Montag, 19. September 2011

Mich durch ein Buch gelangweilt

So was habe ich schon lange nicht mehr getan: Mich durch ein ganzes Buch gelangweilt. Figuren, die mich nicht gepackt haben, ein Chnuddelmuddel an Protagonisten, von denen mich kein Einziger auch nur ansatzweise in den Bann gezogen hat, unzählige Dialogszenen, die so langweilig waren, dass ich dachte, das gibt's doch nicht. Am Ende dann der Hammer: Der ganze Plot baute auf etwas auf, das auf höchst wackligen Füssen stand. Eine Weile habe ich noch darüber gerätselt, ob es einfach an der grauenhaft schluddrigen, schon fast beleidigend schlechten Übersetzung liegt. Mein Fazit: Zum Teil. Aber an der Geschichte und den Figuren ändert das auch nichts.
Warum ich mich dennoch durch das Buch gelangweilt (und zum Teil auch geärgert) habe? Es ist von einem Bestsellerautor, es ist ein Bestseller und ich wollte wissen, wie man das denn macht, einen Bestseller schreiben. Aber da war nichts. Ausser grosser Konsternation am Ende. Und einmal mehr die Gewissheit, dass Lesen Geschmacksache ist (zum Glück).

Sonntag, 18. September 2011

Es tut mir leid

Die Jugend von heute hat keine Manieren mehr. Sagt man. Die Jugend von heute ist masslos. Sagt man. Die Jugend von heute weiss nicht, was sich gehört. Sagt man. Die Jugend von heute steht nicht mehr zu dem Mist, den sie gebaut hat. Sagt man. Die Jugend von heute wird immer rücksichtsloser. Sagt man.

Und dann kommt einer, dessen Bank gerade 2 Milliarden verzockt hat (und dessen Bank zuvor zwei Mal vom Staat gerettet werden musste, ein Mal finanziell und ein Mal politisch) und sagt nicht: "Es tut mir leid. Es tut mir unsäglich leid, dass es schon wieder passiert ist." Er sagt etwas ganz anderes:

Ich fühle mich nicht schuldig.

Von wem soll denn die Jugend von heute lernen, bitte sehr?

Donnerstag, 15. September 2011

Ein bisschen Volchskunde zum Donnerstag

Unsere Volchspartei, der das Volch und die Meinung ihres Volchs über alles geht, unterschrieb feierlich einen Vertrag mit ihrem Volch, in dem sie dem Volch schwor, für ebendieses Volch einzustehen. Ab und zu versteigt sich die Volchspartei schon auch einmal in die Meinung, das Volch dürfe bei Abstimmungen sogar Völkerrecht ausser Kraft setzen, denn das Volch hat immer recht, auch wenn es nicht recht hat. Aber jetzt ist diese Volchsache a chli aus dem Ruder gelaufen. Denn die Volchspartei will neue Flüüger für die Armee kaufen. Und die kosten Geld. Weil nicht ganz sicher ist, ob das Volch auch wirklich so viel Geld für Flüüger ausgeben will, mauschelt man es jetzt so, dass das Volch nicht abstimmen kann. Denn das Volch könnte ja recht haben - und keine Flüüger wollen.

Manchmal ist das Leben in der Schweiz noch ganz witzig. Vorausgesetzt, man verfügt über die nötige Portion Galgenhumor.

UPDATE: So ganz nebenbei hat noch ein Investmant-Banker der UBS 2 Milliarden Dollar verzockt (keine Ahnung, wie viele Flüüger damit kaufen könnte).War wahrscheinlich einer von denen, die man mit viel Bonus an die Firma binden musste. Man könnte jetzt darüber nachdenken, wie viele der 3500 geplanten entlassenen Bankmitarbeiter man damit für wie lange beschäftigen könnte. Und man könnte auch darüber nachdenken, ob man die Bank nicht vielleicht leichten Herzens ins von ihr angedrohte Exil ins Ausland ziehen lassen sollte.

Ich geh jetzt schreiben. Den witzigen Text für die 6 - 9 Jährigen :-)

Dienstag, 13. September 2011

Bankrotterklärung

Unter der Überschrift "Dossier Buchbesprechungen: Was unsere Experten über aktuelle Bücher zu sagen haben" belegen in der Online-Ausgabe einer der grössten (seriösen?) Schweizer Tageszeitungen folgende Titel die ersten vier Positionen:

1. Liebe in Zeiten der Partnerbörsen ("Helenenplatz")
2. Sex mit Alice Schwarzer ("Schossgebete")
3. Klamotten runter und zack, war ich drin ("Arschlöcher kommen immer zuerst")
4. Sex nach dem Mahl ("Die erste Liebe")

Sonntag, 11. September 2011

Hoch hinaus

Am Samstag gings 1100 Höhenmeter hinauf und dann 1260 Höhenmeter hinab. Ich bin immer noch high. Weil ich mir das nicht zugetraut habe - und weil ich es geschafft habe. Schritt um Schritt. Zu sagen wäre noch, dass ich nicht schwindelfrei bin :-)  (Anmerkung, das Video ist nicht von mir - aber ich habe noch etwas heftiger geatmet als der Tpy, der den Film gemacht hat, weil es die letzten paar Meter höllisch steil hinaufging)

Donnerstag, 8. September 2011

Buchsoundtrack

Konzept, Exposé und Leseprobe zur Serie gibt es. Notitzbücher sind gekauft und in Aktion. Der Soundtrack dazu ist (unter anderem) der da:



Jetzt fehlt nur noch ein Verlag ...

Montag, 5. September 2011

Gewinnerin August-Buchverlosung

Ich bin unter einen Arbeitsberg geraten, der mich platt auf den Boden drückt. Deshalb mache ich es heute kurz, schmerzlos und ohne Foto. Gewinnerin der August-Buchverlosung ist Manuela Locher vom Schulhaus Feldacker. Im Schulhaus Feldacker habe ich im Frühjahr gelesen und seither nehmen ganz viele von dort regelmässig an meinen Buchverlosungen teil. Kein Wunder also, wenn die Glücksfee wieder einmal einen Feldacker-Zettel gezogen hat. Es war diesmal übrigens eine ganz neue Glücksfee, die dem Verlosungshut ziemlich gut gefallen hat (er hat sie zumindest nicht gebissen).

Herzlichen Glückwunsch, Manuela. Du bekommst - wie gewünscht - ein signiertes Freerunning.

Die September-Verlosungsrunde beginnt heute. Bitte auf der Blogroll auf der rechten Seite gucken. Eine Teilnehmerin hat sich schon für den Verlosungshut angemeldet - die Anmeldung gilt, sie kam am 2. September herein.

Mittwoch, 31. August 2011

Lesung in Spiez und Wie man in die Schlagzeilen kommt und Superstar für ein paar Tage wird

Heute fuhr ich ans andere Ende der Schweiz (von mir aus gesehen), nach Spiez. Himmel, ist das SCHÖN dort!!! Ich konnte mich nicht satt sehen an der Landschaft. Der Empfang war wunderbar herzhaft und warm, die Lesung hat - mir (den Jugendlichen hoffentlich auch) super gefallen. Danach gings in den Buchladen der Twitterkollegin Manuela Hofstetter - wo es sich bestens SEHR LANGE aushalten lässt. Ich bin so lange geblieben, dass ich Bugsierers Rat, doch per Schiff nach Thun zu fahren, nicht mehr nachkommen konnte. Was mir einen guten Grund liefert, unbedingt noch einmal nach Spiez zu fahren. Und ja, doch, Herr Bugsierer, wir werden uns schon noch ganz real kennenlernen! Bestimmt.

Mit so einem braven Besuch werde ich es nicht in die Schlagzeilen schaffen. Um in die Schlagzeilen und Superstar für ein paar Tage (vergesst die 15 Minuten Ruhm - das reicht nicht mehr) zu werden, müsste ich meinen Ehepartner verbrühen oder einen Polizisten angreifen und verletzen. Dann wäre ich danach mindestens drei Tage lang DER Star. Mit etwas Pech schlägt mich einer mit einer noch grauseligeren Tat und dann würde mein Ruhm halt nur zwei Tage dauern. Was lernt der frustrierte Nichtbeachtete, der auch mal Held des Tages sein möchte daraus? Werde Verbrecher. Je schlimmer und gestörter, desto besser. Einen Tag später hast du die Aufmerksamkeit. Mit Titelschlagzeile und Bild. Zwei Tage später auch noch. Und mit Glück auch drei Tage später noch. So, und jetzt mal fadengerade heraus: Mich kotzen diese Medien an. Und zwar gewaltig. Sie drehen gerade mal wieder heftig an der Spirale und züchten sich ihre eigenen Schlagzeilen, denn der nächste Irre wartet schon darauf, der nächste "Jetzt rede ich" Superstar zu werden. Gewalt und Kriminalität zahlen sich aus.

