Die meisten von uns rechnen nicht wirklich damit, einmal berühmt zu werden (das mit dem Hoffen darauf ist ein ganz anderes Thema). Wir freuen uns, wenn es mit einer Veröffentlichung klappt, wenn man zur einen oder anderen Lesung eingeladen wird und die Lokalpresse einen Artikel schreibt. Deshalb überlegen sich die wenigsten von uns, wie wir das denn machen wollen mit der Presse und dem Internet, falls der Erfolgspfeil eines Tages auf uns zeigen sollte.
Sollten wir aber. Zumindest sollten wir uns die Frage stellen, wie viel wir bereit sind, von uns preiszugeben, und wo unsere Grenzen sind. Bei einer Homestory? Bei persönlichen Urlaubsfotos? Bei den Fotos von Ehemann und Kindern? Bei Familiengeschichten? Denn: Was was man einmal angefangen hat, kann man nicht mehr stoppen. Wer sein Privatleben in der Presse oder den Social Media ausbreitet, kann nicht irgendwann plötzlich das Recht auf Privatsphäre einfordern.
Die meisten Autoren, die ich kenne, geben sich öffentlich so, wie sie auch privat sind. Dann gibt es jene, die ihre Privatsphäre (zum Teil oder ganz) hinter einem Image verstecken. Ich kann verstehen, warum jemand das tut, aber mir wäre das viel zu umständlich. Bei Lesungen bin ich sehr offen (und auch persönlich). In Sachen Internet war ich früher viel offener, bin aber vorsichtiger und zurückhaltender geworden und bei der Lokalpresse habe ich das grosse Glück, dass ich sehr offen sein kann und darauf bauen kann, dass mich niemand damit in die Pfanne haut. Viel weiter bin ich noch nicht gekommen. Ausser zu einem Interview in einer Elternzeitschrift, bei dem ich zu viel verraten habe (Lernfaktor: GROSS) und einer Anfrage eines lokalen TV-Senders, ob ich in einer Muttertagssendung mitmachen würde (Ich mag Muttertage nicht, ich mag Muttertagssendungen nicht - und habe abgesagt). Aber ich denke mal, dass ich gerüstet wäre, würde es je dazu kommen.
Warum ich das schreibe, wo ich doch nun wirklich keine Erfahrung mit dem grossen Medienansturm habe? Ich kenne Menschen, die gerade in diesem Prozess sind und sich diese Fragen stellen. Zudem habe ich kürzlich ein Portrait über Kate Moss gesehen, in dem gesagt wurde, dass sie noch NIE ein Interview gegeben hat. Ich war total beeindruckt. So was nennt man Strategie! (Sie muss das von Anfang an so geplant haben.) Und ich habe Milena Mosers Blogeintrag gelesen, in dem sie darüber schreibt, wie es ist, wenn man sein Privatleben öffentlich lebt.
Die Entscheidung, wie man es angehen will, liegt bei jedem Einzelnen. Darüber nachzudenken, wäre keine schlechte Idee.
Montag, 20. Februar 2012
Donnerstag, 16. Februar 2012
Mein Schreiben
Ich hatte Glück. Gleich mein erstes Buch Blackout verkaufte sich an einen guten deutschen Kinder- und Jugendbuchverlag. Danach lief alles wie von selbst; das Buch wurde zur Schullektüre verkauft sich auch heute noch gut, der Verlag fragte nach mehr. Bis vor zwei Jahren. Da geriet dieser vermeintliche Selbstläufer ins Stocken und ich ins Grübeln - mit zeitweiligen Stürzen in den emotionalen Abgrund. Dass ich schreiben wollte, stand ausser Zweifel, aber ob ich weiterhin veröffentlichen konnte oder gar wollte, war mehr als fraglich.
Was ich im letzten Satz kurz und knapp zusammengefasst habe, war in Wirklichkeit ein monatelanges Hadern mit der Branche, ein Ringen mit mir und sehr, sehr viel Unsicherheit in Bezug auf meine berufliche Zukunft, aber auch auf mich selbst. Es gab Zeiten in dieser Phase, in denen ich mich kleiner und unbedeutender fühlte als ein kleines Würstchen. Nun bin ich so gestrickt, dass ich zwar grässlich fallen kann, aber irgendwann kommt bei mir immer der Punkt, an dem ich mir sage: "Spinnst du eigentlich? Warum tust du dir das an?" Wenn ich diesen Punkt erreiche, kommt die Energie zurück. Und wie. Dann reinige ich meine verklebten Flügel, breite sie aus und fliege.
Konkret hiess das für mich: Ich entschied mich - nach einem agenturlosen Jahr - erneut eine Agentur zu suchen, denn damit konnte ich mich aufs Schreiben konzentrieren und den ganzen geschäftlichen Rest jemandem abgeben. Zu meiner grossen Freude kam ich bei meiner Wunschagentur unter. Meine Agentin, Frau Hanauer, war begeistert von meiner Serienidee und zog damit los. Ich schreib mein Buch, das diesen Sommer erscheinen wird, und da ich mir nicht die Illusion machte, für meine Serie sofort einen Verlag zu finden, plottete ich und fabrizierte Leseproben.
Eigentlich könnte damit alles gut sein. Aber irgendwo klemmte es immer noch. Ende 2011 gestand ich mir ein, was ich eigentlich immer gewusst hatte: Ich bin keine Plotterin. Ich bin keine Leseprobeschreiberin. Ich will meine Geschichten während des Schreibens entwickeln. An den ersten paar Kapiteln eines Buches schreibe ich endlos lange, bis sie für mich stimmen. Und weil eine Leseprobe meistens die ersten paar Kapitel eines Buches sind, dauert das entsprechend lange - ich kann sie nicht einfach so aus dem Ärmel schütteln. Als der erste Verlag fragte, ob ich nicht noch 25 Seiten Leseprobe mehr schreiben könne, schrieb ich die zwar, schickte die auch an die Agentin, war aber überhaupt nicht zufrieden damit. Das Glück wollte es, dass diese Seiten nie den Weg zum nachfragenden Verlag fanden.
Es war Zeit für einen weiteren Entscheid. Diesmal dauerte meine Nachdenk- und Entscheidungsphase viel weniger lange. Ich stürzte auch nicht ab. Ich betrachtete die ganze Sache sehr nüchtern und entschied mich für mich. Für meine Art zu schreiben. Das bedeutet: Ich bat meine Agentin, die Verlagssuche einzustellen, mich einfach schreiben zu lassen, und zwar so lange, bis ich einen Text habe, zu dem ich wirklich stehen kann - oder mir ein Verlag ganz alleine auf der Basis einer Grundidee eine Geschichte abkauft (was ein ziemliches Risiko für den Verlag ist). Sie wies mich darauf hin, dass ich unter Umständen sehr viel Zeit in etwas investiere, das dann kein Verlag veröffentlichen will. Das war mir bewusst. "Dann machen wir es so", meinte meine Agentin und ich wusste einmal mehr, bei der genau richtigen Agentur gelandet zu sein.
Damit sind wir beim Februar 2012. Ich schreibe. An zwei Projekten, für die ich keinen Verlag habe. Für mich. Genau das, was ich schreiben will. Ob es gefragt ist oder nicht. Und ich fühle mich so frei und unbeschwert dabei wie damals, als ich mein erstes Buch geschrieben habe, ohne zu wissen, ob ich es je schaffen würde, bis ans Ende der Geschichte zu kommen, ganz zu schweigen davon, ob ich einen Verlag dafür finden würde (damals dachte ich lange nicht einmal an einen Verlag; ich wollte einfach die Geschichte schreiben).
Das Wunderbare an der Sache: Nachdem ich mich dafür entschieden hatte, als Autorin genau so zu arbeiten, wie es zu mir passt, bot mir der Thienemann Verlag an, einen Thriller zu schreiben. Ohne eine Leseprobe zu sehen. Ich sagte zu und wenn alles klappt, gefällt dem Verlag die Grundidee zu meiner Geschichte. Das weiss ich noch nicht. Genauso wenig wie ich weiss, was konkret aus dieser Grundidee werden wird. Das entwickelt sich dann beim Schreiben :-)
Aber nicht nur das: Ich bekomme Leseanfragen und Anfragen für Workshops. Seit vorgestern Abend bin ich zudem Teil eines irren Wahnsinnsprojekts, an dem ich zwar nichts verdienen werde, das aber genau das ist, was ich machen möchte.
Ich habe das Gefühl, endlich angekommen zu sein.
Was ich im letzten Satz kurz und knapp zusammengefasst habe, war in Wirklichkeit ein monatelanges Hadern mit der Branche, ein Ringen mit mir und sehr, sehr viel Unsicherheit in Bezug auf meine berufliche Zukunft, aber auch auf mich selbst. Es gab Zeiten in dieser Phase, in denen ich mich kleiner und unbedeutender fühlte als ein kleines Würstchen. Nun bin ich so gestrickt, dass ich zwar grässlich fallen kann, aber irgendwann kommt bei mir immer der Punkt, an dem ich mir sage: "Spinnst du eigentlich? Warum tust du dir das an?" Wenn ich diesen Punkt erreiche, kommt die Energie zurück. Und wie. Dann reinige ich meine verklebten Flügel, breite sie aus und fliege.
Konkret hiess das für mich: Ich entschied mich - nach einem agenturlosen Jahr - erneut eine Agentur zu suchen, denn damit konnte ich mich aufs Schreiben konzentrieren und den ganzen geschäftlichen Rest jemandem abgeben. Zu meiner grossen Freude kam ich bei meiner Wunschagentur unter. Meine Agentin, Frau Hanauer, war begeistert von meiner Serienidee und zog damit los. Ich schreib mein Buch, das diesen Sommer erscheinen wird, und da ich mir nicht die Illusion machte, für meine Serie sofort einen Verlag zu finden, plottete ich und fabrizierte Leseproben.
Eigentlich könnte damit alles gut sein. Aber irgendwo klemmte es immer noch. Ende 2011 gestand ich mir ein, was ich eigentlich immer gewusst hatte: Ich bin keine Plotterin. Ich bin keine Leseprobeschreiberin. Ich will meine Geschichten während des Schreibens entwickeln. An den ersten paar Kapiteln eines Buches schreibe ich endlos lange, bis sie für mich stimmen. Und weil eine Leseprobe meistens die ersten paar Kapitel eines Buches sind, dauert das entsprechend lange - ich kann sie nicht einfach so aus dem Ärmel schütteln. Als der erste Verlag fragte, ob ich nicht noch 25 Seiten Leseprobe mehr schreiben könne, schrieb ich die zwar, schickte die auch an die Agentin, war aber überhaupt nicht zufrieden damit. Das Glück wollte es, dass diese Seiten nie den Weg zum nachfragenden Verlag fanden.
Es war Zeit für einen weiteren Entscheid. Diesmal dauerte meine Nachdenk- und Entscheidungsphase viel weniger lange. Ich stürzte auch nicht ab. Ich betrachtete die ganze Sache sehr nüchtern und entschied mich für mich. Für meine Art zu schreiben. Das bedeutet: Ich bat meine Agentin, die Verlagssuche einzustellen, mich einfach schreiben zu lassen, und zwar so lange, bis ich einen Text habe, zu dem ich wirklich stehen kann - oder mir ein Verlag ganz alleine auf der Basis einer Grundidee eine Geschichte abkauft (was ein ziemliches Risiko für den Verlag ist). Sie wies mich darauf hin, dass ich unter Umständen sehr viel Zeit in etwas investiere, das dann kein Verlag veröffentlichen will. Das war mir bewusst. "Dann machen wir es so", meinte meine Agentin und ich wusste einmal mehr, bei der genau richtigen Agentur gelandet zu sein.
Damit sind wir beim Februar 2012. Ich schreibe. An zwei Projekten, für die ich keinen Verlag habe. Für mich. Genau das, was ich schreiben will. Ob es gefragt ist oder nicht. Und ich fühle mich so frei und unbeschwert dabei wie damals, als ich mein erstes Buch geschrieben habe, ohne zu wissen, ob ich es je schaffen würde, bis ans Ende der Geschichte zu kommen, ganz zu schweigen davon, ob ich einen Verlag dafür finden würde (damals dachte ich lange nicht einmal an einen Verlag; ich wollte einfach die Geschichte schreiben).
Das Wunderbare an der Sache: Nachdem ich mich dafür entschieden hatte, als Autorin genau so zu arbeiten, wie es zu mir passt, bot mir der Thienemann Verlag an, einen Thriller zu schreiben. Ohne eine Leseprobe zu sehen. Ich sagte zu und wenn alles klappt, gefällt dem Verlag die Grundidee zu meiner Geschichte. Das weiss ich noch nicht. Genauso wenig wie ich weiss, was konkret aus dieser Grundidee werden wird. Das entwickelt sich dann beim Schreiben :-)
Aber nicht nur das: Ich bekomme Leseanfragen und Anfragen für Workshops. Seit vorgestern Abend bin ich zudem Teil eines irren Wahnsinnsprojekts, an dem ich zwar nichts verdienen werde, das aber genau das ist, was ich machen möchte.
Ich habe das Gefühl, endlich angekommen zu sein.
Mittwoch, 15. Februar 2012
Wieder einmal die SBB
Mein verspäteter Zug gestern war noch gar nichts im Vergleich zu der Geschichte, mit der Frau Tochter nach Hause kam. Eine Geschichte, die leider real ist:
Unsere Tochter fährt jeden Morgen mit dem Bus zum Bahnhof. Diesen Winter sind Busse aus verständlichen Gründen häufig etwas zu spät unterwegs. Die SBB lässt die Züge an unserem C-Bahnhof genau drei (oder vier, bin nicht ganz sicher) Minuten warten und fährt dann ab - egal unter welchen Umständen. Bevor ich konkret zu den Umständen komme: Als C-Bahnhof bietet Buchs genau einmal pro Stunde eine Verbindung in unsere Kantonshauptstadt. Wer die verpasst, kommt eine Stunde zu spät zur Arbeit. Wenn der Bus also fünf Minuten zu spät am Bahnhof einfährt, wartet man eine geschlagene Stunde auf die nächste Verbindung. In Richtung Chur sieht es etwas besser aus, da fährt ein paar Minuten später noch die S-Bahn.
Jetzt aber zu den Umständen. Mehr als einmal ist es passiert, dass der Zug in Richtung Chur genau dann abgefahren ist, als die Leute die Treppe heraufrannten und zum Teil für den Lokführer gut sichtbar auf der Plattform zu den Türen spurteten. Trotzdem fuhr der Zug ab. Gestern fuhr er mit offenen Türen ab. Die zwei jungen Frauen vor meiner Tochter hechteten also (bei Schnee und Eiswetter) in einen fahrenden Zug. Das hätte furchtbar, furchtbar schief gehen können.
Nun könnte man die ganze Schuld auf diese zwei jungen Frauen schieben. Aber: Wahrscheinlich waren sie derart im Stress, dass sie nicht klar nachdachten. Das Aufspringen war ein Reflex. Ein Reflex, der tödlich sein könnte.
Ich habe mehrere Fragen in diesem Zusammenhang: Wird zwischen Busfahrern und SBB nicht kommuniziert? Wird nicht abgesprochen, ob es noch reicht für die Buspassagiere oder nicht? Warum wird nicht schon bei der Ankunft des Busses den Passagieren per Lautsprecherdurchsage gesagt, ob sie ihre Anschlüsse noch erwischen? Wie kann ein Lokführer abfahren, wenn Leute auf der Plattform hinter dem Zug herhecheln? Wie kann ein Zug in einer solchen Situation mit offenen Türen abfahren?
Unsere Tochter fährt jeden Morgen mit dem Bus zum Bahnhof. Diesen Winter sind Busse aus verständlichen Gründen häufig etwas zu spät unterwegs. Die SBB lässt die Züge an unserem C-Bahnhof genau drei (oder vier, bin nicht ganz sicher) Minuten warten und fährt dann ab - egal unter welchen Umständen. Bevor ich konkret zu den Umständen komme: Als C-Bahnhof bietet Buchs genau einmal pro Stunde eine Verbindung in unsere Kantonshauptstadt. Wer die verpasst, kommt eine Stunde zu spät zur Arbeit. Wenn der Bus also fünf Minuten zu spät am Bahnhof einfährt, wartet man eine geschlagene Stunde auf die nächste Verbindung. In Richtung Chur sieht es etwas besser aus, da fährt ein paar Minuten später noch die S-Bahn.
Jetzt aber zu den Umständen. Mehr als einmal ist es passiert, dass der Zug in Richtung Chur genau dann abgefahren ist, als die Leute die Treppe heraufrannten und zum Teil für den Lokführer gut sichtbar auf der Plattform zu den Türen spurteten. Trotzdem fuhr der Zug ab. Gestern fuhr er mit offenen Türen ab. Die zwei jungen Frauen vor meiner Tochter hechteten also (bei Schnee und Eiswetter) in einen fahrenden Zug. Das hätte furchtbar, furchtbar schief gehen können.
Nun könnte man die ganze Schuld auf diese zwei jungen Frauen schieben. Aber: Wahrscheinlich waren sie derart im Stress, dass sie nicht klar nachdachten. Das Aufspringen war ein Reflex. Ein Reflex, der tödlich sein könnte.
Ich habe mehrere Fragen in diesem Zusammenhang: Wird zwischen Busfahrern und SBB nicht kommuniziert? Wird nicht abgesprochen, ob es noch reicht für die Buspassagiere oder nicht? Warum wird nicht schon bei der Ankunft des Busses den Passagieren per Lautsprecherdurchsage gesagt, ob sie ihre Anschlüsse noch erwischen? Wie kann ein Lokführer abfahren, wenn Leute auf der Plattform hinter dem Zug herhecheln? Wie kann ein Zug in einer solchen Situation mit offenen Türen abfahren?
Dienstag, 14. Februar 2012
Austausch unter Autoren
Die (fast) monatlichen Treffen mit Stephan Sigg sind spannende, interessante und bereichernde Fixpunkte in meinem Autorinnenleben, die ich nicht missen möchte. Heute Morgen ging es um:
... den Autorenalltag - diese ewige Achterbahnfahrt.
... das Marketing und die Selbstvermarktung - immer und immer und immer wieder ein Thema; auch das eine Achterbahnfahrt (bei der man öfters das Gefühl hat, mit dem Kopf voll gegen die Wand zu prallen).
... unsere Buchtrailer, die uns Andreas Fritz so toll macht.
... Weiterbildung - Stephan besucht im Moment eine, ich liebäugle mit einer auf Ende Jahr; gemeinsam ist uns der Horror vor und die Ungeduld mit schlechten Kursleitern (weshalb ich erst liebäugle).
... unser gemeinsamer Social Media Workshop für Autillus (bei der dann hoffentlich niemand den Horror vor einer schlechten Kursleitung hat).
... unsere gemeinsamen Lesungen - und Lesungen generell.
Ich gehe aus unseren Teffen immer gestärkt, gutgelaunt und motiviert nach Hause. Auch heute. Wobei ich sowieso gerade in einer dieser herrlichen Gelassenheitsphasen stecke. Eine, in denen ich genau weiss, was ich will. Und was ich nicht will.
Ach ja, die SBB fuhr 10 Minuten zu spät los. Ohne Erklärung, ohne Ankündigung. Ich war versucht, dem Schaffner mein Ticket nicht zu zeigen, nach dem Motto: Keine Info von euch, keine von mir. Aber das war mir dann irgendwie zu blöd. Natürlich fehlte in Buchs die Durchsage, ob der Bus den Anschluss abwartet. Das durfte ich selber herausfinden. Die Antwort ist: Ja, aber nur sehr knapp.
