Samstag, 16. November 2013

Blackout Mindmap

Auch das folgende Foto habe ich euch von unterwegs versprochen: Die Klasse KSS 2C aus Dagmersellen hat meinen "Blackout" gelesen und dazu zusammen mit ihrem Lehrer Frank Schies eine Mindmap an der Wandtafel erstellt. Und was für eine!


Dienstag, 12. November 2013

Donnerstag, 7. November 2013

Heute in Dagmersellen

Heute Morgen gab's um 6.30 Uhr ein schnelles Frühstück. Knappe 20 Minuten später machte ich mich auf den Weg vom Hotel zum Bahnhof, dem See entlang, an den Schiffen vorbei, am Horizont die schneebedeckten Berge. Und zum ersten Mal hat mir Luzern, mit dem ich nie richtig warm geworden bin, gefallen.

Die Fahrt nach Dagmersellen hatte wieder Touristenpotential :-) Ich weiss nicht, woran es liegt, aber ich fühle mich total mit mir und der Welt versöhnt. Vielleicht gefällt sie mir deshalb besser als auch schon ...

In Dagmersellen bin ich zu Fuss zur Schule gegangen. Nicht, weil mich niemand abholen wollte, im Gegenteil, ich habe das Angebot abgelehnt, weil ich die Strecke vom Bahnhof zur Schule in Dagmersellen mag. Womit auch schon gesagt ist, dass ich sie schon ziemlich gut kenne - schliesslich war ich heute zum dritten Mal dort.

Im Schulhaus stieg ich die Treppen zum Lehrerzimmer hoch (den Weg kenne ich mittlerweile auch) und traf auf eine nette Dame der Kaffeemaschinenfirma, die den Automaten genau auf meine Anfkunft geflickt und zum Laufen gebracht hatte. Perfektes Timing! Danach wartete die erste Gruppe in ihrem Klassenzimmer auf mich. Gespannt, vorbereitet und bestens aufgelegt. Die Jugendlichen haben gefragt, ich habe geantwortet und wir haben alle viel gelacht. Vorgelesen habe ich auch.

Vielleicht sollte ich an dieser Stelle einmal erwähnen, woraus ich jeweils vorlese: Aus dem Buch, für das sich die Jugendlichen entscheiden. Diese Woche waren das bis jetzt: Freerunning, dead.end.com, Blackout und #no_way_out. Bin gespannt, was es morgen sein wird.

Zurück nach Dagmersellen: Nach der Pause ging's weiter mit der zweiten Gruppe, mit der es genau so klasse war wie mit der ersten. Zum Mittag gab's was ganz besonderes, aber dazu muss ich etwas ausholen: Die letzten beiden Male, als ich in Dagmersellen gelesen habe, stand die Frau eines Lehrers jeweils kurz vor der Entbindung. Vor allem beim ersten Mal sass der gute Mann wie auf Nadeln in der Lesung - nicht, ohne mich vorgewarnt zu haben: Falls er einen ganz schnellen Abgang machen müsse, liege das nicht an mir oder meiner Lesung, sondern an der Ankunft eines neuen Erdenbürgers. Heute durfte ich mir über den Mittag den Grund für die Nervosität anschauen. Frank - so heisst der Lehrer - lud mich und die anderen beiden Lehrer, bei denen ich Lesung hatte zu sich nach Hause zum Mittagessen ein. Die zwei Wonneproppen sind herzerweichend liebenswert! Und die Lasagne, die Franks Frau uns aufgetischt hat, war vom Feinsten!

Am Nachmittag war dann Lesung bei Franks Schülern, die den Blackout gelesen hatten. An der Wandtafel entdeckte ich die beste Mindmap zum Buch, die ich JE gesehen habe. Einfach nur genial. Und meine Digicam war in Luzern im Hotel! GRMPF! Ich hätte mir in den Hintern beissen können. Aber Frank hatte (auch) das total im Griff: Er wird die Tafel für mich fotografieren, damit ich sie euch zeigen kann. Und die Schüler? Die waren, genau wie ihre Mitschüler am Morgen, einfach klasse.

Jetzt sitze ich glücklich und zufrieden im Hotel und weiss, dass ich einen genialen Beruf habe. Wenn ich den Blogeintrag losgeschickt habe, ziehe ich mit meinem Laptop vom Tisch zum Bett rüber und überarbeite Band zwei meiner Serie. Wie meine Tochter sagen würde: Mit einem Smile im Gesicht.

Mittwoch, 6. November 2013

Zwischenbericht von unterwegs

Ich bin dann tatsächlich beinahe nicht angekommen, weil wir schon nach Sargans mit einer ziemlichen Verspätung unterwegs waren. Zum Glück klappte es doch noch mit dem Umsteigen in Thalwil und ich traf beinahe pünktlich in Luzern ein, wo ich meinen Koffer im Schliessfach deponierte und anschliessend den Zug nach Küssnacht nahm. Auf der Fahrt dem See entlang kam ich mir vor wie eine Touristin: Ich fuhr durch eine Postkartenwschweiz ans Ende des Sees. .

( Zwischenbemerkung: Weil ich immer noch Technikdinosaurierin bin, lagert das Foto auf der Digicam, die ich nur zu Hause an den PC schliessen kann und will - ich lade es hoch, wenn ich von der Lesetour zurück bin, verprochen. Nicht versprechen kann ich, wegen der SBB ein Smartphone zu kaufen, um informiert zu sein über all die Verspätungen und Ausweichmöglichkeiten; das ist mir dann doch zu blöd.).

Am Bahnhof von Küssnacht stand ich erst einmal da wie bestellt und nicht abgeholt. Dabei sollte ich genau das werden: abgeholt. Aber ich musste nicht lange warten. Alex, der Lehrer, der mich abholen kam, war nämlich da; er hatte nur auf dem falschen Bahnsteig gewartet, weil er gedacht hatte, ich komme aus der anderen Richtung :-) Er fuhr mich direkt zur Schule, wo die zwei Klassen, die an die erste Lesung kamen, schon auf mich warteten. Top vorbereitet, top motiviert und mit vielen spannenden Fragen. Die Zeit verging wie im Flug. Und Spass gemacht hat es erst auch noch! Nach der Lesung ging's mit den Lehrkräften der 1. Oberstufe zum Mittagessen, direkt an den See. Wieder war ich staundende Touristin. Auch hier hatte ich das Gefühl, die Zeit fliege einach nur so. Am Nachmittag standen zwei weitere Lesungen auf dem Programm, beide genauso spannend und interessant wie die erste am Morgen. Kurz: Ich verbrachte einen wunderbaren Tag in Küssnacht am Rigi. Ein herzliches, riesiges DANKE an alle! .

Auch der heutige Morgen begann mit einer Bahnfahrt der stressigeren Art: Ich sass in einem Zug, der sich in Wolhausen teilte und zwei verschiedene Richtungen weiterfuhr. Ich vertraute meinem ausgedruckten Ticket und blieb in dem Wagen sitzen, in dem ich war (Richtung Langenthal) und kam tatsächlich - leicht verspätet - in Zell an, wo mich ein Lehrer vom Bahnhof abholte und zur Schule brachte. Genau wie gestern waren auch heute alle top auf die Lesung vorbereitet, alle guter Laune und bester Dinge. Solche Lesungen sind der Traum einer jeden Autorin. Deshalb auch ein herzliches und riesiges DANKE an alle in Zell. Jetzt sitze ich im Hotelzimmer und sollte arbeiten. Statt dessen schreibe ich einen Blogeintrag. Aber danach gehe ich an die Überarbeitung von Band zwei. Versprochen. .

Herzliche Grüsse von unterwegs Eure fliegende ... ähm, bahnreisende ... Autorin Alice

Montag, 4. November 2013

Vor dem Aufbruch

Heute ist mein letzter Tag zu Hause. Morgen fahre ich auf Lesetour in die Zentralschweiz. Es ist der Start zu meinem Winter-Lesungsmarathon. Eingeleitet haben diesen Marathon einzelne Lesungen im Oktober, nun folgen die grossen Lesungsblöcke: Im November bin ich zwei Mal je eine Woche in der Zentralschweiz, im Dezember folgen Einzellesungen von zu Hause aus und im Januar sind es dann wieder zwei Lesungsblöcke im Kanton Zürich. Ruhiger wird es erst wieder im Februar - und danach folgen ab März dann die Frühlingslesungsblöcke.