Und wenn wir schon bei den Medien sind: Auf dem Weg nach Hause im (unklimatisierten) Bahnwaggon den Blick am Abend quergelesen (ja, deshalb der obige Ärgerausbruch, wobei da auch die 20 Minuten beteiligt sind). Da muss sich die Redaktion dafür entschuldigen, das Bild eines grässlichen Unfalls abgedruckt zu haben, auf dem Tote erkennbar sind. Die Redaktion sieht das auch ein und übermittelt der geneigten Leserschaft ein schnoddriges "Äxgüsi".  Auch das ist zum ... ach, lassen wir es sein. Man liest so Zeugs ja auch nicht.

Und für diejenigen unter euch, die sich dafür interessieren, was die geneigte Facebook-Userin an Promo und Wettbewerb alles NICHT tun darf, hier noch eine Zusammenfassung aller Geht-gar-nicht-Regeln auf Facebook. 



Dienstag, 30. August 2011

Von jenen, die man nicht sieht

Oder nicht sehen will. Heute Morgen bin ich einem von ihnen begegnet. Ohne Arbeit, ohne Perspekive. Zu alt für einen neuen Job. Zu jung für die Pension. Zu stolz fürs Sozialamt. Zu viel Alkohol, weil das Leben sonst nicht zu ertragen ist.  Es bleibt der Sprung vor den Zug, aber dazu fehlt der Mut. Wir haben ziemlich lange geredet. Irgendwann bin ich weitergegangen, er ist geblieben, mit seiner Plastiktüte voller Bierbüchsen (die er spottbillig kaufen konnte, so billig, wie man sonst gar nichts bekommt).

Sie sind überall. Wer sie sehen will, sieht sie. Wer sie nicht sehen will, sieht sie nicht. Und jede(r) von ihnen hat eine Geschichte. Ich bin wütend. Nicht auf den Typen, den habe ich total gemocht. Ich bin wütend darauf, dass unsere Gesellschaft Menschen aussortiert wie Abfall. Wer nicht mitkommt, bleibt liegen.

Samstag, 27. August 2011

Von Zeitungen und Inseraten

Ich mag meine Lokalzeitung. Sehr sogar. Doch diese Woche habe ich mit ihr gehadert. Sehr sogar. Ich verstehe nicht, wie man Inserate schalten kann, die jegliche Menschlichkeit über Bord werfen. Und ich wünschte mir, meine Zeitung hätte den Mut zu sagen: "Bis hierher und nicht weiter." Dann würde ich sie noch viel mehr mögen. Was viele denken und einige (zu wenige) sogar auszusprechen wagen, was jedoch niedergetrampelt wird von jenen, die sich für das einzig wahre Schweizer Volk halten, hat ausgerechnet eine Organisation ausgesprochen, mit der ich meistens meine liebe Mühe habe. Ich bedanke mich für die klaren Worte der Schweizer Bischofskonferenz zu den schlicht und einfach untragbaren Inseraten unserer nationalkonservativen Partei, wie sie mein Bloggerkollege aus Arlesheim nennt.

Mittwoch, 24. August 2011

Projekte rund ums Schreiben

Heute Morgen habe ich mich mit Stephan Sigg getroffen. So langsam nimmt unser Projekt textbar.net Gestalt an. Die erste Veranstaltung ist auf den 24. September geplant, die Einladung ist geschrieben, gedruckt und unterschrieben, die Adressaten stehen fest. Mit vielem hinken wir aber auch noch hinterher, zum Beispiel mit unserer Webseite. Immerhin haben wir die Webadresse reserviert - der Link folgt, sobald wir die Seite aufgeschaltet haben.

Bei AUTILLUS war Sommerpause, doch jetzt geht es wieder voll los. Neuerscheinungen von Schweizer AutorInnen und IllustratorInnen trudeln ein. Als Zuständige für die Aktualisierung der Webseite lade ich sie selbstverständlich so schnell wie möglich hoch. Lief es letztes Jahr noch harzig mit den Meldungen, gewöhnen sich die Mitglieder langsam an diesen Service des Vereins und schicken Infos über ihre aktuellen Projekte jetzt häufiger. Vorstandskollege Daniel Reichenbach hat einen neuen Newsletter entworfen, mit dem wir endlich im Web 2.0 angekommen sind (was man leider von unserer Webseite nicht sagen kann - wir arbeiten daran ...).

Ganz neu bin ich im Unterstützungskomitée zur St. Galler Bibliotheksinitiative. Ich freue mich aufs Sammeln der Unterschriften und hoffe, wir schaffen die Hürde.

Natürlich schreibe ich heftigst an meinen beiden aktuellen Projekten (ein Thriller für Thienemann und eine Radio-Hörserie für Kinder). Abgabetermin für beide ist der 31. Oktober.

Und dann habe ich noch ganz privat für mich eine Trilogie begonnen. Nichts, das ich veröffentlichen möchte, sondern ein Projekt, das ich ganz alleine für mich mache. Noch ist es zu früh, etwas darüber zu verraten - nur so viel: Die drei Notizbücher, die ich mir genau für diesen Zweck gekauft habe, fülle ich in Handschrift. Jeden Tag ein Blatt. Mehr zu diesem Projekt verrate ich, wenn es etwas weiter gediehen ist.

Kurz: Ich bin genau dort, wo ich sein möchte - umgeben von Projekten rund ums Schreiben und Bücher.

Dienstag, 16. August 2011

Black Sabbath und ich ...

... haben den Hausputz gemacht. Sie haben die Musik geliefert. Ich den Tanz, das Karaokegejohle - und den Putz. Damit dauert die Arbeit zwar doppelt so lange, dafür macht sie tausend Mal mehr Spass.

Montag, 15. August 2011

81 Fragen an ... Frage 12


Die Frage nach dem Lieblingsbuch ist wie die Frage nach dem Lieblingsessen. Oder nach dem Lieblingssong. Oder nach dem Lieblingsfilm. Da gibt es nie nur ein ultimativ Bestes und Liebstes, sondern mehrere, verschiedene, die ich sehr, sehr mag. Kevin Brooks steht bei mir ganz oben. Dennis Lehane mag ich auch sehr. Jemand, der eigentlich "Schuld" hat, dass ich ernsthaft mit dem Schreiben angefangen habe, ist Carol O'Connell, die mit Katy Mallory eine sensationelle Romanfigur geschaffen hat. Vor allem aber hat sie die Kathy Mallory Bücher in einem Schreibstil geschrieben, der mir den Atem genommen hat. SO, genau SO wollte ich schreiben. Eines meiner Lieblingsbücher ist und bleibt deshalb "Flight of the Stone Angel" (in der englischen Version lesen; der deutsche Klappentext ist ein Verbrechen am Buch - und wenn die Übersetzung so schlecht ist wie der Klappentext, ahne ich sehr Schlimmes für den Schreibstil!). Seit ich Bücher schreibe, interessieren mich auch die deutschsprachigen AutorInnen mehr und mehr. Petra Ivanov zum Beispiel packt mich völlig mit ihren (Jugend)büchern. Frank Reifenberg hat mit Landeplatz der Engel mitten in mein Herz getroffen, genauso wie Tobias Elsässer mit Für niemand. Und ... und ... und ... Es gibt so viele (kann sie gar nicht alle aufzählen). Und das ist gut so.

Sonntag, 14. August 2011

81 Fragen an ... Frage 11 ...


Ich wollte gar nicht Autorin werden ;-). Gelesen habe ich immer gerne, geschrieben auch. In meiner Teenagerzeit hatte ich eine sehr intensive Schreibphase, in der Gedichte, Songtexte und Buchanfänge entstanden sind. Ich stellte es mir total cool vor, eines Tages in Irland in einem dieser weissen Häuser mit bunten Fensterrahmen und Türen auf einer Klippe in der Küche am Fenster zu sitzen, mit Blick aufs Meer, und meinen Roman zu schreiben. Aber ein Wunsch oder gar ein Traum war es nicht. Ich wusste einfach, dass ich es irgendwann tun würde. Dass man automatisch Autorin ist, wenn man ein Buch geschrieben habe, daran habe ich keine Sekunde gedacht. Mir gings ums Schreiben, nicht um den Beruf.

Eines Tages wurde dann sehr viel später. Und geplant war es auch nicht. Kurz bevor ich 40 wurde fing ich ernsthaft mit dem Schreiben an; erst mit Kurzgeschichten, aber die waren mir zu kurz. Deshalb machte ich mich an ein Buch. Vier Jahre lang schrieb ich daran - und eines Tages war es FERTIG. Mein erstes, fertiges Buch. Ich war so was von glücklich. Und ich dachte mir: Wenn du schon eine Geschichte nicht nur angefangen, sondern auch fertig geschrieben hast, dann kannst du ja einen Verlag suchen. Also suchte ich. Zunächst wie viele andere vor mir erfolglos. Ich sagte mir: Na, dann ist der Text halt noch nicht gut genug, arbeite ich weiter daran. Per Zufall (über eine Kollegin) fand ich einen Agenten, den die erste Hälfte der Geschichte begeisterte. An der zweiten Hälfte, so beschied er mir, sei noch ein ganzes Stück zu arbeiten. Er half mir mit vielen (gnadenlosen) Tipps und Anmerkungen, die Geschichte besser zu machen. Mit dem Resultat ging er auf Verlagssuche. Er wurde fündig - und ich hatte ein Buch veröffentlicht. Das war auch der Moment, in dem ich mich zum ersten Mal als Autorin empfand. Das blieb ich dann lange Zeit "nebenbei",  nebst meiner Arbeit, meinen Kindern und meinem Haushalt. Erst seit knapp zwei Jahren bin ich hauptberufliche Autorin. Ich bin also sehr langsam in diesen Beruf hineingewachsen, der mir immer wieder ein paar Schuhnummern zu gross für mich scheint.