... den Autorenalltag - diese ewige Achterbahnfahrt.
... das Marketing und die Selbstvermarktung - immer und immer und immer wieder ein Thema; auch das eine Achterbahnfahrt (bei der man öfters das Gefühl hat, mit dem Kopf voll gegen die Wand zu prallen).
... unsere Buchtrailer, die uns Andreas Fritz so toll macht.
... Weiterbildung - Stephan besucht im Moment eine, ich liebäugle mit einer auf Ende Jahr; gemeinsam ist uns der Horror vor und die Ungeduld mit schlechten Kursleitern (weshalb ich erst liebäugle).
... unser gemeinsamer Social Media Workshop für Autillus (bei der dann hoffentlich niemand den Horror vor einer schlechten Kursleitung hat).
... unsere gemeinsamen Lesungen - und Lesungen generell.
Ich gehe aus unseren Teffen immer gestärkt, gutgelaunt und motiviert nach Hause. Auch heute. Wobei ich sowieso gerade in einer dieser herrlichen Gelassenheitsphasen stecke. Eine, in denen ich genau weiss, was ich will. Und was ich nicht will.
Ach ja, die SBB fuhr 10 Minuten zu spät los. Ohne Erklärung, ohne Ankündigung. Ich war versucht, dem Schaffner mein Ticket nicht zu zeigen, nach dem Motto: Keine Info von euch, keine von mir. Aber das war mir dann irgendwie zu blöd. Natürlich fehlte in Buchs die Durchsage, ob der Bus den Anschluss abwartet. Das durfte ich selber herausfinden. Die Antwort ist: Ja, aber nur sehr knapp.
Montag, 13. Februar 2012
Kostbare Köstlichkeiten aus dem Schreiballtag der Milena Moser
Für einmal war ich froh, die Migros-Zeitung noch im Briefkasten zu haben (die Coop-Zeitung habe ich schon längst nicht mehr), denn auf dem Titelbild lachte mich Milena Moser an. Mit Milena Moser ist das so: Ich mag diese Frau total, ohne jemals ein persönliches Wort mit ihr gewechselt zu haben. Ich mag, was sie über das Schreiben sagt, ich mag ihre wunderbar positive Art, das (Schreib)leben zu sehen, ich mag, wie sie Leute zum Schreiben ermutigt, ohne auch nur annährend erzieherisch zu wirken. Ich mag ihre Lachfalten. Ach, eigentlich mag ich alles an ihr, was ich so von ihr kenne oder sie von sich preisgibt.
So war auch das Interview in der Migros-Zeitung erfrischend wie ein Sommerregen nach einem heissen Tag. Und vor allem erfuhr ich in diesem Interview, das sie bloggt. Ich habe ihr Blog sofort in meine Blogroll aufgenommen (rechte Bildschirmseite, etwas runterscrollen). Aber das reicht nicht. Weshalb ich mir gedacht habe, ich weise in einem Blogeintrag darauf hin. Also: Milena Moser hat einen Blog. Und darin finden sich wunder- und kostbare Köstlichkeiten aus ihrem Schreiballtag. Sehr, sehr lesens- und unterhaltenswert.
So war auch das Interview in der Migros-Zeitung erfrischend wie ein Sommerregen nach einem heissen Tag. Und vor allem erfuhr ich in diesem Interview, das sie bloggt. Ich habe ihr Blog sofort in meine Blogroll aufgenommen (rechte Bildschirmseite, etwas runterscrollen). Aber das reicht nicht. Weshalb ich mir gedacht habe, ich weise in einem Blogeintrag darauf hin. Also: Milena Moser hat einen Blog. Und darin finden sich wunder- und kostbare Köstlichkeiten aus ihrem Schreiballtag. Sehr, sehr lesens- und unterhaltenswert.
Sonntag, 12. Februar 2012
Apfel-Lobbying in der Schule
Die Computerfirma mit dem Apfel drängt schon länger an die Schweizer Schulen. Abgesehen davon, dass ich eine ausgewachsene Apfel-Aversion habe, nervt es mich, dass so etwas an unseren Schweizer Schulen erlaubt ist:
Ich bin froh, sind meine Kinder aus dem Schulalter raus. Ich müsste sie in eine Privatschule schicken oder selber unterrichten, wenn ich diesen ganzen Hurra-Hype nicht mitmachen möchte - und nein, ich möchte NICHT! Denn, das Lebensgefühl, das die Apfel-Firma vermittelt, kann und wird mir gestohlen bleiben.
Mir ist egal, wer privat auf den elektronischen Schiefertafeln spielt, wer sich jedes neue Apfel-Produkt ehrfürchtig zu einem überteuerten Preis im Laden kauft, wer findet, es lebe nur richtig, wer einen Apfel mit sich rumschleppt. Jeder so, wie er will. Aber bitte kein Gruppenzwang. Und schon gar kein Lobbying an unseren Schulen.
«Apple Distinguished Educators» heisst der kleine, feine Zirkel der Werbeträger. 28 Schweizer Lehrer dürfen den Titel bereits tragen. «Sie unterstützen den Einsatz von Apple-Produkten als Lernhilfen», heisst es auf der Homepage des Konzerns.70 Prozent Marktanteil hat Apple mittlerweile an unseren Schulen. In Pilotprojekten wird das iPad in den Unterricht integriert. Die Lehrer (Apple Distinguished Educators?) überschlagen sich vor Begeisterung.
(Quelle: Der Sonntag)
Ich bin froh, sind meine Kinder aus dem Schulalter raus. Ich müsste sie in eine Privatschule schicken oder selber unterrichten, wenn ich diesen ganzen Hurra-Hype nicht mitmachen möchte - und nein, ich möchte NICHT! Denn, das Lebensgefühl, das die Apfel-Firma vermittelt, kann und wird mir gestohlen bleiben.
Mir ist egal, wer privat auf den elektronischen Schiefertafeln spielt, wer sich jedes neue Apfel-Produkt ehrfürchtig zu einem überteuerten Preis im Laden kauft, wer findet, es lebe nur richtig, wer einen Apfel mit sich rumschleppt. Jeder so, wie er will. Aber bitte kein Gruppenzwang. Und schon gar kein Lobbying an unseren Schulen.
Freitag, 10. Februar 2012
Erzählsprache
Die Figuren für ein neues Buch habe ich, die erste Szene ist als Film im Kopf, eine ungefähre Geschichte ist vorhanden.* Ich habe mich definitiv entschieden, aus welcher Perspektive (diesmal nur aus einer) und in welcher Form ich das Buch schreiben möchte (wieder eine Ich-Erzählung). All das ist für mich wichtig, bevor ich mit dem Schreiben beginne. Dann fehlt mir nur noch eins: Die richtige Erzählsprache. Die habe ich nicht sofort. An die taste ich mich heran, weshalb ich ENDLOS lange am ersten Kapitel schreibe.
Ich tippe Sätze, lasse sie wirken, lösche sie, versuche es erneut. Immer und immer wieder. Bis ich das Gefühl habe, dass die Sprache stimmt und zu meiner Figur passt. Heute Nachmittag habe ich die Sprache für meine neue Figur gefunden. In den nächsten Tagen teste ich sie aus, gehe an ihre Grenzen, schaue, was stimmig ist und was nicht. Die Geschichte an sich ist noch nicht wichtig. Es geht nur um die erste Szene. Sie muss so geschrieben sein, dass sie passt. Wenn sie passt, geht nachher alles leichter. Wenn sie nicht rund ist, wird das nichts.
* Ich weiss immer ganz genau, wie mein Buch anfängt. Die Geschichte dazu will ich gar nicht so genau kennen. Ich folge meinen Figuren und schaue, wie sie auf die erste Szene reagieren. Natürlich brauche ich einen ungefähren roten Faden. Aber wirklich nur den. Das hat Auswirkungen auf mein Autorinnenleben. Eigentlich wollte ich dazu Anfang Jahr einen Blogeintrag schreiben. Hmmm ... ich mache das nächste Woche. Versprochen.
Ich tippe Sätze, lasse sie wirken, lösche sie, versuche es erneut. Immer und immer wieder. Bis ich das Gefühl habe, dass die Sprache stimmt und zu meiner Figur passt. Heute Nachmittag habe ich die Sprache für meine neue Figur gefunden. In den nächsten Tagen teste ich sie aus, gehe an ihre Grenzen, schaue, was stimmig ist und was nicht. Die Geschichte an sich ist noch nicht wichtig. Es geht nur um die erste Szene. Sie muss so geschrieben sein, dass sie passt. Wenn sie passt, geht nachher alles leichter. Wenn sie nicht rund ist, wird das nichts.
* Ich weiss immer ganz genau, wie mein Buch anfängt. Die Geschichte dazu will ich gar nicht so genau kennen. Ich folge meinen Figuren und schaue, wie sie auf die erste Szene reagieren. Natürlich brauche ich einen ungefähren roten Faden. Aber wirklich nur den. Das hat Auswirkungen auf mein Autorinnenleben. Eigentlich wollte ich dazu Anfang Jahr einen Blogeintrag schreiben. Hmmm ... ich mache das nächste Woche. Versprochen.
Donnerstag, 9. Februar 2012
Momentaufnahme
Heute habe ich:
... den Ofen eingeheizt und jetzt ist es unterm Dach nicht mehr zu kalt, sondern viel zu warm.
... das Anmeldeformular für die Zentralschweizer Lesewochen ausgefüllt.
... endlich die letzten Unterlagen für das MUS-E Dossier fertiggestellt (was die alles wissen wollen!)
... die letzten beiden Veranstalter der Aargauer Lesewoche kontaktiert und bin nun bereit für die Lesungen Ende Februar / Anfang März.
... eine Neuerscheinung und eine Veranstaltungsmeldung auf die Autillus Webseite geladen.
... ziemlich viel Haushaltarbeit erledigt.
... zwei Exposés an meine Agentin geschickt (okay, das ist leicht gemogelt, ich habe sie gestern Abend weggeschickt und heute die Antwort meiner Agentin erhalten).
Zudem war ich auf einem ausgedehnten Winterspaziergang mit Boxenstopp im Musikladen (wo ich mir das Leonard Cohen Songbook, das ich irgendwann verloren habe, neu gekauft habe) und im Brockenhaus (wo ich für 30 Franken einen sensationellen Spiegel erstanden habe). Und dann waren noch meine Eltern zu Besuch und haben mir die Skis meiner Nichte gebracht, weil ich nach 27 Jahren Skifahrabstinenz zurück auf die Pisten möchte.
Jetzt dann gleich werde ich die E-Gitarre einstecken und ein bisschen Lärm machen und danach schaue ich in die neue Krimireihe der "Killing"-Macher rein.
Ist eigentlich schon ein Wahnsinn, was so alles in einen Tag reinpasst :-)
PS: Nein, geschrieben habe ich heute nichts. Das mache ich morgen.
PPS: Und nein, das war kein typischer Tag im Leben von Alice Gabathuler. Weil es keine typischen Tage gibt in meinem Leben. Jeder ist anders. Das ist das einzige Typische an meinen Tagen ... dass keiner gleich ist wie der andere. Genau deshalb bin ich gerne Autorin.
... den Ofen eingeheizt und jetzt ist es unterm Dach nicht mehr zu kalt, sondern viel zu warm.
... das Anmeldeformular für die Zentralschweizer Lesewochen ausgefüllt.
... endlich die letzten Unterlagen für das MUS-E Dossier fertiggestellt (was die alles wissen wollen!)
... die letzten beiden Veranstalter der Aargauer Lesewoche kontaktiert und bin nun bereit für die Lesungen Ende Februar / Anfang März.
... eine Neuerscheinung und eine Veranstaltungsmeldung auf die Autillus Webseite geladen.
... ziemlich viel Haushaltarbeit erledigt.
... zwei Exposés an meine Agentin geschickt (okay, das ist leicht gemogelt, ich habe sie gestern Abend weggeschickt und heute die Antwort meiner Agentin erhalten).
Zudem war ich auf einem ausgedehnten Winterspaziergang mit Boxenstopp im Musikladen (wo ich mir das Leonard Cohen Songbook, das ich irgendwann verloren habe, neu gekauft habe) und im Brockenhaus (wo ich für 30 Franken einen sensationellen Spiegel erstanden habe). Und dann waren noch meine Eltern zu Besuch und haben mir die Skis meiner Nichte gebracht, weil ich nach 27 Jahren Skifahrabstinenz zurück auf die Pisten möchte.
Jetzt dann gleich werde ich die E-Gitarre einstecken und ein bisschen Lärm machen und danach schaue ich in die neue Krimireihe der "Killing"-Macher rein.
Ist eigentlich schon ein Wahnsinn, was so alles in einen Tag reinpasst :-)
PS: Nein, geschrieben habe ich heute nichts. Das mache ich morgen.
PPS: Und nein, das war kein typischer Tag im Leben von Alice Gabathuler. Weil es keine typischen Tage gibt in meinem Leben. Jeder ist anders. Das ist das einzige Typische an meinen Tagen ... dass keiner gleich ist wie der andere. Genau deshalb bin ich gerne Autorin.
Mittwoch, 8. Februar 2012
Dienstag, 7. Februar 2012
Die 7 Todsünden
Anschnallen! Hier kommt der Trailer zum neuen Buch von Autorenkollege Stephan Sigg. Das Buch dazu gibt's im Buchladen deiner Wahl.
Montag, 6. Februar 2012
Nein zur Buchpreisbindung
Sie sind verlockend, die Wunschvorstellungen, die mit einer erneuten Einführung der Buchpreisbindung einher gehen: Ein Nährboden für Schweizer AutorInnen soll die Buchpreisbindung werden, das Kulturgut Buch soll gefördert werden, den kleinen, unabhängigen Buchhandlungen soll die Buchpreisbindung eine Existenz ermöglichen. Eigentlich kann man da nur Ja dazu sagen. Oder?
Der erste grosse Hammer liegt im neuen Gesetzestext für die Buchpreisbindung:
Dieses Gesetz regelt die Preise von ungebrauchten und mängelfreien Büchern in den
Schweizer Landessprachen, die:
a. in der Schweiz verlegt werden;
b. gewerbsmässig in die Schweiz eingeführt werden; oder
c. in der Schweiz gehandelt werden.
Wer immer diesen Text zu verantworten hat, hat nicht aufgepasst. Wenn ich bei Amazon oder sonst einem Onlinebuchhändler aus Deutschland ein Buch bestelle, bestelle ich das nicht zum gewerbsmässigen Gebrauch, sondern zu meinem Privatgebrauch. Kurz: Die Buchpreisbindung gilt im Online-Handel für Privatpersonen nicht. Somit kann ich als Privatperson Bücher über den deutschen Online-Handel sehr viel billiger kaufen. Mehrere grosse Schweizer Buchhandelsketten sind darauf vorbereitet - sie haben ihre Online-Plattformen in Deutschland. Kleine Buchläden nicht. Sollte das Buchpreisbindungsgesetz für den Online-Handel mit dem Ausland nicht gelten, sind es die kleinen, unabhängigen Buchhandlungen, die als erste massiv unter Druck geraten.
Schweizer Autoren haben in den meisten grossen und kleinen Buchhandlungen ihren Nischenplatz. Mehr nicht. Weil Buchhandlungen Geld verdienen wollen und vor allem müssen. Der Lyriker aus Hintertupfenhausen und die Jugendbuchschriftstellerin aus der Ostschweizer Pampa sind nun einmal zu wenig gefragt, um ins Sortiment aufgenommen zu werden - von Buchstapeln reden wir schon gar nicht. Was die kleine Buchhandlung kann: Mehr Sachwissen anbieten und die vom Kunden gewünschten Bücher von Schweizer Autoren auf Wunsch bestellen (das geht auch heute: sehr schnell und sehr effizient). Das war in der Vergangenheit so und wird auch in Zukunft so sein. Ausser eine Buchhandlung spezialisiert sich auf Schweizer AutorInnen, was sie heute schon kann. Denn: Dem Schweizer ist seine Kultur trotz allem etwas wert. Er weiss, dass Schweizer Verlage nicht zu denselben Konditionen produzieren und verkaufen können wie Grossverlage aus dem Ausland. Um ein "Nährboden für Schweizer Autoren" zu sein, brauchen die Buchhandlungen keine Buchpreisbindung. Abgesehen davon: Dieses Bild vom alternativen Kleinbuchhandel, der Raritäten und Preziosen führt, ist zwar schön, aber seien wir ehrlich: Nicht jede Kleinbuchhandlung ist automatisch solch ein Wunschgeschäft. So, wie nicht jeder Schweizer Autor Kulturgüter für die Unendlichkeit schreibt, sondern schlicht und einfach mal gute und mal weniger gute Unterhaltung produziert, wie sie seine ausländischen Kollegen und Kolleginnen auch produzieren. Wenn man das tut, muss man sich mit der grossen Masse vergleichen lassen. Das gehört zum Beruf Autor dazu. Wenn ich dann auch noch lese, dass der Schweizer Autor so etwas wie Artenschutz braucht, komme ich mir vor wie im Zoo. Ich will keinen Artenschutz. Genauso, wie ich keine Frauenquoten will. Ich will bessere Rahmenbedingungen - und zwar solche, die mir eine Buchpreisbindung nicht bietet.
Zur versprochenen generellen Preissenkung nach der Wiedereinführung der Buchpreisbindung: Ich höre die Worte und glaube sie nicht mehr. Wir Deutschschweizer hatten lange eine Buchpreisbindung. Wer damals die Franken-Preisschilder vom Buch zog und darunter die Euro-Preise sah, der erlebte seine Furstmomente. Dieser Frust über überhöhte Preise führte unter anderem zur Abschaffung der Buchpreisbindung. Doch, ja, Schweizer sind bereit, etwas mehr für ein Produkt zu bezahlen, aber dort, wo es ausartet und man sich nur noch übervorteilt vorkommt, beginnt die Wut. Und der Blick in den Online-Buchladen.
Aber, so verspricht uns die Pro-Kampagne: Der Preisüberwacher kontrolliert die Preisentwicklung! ("Sollte ein Verlag einen unverhältnismässigen Preis festsetzen, ist der Preisüberwacher zur Stelle"). Da bin ich dann mal gespannt. Seit Monaten werden uns in der Schweiz ausländische Magazine zu massiv überhöhten Preisen verkauft (Bsp: In Deutschland kosten sie 4.95 Euro und in der Schweiz dann 10.00 Franken). Der Preisüberwacher hat reklamiert. Worauf ihn die deutschen Verlage herzhaft belächelt haben. Und bei den Büchern soll das dann plötzlich anders sein? Mir fehlt der Glaube und die Hoffung.
Kommt dazu: Die Buchpreisbindung kämpft um eine Buchwelt, die es so nicht mehr gibt. Die Buchbranche steht in einem riesigen Umbruch. War es schon früher hart, sich in dieser Branche zu behaupten, so ist es heute noch viel härter. Die Konzentration auf Bestseller hat auch in Ländern begonnen, in denen es eine Buchpreisbindung gibt. Das E-Book stellt uns vor neue Herausforderungen. Ganz zu schweigen vom Internet, das Möglichkeiten bietet, die wir nie zuvor hatten.
