Mittwoch, 1. Februar 2012

Es gibt Momente ...

... da schickt einem das Leben genau die richtigen Leute über den Weg. Gestern zum Beispiel. Zwei Menschen am Bahnhof. Beide mit einem Rucksack, der auf eine längere Expedition schliessen liess. Meine war klar: Ich war auf Lesetour. Was die andere Person, die ich flüchtig kannte, mit ihrem Gepäck vorhatte, vergass ich zu fragen, weil unser Gespräch so interessant wurde, dass es schlicht völlig unwichtig war. Es ging um Greenpeace, um Freiwilligenarbeit, um Bezahlung bei solchen Organisationen, um die Frage, wo das Geschäftliche, konkret das Geld, zu sehr in die Philosophie der Organisation eingreift. Und um die Frage, ob es jemals eine gerechte Lösung für diese Probleme geben kann.

In Rorschach stieg die andere Person aus. Ich fuhr mit einer ungeheuren Zufriedenheit und Gelassenheit weiter. Dabei hatte ich mich am Vorabend ziemlich geärgert. Genau über so eine Gerechtigkeitsfrage im Freiwilligenbereich. Das Gespräch führte dazu, dass ich alles aus einer anderen Perspektive sehen konnte. Allein das reichte, um einen ganzen Knoten zu lösen.

Sonntag, 22. Januar 2012

Intouchables - Ziemlich beste Freunde

Einer der besten Filme, die ich je gesehen habe. 10'000 Meilen weg vom üblichen Hollywood-Komödienschrott.

Samstag, 21. Januar 2012

MUS_E oder Ein neues Projekt, auf das ich mich freue

Ende letzten Jahres wurde ich angefragt, ob ich Interesse hätte, einmal die Woche mit Schulkindern an einem Schreibprojekt zu arbeiten. Ich hatte. Eigentlich und grundsätzlich. Aber da war mal wieder dieses ABER ...

Es gibt in der Schweiz das Projekt des Schulhausromans, in dem ein Autor / eine Autorin eine Schulklasse begleitet und bei dem als Resultat ein fertiger Roman entsteht, geschrieben von den Kindern / Jugendlichen. Ganz ehrlich: Ich traue mir das nicht zu und habe immer gehofft, dass mich niemand anfragen wird, ob ich da mitmachen möchte. Und dann hatte ich plötzlich diese sehr nette Dame am Telefon, die mich fragte, ob ich Interesse hätte, mit Schulkindern ein Schreibprojekt zu realisieren.

"Ja", sagte ich. "Wenn es am Ende kein Schulhausroman werden muss."
Ich hatte Glück: Es muss am Ende keinen Roman geben! Es steht mir sogar ziemlich (oder ganz) frei, was die Schüler und ich genau machen werden.

Letzten Montag habe ich mich mit Adriana Büchler, die das Projekt betreut, und der Lehrerin, mit deren Klasse ich arbeiten darf, getroffen. Wir haben gleich Nägel mit Köpfen gemacht und die Daten festgelegt. Ab 13. Februar werde ich bis zu den Sommerferien einmal pro Woche, am Montagmorgen, eine Doppellektion lang mit den Schülern arbeiten. Das Ziel des Projekts ist auf der Webseite von MUS_E folgendermassen beschrieben:
Im Mittelpunkt der MUS-E Projekte steht die soziale, emotionale und körperliche Sensibilisierung von Schulkindern einer Klasse im Rahmen einer ganzheitlichen Bildung. Künste unterschiedlichster Sparten wie Theater, Tanz, Musik, bildende Kunst oder Film werden über zwei Jahre wöchentlich während zwei Lektionen in den Schulalltag integriert. Schülerinnen und Schüler sollen mithilfe der Künste sich selbst und die Umwelt besser verstehen lernen und ihre Fähigkeiten und Stärken entdecken.
Und nun purzeln sie, die Ideen! Einige verdichten sich, andere fransen noch aus. Da ich bis zum Projektbeginn genügend Zeit habe, lasse ich sie in meinem Kopf ihre Runden drehen und sortiere sie dann zu einem Rohkonzept. Wie ich anfangen will, weiss ich schon. Einige andere Ideen habe ich auch schon. Und dass wir am Ende auch etwas zum Vorzeigen / Vorlesen haben werden, das steht ebenfalls fest. Ein bisschen Bammel habe ich immer noch, aber die Vorfreude überwiegt deutlich.

Donnerstag, 19. Januar 2012

Auf der virtuellen Interviewcouch bei den Bücherkindern

Ich würde diesen Blogeintrag gerne witzig, unterhaltsam und spannend anfangen, aber ich hänge total ausgeknockt in den Seilen. Die Zürcher Lesetour fährt mir heftig in die Knochen. Aufstehen um 5 Uhr morgens, jeden Tag stundenlang Bahn fahren und bis zu drei Lesungen an einem Tag. Irgendwie fällt mir das schwerer als letztes Jahr, was nicht an den Jugendlichen oder ihren Lehrkräften liegt - im Gegenteil. Es liegt an mir. Ich glaube, ich werde alt ... oder mir fehlt für dieses Jahr (noch) die Leseroutine.

UPDATE: Später ... So, erholt :-) Und jetzt ist mir auch eine bessere Einleitung eingefallen. Also. Da capo:

Ich hatte das grosse Vergnügen, für Stefanie Leo von den Bücherkindern 10 Fragen beantworten zu dürfen. Eine der Fragen lautet: Jede Menge Superhelden im Kinderbuch, welche "Superkraft" würden Sie gerne besitzen? Ratet mal! (Kleiner Tipp: Hat mit den langen Bahnfahrten in übervollen Zügen zu tun). Wer's nicht herausfindet, kann die Antwort hier nachlesen.

Dienstag, 17. Januar 2012

Fehlstart ... mal wieder die liebe SBB

Liebe SBB

Da zieht ein Passagier eine Notbremse und legt damit 179 Züge lahm. Okay, dumm gelaufen. Was ich euch aber sehr übel nehme ist eure himmelschreiende Nichtinformationspolitik:

Zug von Chur nach Zürich. Ich muss in Pfäffikon umsteigen, weil ich weiter nach Uster muss. Kurz bevor der Zug am Bahnhof anhält, erklingt der Glockenton und eine nette Stimme verkündet: "Nächster Halt Sargans."
Nö. Da bin ich vor 40 Minuten eingestiegen.
Der gute Mann im Führerstand bemerkt seinen Fehler, drückt das Knöpfchen erneut. "Nächster Halt Ziegelbrücke."
Falsch. Da waren wir vor 20 Minuten.
Beim dritten Anlauf (der Zug steht jetzt schon fast still) klappts dann mit der Durchsage. "Nächster Halt Pfäffikon."
Wir steigen aus. Ich wusle zur Plattform, von der aus mein Zug nach Uster fährt. Schaue auf die Tafel zum Checken, ob ich richtig bin und lese "Zugausfall".
Oha.
Eine Lautsprecherdurchsage gibt es keine. Der Zug nach Zürich, aus dem ich ausgestiegen bin und von wo ich alternativ nach Uster käme ist weg - ohne dass der gute Knöpfchendrücker im Führerstand ein Wort davon gesagt hat, dass Passagiere nach Uster da im Moment grad nicht hinkommen.
Ziemlich angesäuert gehe ich an den Schalter, wo man mir eine Verbindung rausschreibt, die es nicht ermöglicht, rechtzeitig am Leseort einzutreffen (obwohl ich mit der regulären Verbindung 40 Minuten zu früh gewesen wäre.)

Kurz: Das war ein ziemlicher Stress!

Wie gesagt: Shit happens. Aber mit einer Informationspolitik, die auch nur annähernd eine gewesen wäre, hätte man uns a) schon im Zug darüber informieren können, dass wir uns nach Alternativen umsehen sollen oder b) wenigstens nach dem Aussteigen IRGENDWIE informieren können.

Witzigerweise wurde ich heute - zum x-ten Mal innerhalb weniger Wochen - in einer Umfrage gefragt, wo ich denn hinfahren möchte. Das nächste Mal werde ich die Station angeben, aus der ich eben losgefahren bin.

PS: Die Morgenlesung war dann leider ziemlich kurz, da ich auch für den Weg nach Stäfa, Frohberg genügend Zeit für Verspätungen eingeplant hatte. Zum Glück!

Donnerstag, 12. Januar 2012

Grund zum Feiern

Als ich heute von den Lesungen in Wädenswil nach Hause kam, wartete eine Schachtel mit dead.end.com Exemplaren auf mich. Das bedeutet, dass die im Dezember vom Verlag mündlich angekündigte zweite Auflage Tatsache geworden ist!

Dann waren da noch wunderbar nette Mails in der Mailbox - so nett, dass ich schlicht und einfach gerührt war. Der Inhalt ist vertraulich, aber so viel kann ich sagen: So hart und schwierig unser berufliches Umfeld auch ist, es finden sich darin immer wieder sehr nette Menschen, die es schaffen, einen mit Worten zu tragen und zu motivieren.

Ich freue mich sehr auf das Schreibjahr 2012. Es ist ungewisser als die Jahre zuvor, aber ich bin es mit viel Schreiblust und Schreibfreude angegangen und deshalb bin ich sicher: Es wird ein gutes Jahr.(Anmerkung: Ich habe nicht vergessen, dass ich einen ausführlichen Blogeintrag über das Schreiben versprochen habe. Er kommt bestimmt noch!)

Dienstag, 10. Januar 2012

Wie ein Flügelschlag

Ich hatte Post in meiner Mailbox. Betreff: "Guck mal." Weil ich immer gerne gucke, wenn jemand, den ich sehr mag, mich dazu auffordert, ging ich also gucken. Und jetzt sage ich euch: GUCKT MAL! Aber nicht nur. LEST AUCH. Es lohnt sich. Versprochen.