PS: Noch keines meiner Bücher ist in der Küche eines weissen Hauses mit bunten Fensterrahmen und Türen auf einer Klippe in Irland entstanden. DAS ist immer noch ein Traum ... wobei es mittlerweile sehr gerne auch die schottische Insel Isle of Skye sein darf.

Donnerstag, 11. August 2011

Ein Hoch auf die Niederungen der Jugendliteratur

Ich bin Mitglied bei Pro Litteris (Schweizer Pendant zu VG Wort). Die Stiftung gibt zwei Mal im Jahr eine Gazette heraus, mehrsprachig und meistens sehr interessant. In der letzten Ausgabe ging es um Jugendliteratur. Sie war total gescheit geschrieben, sehr, sehr anspruchsvoll, sehr akademisch und sehr analytisch. Aber ich gestehe: Ich hätte das verdammte Heft vor Wut und Zorn am liebsten gefressen. Es hatte nichts, absolut nichts mit den Jugendlichen zu tun, vor denen ich lese und für die ich schreibe. Ja, es gipfelte sogar irgendwo in einer Aussage eines Lehrers, der fand, Jugendlitertur sei zu wenig anspruchsvoll, es gebe generell keine anspruchsvolle Jugendliterar; er suche für seine SchülerInnen lieber Texte, die sie zum Denken anregen. Das war der Moment, in dem ich das Ding in die Ecke gepfeffert habe. Ich hab's dann wieder hervorgeholt und mir die Bildreihe der Jugendlichen angesehen, die nach ihren Lieblingsbüchern gefragt wurden - und ja, da waren sie, die Jugendlichen, die ich bei den Lesungen kennenlerne und ihre Lieblingsbücher waren so erfrischend nahe am Buchgeschehen wie kein einziger der geschriebenen Artikel.

Erstens: Es gibt sie, die sehr anspruchsvolle Jugendliteratur. Wer je Kevin Brooks (als Beispiel, es gibt noch viele andere) gelesen hat, der weiss das. Und zweitens: Ja, es gibt auch die weniger anspruchsvolle Jugendliteratur. Womit wir in den "Niederungen" der Jugendliteratur sind. Auf diese "Niederungen", die für mich keine sind, möchte ich jetzt mal den Scheinwerfer richten. In diesen "Niederungen" finden sich Bücher, die sprachlich und handwerklich super gemacht sind, die sich jedoch ganz bewusst an Jugendliche richten, die den Weg zum Lesen noch nicht gefunden haben, die die Welt der Geschichten erst noch entdecken müssen. Das sind die Jugendlichen, die Lesen als Müssen empfinden, nicht als Dürfen. Sie brauchen andere Bücher als die Leseratten. Sie müssen dort abgeholt werden, wo sie stehen, nicht dort, wo sie der Herr Gymnasiallehrer, der Jugendliteratur nicht anspruchsvoll findet, haben will. Für mich als Autorin ist es das Grösste, zu hören bekommen: "Sie. Ich habe noch nie ein Buch zu Ende gelesen. Aber Ihres schon. Das war total spannend." Von so einem Buch möchte ich abschliessend aus aktuellem Anlass berichten.

Frau Tochter hat, obwohl aus einer leseverrückten Famile, sehr lange nicht gelesen. Was immer ich vorschlug, interessierte sie nicht. Bis eines Tages ein Buch auf dem Küchentisch lag, das ich unbedingt lesen wollte. Sie sah es, schnappte es sich, brachte es zwei Tage später zurück und fragte: "Gibt es einen zweiten Band dazu?" Das war der Anfang. Frau Tochter wurde durch ein Buch zur Leserin, das es nie in die Sparte "anspruchsvolle Jugendliteratur" schaffen wird. Aber es hat sie gepackt. Es hat sie reingezogen. Joachim Friedrich, der die PinkMuffin-Bücher zusammen mit Hortense Ullrich geschrieben hat, hat heute Geburstag. Ich gratuliere ihm und danke ihm dafür, das er das Buch geschrieben hat, das alles verändert hat. Um dem Herrn Gymnasiallehrer noch ein paar Sätze um die Ohren zu hauen (ja, ich bin wütend auf ihn, sehr, sehr wütend): Frau Tochter liest heute komplexe Fachlitertur, sie liest anerkannte, anspruchsvolle, herausfordernde Literaten, bewegt sich weit weg vom Mainstream. Aber angefangen hat alles in den "Niederungen" der Jugendliteratur.

Dienstag, 9. August 2011

Von halben Songs und halben Büchern

Heute, beim Morgenwandern durch die Berge, habe ich mir wieder einmal Züri West angehört - und beim Song "Haubi Songs" (Halbe Songs) herzhaft gelacht, denn was für halbe Songs gilt, gilt auch für halbe Bücher. Leider kann ich euch kein Video dazu zeigen, weil ich keins gefunden habe (wer fündig wird, melde sich bitte).

haubi Songs si Revouverheude
hie droht schtändig e Schiesserei
sie liege im Gang u im Schtägehuus
u i wage mi afe gar näumm hei
i jedem Egge luuret irgend e Zedu
irgend e haubi Idee
wo wett wüsse wie's witer geit
u jede Tag wärde's meh u meh

Den ganzen Songtext gibt es hier.

Später bin ich dann mal wieder auf die Repetiertaste gegangen. Weil ich "Schiff im Sand" einfach klasse, klasse, klasse finde. Und dann die Gitarren am Ende!!!(kein offizielles Video, glaub ich - trotzdem:)



Und gerade eben gefunden: Eine Rezension zu dead.end.com, die mir ein grosses Grinsen ins Gesicht gezaubert hat. Danke, danke, danke (von wem auch immer die Rezi ist)


Freitag, 5. August 2011

Und das Juli-Verlosungsexemplar geht an ...


Der Hut wollte nicht aufs Bild. "Lass das mal die Katze machen", hat er gesagt. Der Katze war's egal. Ich freu mich für den Gewinner, Harald Czech aus Berlin, dessen Wunschferienziel übrigens die USA ist. Es war spannend, eure Wunschländer kennenzulernen - es war eine Reise um die ganze Welt, und bei manch einem habe ich gedacht: Au ja, da möchte ich auch hin. Was witzig war: Einige von euch haben sich so sehr auf das Urlaubsziel konzentriert, dass sie vergassen, ihren Buchwunschtitel anzugeben. Aber keine Bange, auch diese Mails (im Falle der Teilnahme über den Blog) oder FB-Einträge (wenn ihr dort mitgemacht habt) sind in den Verlosungshut gewandert.
Sommerlich entspannt geht es in die nächste Verlosungsrunde. Was du machen musst, um dabei zu sein, steht in der Blogroll auf der rechten Seite. Viel Glück!

Mittwoch, 3. August 2011

Erste Feedbacks zu dead.end.com

Googelt sich ein Autor? Natürlich! Vor allem, wenn ein neues Buch da ist.

Gerade eben, da musste ich die Kaffeetasse abstellen, so heftig ist mir die Kritik beim BücherTreff eingefahren, nicht weil sie so schlecht ist, sondern weil der Rezensent das empfunden hat, was mir beim Schreiben so wichtig war:

"Diese Jugendlichen waren vollkommen anders als die stereotypen und gutmenschartigen Charaktere, die man ansonsten viel zu oft in Jugendbüchern vorgesetzt bekommt. Meiner Meinung nach waren deren Gedanken deutlich näher an der Realität als die eben beschriebenen und mir persönlich gefiel dies auch besser, weil die Charaktere dadurch interessanter wirkten und ihnen Ecken und Kanten gegeben wurden. "

"Die Welten beginnen sich zu vermischen und sowohl die Charaktere als auch der Leser selbst können nach kurzer Zeit Spiel und Realität nicht mehr voneinander unterscheiden. Zunächst war dies etwas verwirrend, aber nach kurzer Zeit machte gerade dieser Punkt einen großen Reiz aus."

Die in der Kritik erwähnten Schwachpunkte (vor allem die Unübersichtlichkeit mit so vielen Protagonisten) kann ich bestens nachvollziehen. Ich hatte beim Schreiben dieselben Probleme wie der Rezensent Kapo beim Lesen. Irgendwann merkte ich, dass 24 Personen zu viel sind, viel zu viel, vor allem, wenn da noch haufenweise andere Gute und Böse sind. Nur: Da steckte ich schon mittendrin, und glaubt mir, ich habe mir beim Schreiben mehr als einmal geschworen, NIE WIEDER so viele Protagonisten in einem Buch zusammenzuführen!!! Wie eine Buchhalterin führte ich Buch über die verschiedenen Teams, über die Namen und wer wann wo was getan hatte - und habe mich trotzdem mehr als einmal verrannt, resp. verschrieben.