Ich bin im Laufe der Jahre klüger geworden. So sehr ich Lesungen mag: Ich kann nicht mehr zwei oder mehr Wochen am Stück durchziehen. Ich erinnere mich an ein Jahr, als ich im November und Dezember sieben Wochen am Stück Lesungen hatte. Das schaffe ich nicht mehr (liegt wohl am Alter :-) ). Wenn nun die Einladungen zu den Touren kommen, schaue ich, dass ich zwischen einzelnen Blöcken immer mindestens eine Woche Pause habe. Das tut mir gut, ist aber auch gut für die Jugendlichen, die ich auf meinen Lesungen treffe. Sie sitzen einer fitten Autorin gegenüber, die so richtig bereit für die Lesung bei ihnen ist.

Die Unterlagen mit den Lesezeiten, den Mails von den Lehrpersonen, die Fahrpläne und die Google Maps sind ausgedruckt. Das Ticket für die Anreise morgen ist gekauft. Den Koffer packe ich im Verlauf des Tages. Morgen früh werde ich über Luzern nach Küssnacht reisen. In Luzern deponiere ich meinen Koffer in einem Schliessfach und hole ihn am Abend auf dem Weg ins Hotel in Luzern ab.

Nur die Planung der Anreise war ein Knackpunkt. Es hätte andere - kürzere - Wege nach Küssnacht gegeben, aber seit die Bahn "schlanke Fahrpläne" hat (Umsteigezeiten von drei bis fünf Minuten), rechne ich immer damit, einen dieser Anschlüsse zu verpassen, denn "pünktlich" heisst bei der SBB mittlerweile "bis auf sieben Minuten genau". Das liegt bei kurzen Umsteigzeiten schlicht nicht drin, schon gar nicht mit einem sperrigem Koffer und einem schwerem Rucksack und ohne Ortskenntnisse (die Zeit, um den Bus am Bahnhof zu suchen, fehlt bei solchen "schlanken Verbindungen" sogar, wenn die Züge pünktlich fahren). Also suche ich mir Fahrplanvarianten, die weniger "schlank" sind, wo das Umsteigen also zu schaffen sein sollte.

"Schlank" ist im Moment auch mein Schreibfahrplan. Man könnte ihn auch "sehr dicht" nennen. Ich werde also die Abende im Hotel mit Überarbeiten und Plotten verbringen. Zumindest ist mir gestern der erste Satz für den dritten Band meiner Serie eingefallen. Sie wird im Winter spielen, nachdem Band 1 im Frühsommer spielt, und Band zwei im Frühherbst. Im ersten Satz geht es um Schnee :-). Das passt, werde ich doch Band drei diesen Winter schreiben.

Wer gucken will, wo ich im November bin: Oben rechts in der Blogroll findet ihr auf der Pinnwand meinen "Einsatzplan." Meinen ganzen Terminkalender findet ihr hier.

Samstag, 2. November 2013

Leidenschaft als Antrieb

Vorgestern bekam ich Besuch von Scott Schmith. Scott hat sich vor nun schon ziemlich vielen Jahren selbständig gemacht, obwohl ich ihm sämtliche Schwierigkeiten, mit denen man bei einem solchen Schritt konfrontiert ist (samt dem Risiko, jämmerlich oder grandios zu scheitern), in aller Deutlichkeit aufgelistet habe. Irgendwann später hat er mir dann mal gesagt: "You were right." Und hat dabei gegrinst. Wir sind beide - trotz allem - immer noch selbständig erwerbend. Weil uns bei allen Schwierigkeiten und Rückschlägen die Leidenschaft antreibt.

Nun ist bei mir in den letzten Wochen die Leidenschaft arg zerzaust worden. So sehr, dass ich Stelleninserate gelesen habe, auf der Suche nach einem sicheren Einkommen, geregelten Arbeitszeiten und einem beschaulicheren Leben (was immer das dann wäre). Aber da sass plötzlich Scott bei mir in der Küche und erzählte von seinem neusten Projekt. Mit leuchtenden Augen und einer Begeisterung, die einfach nur ansteckend war. Nein, Geld bringt es (noch) nicht. Im Gegenteil. Und ja, der Anfang ist schwierig. Aber es ist das, was er machen will. Das, wofür er brennt. Leidenschaft halt.

Scott kam genau im richtigen Augenblick. Er hat mir einen Spiegel hingehalten. "You know, what it's like", hat er gesagt. Ja, ich weiss es. Alles, was ich in meinem Leben gerne getan habe, habe ich aus Leidenschaft getan. Ich hatte es nur für einen Weile vergessen - oder verdrängt. (Vielleicht sollte ich meine Buchzitate selber besser lesen: #no_way_out steht unter dem Zitat "never forget").

Ich bleibe Autorin. Aus Leidenschaft.

Und das da, das ist Scotts Leidenschafts-Projekt.


Dienstag, 29. Oktober 2013

A wie Autillus - A wie ABRAXAS

Dass ich zurzeit kaum schreibe, hat noch einen anderen Grund. Mich haben zwei A's fest im Griff: Autillus und ABRAXAS.

Autillus ist der Verein der Kinder- und Jugendbuchschaffenden der Schweiz. Ich bin dort seit ein paar Jahren im Vorstand. Längst ist die Beschaulichkeit aus dem Verein gewichen und wir sind unterwegs in eine bessere Vernetzung, bessere Angebote für die Mitglieder, eine breitere Plattform für den Verein. Unser nächstes Projekt ist ein Stand am ABRAXAS Kinder- und Jugendliteraturfestival in Zug. Wir hatten schon letztes Mal einen Stand, aber diesmal wollen wir unsere Aktivitäten ausbauen. Zu jeder vollen Stunde wird ein Autillus-Mitglied live schreiben oder live illustrieren. Ziel ist es, das Publikum mit einzubeziehen, uns nicht einfach als anonymen Verein zu präsentieren, sondern die Gesichter dahinter zu zeigen.

Für die Organisation dieses Standes bin ich zuständig. So renne ich im Moment hinter einem Beamer und einer Flipchart her, überlege mir, wie ich das mit den Namenschildern mache, bespreche mit anderen Vorstandsmitgliedern, wie die Bücher unserer Mitglieder nach Zug kommen (ich kann sie nicht mitnehmen, da ich die Woche vor dem Festival in der Innerschweiz Lesungen habe), tausche mich mit Karin Bachmann über den Wettbewerb aus, den wir geplant haben, und und und ...

Immer wieder fällt mir etwas ein, an das ich noch nicht gedacht habe (wo sind unsere Poster? wo unserer selbstgemachter Film über unsere Mitglieder? Läuft die die Film-CD auf meinem PC oder ist er zu alt dafür? Habe ich niemanden auf meinem Einsatzplan vergessen?)

Diese Woche gehört Autillus und ABRAXAS. Danach MUSS ich wieder schreiben. Sonst verfange ich mich in der nächsten Deadline - und weil die gefährlich nahe an der übernächsten liegt, auch in der übernächsten. Denn trotz Verlagsfusion: Die Verträge stehen. Die Abgabedaten sind festgelegt. Was dann mit den geschriebenen Büchern passieren wird, steht in den Sternen, denn bei solchen Fusionen fällt halt schon mal das eine oder andere Projekt, das noch in der "alten Zeit" angefangen wurde, unter den Tisch.

Womit ich irgendwie doch wieder beim Blogeintrag von gestern gelandet bin: Es ist schwierig, sich zu motivieren, wenn alles in der Luft hängt. Aber ich bin auch beim meinem zwischenzeitlichen Fazit von gestern Abend sehr spät: Ein Autor muss so was aushalten. Oder Stelleninserate anschauen :-)

Was immer ihr da draussen tut: Ich wünsche euch einen guten Tag. Lasst euch nicht unterkriegen und tragt euch Sorge.

PS: Mehr über das tolle Programm von ABRAXAS in einem späteren Post.

Montag, 28. Oktober 2013

Gedanken sortieren - eine Baustelle

Ich sortiere Gedanken. Oder sagen wir es so: Ich versuche, Gedanken zu sortieren. Im Moment flirren sie noch ziemlich unsortiert in mir herum.