Montag, 9. Januar 2012

Memory Error

Die letzten zwei Bücher, die ich gelesen habe, waren Bücher für Erwachsene. Eine blöde Bezeichnung: Bücher für Erwachsene, nicht wahr? Vielleicht sage ich es anderes rum: Es waren keine Jugendbücher. Das macht die Sache noch viel blöder. Denn: Jugendbücher sind immer auch Bücher für Erwachsene. Aber das ist ein Thema für sich ... (und ich kann mich an anderer Stelle dann mal über die Bezeichnung "Jugendbuch" auslassen).

Gelesen habe ich:

Kevin Brooks, Schlafende Geister. Seinen ersten Erwachsenenroman. Ich habe lange überlegt, ob ich das Buch lesen soll. Ich habe gezögert. Und ich hätte es vielleicht bleiben lassen sollen. Zu viele Klischees. Hart, aber fast durchgehend ohne diese wahnsinnige Poesie, die seine - auch harten - Jugendbücher so besonders macht.

Lisa Unger, Für immer sollst du schweigen. Ich stand am Bahnhof und bemerkte, dass ich kein Buch hatte. Also ging ich mir eins suchen. Das war gar nicht so einfach. Ich liebe Krimis und Thriller, aber ich habe die Nase voll von Serienkillern, die so blutig wie möglich (auch Kinder) misshandeln und schlachten. Ich mag auch keine saufenden Ermittler mehr, die irgendein Elend ertränken müssen (genau so einen hat Kevin Brooks leider). Kurz bevor ich aufgrund der Klappentexte aufgab (blutdrünstige Serienkiller / saufende Ermittler) fand ich das Buch von Lisa Unger. Ich las die erste Seite und dachte: Na ja, zur Not geht das ja. Es ging dann viel mehr als zur Not, weil es weniger um das Verbrechen als um die Figuren ging, die sich im Leben verheddert haben. Zudem kann die Frau wirklich gut schreiben.

Aber so richtig satt hat mich keines dieser Bücher gemacht. Weshalb ich als nächstes zu einem Jugendbuch griff. Ich kaufte das Buch, weil mir der Titel und der Klappentext gefielen. Fertig gelesen habe ich es noch nicht, ich bin noch nicht einmal in der Hälfte, aber ich kann jetzt schon sagen: DAS ist ein Buch, das mir unter die Haut geht. Es hat mir bewusst gemacht, was den anderen beiden fehlt. Es ist messerscharf und total unsentimental geschrieben, das Thema packt, die Figuren sind so echt, dass man sich fragt, ob die Geschichte eine wahre Geschichte ist. Das ist, was ich lesen möchte. So möchte ich schreiben. So und nicht anders. Und so ist das Buch auch ein Wegweiser für mich. In diese Richtung soll meine Schreibreise (weiter)gehen.

Das Buch heisst Memory Error. Geschrieben hat es T.A.Wegberg, eine Autorin, von der ich noch nie gehört habe. Leider. Wenn ihr dem Link folgt, klickt auf "Blick ins Buch". Es lohnt sich.

Sonntag, 8. Januar 2012

Haltestelle

Heute Mittag, da stand ich nach zweieinhalb Tagen in der Winterlandschaft in den Bergen an der Bushaltestelle mitten im Dorf - und ich dachte, dass ich am liebsten bleiben würde. Wenn nicht für immer, dann für eine lange Zeit. Aber mit der Zeit ist es so: Es gibt für alles seine Zeit. Die Zeit für die Berge ist noch nicht da. Sie wird kommen. Später. Bis dahin werde ich wohl noch oft an der Bushaltestelle stehen. Nicht immer wird es so wunderschön aussehen wie heute. Aber ich denke, es wird sich immer gut anfühlen.

Mittwoch, 4. Januar 2012

Gemeinsame Lesungen und Workshops

Gestern traf ich einer einen erholten, gut gelaunten und voll motivierten Stephan Sigg. Weil wir beide ein strenges Herbstprogramm gehabt hatten, mussten wir unsere normalerweise monatlichen Treffen auf Eis legen, zusammen mit unseren gemeinsamen Projekten. Jetzt aber!

Wir möchten uns für 2012 aktiv um gemeinsame Lesungen bewerben. Die Erfahrung der Lesung im Oktober hat uns darin bestärkt, diesen Weg zu gehen. Lesungen zu zweit sind nicht nur für uns spannend, auch die Rückmeldungen aus dem Publikum bestätigen uns, dass diese Art Lesung sehr gut ankommt. Wir lesen nicht isoliert nacheinander, sondern miteinander. Die vorgelesenen Stellen sind in ein Gespräch zwischen den Autoren eingebettet. Dadurch lebt die Lesung - vor allem auch, weil wir zwar beide für Jugendliche schreiben, uns jedoch auf verschiedenen Themengebieten bewegen. Das Einbinden des Publikums in diesen Dialog zwischen den Autoren belebt die Lesung zusätzlich. Da geht's um Gewalt in Jugendbüchern, die neuen Medien in den Jugendbüchern, darum, wie die Autoren und die Jugendlichen damit umgehen, darum, was der Autor erreichen möchte, was sich die Leser wünschen ... und und und. Es sind keine Lesungen à la "Wir da oben und ihr da unten" und am Ende darf man Fragen stellen. Das Publikum ist von Anfang an mit einbezogen.

Diese ungeheure Energie, die sich bei gemeinsamen Lesungen entwickelt, möchten Stephan und ich auch für Workshops nutzen. Zurzeit arbeiten wir an einem Workshop über die verschiedenen Möglichkeiten, wie Kulturschaffende die neuen Medien nutzen können. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass für nicht wenige der Kulturschaffenden das Internet auch heute noch etwas ist, vor dem man zurückschreckt. Man kann sich das vielleicht nicht vorstellen, aber es gibt auch heute noch Kulturschaffende ohne eigene Mailadresse (nicht mehr viele) und eigene Webseite (doch noch einige). Stephan als begeisterter Social Media Nutzer und ich als eher skeptische Social Media Nutzerin möchten in diesem Workshop von Grund auf an die Sache herangehen, so quasi ein "neue Medien für Anfänger" anbieten aber auch der Frage nachgehen: Was brauche ich ganz persönlich und was brauche ich nicht, was bringt mir etwas und wann bringt es mir etwas - und wann und wie eben nicht.

Dann  möchten wir auch unsere Textbar, die im Moment friedlich vor sich hinschlummert, entstauben und zumindest wieder in die Gänge bringen. Den Traum eines eigenen Online-Magazins für Schweizer Jugendbücher haben wir auf Eis gelegt. Wir mussten feststellen, dass uns so ein Projekt zeitlich weit über unsere Grenzen bringen würde. Im Moment spukt in unseren Köpfen auch die Idee für einen Schreibwettbewerb herum. Auch das wäre ein grösseres Projekt, weshalb wir auch diese Idee erst einmal auf sehr kleinem Feuer köcheln lassen.

So gehen wir jetzt erst einmal eins nach dem anderen an. Ich erwarte keine Siebenmeilenschritte dieses Jahr - dazu sehen unsere Terminkalender schon wieder zu voll aus. Aber ich freue mich auf jeden Schritt, den wir gemeinsam machen werden.

Montag, 2. Januar 2012

Ein Blick ins neue Jahr

Gestern, bei Eintippen der Januar-Aktivitäten in die Pinnwand, ist mir fast ein bisschen schwummelig geworden. Das sieht nicht nur nach viel aus - das IST viel. Vor allem die Lesungen sind diesen Januar zum Teil sehr anstrengend, nicht wegen der Lesungen, sondern wegen der Anfahrtswege. Ich lese an Orten, die von meiner Ostschweizer Pampa aus mit dem öffentlichen Verkehr nur sehr umständlich zu erreichen sind. An zwei Veranstaltungsorte werde ich wohl mit dem Auto hinmüssen, weil es sonst einfach zu kompliziert oder zeitlich zu knapp wird. Zudem wechsle ich einige Male über den Mittag den Leseort, sprich, ich bin über die Mittagszeit zum Teil eine ganze Weile unterwegs. Aber ich will nicht jammern. Ich freue mich nämlich riesig auf diese Lesetour im Kanton Zürich!

Für den 25. Januar habe ich mich in Zürich in ein Hotel eingebucht. Da ist nämlich am Abend die Hauptversammlung von Autillus (Verein der Kinder- und Jugendbuchschaffenden) und ich möchte dieses Mal nicht frühzeitig losdüsen müssen wie sonst immer, um dann doch spät Abends zu Hause anzukommen und sehr früh morgens wieder loszufahren. Ich bin sicher, dass die Versammlung sehr interessant wird, da der Vorstand 2011 ein paar ziemlich spannende Projekte angedacht, angerissen und aufgegleist hat. So haben wir zum Beispiel seit einigen Monaten einen Newsletter, der sich total gut sehen lässt! Mehr zu dieser Versammlung dann aber NACH der Veranstaltung vom 25. Januar.

Morgen treffe ich mich mit Stephan Sigg. Wir beide haben auch ein paar Ideen und Projekte in der Pipeline - und leider nur beschränkte Zeit (ja, auch unsere Tage haben nur 24 Stunden), weshalb wir die Dinge langsam, aber trotzdem mit Begeisterung angehen.

Und am 16. Januar findet ein Treffen für ein ganz neues Projekt statt. Wenn es nicht in letzter Minute scheitert, werde ich in der ersten Jahreshälfte etwas für mich Neues machen, etwas, auf das ich mich freue, dem ich aber auch mit ziemlich viel Respekt und auch einem kleinen Bammel entgegensehe. Auch dazu mehr nach dem Trefffen.

Der Januar hat es also in sich. Aber keine Bange. Im Februar wird es für eine Weile ruhiger. Im März brummt es wieder mit einer Lesetour im Kanton Aargau, Einzellesungen und der Leipziger Buchmesse. Im April verziehe ich mich ins stille Kämmerlein, um dann im Mai voll in die Ostschweizer Schullesungen einzusteigen. Danach sieht es noch ziemlich leer aus in der Agenda, was mir völlig recht ist. Frau Autorin sollte ja auch schreiben, nicht wahr? Nun, dazu werde ich auch in der ersten Jahreshälfte Zeit haben, aber so richtig Gas geben werde ich ab Mai.