Zur Besprechung gibt es Kommentare, die Fragen nach der Abgeschlossenheit der Geschichte, dem empfohlenen Alter und der Parallelen (oder eben nicht Parallelen) zu Erebos beantworten. Kurz: Eine wirklich lesenswerte Rezension.

Ebenfalls gefreut hat mich die Rezension von Ulf Cronenberg bei den Jugendbuchtipps.de. Er geht den Figuren nach, schaut sich den Aufbau des Buches an (ich habe mit grosser Begeisterung schreibstilmässig einiges gewagt mit den drei Ich-Perspektiven, den zusätzlichen Aussenperspektiven, den Kapiteln mit den reinen Dialogen und den Zeithüpfern) und geht auch darauf ein, dass das Thema Computerspiele für Jugendliche eine grosse Anziehungskraft hat und es ruhig noch mehr Bücher zu diesem Thema geben könnte. Finde ich auch!

Freitag, 29. Juli 2011

81 Fragen an ... Frage 10 ... von meinen Romanfiguren


Ich gehöre nicht zu jenen Autoren, die ihre Lebensgeschichte(n) schreibend verarbeiten. Ich schreibe, weil ich Geschichten, vor allem die darin vorkommenden Figuren, erfinden will. Es gibt nur eine einzige Figur in meinen Büchern, die dem Leben eins zu eins entnommen ist: Freddy, das potthässliche Irgendwasstoffwesen aus "Starkstrom". Er gehörte im richtigen Leben meiner Tochter, sah genauso aus, wie im Buch beschrieben, hiess genauso und kam genauso in den Besitz meiner Tochter, wie er im Buch in den Besitz von Emma kam. Leider, leider, leider haben wir den Freddy nicht mehr :-(

Natürlich fliessen zum Teil Charakterzüge von Menschen, die ich kenne, in meine Bücher. Aber nie die ganze Person. Wenn irgendeine Figur in einem der Bücher autobiographische Züge hat, dann die Tina aus Starkstrom (aber auch sie ist nicht ich).

Die Figuren in meinen Büchern sind mir sehr wichtig. Ich habe immer zuerst die Figuren und schreibe dann für und zu diesen Figuren eine Geschichte. Mit vielen davon kann ich mich identifizieren, hineinfühlen kann ich mich in fast alle (bei Mordsangst gab es Gewalttäter, bei denen es nicht mehr ging, da musste ich mich auf das verlassen, was ich gelesen hatte).

Sonntag, 24. Juli 2011

Wieder da ... und irgendwie ausgeklickt

Ein paar Stunden nachdem sich mein Internet in Richtung Timbuktu auf den Weg gemacht hatte, brachen auch Herr Ehemann und ich auf. Nicht nach Timbuktu, sondern nach Schottland. Um genau zu sein, Nordschottland. Wir suchten das unendliche Nichts und fanden es. So ab unter 10 Einwohnern pro Quadratkilometer wurde es richtig gut, dort, wo drei Häuser ein Dorf sind, wo die Haupstrasse nur eine Spur hat (für beide Richtungen), wo die Strände leer sind (ausser Kühe haben sich dort niedergelassen), wo man beginnt, mit den Schafen zu reden, weil sonst niemand da ist, mit dem man reden könnte. Es war fantastisch. So fantastisch, dass wir uns vor Edinburgh gedrückt haben (viel zu viele Leute).

Das Internet wartete schon auf mich, als wir zurückkamen (ich schreibe bewusst "mich", weil Herr Ehemann und das Internet nie zusammengefunden haben). Ich habe dann auch ein bisschen geguckt, was so läuft. Habe ein paar Mails beantwortet und mich bei Facebook durch die neuen Nachrichten gelesen. Einen Tag lang. Dann liess ich das Internet sein und verzog mich in die Berge, wo ich geschrieben, gegärtnert und gemalt habe (keine Kunst, sondern einen Raum - na ja, für mich war schon das Kunst, es war nämlich nicht eine ganze Wand sondern nur bestimmte Teile).

So, und jetzt bin ich wieder da. Lese irgendwo, dass Google + the next big thing ist. Gucke mir Tweets bei Twitter an, die mich kalt lassen. Klicke mich durch FB und habe nichts zu sagen. Mag auch keine FB-Einträge von anderen lesen. Ich merke, dass ich mich gar nicht so richtig wieder ins virtuelle Leben einklinken will. Es interessiert mich nicht. Ich habe keine Lust darauf. Es ist zu viel. Und doch nichts Wirkliches.

Manchmal diskutieren wir Autoren darüber, ob es ohne Internetpräsenz überhaupt noch geht (wahrscheinlich nicht), was man alles noch tun könnte, sollte, müsste. Im Moment will ich gar nichts tun. Ich weiss, dass dieser Moment vorbeigehen wird. Aber jetzt, heute, denke ich: Doch, es geht auch ohne. Man stirbt nicht ohne Internet. Es ist nicht mal langweilig ohne Internet. Am Mittwoch fahre ich wieder in die Berge. Mein Internet wird sich ohne mich beschäftigen müssen. Vielleicht dreht es ja ein paar Runden im Cyberspace.

Sonntag, 3. Juli 2011

Mein Internet macht Ferien

"Und ich?", fragte mein Internet.
"Was, und du?", fragte ich zurück.
"Na, ALLE fragst du nach ihrem Ferien-Wunschland, nur mich nicht."
Oha!, dachte ich und sagte: "Liebes Internet, entschuldige, ich dachte, jemand, der im endlosen Cyberspace zu Hause ist, hat gar nicht das Bedürfnis nach Ferien."
"Habe ich aber", antwortete das Internet vorwurfsvoll. "Und ich möchte da hinreisen. Jetzt."
Grad nomoll (CH-deutsch für nochmals) oha!, dachte ich und erkundigte mich, wo es denn hinwolle, mein Internet, so ganz ohne mich.
"Timbuktu!", kam die Antwort wie aus der Pistole geschossen.
"Timbuktu", wiederholte ich. "Das ist aber weit weg."
"Im Vergleich zum Cyberspace nicht", antwortete das Internet. "Ich geh dann mal packen."
Packen? Das Internet? Ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, was so ein Internet in die Ferien mitnimmt. Und ehrlich gesagt, will ich das auch nicht so genau wissen. Auf jeden Fall packt das Internet jetzt. Bevor es mich verlässt, weise ich ganz schnell noch einmal auf die Juli-Buchverlosung in der Blogroll (rechte Seite) und mein neues Buch hin, das am 15. Juli erscheint. Sicherheitshalber. Man weiss ja nie, ob und wann so ein Internet wieder zurückkommt.

Ab 15. Juli im Buchhandel oder im Online-Shop deiner Wahl:


Jetzt offiziell online: Die Leseprobe zum Buch!

Freitag, 1. Juli 2011

And the book goes to ...


Herzliche Gratulation!

Die Antwort auf die Frage, ob man jedes angefangene Buch auch zu Ende liest, fiel sehr, sehr knapp aus. Mit einer Stimme mehr überwog das NEIN.

Und weiter geht's mit der Juli-Verlosung. Mitmachen ist einfach: Schreib eine Mail an alicegabathuler [at] gmx.ch, verrate mir dein Ferien-Wunschland und schreib mir, welches meiner Bücher du gewinnen willst. ACHTUNG: DIESEN MONAT NEU DABEI IN DER GABATHULER-BUCHLISTE: dead.end.com. Einsendeschluss ist der 31. Juli 2011.

PS: Die Glücksfee hat den Verlosungshut durchgerüttelt und durchgeschüttelt, die Hand in den Schlund des Huts gestreckt und einen Zettel gezogen. Dass es wieder jemanden aus Facebook und wieder die gleiche Ortschaft getroffen hat, ist Zufall.

Mittwoch, 29. Juni 2011

81 Fragen an ... Fragen 7, 8 und 9 ... von Cowboys, Wildgärten und schwierigen Schulfächern

Ich las mehr oder weniger alles, was mir in die Finger kam. Bücher aus der Schulbibliothek, Bücher vom Regal meiner Eltern, die Wildwestromane meines Nini (Grossvater). Brave Mädchenbücher interessierten mich dabei wenig. Ich las lieber Abenteuergeschichten. Besonders in Erinnerung sind mir dabei die Bücher von Susan E. Hinton (DAS waren Bücher, wie sie mir gefielen) und ... nicht lachen ... die Wildwestromane meines Grossvaters. Wie habe ich sie geliebt, die einsamen Helden in ihren auswegslosen Situationen! Am liebsten waren sie mir, wenn sie am Ende noch lebten (ich las immer zuerst das Ende und wenn der Held starb, habe ich das Heft gar nicht erst angefangen) und als verlorene Desperados in den Sonnenuntergang ritten!


Ich bin in der glücklichen Lage, mein Schreiben zum Beruf gemacht zu haben. Das heisst, ich kann meine Bücher ganz offiziell in meiner Arbeitszeit schreiben :-). In meiner Freizeit lese ich gerne, gucke mir gerne (GUTE) Filme an, blogge, wandere, und wusle durch unseren Wildnisgarten in den Bergen.