Ich mag im Moment nicht schreiben. Trotz höllischem Deadlinedruck.
Ich verschiebe sogar das Überarbeiten. Trotz höllischem Deadlinedruck.
Ich hab mein Ziel nicht erreicht: Eigentlich wollte ich zumindest eins, wenn nicht zwei meiner vergriffenen Bücher selber publizieren. Davon bin ich weit entfernt.
Ich lecke Wunden. Während die Schullesungen mehr als gut laufen, läuft es mit den öffentlichen Lesungen überhaupt nicht. Wenige Zuhörerinnen bei der Lesung in der Thalia; die Veranstaltung für "Zürich liest" haben die Organisatorin und ich nach einem total schlechten Vorverkauf in gegenseitigem Einverständnis abgesagt. Es ist das alte Problem: Jugendliche mögen zwar die Lesungen, wenn sie erst mal da sind, aber freiwillig gehen sie (kaum) hin, Erwachsene kommen nicht an Veranstaltungen für Jugendliche (für Kinder schon, weil sie da mit ihren Kindern hingehen). Und Hand aufs Herz: Bei dem Stellenwert, den die Jugendliteratur in der Schweiz hat, wundert das auch nicht.
Und gestern habe ich erfahren, dass es nun auch meinen Verlag erwischt hat. Thienemann fusioniert mit Esslinger, an der Spitze ändert sich alles und das kann bedeuten, dass sich auch sonst eine Menge ändert. Zum Glück belastet mich das nicht besonders, denn ganz ehrlich, die Buchwelt ist eine hektische, unberechenbare und unsichere Welt geworden und man kann sich an so ziemlich jeden (Zukunfts)Gedanken gewöhnen.

Zum Glück gibt's nicht nur ein Berufsleben, sondern auch ein Privatleben. Dort herrscht eine stille, zufriedene Ruhe in der Gedankenwelt. Einzige Ausnahme: Heute Morgen muss ich Frau Tochter ganz doll die Daumen drücken!

Sonntag, 20. Oktober 2013

Lesung bei der Thalia in Bern

Wir waren - wie erwartet - eine kleine Runde, was uns nicht daran hinderte, einen tollen Abend zu haben. Ich habe erzählt, wie es zum Buch #no_way_out gekommen ist und einige Passagen daraus vorgelesen. Der Vorteil kleiner Runden: Sie werden zu Gesprächsrunden. So unterhielten wir uns übers Schreiben, über Projekte, Cover, Lektorate und vieles mehr. Mir hat es unendlich gut gefallen. Und wer weiss, vielleicht wird die Runde ja irgendwann grösser :-)

Ich habe meine Digicam Vero Engelken von der Bahnhofsthalia in die Hand gedrückt. Dass die Fotos rauskamen wie immer, ist nicht ihre Schuld. Vielleicht sollte ich mir statt eines Ghostwriters eine Ghostauftreterin nehmen, die etwas besser aussieht als ich und vor allem wesentlich fotogener ist.

Montag, 14. Oktober 2013

Leute, die Kurt heissen, sind keine Helden

Smiley aus #no_way_out hat auch einen "richtigen" Namen. Er heisst Kurt. Nicht einfach so. Sondern weil ich mir ganz viel dabei überlegt habe. Es musste ein "uncooler" Name sein, einer dieser alten Namen, das verlangt Smileys Herkunft. Und es musste ein Name sein, bei dem mein Herz trotzdem ins Schwingen gerät. Das kann es nur, wenn es irgendwo in der realen Welt jemanden gibt, in dem ich viele (nicht alle) Eigenschaften von Smiley erkenne.

Ich liebe Smiley. Aus vielen Gründen. Der wichtigste: Smiley sieht mit dem Herzen. Die Oberfläche eines Menschen interessiert ihn nicht. Er sieht das, was darunter ist. Und Smiley ist ein guter Freund, eigentlich der beste Freund, den man haben kann.

Kurt, diese Stelle ist für dich:

"Freiheit gibt es nicht", sagte ich zu Smiley. "Wir sind alle Gefangene unserer Vergangenheit. Sogar so reiche Leute wie Edy oder so kluge Leute wie Margot."
Smiley schaute auf die Mittelstreifen, die auf uns zukamen und unter uns abzutauchen schienen. "Ich nicht", verkündete er, nachdem wir bestimmt hundert oder mehr Mittelstreifen weggefahren hatten.
"Du lebst in einer Hütte auf dem Land deines Grossvaters. Mitten in seinem Schrott, von dem du wahrscheinlich kein Stück weggeworfen hast", rechnete ich ihm vor. "Noch mehr in der Vergangenheit kann man gar nicht leben."
"Deswegen bin ich noch lange nicht ihr Gefangener."
Smiley öffnete das Fenster, steckte seinen Kopf hinaus und rief: "Ich bin ein freier Mann. Ich lebe mit der Vergangenheit und nicht in ihr, und ich bin nicht ihr Gefangener!"
Der Fahrtwind zerzauste seine Haare. Mir fiel ein Foto mit einem Hund ein, das ich mal gesehen hatte. Der Hund hatte seinen Kopf aus dem Autofenster gesteckt, genau wie Smiley. Ich musste lachen.
Smiley zog seinen Kopf ins Wageninnere zurück. "Das ist nicht witzig", grummelte er. "Du solltest dir das hinter deine Löffel schreiben und versuchen, danach zu leben."
Nun, das konnte schwierig werden, denn wir rasten geradewegs einem Leben in einer unfreien Zukunft entgegen.
"Brückenspringer. Hast du gehört? So nennen sie uns." Er schlug die Hand auf das Armaturenbrett. "Hey, wir sind so was wie Helden."
"Leute, die Kurt heissen, sind keine Helden", zog ich ihn auf.

Doch. Denn mit dem Herzen sehen kann nicht jeder.

Sonntag, 13. Oktober 2013

Aus dem Herzen gesprochen

An der Frankfurter Buchmesse wurde der deutsche Jugendliteraturpreis vergeben. Im Vorfeld kam es zu heftigen Kontroversen, weil über 500 Kinder- und Jugendbuchautoren und Illustratoren eine Petition unterschrieben hatten, in der sie eine Diskussion über die Richtlinien zur Preisvergabe wünschten.

Diese über 500 Unterzeichnenden wurden pauschal verbal abgewatscht mit Worten, die jenseitig sind (weshalb ich hier gar nicht darauf eingehe; nachlesen kann man es hier bei mir und hier auf der Webseite der Initianten). Irgendwann, als die lästigen 500 Leutchen einfach nicht daran dachten, klein bezugeben und sich in die Schamecke zu verkriechen, kam dann ein Angebot zu einem Gespräch an einem runden Tisch. Thema: "Autorenförderung". Man kann Menschen auch doppelt abwatschen. Genau das ist dieses Angebot meiner Ansicht nach. mit diesem Angebot passiert. Die 500 Widerspenstigen sind denn auch nicht auf dieses Angebot eingegangen.

Die Preisvergabe rückte näher und siehe da: Es gab plötzlich keine Karten mehr für ein paar der Unterzeichnenden. Gewonnen haben dann vor allem Werke ausländischer Autoren.

(Zwischenanmerkung: Nein, das liegt nicht daran, dass deutschsprachige Autoren nicht schreiben können - meiner Ansicht nach wäre Rolf Lappert mit seinem Pampa Blues ein sehr würdiger und sehr verdienter Preisträger gewesen).

Nun zu dem Mann, der mir aus dem Herzen gesprochen hat. Andreas Steinhöfel wurde für sein schriftstellerisches Lebenswerk ausgezeichnet. Dass er wunderbare Bücher schreibt, denen ich einzigartige Lesemomente verdanke, wusste ich. Dass er den Mut hatte, in seiner Dankesrede Dinge anzusprechen, die einen grossen Teil von uns deutschsprachigen Autoren wie Steine im Magen und vor den Füssen liegen, ehrt ihn doppelt. Ich danke dir, Andreas.

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Kostenloses Unterrichtsmaterial zu "dead.end.com"

Viele meiner Bücher werden im Klassensatz gelesen, allen voran Blackout. Zu Blackout gibt es mittlerweile im Internet unzählige Unterrichtsmaterialen zu finden.

Dieses Jahr ist mein Verlag neue Wege gegangen: Er hat sich mit dem Verlag an der Ruhr zusammengetan. Dabei entstanden konstenlose Unterrichtsdossiers zu verschiedenen im Thienemann Verlag erschienen Büchern, unter anderem zu dead.end.com.

Ich habe mir das Dossier heruntergeladen und bin begeistert. Es umfasst 23 Seiten, aufgeteilt in drei Bereiche:

1. Lektürehinweise
Inhalt / Zur Autorin / Methodische und didaktische Überlegungen / Übersicht über die Unterrichtsreihe
2. Geförderte Kompetenzen
Ziele der Unterrichtsreihe (klar und knapp, auf den Punkt gebracht)
3. Arbeitsblätter
13 Arbeitsblätter

Ich verzichte darauf, näher auf die einzelnen Arbeitsblätter einzugehen, da man sich nicht die buchstäbliche Katze im Sack kauft, wenn man sich das Dossier herunterlädt, sondern das ganze Material kostenlos erhält und es sich in aller Ruhe anschauen kann.