Und damit komme ich zu den Rahmenbedingungen: In einer Welt, in der das Buch nichts wert ist, nützt der Artenschutz nichts. Es ist sinnlos, vom Kulturgut Buch zu reden und gleichzeitig zu erwarten, dass ein Buch nicht mehr kosten darf als ein Drink an der Bar / zwei Cappuccinos im Café / eine grosse heisse Schokolade bei Starbucks uws. Es ist sinnlos, von Schweizer Kulturgut zu reden, wenn Tageszeitungen nur noch Bestseller oder die ewig gleichen paar Schweizer Autoren besprechen und interviewen (löbliche Ausnahmen: Die Lokalzeitungen). Es ist sinnlos, uns vorzugaukeln, kleine, unabhängige Buchläden können dank der Buchpreisbindung überleben. Zum Überleben brauchen sie Kunden, überzeugte Kunden, interessierte Kunden. Es wird immer Kunden geben, die man nur über den Preis anspricht. Und dann gibt es die Kunden, die man durch seinen Auftritt überzeugt. Durch kreative Ideen, durch gute Beratung, durch ein spannendes Sortiment. Es ist sinnlos, uns Schweizer Autoren vorgaukeln zu wollen, alles würde mit der Buchpreisbindung besser, solange kein Mensch erfährt, was wir Schweizer Autoren so (er)schaffen. Was man nicht kennt, kann man auch nicht kaufen wollen.
Nein, einfach ist das nicht. Aber es wird mit der Wiedereinführung der Buchpreisbindung nicht einfacher. Wer sich Länder mit Buchpreisbindung anschaut, wird sehen, dass der kleine, unabhängige Buchhandel auch dort zu kämpfen hat, genauso wie grössere Läden, ja, sogar Buchhandelsketten. Die Misere ist zum Teil hausgemacht, zum Teil ist sie schlicht und einfach eine Zeiterscheinung. Es liegt an uns Kunden, das zu ändern. Es liegt an uns, zu überlegen, was uns ein gutes Buch wert ist.
Mein Fazit: Die Buchpreisbindung ist der falsche Weg. Nehmen wir sie an, entsorgen wir wichtige Fragen in einer Scheinlösung. Wir stellen uns damit nicht wirklich den Problemen und Realitäten.
PS: Ich bekomme für jedes verkaufte Buch gleich viel. Egal, ob es bei Amazon oder beim lokalen Buchhändler gekauft wird.
PPS: Ich kaufe Bücher grundsätzlich im Buchladen, meistens im gleichen kleinen, unabhängigen Buchladen hier im Ort. Weil es für mich nichts Schöneres gibt als einen kleinen, unabhängigen Buchladen.
UPDATE: Ich habe diesen Eintrag jetzt ein paar Mal gelesen - und ich fürchte, er klingt für mich jedes Mal ein bisschen wirrer. Im Substanz-Blog ist es mir besser gelungen, meine Argumente auf den Punkt zu bringen. Der Link dazu findet sich in der Blogroll auf der rechten Seite - zusammen mit anderen lesenswerten Kommentaren zur Buchpreisbindung.
Der erste grosse Hammer liegt im neuen Gesetzestext für die Buchpreisbindung:
Dieses Gesetz regelt die Preise von ungebrauchten und mängelfreien Büchern in den
Schweizer Landessprachen, die:
a. in der Schweiz verlegt werden;
b. gewerbsmässig in die Schweiz eingeführt werden; oder
c. in der Schweiz gehandelt werden.
Wer immer diesen Text zu verantworten hat, hat nicht aufgepasst. Wenn ich bei Amazon oder sonst einem Onlinebuchhändler aus Deutschland ein Buch bestelle, bestelle ich das nicht zum gewerbsmässigen Gebrauch, sondern zu meinem Privatgebrauch. Kurz: Die Buchpreisbindung gilt im Online-Handel für Privatpersonen nicht. Somit kann ich als Privatperson Bücher über den deutschen Online-Handel sehr viel billiger kaufen. Mehrere grosse Schweizer Buchhandelsketten sind darauf vorbereitet - sie haben ihre Online-Plattformen in Deutschland. Kleine Buchläden nicht. Sollte das Buchpreisbindungsgesetz für den Online-Handel mit dem Ausland nicht gelten, sind es die kleinen, unabhängigen Buchhandlungen, die als erste massiv unter Druck geraten.
Schweizer Autoren haben in den meisten grossen und kleinen Buchhandlungen ihren Nischenplatz. Mehr nicht. Weil Buchhandlungen Geld verdienen wollen und vor allem müssen. Der Lyriker aus Hintertupfenhausen und die Jugendbuchschriftstellerin aus der Ostschweizer Pampa sind nun einmal zu wenig gefragt, um ins Sortiment aufgenommen zu werden - von Buchstapeln reden wir schon gar nicht. Was die kleine Buchhandlung kann: Mehr Sachwissen anbieten und die vom Kunden gewünschten Bücher von Schweizer Autoren auf Wunsch bestellen (das geht auch heute: sehr schnell und sehr effizient). Das war in der Vergangenheit so und wird auch in Zukunft so sein. Ausser eine Buchhandlung spezialisiert sich auf Schweizer AutorInnen, was sie heute schon kann. Denn: Dem Schweizer ist seine Kultur trotz allem etwas wert. Er weiss, dass Schweizer Verlage nicht zu denselben Konditionen produzieren und verkaufen können wie Grossverlage aus dem Ausland. Um ein "Nährboden für Schweizer Autoren" zu sein, brauchen die Buchhandlungen keine Buchpreisbindung. Abgesehen davon: Dieses Bild vom alternativen Kleinbuchhandel, der Raritäten und Preziosen führt, ist zwar schön, aber seien wir ehrlich: Nicht jede Kleinbuchhandlung ist automatisch solch ein Wunschgeschäft. So, wie nicht jeder Schweizer Autor Kulturgüter für die Unendlichkeit schreibt, sondern schlicht und einfach mal gute und mal weniger gute Unterhaltung produziert, wie sie seine ausländischen Kollegen und Kolleginnen auch produzieren. Wenn man das tut, muss man sich mit der grossen Masse vergleichen lassen. Das gehört zum Beruf Autor dazu. Wenn ich dann auch noch lese, dass der Schweizer Autor so etwas wie Artenschutz braucht, komme ich mir vor wie im Zoo. Ich will keinen Artenschutz. Genauso, wie ich keine Frauenquoten will. Ich will bessere Rahmenbedingungen - und zwar solche, die mir eine Buchpreisbindung nicht bietet.
Zur versprochenen generellen Preissenkung nach der Wiedereinführung der Buchpreisbindung: Ich höre die Worte und glaube sie nicht mehr. Wir Deutschschweizer hatten lange eine Buchpreisbindung. Wer damals die Franken-Preisschilder vom Buch zog und darunter die Euro-Preise sah, der erlebte seine Furstmomente. Dieser Frust über überhöhte Preise führte unter anderem zur Abschaffung der Buchpreisbindung. Doch, ja, Schweizer sind bereit, etwas mehr für ein Produkt zu bezahlen, aber dort, wo es ausartet und man sich nur noch übervorteilt vorkommt, beginnt die Wut. Und der Blick in den Online-Buchladen.
Aber, so verspricht uns die Pro-Kampagne: Der Preisüberwacher kontrolliert die Preisentwicklung! ("Sollte ein Verlag einen unverhältnismässigen Preis festsetzen, ist der Preisüberwacher zur Stelle"). Da bin ich dann mal gespannt. Seit Monaten werden uns in der Schweiz ausländische Magazine zu massiv überhöhten Preisen verkauft (Bsp: In Deutschland kosten sie 4.95 Euro und in der Schweiz dann 10.00 Franken). Der Preisüberwacher hat reklamiert. Worauf ihn die deutschen Verlage herzhaft belächelt haben. Und bei den Büchern soll das dann plötzlich anders sein? Mir fehlt der Glaube und die Hoffung.
Kommt dazu: Die Buchpreisbindung kämpft um eine Buchwelt, die es so nicht mehr gibt. Die Buchbranche steht in einem riesigen Umbruch. War es schon früher hart, sich in dieser Branche zu behaupten, so ist es heute noch viel härter. Die Konzentration auf Bestseller hat auch in Ländern begonnen, in denen es eine Buchpreisbindung gibt. Das E-Book stellt uns vor neue Herausforderungen. Ganz zu schweigen vom Internet, das Möglichkeiten bietet, die wir nie zuvor hatten.
Und damit komme ich zu den Rahmenbedingungen: In einer Welt, in der das Buch nichts wert ist, nützt der Artenschutz nichts. Es ist sinnlos, vom Kulturgut Buch zu reden und gleichzeitig zu erwarten, dass ein Buch nicht mehr kosten darf als ein Drink an der Bar / zwei Cappuccinos im Café / eine grosse heisse Schokolade bei Starbucks uws. Es ist sinnlos, von Schweizer Kulturgut zu reden, wenn Tageszeitungen nur noch Bestseller oder die ewig gleichen paar Schweizer Autoren besprechen und interviewen (löbliche Ausnahmen: Die Lokalzeitungen). Es ist sinnlos, uns vorzugaukeln, kleine, unabhängige Buchläden können dank der Buchpreisbindung überleben. Zum Überleben brauchen sie Kunden, überzeugte Kunden, interessierte Kunden. Es wird immer Kunden geben, die man nur über den Preis anspricht. Und dann gibt es die Kunden, die man durch seinen Auftritt überzeugt. Durch kreative Ideen, durch gute Beratung, durch ein spannendes Sortiment. Es ist sinnlos, uns Schweizer Autoren vorgaukeln zu wollen, alles würde mit der Buchpreisbindung besser, solange kein Mensch erfährt, was wir Schweizer Autoren so (er)schaffen. Was man nicht kennt, kann man auch nicht kaufen wollen.
Nein, einfach ist das nicht. Aber es wird mit der Wiedereinführung der Buchpreisbindung nicht einfacher. Wer sich Länder mit Buchpreisbindung anschaut, wird sehen, dass der kleine, unabhängige Buchhandel auch dort zu kämpfen hat, genauso wie grössere Läden, ja, sogar Buchhandelsketten. Die Misere ist zum Teil hausgemacht, zum Teil ist sie schlicht und einfach eine Zeiterscheinung. Es liegt an uns Kunden, das zu ändern. Es liegt an uns, zu überlegen, was uns ein gutes Buch wert ist.
Mein Fazit: Die Buchpreisbindung ist der falsche Weg. Nehmen wir sie an, entsorgen wir wichtige Fragen in einer Scheinlösung. Wir stellen uns damit nicht wirklich den Problemen und Realitäten.
PS: Ich bekomme für jedes verkaufte Buch gleich viel. Egal, ob es bei Amazon oder beim lokalen Buchhändler gekauft wird.
PPS: Ich kaufe Bücher grundsätzlich im Buchladen, meistens im gleichen kleinen, unabhängigen Buchladen hier im Ort. Weil es für mich nichts Schöneres gibt als einen kleinen, unabhängigen Buchladen.
UPDATE: Ich habe diesen Eintrag jetzt ein paar Mal gelesen - und ich fürchte, er klingt für mich jedes Mal ein bisschen wirrer. Im Substanz-Blog ist es mir besser gelungen, meine Argumente auf den Punkt zu bringen. Der Link dazu findet sich in der Blogroll auf der rechten Seite - zusammen mit anderen lesenswerten Kommentaren zur Buchpreisbindung.
Donnerstag, 2. Februar 2012
The Age of Less und das Überleben
Konsumwut. Die Konzentration auf immer weniger Weltkonzerne. Der Glaube an ein besseres Leben nur dank Wirtschaftswachstum. Eine Welt, die auf Geld, Geld, Geld und nochmals Geld baut. Das Einfordern von Leistungsbereitschaft und Flexibilität bis zum letzten gehechelten Atemzug. Der Schein, der das Sein schon längst verdrängt hat. Eine Welt, in der der stromlinienförmig Angepasste überlebt und jener, der von der Norm abweicht verdrängt wird. All dem möchte ich den Rücken kehren. Und ich weiss, dass ich damit nicht alleine bin. Es gibt Dinge, die jeder von uns tun kann, getreu dem Motto, dass man im Kleinen beginnen kann. Die Welt muss nicht so sein, wie sie ist. Wir können sie ändern. Nicht von heute auf morgen, nicht in einem grossen Knall, aber wir können Gegenpunkte setzen. Und viele Gegenpunkte erzeugen einen gesunden Gegenwind. Daran glaube ich.
Es gibt Bücher, die sich mit genau dieser Thematik auseinandersetzen und nachdem ich in einer Fernsehsendung auf den Autor von The Age of Less, David Bosshard, aufmerksam geworden war, ging ich hin und bestellte mir das Buch. Im Blindflug, ohne hineingelesen zu haben. Schon auf der zweiten Seite hatte ich genug. Nachfolgend ein Originalzitat mit Originalklammern, Originalkursivtext usw.
"Das mag für eine Welt noch durchgehen, in der es klare (Befehls-)Hierarchien und einige happy few - die wenigen Glücklichen - gibt. Aber nicht für eine Welt des (demokratischen oder autorität herbeibefohlenen) Massenwohlstandes, in der die Erwartungen der grossen Masse nach immer mehr Premiumisierung geweckt werden. "Even if you're not rich, you can fake it" war vielleicht das wichtigste Motto der letzten Jahrzehnte, wunderbar und repräsentativ dargestellt in den Untersuchungen von Michael Silverstein und Neil Fiske: Trading up: "The new American Luxury (2003). Denn das "Trading up" war auch - in der zeitgemässen Sprache der Finanzmärkte - ein sogenanntes "Leveraging" (wörtlich "aushebeln") von Erwartungen, und wer nun endlich einen BMW fuhr, Starbucks-Kaffee trank oder ein Boss T-Shirt trug, war fake rich - gefälscht reich.
Ich habe dann ziemlich lustlos noch eine Weile weitergelesen, mich gefragt, warum der gute Mann das Buch nicht gleich in Englisch geschrieben hat, viele Seiten überhüpft und dann bei den "Sieben Typen, die das Age of Less prägen" nur noch müde gelächelt. Kurz: Much less (better nothing) wäre "mehr" gewesen. Gelernt habe ich: Nie wieder kaufe ich ein Buch, ohne eine Leseprobe gelesen zu haben!
In die gleiche Thematik passt das Jugendbuch Überleben, in dem ein Mulitmillardär seine Famile vor dem Atombombenangriff in den endlos grossen, endlos luxuriösen Bunker verfrachtet, den er über Jahre gebaut hat, in der Gewissheit, dass der Atomkrieg eines Tages Realität werden würde. Dabei bleiben ein Zwillingsbruder und die Grossmutter schon am Anfang auf der Strecke. Das Buch setzt im Jahr sechs ein. So lange lebt die Familie schon im Bunker. Es zeichnet sich ab, dass die Vorräte nicht die ganzen fünfzehn Jahre halten werden. Der Vater arbeitet auf Hochtouren an Ersatzlösungen, die der Ich-Erzähler nach und nach enthüllt und damit ziemlich viel Grauen freilegt. Immer deutlicher und grösser werden die Risse, die durch die Familie gehen und schlussendlich geht es ums nackte Überleben.
Ich habe das Buch verschlungen, obwohl es ein paar kleine (nicht sehr störende) Haken hat und mir das Finale fast zu viel ist. Was für ein Kontrast zu The Age of Less, das an seinen Ansprüchen scheitert. Wenn es darum geht, welches Buch in Bezug auf Klarheit und Aussagekraft weit vorne liegt und dem Leser mehr bietet, ist die Antwort für einmal glasklar.
Es gibt Bücher, die sich mit genau dieser Thematik auseinandersetzen und nachdem ich in einer Fernsehsendung auf den Autor von The Age of Less, David Bosshard, aufmerksam geworden war, ging ich hin und bestellte mir das Buch. Im Blindflug, ohne hineingelesen zu haben. Schon auf der zweiten Seite hatte ich genug. Nachfolgend ein Originalzitat mit Originalklammern, Originalkursivtext usw.
"Das mag für eine Welt noch durchgehen, in der es klare (Befehls-)Hierarchien und einige happy few - die wenigen Glücklichen - gibt. Aber nicht für eine Welt des (demokratischen oder autorität herbeibefohlenen) Massenwohlstandes, in der die Erwartungen der grossen Masse nach immer mehr Premiumisierung geweckt werden. "Even if you're not rich, you can fake it" war vielleicht das wichtigste Motto der letzten Jahrzehnte, wunderbar und repräsentativ dargestellt in den Untersuchungen von Michael Silverstein und Neil Fiske: Trading up: "The new American Luxury (2003). Denn das "Trading up" war auch - in der zeitgemässen Sprache der Finanzmärkte - ein sogenanntes "Leveraging" (wörtlich "aushebeln") von Erwartungen, und wer nun endlich einen BMW fuhr, Starbucks-Kaffee trank oder ein Boss T-Shirt trug, war fake rich - gefälscht reich.
Ich habe dann ziemlich lustlos noch eine Weile weitergelesen, mich gefragt, warum der gute Mann das Buch nicht gleich in Englisch geschrieben hat, viele Seiten überhüpft und dann bei den "Sieben Typen, die das Age of Less prägen" nur noch müde gelächelt. Kurz: Much less (better nothing) wäre "mehr" gewesen. Gelernt habe ich: Nie wieder kaufe ich ein Buch, ohne eine Leseprobe gelesen zu haben!
In die gleiche Thematik passt das Jugendbuch Überleben, in dem ein Mulitmillardär seine Famile vor dem Atombombenangriff in den endlos grossen, endlos luxuriösen Bunker verfrachtet, den er über Jahre gebaut hat, in der Gewissheit, dass der Atomkrieg eines Tages Realität werden würde. Dabei bleiben ein Zwillingsbruder und die Grossmutter schon am Anfang auf der Strecke. Das Buch setzt im Jahr sechs ein. So lange lebt die Familie schon im Bunker. Es zeichnet sich ab, dass die Vorräte nicht die ganzen fünfzehn Jahre halten werden. Der Vater arbeitet auf Hochtouren an Ersatzlösungen, die der Ich-Erzähler nach und nach enthüllt und damit ziemlich viel Grauen freilegt. Immer deutlicher und grösser werden die Risse, die durch die Familie gehen und schlussendlich geht es ums nackte Überleben.
Ich habe das Buch verschlungen, obwohl es ein paar kleine (nicht sehr störende) Haken hat und mir das Finale fast zu viel ist. Was für ein Kontrast zu The Age of Less, das an seinen Ansprüchen scheitert. Wenn es darum geht, welches Buch in Bezug auf Klarheit und Aussagekraft weit vorne liegt und dem Leser mehr bietet, ist die Antwort für einmal glasklar.
Mittwoch, 1. Februar 2012
Es gibt Momente ...
... da schickt einem das Leben genau die richtigen Leute über den Weg. Gestern zum Beispiel. Zwei Menschen am Bahnhof. Beide mit einem Rucksack, der auf eine längere Expedition schliessen liess. Meine war klar: Ich war auf Lesetour. Was die andere Person, die ich flüchtig kannte, mit ihrem Gepäck vorhatte, vergass ich zu fragen, weil unser Gespräch so interessant wurde, dass es schlicht völlig unwichtig war. Es ging um Greenpeace, um Freiwilligenarbeit, um Bezahlung bei solchen Organisationen, um die Frage, wo das Geschäftliche, konkret das Geld, zu sehr in die Philosophie der Organisation eingreift. Und um die Frage, ob es jemals eine gerechte Lösung für diese Probleme geben kann.
In Rorschach stieg die andere Person aus. Ich fuhr mit einer ungeheuren Zufriedenheit und Gelassenheit weiter. Dabei hatte ich mich am Vorabend ziemlich geärgert. Genau über so eine Gerechtigkeitsfrage im Freiwilligenbereich. Das Gespräch führte dazu, dass ich alles aus einer anderen Perspektive sehen konnte. Allein das reichte, um einen ganzen Knoten zu lösen.