In der Primarschule: Ja. Ab der Sekundarschulstufe zeichnete sich ab, dass ich es eher mit den Sprachen habe als mit den Zahlen. Spätestens in meiner Ausbildung zur Lehrerin war dann klar, dass ich von Physik, Chemie und höherer Mathe nicht wirklich viel verstand. Leider. Denn ich finde gerade Chemie und Physik total spannend - UND WÜRDE BEIDES GERNE AUCH BEGREIFEN!!!

Dienstag, 28. Juni 2011

ES IST DA! ES IST DA! UND ES SIEHT TOLL AUS!

ABER es ist - leider - erst das Vorabexemplar für Frau Autorin ... in die Läden kommt es ab 15. Juli ... zur Überbrückung der Wartezeit gibt's exklusiv bei mir die ersten drei Kapitel ... einfach mir eine Mail schreiben und ich schick sie euch ... meine Mailadresse findet ihr unter "Kontakt" ... und wer mir seine Postadresse mitteilt, dem schicke ich die dazugehörige, signierte Postkarte - als Lesezeichen oder für die Pinnwand ... Jetzt ABER:


Montag, 27. Juni 2011

Wie kommt man mit so was klar?

»Carlos, wie kommt man mit so was klar?«
Man besäuft sich. Legt sich mit jedem an, der garantiert stärker ist. Bekommt ordentlich eins auf die Fresse und saugt den Schmerz auf wie eine Erlösung auf Zeit. Und man gibt sich die Maximalstrafe. Nie mehr zocken. Wobei ich immer noch darüber nachdenke, ob das wirklich eine Strafe ist.
»Man schneidet sich die Seele raus und schaut ihr zu, wie sie verblutet«, antworte ich. Ist nicht von mir, sondern von Greti.

dead.end.com Ab 15. Juli.

Cool sein

Das da gelesen (im "Magazin"):
Die Schweizer Models Nadine Strittmatter und Patricia Schmid sassen vor einer Weile geschlagene fünf Stunden zusammen auf dem Sofa eines Zürcher Nachtclubs und würdigten die anderen Gäste keines Blickes. Sie redeten mit niemandem, auch nicht miteinander, sondern starrten unaufhörlich auf ihre Blackberrys. Wie die echten Stars ..
Jetzt weiss ich auch, warum das mit dem Berühmtsein bei mir nicht so recht klappen will ;-)
 


Mittwoch, 22. Juni 2011

Was will dieses Buch mir sagen?

Notizbücher und ich - das muss zu 100 Prozent passen. Vor allem muss das Notizbuch zur Geschichte passen, an der ich schreibe.

Aktuell arbeite ich an zwei Projekten:


Für meine Serie habe ich zwar noch keinen Verlag, aber schon mal die exakt passenden Notizbücher (eins für jeden Teil und eins für das Gesamtgefüge - wobei ich sicherheitshalber noch zwei zusätzliche Notizbücher gekauft habe):


Und jetzt das! Da hüpft mir doch kürzlich ein Notizbuch an. Rief: "Kauf mich, kauf mich, kauf mich!" Ich kaufte. Seither rätsle ich, was dieses Buch mir sagen will. Vor allem weil meine neuste Idee so düster ist, dass nicht mal die Farbe Schwarz reicht.


Ich habe das Buch ins Regal gestellt und warte gespannt.

Dienstag, 21. Juni 2011

81 Fragen an ... Fragen 5 und 6


Früher manchmal schon, damals, als ich noch die Schule hatte. Jetzt ist der einzige Stress, den ich habe, der selbstverursachte, zum Beispiel wenn ich vor dem Abgabetermin zu sehr Gas geben muss. Aber daran arbeite ich frohgemut - und bin zurzeit sogar auf guten Wegen!


Ganz viele Dinge (deshalb ist das Bücherschreiben ja so toll):

- Ich kann und darf das tun, was ich immer gerne getan habe: Schreiben
- Ich kann meine Fantasie ausleben (und dabei Dinge tun, die ich im richtigen Leben nie tun würde)
- Ich kann Figuren erschaffen und ihnen ein Leben geben
- Ich kann diese Figuren eine Geschichte schenken (wobei einige meiner Figuren sich wahrscheinlich eine andere Geschichte gewünscht hätten ;-)
- Ich kann meine Arbeitszeit einteilen (na ja, ich wünschte mir, ich wäre darin etwas besser als ich es bin)
- Ich lerne extrem spannende Menschen kennen (andere Autoren, Jugendliche und ihre Lehrkräfte bei den Lesungen, Menschen aus der Buch- und Medienwelt usw.)
- Ich reise an Orte, an die ich sonst nie gereist wäre und vielleicht nie reisen würde, und lerne Menschen kennen, die ich sonst nie kennengelernt hätte.

Beim eigentlichen Schreibvorgang ist es das Schleifen und Feilen am Text. Die erste Version meiner Texte ist nie besonders gut (manchmal ist sie sogar garstig schlecht) und ich tue mich die meiste Zeit auch ziemlich schwer im Schreiben dieser ersten Version. Ich kenne mich und weiss das - und kann damit gut leben; es ist meine Art zu schreiben. Die richtig spannende Arbeit setzt für mich erst ab der zweiten Runde ein, dem Feilen und dem Schleifen, dem Herumwerken am Ursprungstext.

Montag, 20. Juni 2011

R.E.S.P.E.C.T.

Cooles Wort, nicht wahr? Für sich selbst fordern es die Menschen ein. Sie wollen respektiert werden. Mit dem eigenen Respekt ist es dann - leider - nicht immer weit her, vor allem dann nicht, wenn er durch Andersdenkende und Anderslebende (heraus)gefordert wird. Das Problem: Wenn man den Respekt nicht lebt, bleibt R.E.S.P.E.C.T. ein cooles Wort ohne Inhalt.

Das kleine Nachbarland auf der anderen Seite des Rheins hat gestern ein Zeichen für den Respekt gesetzt: Das Fürstentum Liechtenstein hat sich mit grosser Mehrheit für ein neues Partnerschaftsgesetz und damit die amtliche Registrierung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften ausgesprochen. Nein, selbstverständlich war das nicht, denn es gab eine starke, sehr aktive Opposition und für Erzbischof Haas ist "praktizierte Homosexualität  objektiv eine schwere Sünde, deren rechtliche Anerkennung geradezu einen Skandal darstellen würde."

Umso mehr freut mich dieses Abstimmungsresultat. Es ist ein Zeichen des Respekts und der Toleranz gegenüber den Mitmenschen. Und vielleicht eine gute Gelegenheit, seinen eigenen Respekt und seine eigene Toleranz mal wieder genauer unter die Lupe zu nehmen.

Samstag, 18. Juni 2011

Die schönen Seiten des Autorinnenlebens

Komplimente
Vorfreude

So, und jetzt an die Schreibarbeit! Ich darf dabei dieser Tage so richtig, richtig, richtig schön fies sein - schreibenderweise natürlich.

Freitag, 17. Juni 2011

81 Fragen an ... Frage 4


Frage 4 ist gleich ein Bündelchen an Fragen ;-) Aber sie gehören alle zusammen. Vor allem sind sie eng verknüpft mit Frage 3. Wieso, werdet ihr gleich herausfinden.

Ja. Ich kann mir die Arbeitszeit einteilen. Das ist einer der grossen Pluspunkte im Autorinnenleben. Leider hat die Sache ein paar Haken: Erstens bin ich Chaotin und zweitens mangelt es mir häufiger an Disziplin. Ich kann - auch nach all den Jahren beruflicher Selbständigkeit - immer noch nicht wirklich gut mit der Arbeitszeiteinteilung umgehen. Verstaubte Zeitmanagement-Ratgeber und ungefähr eine Zillion gebrochener Vorsätze zeugen davon.

Zur Tageszeit: Früher, als ich nebst selbständiger Geschäftsfrau (mir gehörte zusammen mit einer Partnerin eine Englischschule), Hausfrau und Mutter Autorin war, war es der Abend, häufig auch die Nacht, plus Wochenenden und Schulferien. Da musste ich mich mit Fragen der Arbeitseinteilung nicht herumschlagen. Ich habe einfach immer geschrieben, wenn ich ein Fötzelchen Zeit dazu hatte. Heute, als freiberufliche Autorin mit nur noch sehr wenig Unterrichtszeit, versuche ich, tagsüber zu schreiben. Am Anfang ging das sehr schlecht, denn ich laufe vor allem am Abend und in der Nacht zu Höchstform auf. Nur: Ich habe ja unter anderem die Schule aufgegeben, um am Abend, an den Wochenenden und in den Ferien ein Familienleben zu haben! Mittlerweile klappt das recht gut. Ich kann eigentlich immer schreiben. Die einzige Zeit, in der ich generell durchhänge ist am frühen Nachmittag. Da kann man mich nicht wirklich gebrauchen.