Zusammengestellt hat das Dossier Ina Kerkhoff, der ich an dieser Stelle herzlich danken möchte.

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Die Micks und Smileys dieser Welt

Mick und Smiley sind die Hauptfiguren meines neusten Buches. Aussenseiter. Freaks. Menschen auf der Verliererseite, jenseits jeglicher gesellschaftlicher Norm. Sogenannte Loser.

Micks und Smileys gibt es überall. Die meisten leben das Anderssein und den Verzicht unfreiwillig, einige ganz bewusst. Das Buch #no_way_out verdanke ich der Begegnung mit einem dieser Micks. Er lief mir eines Tages einfach über den Weg. Ich verdanke dieses Buch aber auch Menschen aus meinem engsten Umfeld, denn ich habe das grosse Glück, nicht wenige Micks und Smileys persönlich zu kennen.

Einen dieser Micks habe ich in meinen Ferien getroffen, im Süden Frankreichs, in Narbonne. Dort unten, im Süden von Frankreich gibt es sehr reiche Leute mit wunderschönen Häusern, aber auch sehr arme Leute, die unter Brücken schlafen und in den Fussgängerzonen der grösseren Orte diskret, aber unübersehbar, Geld betteln. Der Mick, den ich getroffen habe, hat nicht gebettelt.

Herr Ehemann und ich stiegen aus dem Auto, das wir am Strassenrand parkiert hatten. An einer Ecke stolperte ich beinahe über einen Typen mit zwei Hunden. Jung und offensichtlich obdachlos. Für solche Fälle trage ich immer Geld in meiner Hosentasche herum, aber dieser junge Mann hatte keinen Hut und keinen Becher vor sich stehen. Irritiert ging ich weiter, nicht, ohne mich noch einmal nach ihm umzudrehen. Er sagte: "Bonjour" und ich antwortet mit einem "Bonjour".

Zwei Stunden später gingen wir zum Auto zurück. "Mick" hatte seinen Platz gewechselt und sass ganz in der Nähe unseres Wagens. Ich ging zu ihm hin und fragte ihn, ob er Geld brauche. Er nickte. Ich erklärte ihm, dass er in diesem Fall besser einen Hut oder einen Becher hinstellen sollte. Er murmelte irgendwas. Wir begannen, uns zu unterhalten. Er hat mir von sich erzählt. Vielleicht die Wahrheit, vielleicht eine Lüge, um das Herz der Touristin zu erweichen, die er vor sich sah. Es spielt keine Rolle. Ich hoffe sogar, dass seine Geschichte erfunden war. Mich brauchte er nicht zu erweichen. Mein Herz hatte er von Anfang an. Am Ende gab ich ihm Geld, mehr als das Übliche.

Am gleichen Abend waren mein Mann und ich auf einem Weingut zum Essen. Eine kleine, zusammengewürfelte Gastrunde an einem grossen Tisch. Gutes Essen. Guter Wein. Wahrscheinlich sogar nette Leute. Aber die Gastgeber redeten von nichts anderem als von Geld. Von Jachten. Von Privatjets. Von Freunden mit Millionen. Von faulen Franzosen. Ich habe meinen Mund gehalten und bin brav sitzen geblieben. Aber ich war selten an einem so falschen Ort wie diesem.

PS: Der Mick in meinem Buch mag die Pappbechernummer nicht. Zu würdelos, findet er. Vielleicht dachte der "Mick" in Narbonne das auch.

Dienstag, 8. Oktober 2013

Öffentliche Lesungen von Jugendbuchautoren - die Fallstricke und warum es toll ist, wenn es trotzdem jemand wagt

Die allermeisten meiner Lesungen sind Schullesungen, finden also vor einem geschlossenen, "zwangsverpflichteten" Publikum statt. Keine Bange, das ist nicht halb so schlimm, wie es klingt, denn wenn es erst einmal losgeht, sind Zwang und Verpflichtung meistens schnell vergessen und die Jugendlichen sind voll dabei und in den meisten Fällen sogar begeistert.

Anders sieht es bei öffentlichen Lesungen von Jugendbuchautoren aus. Da stehen wir oft im Niemandsland. Denn Hand aufs Herz: Welcher Jugendliche geht FREIWILLIG an eine Lesung? Nach Schulschluss? Und grad noch einmal Hand aufs Herz: Welcher Erwachsene geht an die Lesung eines Jugendbuchautors (es sei denn, der Jugenbuchautor schreibt auch "Erwachsenenbücher" oder ist sensationell bekannt)? Das Wissen um das Niemandsland macht bescheiden - und ehrlich. Wenn also eine öffentliche Institution wegen einer Lesung anruft, rede ich Klartext. Ich erkläre das mit dem Niemandsland und ergänze, dass es ohne aktives Zugehen auf Schulen nicht geht, dass das trotzdem kein Garant ist, genügend Teilnehmer an einer Lesung zu haben.

Eine Lesung zu organisieren und durchzuziehen bedeutet Arbeit und Einsatz, auch finanziellen. Da ist es dann sehr frustrierend, wenn fünf bis zehn Leute auftauchen, von denen drei zu den Veranstaltern gehören und vier aus der Verwandtschaft des Autors stammen.

Deshalb mein Klartext. Den habe ich auch geredet, als mich eine sehr nette Dame von der Thalia in Bern kontaktiert hat. Ich habe meiner Freude über die Anfrage Ausdruck gegeben und dann sachlich auf all die Fallstricke resp. das Niemandsland hingewiesen. Am Ende sind wir so verblieben, dass die nette Dame es sich noch einmal überlegt. Ganz ehrlich: Ich wäre ihr nicht böse gewesen, wenn sie es sich anders überlegt hätte. Hat sie aber nicht. "Wir ziehen das durch!", hat sie gemeint.

Genau das machen wir jetzt. Wir ziehen es durch. Thalia Bern hat einen tollen Flyer herstellen lassen und ist sehr aktiv auf die Schulen in und um Bern zugegangen. Ich trage meinen Teil dazu bei, zum Beispiel mit diesem Blogeintrag. Auf die Lesung am 16. freue ich mich ohne Ende. Weil Thalia es wagt - mit dem Wissen um die Arbeit und das Risiko. Wie viele Zuhörer es dann am Ende auch sein werden: Ich werde voll motiviert und begeistert dabei sein.


Montag, 7. Oktober 2013

Unterschätzt

Ich hatte meine Arbeit total unterschätzt. Band 1 meiner Serie war Ende April fertig und zwei Mal grob überarbeitet. Ich schickte den Text meiner Agentin, etwas, das ich sonst nicht tue, aber diesmal brauchte ich eine erste, unabhängige Rückmeldung, weil ich mit dieser Serie neue Wege gehe, was die Erzählsprache und auch den Inhalt anbelangt.

(Zwischenanmerkung 1: Ja, gute Agenten und Agentinnen figurieren auch mal als Testleser und Erstlektoren und nein, dafür muss ich nicht extra bezahlen.)

Während also der Text bei der Agentin lag, machte ich mich sofort an Band zwei. Ich kam sehr gut voran, was vor allem daran lag, dass ich alle meine Figuren schon kannte. Genau deshalb wollte ich schon lange eine Serie schreiben: Weil ich mich dann nicht von meinen Figuren trennen muss, sondern sie durch mehrere Bücher begleiten kann.

(Zwischenbemerkung 2: Das ist tatsächlich so toll und befriedigend, wie ich es mir vorgestellt habe. Einfach die erste Seite eines neuen Buches auftun und dort weitermachen, wo ich mit dem letzten aufgehört habe, mit Figuren, die ich in- und auswendig kenne und an die ich mich nicht erst herantasten muss.)

Das Feedback der Agentin kam irgendwann im Sommer. Ich machte mir Notizen, wusste genau, was ich ändern wollte und plante dafür zwei, höchstens drei Wochen Überarbeitungszeit ein. Sicher, alles im Griff zu haben, schrieb ich an Band zwei weiter. Eigentlich wollte ich ihn in der Rohfassung fertig haben, bevor ich Band 1 noch einmal heftig überarbeitete, aber die Zeit wurde zu knapp. Ich legte also Band 2 mitten im Showdown weg und verzog mich mit Band 1 in die Berge.

Tja. Und da begann dann der Salat! Was ich aufgrund der Anmerkungen meiner Agentin ändern wollte, wusste ich schon. Dazu kamen unzählige Wiederholungen, Plotlöcher in der Grösse von ausgewachsenen Vulkankratern, eine vertrickt komplizierte Geschichte, die genauso vertrickt kompliziert erzählt wurde, und eine Erzählsprache, bei der mir zum Teil elend wurde (was wohl zum grossen Teil an mir liegt; ich habe eine heillose Angst vor Kitsch). Kurz: Ich ging nicht mit dem Rechen durch den Text, sondern nahm einen Traktor, walzte eine ganze Menge nieder und pflügte (= schrieb) allerheftigst um. Jeden Tag von 7.30 Uhr morgens bis um Mitternacht. Eine Woche lang.