Was ich schreiben werde? Das ist nun wieder eine Geschichte für sich. Eine ganz lange. Ich habe nämlich die letzten zwei Jahre sehr intensiv über das Schreiben nachgedacht. Ja, das klingt endlos, fühlte sich auch endlos an (und auch nicht immer gut), aber ich weiss jetzt genau, was ich will. Aber eben, dazu auch noch was zu schreiben, würde diesen sowieso schon langen Blogeintrag sprengen. Mehr zu diesem Thema deshalb auch später. Wichtig ist: Ich WERDE schreiben.

Sonntag, 1. Januar 2012

Eine frisch verschneite Wiese

Ein neues Jahr ist für mich eine frisch verschneite Wiese: wie eine Verheissung liegt es noch unberührt vor mir. Ich freue mich jedes Jahr auf die neuen Schritte und die ersten Spuren. Der Zufall wollte es, dass für mich der Jahresanfang schon auf den letzten Tag des vergangenen Jahres fiel. Wie es dazu kam, ist nicht wichtig (hat was mit meiner Schusseligkeit zu tun). Wichtig ist: Ich fuhr gestern, am letzten Tag des alten Jahres, alleine in die Berge.

Schon die Fahrt durch die tief verschneite Rheinschlucht war ein einmaliges Erlebnis. Die Rheinschlucht ist ein Stück wildes, unberührtes Land in unserer überbauten Schweiz. Wenn man in sie hineinwandert, bleibt alles andere zurück. Es gibt keine Strasse durch die Schlucht, nur eine Bahnlinie, jene der rätischen Bahn, so etwas Ähnlichem wie einer roten Miniatureisenbahn. Ich habe jede Sekunde dieser Fahrt in mich aufgesogen und ihr einen Logenplatz in meiner Erinnerung geschaffen.

In Ilanz wechselte ich aufs Postauto und fuhr damit ins Val Lumnezia. Beim Altersheim stieg ich aus und lief die Strecke zum Haus hoch. Schon in der Einfahrt versank ich weit über die Knie im fluffigen Neuschnee. Wie ein kleiner Schneepflug schlug ich mich zur Haustür durch. Lange blieb ich nicht. Es reichte, einen Kaffee zu trinken, den Vogelfuttervorrat aufzufüllen, eine Weile lang den Vögeln zuzusehen, ein paar Fotos zu schiessen und mich als glücklichsten Menschen auf diesem Planeten zu fühlen. Danach ging's zurück.

Ich wartete im grössten Schneetreiben eine kleine Ewigkeit auf das Postauto. Als es endlich kam, reichte es nur noch für einen Stehplatz und obwohl wir viel zu spät waren, um den einmal pro Stunde fahrenden Zug noch zu erreichen, ärgerte sich niemand. Niemand war gereizt. Niemand wurde laut. Es war tiefster Winter und der tiefste Winter macht sich seine eigenen Gesetze. Es war, als würde die Zeit anhalten und uns am Ende des Jahres bewusst machen, wie wenig wichtig sie doch ist.

Zuhause dann, da explodierten kurz vor Mitternacht in unserem Wohnviertel ungefähr eine Zillion Munitionsdepots (so zumindest klang es). Jeder Hüüslibesitzer wollte sein eigenes Feuerwerk für sich. Jeder das grössere, bessere, coolere und längere. Den Rekord hält ein Nachbar, der mit seinem Feuerwerk im Alleingang jede Kleinstadt-Neujahresfeier mit links überboten hat. Der Begriff "sich die Birne zuzuknallen" erhielt eine neue Bedeutung. Da war kein Raum für Stille mehr. Vielleicht wurde mit diesem Geballer das Jahr 2011 erschossen. Oder die Hoffnung auf ein besser 2012 laut in den Himmel geschrieen. Vielleicht ist das einfach die ganz neue Art, den Jahreswechsel zu feiern. Keine Ahnung. Mir ist die verschneite Wiese lieber.

Wasserfall hinter dem Haus

Blick ins Tobel (Jutta, der kleine Vorwitzige ist Hermann)

Weg zum Haus

Warten an der Bushaltestelle

Freitag, 30. Dezember 2011

Bunter Jahresausklang

Bin ich froh, liest Frau Tochter, was sie liest (gestern ihre Punkzeitschrift, deren Schrift so klein ist, dass man mit Vorteil 17 ist oder eine gute Brille hat)... und mir dann davon erzählt (ich bin nicht mehr 17 und meine Brille habe ich im Haus in den Bergen vergessen). Dank Frau Tochter und ihrer Lektüre weiss ich seit gestern, dass es Urban Knitting und Guerilla Gardening gibt. Ich mache es kurz: Ich bin begeistert! Guckt doch mal hier und hier.

Weder Urban Knitting noch Guerilla Gardening sind neue Phänomene. Ich staune immer wieder, was ich im Leben so alles verpasse. Ein guter Grund, noch weniger Alltagsgefangene und noch mehr Perlentaucherin zu werden. Denn es gibt sie, die Perlen und die bunten Steine im Leben. Man übersieht sie nur häufig im Grau des Nachrichtenalltags mit all seinen Schreckensmeldungen. In diesem Sinne: Augen auf im neuen Jahr!

Donnerstag, 29. Dezember 2011

Social Media. Der Saft ist raus.

Mich langweilt das ganze Social Media Zeugs. Facebook, Twitter, Google +, alles. Den Twitter Account habe ich gelöscht. Mein Google + Account ruht friedlich vor sich hin. Facebook interessiert mich nicht, hat mich privat ehrlich gesagt noch nie interessiert. Es ist so, wie Manfred Messmer in seinem Blog schreibt: "ES TUT SICH NIE ETWAS INTERESSANTES AUF FACEBOOK!" (Die Grossbuchstaben sind von ihm, nicht von mir - es muss ihn also gewaltig langweilen.) Es ist Smalltalk. Es ist Werbung für sich oder das Produkt, das man anpreist. Wobei mir scheint, dass das manchmal genau dasselbe ist. Ich bin keinen Deut besser. Privates werde ich NIE auf Facebook stellen. Wenn andere es tun, zieht sich in mir alles zusammen, weil ich mir vorstelle, wer da alles mitliest. Bleibt das Berufliche. Was dann wohl Werbung ist. Damit gehöre ich, fürchte ich, für Herrn Messmer zu jenen von seinen Freunden, von denen er nur Schrott liest. Ich kann ihm nicht einmal widersprechen, denn was ich auf FB von mir oder meiner Arbeit preisgebe, ist nicht das wirklich Interessante. Das wirklich Interessante tausche ich privat aus.

Es wäre also konsequent, wenn ich meinen FB Account löschen würde. Aus persönlichen Gründen, aber auch aus jenen Gründen, weshalb ich mit FB nie richtig warm geworden bin: FB sammelt mir zu viele Daten. Viel zu viele Daten. Wer mehr darüber wissen will, folge doch bitte dem Link im Blogeintrag von Herrn Messmer (siehe Link weiter oben).

Warum ich es nicht tue: Weil ich ein Feigling bin. Weil ich mir einrede, ich müsse von Berufswegen einen FB Account haben. Weil die Leute da draussen doch irgendwie erfahren müssen, was es von mir Neues gibt. Weil ich zu einigen Leuten nur per FB Kontakt habe. Aber immerhin gibt es mittlerweile immer häufiger Tage, an dem ich mir das mit dem Löschen ernsthaft überlege.

UPDATE: Ich habe mich entschieden, meinen FB Account stehen zu lassen, aber nicht mehr zu nutzen - ausser für gelegentliche Meldungen auf meiner Autorinnenseite. So ganz zufrieden bin ich mit dieser Lösung nicht, aber es ist die, mit der ich im Moment leben kann.

Samstag, 24. Dezember 2011

Power of words



(danke an Jonny Gauer für den Link)

Für die Festtage eingedeckt ... und Frage 15 von 81

Ich habe mich für die Festtage eingedeckt. Mit Büchern :-) Was mich direkt zu Frage 15 bringt:


Nein.

Weil Herr Sohn sehr viel mehr liest als ich (ich kenne niemanden, der mehr liest als er). Leider sind unsere Lesegeschmäcker nicht kompatibel. Wären sie es, müsste ich wohl nie wieder ein Buch kaufen. Bei Orks, Zwergen, sprechenden Bäumen und kämpfenden Stämmen muss ich jedoch passen.

Weil Frau Tochter von langjähriger (Fastnicht)Leserin zu einer der spannendsten Leserinnen geworden ist, die ich kenne. Sie liest Dinge, die sonst niemand liest, den ich kenne. Im Gegensatz zu den Büchern von Herrn Sohn greife ich sehr gerne nach ihren Büchern, die von abgedrehten amerikanischen Kurzgeschichten bis hin zu Fachliteratur über die Geschichte des Punks reichen.Mittlerweile liest Frau Tochter also mindestens gleich viel wie ich, in Phasen, in denen ich schreibe, ganz bestimmt mehr als ich.

Nach der Lesegewohnheit von Herrn Ehemann wurde zwar nicht gefragt. Es sei jedoch verraten, dass auch er ein überzeugter Leser ist. Womit ich in einem Haus mit lauter Lesefreaks wohne. Ich bin nicht einmal die Einzige, die in unserer Familie schreibt. Ich bin also bestens aufgehoben :-)

Nun freue ich mich auf die Festtage - mit all den Büchern, die  ich mir gekauft habe. Unter anderem dem ersten Erwachsenenroman von Kevin Brooks.

Freitag, 23. Dezember 2011

81 Fragen an ... Verlagsuche

Ich habe mich mit meinem ersten Buch Blackout zuerst direkt bei Verlagen beworben. Wie bei vielen anderen Autoren, lagen dann erst mal Absagebriefe im Briefkasten (falls überhaupt). Nun ja, dachte ich mir, dann ist meine Geschichte halt nicht gut genug. Ich hörte also auf zu suchen, feilte weiter an der Geschichte von "Blackout" und begann andere Projekte. Eine Kollegin empfahl mir dann ihren Agenten und stellte den Kontakt zwischen uns beiden her. Ihm gefiel mein Schreibstil und die Geschichte, aber er meinte, da müsse ich noch einmal gründlich drüber. Aufgrund seiner Anmerkungen habe ich den Text nochmals überarbeitet und ihn danach in seine Hände gelegt. Er suchte. Ich schrieb an anderen Projekten, unter anderem nahm ich am NaNoWriMo teil (diesem irren Projekt, in dem jedes Jahr zig-tausende Schreibbegeisterte im November versuchen, 50'000 Wörter zu schreiben und zu so etwas wie einer Geschichte zusammenzufügen). Mitten in dieses fiebrige Projekt hinein (ich hatte Kinder, eine eigene Firma und schrieb vorwiegend nachts, um auf die 50'000 Wörter zu kommen) kam die Nachricht, dass der Thienemann Verlag den "Blackout" herausgeben würde. Ich denke, ich hatte nicht zuletzt Glück. Thienemann suchte einen Jugendkrimi - ich bot einen an, hatte also sozusagen das richtige Buch zur richtigen Zeit.

Aus dem NaNoWriMo-Text wurde übrigens - extrem stark überarbeitet - das zweite Buch von mir (Schlechte Karten). Blackout ist zu meinem erfolgreichsten Buch geworden. 2007 erschienen, verkauft es sich nach wie vor gut, wahrscheinlich nicht zuletzt, weil es in vielen Schulklassen zur Klassenlektüre geworden ist.

Mittwoch, 21. Dezember 2011

81 Fragen an ... Wie alles anfing ...


Ich bin für diese Frage die hinterste Ecke meines Dachbodens gekrochen und habe die Riesenschachtel mit den Texten aus meiner Jugendzeit hervorgeholt (als Grössenvergleich steht mein erstes Buch Blackout daneben).


In dieser Schachtel befinden sich hauptsächlich Tagebücher, aber auch Gedichte, Songtexte und ein paar angefangene Romane - bis auf einen Text alles von Hand geschrieben, weil ich zu der Generation gehöre, die ohne Computer aufgewachsen ist.

eine meiner ersten - angefangenen - Geschichten  (1975)

mein allererstes Schreibmaschinenmanuskript -
von Normseiten hatte ich damals keine Ahnung :-)

Songtext von damals

mein Deutschlehrer möge mir verzeihen -
viele meiner Texte sind in seinem Unterricht entstanden

Wenn ich so in meine Geschichten von damals hineinlese, sehe ich, dass mich schon damals die Aussenseiter fasziniert haben. Jene, die sich ausserhalb der Norm bewegten. Jene, die man damals wie heute als "schwierig" bezeichnete.

Angefangen hat das Schreiben aber schon früher. Ich habe es geliebt, am Abend vor dem Einschlafen für meine Lieblingsserie "Flipper" neue Folgen zu erfinden. Aufgeschrieben habe ich diese Geschichten nie. Auch heute ist das noch so: Meine Geschichten beginnen alle in meinem Kopf, als Kopfkino. Manchmal trage ich sie wochen- oder gar monatelang einfach so mit mir herum, denke mir Szenen aus (immer noch vor dem Einschlafen!), komme meinen Figuren näher. Irgendwann, später, mache ich mir dann die wichtigsten Notizen, aber der grösste Teil der Geschichte ist als Film in meinem Kopf.

schon damals hatte ich einen Notizbüchertick ;-)

Manchmal, wenn ich bei Lesungen erzähle, dass ich schon im Alter von 13 oder 14 meine ersten Bücher begann (fertig wurde nie eins), werde ich gefragt, ob ich die nicht fertigschreiben und veröffentlichen möchte. Die Antwort ist ein klares Nein. Ich mag die Texte, aber sie halten einer (sogar ziemlich unkritischen) Prüfung nicht stand. Ihr Platz ist die Schachtel auf dem Dachboden.

Mit dem "richtigen" Schreiben von Büchern habe ich erst mit ca. 40 Jahren angefangen, nachdem ich mich in einem Internetforum anhand von Kurzgeschichten intensiv mit dem Schreibhandwerk auseinandergesetzt hatte. Ich merkte jedoch schon bald, dass ich nicht bei den Kurzgeschichten bleiben wollte. Ich brauchte für meine Figuren viel, viel Platz - und den hatte ich in den Kurzgeschichten nicht. Mein erstes Buch "Blackout" habe ich für die Figur von Nick geschrieben. Ohne Plan. Nur mit Filmen im Kopf. Ich habe vier Jahre gebraucht für das Buch, weil ich mit diesem Buch nicht nur über (den fiktiven) Nick viel erfahren habe, sondern auch eine ganze Menge übers Schreiben gelernt habe.

Dienstag, 20. Dezember 2011

Zeitlupenleben

Was habe ich früher den Winter gehasst! Garstig kalt, garstig dunkel, garstig gar alles. Ich habe den Winter so sehr gehasst, dass ich nicht einmal den Herbst geniessen konnte - weil nach dem Herbst, der eigentlich wunderschön ist, der Winter kommt. Irgendwann ist irgendwas passiert. Vielleicht war der Prozess ja auch schleichend. Keine Ahnung. Auf jeden Fall konnte ich dieses Jahr den ersten Schnee fast nicht erwarten. Zuerst fiel er in den Bergen, dann auch bei uns im Tal. Während ich diesen Text schreibe, tanzen draussen vor dem Fenster die Flocken - und ich gucke alle naselang nach, ob sie auch wirklich noch fallen.

Die letzten drei Tage verbrachten wir in den Bergen. Parken vor dem Haus war unmöglich. Die lange Strecke zur Haustür im fast knietiefen Schnee war ein Erlebnis. Dann schneeschaufeln ohne Ende. Eintauchen in das Weiss, das so still ist. Die Zeit bremst ab. Es zählt nur der Augenblick. Später dann die Spaziergänge im Schnee. Spuren folgen, zum Teil die Spuren selber ziehen. Den eigenen Herzschlag fühlen. Leben in Zeitlupe.


 

Freitag, 16. Dezember 2011

Die Leseagenda füllt sich

Meine Terminliste für die Lesungen im Jahr 2012 füllt sich. Der Januar und der März sind ausgebucht. Für den Mai habe ich mich für die Ostschweizer Autorenlesungen eingetragen - und irgendwann muss zwischendurch auch Platz zum Schreiben sein - und zum Erholen. So sehr ich die Lesetouren liebe: Nach einer Tour brauche ich jeweils ein paar ruhigere Tage, damit ich nachher wieder mit Schwung und neuer Begeisterung in die nächsten Lesungen eintauchen kann.

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Heute Morgen ...

... klebe ich wie viele andere Schweizer am TV und schaue die Bundesratswahlen. Dabei hätte ich fast vergessen, das gestern fertig überarbeitete Manuskript an den Verlag zu senden. Ich mach das dann jetzt mal :-)

Dienstag, 13. Dezember 2011

Wie kann man in diesem Alter noch so naiv sein?

Gleich zwei Mal heute Morgen ist mir die Naivität über den Weg gekommen. Einmal in einer Mail, die mich auf ihre ureigene Art auf den Boden holen wollte, weil ich das eben im Moment grad ganz und gar nicht sei (zumindest habe ich das so interpretiert). Und einmal in einem Blogeitrag eines Menschen, der sehr vieles ist (unter anderem total spannend), aber ganz bestimmt nicht naiv. Ich habe mir die letzte Frage dieses Eintrags geklaut und sie zum Blogtitel gemacht. Wie kann man in diesem Alter noch so naiv sein? Denn genau das bin ich unter anderem, in diesem Alter. Naiv. Oder zumindest das, was andere Leute naiv nennen würden. Ich sehe es ein bisschen anders.

Ganz konkret: Wenn ich davon schreibe, von einem eigenen Verlag zu träumen, dann kann das grässlich naiv klingen. Es kann sogar grässlich naiv sein. Ich könnte jetzt also sofort mit dem Träumen aufhören, weil das einfach zu naiv ist. Aber genau das macht das Naivsein aus: Dass man dort, wo andere aufhören, an etwas zu glauben, eben nicht aufhört. Dass man den ungeheuerlichen Gedanken weiterdenkt. Selbst wenn man keine Ahnung hat, was auf einem zukommen würde.

Nun ist es jedoch so, dass ich genau weiss, wovon ich schreibe, weil ich schon einmal am Aufbau eines Kleinstverlags beteiligt war. Ich weiss, wie hart das ist. Ich weiss, wie hart die Verlagswelt ist (ich bewege mich als Autorin darin und wenn man eins verlieren könnte in diesem Geschäft, dann wäre es als erstes die Naivität). Ich weiss, dass ausser sehr viel Arbeit (mit einer gehörigen Portion Selbstausbeutung) wenig bis gar nichts dabei herausschaut. Aber ich behalte mir vor, so naiv zu sein, daran zu glauben, dass es möglich ist, gute Bücher zu machen resp. zu verlegen - und wenn es am Ende nur eins, zwei  oder drei sind. Ob und wie gut sich die dann verkaufen, ist eine ganz andere Frage, deren Antwort ich völlig realistisch sehe. Gleiches gilt für einen Buchladen. Oder für eine ganz reale Textbar. Ich kenne genügend Beispiele, um zu wissen, "wie die Dinge sind". Naiv sein heisst nicht zuwangsläufig, total bescheuert zu sein. Naiv zu sein bedeuetet für mich, zu wissen, "wie die Dinge sind", aber daran zu glauben, dass sie trotz gegenteiliger Aussagen oder Erfahrungen eben auch anders sein können. Das wunderbare an der Naivität ist, dass ich es - als belächelte Närrin - versuchen kann. Weil vielleicht nur naive Menschen solch irren Dinge tun. Auf die Gefahr hin, dass dann eines Tages irgendjemand über einen schreibt: "Wie kann man in diesem Alter noch so naiv sein?"

Kleiner Nachtrag zum Bahnfahren

Meistens bekomme ich ganz gerne recht :-). Manchmal lieber nicht. Zum Beispiel in Sachen öffentlicher Verkehr, der mich die letzten paar Wochen auf Trab gehalten hat. Dass ich verkehrstechnisch in der Pampa wohne, weiss ich, auch wenn sich die Kleinstadt Buchs, an der mein Kleinstwohnort Werdenberg klebt, heftig dagegen stemmt. Jetzt hat das auch meine Lokalzeitung bestätigt. Ganz trocken:

"Im Werdenberg erreicht das Angebot des öffenlichen Verkehrs einzig im Umfeld des Bahnhofs Buchs die öV-Güteklasse C. Den Haltestellen auf der Linie Gams-Buchs (Anmerkung: an der mein Kleinstwohnort liegt), reicht es zur Klasse D. Der Rest liegt in der Grundangebotsklasse F."
(Quelle: Werdenberger & Obertoggenburger)

Interessant ist, dass es sogar Wattwil im Toggenburg (also das, was für viele wirklich die Pampa ist), in die Klasse B bringt. Womit unsere "südliche Hauptstadt des Kantons" so richtig abgewatscht dasteht. Ganz offiziell. Was folgende Frage aufwirft:

"Wenn man die Güteklassen der Bahnhöfe Sargans, Wattwil und Buchs mit ihrer Tagesfrequenz vergleicht, kommt man gleich zur Kernfrage: Bestimmt das Angebot die Frequenz oder umgekehrt? Jedenfalls erreichen die "höherklassigen" Sargans 9100 und Wattwil 5800 Ein-/Aussteiger pro Tag, während Buchs unter 5000 liegt."

So eine Überraschung aber auch! Dabei gucken wir so gerne leeren Zügen zu, wie sie leer ohne uns fahren, weil man uns nicht einsteigen lässt.

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Das Hoch hält an

Gestern war Ideenwetter. Heute ist Gute-Nachrichten-Wetter. Und damit ich auf dem Teppich bleibe, hat mein Laptop beschlossen, mich zu veräppeln. Was bedeutet, dass ich den überarbeiteten Text noch einmal von vorne überarbeiten kann. Aber echt: Mich haut grad gar nichts um.

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Ideenwetter

Heute Morgen, beim Morgenspaziergang in winterlichem Regen-Schnee-Wetter, sprangen mir die Ideen von allen Seiten an. Das ist ungewöhnlich. Meistens leere ich auf diesen Spaziergängen den Kopf, laufe mehr oder weniger gedankenlos durch die Gegend und BIN einfach. Aber heute scheint Ideenwetter gewesen zu sein.

Seit Monaten richte ich mir im Stall in den Bergen einen Raum ein, setze mich immer wieder auf das einzige Möbelstück, das Sofa, und lasse ihn wirken (den Raum). Seit Monaten weiss ich, dass ich darin meine eigene Firma haben möchte, irgendeine Kleinstfirma, aber ich wusste nicht, was für eine Firma. Das Büchercafé, das ich gerne hätte, scheitert an zwei Dingen: Erstens ist der Raum zu klein und zweitens gibt es in dem kleinen Dorf schon ein sensationelles Restaurant, das nicht schöner sein könnte - und das nebst köstlichem Essen unschlagbaren Kaffee führt, zubereitet und serviert von zwei wunderbaren Personen. Auch für einen Buchladen mit allerlei tollen (Post)karten ist der Raum /(LEIDER!!!) zu klein. Eine Autorenagentur, in der ich für Autoren gerne das Marketing und mühsamen administrativen Krempel übernehmen würde, würde wohl daran scheitern, dass die meisten Autoren sich das nicht leisten könnten und jene, die es könnten, würden meine Dienste nicht brauchen. Reizen würde mich auch eine reale Version der virtuellen textbar.net von Stephan Sigg und mir, ein Treffpunkt für Schreib- und Lesebegeisterte mit Workshops und Lesungen, aber irgendwie fehlt mir da noch was (mögliche Einnahmen). So verwarf ich eine Idee nach der anderen.

Heute Morgen, heute Morgen sprang mir die Idee an. Es ist eine Kamikaze-Idee, aber sie gefällt mir (auch wenn sie nur Ausgaben und nicht wirklich viele Einnahmen mit sich bringt). Ich will einen Verlag gründen. Ich wüsste sogar schon die ersten drei Autorinnen, die ich veröffentlichen möchte. Und ein Name für den Verlag ist mir auch angehüpft.

So lief ich denn total zufrieden durch den Schiff und die Kälte ...und stolperte dabei über die fehlenden Puzzlestücke zu einer neuen Serienidee. Eines nach dem andern lag einfach vor mir, ich konnte die Stücke nur noch aufheben und mit nach Hause nehmen.

Die Idee für den Verlag lasse ich jetzt mal reifen und lese mich hier rein. Und an der Serie bin ich sowieso dran. Erst einmal ist jetzt aber Handwerk gefragt: Ich muss / darf lektorierte Texte überarbeiten.

Das da, das wäre dann mein Firmensitz:

Sonntag, 4. Dezember 2011

Lesungen in Baar

Die letzten zwei Lesetage der Zentralschweizer Lesetour war ich in Baar. Sie rundeten eine spannende, witzige, unterhaltsame, manchmal auch anstrengende (vier Lesungen pro Tag sind sogar für mich etwas viel) Tour mit vielen tollen Begegnungen ab. Müsste ich Sterne vergeben, gäbe ich der Lesetour 10 von 10 Sternen. Ach was! 11 von 10 Sternen. Es war einfach genial. Danke an alle. Vielen Dank!

Von Baar gibt's Fotos! Guckt mal hier :-)

Mittwoch, 30. November 2011

Unterwegs im Geisterzug

Um 7.04 Uhr bin ich in Luzern in den Zug eingestiegen. Ob uns eine Lautsprecherstimme begrüsst hat, kann ich nicht sagen. Was ich aber sagen kann: Keine einzige Station wurde ausgerufen, keine Anzeigetafel zeigte die nächste Haltestelle. Es war zappenduster draussen, der Zug lang, die Bahnhöfe so angeschrieben, wie halt Schweizer Pampabahnhöfe angeschrieben sind (knapp und nicht von jedem Waggon aus ersichtlich). Kurz: Ich fuhr im Blindf(z)lug nach Reiden.

Um 7.40 sollte ich theoretisch dort sein. Also begann ich sicherheitshalber ab 7.35 Uhr meinen Hals zu verrenken und nach Bahnhofsschildern Ausschau zu halten. Um 7.40 hielt der Zug an - aber nicht in Reiden. Zum Glück waren zwei sehr nette junge Frauen zugestiegen, die mir sagen konnten, dass ich noch eine Station warten musste.

Ich wartete und dachte: Oha, der Zug hält ja gar nicht an. Er hielt dann doch an. Etwas zu weit vorn, weshalb eine Lautsprecherstimme verkündete, wir sollen im letzten Wagen aussteigen. Der liess sich jedoch nicht auf Anhieb öffnen. Irgendwann stand ich dann aber doch noch auf dem Bahnsteig. Muss ich erwähnen, dass während der ganzen 40 Minuten kein Schaffner auftauchte? Ach, nein, lassen wir das ...

Die Lesungen waren klasse. Auf dem Weg zurück nahm ich bis Sursee die S-Bahn, in der sämtliche Haltestellen ausgerufen wurden und auch auf Anzeigetafeln angeschrieben waren. Vielleicht ... vielleicht sass ich am Morgen halt wirklich in einem Geisterzug.

Update: Heute Abend um 17.04 Uhr nochmals mit der gleichen Linie in die gleiche Richtung gefahren, diesmal etwas weiter bis Olten. Der gute Mann in der Lok hat's ehrlich versucht, aber die Lautsprecher haben nur gehustet und geröchelt. Dafür traf ich auf der Rückfahrt den Schaffner des Tages. Total nett!!!

PS: Im Zug geplottet und dabei so total Lust aufs Schreiben bekommen, dass ich gleich mit der Leseprobe begonnen habe :-). Coole Sache. So langsam wächst mein Stapel an coolen Sachen, die ich alle gerne schreiben würde. Mal sehen, welches Projekt dann wo Unterschlupf findet. Eigentlich spielt es keine Rolle. Sind lauter Geschichten, die ich sehr gerne schreiben würde.

Montag, 28. November 2011

Blackout

Nein, nein, keine Bange! Ich habe keinen Blackout (mal abgesehen von den unzähligen kleineren, nicht erwähnenswerten Alltagsblacköutchen).

Mein erstes Buch hiess so. Es erschien im Januar 2007, hatte einen recht guten Start und entwickelte sich dann zu so etwas wie einem Longseller. Und es wurde an vielen Schulen zur Klassenlektüre. So richtig bewusst wurde mir das letzte Woche auf der Lesetour durch die Zentralschweiz, wo ich in mehreren Klassen Jugendliche sitzen hatte, die mir sagten, sie hätten den Blackout irgendwann im Laufe der letzten Jahre in der Schule gelesen.

Blackout verkauft sich immer noch gut. Momentan tummelt sich das Buch wieder einmal auf richtig tollen Verkaufsrängen bei Amazon :-). Ich freue mich riesig über dieses Echo, das anhält!

Blackout (Thienemann, Januar 2007)

Nick ist wahrlich kein Musterknabe: Schulverweise, eine Menge Drogen, und dann setzt er auch noch ein gestohlenes Auto gegen einen Baum ... Der Aufenthalt in der Familie seiner Tante ist seine letzte Chance. Und dann verschwindet Nicks Cousine Carla nach einem gemeinsamen Discobesuch. Für alle ist klar, dass er seine Hände mit im Spiel hat. Nick hat zwar einen totalen Blackout, doch er ist sich sicher: Diesmal ist er unschuldig. Weil ihm niemand glaubt, beginnt er auf eigene Faust nach Carla zu suchen. Die Spur führt ihn zurück zu seiner eigenen Familie – in die Firma seines Vaters ...