Schreibschwerpunkte sind jeweils die drei Monate vor den Abgabeterminen der Bücher. Natürlich schreibe ich das ganze Jahr über. Aber aufgrund meines Chaotentums und meiner etwas lockeren Einstellung zur Disziplin, muss ich dann jeweils vor dem Abgabetermin ziemlich Gas geben. Abgabetermine sind meistens Anfang November (für mich) und ab und zu der Juni.

Die Kreativität hängt weniger von der Jahreszeit ab, sondern vor allem davon, wie es mir gerade geht. 

Ich habe übrigens noch nicht aufgegeben: Ich arbeite an meiner Disziplin. Das Ziel ist, jeden Tag vier Stunden zu schreiben und dann noch administrative Aufgaben erledigen (Lesungen absprechen, Kontakte zum Verlag und der Agentur, Schülerfragen beantworten ...).

So, und ich glaube, damit ist zum grossen Teil erklärt, warum ich Frage 3 nicht wirklich beantworten kann, auf jeden Fall nicht in Stunden, Wochen und Tagen. Was ich jedoch sagen kann: Ohne Deadlines (Abgabetermine) würde es endlos dauern.

Dienstag, 14. Juni 2011

81 Fragen an ... Frage 3


So. Da ist sie ja schon, die Frage, bei der ich anstehe und jeweils bei Lesungen sage, dass es die einzige Frage ist, die ich nicht beantworten kann. Denn die ganz ehrliche Antwort lautet: Ich weiss es schlicht und einfach nicht (warum ich es nicht weiss, beantwortet Frage 4 ... also, die nächste auf der Liste ..).

Hier ein paar Antworten, mit denen Jugendliche, die die Antworten auf die Fragen aufschreiben dürfen / müssen / sollen, rein gar nichts anfangen können:

- ich weiss es nicht
- kommt drauf an
- so lange, wie es halt dauert
- bis es fertig ist.

Und für jene, die für ihre Lehrkraft eine etwas genauere Antwort brauchen:

- Bei mir dauert das zwischen 12 und 15 Monaten (was so nicht ganz stimmt, aber immerhin ist es eine Antwort, mit der man etwas anfangen kann / könnte).

Uff. Jetzt habe ich sie hinter mir, die unbeantwortbare Frage :-)

Machismo oder "Woher nehmen Sie Ihre Ideen?"

Eine Frage, die bei (fast) jeder Lesung auftaucht (und bei den 81 Fragen an mich Frage 1 war): "Woher nehmen Sie Ihre Ideen?" Als eine mögliche Inspirationsquelle nenne ich jeweils die Menschen um mich herum. Gestern Abend lief, respektive fuhr mir eine ziemlich schräge Idee über den Weg und parkte sogar neben mir!

Der Reihe nach: Gestern stand ich mit meinem Auto auf dem Postparkplatz, direkt gegenüber vom Bahnhof und wartete auf jemanden. Während ich so da sass, hörte ich tiefe Motorgeräusche - Geräusche, wie sie ein Wagen macht, der pro Sekunde einen Deziliter Benzin schluckt. Dazu kam das Wummern von Bässen. Ich schaute mich um und entdeckte einen knallblauen Wagen der Sorte aufgepimte Machokiste. Der Zufall wollte es, dass der Fahrer dieser Machokiste direkt neben mir einparkte. Ich guckte mir das Vehikel an. Gewaschen und poliert. Mit vier sehr jungen Insassen.

Direkt vor mir hingen zwei Typen samt Bierflaschen herum. Die waren auch interessant, weshalb ich die vier Autoinsassen für einen Moment aus dem Blickfeld verlor. Bis der eine Bierflaschentyp dem Fahrer der Machokiste etwas zurief, das nach "abschliessen" klang. Ich drehte mich also wieder der blauen Kiste zu. Da sass jetzt keiner mehr drin. Der Motor gurgelte und brummte immer noch, die Bässe wummerten mit, während die vier sehr jungen Autoinsassen in coolster Machomanier über den Parkplatz stolzierten.

Ich glaube ja nicht, dass diese Jungs Blogs lesen. Trotzdem: Liebe Jungs, ihr wart bestes Ideenfutter. Bis demnächst, in einem meiner Bücher.

Montag, 13. Juni 2011

81 Fragen an ... Frage 2


Die Liste der Menschen, die mich beim Schreiben unterstützt, ist sehr lang:

- meine Familie, indem sie mich nimmt, wie ich bin ... und mir die Zeit zum Schreiben lässt, den Haushalt auch mal ohne mich schmeisst, mich versteht, wenn ich ziemlich weggetreten am Tisch sitze, weil ich in Gedanken anderswo bin usw.
- gute (Schreib)Freunde, die mich motivieren, anspornen und für mich da sind
- Menschen, die mir bei der Recherche helfen (Fachpersonen, Betroffene usw.)
- meine Testleserin, die als Allererste meine Texte zu lesen bekommt (DANKE, Karin!)
- Leute aus dem Schreibforum "Schreibwelt", die immer ein offenes Ohr für meine Freuden und Leiden haben und mir mit Rat und Tat und vor allem auch Humor über Hürden helfen oder bei Freudensprüngen mithüpfen
- all die vielen Jugendlichen bei Lesungen, die mir ihre Namen für die Bücher leihen, mir Rückmeldungen geben, mir sagen "Schreiben Sie doch mal über ..."
- später, wenn ich den Text fertig habe, das Verlagslektorat, das den Text mit mir noch einmal gründlich durchgeht

Auch diese Liste ist - wie die Liste in Frage 1 - nicht vollständig. Es ist das, was mir spontan einfällt.

Und dennoch: Schreiben tue ich ganz alleine. Ich bin eine "Stille-Kammer-Schreiberin". Solange ich an einem Text arbeite, bekommt ihn niemand zu sehen. Meine Kinder haben es aufgegeben, mir beim Schreiben über die Schulter auf den Bildschirm zu schauen, denn sie wissen, wie sehr ich das NICHT mag. Beim Bahnfahren schreibe ich nur, wenn niemand neben mir sitzt. Der Gedanke, dass mein Sitznachbar mitliest, blockiert mich total. Die grosse Ausnahme ist meine Testleserin Karin Grüning (das ist die Frau, der ich in "Schlechte Karten" danke). Sie darf als Einzige meinen Text lesen und kommentieren, bevor er an den Verlag geht. Mein Vertrauen in sie ist grenzenlos. Ich schicke meine Texte erst an den Verlag, wenn sie für mich stimmen. Erst ab dem Moment sind sie nicht mehr privat.

Donnerstag, 9. Juni 2011

81 Fragen an ...

Eine meiner Lesestationen der Ostschweizer Lesetour war das Oberstufenzentrum Seidenbaum in der Gemeinde Wartau (meine Heimatgemeinde!). Ein paar Tage vor der Lesung schickte mir einer der Lehrer, Karl Grob, eine Mail mit einer Frageliste. Sie hätten sich auf meinen Besuch vorbereitet, teilte er mir mit, und dabei hätten die Jugendlichen Fragen an mich zusammengestellt. Ich öffnete den Mailanhang und kippte beinahe vom Stuhl. 81 Fragen waren es! Natürlich freute mich das Interesse, aber ich war nur für einen Morgen gebucht, nicht für eine ganze Woche :-) Also versprach ich, während der Lesungen ein paar der Fragen zu beantworten - und den Rest dann in meinem Blog nachzuholen.

Heute habe ich für die 81 Fragen eine Spezialseite eingerichtet (siehe Leiste oben) und mich an die erste der 81 Fragen gemacht. Ich werde mich in den folgenden Wochen durch alle Fragen hindurcharbeiten ... Wie weit ich komme, teile ich jeweils an der Pinnwand mit.

Zum Oberstufenzentrum Seidenbaum fällt mir noch eine andere Geschichte ein. Sie hat mit Blumen zu tun. Aber das ist eine Geschichte für sich. Darüber berichte ich ein anderes Mal.

Mittwoch, 8. Juni 2011

Recherche oder Die "Töffli" gibt es noch - und wie!

Gestern, am Telefon, da fragte mich jemand aus der Stadt (und vor allem jemand, für den ich, wenn nichts mehr schief geht, ein ganz tolles Projekt verwirklichen kann): "Töffli? Gibt's die wirklich noch? Oder meinst du den Roller oder die Vespa?"

Nein, ich meinte nicht den Roller und die Vespa. Bei uns auf dem Land fahren die ganz Coolen Töffli, wie schon ihre Väter und Grossväter. Und wie schon ihren Vätern und Grossvätern ist es ihnen wichtig, wie ihr Töff aussieht, und wie schon ihre Väter und Grossväter frisieren sie die Dinger auf zum Teil gefährlich hohe Geschwindigkeiten. Glaubte ich. Aber die Frage verunsicherte mich. Schliesslich bin ich etwas in die Jahre gekommen (will heissen: möglicherweise nicht auf dem neusten Stand), und vielleicht hatte ich mich ja geirrt. Also beschloss ich, jene zu fragen, die es wissen müssen: Die Jugendlichen. Und weil ich seit einem guten Monat auf Facebook bin, dachte ich, ich teste das Ding (FB) mal auf seine Tauglichkeit.Was dann passiert ist, hat mich überwältigt.