(Zwischenbemerkung 3: In den Schreibpausen las ich Wettbewerbstexte; dazu dann aber mehr in einem anderen Post.)

Danach musste ich zurück ins Tal. Zum Unterrichten und an Sitzungen. Zwei Wochen pendelte ich zwischen Wettbewerbstexten, Sitzungen, Arbeiten, die mit Sitzungen zusammenhingen, und dem Überarbeiten. Ich funktionierte im Hochtourenbereich. Denn eigentlich wollte ich den Text am 20. September abgeben, weil ich am 21. in die Ferien fuhr. Und ich wollte zum ersten Mal seit ich schreibe, ohne ein Manuskript verreisen, an dem ich arbeiten musste. Daraus wurde nichts. Die erste Ferienwoche arbeitete ich noch einmal am Text und dann schickte ich ihn los.

(Zwischenbemerkung 4: Das ist noch einmal eine ganz andere Geschichte - Texte verschicken mit meinem Handtaschenmaschinchen. Um es kurz zu machen: Ich stand kurz davor, das Maschinchen umzubringen.)

Selber schuld! Ich hatte mich völlig verschätzt, das heisst, die Arbeit unterschätzt. Bei Band 2 bin ich nun klüger. Ich rechne dann schon mal zwei Monate Überarbeitungszeit ein :-)

Sonntag, 6. Oktober 2013

Auftauchen

Ich tauche auf. Aus einer intensiven Schreibzeit, aus einer intensiven Sitzungszeit, aus einer intensiven Ferienzeit. Ich wünschte, ich könnte es langsam tun, aber das geht nicht. Während ich mich die letzen paar Wochen mehr oder weniger vom Internet abgekoppelt habe, erst um Termine einzuhalten, dann ferienhalber, hat mein virtueller Briefkasten fleissig für mich gesammelt, was so angefallen ist. Und das ist eine Menge.

Mit dem Ende der Ferien ist auch die reine Sommer-Schreibzeit vorbei und die Lesezeit im Herbst beginnt. Ich versuche im Moment, meine Oktober-Lesetermine auf die Reihe zu bekommen und merke, dass von zwei Anfragen noch definitive Bestätigungen ausstehen, zu einer Anfrage noch Details geklärt werden müssen und eine Anfrage kurzfristig neu dazugekommen ist. Ich habe schon mal Mails verschickt und nachgehakt, merke aber, dass ich meine Pinnwand in der Blogroll noch nicht vollständig aufschalten kann. Ich hänge dann mal rein, was schon definitiv ist.

Im November lese ich in der Zentralschweiz. Da sind während meinen Ferien auch die Termine hereingekommen und die ersten Kontaktaufnahmen der zuständigen Personen an den Leseorten, gleichzeitig aber auch eine Mail der Organisatorin der ganzen Lesetour, dass es noch Änderungen geben könnte.

Kurz: Es ist immer noch einiges nicht fix, einiges provisorisch und vieles muss nun konkretisiert werden. Mein Bürofräulein (ich) sitzt deshalb am Computer und ackert sich durch Termine. Die Autorin (ich) hat den ersten Band der Serie dem Lektorat geschickt (das für alle, denen diese Frage auf der Zunge lag). Und die Bloggerin (ich) fragt sich, womit sie mit dem Erzählen nach der langen Pause anfangen soll.

Vielleicht so viel: Ich habe in den Ferien Mick aus #no_way_out getroffen. Oder zumindest einen seiner unzähligen Alter Egos. Die Begegnung hat mich tief berührt. Mehr dazu in einem separaten Eintrag.

Dienstag, 10. September 2013

Intensive Arbeitstage

Morgen früh fahre ich in die Berge. Das da habe ich im Gepäck:


Hinten:
Der Ordner mit den Texten des Schreibwettbewerbs. Bis Ende Woche muss ich alle Texte gelesen und bewertet haben.  Ich habe die letzten paar Tage immer mal wieder neugierig reingelinst und weiss, dass mich ein paar sehr gute Texte erwarten! Da dies nicht meine erste Juryarbeit ist, weiss ich auch, dass sich manche Texte erst beim zweiten oder dritten Mal lesen so richtig entfalten. Ich werde also jedem Text den Raum geben, den er braucht, und dann in einem von der Juryleitung vorbereiteten Bewertungsblatt meine Bemerkungen eintragen.

Vorne links:
Meine Notizen und Resultate der Recherchen zum Text, den ich am 20. September abgeben will. Ganz links die Ausdrucke aus dem Internet, unten das Notizbuch zu Band 2, das auch mit muss, in der Mitte die Notizen zur ganzen Reihe und oben das Notizbuch zu Band 1. Für jene, die sich wundern: Notizen mache ich IMMER von Hand, meine Texte schreibe ich auf dem Laptop. Ich habe versucht, meine Notizen in diesen cleveren, extra zu diesem Zweck geschaffenen Vorlagen auf dem PC zu schreiben. Keine Chance. Ich mag es, mit Füller und bunten Filzstiften auf weisse Seiten zu schreiben, Wörter und Satzteile mit Pfeilen zu verbinden, farbig einzurahmen usw.

Vorne rechts:
Meine Gitarrennoten. Ich habe mir für den Berg eine billige E-Gitarre (mit Verstärker) gekauft und kann nun auch in den Bergen üben.

Der Wetterbericht sagt Schnee bis auf 1700 Meter voraus. Ich packe deshalb auch die Fotokamera ein, damit ich den ersten Schnee dieses Herbst festhalten kann, sofern er denn fällt. Ich bin nicht unglücklich darüber, vom Wetter ins Haus gedrängt zu werden. Arbeit habe ich nämlich mehr als genug!


Montag, 9. September 2013

Recherche: Die Tücken der Technik und was ein Bandjet kostet

Wenn ich schreibe, recherchiere ich manche Dinge im Voraus. Aber längst nicht alle. Regelmässige Besucher dieses Blogs wissen, dass ich zur Chaotenfraktion der Autoren gehöre, sprich, dass ich zwar mein Buchpersonal kenne, aber nicht die ganze Geschichte, die ich schreibe. Um genau zu sein: Ich kenne gerade mal den roten Faden.

Wer wie ich schreibt, erfindet die Geschichte fortlaufend. Und selbstverständlich schmuggeln sich da Dinge ein, an die man vorher nie gedacht hat. Einige recherchiere ich sofort, bei anderen habe ich Halbwissen, das ich einfliessen lasse (aber noch ergänzen und checken muss), andere lasse ich ganz offen (weil ich ja nicht weiss, ob ich bei der soeben geschriebenen Version bleiben werde oder - falls der Text nicht aufgeht - zurück an den Start oder zumindest ein Stück zurück muss). Textstellen, die ich mir zur Recherche aufhebe, markiere ich für mich mit einem fetten Rot.

Nun naht die Deadline (der Abgabetermin) und ich muss die letzten rot markierten Stellen eliminieren.

So kam es, dass ich die letzten zwei Wochen ziemlich heftig recherchiert habe. Einmal wieder im Bereich der Internet- und Handywelt. Da bekomme ich regelmässig halbe Zustände, und zwar aus zwei Gründen: 1. Ich verstehe von Technik (um es nett zu formulieren) nicht gerade sehr viel. 2. Es macht mich schlicht fertig, was heute alles möglich ist. Sich im Verborgenen zu bewegen ist beinahe unmöglich geworden. Irgendwer findet immer Zugang zu den Daten, auch zu verschlüsselten, die mit einem Passwort geschützt sind. Was kaputt ist, ist noch lange nicht kaputt. (Bitte Festplatte eurer PCs und Handys, die ihr nicht mehr wollt, mit dem Hammer in Kleinstteile schrotten, wenn ihr nicht wollt, dass jemand weiss, was ihr geschrieben / getan habt.) Zum Thema Verschlüsselung habe ich mir seitenweise Infos aus dem Internet ausgedruckt, nur um festzustellen, dass ich schon zu blöd bin, die erste Seite zu kapieren. Ich hab mir dann alles idiotensicher von einem Experten erklären lassen. Wobei der mehrmals grinsend gemeint hat: "Na ja, eigentlich geht auch das, wenn man gut genug ist" ... Am Ende stand ich dann da und überlegte mir, zurück zu den Feuerzeichen zu gehen und Romane aus dem Mittelalter zu schreiben.