Samstag, 26. November 2011

Unterwegs

Ich war unterwegs. Erst in Zug am ABRAXAS Zentralschweizer Kinder- und Jugendliteraturfestival. Dort habe ich den Autillus-Stand betreut und mich mit Besuchern, AutorenkollegInnen, AutilluskollegInnen und LeseveranstalterInnen ausgetauscht. Höhepunkt war ganz klar das Gespräch mit meinem Lieblingsautor Kevin Brooks. Ebenfalls toll war der Übersetzerworkshop von Kevin Brooks und seinem Übersetzer Michael Gutzschahn.

Dann auf Lesetour in der Zentralschweiz. Super Lehrkräfte, super Jugendliche, tolle Lesungen und auch hier wieder spannende und anregende Gespräche und Veranstaltungen mit AutorenkollegInnen.

Geschlafen habe ich im Hotel. Und gedacht, ich sollte das Zimmer eigentlich gleich permanent buchen. Denn: Mit so einer Schreibecke schreiben sich die Texte beinahe von selbst.


Mittwoch, 16. November 2011

Der absolute Wahnsinn

Am Wochenende bin ich am ABRAXAS, dem Zentralschweizer Kinder- und Jugendliteraturfestival. Dort vertrete ich - zusammen mit ein paar anderen Autillus Mitgliedern - unseren Verein der Kinder- und Jugendbuchschaffenden der Schweiz mit einem Stand. Wenn ihr also in der Nähe seid, kommt vorbei.

Natürlich setze ich mich auch in Lesungen und freue mich auf gute Begegnungen mit Kollegen.

UND.

Ich treffe mich mit meinem absoluten Lieblingsautor, dem Mann, der mit seinen Büchern meine Haut ritzt und direkt in die Seele vordringt: Kevin Brooks. Er liest dort übrigens aus seinem neuen Buch!

Dienstag, 15. November 2011

Ich 'abe (fast) fertig

Teil drei der leidigen Zugfahrtgeschichte: Ich habe jetzt fast alle Antworten.

Der Kontakt mit der Oebb war extrem angenehm. Ein kurzes Zitat aus meinem Mailwechsel mit Herrn Derntl vom Kundenservice: "Ich bedaure, dass Sie offensichtlich im Kreis geschickt werden und entschuldige mich bei Ihnen dafür." (Dabei kann er nichts dafür, wenn man mir von der lokalen SBB Schalterstelle antwortet, die Oebb sei zuständig!)

Der Kontakt mit der SBB war wie erwartet. Zuerst die Fehlinformation der lokalen SBB-Stelle, dass die Oebb zuständig sei (was nicht passieren darf, da in unserer Region gerade in Bezug auf diese zwar theoretisch anhaltenden und praktisch trotzdem durchfahrenden Züge sehr viel Unmut herrscht - da sollte man genau Bescheid wissen). Dann die zwar korrekte Antwort des Ostwind Tarifverbunds, die jedoch später relativiert wurde durch eine Fehlinformation.

Beim erwähnten Railjet-Zug gibt es jedoch die Beschränkung, dass sowohl in Sargans als auch in Buchs nur ein „Halt zum Einsteigen“ deklariert ist, d.h. der Zug ist wiederum grundsätzlich nicht für den Lokalverkehr Sargans-Buchs SG geöffnet.  

Stimmt nicht. In Sargans ist kein "Halt zum Einsteigen deklariert" - denn man darf als Reisende nach Buchs gar nicht einsteigen. Nur wenn man nach Österreich weiterfährt, darf man. Die zweite Hälfte dieser Antwort beisst sich mit der ersten Hälfte, denn wenn man grundsätzlich einsteigen dürfte, dann auch nach Buchs.

Nun denn, die Antwort des SBB Kundendienstes war höflich und fast klar. Ein paar Auszüge:

Durch den Ausbau des Intercity-Angebotes zwischen Zürich und Chur, und weil der Rangieraufwand von drei Kurswagen in Buchs SG und Zürich zu kostenaufwändig wurde, entschieden wir uns zu diesem Schritt. Weil damals der Stundentakt mit dem Thurbopendel zwischen Buchs SG und Sargans folgte, war das ein idealer Zeitpunkt für die Umstellung des Angebotes.
Im Kursbuch und im Online-Fahrplan ist es mit den entsprechenden Zeichen klar kommuniziert, dass der Zug 465 in Sargans und Buchs SG nur zum Einsteigen für Gäste nach Österreich und weiter hält. 
Zwei Stunden später verkehrt der Nachtzug Wienerwalzer ebenfalls ab Zürich HB via Sargans - Buchs SG nach Österreich - Ungarn. Da wir zu dieser Zeit ab Zürich keinen Intercity nach Chur anbieten, haben wir diesen Zug im Sinne eine kundenfreundlichen Lösung für Reisen nach Sargans und Buchs SG geöffnet, dies mit dem Schönheitsfehler, dass nur Reisen in 2. Klasse möglich sind.

Alles klar? Fast. Ich finde diese Sonderzeichen einfach nicht - und das mit den Anzeigetafeln auf dem Bahnhof Sargans ist auch nicht klar. Ansonsten ist es so: Ich warte jetzt jeden Abend auf den Nachtzug, der zwei Stunden später kommt :-)

PS: Wir Rheintaler rutschen vor Dankbarkeit über die ausgebaute Strecke Chur-Zürich fast auf den Knien (kleiner Scherz am Rande). Blöd nur, dass wir auf die vielen, vielen Züge von Sargans nach Chur / Sargans nach Zürich immer noch genau gleich wenige Anschlusszüge haben wie eh und je.

Montag, 14. November 2011

Illegale

Als Autorin hinterfrage ich Dinge. Als Rheintalerin bin ich mit einem sturen Grind (harten Schädel) ausgerüstet. Als Bahnfahrerin fahre ich mit Zügen, die es offiziell nicht gibt und steige an Haltestationen aus, an denen der Zug zwar anhält, aber nur real, nicht gemäss Fahrplan. Was mich nebst Autorin und Rheintalerin zur Illegalen macht, denn gemäss irgendwem darf ich das aus irgendwelchen Gründen nicht  - das "irgendwem" und das "irgendwelche Gründe" kenne ich leider noch nicht, aber der Reihe nach:

Weil ich zwar gerne Autorin und meistens auch gerne Rheintalerin bin, aber nicht unbedingt eine Illegale, bin ich der Sache nachgegangen und gestehe: Der zweite Zwischenstand meiner Nachforschungen ist noch weniger erhellend als der erste:

Vom lokalen SBB Schalter erfuhr ich:
Die Oebb bestimmt, welche Personenbeförderungsbestimmungen in ihrem Euronight Nachtzug gelten.

Der Oebb Kundenservice schrieb mir:
Die Euronight (EN) Züge von und nach Zürich werden, ebenso wie alle anderen Fernverkehrszüge auf dieser Strecke, zwischen Buchs und Zürich nicht mehr von der ÖBB-Personenverkehr AG geführt, sondern von der SBB. Die SBB hat entschieden, dass bei EN von Zürich nach Österreich in Sargans und Buchs kein Ausstieg zugelassen ist. 

Und über allem hängt immer noch die Frage, WO geschrieben steht, dass ich in Sargans und Buchs nicht aussteigen darf.

Aber vielleicht ist das die falsche Frage: Vielleicht gibt es weder diesen Zug noch mich, noch irgendwelche Zuständigkeiten - nur die Matrix, diesen grandiosen Tummelplatz der Illusionen.

Donnerstag, 10. November 2011

Sie sind Passagierin? Sie wollen Mitfahren? Na, da lachen wir uns aber kaputt.

Als Autorin bin ich viel unterwegs. Seit zwei Jahren nun vorwiegend mit dem öffentlichen Verkehr und einmal abgesehen von den obergrottigen Verbindungen bei mir in der Ostschweiz, ist das eine wirklich prima Sache.

Dachte ich. Bis gestern.

Seit gestern weiss ich, dass ich nicht in den Railjet steigen darf, der um 21.37 nach Buchs SG fährt. Auch nicht, wenn ich ein gültiges Ticket habe. Auch nicht, wenn ich in den SBB Wagen (den Wagen der Schweizerischen Bundesbahn) steige. Auch nicht, wenn die Haltestellen ganz offiziell im Online Fahrplan aufscheinen. Auch nicht, wenn auf der Webseite des Ostwind Tarifverbunds ganz offiziell steht: Innerhalb der gelösten Zonen und der zeitlichen Gültigkeit des Billettes können Sie das gesamte Angebot von Bahn und Bus benützen ...

Kann ich eben nicht. Weil die Oebb das so bestimmt (Antwort der SBB-Stelle in Buchs).

Der Railjet 20.40h ab Zürich ist ein Euronight Nachtzug der Oebb. Dieser Nachtzug erscheint nicht im Fahrplan (www.sbb.ch) sofern sie im Fahrplan Bestimmungsort bis Sargans oder Buchs eingeben. Dieser Nachtzug der Oebb ist nur für Reisende Richtung Österreich und Kroatien.

Reisende Richtung Sargans und/oder Buchs benützen die Züge gemäss Fahrplan (www.sbb.ch), z.B. ab Zürich 20.37h, mit Anschluss in Sargans Richtung Buchs.

Ebenfalls kann man somit auch nicht in Sargans einsteigen in den Railjet mit Abfahrt 21.37h nach Buchs. Reisende nach Buchs benützen wie im Fahrplan (www.sbb.ch) angegeben den Zug 21.44h.
Die Oebb bestimmt, welche Personenbeförderungsbestimmungen in ihrem Euronight Nachtzug gelten.