Ein Rattenschwanz Kommentare innerhalb kurzer Zeit und die Frage ist mehr als beantwortet. Für jene von euch ohne Facebook die Kurzversion: Ja, man fährt (immer) noch Töff, ja, es gibt sie noch, die mit der Gangschaltung, ja, man frisiert sie noch. Und das Wichtigste: "naja genger oder nicht genger egal er(also das töffli) mos eifach geil us gseh und gut laufe das isch d habtsach:D"

Alles klar. Herzlichen Dank, Jungs und Mädels! Jetzt kann ich in die Tasten hauen :-)

Sonntag, 5. Juni 2011

dead.end.com


So sieht es aus, das Neue. Wenn du jetzt schon - vor allen anderen - reinlesen willst, schick mir eine Mail (Meine Mailadresse findest du unter "Kontakt" rechts oben). Ab 15. Juli in den Buchläden.

Mittwoch, 1. Juni 2011

Das Buch aus der Mai-Verlosung geht an ...

... Ach nein, machen wir es doch ein wenig spannend :-)

Erst einmal: Herzlichen Dank an alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Es waren so viele wie noch nie zuvor, was meinen Verlosungshut an seine Grenzen gebracht hat. An ihre Grenzen gerieten auch einzelne Teilnehmer. Bis auf zwei haben alle daran gedacht, die eBook-Frage zu beantworten. Die Anzahl jener, die vor lauter eBook-Frage vergessen haben, das Buch anzugeben, das sie gerne gewinnen würden, war ungleich höher. Aber keine Bange: Sind trotzdem alle im Hut gelandet.

Zur Statistik:

Ja, ich habe schon einmal ein eBook gelesen: 17 % (worunter es einige: ja, aber ... gab)
Nein, ich habe (noch) nie ein eBook gelesen: 83 % (worunter es einige: nein, aber ... gab)

Wer sich genauer für die Antworten interessiert, findet jene der TeilnehmerInnen via Facebook hier.
Auch unter den TeilnehmerInnen via Blog finden sich - nebst knappen Ja oder Nein - ein paar spannende Antworten (hier eine Auswahl):
Ja habe ich … aber mir fehlt was, ein Buch ist ein Buch und bleibt ein Buch. Das Papierrascheln, der Geruch, das Lesezeichen, das Auf- und wenn man will das zuklappen…
Nein, ein Ebook habe ich noch nie gelesen. Ich kann mir nicht vorstellen, das man dabei das gleiche Leseerlebnis haben kann, wie mit bedrucktem Papier!

Bisher hab ich noch kein ebook gelesen. Ich stell mir das auch nicht so prickelnd vor.

Nein, ich habe noch nie aus einem eBook gelesen und ich finde ein richtiges Buch in den Händen zu halten ist viel besser und spannender =)
Jetzt aber zur Gewinnerin. Ich habe den Hut geschüttelt, bis ihm schlecht war, und dann hat die Glücksfee einen Namenszettel gezogen. Herzliche Gratulation, Stefanie!


PS: Schon startet die Juni-Verlosung. Diesmal interessiert mich, ob ihr JEDES Buch, das ihr anfangt zu lesen, auch zu Ende liest. Was nicht fehlen darf: Welches meiner Bücher ihr gewinnen wollt.

Dienstag, 31. Mai 2011

Drohbrief

 Wenn du wissen möchtest, was hinter diesem Drohbrief steckt, schreib mir eine Mail 
(die Adresse findest du rechts oben unter "Kontakt")

Montag, 30. Mai 2011

RESPECT ... oder Jugendliche brauchen Vorbilder

Von der Jugend von heute erwartet man ziemlich viel. Anstand, Respekt, Fleiss, Einsatz, gute Manieren ... (der Forderungskatalog ist ziemlich lang und deshalb an dieser Stelle unvollständig). Bei meinen Lesungen treffe ich auf Neugier, auf offene junge Menschen, und ich kann sagen: Sehr, sehr selten findet eine(r) die Grenze zwischen aufrechter Erhlichkeit und schlichter Dreistheit nicht. Ich stelle fest, dass an den (allermeisten) Schulen, die ich besuche, sehr viel Wert auf einen guten Umgang miteinander gelegt wird. Mit jedem Jahr mehr, scheint mir. Der Eindruck mag trügen, aber ich habe bis jetzt ein perfektes Lesejahr hinter mir, mit lauter sehr guten Erfahrungen.

Wir verlangen der heutigen Jugend ziemlich viel ab. Wir erwarten viel von ihnen. Und vergessen dabei, dass sie uns an unseren Erwartungen messen. Erwarten wir also Respekt und Anstand von ihnen, oder allgemein vor den Mitmenschen, dann sollten wir ihnen das vorleben. Indem wir das eine predigen und das andere tun, signalisieren wir ihnen: Vergiss den Quatsch mit dem Anstand und dem Respekt. Ansehen und Kohle gehen an jene, die sich nicht daran halten.

Wieso ich diesen Eintrag genau jetzt schreibe? Weil mir seit Tagen eine Geschichte im Kopf herumgeistert, nämlich die vom Journalisten, der bei einem Blogger auf eine Geschichte gestossen ist, den Blogger kontaktiert und dann seinen Artikel auf der Recherchearbeit des Bloggers aufgebaut hat. So weit, so gut. Das ist ein normaler Vorgang, vor allem weil der Blogger - wie ich das interpretiere - damit einverstanden war. Nun zum fragwürdigen Teil: Der Artikel erschien ohne Quellenangabe, will heissen, der Journalist verkaufte die Geschichte als seine ureigene. Und gewann damit einen Preis, obwohl die Jury wusste, dass er sich mindestens teilweise mit fremden Federn geschmückt hatte. Womit wir beim wirklich unappetitlichen Teil angelangt sind. In der Festbroschüre werden diese fremden Federn folgendermassen erwähnt:
Ein Blogger hatte ihre Geschichte angezweifelt, sie aber aus Angst vor ihren Anwälten weiterwursteln lassen. Der Blogger ist mittleren Alters und alleinstehend. Nicht zufällig: Gute Geschichten sind wie gute Frauen. Man trifft zufällig auf sie und wer nicht hartnäckig dranbleibt, kriegt sie nicht.
Ich nenne so was einen Schlag in die Magengrube. Jede anständige Jury, die etwas von Resekt gegenüber Mitmenschen versteht, hätte dem Jüngelchen von Journalisten die Leviten gelesen und dazu geschaut, dass dieser Satz nicht abgedruckt wird. Mindestens. Nicht so die Jury, die dem 31-jährigen "Jungjournalisten" den Preis verliehen hat. Sie hatte nichts dagegen, diesen Satz in die Festbroschüre aufzunehmen.

DAS nenne ich eine Lektion von uns Erwachsenen an die Jugendlichen: Sei frech, sei egoistisch, sei rücksichtslos, sei anstandslos, und du gewinnst einen Preis und ziemlich viel Kohle (CHF 10'000) damit. Alles abgesegnet von den Leuten, auf die es zählt.

Wenn das nächste Mal ein Jugendlicher vor der Lesung seine Mütze auszieht und mir dann mehr als eine Stunde lang anständig zuhört, werde ich noch etwas mehr Respekt vor ihm haben als jetzt schon. Weil ich weiss, dass er - wenn es nach seinen erwachsenen Vorbildern geht - auch ganz anders könnte.

Die Geschichte vom Journalisten und Blogger findet man an vielen Orten. Ich habe sie von hier und hier.

Donnerstag, 26. Mai 2011

Zuerst bin ich ab ihrer Frisur erschrocken

Okay, meine Frisur ist in der Tat etwas seltsam, aber es ist meine und ich mag sie :-) Dass ich damit aber meine Zuhörer erschrecke, ist mir jetzt doch nicht ganz recht.

Die ganze Geschichte: Gestern las ich in Buchs, also dort, wo ich (fast) wohne. Armando Bianco vom Werdenberger und Obertoggenburger besuchte die erste Morgenlesung, schoss ein paar Fotos (DANKE fürs Nichtabdrucken der Doppelkinnbilder - und ich frag jetzt nicht, ob es sogar ein Dreifachkinn ist, Armando!) und schrieb einen Artikel, der mir rührseliger Tante die Tränen in die Augen trieb.

Dienstag, 24. Mai 2011

Ich fand gut dass ... (Feedbacks aus der heutigen Lesung in Flums)

... Sie so lustig sind.
... Sie alle Fragen beantwortet haben (auch die "doofen").
... Sie mit uns gesprochen haben und nicht nur aus Ihren Büchern vorgelesen haben.
... Sie es spannend erzählt haben und spannend gelesen haben.
... Sie uns gut unterhalten haben.
... wir Ihre Bücher gut finden dürfen oder nicht.
... Sie nicht so streng waren.
... Sie uns das Geheimnis gesagt haben.
... wir auch lachen konnten und durften.