Da in meinem neuen Buch auch Flugzeuge aller Art eine wichtige Rolle spielen, habe ich mich bei einem Experten gemeldet, den ich über meine Mutter kennengelernt habe. Völlig unkompliziert lud er mich am letzten Donnerstag spontan ein, doch gleich am Abend vorbeizukommen. Ich habe Frau Tochter mitgenommen, weil ich diesen Menschen extrem nett und spannend finde.

Nun weiss ich, was ein Bandjet kostet (Leute, nehmt das Fahrrad!). Ich weiss, welchen Bandjet mein Prota besitzt: Eine Cesna Citation, die verachtete Billigversion - weil die als uncoole Schrottlaube gilt und das genau zu meinem Prota passt, wobei auch diese "Schrottlaube" 5 bis 6 Millionen Franken kostet - ohne diverse Neben- und Betriebskosten. Ich weiss, welches Kleinflugzeug mein Bösewicht fliegt, wie man sich in Zürich aufs Flughafengelände schmuggeln kann, warum man bei Helikopterflügen zwar ohne Headset fliegen kann, es aber besser ist, eins zu benutzten, welche Flugzeuge wie lange Landepisten brauchen und eine ganze Menge mehr. Wie bei Internet und Handy gilt auch hier: Mit dem nötigen Kleingeld kann man sehr viele Maschinen "aufmöbeln."

Recherche kann total spannend sein! Herzlichen Dank an den Computerexperten und an den Flugzeugexperten und seine Tochter für unvergessliche Stunden!


Sonntag, 8. September 2013

Fremdgehen

Ab und zu werde ich dem Schreiben untreu und gehe fremd. Dieses Wochenende habe ich zusammen mit Herrn Ehemann ganz viele Wände im Haus neu gestrichen.

Im Gegensatz zum Schreiben kann ich, ähnlich wie bei den Arbeiten im Gelände in den Bergen, während den Tätigkeiten meine Gedanken schweifen lassen. Oder auch ausblenden. Einfach sein. In den immer gleichen Bewegungen Ruhe finden.

Ich mag das Gestalten im und ums Haus. Dabei bin ich eher die Frau fürs Grobe. Feinarbeiten liegen mir nicht unbedingt, denn ich wurde mit zwei linken Händen geboren (und auch mit zwei linken Füssen). Leider.

Fremd gehen und dabei bei mir selber ankommen tue ich im Moment auch in Sachen Schreiben und Veröffentlichen. Ich habe mir heute Fotos herausgesucht, die als Cover für mein erstes Self Publishing Buch in Frage kommen. Erst mal einfach so, generell, ohne einen bestimmten Ausschnitt zu wählen. Ich lass das jetzt mal auf mich einwirken, während ich den Text, um den es geht, weiter in Richtung Kindle-Format trimme.

Wenn ihr die Cover angucken wollt:


Freitag, 6. September 2013

Lesen - als Jurymitglied und privat

Am Mittwochabend haben wir Jurymitglieder vom Schreibwettbewerb Bleiwiis die eingegangenen Texte erhalten. Bestens vorbereitet und in einem Ordner zusammengestellt, samt Liste, in die wir unsere Bemerkungen und Wertungen eintragen können. Die Zeit, diese Texte ein erstes Mal durchzugehen ist knapp: Bis 15. September müssen wir sie gelesen haben, am 17. September treffen wir uns zu einer nächsten Jurysitzung. Ich werde meine Zeit in den Bergen nächste Woche also nicht nur fürs finale Überarbeiten des 1. Bandes meiner Serie nutzen, sondern auch lesen, lesen, lesen.

Nachdem ich vorgestern eine flötende Bratsche in meinem Briefkasten hatte, habe ich gestern im Buchladen meine bestellten Bücher für die Ferien abgeholt. Ja. Ferien. Das ist die Zeit, in der man sich erholen könnte und sollte. Normalerweise hatte ich immer den Laptop zum Schreiben dabei, aber diesen Herbst will ich einfach nur lesen und allenfalls ein wenig plotten.

Als ich mein Sammelsurium an Büchern auf den Tisch legte, bekam Herr Ehemann grosse Augen. "Was ist das denn für ein Knuddelmuddel?", fragte er mich entgeistert.


Ich verstand seine Verwirrung. Ist wirklich ein bisschen was von allem dabei. Aber ich kann das erklären! Alle diese Bücher sind von Autorenkollegen aus der Schreibwelt.

Typisch Bär, Hubert Schirneck
Da habe ich letztes Jahr mal reingelesen. Seither war dieses köstlich witzige Buch auf meiner Wunschliste.

In guten wie in toten Tagen, Gina Mayer
Gina Mayer zu treffen und mit ihr zu plaudern gehört zu den Höhepunkten meiner Lesetouren. Ihr neues Buch hat einen sensationellen Trailer, einen sensationellen Titel und - wie ich finde - ein sensationelles Cover. Wie könnte ich an so was vorbeikommen?

Brandbücher, Birgit Ebbert
Birgit hat ihr Buch bei uns im Schreibforum vorgestellt und ich wusste: Das muss ich haben. Nicht nur für mich, sondern auch für Frau Tochter.

Die inneren Werte von Tanjas BH, Alex Haas
Alleine der Titel ist ein Brüller. Dazu kommt: Hinter Alex Haas versteckt sich meine Autorenkollegin Jutta Wilke - und von der lese ich sowieso alles (na ja, ausser die Erstleser - verzeih mir, Jutta!)

Ich würde ja am liebsten gleich mit allen anfangen. Aber erst mal ist Juryarbeit angesagt.

Donnerstag, 5. September 2013

Wenn der Verlag verramscht

Im Moment verramscht mein Verlag meine Backlist. Das heisst, einige meiner alten Bücher verschwinden aus den Buchläden und gelangen in Deutschland ins moderne Antiquariat (womit sie in der Schweiz von der Bildfläche verschwinden). Diesen Weg gegangen sind bis jetzt 50 Riesen und Starkstrom. Ende Jahr geht ihn auch das Buch Mordsangst. Schlechte Karten wurde nicht verramscht, sondern nach der ersten Auflage nicht mehr nachgedruckt.

Die Ankündigungen über solche Verramschungen kommen per Briefpost. Da wird dann erklärt, dass der Absatz sehr gering war und die Fortführung des Titels im Programm des Verlagshauses nicht mehr vertretbar ist. Wohlan. Das ist der Lauf, den viele Bücher gehen. Damit muss man als Autor leben.

Es gibt Aspekte an diesen Verramschungsaktionen, mit denen ich weniger gerne lebe. So könnte ich zum Beispiel dem Verlag meine eigenen Bücher abkaufen, bevor sie auf den Wühltischen landen. Zum dreifachen Preis dessen, was ich an einem regulär verkauften Buch verdient habe. Nein, Leute, das ist mir zu blöd. Ich habe das beim ersten Buch gemacht und werde es nie wieder tun. Die Exemplare, die ich mir noch auf Vorrat (für allfällige Enkel oder so) kaufen will, kaufe ich regulär im Buchhandel. Das ist dann zwar nochmals wesentlich teurer, aber da hat der Buchhandel wenigstens was davon und ich behalte meine Würde (ja, ich finde es würdelos, meinem Verlag Bücher abzukaufen und dabei drei Mal so viel auszugeben, wie ich an einem Buch verdient habe).

Ein anderer Aspekt sind die Rechte. Im selben Brief, der die Verramschung ankündigt, steht auch lapidar: Bitte beachten Sie, dass die Rechte an Ihrem Titel auch weiterhin beim Verlag liegen. Das ist dann der ultimative Schlag ins Gesicht. Behalten will der Verlag das Buch nicht. Nachdrucken auch nicht. Er kann also mit den Rechten absolut nichts mehr anfangen. Je nach Vertrag, den man unterschreibt, bleiben die Rechte tatsächlich noch eine Weile beim Verlag. Aber nicht für immer. Der Satz ist also nicht einmal ganz richtig. Man könnte auch schreiben: Die Rechte werden nach Ablauf der vertraglich vereinbarten Frist automatisch an Sie zurückfallen. Das wäre ein netter Satz auf Augenhöhe mit dem Autor. Aber nette Sätze haben in solchen Briefen eh keinen Platz. Ausser einer Floskel darüber, dass man sich die getroffene Entscheidung nicht leicht gemacht hat.

Ich kaufe also meinem Verlag keine Bücher ab. Es ist nämlich so: Die Rechte werden so oder so an mich zurückfallen. Und dann mach ich mir das Buch selber. Ganz unkompliziert. Oder ich lass es bleiben. Ganz so, wie ich will.