Nur: Diese Oebb, die so bestimmt darüber bestimmt, wer in ihren Zügen mitfährt, fährt damit über das Schweizer Schienennetz, das ich mit meinen Steuergeldern mitfinanziere, sie führt einen Schweizer Waggon in der Zugskomination, den ich mit meinen Steuergeldern mitfinanziere, sie beansprucht Personal, das ich mit meinen Steuergeldern mitfinanziere. Aber wenn ich mitfahren will, lacht die Oebb sich kaputt. Und statt dass die SBB mit Klauen und Krallen für mich kämpft, bescheidet man mir am Ende der Antwort auf meine Frage:

Leider passiert es immer wieder, dass  Personen Richtung Sargans/Buchs  den Euronight der Oebb benützen.

Sind aber auch wirklich lästig, wir Passagiere. Wollen tatsächlich in Züge einsteigen, die an unseren Bahnstationen anhalten. Also bitte, wo kämen wir denn da hin, wenn das jeder machen würde?

PS:  Witziges Detail am Rande: Der Slogan des Ostwind-Tarifverbundes lautet: Der Ostwind bläst für alle. Vielleicht müsste man den Slogan ändern in "Der Ostwind bläst für fast alle."

PPS: Ich denke, es ist so, wie eine Mitreisende mir gestern sagte: Es ist Zeit für ein bisschen zivilen Ungehorsam. Oder zumindest für einen kleinen persönlichen Aufstand. Weshalb ich jetzt mal ein paar offizielle Stellen anschreiben werde.

Montag, 7. November 2011

Schweizer Kinder- und Jugendbuchschaffende

Die Schweizer Kinder- und Jugendbuchschaffenden haben sich mit AUTILLUS eine Plattform gegeben. Nachdem es eine Weile lang eher etwas ruhig geworden war in und um den Verein, ist er jetzt wieder sehr aktiv. Gerade eben, habe ich Neuerscheinungen und Veranstaltungen auf die Autillus-Webseite aufgeladen. Womit so nebenbei auch gesagt ist, dass ich Vereinsmitglied bin. Eigentlich sogar ein bisschen mehr. Ich bin im Vorstand.

Im Moment sieht das so aus: Wir haben ungefähr eine Zillion Ideen mehr als wir Arbeitskapazität haben. Wir sind in Aufbruchstimmung. Dabei gehen wir so schnell, wie wir nur können. Schneller geht nicht. Weshalb wir immer noch eine Webseite haben, die ... na ja ... selber gucken ... Und weshalb wir immer immer wieder Dinge auf Eis legen müssen, so weh es auch tut. Was aber für alles entschädigt: Die Mitglieder werden von Monat zu Monat aktiver.

Das wird. Das wird. Halt einfach nicht grad jetzt, sondern so "noodisnoo". Wer uns dabei zusehen und / oder mitmachen möchte: www.autillus.ch

Mittwoch, 2. November 2011

Maulwurfsleben

Vor Abgabeterminen werde ich zum Maulwurf. Da tauche ich ab in meine Schreibhöhle und widme mich nochmals sehr intensiv meinem jeweiligen Projekt. Seit etwas mehr als einem Jahr geht das noch besser als vorher: Das Haus in den Bergen ist internetfrei, die Telefonnummer haben nur engste Familienangehörige.

Gestern kam ich aus den Bergen zurück, schickte das Manuskript an den Verlag und steckte dann meinen Kopf aus dem Maulwurfshügel. Die Weltlage habe ich nur kurz angeschaut und beschlossen, dass ich da lieber nicht genauer hingucke. Dafür habe ich umso lieber meine Mails gelesen ... und schon ganz viele beantwortet. Für alle hat es nicht gereicht.

Heute müssen sie nochmals warten. Ich bin den ganzen Tag unterwegs, erst bei Lesungen in Pfäfers, dann in Sargans, wo ich Lektionen vorbereite und dann für eine operierte Kollegin Stellvertretung mache.

Es ist prall und voll, das Leben ausserhalb der Maulwurfshöhle. Ich freue mich darauf!

Samstag, 22. Oktober 2011

Lesungen zu zweit ...

... machen einfach sehr, sehr viel Spass.

So viel, dass die Fotos mal wieder vergessen gegangen sind :-(
Ich frage noch bei Stephan Sigg nach, ob jemand aus seinem "Lager" an Fotos gedacht hat. Falls ja, bekommt ihr die natürlich zu sehen.

Herzlichen Dank an alle, die in der Eiskälte des Raumes so lange mit uns ausgehalten haben (ich hoffe, wir tauen alle vor Montagmorgen wieder auf). Herzlichen Dank für die tollen Fragen. Herzlichen Dank für die supergute Stimmung.

Zwei Dinge, die man heute ...

... tun könnte / sollte.

Könnte: Zur Lesung von Stephan Sigg und mir kommen. 14.00 Uhr, Stüdtlimühle, Buchs SG
Sollte: (Virtuell) bei Bugsierer vorbeibehen und sich das da ansehen.

Freitag, 21. Oktober 2011

Deadline

Oder ganz einfach Abgabetermin. So nennt man das Datum, bis zu welchem man ein fertiges Manuskript eingereicht haben muss. Während das deutsche Wort neutral und recht friedlich klingt, sitzt im englischen Wort ganz dramatisch der Tod. Fast so, als wolle einen der Begriff sagen, dass man mit dem Leben spielt, wenn man diese Linie überschreitet. Nun, so dramatisch ist die Sache (bei mir und bei den meisten anderen nicht), trotzdem habe ich vor einer Deadline riesigen Respekt. Sie gilt. Sie zählt. Ich will sie einhalten.

Am 1. November habe ich gleich zwei Deadlines. Weil ich den Begriff Arbeitseinteilung zwar theoretisch sehr gut kenne, praktisch jedoch regelmässig daran scheitere, sind die Wochen vor der Deadline jeweils sehr arbeitsintensiv. Meine Vorsätze, es beim nächsten Mal besser zu machen, fruchten nur sehr, sehr, sehr langsam. Ja, ich bin besser geworden. Auf einer Skala von 1 - 10 bin habe ich mich von einer eins auf ungefähr eine drei hochgearbeitet.

Konkret bedeutet das: Die letzten beiden der zehn Hörepisoden für eine Radioserie sind gestern an die Auftraggeberin weg. Für das Buchprojekt bleiben mir noch 10 Tage. Ich bin beim Feinschliff, das heisst, in der Phase, wo ich mir nach dem Schreiben und Überarbeiten am PC das Manuskript ausdrucke und vorlese, um die Schwachstellen nicht zur zu sehen, sondern auch zu hören. Da kommt noch einmal eine ganze Menge zusammen. Bis heute Abend werde ich mit dem Text durch sein. Ab morgen tippe ich die Änderungen und Ergänzungen in den Laptop. Ich werde also "locker" fertig. Zwar auf Vollgas, aber nicht auf dem letzten Zacken.

Die Drei auf der Skala ist also schon eine ziemlich gute Sache. Vorsatz: Beim nächsten Mal schaffe ich die Vier. Wetten darauf werde ich nicht. Aber einhalten will ich sie, die Deadline, egal auf welcher Stufe ich beim nächsten Projekt stehe. Denn: Wie schlecht ich auch plane, wie chaotisch ich auch schreibe, wie eigenwillig ich auch ein Projekt durchziehe - die Deadline gilt. Fast ein bisschen so, als stünde der Tod wirklich hinter dieser Line :-)

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Wahnsinnsritt

Aus ganz aktuellem Anlass. Life is a rollercoaster, just gotta ride it. Na, dann schnall ich mich mal an. Und nein, es geht nicht um die Liebe, sondern ums Autorinnenleben. Und nein, es ist nicht ganz einfach auszuhalten. Darum: Wer Autor(in) werden will, sollte zuerst beim Onkel Doc einen Nervengesundheitstest machen.

Montag, 17. Oktober 2011

Betonkopfland

Die Welt regt sich, auch die westliche. Oder vielleicht auch: Die Menschen in der Welt regen sich. Sie gehen demonstrieren. Ohne Programm, dafür mit einem überlaufenden Herzen und dem Wunsch nach einer Veränderung. Weil es so, wie es jetzt ist, nicht weitergehen kann. Auch ich habe genug. Schon längst. Deshalb bin ich um diese Bewegung froh und dankbar.

Wenn ich jedoch gewisse Kommentare in den Online-Zeitungen lese, wird mir anders. Dann denke ich, ich lebe in einem Betonkopfland, in dem jeder Mensch mit der Vision einer anderen, besseren Welt zu einem linken, arbeitsscheuen, naiven, auf Pump und Kosten anderer Menschen lebenden Subjekt gestempelt wird, das dem Staat mit seinem Demonstrieren nur Unkosten beschert und ihm dann gleich noch auf der Tasche hockt. Der Ton dieser Betonköpfe ist gehässig, aggressiv, herablassend, beleidigend, zum Teil menschenverachtend. Das Menschenbild, das diese Kommentierenden haben ist so furchtbar negativ, dass ich mich frage, ob in all der Bitterkeit überhaupt Platz für auch nur einen Funken Freude ist. Ganz besonders schlimm finde ich, wie in diesen Kommentaren von und über Jugendliche geschrieben wird.

Als Beispiel das Zitat von Niklaus Senn, Ehrenpräsident der UBS, im Online-TagesAnzeiger:
Das sind Leute, die wenig oder nichts zu tun haben, zum Teil Fanatiker. Solche Aktionen bringen nichts.»
Wobei dieses Zitat im Vergleich mit einigen Kommentaren schon fast als sehr höflich bezeichnet werden kann. Mir scheint manchmal, es gibt Leute, die sich nicht erinnern können, jung und voller Träume gewesen zu sein.

"So einen Schrott liest man aber auch nicht", meint Herr Ehemann. Das Problem: Auch wenn man ihn nicht liest, ist er da, dieser Schrott. Er zeigt die ganze Hässlichkeit, die auch zu diesem Land gehört. Er zeigt aber auch, wie Medien mit Verantwortung (nicht) umgehen. Der Hass lebt in den Kommentarspalten. Er trieft aus den Zeilen und verbreitet sich. Von Redaktionen unwidersprochen. Ich habe gestern einem Kommentator, der es geschafft hat, in einem einzigen Eintrag einen ganzen Kübel Verachtung, Hass und Aggression über die Demonstrierenden zu leeren, geantwortet. Wahrscheinlich ein sinnloses Unterfangen. Ich habe immer gerne in der Schweiz gelebt. Zur Zeit finde ich es jedoch sehr, sehr beengend.

Sonntag, 16. Oktober 2011

Soul 2 Soul - jede Stimme zählt!

Musikerkollege Ernst Eggenberger und seine Sangespartnerin Riccarda Vedana nehmen als ErRic is Blue an der Vorausscheidung zum European Song Contest teil. Bis Ende Monat läuft nun die Abstimmung im Internt. Meine Bitte: Hört euch den Song an und wenn er euch gefällt, stimmt für ihn. Ihr habt 4 Stimmen - super wäre natürlich, wenn ihr alle 4 Stimmen Ernst und Riccarda geben würdet. Meine 4 Stimmen haben sie schon. Wäre schön, wenn von euch ebenfalls ganz, ganz viele Stimmen kämen.

PS: Das Abstimmungsprozedere ist relativ mühsam. Man muss sich registireren und kann erst dann Stimmen. Lasst euch davon nicht abhalten. Geht Stimmen. DANKE!

PPS: Auf der Webseite von Erric is Blue gibt es weitere Musikvideos der beiden. Gucken lohnt sich :-)

Samstag, 15. Oktober 2011

Mecklenburg-Vorpommern Lesetour

Bin zurück. Was für ein Land! Was für Leute! (@bugsierer: Was für Hafenkräne!) Super Lesungen mit ganz, ganz tollen Jugendlichen, Bibliothekarinnen und Lehrkräften. Eine 11 auf einer Skala von 10 :-).

Samstag, 8. Oktober 2011

Ein paar Worte in eigener Sache

Soeben habe ich - ziemlich verspätet, ENTSCHULDIGUNG - zwei Kommentare freigeschaltet. Das hat zwei Gründe (von denen keiner als Ausrede herhalten soll):

1. Ich bin viel weniger häufig online. Trotz Blog, FB, Twitter und jetzt google+ habe ich meine Internetzeit drastisch reduziert. Es gibt Tage, an denen ich häufig im Netz bin, gefolgt von tagelanger Webabstinenz. Ich gestehe: Ich vermisse das Internet nicht eine Sekunde, wenn ich offline bin.
2. Weil ich zum Teil tagelang nicht online bin, habe ich die Kommentare auf den Freischaltmodus geändert. Ich möchte nicht, dass jemand meine Abwesenheit für sinnlose Spamkommentare oder irgendwelche Angriffe aus dem Hinterhalt nutzen kann. Ich sollte längst eine automatische Kommentarbenachrichtigung aufsetzen. Dass ich es noch nicht getan habe, ist wahrlich keine Glanzleistung.

Ich habe heute - ebenfalls ziemlich verspätet, ENTSCHULDIGUNG - den Gewinner der September-Buchverlosung gezogen. Ab Oktober gibt es keine mehr. Meine Blogeinschaltquote ist ziemlich gesunken, weil sich die ganze Welt auf FB verzogen hat. Dort stelle ich jedoch meine Verlosungen nicht mehr ein, weil ich erfahren habe, dass man das eigentlich gar nicht tun dürfte. Nein, ich hätte keine Angst davor, es trotzdem zu tun. Aber ich will nicht. Da sammelt ein Gigant sämtliche Daten von mir, verwurschtelt sie (und damit mich) zur Werbekuh - und verbietet mir dann alles, was er tut. So was weckt meine innere Widerborstigkeit. Um diese elend lange Erklärung auf einen kurzen Punkt zu bringen: Buchverlosungen hier im Blog machen keinen Sinn mehr. Ich werde deshalb damit aufhören.

Ich bin Bloggerin und werde es bleiben. Bloggen ist das, was ich an Social Media liebe. Den Rest nutze ich - ganz ehrlich gesagt, resp. geschrieben - nur beruflich. Und ich merke, dass dieser Rest mir immer weniger bedeutet. Noch denke ich, ich müsse dabei sein, müsse mich doch bemerkbar machen, mitmischen, auf mich (weniger) und meine Bücher (sehr viel mehr) aufmerksam machen. Noch. Deshalb die Anmeldung auf Google+. Wenn ich ein bisschen mehr Mut hätte, würde ich all diese Konten löschen. Im Moment gehe ich den Mittelweg. Ich bin dabei, wenn ich Lust habe und klinke mich aus, wenn ich keine Lust habe. Und den Rest sehen wir "vorzua", wie es bei uns so schön heisst.

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Fühlen Sie sich einsam ...

fragte mich Google besorgt, als ich mich bei Google+ anmeldete.

Einsam? Nein. Dachte ich. Warum?

Weil: "Sie haben nicht sehr viele Personen zu Ihren Kreisen hinzugefügt, also sehen Sie auf Google+ möglicherweise nicht sehr viele Updates. Möchten Sie zurückgehen und noch ein paar hinzufügen?"

Nein, dachte ich (schon wieder). Ich guck mir das Dingens erst mal in aller Ruhe an. So viel Zeit muss sein. Und dann dachte ich noch: Die Social Media Welt spinnt schon ein bisschen. Aber das wusste ich eigentlich schon vorher :-)

Donnerstag, 29. September 2011

Vorankündigung

Während ich über die Tasten gebeugt dem Abgabetermin trotze, könnt ihr euch schon mal einen Knoten ins Taschentuch machen:

Lesung von Stephan Sigg und Alice Gabathuler

Samstag, 22. Oktober 2011

Ort: Stüdtlimühle Buchs/SG
Zeit: 14.00 Uhr

Stephan Sigg und Alice Gabathuler lesen aus ihren neuen Jugendbüchern
"dead.end.com" und "Zehn gute Gründe für Gott"
und reden dazwischen über das Schreiben von Jugendbüchern in den Zeiten des Internets.

Stephan Sigg interpretiert die Zehn Gebote neu – herausfordernd und mitten ins Herz unserer Zeit. Da lässt einen die beste Freundin plötzlich links liegen wegen der neuen Mitschülerin. Oder man hat Mist gebaut und fragt sich, wie man am besten wieder aus der Sache rauskommt. Nicht immer fallen die Entscheidungen so aus, wie wir es erwarten würden.
Geschichten, die einen nicht mehr loslassen und zeigen: Es gibt mehr als einen guten Grund, auf Gott zu vertrauen.

Es ist eine Gelegenheit, nach der jeder Gamer sich die Finger leckt: exklusiv dabei zu sein, wenn DIE Spielesensation der Zukunft vorab auf ihre Tauglichkeit getestet wird. Für Mo, Tessa, Greti, Carlos und 20 weitere Jugendliche wird dieser Traum wahr. Sie sind die Ersten, die dead.end.com spielen dürfen. In einer groß angelegten und vermarkteten Aktion werden die Gamer-Clans in eine hermetisch abgeriegelte ehemalige Militäranlage gebracht, um dort das Spielerlebnis ihres Lebens zu machen. Doch kaum läuft dead.end.com an, wird auch schon klar, dass das hier mehr ist als nur ein Spiel. Die Grenzen zwischen Realität und virtueller Welt verschwimmen ... und bald schon stellt sich den Spielern nur noch eine Frage: Wer spielt hier falsch?

Montag, 26. September 2011

Schreiborte

Kürzlich habe ich herzlich gelacht - beim Lesen dieses Blogeintrages. Da schreibt der eine im Bett, die andere an einem wunderbaren Sekretär. Und Kollegin Jutta Wilke meinte dazu "Was auch immer man schreibt, wenn man es professionell tun will, ist es Arbeit."

Nun, ich kam gerade aus dem Südtirol zurück, wo ich vor dieser Aussicht geschrieben habe:


Und ich gestehe: Mindestens 20 bis 25 Prozent eines Buches entstehen bei mir im Bett - weil ich extrem gerne im Bett schreibe. Ich suche mir generell zum Schreiben leidenschaftlich gerne schöne Orte aus. Alleine im Haus in den Bergen habe ich mindestens 5 total schöne Schreibplätze (ja, einer davon ist auch dort das Bett).

Nur, wo Jutta Wilke recht hat, hat sie recht. Egal, wo man schreibt, es ist immer Arbeit. Und wie bei jeder Arbeit gilt: Manchmal macht sie so viel Spass, dass man sich fragt, ob man das überhaupt als Arbeit bezeichnen darf - und manchmal knorzt und hakt und dümpelt es, dass man sich ernsthaft überlegt, den Beruf zu wechseln. So, jetzt aber an die Arbeit!

Sonntag, 25. September 2011

Warum man das Kleingedruckte IMMER lesen sollte


Damit ist die Welt wieder in Ordnung. Ich bin Schweizerin.
Und ich wähle NICHT SVP. 
Einfach, damit das auch einmal gesagt ist.
Mehr dieser Plakatspielereien gibt es hier

Produktive Phase

Ich war (wieder einmal) weg. Ohne Internet. Bin gewandert und habe geschrieben. Und weil ich grad so richtig schön im Schuss war, habe ich auch geplottet (will heissen, mir neue Geschichten einfallen lassen) und die Einfälle zu Exposés verarbeitet. Die sind vor einer Stunde weg an meine Agentin. So. Damit kann ich mich wieder den zwei Projekten widmen, bei denen die Deadline wie eine rote Fahne winkt.

Montag, 19. September 2011

Super Buchtrailer für ein Super Buch

Andreas Fritz, der den Trailer zu meinem dead.end.com gemacht hat (siehe Blogroll auf der rechten Seite), hat auch den Trailer zu "10 gute Gründe für Gott" von Stephan Sigg gemacht. Klasse, finde ich. Das Buch ist übrigens ebenfalls klasse! Ich kann also sowohl den Filmer als den Autor weiterempfehlen :-)