In Rorschach stieg die andere Person aus. Ich fuhr mit einer ungeheuren Zufriedenheit und Gelassenheit weiter. Dabei hatte ich mich am Vorabend ziemlich geärgert. Genau über so eine Gerechtigkeitsfrage im Freiwilligenbereich. Das Gespräch führte dazu, dass ich alles aus einer anderen Perspektive sehen konnte. Allein das reichte, um einen ganzen Knoten zu lösen.
Sonntag, 22. Januar 2012
Intouchables - Ziemlich beste Freunde
Einer der besten Filme, die ich je gesehen habe. 10'000 Meilen weg vom üblichen Hollywood-Komödienschrott.
Samstag, 21. Januar 2012
MUS_E oder Ein neues Projekt, auf das ich mich freue
Ende letzten Jahres wurde ich angefragt, ob ich Interesse hätte, einmal die Woche mit Schulkindern an einem Schreibprojekt zu arbeiten. Ich hatte. Eigentlich und grundsätzlich. Aber da war mal wieder dieses ABER ...
Es gibt in der Schweiz das Projekt des Schulhausromans, in dem ein Autor / eine Autorin eine Schulklasse begleitet und bei dem als Resultat ein fertiger Roman entsteht, geschrieben von den Kindern / Jugendlichen. Ganz ehrlich: Ich traue mir das nicht zu und habe immer gehofft, dass mich niemand anfragen wird, ob ich da mitmachen möchte. Und dann hatte ich plötzlich diese sehr nette Dame am Telefon, die mich fragte, ob ich Interesse hätte, mit Schulkindern ein Schreibprojekt zu realisieren.
"Ja", sagte ich. "Wenn es am Ende kein Schulhausroman werden muss."
Ich hatte Glück: Es muss am Ende keinen Roman geben! Es steht mir sogar ziemlich (oder ganz) frei, was die Schüler und ich genau machen werden.
Letzten Montag habe ich mich mit Adriana Büchler, die das Projekt betreut, und der Lehrerin, mit deren Klasse ich arbeiten darf, getroffen. Wir haben gleich Nägel mit Köpfen gemacht und die Daten festgelegt. Ab 13. Februar werde ich bis zu den Sommerferien einmal pro Woche, am Montagmorgen, eine Doppellektion lang mit den Schülern arbeiten. Das Ziel des Projekts ist auf der Webseite von MUS_E folgendermassen beschrieben:
Es gibt in der Schweiz das Projekt des Schulhausromans, in dem ein Autor / eine Autorin eine Schulklasse begleitet und bei dem als Resultat ein fertiger Roman entsteht, geschrieben von den Kindern / Jugendlichen. Ganz ehrlich: Ich traue mir das nicht zu und habe immer gehofft, dass mich niemand anfragen wird, ob ich da mitmachen möchte. Und dann hatte ich plötzlich diese sehr nette Dame am Telefon, die mich fragte, ob ich Interesse hätte, mit Schulkindern ein Schreibprojekt zu realisieren.
"Ja", sagte ich. "Wenn es am Ende kein Schulhausroman werden muss."
Ich hatte Glück: Es muss am Ende keinen Roman geben! Es steht mir sogar ziemlich (oder ganz) frei, was die Schüler und ich genau machen werden.
Letzten Montag habe ich mich mit Adriana Büchler, die das Projekt betreut, und der Lehrerin, mit deren Klasse ich arbeiten darf, getroffen. Wir haben gleich Nägel mit Köpfen gemacht und die Daten festgelegt. Ab 13. Februar werde ich bis zu den Sommerferien einmal pro Woche, am Montagmorgen, eine Doppellektion lang mit den Schülern arbeiten. Das Ziel des Projekts ist auf der Webseite von MUS_E folgendermassen beschrieben:
Und nun purzeln sie, die Ideen! Einige verdichten sich, andere fransen noch aus. Da ich bis zum Projektbeginn genügend Zeit habe, lasse ich sie in meinem Kopf ihre Runden drehen und sortiere sie dann zu einem Rohkonzept. Wie ich anfangen will, weiss ich schon. Einige andere Ideen habe ich auch schon. Und dass wir am Ende auch etwas zum Vorzeigen / Vorlesen haben werden, das steht ebenfalls fest. Ein bisschen Bammel habe ich immer noch, aber die Vorfreude überwiegt deutlich.Im Mittelpunkt der MUS-E Projekte steht die soziale, emotionale und körperliche Sensibilisierung von Schulkindern einer Klasse im Rahmen einer ganzheitlichen Bildung. Künste unterschiedlichster Sparten wie Theater, Tanz, Musik, bildende Kunst oder Film werden über zwei Jahre wöchentlich während zwei Lektionen in den Schulalltag integriert. Schülerinnen und Schüler sollen mithilfe der Künste sich selbst und die Umwelt besser verstehen lernen und ihre Fähigkeiten und Stärken entdecken.
Donnerstag, 19. Januar 2012
Auf der virtuellen Interviewcouch bei den Bücherkindern
Ich würde diesen Blogeintrag gerne witzig, unterhaltsam und spannend anfangen, aber ich hänge total ausgeknockt in den Seilen. Die Zürcher Lesetour fährt mir heftig in die Knochen. Aufstehen um 5 Uhr morgens, jeden Tag stundenlang Bahn fahren und bis zu drei Lesungen an einem Tag. Irgendwie fällt mir das schwerer als letztes Jahr, was nicht an den Jugendlichen oder ihren Lehrkräften liegt - im Gegenteil. Es liegt an mir. Ich glaube, ich werde alt ... oder mir fehlt für dieses Jahr (noch) die Leseroutine.
UPDATE: Später ... So, erholt :-) Und jetzt ist mir auch eine bessere Einleitung eingefallen. Also. Da capo:
Ich hatte das grosse Vergnügen, für Stefanie Leo von den Bücherkindern 10 Fragen beantworten zu dürfen. Eine der Fragen lautet: Jede Menge Superhelden im Kinderbuch, welche "Superkraft" würden Sie gerne besitzen? Ratet mal! (Kleiner Tipp: Hat mit den langen Bahnfahrten in übervollen Zügen zu tun). Wer's nicht herausfindet, kann die Antwort hier nachlesen.
UPDATE: Später ... So, erholt :-) Und jetzt ist mir auch eine bessere Einleitung eingefallen. Also. Da capo:
Ich hatte das grosse Vergnügen, für Stefanie Leo von den Bücherkindern 10 Fragen beantworten zu dürfen. Eine der Fragen lautet: Jede Menge Superhelden im Kinderbuch, welche "Superkraft" würden Sie gerne besitzen? Ratet mal! (Kleiner Tipp: Hat mit den langen Bahnfahrten in übervollen Zügen zu tun). Wer's nicht herausfindet, kann die Antwort hier nachlesen.
Dienstag, 17. Januar 2012
Fehlstart ... mal wieder die liebe SBB
Liebe SBB
Da zieht ein Passagier eine Notbremse und legt damit 179 Züge lahm. Okay, dumm gelaufen. Was ich euch aber sehr übel nehme ist eure himmelschreiende Nichtinformationspolitik:
Zug von Chur nach Zürich. Ich muss in Pfäffikon umsteigen, weil ich weiter nach Uster muss. Kurz bevor der Zug am Bahnhof anhält, erklingt der Glockenton und eine nette Stimme verkündet: "Nächster Halt Sargans."
Nö. Da bin ich vor 40 Minuten eingestiegen.
Der gute Mann im Führerstand bemerkt seinen Fehler, drückt das Knöpfchen erneut. "Nächster Halt Ziegelbrücke."
Falsch. Da waren wir vor 20 Minuten.
Beim dritten Anlauf (der Zug steht jetzt schon fast still) klappts dann mit der Durchsage. "Nächster Halt Pfäffikon."
Wir steigen aus. Ich wusle zur Plattform, von der aus mein Zug nach Uster fährt. Schaue auf die Tafel zum Checken, ob ich richtig bin und lese "Zugausfall".
Oha.
Eine Lautsprecherdurchsage gibt es keine. Der Zug nach Zürich, aus dem ich ausgestiegen bin und von wo ich alternativ nach Uster käme ist weg - ohne dass der gute Knöpfchendrücker im Führerstand ein Wort davon gesagt hat, dass Passagiere nach Uster da im Moment grad nicht hinkommen.
Ziemlich angesäuert gehe ich an den Schalter, wo man mir eine Verbindung rausschreibt, die es nicht ermöglicht, rechtzeitig am Leseort einzutreffen (obwohl ich mit der regulären Verbindung 40 Minuten zu früh gewesen wäre.)
Kurz: Das war ein ziemlicher Stress!
Wie gesagt: Shit happens. Aber mit einer Informationspolitik, die auch nur annähernd eine gewesen wäre, hätte man uns a) schon im Zug darüber informieren können, dass wir uns nach Alternativen umsehen sollen oder b) wenigstens nach dem Aussteigen IRGENDWIE informieren können.
Witzigerweise wurde ich heute - zum x-ten Mal innerhalb weniger Wochen - in einer Umfrage gefragt, wo ich denn hinfahren möchte. Das nächste Mal werde ich die Station angeben, aus der ich eben losgefahren bin.
PS: Die Morgenlesung war dann leider ziemlich kurz, da ich auch für den Weg nach Stäfa, Frohberg genügend Zeit für Verspätungen eingeplant hatte. Zum Glück!
Da zieht ein Passagier eine Notbremse und legt damit 179 Züge lahm. Okay, dumm gelaufen. Was ich euch aber sehr übel nehme ist eure himmelschreiende Nichtinformationspolitik:
Zug von Chur nach Zürich. Ich muss in Pfäffikon umsteigen, weil ich weiter nach Uster muss. Kurz bevor der Zug am Bahnhof anhält, erklingt der Glockenton und eine nette Stimme verkündet: "Nächster Halt Sargans."
Nö. Da bin ich vor 40 Minuten eingestiegen.
Der gute Mann im Führerstand bemerkt seinen Fehler, drückt das Knöpfchen erneut. "Nächster Halt Ziegelbrücke."
Falsch. Da waren wir vor 20 Minuten.
Beim dritten Anlauf (der Zug steht jetzt schon fast still) klappts dann mit der Durchsage. "Nächster Halt Pfäffikon."
Wir steigen aus. Ich wusle zur Plattform, von der aus mein Zug nach Uster fährt. Schaue auf die Tafel zum Checken, ob ich richtig bin und lese "Zugausfall".
Oha.
Eine Lautsprecherdurchsage gibt es keine. Der Zug nach Zürich, aus dem ich ausgestiegen bin und von wo ich alternativ nach Uster käme ist weg - ohne dass der gute Knöpfchendrücker im Führerstand ein Wort davon gesagt hat, dass Passagiere nach Uster da im Moment grad nicht hinkommen.
Ziemlich angesäuert gehe ich an den Schalter, wo man mir eine Verbindung rausschreibt, die es nicht ermöglicht, rechtzeitig am Leseort einzutreffen (obwohl ich mit der regulären Verbindung 40 Minuten zu früh gewesen wäre.)
Kurz: Das war ein ziemlicher Stress!
Wie gesagt: Shit happens. Aber mit einer Informationspolitik, die auch nur annähernd eine gewesen wäre, hätte man uns a) schon im Zug darüber informieren können, dass wir uns nach Alternativen umsehen sollen oder b) wenigstens nach dem Aussteigen IRGENDWIE informieren können.
Witzigerweise wurde ich heute - zum x-ten Mal innerhalb weniger Wochen - in einer Umfrage gefragt, wo ich denn hinfahren möchte. Das nächste Mal werde ich die Station angeben, aus der ich eben losgefahren bin.
PS: Die Morgenlesung war dann leider ziemlich kurz, da ich auch für den Weg nach Stäfa, Frohberg genügend Zeit für Verspätungen eingeplant hatte. Zum Glück!
Donnerstag, 12. Januar 2012
Grund zum Feiern
Als ich heute von den Lesungen in Wädenswil nach Hause kam, wartete eine Schachtel mit dead.end.com Exemplaren auf mich. Das bedeutet, dass die im Dezember vom Verlag mündlich angekündigte zweite Auflage Tatsache geworden ist!
Dann waren da noch wunderbar nette Mails in der Mailbox - so nett, dass ich schlicht und einfach gerührt war. Der Inhalt ist vertraulich, aber so viel kann ich sagen: So hart und schwierig unser berufliches Umfeld auch ist, es finden sich darin immer wieder sehr nette Menschen, die es schaffen, einen mit Worten zu tragen und zu motivieren.
Ich freue mich sehr auf das Schreibjahr 2012. Es ist ungewisser als die Jahre zuvor, aber ich bin es mit viel Schreiblust und Schreibfreude angegangen und deshalb bin ich sicher: Es wird ein gutes Jahr.(Anmerkung: Ich habe nicht vergessen, dass ich einen ausführlichen Blogeintrag über das Schreiben versprochen habe. Er kommt bestimmt noch!)
Dann waren da noch wunderbar nette Mails in der Mailbox - so nett, dass ich schlicht und einfach gerührt war. Der Inhalt ist vertraulich, aber so viel kann ich sagen: So hart und schwierig unser berufliches Umfeld auch ist, es finden sich darin immer wieder sehr nette Menschen, die es schaffen, einen mit Worten zu tragen und zu motivieren.
Ich freue mich sehr auf das Schreibjahr 2012. Es ist ungewisser als die Jahre zuvor, aber ich bin es mit viel Schreiblust und Schreibfreude angegangen und deshalb bin ich sicher: Es wird ein gutes Jahr.(Anmerkung: Ich habe nicht vergessen, dass ich einen ausführlichen Blogeintrag über das Schreiben versprochen habe. Er kommt bestimmt noch!)
Dienstag, 10. Januar 2012
Wie ein Flügelschlag
Ich hatte Post in meiner Mailbox. Betreff: "Guck mal." Weil ich immer gerne gucke, wenn jemand, den ich sehr mag, mich dazu auffordert, ging ich also gucken. Und jetzt sage ich euch: GUCKT MAL! Aber nicht nur. LEST AUCH. Es lohnt sich. Versprochen.
Montag, 9. Januar 2012
Memory Error
Die letzten zwei Bücher, die ich gelesen habe, waren Bücher für Erwachsene. Eine blöde Bezeichnung: Bücher für Erwachsene, nicht wahr? Vielleicht sage ich es anderes rum: Es waren keine Jugendbücher. Das macht die Sache noch viel blöder. Denn: Jugendbücher sind immer auch Bücher für Erwachsene. Aber das ist ein Thema für sich ... (und ich kann mich an anderer Stelle dann mal über die Bezeichnung "Jugendbuch" auslassen).
Gelesen habe ich:
Kevin Brooks, Schlafende Geister. Seinen ersten Erwachsenenroman. Ich habe lange überlegt, ob ich das Buch lesen soll. Ich habe gezögert. Und ich hätte es vielleicht bleiben lassen sollen. Zu viele Klischees. Hart, aber fast durchgehend ohne diese wahnsinnige Poesie, die seine - auch harten - Jugendbücher so besonders macht.
Lisa Unger, Für immer sollst du schweigen. Ich stand am Bahnhof und bemerkte, dass ich kein Buch hatte. Also ging ich mir eins suchen. Das war gar nicht so einfach. Ich liebe Krimis und Thriller, aber ich habe die Nase voll von Serienkillern, die so blutig wie möglich (auch Kinder) misshandeln und schlachten. Ich mag auch keine saufenden Ermittler mehr, die irgendein Elend ertränken müssen (genau so einen hat Kevin Brooks leider). Kurz bevor ich aufgrund der Klappentexte aufgab (blutdrünstige Serienkiller / saufende Ermittler) fand ich das Buch von Lisa Unger. Ich las die erste Seite und dachte: Na ja, zur Not geht das ja. Es ging dann viel mehr als zur Not, weil es weniger um das Verbrechen als um die Figuren ging, die sich im Leben verheddert haben. Zudem kann die Frau wirklich gut schreiben.
Aber so richtig satt hat mich keines dieser Bücher gemacht. Weshalb ich als nächstes zu einem Jugendbuch griff. Ich kaufte das Buch, weil mir der Titel und der Klappentext gefielen. Fertig gelesen habe ich es noch nicht, ich bin noch nicht einmal in der Hälfte, aber ich kann jetzt schon sagen: DAS ist ein Buch, das mir unter die Haut geht. Es hat mir bewusst gemacht, was den anderen beiden fehlt. Es ist messerscharf und total unsentimental geschrieben, das Thema packt, die Figuren sind so echt, dass man sich fragt, ob die Geschichte eine wahre Geschichte ist. Das ist, was ich lesen möchte. So möchte ich schreiben. So und nicht anders. Und so ist das Buch auch ein Wegweiser für mich. In diese Richtung soll meine Schreibreise (weiter)gehen.
Das Buch heisst Memory Error. Geschrieben hat es T.A.Wegberg, eine Autorin, von der ich noch nie gehört habe. Leider. Wenn ihr dem Link folgt, klickt auf "Blick ins Buch". Es lohnt sich.
Gelesen habe ich:
Kevin Brooks, Schlafende Geister. Seinen ersten Erwachsenenroman. Ich habe lange überlegt, ob ich das Buch lesen soll. Ich habe gezögert. Und ich hätte es vielleicht bleiben lassen sollen. Zu viele Klischees. Hart, aber fast durchgehend ohne diese wahnsinnige Poesie, die seine - auch harten - Jugendbücher so besonders macht.
Lisa Unger, Für immer sollst du schweigen. Ich stand am Bahnhof und bemerkte, dass ich kein Buch hatte. Also ging ich mir eins suchen. Das war gar nicht so einfach. Ich liebe Krimis und Thriller, aber ich habe die Nase voll von Serienkillern, die so blutig wie möglich (auch Kinder) misshandeln und schlachten. Ich mag auch keine saufenden Ermittler mehr, die irgendein Elend ertränken müssen (genau so einen hat Kevin Brooks leider). Kurz bevor ich aufgrund der Klappentexte aufgab (blutdrünstige Serienkiller / saufende Ermittler) fand ich das Buch von Lisa Unger. Ich las die erste Seite und dachte: Na ja, zur Not geht das ja. Es ging dann viel mehr als zur Not, weil es weniger um das Verbrechen als um die Figuren ging, die sich im Leben verheddert haben. Zudem kann die Frau wirklich gut schreiben.
Aber so richtig satt hat mich keines dieser Bücher gemacht. Weshalb ich als nächstes zu einem Jugendbuch griff. Ich kaufte das Buch, weil mir der Titel und der Klappentext gefielen. Fertig gelesen habe ich es noch nicht, ich bin noch nicht einmal in der Hälfte, aber ich kann jetzt schon sagen: DAS ist ein Buch, das mir unter die Haut geht. Es hat mir bewusst gemacht, was den anderen beiden fehlt. Es ist messerscharf und total unsentimental geschrieben, das Thema packt, die Figuren sind so echt, dass man sich fragt, ob die Geschichte eine wahre Geschichte ist. Das ist, was ich lesen möchte. So möchte ich schreiben. So und nicht anders. Und so ist das Buch auch ein Wegweiser für mich. In diese Richtung soll meine Schreibreise (weiter)gehen.
Das Buch heisst Memory Error. Geschrieben hat es T.A.Wegberg, eine Autorin, von der ich noch nie gehört habe. Leider. Wenn ihr dem Link folgt, klickt auf "Blick ins Buch". Es lohnt sich.
Sonntag, 8. Januar 2012
Haltestelle
Heute Mittag, da stand ich nach zweieinhalb Tagen in der Winterlandschaft in den Bergen an der Bushaltestelle mitten im Dorf - und ich dachte, dass ich am liebsten bleiben würde. Wenn nicht für immer, dann für eine lange Zeit. Aber mit der Zeit ist es so: Es gibt für alles seine Zeit. Die Zeit für die Berge ist noch nicht da. Sie wird kommen. Später. Bis dahin werde ich wohl noch oft an der Bushaltestelle stehen. Nicht immer wird es so wunderschön aussehen wie heute. Aber ich denke, es wird sich immer gut anfühlen.
Mittwoch, 4. Januar 2012
Gemeinsame Lesungen und Workshops
Gestern traf ich einer einen erholten, gut gelaunten und voll motivierten Stephan Sigg. Weil wir beide ein strenges Herbstprogramm gehabt hatten, mussten wir unsere normalerweise monatlichen Treffen auf Eis legen, zusammen mit unseren gemeinsamen Projekten. Jetzt aber!
Wir möchten uns für 2012 aktiv um gemeinsame Lesungen bewerben. Die Erfahrung der Lesung im Oktober hat uns darin bestärkt, diesen Weg zu gehen. Lesungen zu zweit sind nicht nur für uns spannend, auch die Rückmeldungen aus dem Publikum bestätigen uns, dass diese Art Lesung sehr gut ankommt. Wir lesen nicht isoliert nacheinander, sondern miteinander. Die vorgelesenen Stellen sind in ein Gespräch zwischen den Autoren eingebettet. Dadurch lebt die Lesung - vor allem auch, weil wir zwar beide für Jugendliche schreiben, uns jedoch auf verschiedenen Themengebieten bewegen. Das Einbinden des Publikums in diesen Dialog zwischen den Autoren belebt die Lesung zusätzlich. Da geht's um Gewalt in Jugendbüchern, die neuen Medien in den Jugendbüchern, darum, wie die Autoren und die Jugendlichen damit umgehen, darum, was der Autor erreichen möchte, was sich die Leser wünschen ... und und und. Es sind keine Lesungen à la "Wir da oben und ihr da unten" und am Ende darf man Fragen stellen. Das Publikum ist von Anfang an mit einbezogen.
Diese ungeheure Energie, die sich bei gemeinsamen Lesungen entwickelt, möchten Stephan und ich auch für Workshops nutzen. Zurzeit arbeiten wir an einem Workshop über die verschiedenen Möglichkeiten, wie Kulturschaffende die neuen Medien nutzen können. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass für nicht wenige der Kulturschaffenden das Internet auch heute noch etwas ist, vor dem man zurückschreckt. Man kann sich das vielleicht nicht vorstellen, aber es gibt auch heute noch Kulturschaffende ohne eigene Mailadresse (nicht mehr viele) und eigene Webseite (doch noch einige). Stephan als begeisterter Social Media Nutzer und ich als eher skeptische Social Media Nutzerin möchten in diesem Workshop von Grund auf an die Sache herangehen, so quasi ein "neue Medien für Anfänger" anbieten aber auch der Frage nachgehen: Was brauche ich ganz persönlich und was brauche ich nicht, was bringt mir etwas und wann bringt es mir etwas - und wann und wie eben nicht.
Dann möchten wir auch unsere Textbar, die im Moment friedlich vor sich hinschlummert, entstauben und zumindest wieder in die Gänge bringen. Den Traum eines eigenen Online-Magazins für Schweizer Jugendbücher haben wir auf Eis gelegt. Wir mussten feststellen, dass uns so ein Projekt zeitlich weit über unsere Grenzen bringen würde. Im Moment spukt in unseren Köpfen auch die Idee für einen Schreibwettbewerb herum. Auch das wäre ein grösseres Projekt, weshalb wir auch diese Idee erst einmal auf sehr kleinem Feuer köcheln lassen.
So gehen wir jetzt erst einmal eins nach dem anderen an. Ich erwarte keine Siebenmeilenschritte dieses Jahr - dazu sehen unsere Terminkalender schon wieder zu voll aus. Aber ich freue mich auf jeden Schritt, den wir gemeinsam machen werden.
Wir möchten uns für 2012 aktiv um gemeinsame Lesungen bewerben. Die Erfahrung der Lesung im Oktober hat uns darin bestärkt, diesen Weg zu gehen. Lesungen zu zweit sind nicht nur für uns spannend, auch die Rückmeldungen aus dem Publikum bestätigen uns, dass diese Art Lesung sehr gut ankommt. Wir lesen nicht isoliert nacheinander, sondern miteinander. Die vorgelesenen Stellen sind in ein Gespräch zwischen den Autoren eingebettet. Dadurch lebt die Lesung - vor allem auch, weil wir zwar beide für Jugendliche schreiben, uns jedoch auf verschiedenen Themengebieten bewegen. Das Einbinden des Publikums in diesen Dialog zwischen den Autoren belebt die Lesung zusätzlich. Da geht's um Gewalt in Jugendbüchern, die neuen Medien in den Jugendbüchern, darum, wie die Autoren und die Jugendlichen damit umgehen, darum, was der Autor erreichen möchte, was sich die Leser wünschen ... und und und. Es sind keine Lesungen à la "Wir da oben und ihr da unten" und am Ende darf man Fragen stellen. Das Publikum ist von Anfang an mit einbezogen.
Diese ungeheure Energie, die sich bei gemeinsamen Lesungen entwickelt, möchten Stephan und ich auch für Workshops nutzen. Zurzeit arbeiten wir an einem Workshop über die verschiedenen Möglichkeiten, wie Kulturschaffende die neuen Medien nutzen können. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass für nicht wenige der Kulturschaffenden das Internet auch heute noch etwas ist, vor dem man zurückschreckt. Man kann sich das vielleicht nicht vorstellen, aber es gibt auch heute noch Kulturschaffende ohne eigene Mailadresse (nicht mehr viele) und eigene Webseite (doch noch einige). Stephan als begeisterter Social Media Nutzer und ich als eher skeptische Social Media Nutzerin möchten in diesem Workshop von Grund auf an die Sache herangehen, so quasi ein "neue Medien für Anfänger" anbieten aber auch der Frage nachgehen: Was brauche ich ganz persönlich und was brauche ich nicht, was bringt mir etwas und wann bringt es mir etwas - und wann und wie eben nicht.
Dann möchten wir auch unsere Textbar, die im Moment friedlich vor sich hinschlummert, entstauben und zumindest wieder in die Gänge bringen. Den Traum eines eigenen Online-Magazins für Schweizer Jugendbücher haben wir auf Eis gelegt. Wir mussten feststellen, dass uns so ein Projekt zeitlich weit über unsere Grenzen bringen würde. Im Moment spukt in unseren Köpfen auch die Idee für einen Schreibwettbewerb herum. Auch das wäre ein grösseres Projekt, weshalb wir auch diese Idee erst einmal auf sehr kleinem Feuer köcheln lassen.
So gehen wir jetzt erst einmal eins nach dem anderen an. Ich erwarte keine Siebenmeilenschritte dieses Jahr - dazu sehen unsere Terminkalender schon wieder zu voll aus. Aber ich freue mich auf jeden Schritt, den wir gemeinsam machen werden.
Montag, 2. Januar 2012
Ein Blick ins neue Jahr
Gestern, bei Eintippen der Januar-Aktivitäten in die Pinnwand, ist mir fast ein bisschen schwummelig geworden. Das sieht nicht nur nach viel aus - das IST viel. Vor allem die Lesungen sind diesen Januar zum Teil sehr anstrengend, nicht wegen der Lesungen, sondern wegen der Anfahrtswege. Ich lese an Orten, die von meiner Ostschweizer Pampa aus mit dem öffentlichen Verkehr nur sehr umständlich zu erreichen sind. An zwei Veranstaltungsorte werde ich wohl mit dem Auto hinmüssen, weil es sonst einfach zu kompliziert oder zeitlich zu knapp wird. Zudem wechsle ich einige Male über den Mittag den Leseort, sprich, ich bin über die Mittagszeit zum Teil eine ganze Weile unterwegs. Aber ich will nicht jammern. Ich freue mich nämlich riesig auf diese Lesetour im Kanton Zürich!
Für den 25. Januar habe ich mich in Zürich in ein Hotel eingebucht. Da ist nämlich am Abend die Hauptversammlung von Autillus (Verein der Kinder- und Jugendbuchschaffenden) und ich möchte dieses Mal nicht frühzeitig losdüsen müssen wie sonst immer, um dann doch spät Abends zu Hause anzukommen und sehr früh morgens wieder loszufahren. Ich bin sicher, dass die Versammlung sehr interessant wird, da der Vorstand 2011 ein paar ziemlich spannende Projekte angedacht, angerissen und aufgegleist hat. So haben wir zum Beispiel seit einigen Monaten einen Newsletter, der sich total gut sehen lässt! Mehr zu dieser Versammlung dann aber NACH der Veranstaltung vom 25. Januar.
Morgen treffe ich mich mit Stephan Sigg. Wir beide haben auch ein paar Ideen und Projekte in der Pipeline - und leider nur beschränkte Zeit (ja, auch unsere Tage haben nur 24 Stunden), weshalb wir die Dinge langsam, aber trotzdem mit Begeisterung angehen.
Und am 16. Januar findet ein Treffen für ein ganz neues Projekt statt. Wenn es nicht in letzter Minute scheitert, werde ich in der ersten Jahreshälfte etwas für mich Neues machen, etwas, auf das ich mich freue, dem ich aber auch mit ziemlich viel Respekt und auch einem kleinen Bammel entgegensehe. Auch dazu mehr nach dem Trefffen.
Der Januar hat es also in sich. Aber keine Bange. Im Februar wird es für eine Weile ruhiger. Im März brummt es wieder mit einer Lesetour im Kanton Aargau, Einzellesungen und der Leipziger Buchmesse. Im April verziehe ich mich ins stille Kämmerlein, um dann im Mai voll in die Ostschweizer Schullesungen einzusteigen. Danach sieht es noch ziemlich leer aus in der Agenda, was mir völlig recht ist. Frau Autorin sollte ja auch schreiben, nicht wahr? Nun, dazu werde ich auch in der ersten Jahreshälfte Zeit haben, aber so richtig Gas geben werde ich ab Mai.
Was ich schreiben werde? Das ist nun wieder eine Geschichte für sich. Eine ganz lange. Ich habe nämlich die letzten zwei Jahre sehr intensiv über das Schreiben nachgedacht. Ja, das klingt endlos, fühlte sich auch endlos an (und auch nicht immer gut), aber ich weiss jetzt genau, was ich will. Aber eben, dazu auch noch was zu schreiben, würde diesen sowieso schon langen Blogeintrag sprengen. Mehr zu diesem Thema deshalb auch später. Wichtig ist: Ich WERDE schreiben.
Für den 25. Januar habe ich mich in Zürich in ein Hotel eingebucht. Da ist nämlich am Abend die Hauptversammlung von Autillus (Verein der Kinder- und Jugendbuchschaffenden) und ich möchte dieses Mal nicht frühzeitig losdüsen müssen wie sonst immer, um dann doch spät Abends zu Hause anzukommen und sehr früh morgens wieder loszufahren. Ich bin sicher, dass die Versammlung sehr interessant wird, da der Vorstand 2011 ein paar ziemlich spannende Projekte angedacht, angerissen und aufgegleist hat. So haben wir zum Beispiel seit einigen Monaten einen Newsletter, der sich total gut sehen lässt! Mehr zu dieser Versammlung dann aber NACH der Veranstaltung vom 25. Januar.
Morgen treffe ich mich mit Stephan Sigg. Wir beide haben auch ein paar Ideen und Projekte in der Pipeline - und leider nur beschränkte Zeit (ja, auch unsere Tage haben nur 24 Stunden), weshalb wir die Dinge langsam, aber trotzdem mit Begeisterung angehen.
Und am 16. Januar findet ein Treffen für ein ganz neues Projekt statt. Wenn es nicht in letzter Minute scheitert, werde ich in der ersten Jahreshälfte etwas für mich Neues machen, etwas, auf das ich mich freue, dem ich aber auch mit ziemlich viel Respekt und auch einem kleinen Bammel entgegensehe. Auch dazu mehr nach dem Trefffen.
Der Januar hat es also in sich. Aber keine Bange. Im Februar wird es für eine Weile ruhiger. Im März brummt es wieder mit einer Lesetour im Kanton Aargau, Einzellesungen und der Leipziger Buchmesse. Im April verziehe ich mich ins stille Kämmerlein, um dann im Mai voll in die Ostschweizer Schullesungen einzusteigen. Danach sieht es noch ziemlich leer aus in der Agenda, was mir völlig recht ist. Frau Autorin sollte ja auch schreiben, nicht wahr? Nun, dazu werde ich auch in der ersten Jahreshälfte Zeit haben, aber so richtig Gas geben werde ich ab Mai.
Was ich schreiben werde? Das ist nun wieder eine Geschichte für sich. Eine ganz lange. Ich habe nämlich die letzten zwei Jahre sehr intensiv über das Schreiben nachgedacht. Ja, das klingt endlos, fühlte sich auch endlos an (und auch nicht immer gut), aber ich weiss jetzt genau, was ich will. Aber eben, dazu auch noch was zu schreiben, würde diesen sowieso schon langen Blogeintrag sprengen. Mehr zu diesem Thema deshalb auch später. Wichtig ist: Ich WERDE schreiben.
Sonntag, 1. Januar 2012
Eine frisch verschneite Wiese
Ein neues Jahr ist für mich eine frisch verschneite Wiese: wie eine Verheissung liegt es noch unberührt vor mir. Ich freue mich jedes Jahr auf die neuen Schritte und die ersten Spuren. Der Zufall wollte es, dass für mich der Jahresanfang schon auf den letzten Tag des vergangenen Jahres fiel. Wie es dazu kam, ist nicht wichtig (hat was mit meiner Schusseligkeit zu tun). Wichtig ist: Ich fuhr gestern, am letzten Tag des alten Jahres, alleine in die Berge.
Schon die Fahrt durch die tief verschneite Rheinschlucht war ein einmaliges Erlebnis. Die Rheinschlucht ist ein Stück wildes, unberührtes Land in unserer überbauten Schweiz. Wenn man in sie hineinwandert, bleibt alles andere zurück. Es gibt keine Strasse durch die Schlucht, nur eine Bahnlinie, jene der rätischen Bahn, so etwas Ähnlichem wie einer roten Miniatureisenbahn. Ich habe jede Sekunde dieser Fahrt in mich aufgesogen und ihr einen Logenplatz in meiner Erinnerung geschaffen.
In Ilanz wechselte ich aufs Postauto und fuhr damit ins Val Lumnezia. Beim Altersheim stieg ich aus und lief die Strecke zum Haus hoch. Schon in der Einfahrt versank ich weit über die Knie im fluffigen Neuschnee. Wie ein kleiner Schneepflug schlug ich mich zur Haustür durch. Lange blieb ich nicht. Es reichte, einen Kaffee zu trinken, den Vogelfuttervorrat aufzufüllen, eine Weile lang den Vögeln zuzusehen, ein paar Fotos zu schiessen und mich als glücklichsten Menschen auf diesem Planeten zu fühlen. Danach ging's zurück.
Ich wartete im grössten Schneetreiben eine kleine Ewigkeit auf das Postauto. Als es endlich kam, reichte es nur noch für einen Stehplatz und obwohl wir viel zu spät waren, um den einmal pro Stunde fahrenden Zug noch zu erreichen, ärgerte sich niemand. Niemand war gereizt. Niemand wurde laut. Es war tiefster Winter und der tiefste Winter macht sich seine eigenen Gesetze. Es war, als würde die Zeit anhalten und uns am Ende des Jahres bewusst machen, wie wenig wichtig sie doch ist.
Zuhause dann, da explodierten kurz vor Mitternacht in unserem Wohnviertel ungefähr eine Zillion Munitionsdepots (so zumindest klang es). Jeder Hüüslibesitzer wollte sein eigenes Feuerwerk für sich. Jeder das grössere, bessere, coolere und längere. Den Rekord hält ein Nachbar, der mit seinem Feuerwerk im Alleingang jede Kleinstadt-Neujahresfeier mit links überboten hat. Der Begriff "sich die Birne zuzuknallen" erhielt eine neue Bedeutung. Da war kein Raum für Stille mehr. Vielleicht wurde mit diesem Geballer das Jahr 2011 erschossen. Oder die Hoffnung auf ein besser 2012 laut in den Himmel geschrieen. Vielleicht ist das einfach die ganz neue Art, den Jahreswechsel zu feiern. Keine Ahnung. Mir ist die verschneite Wiese lieber.
Schon die Fahrt durch die tief verschneite Rheinschlucht war ein einmaliges Erlebnis. Die Rheinschlucht ist ein Stück wildes, unberührtes Land in unserer überbauten Schweiz. Wenn man in sie hineinwandert, bleibt alles andere zurück. Es gibt keine Strasse durch die Schlucht, nur eine Bahnlinie, jene der rätischen Bahn, so etwas Ähnlichem wie einer roten Miniatureisenbahn. Ich habe jede Sekunde dieser Fahrt in mich aufgesogen und ihr einen Logenplatz in meiner Erinnerung geschaffen.
In Ilanz wechselte ich aufs Postauto und fuhr damit ins Val Lumnezia. Beim Altersheim stieg ich aus und lief die Strecke zum Haus hoch. Schon in der Einfahrt versank ich weit über die Knie im fluffigen Neuschnee. Wie ein kleiner Schneepflug schlug ich mich zur Haustür durch. Lange blieb ich nicht. Es reichte, einen Kaffee zu trinken, den Vogelfuttervorrat aufzufüllen, eine Weile lang den Vögeln zuzusehen, ein paar Fotos zu schiessen und mich als glücklichsten Menschen auf diesem Planeten zu fühlen. Danach ging's zurück.
Ich wartete im grössten Schneetreiben eine kleine Ewigkeit auf das Postauto. Als es endlich kam, reichte es nur noch für einen Stehplatz und obwohl wir viel zu spät waren, um den einmal pro Stunde fahrenden Zug noch zu erreichen, ärgerte sich niemand. Niemand war gereizt. Niemand wurde laut. Es war tiefster Winter und der tiefste Winter macht sich seine eigenen Gesetze. Es war, als würde die Zeit anhalten und uns am Ende des Jahres bewusst machen, wie wenig wichtig sie doch ist.
Zuhause dann, da explodierten kurz vor Mitternacht in unserem Wohnviertel ungefähr eine Zillion Munitionsdepots (so zumindest klang es). Jeder Hüüslibesitzer wollte sein eigenes Feuerwerk für sich. Jeder das grössere, bessere, coolere und längere. Den Rekord hält ein Nachbar, der mit seinem Feuerwerk im Alleingang jede Kleinstadt-Neujahresfeier mit links überboten hat. Der Begriff "sich die Birne zuzuknallen" erhielt eine neue Bedeutung. Da war kein Raum für Stille mehr. Vielleicht wurde mit diesem Geballer das Jahr 2011 erschossen. Oder die Hoffnung auf ein besser 2012 laut in den Himmel geschrieen. Vielleicht ist das einfach die ganz neue Art, den Jahreswechsel zu feiern. Keine Ahnung. Mir ist die verschneite Wiese lieber.
Wasserfall hinter dem Haus
Blick ins Tobel (Jutta, der kleine Vorwitzige ist Hermann)
Weg zum Haus
Warten an der Bushaltestelle
Freitag, 30. Dezember 2011
Bunter Jahresausklang
Bin ich froh, liest Frau Tochter, was sie liest (gestern ihre Punkzeitschrift, deren Schrift so klein ist, dass man mit Vorteil 17 ist oder eine gute Brille hat)... und mir dann davon erzählt (ich bin nicht mehr 17 und meine Brille habe ich im Haus in den Bergen vergessen). Dank Frau Tochter und ihrer Lektüre weiss ich seit gestern, dass es Urban Knitting und Guerilla Gardening gibt. Ich mache es kurz: Ich bin begeistert! Guckt doch mal hier und hier.
Weder Urban Knitting noch Guerilla Gardening sind neue Phänomene. Ich staune immer wieder, was ich im Leben so alles verpasse. Ein guter Grund, noch weniger Alltagsgefangene und noch mehr Perlentaucherin zu werden. Denn es gibt sie, die Perlen und die bunten Steine im Leben. Man übersieht sie nur häufig im Grau des Nachrichtenalltags mit all seinen Schreckensmeldungen. In diesem Sinne: Augen auf im neuen Jahr!
Weder Urban Knitting noch Guerilla Gardening sind neue Phänomene. Ich staune immer wieder, was ich im Leben so alles verpasse. Ein guter Grund, noch weniger Alltagsgefangene und noch mehr Perlentaucherin zu werden. Denn es gibt sie, die Perlen und die bunten Steine im Leben. Man übersieht sie nur häufig im Grau des Nachrichtenalltags mit all seinen Schreckensmeldungen. In diesem Sinne: Augen auf im neuen Jahr!
Donnerstag, 29. Dezember 2011
Social Media. Der Saft ist raus.
Mich langweilt das ganze Social Media Zeugs. Facebook, Twitter, Google +, alles. Den Twitter Account habe ich gelöscht. Mein Google + Account ruht friedlich vor sich hin. Facebook interessiert mich nicht, hat mich privat ehrlich gesagt noch nie interessiert. Es ist so, wie Manfred Messmer in seinem Blog schreibt: "ES TUT SICH NIE ETWAS INTERESSANTES AUF FACEBOOK!" (Die Grossbuchstaben sind von ihm, nicht von mir - es muss ihn also gewaltig langweilen.) Es ist Smalltalk. Es ist Werbung für sich oder das Produkt, das man anpreist. Wobei mir scheint, dass das manchmal genau dasselbe ist. Ich bin keinen Deut besser. Privates werde ich NIE auf Facebook stellen. Wenn andere es tun, zieht sich in mir alles zusammen, weil ich mir vorstelle, wer da alles mitliest. Bleibt das Berufliche. Was dann wohl Werbung ist. Damit gehöre ich, fürchte ich, für Herrn Messmer zu jenen von seinen Freunden, von denen er nur Schrott liest. Ich kann ihm nicht einmal widersprechen, denn was ich auf FB von mir oder meiner Arbeit preisgebe, ist nicht das wirklich Interessante. Das wirklich Interessante tausche ich privat aus.
Es wäre also konsequent, wenn ich meinen FB Account löschen würde. Aus persönlichen Gründen, aber auch aus jenen Gründen, weshalb ich mit FB nie richtig warm geworden bin: FB sammelt mir zu viele Daten. Viel zu viele Daten. Wer mehr darüber wissen will, folge doch bitte dem Link im Blogeintrag von Herrn Messmer (siehe Link weiter oben).
Warum ich es nicht tue: Weil ich ein Feigling bin. Weil ich mir einrede, ich müsse von Berufswegen einen FB Account haben. Weil die Leute da draussen doch irgendwie erfahren müssen, was es von mir Neues gibt. Weil ich zu einigen Leuten nur per FB Kontakt habe. Aber immerhin gibt es mittlerweile immer häufiger Tage, an dem ich mir das mit dem Löschen ernsthaft überlege.
UPDATE: Ich habe mich entschieden, meinen FB Account stehen zu lassen, aber nicht mehr zu nutzen - ausser für gelegentliche Meldungen auf meiner Autorinnenseite. So ganz zufrieden bin ich mit dieser Lösung nicht, aber es ist die, mit der ich im Moment leben kann.
Es wäre also konsequent, wenn ich meinen FB Account löschen würde. Aus persönlichen Gründen, aber auch aus jenen Gründen, weshalb ich mit FB nie richtig warm geworden bin: FB sammelt mir zu viele Daten. Viel zu viele Daten. Wer mehr darüber wissen will, folge doch bitte dem Link im Blogeintrag von Herrn Messmer (siehe Link weiter oben).
Warum ich es nicht tue: Weil ich ein Feigling bin. Weil ich mir einrede, ich müsse von Berufswegen einen FB Account haben. Weil die Leute da draussen doch irgendwie erfahren müssen, was es von mir Neues gibt. Weil ich zu einigen Leuten nur per FB Kontakt habe. Aber immerhin gibt es mittlerweile immer häufiger Tage, an dem ich mir das mit dem Löschen ernsthaft überlege.
UPDATE: Ich habe mich entschieden, meinen FB Account stehen zu lassen, aber nicht mehr zu nutzen - ausser für gelegentliche Meldungen auf meiner Autorinnenseite. So ganz zufrieden bin ich mit dieser Lösung nicht, aber es ist die, mit der ich im Moment leben kann.
Samstag, 24. Dezember 2011
Für die Festtage eingedeckt ... und Frage 15 von 81
Ich habe mich für die Festtage eingedeckt. Mit Büchern :-) Was mich direkt zu Frage 15 bringt:
Nein.
Weil Herr Sohn sehr viel mehr liest als ich (ich kenne niemanden, der mehr liest als er). Leider sind unsere Lesegeschmäcker nicht kompatibel. Wären sie es, müsste ich wohl nie wieder ein Buch kaufen. Bei Orks, Zwergen, sprechenden Bäumen und kämpfenden Stämmen muss ich jedoch passen.
Weil Frau Tochter von langjähriger (Fastnicht)Leserin zu einer der spannendsten Leserinnen geworden ist, die ich kenne. Sie liest Dinge, die sonst niemand liest, den ich kenne. Im Gegensatz zu den Büchern von Herrn Sohn greife ich sehr gerne nach ihren Büchern, die von abgedrehten amerikanischen Kurzgeschichten bis hin zu Fachliteratur über die Geschichte des Punks reichen.Mittlerweile liest Frau Tochter also mindestens gleich viel wie ich, in Phasen, in denen ich schreibe, ganz bestimmt mehr als ich.
Nach der Lesegewohnheit von Herrn Ehemann wurde zwar nicht gefragt. Es sei jedoch verraten, dass auch er ein überzeugter Leser ist. Womit ich in einem Haus mit lauter Lesefreaks wohne. Ich bin nicht einmal die Einzige, die in unserer Familie schreibt. Ich bin also bestens aufgehoben :-)
Nun freue ich mich auf die Festtage - mit all den Büchern, die ich mir gekauft habe. Unter anderem dem ersten Erwachsenenroman von Kevin Brooks.
Nein.
Weil Herr Sohn sehr viel mehr liest als ich (ich kenne niemanden, der mehr liest als er). Leider sind unsere Lesegeschmäcker nicht kompatibel. Wären sie es, müsste ich wohl nie wieder ein Buch kaufen. Bei Orks, Zwergen, sprechenden Bäumen und kämpfenden Stämmen muss ich jedoch passen.
Weil Frau Tochter von langjähriger (Fastnicht)Leserin zu einer der spannendsten Leserinnen geworden ist, die ich kenne. Sie liest Dinge, die sonst niemand liest, den ich kenne. Im Gegensatz zu den Büchern von Herrn Sohn greife ich sehr gerne nach ihren Büchern, die von abgedrehten amerikanischen Kurzgeschichten bis hin zu Fachliteratur über die Geschichte des Punks reichen.Mittlerweile liest Frau Tochter also mindestens gleich viel wie ich, in Phasen, in denen ich schreibe, ganz bestimmt mehr als ich.
Nach der Lesegewohnheit von Herrn Ehemann wurde zwar nicht gefragt. Es sei jedoch verraten, dass auch er ein überzeugter Leser ist. Womit ich in einem Haus mit lauter Lesefreaks wohne. Ich bin nicht einmal die Einzige, die in unserer Familie schreibt. Ich bin also bestens aufgehoben :-)
Nun freue ich mich auf die Festtage - mit all den Büchern, die ich mir gekauft habe. Unter anderem dem ersten Erwachsenenroman von Kevin Brooks.
Freitag, 23. Dezember 2011
81 Fragen an ... Verlagsuche
Ich habe mich mit meinem ersten Buch Blackout zuerst direkt bei Verlagen beworben. Wie bei vielen anderen Autoren, lagen dann erst mal Absagebriefe im Briefkasten (falls überhaupt). Nun ja, dachte ich mir, dann ist meine Geschichte halt nicht gut genug. Ich hörte also auf zu suchen, feilte weiter an der Geschichte von "Blackout" und begann andere Projekte. Eine Kollegin empfahl mir dann ihren Agenten und stellte den Kontakt zwischen uns beiden her. Ihm gefiel mein Schreibstil und die Geschichte, aber er meinte, da müsse ich noch einmal gründlich drüber. Aufgrund seiner Anmerkungen habe ich den Text nochmals überarbeitet und ihn danach in seine Hände gelegt. Er suchte. Ich schrieb an anderen Projekten, unter anderem nahm ich am NaNoWriMo teil (diesem irren Projekt, in dem jedes Jahr zig-tausende Schreibbegeisterte im November versuchen, 50'000 Wörter zu schreiben und zu so etwas wie einer Geschichte zusammenzufügen). Mitten in dieses fiebrige Projekt hinein (ich hatte Kinder, eine eigene Firma und schrieb vorwiegend nachts, um auf die 50'000 Wörter zu kommen) kam die Nachricht, dass der Thienemann Verlag den "Blackout" herausgeben würde. Ich denke, ich hatte nicht zuletzt Glück. Thienemann suchte einen Jugendkrimi - ich bot einen an, hatte also sozusagen das richtige Buch zur richtigen Zeit.
Aus dem NaNoWriMo-Text wurde übrigens - extrem stark überarbeitet - das zweite Buch von mir (Schlechte Karten). Blackout ist zu meinem erfolgreichsten Buch geworden. 2007 erschienen, verkauft es sich nach wie vor gut, wahrscheinlich nicht zuletzt, weil es in vielen Schulklassen zur Klassenlektüre geworden ist.
Aus dem NaNoWriMo-Text wurde übrigens - extrem stark überarbeitet - das zweite Buch von mir (Schlechte Karten). Blackout ist zu meinem erfolgreichsten Buch geworden. 2007 erschienen, verkauft es sich nach wie vor gut, wahrscheinlich nicht zuletzt, weil es in vielen Schulklassen zur Klassenlektüre geworden ist.
Mittwoch, 21. Dezember 2011
81 Fragen an ... Wie alles anfing ...
Ich bin für diese Frage die hinterste Ecke meines Dachbodens gekrochen und habe die Riesenschachtel mit den Texten aus meiner Jugendzeit hervorgeholt (als Grössenvergleich steht mein erstes Buch Blackout daneben).
In dieser Schachtel befinden sich hauptsächlich Tagebücher, aber auch Gedichte, Songtexte und ein paar angefangene Romane - bis auf einen Text alles von Hand geschrieben, weil ich zu der Generation gehöre, die ohne Computer aufgewachsen ist.
eine meiner ersten - angefangenen - Geschichten (1975)
mein allererstes Schreibmaschinenmanuskript -
von Normseiten hatte ich damals keine Ahnung :-)
Songtext von damals
mein Deutschlehrer möge mir verzeihen -
viele meiner Texte sind in seinem Unterricht entstanden
Angefangen hat das Schreiben aber schon früher. Ich habe es geliebt, am Abend vor dem Einschlafen für meine Lieblingsserie "Flipper" neue Folgen zu erfinden. Aufgeschrieben habe ich diese Geschichten nie. Auch heute ist das noch so: Meine Geschichten beginnen alle in meinem Kopf, als Kopfkino. Manchmal trage ich sie wochen- oder gar monatelang einfach so mit mir herum, denke mir Szenen aus (immer noch vor dem Einschlafen!), komme meinen Figuren näher. Irgendwann, später, mache ich mir dann die wichtigsten Notizen, aber der grösste Teil der Geschichte ist als Film in meinem Kopf.
schon damals hatte ich einen Notizbüchertick ;-)
Manchmal, wenn ich bei Lesungen erzähle, dass ich schon im Alter von 13 oder 14 meine ersten Bücher begann (fertig wurde nie eins), werde ich gefragt, ob ich die nicht fertigschreiben und veröffentlichen möchte. Die Antwort ist ein klares Nein. Ich mag die Texte, aber sie halten einer (sogar ziemlich unkritischen) Prüfung nicht stand. Ihr Platz ist die Schachtel auf dem Dachboden.
Mit dem "richtigen" Schreiben von Büchern habe ich erst mit ca. 40 Jahren angefangen, nachdem ich mich in einem Internetforum anhand von Kurzgeschichten intensiv mit dem Schreibhandwerk auseinandergesetzt hatte. Ich merkte jedoch schon bald, dass ich nicht bei den Kurzgeschichten bleiben wollte. Ich brauchte für meine Figuren viel, viel Platz - und den hatte ich in den Kurzgeschichten nicht. Mein erstes Buch "Blackout" habe ich für die Figur von Nick geschrieben. Ohne Plan. Nur mit Filmen im Kopf. Ich habe vier Jahre gebraucht für das Buch, weil ich mit diesem Buch nicht nur über (den fiktiven) Nick viel erfahren habe, sondern auch eine ganze Menge übers Schreiben gelernt habe.
Dienstag, 20. Dezember 2011
Zeitlupenleben
Was habe ich früher den Winter gehasst! Garstig kalt, garstig dunkel, garstig gar alles. Ich habe den Winter so sehr gehasst, dass ich nicht einmal den Herbst geniessen konnte - weil nach dem Herbst, der eigentlich wunderschön ist, der Winter kommt. Irgendwann ist irgendwas passiert. Vielleicht war der Prozess ja auch schleichend. Keine Ahnung. Auf jeden Fall konnte ich dieses Jahr den ersten Schnee fast nicht erwarten. Zuerst fiel er in den Bergen, dann auch bei uns im Tal. Während ich diesen Text schreibe, tanzen draussen vor dem Fenster die Flocken - und ich gucke alle naselang nach, ob sie auch wirklich noch fallen.
Die letzten drei Tage verbrachten wir in den Bergen. Parken vor dem Haus war unmöglich. Die lange Strecke zur Haustür im fast knietiefen Schnee war ein Erlebnis. Dann schneeschaufeln ohne Ende. Eintauchen in das Weiss, das so still ist. Die Zeit bremst ab. Es zählt nur der Augenblick. Später dann die Spaziergänge im Schnee. Spuren folgen, zum Teil die Spuren selber ziehen. Den eigenen Herzschlag fühlen. Leben in Zeitlupe.
Die letzten drei Tage verbrachten wir in den Bergen. Parken vor dem Haus war unmöglich. Die lange Strecke zur Haustür im fast knietiefen Schnee war ein Erlebnis. Dann schneeschaufeln ohne Ende. Eintauchen in das Weiss, das so still ist. Die Zeit bremst ab. Es zählt nur der Augenblick. Später dann die Spaziergänge im Schnee. Spuren folgen, zum Teil die Spuren selber ziehen. Den eigenen Herzschlag fühlen. Leben in Zeitlupe.
Freitag, 16. Dezember 2011
Die Leseagenda füllt sich
Meine Terminliste für die Lesungen im Jahr 2012 füllt sich. Der Januar und der März sind ausgebucht. Für den Mai habe ich mich für die Ostschweizer Autorenlesungen eingetragen - und irgendwann muss zwischendurch auch Platz zum Schreiben sein - und zum Erholen. So sehr ich die Lesetouren liebe: Nach einer Tour brauche ich jeweils ein paar ruhigere Tage, damit ich nachher wieder mit Schwung und neuer Begeisterung in die nächsten Lesungen eintauchen kann.
Mittwoch, 14. Dezember 2011
Heute Morgen ...
... klebe ich wie viele andere Schweizer am TV und schaue die Bundesratswahlen. Dabei hätte ich fast vergessen, das gestern fertig überarbeitete Manuskript an den Verlag zu senden. Ich mach das dann jetzt mal :-)
Dienstag, 13. Dezember 2011
Wie kann man in diesem Alter noch so naiv sein?
Gleich zwei Mal heute Morgen ist mir die Naivität über den Weg gekommen. Einmal in einer Mail, die mich auf ihre ureigene Art auf den Boden holen wollte, weil ich das eben im Moment grad ganz und gar nicht sei (zumindest habe ich das so interpretiert). Und einmal in einem Blogeitrag eines Menschen, der sehr vieles ist (unter anderem total spannend), aber ganz bestimmt nicht naiv. Ich habe mir die letzte Frage dieses Eintrags geklaut und sie zum Blogtitel gemacht. Wie kann man in diesem Alter noch so naiv sein? Denn genau das bin ich unter anderem, in diesem Alter. Naiv. Oder zumindest das, was andere Leute naiv nennen würden. Ich sehe es ein bisschen anders.
Ganz konkret: Wenn ich davon schreibe, von einem eigenen Verlag zu träumen, dann kann das grässlich naiv klingen. Es kann sogar grässlich naiv sein. Ich könnte jetzt also sofort mit dem Träumen aufhören, weil das einfach zu naiv ist. Aber genau das macht das Naivsein aus: Dass man dort, wo andere aufhören, an etwas zu glauben, eben nicht aufhört. Dass man den ungeheuerlichen Gedanken weiterdenkt. Selbst wenn man keine Ahnung hat, was auf einem zukommen würde.
Nun ist es jedoch so, dass ich genau weiss, wovon ich schreibe, weil ich schon einmal am Aufbau eines Kleinstverlags beteiligt war. Ich weiss, wie hart das ist. Ich weiss, wie hart die Verlagswelt ist (ich bewege mich als Autorin darin und wenn man eins verlieren könnte in diesem Geschäft, dann wäre es als erstes die Naivität). Ich weiss, dass ausser sehr viel Arbeit (mit einer gehörigen Portion Selbstausbeutung) wenig bis gar nichts dabei herausschaut. Aber ich behalte mir vor, so naiv zu sein, daran zu glauben, dass es möglich ist, gute Bücher zu machen resp. zu verlegen - und wenn es am Ende nur eins, zwei oder drei sind. Ob und wie gut sich die dann verkaufen, ist eine ganz andere Frage, deren Antwort ich völlig realistisch sehe. Gleiches gilt für einen Buchladen. Oder für eine ganz reale Textbar. Ich kenne genügend Beispiele, um zu wissen, "wie die Dinge sind". Naiv sein heisst nicht zuwangsläufig, total bescheuert zu sein. Naiv zu sein bedeuetet für mich, zu wissen, "wie die Dinge sind", aber daran zu glauben, dass sie trotz gegenteiliger Aussagen oder Erfahrungen eben auch anders sein können. Das wunderbare an der Naivität ist, dass ich es - als belächelte Närrin - versuchen kann. Weil vielleicht nur naive Menschen solch irren Dinge tun. Auf die Gefahr hin, dass dann eines Tages irgendjemand über einen schreibt: "Wie kann man in diesem Alter noch so naiv sein?"
Ganz konkret: Wenn ich davon schreibe, von einem eigenen Verlag zu träumen, dann kann das grässlich naiv klingen. Es kann sogar grässlich naiv sein. Ich könnte jetzt also sofort mit dem Träumen aufhören, weil das einfach zu naiv ist. Aber genau das macht das Naivsein aus: Dass man dort, wo andere aufhören, an etwas zu glauben, eben nicht aufhört. Dass man den ungeheuerlichen Gedanken weiterdenkt. Selbst wenn man keine Ahnung hat, was auf einem zukommen würde.
Nun ist es jedoch so, dass ich genau weiss, wovon ich schreibe, weil ich schon einmal am Aufbau eines Kleinstverlags beteiligt war. Ich weiss, wie hart das ist. Ich weiss, wie hart die Verlagswelt ist (ich bewege mich als Autorin darin und wenn man eins verlieren könnte in diesem Geschäft, dann wäre es als erstes die Naivität). Ich weiss, dass ausser sehr viel Arbeit (mit einer gehörigen Portion Selbstausbeutung) wenig bis gar nichts dabei herausschaut. Aber ich behalte mir vor, so naiv zu sein, daran zu glauben, dass es möglich ist, gute Bücher zu machen resp. zu verlegen - und wenn es am Ende nur eins, zwei oder drei sind. Ob und wie gut sich die dann verkaufen, ist eine ganz andere Frage, deren Antwort ich völlig realistisch sehe. Gleiches gilt für einen Buchladen. Oder für eine ganz reale Textbar. Ich kenne genügend Beispiele, um zu wissen, "wie die Dinge sind". Naiv sein heisst nicht zuwangsläufig, total bescheuert zu sein. Naiv zu sein bedeuetet für mich, zu wissen, "wie die Dinge sind", aber daran zu glauben, dass sie trotz gegenteiliger Aussagen oder Erfahrungen eben auch anders sein können. Das wunderbare an der Naivität ist, dass ich es - als belächelte Närrin - versuchen kann. Weil vielleicht nur naive Menschen solch irren Dinge tun. Auf die Gefahr hin, dass dann eines Tages irgendjemand über einen schreibt: "Wie kann man in diesem Alter noch so naiv sein?"
Kleiner Nachtrag zum Bahnfahren
Meistens bekomme ich ganz gerne recht :-). Manchmal lieber nicht. Zum Beispiel in Sachen öffentlicher Verkehr, der mich die letzten paar Wochen auf Trab gehalten hat. Dass ich verkehrstechnisch in der Pampa wohne, weiss ich, auch wenn sich die Kleinstadt Buchs, an der mein Kleinstwohnort Werdenberg klebt, heftig dagegen stemmt. Jetzt hat das auch meine Lokalzeitung bestätigt. Ganz trocken:
"Im Werdenberg erreicht das Angebot des öffenlichen Verkehrs einzig im Umfeld des Bahnhofs Buchs die öV-Güteklasse C. Den Haltestellen auf der Linie Gams-Buchs (Anmerkung: an der mein Kleinstwohnort liegt), reicht es zur Klasse D. Der Rest liegt in der Grundangebotsklasse F."
(Quelle: Werdenberger & Obertoggenburger)
Interessant ist, dass es sogar Wattwil im Toggenburg (also das, was für viele wirklich die Pampa ist), in die Klasse B bringt. Womit unsere "südliche Hauptstadt des Kantons" so richtig abgewatscht dasteht. Ganz offiziell. Was folgende Frage aufwirft:
"Wenn man die Güteklassen der Bahnhöfe Sargans, Wattwil und Buchs mit ihrer Tagesfrequenz vergleicht, kommt man gleich zur Kernfrage: Bestimmt das Angebot die Frequenz oder umgekehrt? Jedenfalls erreichen die "höherklassigen" Sargans 9100 und Wattwil 5800 Ein-/Aussteiger pro Tag, während Buchs unter 5000 liegt."
So eine Überraschung aber auch! Dabei gucken wir so gerne leeren Zügen zu, wie sie leer ohne uns fahren, weil man uns nicht einsteigen lässt.
"Im Werdenberg erreicht das Angebot des öffenlichen Verkehrs einzig im Umfeld des Bahnhofs Buchs die öV-Güteklasse C. Den Haltestellen auf der Linie Gams-Buchs (Anmerkung: an der mein Kleinstwohnort liegt), reicht es zur Klasse D. Der Rest liegt in der Grundangebotsklasse F."
(Quelle: Werdenberger & Obertoggenburger)
Interessant ist, dass es sogar Wattwil im Toggenburg (also das, was für viele wirklich die Pampa ist), in die Klasse B bringt. Womit unsere "südliche Hauptstadt des Kantons" so richtig abgewatscht dasteht. Ganz offiziell. Was folgende Frage aufwirft:
"Wenn man die Güteklassen der Bahnhöfe Sargans, Wattwil und Buchs mit ihrer Tagesfrequenz vergleicht, kommt man gleich zur Kernfrage: Bestimmt das Angebot die Frequenz oder umgekehrt? Jedenfalls erreichen die "höherklassigen" Sargans 9100 und Wattwil 5800 Ein-/Aussteiger pro Tag, während Buchs unter 5000 liegt."
So eine Überraschung aber auch! Dabei gucken wir so gerne leeren Zügen zu, wie sie leer ohne uns fahren, weil man uns nicht einsteigen lässt.
Donnerstag, 8. Dezember 2011
Das Hoch hält an
Gestern war Ideenwetter. Heute ist Gute-Nachrichten-Wetter. Und damit ich auf dem Teppich bleibe, hat mein Laptop beschlossen, mich zu veräppeln. Was bedeutet, dass ich den überarbeiteten Text noch einmal von vorne überarbeiten kann. Aber echt: Mich haut grad gar nichts um.
Mittwoch, 7. Dezember 2011
Ideenwetter
Heute Morgen, beim Morgenspaziergang in winterlichem Regen-Schnee-Wetter, sprangen mir die Ideen von allen Seiten an. Das ist ungewöhnlich. Meistens leere ich auf diesen Spaziergängen den Kopf, laufe mehr oder weniger gedankenlos durch die Gegend und BIN einfach. Aber heute scheint Ideenwetter gewesen zu sein.
Seit Monaten richte ich mir im Stall in den Bergen einen Raum ein, setze mich immer wieder auf das einzige Möbelstück, das Sofa, und lasse ihn wirken (den Raum). Seit Monaten weiss ich, dass ich darin meine eigene Firma haben möchte, irgendeine Kleinstfirma, aber ich wusste nicht, was für eine Firma. Das Büchercafé, das ich gerne hätte, scheitert an zwei Dingen: Erstens ist der Raum zu klein und zweitens gibt es in dem kleinen Dorf schon ein sensationelles Restaurant, das nicht schöner sein könnte - und das nebst köstlichem Essen unschlagbaren Kaffee führt, zubereitet und serviert von zwei wunderbaren Personen. Auch für einen Buchladen mit allerlei tollen (Post)karten ist der Raum /(LEIDER!!!) zu klein. Eine Autorenagentur, in der ich für Autoren gerne das Marketing und mühsamen administrativen Krempel übernehmen würde, würde wohl daran scheitern, dass die meisten Autoren sich das nicht leisten könnten und jene, die es könnten, würden meine Dienste nicht brauchen. Reizen würde mich auch eine reale Version der virtuellen textbar.net von Stephan Sigg und mir, ein Treffpunkt für Schreib- und Lesebegeisterte mit Workshops und Lesungen, aber irgendwie fehlt mir da noch was (mögliche Einnahmen). So verwarf ich eine Idee nach der anderen.
Heute Morgen, heute Morgen sprang mir die Idee an. Es ist eine Kamikaze-Idee, aber sie gefällt mir (auch wenn sie nur Ausgaben und nicht wirklich viele Einnahmen mit sich bringt). Ich will einen Verlag gründen. Ich wüsste sogar schon die ersten drei Autorinnen, die ich veröffentlichen möchte. Und ein Name für den Verlag ist mir auch angehüpft.
So lief ich denn total zufrieden durch den Schiff und die Kälte ...und stolperte dabei über die fehlenden Puzzlestücke zu einer neuen Serienidee. Eines nach dem andern lag einfach vor mir, ich konnte die Stücke nur noch aufheben und mit nach Hause nehmen.
Die Idee für den Verlag lasse ich jetzt mal reifen und lese mich hier rein. Und an der Serie bin ich sowieso dran. Erst einmal ist jetzt aber Handwerk gefragt: Ich muss / darf lektorierte Texte überarbeiten.
Das da, das wäre dann mein Firmensitz:
Seit Monaten richte ich mir im Stall in den Bergen einen Raum ein, setze mich immer wieder auf das einzige Möbelstück, das Sofa, und lasse ihn wirken (den Raum). Seit Monaten weiss ich, dass ich darin meine eigene Firma haben möchte, irgendeine Kleinstfirma, aber ich wusste nicht, was für eine Firma. Das Büchercafé, das ich gerne hätte, scheitert an zwei Dingen: Erstens ist der Raum zu klein und zweitens gibt es in dem kleinen Dorf schon ein sensationelles Restaurant, das nicht schöner sein könnte - und das nebst köstlichem Essen unschlagbaren Kaffee führt, zubereitet und serviert von zwei wunderbaren Personen. Auch für einen Buchladen mit allerlei tollen (Post)karten ist der Raum /(LEIDER!!!) zu klein. Eine Autorenagentur, in der ich für Autoren gerne das Marketing und mühsamen administrativen Krempel übernehmen würde, würde wohl daran scheitern, dass die meisten Autoren sich das nicht leisten könnten und jene, die es könnten, würden meine Dienste nicht brauchen. Reizen würde mich auch eine reale Version der virtuellen textbar.net von Stephan Sigg und mir, ein Treffpunkt für Schreib- und Lesebegeisterte mit Workshops und Lesungen, aber irgendwie fehlt mir da noch was (mögliche Einnahmen). So verwarf ich eine Idee nach der anderen.
Heute Morgen, heute Morgen sprang mir die Idee an. Es ist eine Kamikaze-Idee, aber sie gefällt mir (auch wenn sie nur Ausgaben und nicht wirklich viele Einnahmen mit sich bringt). Ich will einen Verlag gründen. Ich wüsste sogar schon die ersten drei Autorinnen, die ich veröffentlichen möchte. Und ein Name für den Verlag ist mir auch angehüpft.
So lief ich denn total zufrieden durch den Schiff und die Kälte ...und stolperte dabei über die fehlenden Puzzlestücke zu einer neuen Serienidee. Eines nach dem andern lag einfach vor mir, ich konnte die Stücke nur noch aufheben und mit nach Hause nehmen.
Die Idee für den Verlag lasse ich jetzt mal reifen und lese mich hier rein. Und an der Serie bin ich sowieso dran. Erst einmal ist jetzt aber Handwerk gefragt: Ich muss / darf lektorierte Texte überarbeiten.
Das da, das wäre dann mein Firmensitz:
Sonntag, 4. Dezember 2011
Lesungen in Baar
Die letzten zwei Lesetage der Zentralschweizer Lesetour war ich in Baar. Sie rundeten eine spannende, witzige, unterhaltsame, manchmal auch anstrengende (vier Lesungen pro Tag sind sogar für mich etwas viel) Tour mit vielen tollen Begegnungen ab. Müsste ich Sterne vergeben, gäbe ich der Lesetour 10 von 10 Sternen. Ach was! 11 von 10 Sternen. Es war einfach genial. Danke an alle. Vielen Dank!
Von Baar gibt's Fotos! Guckt mal hier :-)
Von Baar gibt's Fotos! Guckt mal hier :-)
Mittwoch, 30. November 2011
Unterwegs im Geisterzug
Um 7.04 Uhr bin ich in Luzern in den Zug eingestiegen. Ob uns eine Lautsprecherstimme begrüsst hat, kann ich nicht sagen. Was ich aber sagen kann: Keine einzige Station wurde ausgerufen, keine Anzeigetafel zeigte die nächste Haltestelle. Es war zappenduster draussen, der Zug lang, die Bahnhöfe so angeschrieben, wie halt Schweizer Pampabahnhöfe angeschrieben sind (knapp und nicht von jedem Waggon aus ersichtlich). Kurz: Ich fuhr im Blindf(z)lug nach Reiden.
Um 7.40 sollte ich theoretisch dort sein. Also begann ich sicherheitshalber ab 7.35 Uhr meinen Hals zu verrenken und nach Bahnhofsschildern Ausschau zu halten. Um 7.40 hielt der Zug an - aber nicht in Reiden. Zum Glück waren zwei sehr nette junge Frauen zugestiegen, die mir sagen konnten, dass ich noch eine Station warten musste.
Ich wartete und dachte: Oha, der Zug hält ja gar nicht an. Er hielt dann doch an. Etwas zu weit vorn, weshalb eine Lautsprecherstimme verkündete, wir sollen im letzten Wagen aussteigen. Der liess sich jedoch nicht auf Anhieb öffnen. Irgendwann stand ich dann aber doch noch auf dem Bahnsteig. Muss ich erwähnen, dass während der ganzen 40 Minuten kein Schaffner auftauchte? Ach, nein, lassen wir das ...
Die Lesungen waren klasse. Auf dem Weg zurück nahm ich bis Sursee die S-Bahn, in der sämtliche Haltestellen ausgerufen wurden und auch auf Anzeigetafeln angeschrieben waren. Vielleicht ... vielleicht sass ich am Morgen halt wirklich in einem Geisterzug.
Update: Heute Abend um 17.04 Uhr nochmals mit der gleichen Linie in die gleiche Richtung gefahren, diesmal etwas weiter bis Olten. Der gute Mann in der Lok hat's ehrlich versucht, aber die Lautsprecher haben nur gehustet und geröchelt. Dafür traf ich auf der Rückfahrt den Schaffner des Tages. Total nett!!!
PS: Im Zug geplottet und dabei so total Lust aufs Schreiben bekommen, dass ich gleich mit der Leseprobe begonnen habe :-). Coole Sache. So langsam wächst mein Stapel an coolen Sachen, die ich alle gerne schreiben würde. Mal sehen, welches Projekt dann wo Unterschlupf findet. Eigentlich spielt es keine Rolle. Sind lauter Geschichten, die ich sehr gerne schreiben würde.
Um 7.40 sollte ich theoretisch dort sein. Also begann ich sicherheitshalber ab 7.35 Uhr meinen Hals zu verrenken und nach Bahnhofsschildern Ausschau zu halten. Um 7.40 hielt der Zug an - aber nicht in Reiden. Zum Glück waren zwei sehr nette junge Frauen zugestiegen, die mir sagen konnten, dass ich noch eine Station warten musste.
Ich wartete und dachte: Oha, der Zug hält ja gar nicht an. Er hielt dann doch an. Etwas zu weit vorn, weshalb eine Lautsprecherstimme verkündete, wir sollen im letzten Wagen aussteigen. Der liess sich jedoch nicht auf Anhieb öffnen. Irgendwann stand ich dann aber doch noch auf dem Bahnsteig. Muss ich erwähnen, dass während der ganzen 40 Minuten kein Schaffner auftauchte? Ach, nein, lassen wir das ...
Die Lesungen waren klasse. Auf dem Weg zurück nahm ich bis Sursee die S-Bahn, in der sämtliche Haltestellen ausgerufen wurden und auch auf Anzeigetafeln angeschrieben waren. Vielleicht ... vielleicht sass ich am Morgen halt wirklich in einem Geisterzug.
Update: Heute Abend um 17.04 Uhr nochmals mit der gleichen Linie in die gleiche Richtung gefahren, diesmal etwas weiter bis Olten. Der gute Mann in der Lok hat's ehrlich versucht, aber die Lautsprecher haben nur gehustet und geröchelt. Dafür traf ich auf der Rückfahrt den Schaffner des Tages. Total nett!!!
PS: Im Zug geplottet und dabei so total Lust aufs Schreiben bekommen, dass ich gleich mit der Leseprobe begonnen habe :-). Coole Sache. So langsam wächst mein Stapel an coolen Sachen, die ich alle gerne schreiben würde. Mal sehen, welches Projekt dann wo Unterschlupf findet. Eigentlich spielt es keine Rolle. Sind lauter Geschichten, die ich sehr gerne schreiben würde.
Montag, 28. November 2011
Blackout
Nein, nein, keine Bange! Ich habe keinen Blackout (mal abgesehen von den unzähligen kleineren, nicht erwähnenswerten Alltagsblacköutchen).
Mein erstes Buch hiess so. Es erschien im Januar 2007, hatte einen recht guten Start und entwickelte sich dann zu so etwas wie einem Longseller. Und es wurde an vielen Schulen zur Klassenlektüre. So richtig bewusst wurde mir das letzte Woche auf der Lesetour durch die Zentralschweiz, wo ich in mehreren Klassen Jugendliche sitzen hatte, die mir sagten, sie hätten den Blackout irgendwann im Laufe der letzten Jahre in der Schule gelesen.
Blackout verkauft sich immer noch gut. Momentan tummelt sich das Buch wieder einmal auf richtig tollen Verkaufsrängen bei Amazon :-). Ich freue mich riesig über dieses Echo, das anhält!
Blackout (Thienemann, Januar 2007)
Nick ist wahrlich kein Musterknabe: Schulverweise, eine Menge Drogen, und dann setzt er auch noch ein gestohlenes Auto gegen einen Baum ... Der Aufenthalt in der Familie seiner Tante ist seine letzte Chance. Und dann verschwindet Nicks Cousine Carla nach einem gemeinsamen Discobesuch. Für alle ist klar, dass er seine Hände mit im Spiel hat. Nick hat zwar einen totalen Blackout, doch er ist sich sicher: Diesmal ist er unschuldig. Weil ihm niemand glaubt, beginnt er auf eigene Faust nach Carla zu suchen. Die Spur führt ihn zurück zu seiner eigenen Familie – in die Firma seines Vaters ...
Mein erstes Buch hiess so. Es erschien im Januar 2007, hatte einen recht guten Start und entwickelte sich dann zu so etwas wie einem Longseller. Und es wurde an vielen Schulen zur Klassenlektüre. So richtig bewusst wurde mir das letzte Woche auf der Lesetour durch die Zentralschweiz, wo ich in mehreren Klassen Jugendliche sitzen hatte, die mir sagten, sie hätten den Blackout irgendwann im Laufe der letzten Jahre in der Schule gelesen.
Blackout verkauft sich immer noch gut. Momentan tummelt sich das Buch wieder einmal auf richtig tollen Verkaufsrängen bei Amazon :-). Ich freue mich riesig über dieses Echo, das anhält!
Nick ist wahrlich kein Musterknabe: Schulverweise, eine Menge Drogen, und dann setzt er auch noch ein gestohlenes Auto gegen einen Baum ... Der Aufenthalt in der Familie seiner Tante ist seine letzte Chance. Und dann verschwindet Nicks Cousine Carla nach einem gemeinsamen Discobesuch. Für alle ist klar, dass er seine Hände mit im Spiel hat. Nick hat zwar einen totalen Blackout, doch er ist sich sicher: Diesmal ist er unschuldig. Weil ihm niemand glaubt, beginnt er auf eigene Faust nach Carla zu suchen. Die Spur führt ihn zurück zu seiner eigenen Familie – in die Firma seines Vaters ...
Samstag, 26. November 2011
Unterwegs
Ich war unterwegs. Erst in Zug am ABRAXAS Zentralschweizer Kinder- und Jugendliteraturfestival. Dort habe ich den Autillus-Stand betreut und mich mit Besuchern, AutorenkollegInnen, AutilluskollegInnen und LeseveranstalterInnen ausgetauscht. Höhepunkt war ganz klar das Gespräch mit meinem Lieblingsautor Kevin Brooks. Ebenfalls toll war der Übersetzerworkshop von Kevin Brooks und seinem Übersetzer Michael Gutzschahn.
Dann auf Lesetour in der Zentralschweiz. Super Lehrkräfte, super Jugendliche, tolle Lesungen und auch hier wieder spannende und anregende Gespräche und Veranstaltungen mit AutorenkollegInnen.
Geschlafen habe ich im Hotel. Und gedacht, ich sollte das Zimmer eigentlich gleich permanent buchen. Denn: Mit so einer Schreibecke schreiben sich die Texte beinahe von selbst.
Dann auf Lesetour in der Zentralschweiz. Super Lehrkräfte, super Jugendliche, tolle Lesungen und auch hier wieder spannende und anregende Gespräche und Veranstaltungen mit AutorenkollegInnen.
Geschlafen habe ich im Hotel. Und gedacht, ich sollte das Zimmer eigentlich gleich permanent buchen. Denn: Mit so einer Schreibecke schreiben sich die Texte beinahe von selbst.
Mittwoch, 16. November 2011
Der absolute Wahnsinn
Am Wochenende bin ich am ABRAXAS, dem Zentralschweizer Kinder- und Jugendliteraturfestival. Dort vertrete ich - zusammen mit ein paar anderen Autillus Mitgliedern - unseren Verein der Kinder- und Jugendbuchschaffenden der Schweiz mit einem Stand. Wenn ihr also in der Nähe seid, kommt vorbei.
Natürlich setze ich mich auch in Lesungen und freue mich auf gute Begegnungen mit Kollegen.
UND.
Ich treffe mich mit meinem absoluten Lieblingsautor, dem Mann, der mit seinen Büchern meine Haut ritzt und direkt in die Seele vordringt: Kevin Brooks. Er liest dort übrigens aus seinem neuen Buch!
Natürlich setze ich mich auch in Lesungen und freue mich auf gute Begegnungen mit Kollegen.
UND.
Ich treffe mich mit meinem absoluten Lieblingsautor, dem Mann, der mit seinen Büchern meine Haut ritzt und direkt in die Seele vordringt: Kevin Brooks. Er liest dort übrigens aus seinem neuen Buch!
Dienstag, 15. November 2011
Ich 'abe (fast) fertig
Teil drei der leidigen Zugfahrtgeschichte: Ich habe jetzt fast alle Antworten.
Der Kontakt mit der Oebb war extrem angenehm. Ein kurzes Zitat aus meinem Mailwechsel mit Herrn Derntl vom Kundenservice: "Ich bedaure, dass Sie offensichtlich im Kreis geschickt werden und entschuldige mich bei Ihnen dafür." (Dabei kann er nichts dafür, wenn man mir von der lokalen SBB Schalterstelle antwortet, die Oebb sei zuständig!)
Der Kontakt mit der SBB war wie erwartet. Zuerst die Fehlinformation der lokalen SBB-Stelle, dass die Oebb zuständig sei (was nicht passieren darf, da in unserer Region gerade in Bezug auf diese zwar theoretisch anhaltenden und praktisch trotzdem durchfahrenden Züge sehr viel Unmut herrscht - da sollte man genau Bescheid wissen). Dann die zwar korrekte Antwort des Ostwind Tarifverbunds, die jedoch später relativiert wurde durch eine Fehlinformation.
Beim erwähnten Railjet-Zug gibt es jedoch die Beschränkung, dass sowohl in Sargans als auch in Buchs nur ein „Halt zum Einsteigen“ deklariert ist, d.h. der Zug ist wiederum grundsätzlich nicht für den Lokalverkehr Sargans-Buchs SG geöffnet.
Stimmt nicht. In Sargans ist kein "Halt zum Einsteigen deklariert" - denn man darf als Reisende nach Buchs gar nicht einsteigen. Nur wenn man nach Österreich weiterfährt, darf man. Die zweite Hälfte dieser Antwort beisst sich mit der ersten Hälfte, denn wenn man grundsätzlich einsteigen dürfte, dann auch nach Buchs.
Nun denn, die Antwort des SBB Kundendienstes war höflich und fast klar. Ein paar Auszüge:
Durch den Ausbau des Intercity-Angebotes zwischen Zürich und Chur, und weil der Rangieraufwand von drei Kurswagen in Buchs SG und Zürich zu kostenaufwändig wurde, entschieden wir uns zu diesem Schritt. Weil damals der Stundentakt mit dem Thurbopendel zwischen Buchs SG und Sargans folgte, war das ein idealer Zeitpunkt für die Umstellung des Angebotes.
Im Kursbuch und im Online-Fahrplan ist es mit den entsprechenden Zeichen klar kommuniziert, dass der Zug 465 in Sargans und Buchs SG nur zum Einsteigen für Gäste nach Österreich und weiter hält.
Zwei Stunden später verkehrt der Nachtzug Wienerwalzer ebenfalls ab Zürich HB via Sargans - Buchs SG nach Österreich - Ungarn. Da wir zu dieser Zeit ab Zürich keinen Intercity nach Chur anbieten, haben wir diesen Zug im Sinne eine kundenfreundlichen Lösung für Reisen nach Sargans und Buchs SG geöffnet, dies mit dem Schönheitsfehler, dass nur Reisen in 2. Klasse möglich sind.
Alles klar? Fast. Ich finde diese Sonderzeichen einfach nicht - und das mit den Anzeigetafeln auf dem Bahnhof Sargans ist auch nicht klar. Ansonsten ist es so: Ich warte jetzt jeden Abend auf den Nachtzug, der zwei Stunden später kommt :-)
PS: Wir Rheintaler rutschen vor Dankbarkeit über die ausgebaute Strecke Chur-Zürich fast auf den Knien (kleiner Scherz am Rande). Blöd nur, dass wir auf die vielen, vielen Züge von Sargans nach Chur / Sargans nach Zürich immer noch genau gleich wenige Anschlusszüge haben wie eh und je.
Der Kontakt mit der Oebb war extrem angenehm. Ein kurzes Zitat aus meinem Mailwechsel mit Herrn Derntl vom Kundenservice: "Ich bedaure, dass Sie offensichtlich im Kreis geschickt werden und entschuldige mich bei Ihnen dafür." (Dabei kann er nichts dafür, wenn man mir von der lokalen SBB Schalterstelle antwortet, die Oebb sei zuständig!)
Der Kontakt mit der SBB war wie erwartet. Zuerst die Fehlinformation der lokalen SBB-Stelle, dass die Oebb zuständig sei (was nicht passieren darf, da in unserer Region gerade in Bezug auf diese zwar theoretisch anhaltenden und praktisch trotzdem durchfahrenden Züge sehr viel Unmut herrscht - da sollte man genau Bescheid wissen). Dann die zwar korrekte Antwort des Ostwind Tarifverbunds, die jedoch später relativiert wurde durch eine Fehlinformation.
Beim erwähnten Railjet-Zug gibt es jedoch die Beschränkung, dass sowohl in Sargans als auch in Buchs nur ein „Halt zum Einsteigen“ deklariert ist, d.h. der Zug ist wiederum grundsätzlich nicht für den Lokalverkehr Sargans-Buchs SG geöffnet.
Stimmt nicht. In Sargans ist kein "Halt zum Einsteigen deklariert" - denn man darf als Reisende nach Buchs gar nicht einsteigen. Nur wenn man nach Österreich weiterfährt, darf man. Die zweite Hälfte dieser Antwort beisst sich mit der ersten Hälfte, denn wenn man grundsätzlich einsteigen dürfte, dann auch nach Buchs.
Nun denn, die Antwort des SBB Kundendienstes war höflich und fast klar. Ein paar Auszüge:
Durch den Ausbau des Intercity-Angebotes zwischen Zürich und Chur, und weil der Rangieraufwand von drei Kurswagen in Buchs SG und Zürich zu kostenaufwändig wurde, entschieden wir uns zu diesem Schritt. Weil damals der Stundentakt mit dem Thurbopendel zwischen Buchs SG und Sargans folgte, war das ein idealer Zeitpunkt für die Umstellung des Angebotes.
Im Kursbuch und im Online-Fahrplan ist es mit den entsprechenden Zeichen klar kommuniziert, dass der Zug 465 in Sargans und Buchs SG nur zum Einsteigen für Gäste nach Österreich und weiter hält.
Zwei Stunden später verkehrt der Nachtzug Wienerwalzer ebenfalls ab Zürich HB via Sargans - Buchs SG nach Österreich - Ungarn. Da wir zu dieser Zeit ab Zürich keinen Intercity nach Chur anbieten, haben wir diesen Zug im Sinne eine kundenfreundlichen Lösung für Reisen nach Sargans und Buchs SG geöffnet, dies mit dem Schönheitsfehler, dass nur Reisen in 2. Klasse möglich sind.
Alles klar? Fast. Ich finde diese Sonderzeichen einfach nicht - und das mit den Anzeigetafeln auf dem Bahnhof Sargans ist auch nicht klar. Ansonsten ist es so: Ich warte jetzt jeden Abend auf den Nachtzug, der zwei Stunden später kommt :-)
PS: Wir Rheintaler rutschen vor Dankbarkeit über die ausgebaute Strecke Chur-Zürich fast auf den Knien (kleiner Scherz am Rande). Blöd nur, dass wir auf die vielen, vielen Züge von Sargans nach Chur / Sargans nach Zürich immer noch genau gleich wenige Anschlusszüge haben wie eh und je.
Montag, 14. November 2011
Illegale
Als Autorin hinterfrage ich Dinge. Als Rheintalerin bin ich mit einem sturen Grind (harten Schädel) ausgerüstet. Als Bahnfahrerin fahre ich mit Zügen, die es offiziell nicht gibt und steige an Haltestationen aus, an denen der Zug zwar anhält, aber nur real, nicht gemäss Fahrplan. Was mich nebst Autorin und Rheintalerin zur Illegalen macht, denn gemäss irgendwem darf ich das aus irgendwelchen Gründen nicht - das "irgendwem" und das "irgendwelche Gründe" kenne ich leider noch nicht, aber der Reihe nach:
Weil ich zwar gerne Autorin und meistens auch gerne Rheintalerin bin, aber nicht unbedingt eine Illegale, bin ich der Sache nachgegangen und gestehe: Der zweite Zwischenstand meiner Nachforschungen ist noch weniger erhellend als der erste:
Vom lokalen SBB Schalter erfuhr ich:
Der Oebb Kundenservice schrieb mir:
Und über allem hängt immer noch die Frage, WO geschrieben steht, dass ich in Sargans und Buchs nicht aussteigen darf.
Aber vielleicht ist das die falsche Frage: Vielleicht gibt es weder diesen Zug noch mich, noch irgendwelche Zuständigkeiten - nur die Matrix, diesen grandiosen Tummelplatz der Illusionen.
Weil ich zwar gerne Autorin und meistens auch gerne Rheintalerin bin, aber nicht unbedingt eine Illegale, bin ich der Sache nachgegangen und gestehe: Der zweite Zwischenstand meiner Nachforschungen ist noch weniger erhellend als der erste:
Vom lokalen SBB Schalter erfuhr ich:
Die Oebb bestimmt, welche Personenbeförderungsbestimmungen in ihrem Euronight Nachtzug gelten.
Der Oebb Kundenservice schrieb mir:
Die Euronight (EN) Züge von und nach Zürich werden, ebenso wie alle anderen Fernverkehrszüge auf dieser Strecke, zwischen Buchs und Zürich nicht mehr von der ÖBB-Personenverkehr AG geführt, sondern von der SBB. Die SBB hat entschieden, dass bei EN von Zürich nach Österreich in Sargans und Buchs kein Ausstieg zugelassen ist.
Und über allem hängt immer noch die Frage, WO geschrieben steht, dass ich in Sargans und Buchs nicht aussteigen darf.
Aber vielleicht ist das die falsche Frage: Vielleicht gibt es weder diesen Zug noch mich, noch irgendwelche Zuständigkeiten - nur die Matrix, diesen grandiosen Tummelplatz der Illusionen.
Donnerstag, 10. November 2011
Sie sind Passagierin? Sie wollen Mitfahren? Na, da lachen wir uns aber kaputt.
Als Autorin bin ich viel unterwegs. Seit zwei Jahren nun vorwiegend mit dem öffentlichen Verkehr und einmal abgesehen von den obergrottigen Verbindungen bei mir in der Ostschweiz, ist das eine wirklich prima Sache.
Dachte ich. Bis gestern.
Seit gestern weiss ich, dass ich nicht in den Railjet steigen darf, der um 21.37 nach Buchs SG fährt. Auch nicht, wenn ich ein gültiges Ticket habe. Auch nicht, wenn ich in den SBB Wagen (den Wagen der Schweizerischen Bundesbahn) steige. Auch nicht, wenn die Haltestellen ganz offiziell im Online Fahrplan aufscheinen. Auch nicht, wenn auf der Webseite des Ostwind Tarifverbunds ganz offiziell steht: Innerhalb der gelösten Zonen und der zeitlichen Gültigkeit des Billettes können Sie das gesamte Angebot von Bahn und Bus benützen ...
Kann ich eben nicht. Weil die Oebb das so bestimmt (Antwort der SBB-Stelle in Buchs).
Nur: Diese Oebb, die so bestimmt darüber bestimmt, wer in ihren Zügen mitfährt, fährt damit über das Schweizer Schienennetz, das ich mit meinen Steuergeldern mitfinanziere, sie führt einen Schweizer Waggon in der Zugskomination, den ich mit meinen Steuergeldern mitfinanziere, sie beansprucht Personal, das ich mit meinen Steuergeldern mitfinanziere. Aber wenn ich mitfahren will, lacht die Oebb sich kaputt. Und statt dass die SBB mit Klauen und Krallen für mich kämpft, bescheidet man mir am Ende der Antwort auf meine Frage:
Leider passiert es immer wieder, dass Personen Richtung Sargans/Buchs den Euronight der Oebb benützen.
Sind aber auch wirklich lästig, wir Passagiere. Wollen tatsächlich in Züge einsteigen, die an unseren Bahnstationen anhalten. Also bitte, wo kämen wir denn da hin, wenn das jeder machen würde?
PS: Witziges Detail am Rande: Der Slogan des Ostwind-Tarifverbundes lautet: Der Ostwind bläst für alle. Vielleicht müsste man den Slogan ändern in "Der Ostwind bläst für fast alle."
PPS: Ich denke, es ist so, wie eine Mitreisende mir gestern sagte: Es ist Zeit für ein bisschen zivilen Ungehorsam. Oder zumindest für einen kleinen persönlichen Aufstand. Weshalb ich jetzt mal ein paar offizielle Stellen anschreiben werde.
Dachte ich. Bis gestern.
Seit gestern weiss ich, dass ich nicht in den Railjet steigen darf, der um 21.37 nach Buchs SG fährt. Auch nicht, wenn ich ein gültiges Ticket habe. Auch nicht, wenn ich in den SBB Wagen (den Wagen der Schweizerischen Bundesbahn) steige. Auch nicht, wenn die Haltestellen ganz offiziell im Online Fahrplan aufscheinen. Auch nicht, wenn auf der Webseite des Ostwind Tarifverbunds ganz offiziell steht: Innerhalb der gelösten Zonen und der zeitlichen Gültigkeit des Billettes können Sie das gesamte Angebot von Bahn und Bus benützen ...
Kann ich eben nicht. Weil die Oebb das so bestimmt (Antwort der SBB-Stelle in Buchs).
Der Railjet 20.40h ab Zürich ist ein Euronight Nachtzug der Oebb. Dieser Nachtzug erscheint nicht im Fahrplan (www.sbb.ch) sofern sie im Fahrplan Bestimmungsort bis Sargans oder Buchs eingeben. Dieser Nachtzug der Oebb ist nur für Reisende Richtung Österreich und Kroatien.
Reisende Richtung Sargans und/oder Buchs benützen die Züge gemäss Fahrplan (www.sbb.ch), z.B. ab Zürich 20.37h, mit Anschluss in Sargans Richtung Buchs.
Ebenfalls kann man somit auch nicht in Sargans einsteigen in den Railjet mit Abfahrt 21.37h nach Buchs. Reisende nach Buchs benützen wie im Fahrplan (www.sbb.ch) angegeben den Zug 21.44h.
Die Oebb bestimmt, welche Personenbeförderungsbestimmungen in ihrem Euronight Nachtzug gelten.
Nur: Diese Oebb, die so bestimmt darüber bestimmt, wer in ihren Zügen mitfährt, fährt damit über das Schweizer Schienennetz, das ich mit meinen Steuergeldern mitfinanziere, sie führt einen Schweizer Waggon in der Zugskomination, den ich mit meinen Steuergeldern mitfinanziere, sie beansprucht Personal, das ich mit meinen Steuergeldern mitfinanziere. Aber wenn ich mitfahren will, lacht die Oebb sich kaputt. Und statt dass die SBB mit Klauen und Krallen für mich kämpft, bescheidet man mir am Ende der Antwort auf meine Frage:
Leider passiert es immer wieder, dass Personen Richtung Sargans/Buchs den Euronight der Oebb benützen.
Sind aber auch wirklich lästig, wir Passagiere. Wollen tatsächlich in Züge einsteigen, die an unseren Bahnstationen anhalten. Also bitte, wo kämen wir denn da hin, wenn das jeder machen würde?
PS: Witziges Detail am Rande: Der Slogan des Ostwind-Tarifverbundes lautet: Der Ostwind bläst für alle. Vielleicht müsste man den Slogan ändern in "Der Ostwind bläst für fast alle."
PPS: Ich denke, es ist so, wie eine Mitreisende mir gestern sagte: Es ist Zeit für ein bisschen zivilen Ungehorsam. Oder zumindest für einen kleinen persönlichen Aufstand. Weshalb ich jetzt mal ein paar offizielle Stellen anschreiben werde.
Montag, 7. November 2011
Schweizer Kinder- und Jugendbuchschaffende
Die Schweizer Kinder- und Jugendbuchschaffenden haben sich mit AUTILLUS eine Plattform gegeben. Nachdem es eine Weile lang eher etwas ruhig geworden war in und um den Verein, ist er jetzt wieder sehr aktiv. Gerade eben, habe ich Neuerscheinungen und Veranstaltungen auf die Autillus-Webseite aufgeladen. Womit so nebenbei auch gesagt ist, dass ich Vereinsmitglied bin. Eigentlich sogar ein bisschen mehr. Ich bin im Vorstand.
Im Moment sieht das so aus: Wir haben ungefähr eine Zillion Ideen mehr als wir Arbeitskapazität haben. Wir sind in Aufbruchstimmung. Dabei gehen wir so schnell, wie wir nur können. Schneller geht nicht. Weshalb wir immer noch eine Webseite haben, die ... na ja ... selber gucken ... Und weshalb wir immer immer wieder Dinge auf Eis legen müssen, so weh es auch tut. Was aber für alles entschädigt: Die Mitglieder werden von Monat zu Monat aktiver.
Das wird. Das wird. Halt einfach nicht grad jetzt, sondern so "noodisnoo". Wer uns dabei zusehen und / oder mitmachen möchte: www.autillus.ch
Im Moment sieht das so aus: Wir haben ungefähr eine Zillion Ideen mehr als wir Arbeitskapazität haben. Wir sind in Aufbruchstimmung. Dabei gehen wir so schnell, wie wir nur können. Schneller geht nicht. Weshalb wir immer noch eine Webseite haben, die ... na ja ... selber gucken ... Und weshalb wir immer immer wieder Dinge auf Eis legen müssen, so weh es auch tut. Was aber für alles entschädigt: Die Mitglieder werden von Monat zu Monat aktiver.
Das wird. Das wird. Halt einfach nicht grad jetzt, sondern so "noodisnoo". Wer uns dabei zusehen und / oder mitmachen möchte: www.autillus.ch
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