PS: Zum Einwand, ich könnte die Bücher dann ja selber weiterverkaufen: Porto für ein Buch in der Schweiz: CHF 7.00 (B-Post), nach Deutschland oder Österreich: CHF 15.50 (B-Post), es können, je nach Gewicht des Buches aber auch CHF 18.50 sein. Noch Fragen?

Mittwoch, 4. September 2013

Eine Bratsche geht flöten

Gestern lag es in meinem Briefkasten, das Buch von Inge Lütt, das sie zu einer "richtigen" Autorin macht. Zwar ohne Becher (Bachelor im Schreiben) und Mixer (Master im Schreiben), wie wir nach meinem Blogeintrag über das Schweizer Literaturinstitut festgestellt haben, dafür aber mit enorm viel Sprachwitz und Schalk.

Der Schalk beginnt dann schon vor der eigentlichen Geschichte.  Mit einem richtigen Becher und einem richtigen Mixer. Samt flötender Widmung.


Ich habe natürlich sofort reingelesen. Hach! Frisch wie ein Herbstmorgen. Mit diesem köstlichen Humor, den ich an Inge so mag. 

"Du bist bei der Kripo, Karin. Da muss man eben mit allem rechnen." 
Die Meinige hat gut reden. Auch sie ist beruflich meist mit Mord und Totschlag beschäftigt. Sie ist Opernsängerin, da ist so etwas eher normal. Beruflich gesehen. Bei ihr ist, egal um welchen Tatbestand es sich handelt, die Angelegenheit in der Regel nach drei Stunden beendet. Der Fall geklärt, die Schurken tot und das Kostüm hängt auch auch schon wieder am Bügel oder dreht in der theatereigenen Waschmaschine."

Karin ist aber nicht Opernsängerin, sondern eben - bei der Kripo. Da hat man dann halt leider keine Partitur, an der man sich orientieren kann, wenn der Bratscher Ulhart Sansheimer vor dem grossen Abschlusskonzert tot vor dem Bachdenkmal in Arnstadt tot aufgefunden wird. Mit ... (ähm, nein, lest selber, ist zu peinlich für den Mann). Zeugen sahen ihn zuletzt, wie er in einer Kellerkneipe Knoblachbaguettes ass. Aber so was ist doch kein Grund, jemanden gleich umzubringen! Also. Warum ist der Mann tot? Und was passiert jetzt mit dem Abschlusskonzert?

Lest selber. Hier:



Dienstag, 3. September 2013

Wie komme ich als Autorin zu Lesungen

Aus aktuellem Anlass (heute wird meine Herbstleserunde eingeläutet) ein paar Informationen, wie man als Autorin zu Lesungen kommt.

1. Ich werde direkt angefragt.
Meistens geschieht das über das Kontaktformular meiner Webseite. Bei Lesungen an Orten, an denen ich schon einmal gelesen habe, kommt die Mail direkt an meine Mailadresse. Anrufe sind selten.
Wir klären gemeinsam mögliche Termine, die Honorarfrage, die Wünsche der Veranstalter, die genauen Zeiten, eine ungefähre Anzahl von Zuhörern pro Lesung und die Hin- und Rückreise (Bahn / Auto / ist eine Übernachtung nötig usw.). Ich schreibe die Rechnungen, die ich zu den Lesungen mitnehme, und ich organisiere meine Anreise. Nicht selten werde ich am Bahnhof abgeholt und auch wieder an den Bahnhof gefahren.

2. Ich mache Lesungen im Rahmen von Schullesetouren.
Dazu werde ich von den Veranstaltern per Mail eingeladen. Solche Veranstalter sind zum Beispiel in der Ostschweiz Schultur oder in anderen Kantonen Schule und Kultur. Sie erstellen eine Broschüre mit Informationen und möglichen Lesedaten der Autoren. Interessierte Schulen melden sich an und die Veranstalter organisieren dann in einer logistischen Schwerarbeit die Daten (bei den Ostschweizer Schullesungen sind das mittlerweile weit über 700 Lesungen mit mehreren Dutzend Autoren, die innerhalb eines Monats über die Bühne gehen müssen).
Je nach Veranstalter organisiere ich mir meine Hin- und Rückreise selber (das ist bei mir eigentlich meistens die Regel). Das Honorar ist fix vom Veranstalter festgelegt, eine Rechnung schreibe ich am Ende der Tour.

So komme ich an meine Lesungen. Es gibt aber noch weitere Möglichkeiten:

- Der Verlag organisiert Lesungen / eine Lesetour.
- Der Autor ist bei einer Agentur, die Lesungen vermittelt.
- Man bemüht sich als Autor selber um Lesungen, in dem man sich bei potentiellen Veranstaltern bewirbt.
- Man organisiert seine Lesungen ganz selber (ich kenne niemanden, der das macht, kann mir aber vorstellen, dass das auch eine Möglichkeit ist).

Die Lesungen heute in Baar sind auf direkte Anfrage zustande gekommen. Es sind nicht meine ersten Lesungen in dort. Der Mailverkehr war unkompliziert und herzlich. Ich habe drei Lesungen, kenne die Namen der verantwortlichen Lehrkräfte, die Anzahl Schüler pro Lesung und weiss, wo wir am Mittag zum Essen hingehen (thailändisch, wie immer in Baar). So gut sind nicht alle Lesungen organisiert, aber viele. Es ist für mich der Idealfall, der perfekte Einstieg in die Lesungen nach einer längeren Sommerpause. Ich freue mich so richtig darauf.

Montag, 2. September 2013

In den Autorenberuf reinschnuppern

Schnuppern gehen. So nennt man es bei uns in der Schweiz, wenn Schüler im Hinblick auf die Berufswahl einen oder mehrere Tage in einen Beruf hineinschauen. Sie kontaktieren die Firma/Institution und fragen an, ob sie schnuppern kommen dürfen. Ich finde das eine tolle Sache. Herr und Frau Tochter haben von dieser Möglichkeit rege Gebrauch gemacht und sich verschiedene Berufe auf diese Weise genauer angesehen.

In letzter Zeit häufen sich bei mir die Anfragen von jungen Frauen, ob sie bei mir in den Beruf der Autorin reinschnuppern dürfen. Ich sage jeweils ab. Und zwar mit folgender Begründung:

1. Man kann den Beruf des Autors nicht wirklich lernen - das heisst, man kann schon, auch in der Schweiz, am Schweizerischen Literaturinstitut, aber ich würde diese Ausbildung nie machen. Grund: Die allerwenigsten Autoren können vom Schreiben leben; es ist in meinen Augen daher eine Ausbildung für  Menschen, die nicht darauf angewiesen sind, später ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Ich empfehle deshalb allen, einen Beruf zu erlernen und nebenher zu schreiben. Wenn es dann klappt, kann man immer noch sein Arbeitspensum reduzieren oder - mit viel Glück - vom Schreiben leben. Oder das Schweizerische Literaturinstitut nach Abschluss einer Lehre / eines Studiums besuchen (im Wissen, dass man sein Geld auch anders verdienen kann als mit dem Schreiben).

2. Es gibt nichts Langweiligeres als einen Schnuppertag bei einer Autorin. Die schreibt nämlich einfach. Am Morgen Mails, tagsüber am Text, manchmal in den Social Media. Und zwischendurch putzt und kocht sie, macht die Wäsche und geht einkaufen (im Sommer mäht sie auch mal den Rasen oder jätet Unkraut).

Wer einen Einblick ins Autorenleben und das Schreiben gewinnen möchte, dem empfehle ich die Webseite von Andreas Eschbach und rate:
- Lies dich durch Eschbachs Tipps zum Schreiben. Er war für mich eine wichtige Informations- und Motivationsquelle, als ich mit dem Schreiben begonnen habe.
- Melde dich in Schreibforen an und tausche dich mit Gleichgesinnten aus.
- Mach Schreibworkshops. Berufs- oder ausbildungsbegleitend.
- Schreib, schreib, schreib ... und schreib ...

Nutze deine Schnuppertage, um dir Berufe anzuschauen, die dir gefallen könnten. Mach eine Lehre oder ein Studium. Damit schaffst du dir einen finanziellen Boden. Wir Autoren nennen das den "Brotberuf", den viele von uns "nebenbei" haben, damit wir unser Essen kaufen, die Miete, die Steuern, die Kleider und generell den Lebensunterhalt bezahlen können.

Nein, das alles ist nicht unbedingt romantisch. Es ist auch nicht unbedingt die Vorstellung, die man vom Schreiben hat, oder haben will. Aber so ist sie nun mal, die Wirklichkeit.