Ich gebe die Komplimente dann gerne mal zurück. Ich fand gut, dass ihr

... mich so herzlich empfangen habt, ob als "Wundertüte" oder offenes Buch, von dem man sogar den Namen des Ehemannes kennt.
... so voll bei der Sache wart.
... mir so spannende Fragen gestellt habt (auch "doofe Fragen" sind spannend!)
... beim  Vorlesen mitgegangen seid (Vorlesen macht vor allem dann Spass, wenn die Zuhörer reagieren!)
... ihr so aufmerksam wart, dass man gar nicht streng sein musste ;-)

Montag, 23. Mai 2011

Vorbereitungen, Teil 1

Diese Woche ist meine vierte Woche der Ostschweizer Autorenlesungen. Zudem werde ich am Mittwoch einen Workshop zum Thema "Von der Idee zum (Jugend)Buch" halten. Ein Grund also, einmal über die Vorbereitungen zu solchen Veranstaltungen zu berichten.

Der grösste Teil meiner Lesungen findet im Rahmen von organisierten Schullesungen statt, die ein wichtiger Bestandteil der Leseförderung sind. Hinter diesen Lesetouren steckt ein logistischer Grossaufwand, weshalb sie Monate im Voraus geplant werden.

Als Autorin erhalte ich eine Einladung und ein Anmeldeforumlar, auf dem ich eintragen kann, für welche Altersgruppe ich lese und an welchen der vorgesehenen Wochen / Tagen ich Zeit habe. Dieses Formular fülle ich aus und schicke es zusammen mit Informationen zu meiner Person und einer kurzen Leseprobe ein. Der Veranstalter stellt aus den Daten Informationen für die Schulen zusammen, aufgrund derer die Schulen / Lehrkräfte sich für ihre Wunschautoren entscheiden. Bei sehr umfassenden Lesetouren erscheinen diese Informationen sogar als Broschüre. Nachdem die Anmeldungen eingegangen sind, stellt der Veranstalter für die einzelnen Autoren einen Leseplan zusammen. Konrekt sind das bei den diesjährigen Ostschweizer Autorenlesungen ca. 800 Lesungen, die für ca. 40 AutorInnen für den Zeitraum eines Monats organisiert werden müssen - eine unvorstellte Fleissarbeit, von der ich als Autorin nichts mitbekomme. Ich erhalte - immer rechtzeitig im Voraus - meinen Leseplan.

Bei Einzellesungen funktioniert es ähnlich. Da werde ich vom lokalen Veranstalter direkt angefragt.

Einige Wochen vor den Lesungen setzen sich die Lehrkräfte per Mail mit mir in Verbindung, oder ich mich mit ihnen. Dabei klären wir organisatorische Dinge wie: Was braucht die Autorin? / Wie kann man die Klasse vorbereiten? / Wie läuft die Lesung ab? / Wann kommt die Autorin an und wie (ÖV oder Auto)? / Was braucht die Autorin (Mikro? Wasser? Einen Tisch?) usw. Ich finde heraus, wie ich den Leseort erreiche, wo das Schulhaus ist (Online-Maps sei Dank!), wie mein Fahrplan aussieht.

Am Tag der Lesung fahre ich los, im Gepäck alles, was ich für die Lesung brauche, plus meine ausgedruckten Fahrpläne und Karten, die mich zum Schulhaus lotsen sollen. Manchmal werde ich abgeholt, meistens gehe ich vom Bahnhof / der Bushaltestelle zu Fuss (und manchmal verirre ich mich trotz Karte - was an mir liegt, nicht an der Karte). Normalerweise treffe ich die Lehrkräfte im Lehrerzimmer, manchmal auf dem Schulhof oder im Klassenzimmer. Der Empfang ist (fast) immer sehr herzlich - und wenn die Zeit reicht, erhalte ich auch (fast) immer einen Kaffee, was nach einer längeren Zugfahrt mit Umsteigestationen so richtig gut tut :-).

Die Lesungen verlaufen immer anders. Manchmal bin ich für die Schüler eine Wundertüte (will heissen, sie haben keine Ahnung, wer die komische kleine Frau ist, die da vor ihnen steht), manchmal haben sie so viele Fragen vorbereitet, dass wir einen ganzen Tag miteinander verbringen könnten. Manche Klassen sind sehr ruhig und passiv, andere lebhaft und voller Fragen. Trotz Vorbereitungen weiss ich nie genau, was mich erwarten wird. Ich mag das. Das macht für mich die Lesungen spannend. Denn je nachdem, wie die Klasse ist, gehen die Lesungen in total verschiedene Richtungen.

Für mich ist die Arbeit jeweils nach den Lesungen / den Lesetouren abgeschlossen. Für die Veranstalter geht sie weiter. Sie sammeln die Rückmeldeforumlare der Schulen / Lehrkräfte und leiten sie als wertvolles Feedback an die Autoren weiter. Auch ich erhalte die Möglichkeit, eine Rückmeldung zu geben, was jedoch kein grosser Aufwand ist. So viel kann ich verraten: Die Lesetouren sind bestens organisiert, die Autoren wunderbar betreut.

Vorschau: In Teil 2 berichte ich über meine Workshopvorbereitungen.

Sonntag, 22. Mai 2011

Gestern, am Wave Jam in Balzers





:-)))))))))))))))))))

PS: Ich weiss jetzt, was eine "Wall of Death" ist. Gfürchige Sache, vor allem, wenn sich Frau Tochter beherzt ins Getümmel wirft

Freitag, 20. Mai 2011

Einfach mal so, als Argumentarium ...

... für die nächste Diskussion über Journalisten versus Blogger. Hier eine Auswahl an gefundenen Titeln auf der Startseite der Online-Plattform einer grossen, seriösen Schweizer Tageszeitung (kein "best of", sondern alle von demselben Tag, dem 20. Mai 2011):

"Er liebt Sex, na und?"
"Rettet die Schmuddel-Beiz"
"Sex wie im Film"
"Als meine Eltern cool waren"
"Mama goes Facebook"
"Put your hands on me, John F. Kennedy"
"Ertappte Liebe"
"Survival guides für Singles"
"Fotowettbewerb: Land-Idylle"

Nein, es handelt sich nicht um unsere Boulevardzeitung Nummer 1 ... Und ja, so was tut weh.

Donnerstag, 19. Mai 2011

Künstlerseelen

Mir geht es zurzeit einfach nur gut, gut, gut. Ich bin optimistisch, voller Energie und Motivation und könnte bisweilen schon mal Bäume ausreissen. Nur: Das ist kein Dauerzustand. Wie Kollegin Jutta Wilke kürzlich in einem Kommentar geschrieben hat, kann einen die Welle auch abwerfen und dann hat man den Mund voller Salzwasser und Sand. Wenn es mir gut geht, haut mich fast nichts um. Ich trage das Geschehen mit Gelassenheit und Humor, sogar Dinge, die gar nicht so witzig sind. Wenn ich von der Welle ausgekotzt am Strand liege und mich spuckend und hustend frage, was jetzt grad passiert ist, sieht das anders aus. Wie ich ausgerechnet an einem so guten Tag auf solche Gedanken komme? Meine Kollegin Annette Weber ist schuld :-). Ich habe heute Morgen ihren Blogpost gelesen und finde, sie bringt diesen Gemütszustand exakt auf den Punkt. Also: Reinlesen!

Mittwoch, 18. Mai 2011

"Alloooo???" - "Schick sehen Sie aus, Alice"

Die Werbeindustrie hat sich wieder einmal gegen mich verschworen - und mich innerhalb von 15 Minuten mit einer geballten Ladung Sch...laumeierei eingedeckt.

Das französische Callcenter hat im Minutentakt angerufen. Das ging so:
"Allooo?"
"...." (steht für: Ich schweige)
"Alloooo?"
"...."
"Alllooooooooo?"
"...."
"Alloooooooooooooooo?"
"..."
"tutututut ..." (steht für: aufgelegt.)
 Diese Prozedur haben wir vier Mal wiederholt :-)))) Im Moment ist Ruhe.

Dann habe ich meine Mail geöffnet. Und was steht da ganz neu:

"Schick sehen Sie aus, Alice."

Natürlich sehe ich schick aus. Was immer die Definition von "schick" ist. Aber ich könnte ja die Mail auch mit Haarwicklern im Haar / einem Finger in der Nase / einem ketchupverschmierten Mund / im Nachthemd meiner Grossmutter usw. geöffnet haben. "Schick sehen Sie aus, Alice." Stellt euch mal vor, ich würde diesen Satz glauben und in Zukunft das Haus nur noch im Nachthemd meiner Grossmutter verlassen, Haarwickler im Haar und den Finger in der Nase ....

PS: Wenn ihr wissen wollt, warum ich gerade heute so schick aussehe: "Ihre Fremdsprache steht Ihnen gut." Na, dann bin ich mal froh, trage ich über der Fremdsprache noch Grossmutters Nachthemd. Ich stünde sonst ein wenig nackt da.

PPS. Alllloooooo?

Dienstag, 17. Mai 2011

Eine einmalige Gelegenheit

Eine einmalige Gelegenheit.
Ein unvergessliches Spielerlebnis.
Ein einzigartiges Abenteuer.
Doch dann kommt alles anders,
und Mo und Greti erkennen:
ist mehr als nur ein Spiel ...

(ab 15. Juli in deinem Buchladen)