Auf meinem Buchregal steht ein total abgegriffenes, zerfleddertes Buch. Es heisst "flight of the stone angel" und ist einer der Gründe, weshalb ich schreibe. Ich habe dieses Buch vor Jahren per Zufall gefunden, in der englischen Ausgabe, verliebte mich auf Anhieb in den Titel, um dann beim Lesen total in den Bann der Hauptfigur Kathy Mallory zu fallen - und in den Bann von O'Connells Schreibstil (und beschloss, dass ich SO schreiben können wollte). Ich merkte ziemlich schnell, dass ich mit "flight of the stone angel" nicht den ersten Teil der Mallory-Reihe erwischt hatte, sondern jenen, in dem man erfährt, weshalb Kathy Mallory eine durch und durch kaputte (seelenlose) Person ist, und habe mir in kurzer Zeit die vorhergehenden Bände reingezogen.
Warum ich das erzähle?
Bei mir liegen die angefangenen Antworten zu Rabenbluts Staffellauf-Fragen. Eine davon lautet: "Lieblingsbuch, von dem noch nie jemand etwas gehört hat." Mir fiel dazu sofort "flight of the stone angel ein". Doch dann war ich in der Buchhandlung und entdeckte .... die Kathy Mallory Romane. Mit einem Sticker drauf. "Wer Stieg Larssons Lisbeth Salander mag, mag auch O'Connells Kathy Mallory." (oder so ähnlich). Lieblingsbuch, von dem noch nie jemand etwas gehört hat ... das könnte also schon bald nicht mehr stimmen. Bevor ihr jetzt losrennt und die grandiosen Mallory-Bücher kauft, zwei wichtige Tipps:
NICHT, NICHT, NICHT den deutschen Klappentext von "Der steinerene Engel" lesen. Er enthält einen grässlichen Spoiler. Mir ist beinahe die Luft weggeblieben, als ich diesen Klappentext das erste Mal sah (zum Glück erst, nachdem ich das Buch in der Originalversion gelesen hatte). Er verrät den Höhepunkt, auf den alles im Buch hinausläuft und bei dem man das Lesen kaum noch erträgt. Ich finde auch den deutschen Titel mehr als schwach, denn der Flug des steinernen Engels hat ... ach nein, selber lesen ...
Generell: Wenn das Englisch reicht, die Mallory-Romane in der Originalversion lesen. Und vielleicht nicht unbedingt mit "Flight of the stone angel" anfangen ... sondern am Anfang.
Originalklappentext zu flight of a stone angel
The young stranger came to town just past twelve noon. Within an hour, the idiot had been assaulted, hands bloodied and broken; Deputy Travis suffered a major stroke at the wheel of his patrol car; and Babe Laurie was found murdered. The young stranger who had preceded all of these events was sitting in a jail cell...That stranger is Kathy Mallory. Having left her detective's badge back in New York, she has made her way to Dayborn, a small town in the wetlands of Louisiana. There, seventeen years earlier, an unspeakably brutal act had changed her life forever. Now she is back to take a very personal revenge...
Mittwoch, 16. Februar 2011
Montag, 14. Februar 2011
schweiz, schweizer am schweizerischsten
Den Tatort vom 17. April 2011 können wir (noch) nicht gucken. Er wurde zurück ins Überarbeitungscamp geschickt. Eine der Begründungen: zu viele Schweizer Klischees. Aha.
Vielleicht sollte man unter diesem Aspekt auch unsere Parteien zurück ins Überarbeitungscamp schicken:
SVP: "Schweizer wählen SVP."
FDP: "Aus Liebe zur Schweiz."
CVP: "Keine Schweiz ohne uns."
BDP: "Wir finden Schweizer Frauen einzigartig."
Das macht mich dann
- im Fall der SVP zur Nichtschweizerin
- im Fall der FDP zur Lieblosen
- im Fall der CVP zur Landesabschafferin
- im Fall der BDP uneinzigartig (denn ich bin ja keine Schweizerin).
Und falls jemand fragen wollte: Nein, bei den anderen Parteien sieht es nicht besser aus.
Grünliberale: Jetzt. Aber auch morgen. (Was passiert jetzt? Und was vielleicht morgen? Und was ist mit übermorgen?)
Grüne: Echt grün. Echt stark. (Echt?)
SP: Ja. (Ja, was ...?)
PS: Im Herbst sind Wahlen. Ich bin ratlos wie nie zuvor.
Vielleicht sollte man unter diesem Aspekt auch unsere Parteien zurück ins Überarbeitungscamp schicken:
SVP: "Schweizer wählen SVP."
FDP: "Aus Liebe zur Schweiz."
CVP: "Keine Schweiz ohne uns."
BDP: "Wir finden Schweizer Frauen einzigartig."
Das macht mich dann
- im Fall der SVP zur Nichtschweizerin
- im Fall der FDP zur Lieblosen
- im Fall der CVP zur Landesabschafferin
- im Fall der BDP uneinzigartig (denn ich bin ja keine Schweizerin).
Und falls jemand fragen wollte: Nein, bei den anderen Parteien sieht es nicht besser aus.
Grünliberale: Jetzt. Aber auch morgen. (Was passiert jetzt? Und was vielleicht morgen? Und was ist mit übermorgen?)
Grüne: Echt grün. Echt stark. (Echt?)
SP: Ja. (Ja, was ...?)
PS: Im Herbst sind Wahlen. Ich bin ratlos wie nie zuvor.
Sonntag, 13. Februar 2011
Sturmgewehr im Kleiderschrank
Mein letzter Blogeintrag endete mit Zeilen von Elsbeth Maag:
manchmal verlässt dich
das eigene land
es sucht neue wege
Heute ist so ein Tag, an dem ich mich von meinem Land total verlassen fühle. Eine Mehrheit meiner - abstimmenden - Landsleute findet, es sei schon okay, sein Sturmgewehr zu Hause im Kleiderschrank oder unter dem Wohnzimmersofa zu lagern. Der Abstimmungskampf war gehässig, so wie viele Abstimmungskämpfe in der Schweiz gehässig geworden sind, mit lauten Marktschreiern und vor allem mit vielen Leuten, die genau wissen, wie ein senkrechter Schweizer und eine senkrechte Schweizerin zu denken haben. Dass geht so weit, dass sich unsere "Volkspartei" zum Wahlslogan Schweizer wählen SVP hinreissen lassen.
Um auf den Abstimmungskampf zurückzukommen: Wer für die Waffenschutzinitiative war, wurde verbal niedergemäht, schlecht geschrieben, im Notfall zum armeeabschaffen wollenden Staatsfeind. Bei so viel Gift frage ich mich, was aus unserer Demokratie geworden ist.
PS: Der Tag, an dem ich SVP wählen werde, wird nie kommen. Nie. Trotzdem bin ich Schweizerin. Eine ziemlich senkrechte. Nämlich eine chiibig aufrechte. Das gedenke ich zu bleiben.
manchmal verlässt dich
das eigene land
es sucht neue wege
Heute ist so ein Tag, an dem ich mich von meinem Land total verlassen fühle. Eine Mehrheit meiner - abstimmenden - Landsleute findet, es sei schon okay, sein Sturmgewehr zu Hause im Kleiderschrank oder unter dem Wohnzimmersofa zu lagern. Der Abstimmungskampf war gehässig, so wie viele Abstimmungskämpfe in der Schweiz gehässig geworden sind, mit lauten Marktschreiern und vor allem mit vielen Leuten, die genau wissen, wie ein senkrechter Schweizer und eine senkrechte Schweizerin zu denken haben. Dass geht so weit, dass sich unsere "Volkspartei" zum Wahlslogan Schweizer wählen SVP hinreissen lassen.
Um auf den Abstimmungskampf zurückzukommen: Wer für die Waffenschutzinitiative war, wurde verbal niedergemäht, schlecht geschrieben, im Notfall zum armeeabschaffen wollenden Staatsfeind. Bei so viel Gift frage ich mich, was aus unserer Demokratie geworden ist.
PS: Der Tag, an dem ich SVP wählen werde, wird nie kommen. Nie. Trotzdem bin ich Schweizerin. Eine ziemlich senkrechte. Nämlich eine chiibig aufrechte. Das gedenke ich zu bleiben.
Freitag, 11. Februar 2011
Auch in Zwischenräumen lässt sich leben
Gestern Abend gönnte ich mir nach einer intensiven Feinschliffarbeit einen lyrischen Abend mit Elsbeth Maag und Margrit Brunner. Es gab viele, viele wunderschöne Sätze und Wortspiele zu hören, festgehakt bei mir hat sich ein Zitat. Elsbeth Maag hat davon erzählt, wie sie eigentlich einen neuen Lyrikband schreiben wollte, dieses Vorhaben jedoch noch ein wenig verschob. Als Begründung zitierte sie diesen einen Satz, den ich seither mit mir herumtrage (und von dem ich leider nicht weiss, von wem er stammt): "Auch in Zwischenräumen lässt sich leben." Und fügte an: "Sehr gut sogar."
(Zwischenbemerkung: Der Lyrikband kommt trotzdem, einfach ein bisschen später - ich freue mich darauf!).
Mir ist bewusst geworden, dass ich in Zwischenräumen lebe. Zwischen zwei Büchern. Zwischen verschiedenen Buchideen, zwischen Vertrag und Nichtvertrag, zwischen hier und den Bergen, zwischen virtueller und realer Welt. Und je länger ich darüber nachdachte, desto mehr wurde mir bewusst, dass ich gerne in Zwischenräumen lebe. Ja, ich denke sogar, dass ich (un)bewusst Situationen schaffe, die mich zwingen, in Zwischenräumen zu leben. Ich denke mal weiter darüber nach ...
manchmal verlässt dich
das eigene land
es sucht neue wege
(Elsbeth Maag)
(Zwischenbemerkung: Der Lyrikband kommt trotzdem, einfach ein bisschen später - ich freue mich darauf!).
Mir ist bewusst geworden, dass ich in Zwischenräumen lebe. Zwischen zwei Büchern. Zwischen verschiedenen Buchideen, zwischen Vertrag und Nichtvertrag, zwischen hier und den Bergen, zwischen virtueller und realer Welt. Und je länger ich darüber nachdachte, desto mehr wurde mir bewusst, dass ich gerne in Zwischenräumen lebe. Ja, ich denke sogar, dass ich (un)bewusst Situationen schaffe, die mich zwingen, in Zwischenräumen zu leben. Ich denke mal weiter darüber nach ...
manchmal verlässt dich
das eigene land
es sucht neue wege
(Elsbeth Maag)
Mittwoch, 9. Februar 2011
Wusst ich's doch!
Dass ich mich prächtig amüsieren würde mit meiner Februar Buchverlosung, die wieder einmal an eine - einfache und ziemlich alberne - Bedingung geknüpft ist. Danke für die herrlichen "F"-Sätze. Auf dass noch viele mehr eintrudeln werden. Der Ferlosungshut und ich freuen uns auf fiele Ferlosungszettel :-)
(Teilnahmebedingungen in der Blogroll).
(Teilnahmebedingungen in der Blogroll).
Freitag, 4. Februar 2011
Und die Gewinnerin ist ....
Die Gewinnerin der Januar Buchverlosung ist Karin Felme aus Hersbruck. Welches Buch sie möchte, kläre ich noch mit ihr ab - ich weiss aber aus ihrer Mail, dass sie von meinen Büchern den Blackout gut mag :-)
Die Infos zur Februar-Buchverlosung findet ihr in der Blogroll. Viel Spass und viel Glück.
PS: Weil das Notizbuchphoto im letzten Eintrag so unscharft ist, durften die wunderschönen Stifte, die ich mir gekauft habe, nochmal mit aufs Bild.
Mittwoch, 2. Februar 2011
Zurück - mit Notizbüchern, Schreibstiften und viel Recherchewissen
Ich war weg, in den Bergen, diesmal nicht in "unseren", sondern in den österreichischen, weil es dort die schönsten Wellnesshotels (mit köstlichstem Essen und total nettem Personal) gibt. Wandern, rodeln, verwöhnen lassen - so sah das Programm aus. Plus: lesen, plotten und recherchieren. Und ganz weit oben auf der Liste: Notizbüber suchen!!!
Das Wandern in der Winterlandschaft war herrlich, das Rodeln (Schlitteln) hat jede Menge Spass gemacht und Herr Ehemann und ich haben uns nach Strich und Faden verwöhnen lassen. Lesen wollte ich ja eigentlich Infinity, das neue Buch von Gabriele Gfrerer - aber irgendwie ist das im Haus in den Bergen geblieben und wartet dort auf mich. Der Mond aus Glas lag auf dem Nachttisch, doch mir war nach Action (weil ich gerade an drei Actionplots herumstudiere), also gab's Ausgeliefert von Lee Child. Ich habe das Buch schon einmal gelesen, wollte es aber noch einmal lesen, weil Lee Child in diesem Buch dem Zufall eine grosse Rolle zuordnet - dies, nachdem man ihm beim ersten Reacher-Roman vorgeworfen hat, es habe zu viele Zufälle im Buch. Da hat er bei "Ausgeliefert" noch einen draufgesetzt und den Plot auf einem Wahnsinnszufall aufgebaut (augenzwinkernd und mit viel Spass).
Dass es gerade das Zufallsbuch von Child war, hat einen Grund: Mein CrazyProject, das gar nicht mehr so crazy ist, entwickelt sich zu einer guten Romanidee, aber ich hänge an einer wichtigen Stelle fest und überlege, ob ich den Zufall spielen lassen soll oder nicht. Für den Zufall spricht, dass ich dann aus meinem Denkloch rauskäme, gegen den Zufall die Billigkeit des einfachen Ausweges. Ich wiegle noch ab ...
Recherchiert habe ich ganz heftigen Stoff. Ich versuche, Serienmorde und Serienmörder zu verstehen und bin dabei auf ein total gutes, aber auch total forderndes Buch gestossen: Das Serienmörderprinzip von Stephan Harbort. Keine leichte Lektüre und nur in kleineren Portionen verkraftbar, aber unendlich wichtig für ein Projekt, das seit Jahren in meiner Schublade liegt und sich im Moment heftigst bei mir meldet.
Heute, auf dem Weg nach Hause, habe ich dann in Fulpmes auch noch Notizbücher gefunden, die "mit mir geredet" haben, will heissen, ich habe gefühlt, dass es die richtigen für meine Projekte sind. Und dann gab es da noch diese unschlagbar genialen Buntstifte, die ich einfach kaufen MUSSTE. (Ich mag keine Stabilo Boss Stifte und bei uns bekommt man ja nichts anderes mehr - ist total öde ...)
Ich habe die Dinger fotografiert, aber irgendwie war da noch der Drink von gestern Abend im Spiel ...
Ach ja, und bevor ich es vergesse: Die Buchverlosung gibt's morgen!
Das Wandern in der Winterlandschaft war herrlich, das Rodeln (Schlitteln) hat jede Menge Spass gemacht und Herr Ehemann und ich haben uns nach Strich und Faden verwöhnen lassen. Lesen wollte ich ja eigentlich Infinity, das neue Buch von Gabriele Gfrerer - aber irgendwie ist das im Haus in den Bergen geblieben und wartet dort auf mich. Der Mond aus Glas lag auf dem Nachttisch, doch mir war nach Action (weil ich gerade an drei Actionplots herumstudiere), also gab's Ausgeliefert von Lee Child. Ich habe das Buch schon einmal gelesen, wollte es aber noch einmal lesen, weil Lee Child in diesem Buch dem Zufall eine grosse Rolle zuordnet - dies, nachdem man ihm beim ersten Reacher-Roman vorgeworfen hat, es habe zu viele Zufälle im Buch. Da hat er bei "Ausgeliefert" noch einen draufgesetzt und den Plot auf einem Wahnsinnszufall aufgebaut (augenzwinkernd und mit viel Spass).
Dass es gerade das Zufallsbuch von Child war, hat einen Grund: Mein CrazyProject, das gar nicht mehr so crazy ist, entwickelt sich zu einer guten Romanidee, aber ich hänge an einer wichtigen Stelle fest und überlege, ob ich den Zufall spielen lassen soll oder nicht. Für den Zufall spricht, dass ich dann aus meinem Denkloch rauskäme, gegen den Zufall die Billigkeit des einfachen Ausweges. Ich wiegle noch ab ...
Recherchiert habe ich ganz heftigen Stoff. Ich versuche, Serienmorde und Serienmörder zu verstehen und bin dabei auf ein total gutes, aber auch total forderndes Buch gestossen: Das Serienmörderprinzip von Stephan Harbort. Keine leichte Lektüre und nur in kleineren Portionen verkraftbar, aber unendlich wichtig für ein Projekt, das seit Jahren in meiner Schublade liegt und sich im Moment heftigst bei mir meldet.
Heute, auf dem Weg nach Hause, habe ich dann in Fulpmes auch noch Notizbücher gefunden, die "mit mir geredet" haben, will heissen, ich habe gefühlt, dass es die richtigen für meine Projekte sind. Und dann gab es da noch diese unschlagbar genialen Buntstifte, die ich einfach kaufen MUSSTE. (Ich mag keine Stabilo Boss Stifte und bei uns bekommt man ja nichts anderes mehr - ist total öde ...)
Ich habe die Dinger fotografiert, aber irgendwie war da noch der Drink von gestern Abend im Spiel ...
Ach ja, und bevor ich es vergesse: Die Buchverlosung gibt's morgen!
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