Mittwoch, 28. August 2013

Orientierungslos

Es ist nicht so, dass mich gerade die Sinnkrise gepackt hätte. Viele Dinge in meinem Leben laufen im Moment total gut. Aber ...

... kürzlich wurde ich zwei Mal darauf angesprochen, für wen ich denn blogge und das hat meine Gedanken ganz schön ins Rudern gebracht. In erster Linie blogge ich für mich, wie ich das immer getan habe, seit ich vor Jahren damit angefangen habe. Ich schreibe auf, was mich beschäftigt.

Wirklich? Und ganz ehrlich?

Ganz ehrlich? Das habe ich getan. Damals, als ich unter anderem Namen gebloggt habe und über das geschrieben habe, was mir wirklich an die Nieren geht. Dann wurde ich Autorin und bloggte doppelt. Einmal als Frau Zappadong über das, was mir wirklich an die Nieren geht, und einmal als Autorin über das, was man als Autorin so erlebt. Blöderweise begann da so ziemlich bald einmal das grosse Verschweigen darüber, was mich wirklich beschäftigt. Denn würde ich das, was mich wirklich beschäftigt, ungeschönt aufschreiben, sähe es hier oft ganz anders aus.

Warum ich es nicht tue? Es gibt verschiedene Gründe. Und schon fängt es an zu schnippseln in meinem Kopf. Darf ich das jetzt wirklich schreiben? Was passiert, wenn ich das jetzt schreibe? Hier, im Autorenblog? Vielleicht ist es zu früh, darüber zu schreiben. Vielleicht ist nie der Zeitpunkt dafür. Ich weiss es nicht. Eine andere Antwort, die nicht sehr schmeichelhaft ist, aber fadengerade und ehrlicher: Ich bin zu feige dazu.

Einmal abgesehen davon, dass ich zu feige bin, hier ganz offen zu schreiben, was mich wirklich umtreibt, steht die ganz pragmatische Frage im Raum: Für wen blogge ich, wenn nicht für mich (wenn ich für mich bloggen würde, wäre ich knallehrlich)?

Ich schreibe Jugendbücher. Also sollte ich eigentlich für meine Zielgruppe bloggen: Jugendliche. Blöd daran: Ich kenne keinen einzigen Jugendlichen, der Blogs liest, geschweige denn Blogs einer Autorin, die seine Mutter / Grossmutter sein könnte.

Generell blogge ich für Menschen, die sich für das Leben einer Autorin interessieren.Und schon bin ich wieder bei meinem Problem. Ich lasse zu viele Türen verschlossen.

So dümpelt dieser Blog meistens an der Oberfläche. Aber das ist nicht das, was die Bloggerin in mir möchte. Vielleicht kehre ich zurück zu meinem Blogger Alter Ego, das im Moment ziemlich alleine mit Mr Doorman in Zappadonghausen hockt und mit ihm das gemeinsame Lieblingsspiel spielt, das ich hier lieber nicht erwähne (nein, kein Sex - was denkt ihr denn?)

Mein Autorinnenleben? Ganz ehrlich? Mal abgesehen davon, dass ich immer noch leidenschaftlich gerne schreibe, ist es ziemlich beschissen. Aber ich schlüpfe auch heute Morgen in mein Galgenhumor- und Gelassenheitskostüm und blicke ihm so abgebrüht wie möglich in die Augen.

Mittwoch, 21. August 2013

Entdeckungen

Entdeckung Nummer 1:
Kinderprogramm der sehr coolen Art. Elena Rutman vom Radio srf hat mich auf den Vlog von Oli aufmerksam gemacht. Schon klasse, was es heute alles gibt. Ich habe mich für den Vlog entschieden, in dem sich Oli als Schriftsteller versucht, empfehle aber, unbedingt auch den Oli-Vlog mit der Vogelspinne gucken!.  



Entdeckung Nummer 2:
Dank Andreas von Gunten bin ich auf Brotseiten.com gestossen. Was für eine absolut geniale Idee, Texte für Smartphones und Tablets anzubieten!

So, und jetzt sitze ich hier, in totaler Aufbruchstimmung, und möchte am liebsten Vlogen und Geschichten fürs Smartphone schreiben.

Dienstag, 20. August 2013

Wenn es so richtig gut ist, sich zu irren

Dank einer Leseanfrage habe ich heute entdeckt, dass ich seit Monaten mit einem total stressigen Irrtum im Kopf herumrenne. Und das alles, weil ich mir die Daten meiner Deadlines nicht aufgeschrieben habe, sondern gedacht habe, ich hätte sie auch so völlig im Griff - oder anders gesagt: richtig im Kopf abgespeichert.

Hatte ich aber nicht. Ausser der ersten Deadline lag ich mit allen falsch! Ich habe mich so was von geirrt! Ich habe - mit Ausnahme des ersten Bandes meiner Serie - für alle anderen Bände mehr Zeit.

AN DIESER STELLE KOMMT JETZT DER TOTALE ERLEICHTERUNGSSEUFZER!!!

Nun, das Schreibpensum ist immer noch enorm, die Daten sind immer noch knapp, aber sie geben mir mehr Luft als ich gedacht hatte. Vor allem aber bin ich mit einem Schlag meinem Schreibplan weit voraus! Hach, es kann auch richtig gut sein, sich zu irren.

Wie ich darauf gekommen bin, dass ich mich geirrt habe? Ganz einfach. Ich wollte die Leseanfrage nicht einfach schnöde ablehnen, sondern sie mit meinen Abgabeterminen begründen. Also habe ich die Verträge hervorgekramt und mir die Deadlines darauf noch einmal angesehen ... (ähm ...)

Dienstag, 13. August 2013

Buchtrailer zu #no_way_out

Heute Morgen wartete in meiner Mailbox eine spezielle Mail auf mich. Andreas Fritz hat gestern Abend den Trailer zu #no_way_out fertig gemacht und mir den Link dazu geschickt.

Weil ich erst kürzlich den Trailer zu Blackout hochgeladen hatte, schaffte ich dieses Mal das Hochladen in Rekordschnelle. Ich nutzte die Gelegenheit, gleich auch meinen youtube-Kanal aufzumöbeln. Dazu habe ich

- endlich ein Kanalbild hochgeladen
- die Informationen in "über uns" eingetragen
- Alle Informationen zu den Buchtrailern vereinheitlicht (Inhalt, Angaben zum Buch, Link zum Hersteller des Videos)
- Alle Videos einheitlich neu "vertaggt".

Meinen youtube-Kanal kann man übigens abonnieren, genauso wie den Kanal von Andreas Fritz.

Und hier ist er, der Buchtrailer:


Montag, 12. August 2013

Schlussspurt und Weihnachten im August

Die Deadline für die ersten zwei Bände meiner Serie naht. Ende September ist Abgabetermin. Ich schreibe auf Hochtouren. Band 1 ist längst fertig und auch schon die ersten paar Male überarbeitet. Nun warte ich, bis Band zwei fertig ist (stecke mitten im Finale) und schaue, wie viel ich in Band 1 aufgrund der Geschichte in Band 2 noch anpassen muss und will. Ausserdem ist einer meiner Hauptcharaktere noch zu schwach ausgestaltet. Der braucht noch mehr Farbe und mehr Ausstrahlung..

Das grösste Problem im Moment ist die Länge von Band 2. Ich bin weit über die geplante Seitenzahl hinaus - auch nach einer ersten straffenden Überarbeitung, die ich Mitte Juli eingelegt habe, als ich merkte, dass die Geschichte zu lang wird. Nun schreibe ich das Finale und den Epilog von Band 2 zu Ende und muss dann heftigst ans Überarbeiten. Zudem stehen noch ein paar Recherchearbeiten aus.

Die Weihnachtshörserie, die ich am 1. August abgegeben habe, ist gut angekommen. Am letzten Freitag bin ich zusammen mit der zuständigen Projektverantwortlichen die Texte noch einmal durchgegangen und werde nun diese Woch die letzten paar Änderungen machen. Weihnachten im Sommer :-) Der geplante Aufnahmetermin ist im September, ausgestrahlt werden soll die Geschichte in 10 Episoden im Dezember.

Meine Schreibzeit verbringe ich in den Bergen, weil hier unten im Tal unzählige andere Verpflichtungen auf mich warten. Unter anderem stecken Andy Fritz und ich im Endspurt zum Trailer für @no_way_out. Dass sich dieser Spurt hinzieht, liegt an mir: Ich bin viel zu selten online.

Das Finale von Band 2 spielt sich übrigens hier ab: