lesung sehr lustig und spannend ich könnte Ihnen noch sehr lange zu hören. Das Buch Freerunning werde ich mich sicher kaufen… 
JasminJ
Die Lesung war sehr spannend und sehr lustig, aber leider war die Lesung schon wieder um. Das Buch Freerunning fand ich das beste und ich wünsche es mir von meinen Eltern.
Sandra
Es war richtig toll, also die Vorlesung war super. Hoffentlich kommen Sie bald mal wieder, denn es war nicht so eine langweilige Vorlesung wie bei xxx (Anmerkung A. Gabathuler: Name herausgenommen). Freerunning ist ein richtig tolles Buch. 
Caro J J J
Ich finde Sie sehr toll und sehr lustig. Ich finde auch das Buch Freerunning sehr toll.
Yodit
Ich fand die Lesung cool und lustig, ich mache selbst Freerunning und kenne den Sport auch. Darum hat mir das Buch gefallen. Ich mage Ihren Sinn für Humor. 
Sinan

Ich gebe alle Komplimente zurück: Ich hatte eine wunderbare Zeit in Küttigen. Und hier der Beweis, dass meine Mimik während der Lesungen schon mal entgleist:


Freitag, 23. März 2012

Was sind uns die Werke von Künstlern wert?

Gestern (oder vorgestern) ist Sven Regener, Musiker und Autor, bei einem Radiointerview eine Sicherung durchgebrannt. Aufgestauter Frust und aufgestaute Wut über kostenloses Kopieren im Internet haben sich entladen. Die Aufzeichnung dieses Interviews ist in Kürze durch die Internetgemeinde gegangen.

Ich gestehe, ich habe sie gleich drei Mal angehört und ich habe in Gedanken meinen Hut gezogen vor dem Mann. Endlich einmal einer, der das ausgesprochen hat, was ich denke. Nicht in den feinsten Worten, aber das kommt daher, dass er sich die vorher nicht zurechtgelegt hat.

Offensichtlich ist, dass sich Gräben aufgetan haben, die nicht so einfach zu überbrücken sein werden. Viele meiner Autorenkollegen haben Sven Regener (z.T. begeistert) zugestimmt, haben seinen Ausbruch auf allen Kanälen verlinkt und kommentiert. Viele Internetnutzer haben Sven Regener verbal eins auf den Deckel gehauen.

Fakt ist: Die Welt ist mit dem Internet eine andere geworden. Für diese neuen Gegebenheiten müssen neue Regeln gefunden werden. Verhärtete Fronten werden bei der Lösung des Problems nicht helfen. Ein Beharren auf den alten Strukturen scheint mir nicht sehr sinnvoll. Vielmehr gilt es, Wege zu finden, mit denen beide Seiten leben können. Noch aber scheint mir die Goldgräberstimmung zu herrschen. Der Run auf alles, was gratis angeboten wird, ist enorm. Dabei werden nicht zuletzt jene überrannt, auf deren Produkte es die Rennenden abgesehen haben. Bis jetzt haben viele die Faust im Sack gemacht. Ich hege die Hoffnung, dass sich das ändern wird. Zumindest bei uns in der Schweiz tut sich etwas. Schweizer Musiker haben sich zusammengeschlossen und einen offenen Brief an die Mitglieder der Kommission Wissenschaft, Bildung und Kultur des Ständerates geschrieben, in dem sie ihre Anliegen formuliert haben.

Sonntag, 18. März 2012

Leipziger Buchmesse - Teil 1

Ich bin mit unendlich vielen Eindrücken zurück von der Buchmesse. Alle auf einmal zu schildern, wäre viel zu viel. Deshalb beginne ich erst einmal mit einem generellen Teil und mit der Antwort auf die Frage, weshalb ich überhaupt hingefahren bin.

Ich mag die Leipziger Buchmesse aus mehreren Gründen:
- Sie ist kleiner als die Frankfurter Messe und damit auch viel persönlicher. Zudem hat sie vom ersten Tag an Publikumsverkehr, ist also durchgehend auch Besuchermesse und nicht nur Fachmesse.
- Das Messegelände ist wunderschön. Angefangen vom Wasser, durch das man gehen kann, über die total gläserne Haupthalle und die gläsernen Röhren, die die einzelnen Messehallen verbinden, bis hin zu den  verschiedensten Verpflegungsstationen, von denen viele Tageslicht haben.
- Am Donnerstag und Freitag steht man sich noch nicht gegenseitig auf den Füssen und vor der Aussicht. Bei vielen Verlagen findet man Ansprechpartner, die auch ohne Termin gerne Fragen beantworten.
- Während der Buchmesse finden nicht nur in den Hallen, sondern in ganz Leipzig Lesungen statt. An vielen Ständen signieren Autoren ihre Bücher oder Autogrammkarten - DIE Chance, ein paar Worte mit einem Autor zu wechseln.
- Ich weiss nicht, ob es irgendeine andere Buchmesse gibt, an der so viele vor allem junge Menschen so herrlich verkleidet durch die Hallen wandeln.
- Nicht zuletzt finden nebst den Lesungen sehr spannende Anlässe statt; ein Beispiel ist die Nominierungsveranstaltung zum deutschen Jugendliteraturpreis.
- Und natürlich ist diese Messe für mich als Autorin eine wunderbare Gelegenheit, mich mit anderen Autoren zu treffen.

Eigentlich beschliesse ich jeweils schon auf der Hinfahrt nach Leipzig, mir das NIE WIEDER anzutun, weil die Anreise einfach zu weit ist. Sogar auf der Rückfahrt, die ich mit einem Füllhorn voller schöner Erinnerungen antrete, kommt ziemlich schnell der Moment, an dem ich denke: NIE WIEDER. Jetzt bin ich ca. 18 Stunden zu Hause. Und es steht fest: Bis zum nächsten Jahr, Leipzig! Ich komme wieder.

Eine kurze Vorankündigung: In Teil 2 stelle ich den Leipziger Lesekompass vor.

Dienstag, 13. März 2012

(Beinahe) bereit

Morgen fliege ich nach Leipzig (die Fahrt vom letzten Jahr mit dem Nachtzug hat mich nicht überzeugt). Online eingecheckt. Koffer beinahe gepackt. Technisches Gerät noch nicht ganz reisebereit, aber immerhin Adapter eingepackt. Wie immer das Gefühl, bestimmt etwas vergessen zu haben. Ich mag Vorabende vor Reisen nicht. Aber auf die Begegnungen an der Messe freue ich mich.

Arbeit an der Webseite

Ich arbeite momentan an meinen Bücherwebseiten. Blackout, Schlechte Karten, Das Projekt, Starkstrom und Freerunning hatten ja schon eine. Nun habe ich die Seite für Freerunning in Einklang gebracht mit den anderen und für Mordsangst eine neue erstellt. Ich hätte die beiden Seiten gerne analog zu den anderen gemacht, aber leider ändert Blogger immer mal wieder die Vorlagendesigns. So sind die zwei Seiten etwas anders gestaltet, aber vom Inhalt her dafür gleich aufgebaut. Es gibt eine Inhaltsangabe, eine Leseprobe und die Möglichkeit, Fragen zum Buch zu stellen. Zu dead.end.com gibt es eine Facebook-Seite. An einer Blogger-Seite für dead.end.com arbeite ich - der Vollständigkeit auf meiner eigenen Seite halber - gerade. Als nächstes steht dann die Linkliste auf dem Programm.

Montag, 12. März 2012

Virtuelle Begegnungen

Meine Erlebnisse mit der Bahn haben zu einem Schriftwechsel geführt, in dem sich der nette Herr vom Kundendienst und ich, die nicht immer zufriedene, und schon gar nicht immer pflegeleichte Reisende, in einem Dialog angenähert haben.

Dann gibt es aber auch die virtuellen Begegnungen, die ich weder gesucht noch gewollt habe. Als Facebook-Tiefflieger blieb ich bis jetzt unter dem Radar vieler User. Irgendwie muss ich am Wochenende etwas zu hoch geflogen sein, denn man hat mich entdeckt und gleich zwei Gruppen beigefügt. Ohne mich zu fragen. Das hat mich dann doch sehr befremdet. Ich gehe ja auch nicht hin, und schleppe jemanden vom Wohnzimmersofa in einen politischen Vortrag, informiere ihn so nebenbei, dass ich ihn auch gleich als Mitglied bei dieser politischen Gruppe eingetragen habe und dass es ihm bestimmt ganz toll gefallen wird. Ach ja, und wenn es ihm nicht gefällt, kann er ja austreten.

Ich mag die (Kontakt)Möglichkeiten, die das Internet bietet. Viele Menschen sind leichter zu finden und leichter zu erreichen. Oft entstehen virtuelle oder auch ganz reale Freundschaften. Mittlerweile haben wir uns jedoch so sehr an die virtuelle Welt gewöhnt, dass wir darin Dinge tun, die uns im realen Leben in 1000 Jahren nicht einfallen würden. Vielleicht sollten wir bei Gelegenheit mal wieder ein paar Dinge hinterfragen.

Samstag, 10. März 2012

Der Zeigefinger des Schicksals ...

... zeigt immer noch auf mich, meine Beziehung zum Gott aller öffentlichen Verkehrsmittel scheint massiv unter einer Störung zu leiden.

Dabei begann alles so gut. Meine letzten beiden Reisen durch die halbe Schweiz verliefen problemlos. Ich schöpfte Hoffnung. Und auch der gestrige Tag begann bestens: Bis nach Zürich waren wir (die SBB und ich) genau im Plan. In Zürich stieg ich in den Zug in Richtung Basel um. Kurz nach der Abfahrt eine erste Durchsage:

"... bitte nach vorne kommen, mit der Lok stimmt etwas nicht."

Wir rottelten über die Schienen und Weichen und blieben danach konstant langsam. Die zweite Durchsage bestätigte die Ahnung, dass diese Reise nicht so laufen würde, wie sie sollte:

"Unsere Lokomotive ist defekt. Wir können deshalb nur langsam fahren."

Das taten wir dann. Weshalb die dritte Durchsage lautete:

"Wir treffen mit sieben Minuten Verspätung in Baden ein."

Es war Zeit, nach dem Ausdruck zu suchen, auf dem ich die Mobiltelefonnummer meines Kontaktlehrers; Herrn Lachat, notiert hatte. Nur, was sollte ich ihm sagen? Ich wusste bloss, dass wir bis zur ersten Station schon mal sieben Minuten Rückstand hatten. Also wartete ich, in der Hoffnung, bald etwas mehr zu erfahren. Erfahren tat ich nichts, statt dessen fuhren wir. Bei der nächsten Station hielt der Zug ohne einen Hinweis auf irgendeine Verspätung an und fuhr auch so wieder ab. Ich entschied, Herrn Lachat anzurufen und ihn vorzuwarnen, dass ich meinen Anschluss in Rheinfelden wohl verpassen würde, aber leider nicht mehr sagen könne, da ich nicht mehr Infos hätte. Wir entschieden, dass mich Herr Lachat in Stein am Bahnhof abholen würde.

Ich wartete. Überlegte, ob ich irgendwo bei der SBB anrufen und um mehr Infos bitten solle. Dachte zum ersten Mal in meinem Leben darüber nach, ob ein Smartphone vielleicht halt doch die beste Lösung für mich wäre. Einfach so, aus Notfallgründen, damit ich wenigstens virtuell mit der Welt verbunden wäre und allenfalls etwas erfahren könnte. Der Gedanke machte mich nicht unbedingt glücklich (ich will kein Smartphone!).

Dann kam die Rettung in Form von zwei (sehr netten!!!) Zugbegleitern. Sie bestätigten mir, was ich wusste: Nämlich, dass ich meine Anschlüsse mit ziemlicher Sicherheit verpassen würde. Dass die Verspätung zwischen sieben und elf Minuten betragen würde und ich - vorausgesetzt, die Lokomotive würde nicht irgendwo unterwegs ihren Geist aufgeben - mit ca. zehn Minuten Verspätung in Stein eintreffen würde.

Ich brachte dann noch mein Anliegen vor, dass sie doch bitte über Lautsprecher über den Stand der Dinge informieren sollten und traf damit einen Nerv. Der zuständige Begleiter erklärte mir, er sei seit der Abfahrt in Zürich mehr oder weniger nur am Telefonieren. Das verstand sogar ich. Nur: Es hilft mir als Reisende nicht wirklich weiter.

Fazit: Herr Lachat, der mich abholte, war nicht nur wunderbar flexibel, sondern auch wunderbar nett. Die Zugbegleiter ebenfalls. Die Lesung begann pünktlich. Und Herr Gartmann vom Kundendienst Region Graubünden-Walensee der SBB bekommt von mir (nette) Post, die er wohl lieber nicht bekommen würde.

Donnerstag, 8. März 2012

Momentaufnahme

Die Druckfahnen sind weg.
Die meisten wichtigen Mails geschrieben, ein paar noch nicht.
Bei einer Crowdfunding-Aktion mitgemacht.
Eine neue Möglichkeit zu leben begonnen.
Über das Leben nachgedacht.
Zum Beispiel darüber, dass ich mir als junge Frau selber eine Postkarte geschrieben habe, die mich immer daran erinnern sollte, wer ich einmal war und wie ich leben wollte.
Von einer jungen Frau an diese Postkarte erinnert worden.
Und von meiner Tochter das da gezeigt bekommen (womit sich der Kreis schliesst):

Für Untentschlossene - ein paar letzte Worte zur Buchpreisbindung

Am Wochenende stimmen wir über die Wiedereinführung der Buchpreisbindung ab. Leider, leider habe ich den Blog vom Mostinder erst heute entdeckt. Er hat eine ganze Serie mit neun Beiträgen zur Buchpreisbindung geschrieben. Mein Lesetipp für Unentschlossene!

Mittwoch, 7. März 2012

Unter die Haut und ins Herz

Manchmal werde ich gefragt, was für mich ein wirklich gutes Buch ist. Die Antwort ist einfach: Ein wirklich gutes Buch geht unter die Haut und ins Herz und hinterlässt dort Spuren. In den letzten Wochen ist mir das gleich mit drei Büchern passiert:

Memory Error von T.A. Wegberg
Tschick von Wolfgang Herrndorf
Pampa Blues von Rolf Lappert

Jedes auf seine Weise. Die Frage: "Wer bin ich in der Zeit, in der ich nicht weiss, wer ich bin?" des jugendlichen Protagonisten Jordan in Memory Error wird mich für immer verfolgen. Ich werde nie mehr ein Schwein sehen, ohne an Maik und Tschick zu denken. Und ich werde wohl die Sehnsucht nach einer Erzählsprache, wie Lappert sie hat, für immer in mir tragen (angefixt hat er mich ja schon mit Nach Hause schwimmen).

Dann habe ich diese Woche Paula kennengelernt. Paula ist eine Schülerin in Möhlin. Sie war an meiner Lesung und hat mir danach geschrieben und mir den Link zu ihrem Blog geschickt. Ich mache es kurz: Paula hat mich umgehauen. Aus vielen Gründen. Einer ist der Name ihres Blogs. Einer ist die Art, wie sie ihn gestaltet. Einer sind ihre Fotos. Aber der grösste sind ihre Texte. Wenn ihr dem Link zu ihrem Blog folgt, geht in ihre Blogroll, klickt auf "Written" und lest euch durch ihre Texte. Ihre "Augenblicke" sind genau das, was für mich ein wirklich guter Text ist: Sie gingen direkt (und schmerzhaft) unter die Haut und ins Herz. Ich möchte noch viel mehr von Paula lesen. Sehr viel mehr.

Samstag, 3. März 2012

Buch Nummer 10 - mein "Crazy Project"!

Gestern sass ich draussen an der Frühlingssonne und schrieb einen Text über Lesetouren. Dazwischen schaute ich mir immer wieder die Welt an, den klaren Himmel, die schneebedeckten Berge, den Garten, in dem sich die ersten Krokusse zeigen, die Katze, die irgendetwas hinterherjagte, um sich danach in der Sonne auszustrecken und zusammen mit mir blinzelnd in die Welt zu schauen. Irgendwann in dieser totalen Zufriedenheit fiel mir ein, dass das nächste Buch, das ich schreiben werde, mein zehntes sein wird. "So viele schon", dachte ich. Was mich besonders freut: Es ist das "Crazy Project", ein Herzblutprojekt von mir. Wie alles angefangen hat, habe ich am 30.Dezember 2010 gebloggt:

"Vor Weihnachten habe ich mir ein neues Notizbuch gekauft. Schwarz, mit Totenkopf und der Aufschrift: I'm in Hell. Über die Festtage habe ich das Bücherregal neu geordnet. Dabei sind mir auch die Lee Child Bücher in die Hände gefallen und ich habe gedacht: Au ja, wieder einmal einen Jack Reacher Roman lesen, das wär's. Wenn ihr die Romanfigur Jack Reacher nicht kennt: Ein cooler, rastloser, harter und hartgesottener Einzelgänger, der haarsträubende Geschichten er- und überlebt, in denen er durch die Hölle und zurück geht.

Mein Unterbewusstsein hat das leere Notizbuch, die Hölle und Jack Reacher durcheinandergewirbelt. Das Resultat hat es mir als Bilder durch den Kopf gejagt. Und das Schicksal hat mir dann vor zwei Tagen den 20 Rappen Typen über den Weg geschickt (der Kerl sah aus wie eine Romanfigur - meine Romanfigur). An jenem Abend habe ich den Anfang des CrazyProjects geschrieben. Ihr dürft jetzt gerne raten, was für eine Art Geschichte mir da im Kopf herumtrudelt :-)"

Aus der Idee wurde ein Exposé, dann eine Leseprobe. Dann lange nichts, weil ich gleichzeitig an einer Serienidee gearbeitet habe, in die ich das "Crazy Projekt" irgendwann integriert habe. Als mein Verlag nach einem Thriller fragte, wollte ich eine neue Idee anbieten, aber dann rief irgendwas in mir drin ganz laut: "Biete auch das "Crazy Project" an!" Das habe ich gemacht. Seit Donnerstag weiss ich, dass dieses Buch mein Buch Nummer 10 wird.

"Das Leben ist schon verrückt", dachte ich da draussen an der Frühlingssonne. Voller Irgendwanns und Irgendwas. Und irgendann und irgendwo fügt sich das Irgendwas zu genau dem zusammen, das für einen perfekt ist.

Die Katze blinzelte, ich klappte den Laptop zu und las im Pampa Blues weiter. Was für ein Buch!

Freitag, 2. März 2012

Fragen 17 bis 19 - von Gitarren und dem nächsten Buch


So eine:


Eine Gibson Les Paul. Weil sie hart genug klingt für den Hardrock und gleichzeitig auch sehr, sehr weich klingen kann. Und weil sie einfach wunderschön ist :-)


Das darf ich noch nicht verraten. So viel schon mal vorneweg: Es bekommt ein gigantisch gutes Cover (das ich natürlich auch noch nicht zeigen darf).


17 und 19. Viel wichtiger ist: Ich finde beide total prima und ich habe beide total gern.

Donnerstag, 1. März 2012

Fertig mit der Rumdrückerei - Frage 16 von 81


Ich habe mich gedrückt. Und gedrückt. Und gedrückt. Vor dieser Frage. Weil ich sie nicht so beantworten kann, dass auch nur annähernd irgendjemand mit der Antwort zufrieden wäre. Nun, es bleibt mir nichts anderes übrig, als damit zu leben, euch eine völlig unbefriedigende Antwort zu geben:

Das ist bei jedem Buch verschieden.

So, und damit hätte ich sie hinter mich gebracht, die Frage 16. Vor mir liegt Frage 17. Die ist einfacher zu beantworten. Ich muss nur noch ein Foto machen. Dann kommt die Antwort.

Mittwoch, 29. Februar 2012

Der Zeigefinger des Schicksals

Ich war die letzten beiden Tage auf Lesetour. Irgendwie muss das der Gott aller öffentlichen Verkehrsmittel mitbekommen haben, denn heute - nach den Lesungen - stand ich in Aarau am Bahnhof und der Zeigefinger des Schicksals (also sozusagen die verlängerte Hand des Gottes aller öffentlichen Verkehrsmittel) zeigte bestimmt und unerbittlich auf mich. Mein Zug fiel aus. Von all den Zügen genau meiner. Nun mag so ein Zugsausfall im Schweizer Mittelland eine Bagatelle sein (kommt ja ziemlich bald der nächste), doch für Leute, die in der Pampa leben, hat das Folgen: Die Rückfahrt von Küttigen nach Buchs SG (160 km) dauerte somit genau 3 Stunden und 20 Minuten.

Meine Gelassenheit machte sich aus dem Staub. Ich entschied an Ort und Stelle, wieder auf das Auto umzusteigen. Nur, dazu musste ich erst nach Hause kommen. Ohne Auto. Mit der Bahn. Also griff ich auf meinen Galgenhumor zurück, ging in den Bahnhofbuchladen und kaufte mir den Pampa Blues von Rolf Lappert, krallte mir ein "20 Minuten " (wegen der Sudokus) und stellte mich auf eine langwierige Fahrt mit grottenschlechten Anschlüssen ein. Für die positive Sichtweise (Bahnhofsbesichtigungen und rumhängen auf Plattformen) fehlte mir für einmal der richtige Blickwinkel.

Nun, es wurde dann erstens lustig und zweitens genial schön.
Lustig, weil kurz nach der Abfahrt von Aarau via Lautsprecheranlage verkündet wurde, dass wir leider umgeleitet werden ... und deshalb verspätet in Zürich eintreffen würden. Im Zugswaggon brach allgemeine Heiterkeit aus, die sich mit der auf französisch gestammelten Ansage verstärkte und bei der englischen Version hätte man dann schon Tränen lachen können.
Genial schön, weil Rolf Lappert einfach sensationell schreibt.
Ach ja, und der Cappuccino im Bahnhofsladen von Sargans ist nicht nur saumässig gut, sondern wahrscheinlich auch der billigste Cappuccino entlang der vereinigten Bahnstrecken der Schweiz.

Als Sahnehäubchen der ganzen Geschichte hielt der Railjet gefühlte 10'000 Meter vom Bahnhof weg an. Es dauerte eine ziemliche Weile, bis ich endlich durch die grottendüstere Bahnhofsunterführung schreiten konnte, um dann im ganz normalen Wahnsinns-Verkehrschaos des Buchser Bahnhofs aufzutauchen.

PS: Habe ich schon erwähnt, dass die Bahnticket-Preise im Dezember massiv aufschlagen werden?

Sonntag, 26. Februar 2012

Vom Schreiben leben - gibt es ein Recht darauf?

Ich beginne diesen Eintrag mit einem Kommentar von bugsierer : "ich würde mal schätzen, dass 99% aller künstler nebenbei noch einen brotjob machen müssen und das hat mit der buchpriesbindung rein gar nix zu tun. das ist seit ewig so und wird so bleiben und ist auch richtig so"

Im Text, auf den sich dieser Kommentar bezieht, ging es um Autoren und um die Feststellung, dass die meisten vom Schreiben nicht leben können und deshalb "nebenbei" einem Brotberuf nachgehen, also einem Beruf, der ihnen das Einkommen sichert oder zumindest sichern sollte. Ich bin am richtig so hängen geblieben und fand, darüber könnte man diskutieren. Seither trümmeln mir mehr Fragen als Antworten durch den Kopf. Ich stelle diese Fragen einfach einmal in den Raum. Wer möchte, kann weitere Fragen anhängen oder sich an einer (oder mehreren) Antworten versuchen.

Zuerst die Frage, die sich - für mich - am einfachsten beantworten lässt: Ja, ich möchte von meiner Arbeit als Autorin leben könnnen.

Und jetzt kommen die Fragen:

... Ist es wirklich richtig so?
... Ist es einfach, wie es ist?
... Gibt es ein Recht darauf, als Autorin seinen Lebensunterhalt verdienen zu können?
... Wenn ja, woher soll das Geld kommen?
... Soll es der Markt richten?
... Wer gewinnt im freien Markt? Der Mutige? Die Tapfere? Der Ausdauernde? Die hart Arbeitende? Der Bessere? Die Gewandtere?
... Braucht es Förderung?Wenn ja, wer wird gefördert und wie?
... Gilt das Recht des Tüchtigen?
... Kann ein Brotberuf unter Umständen sogar ein anregender Faktor fürs Schreiben sein?
... Bremst ein Brotberuf?
... Wäre ein Grundeinkommen für alle (nicht nur Künstler) die Antwort? Oder die passende Ausrede?
(Diese Frageliste ist weit weg von vollständig; es sind die ersten Fragen, die bei mir aufkamen.)

Wie ich es sehe:

Wer das Schreiben im Bewusstsein beginnt, sich auf eine brotlose Tätigkeit einzulassen, hat schon viel gewonnen. Er (Sie) geht die Sache realistisch an. Für Menschen mit rosa Brillen ist Schreiben nicht unbedingt der geeignete Beruf. Es kann einer werden, es kann aber auch für immer ein Hobby oder ein Nebenerwerb sein.

Schreiben (oder jede andere Kunst) ist Arbeit, viel Arbeit. Leider garantiert diese viele Arbeit kein Einkommen, mit dem man das Leben bestreiten könnte, auch wenn man hart arbeitet. Als Schreibende gehört man zur Gruppe der selbständig Erwerbenden. Ich kenne keinen selbständig Erwerbenden, der eine Garantie darauf hat, genügend Einnahmen für seinen Lebensunterhalt zu generieren.

Als zäher Brocken, sturer Grind und unerschütterliche Optimistin habe ich es trotz allem verinnerlicht, dass man es auch als Schreibende schaffen kann. Ich weiss um das Scheitern, aber ich will es schaffen. Daran arbeite ich. Ohne Garantie, dass das auch ein Leben lang funktioniert (seit ca. zwei Jahren funktioniert es für mich als Einzelperson; (m)eine Familie ernähren könnte ich jedoch nicht).

Ein Brotberuf ist für mich nicht eine bittere Pille, die es zu schlucken gilt, sondern eine mögliche Alternative. Ich gestehe jedoch, dass ich das Leben als Freiberufliche vorziehe. Samt all den Risiken.

Vielleicht ist die Frage, ob es richtig oder fair ist, die falsche Frage. Vielleicht müssen wir uns eher fragen, wie wir damit umgehen.

Das wären erste Gedanken und ein erstes Fazit von mir. Die meisten Fragen bleiben offen. Ich lasse sie mal so stehen und hoffe auf Kommentare.

Freitag, 24. Februar 2012

Gestern Abend, unterwegs

Mit dem Auto, weil die Bahnverberbindungen nach St. Gallen einfach (sagen wir es nett) etwas subobtimal sind. "Schiff im Sand" von Züri West auf der Repeattaste. Hin und zurück. Und weil ich alleine unterwegs war, sehr laut. Sehr, sehr laut. Das Leben war gut.

Donnerstag, 23. Februar 2012

Produktiv

Heute habe ich

... eine Weihnachtsgeschichte abgegeben.
... die Texte meines ersten Texterauftrags eingereicht.
... die Druckfahnen für das neue Buch erhalten.
... mit meiner Agentin wegen eines neuen Projekts telefoniert.
... einen Vorschlag für einen Lesungstermin erhalten und bestätigt (6. April).
... den Eintrag des Lesungstermins in Vaduz im Blog und auf der Webseite präszisiert (Landesbibliothek, 4. April)

In einer halben Stunde mache ich mich auf den Weg zum Bahnhof. Ich fahre nach St. Gallen, wo ich am ersten Treffen einer Arbeitsgruppe teilnehme, deren Ziel es ist, die Autoren der Ostschweiz besser zu vernetzen und einem breiteren Publikum bekannt zu machen.

Kurz: Im Moment läuft einfach alles rund. Ist ein gutes Gefühl. Von guten Gefühlen war hier im Blog schon öfters die Rede. Auch davon, dass man die Welle reiten soll, wenn sie da ist. Dann mach ich das doch mal :-)

Autoreninterviews

Ich lese nicht nur gerne Blogs von Autoren (siehe Blogroll), sondern auch Interviews mit Autoren. In den letzten paar Tagen haben mir zwei besonders gut gefallen:

... das Interview mit Christiane Lind
... das Interview mit Frank Maria Reifenberg

Bevor ihr auf die Links klickt: Es sind keine dieser kurzen Ex-und-Hopp-Interviews mit Fragen, die auf der Oberfläche surfen. Vielleicht wäre es keine schlechte Idee, sich eine Tasse Kaffee / Tee zu machen oder sich ein Glas mit seinem Lieblingsgetränk zu füllen, um dann in aller Ruhe einzutauchen in die Welt dieser beiden Autoren.

Mittwoch, 22. Februar 2012

Buchpreisbindung und Online-Handel

Meine Blogeinträge zur Buchpreisbindung sind nicht ungehört und ungelesen verhallt. Ich habe Post erhalten. Angehängt war jeweils ein Schreiben, das zeigen sollte, dass Online-Anbieter im Ausland in die Schweizer Buchpreisbindung eingebunden sind. Ich habe beide Schreiben gelesen - und beide schaffen es nicht, meine Zweifel auszuräumen.

Schreiben Nummer 1 ist eine rechtliche Beurteilung
 "Währenddem der Begriff der gewerbsmässigen Einfuhr noch als Spielball für eine Umgehung des parlamentarischen Willens noch missbraucht werden könnte (die Befürworter der Preisbindung stellen sich auf den sachlich richtigen Standpunkt, dass der Import von Büchern durch einen Online-Buchhändler eine gewerbsmässige Aktion ist), ist die Sachlage bei Punkt c unbestritten: Der Akt des Kaufes findet auch bei einem Onlinegeschäft in der Schweiz statt, weshalb auch der Kauf eines
Privaten aus der Schweiz der Schweizerischen Gesetzgebung über die Preisbindung unterstellt wäre.
"

Fakt ist:
Punkt b) ist in dem Gesetzestext enthalten, über den wir abstimmen. Und dieser Punkt ist glasklar - er erlaubt den privaten Buchkauf beim ausländischen Online-Händler (privat ist nicht gleich gewerbsmässig)
Punkt c) der Gesetzestext spricht nicht von "Kauf", sondern von Handel. Der Händler sitzt jedoch im Ausland und nicht in der Schweiz. (Gesetzestext: c) in der Schweiz gehandelt werden)

Schreiben Nummer zwei ist eine Richtigstellung des SBVV zu den oben aufgeführten Schlüssen der rechtlichen Beurteilung:
"Falls es jedoch trotz dieser klaren Gesetzeslage zu einem Auslegungsstreit bezüglich des Internetbuchhandels kommen sollte, gilt die juristische Regel, dass bei einem jungen Gesetz der Wille des Gesetzgebers (juristisch gesprochen die «historische Auslegung») massgebend
ist. Mit der ausdrücklichen Streichung von Abs. 2 über den grenzüberschreitenden Internethandel (siehe oben) wäre die Sache dann endgültig klar. Dies bestätigen sämtliche Experten,
u.a. der Berner Staatsrechtsprofessor Andreas Lienhard
."

Fakt ist:
Gemäss Befürwortern stimmen wir nicht über den Gesetzestext ab, der uns offiziell vorliegt, sondern über dessen Bereinigung nach einer allfälligen Annahme. Nun, wenn es wirklich so ablaufen würde, wie die Richtigstellung des SBVV es vorsieht, dann muss ich gar nicht erst abstimmen gehen, weil das, worüber ich abstimme, nicht das sein wird, worüber ich eigentlich abstimme. Alles klar? So was nennt man die totale Irreführung von Stimmbürgern (und leider passiert das nicht zum ersten Mal in einer wichtigen Abstimmung). Verlierer wären alle.

Aber gehen wir einen Schritt zurück und nehmen wir an, es ist so, wie die Befürworter schreiben und Punkt b) würde nach der Annahme der Initiative gestrichen und c) grosszügig ausgelegt. Dann hätte ich ein paar Fragen:

1. Wieso ist der begleitende Informationstext im Abstimmungsbüchlein so unklar wie ein nebelverhangener Tag? (Er erwähnt keinen der oben genannten Schlüsse.)
2. Warum hat der Bundesrat die Aussage seines Vertreters Johann Schneider-Ammann (Bundesrat), wonach der ausländische Online-Handel von der Buchpreisbindung ausgeschlossen sein wird, nicht sofort und heftig richtiggestellt und korrigiert?
3. Wo bleibt eine glasklare Aussage des ausländischen Online-Handels? Ich habe von keinem Anbieter eine Zusicherung gelesen, dass er sich an die Buchpreisbindung halten wird.

Fazit: Wir stimmen über etwas ab, das absolut unklar ist und über das bis jetzt auch niemand wirklich Klarheit geschaffen hat - am allerwenigsten unsere Landesregierung. Alleine das sollte Grund genug sein, ein Nein in die Urne zu legen.

PS: Eine Erklärung für ausländische Leser dieses Blogeintrags: Schweizer Preise liegen generell (zum Teil massiv) höher als im Ausland. Deshalb ist die Frage, ob der ausländische Online-Handel unter die Buchpreisbindung fällt, so wichtig. Denn: Fällt er nicht darunter, werden viele Schweizer auf einen - allenfalls wesentlich billigeren - Online-Kauf bei einem ausländischen Anbieter ausweichen (deshalb werden wir auch vergeblich auf eine klare Stellungnahme der ausländischen Anbieter warten - die können bei einem Ja zur Buchpreisbindung allenfalls viele neue Schweizer Kunden begrüssen).