Mittwoch, 5. August 2015

Ran an die Backlist

Die lesungsfreien Sommertage nutze ich zum Konzepten, Plotten und Schreiben. Es sind verschiedene Projekte: ein Kinderbuch mit Deadline am ersten Oktober, Konzepte für neue Texte, Plotten von neuen Geschichten, das Vorantreiben eines lang gehegten Wunschprojekts und mein erstes Self Publishing Projekt. Wobei aus dem ersten SP Projekt nahtlos ein zweites geworden ist.

Warum? Weil es mich gepackt hat. Weil es Spass macht. Weil ich meine Backlist wieder komplett haben will. Ich habe zwar das grosse Glück, einen Verlag zu haben, der meine Bücher relativ lange auf der Backlist lässt, aber auch mein Verlag hat Bücher von mir zum  Teil nicht nachgedruckt, zum  Teil verramscht. Mittlerweile sind es vier Bücher, die nicht mehr oder nur schwer erhältlich sind. Ich möchte jedoch, dass meine gesamte Backlist erhältlich ist - in Print und als eBook.

SP-Publishing Titel Nummer 1 befindet sich auf der Prüf- und Korrekturrunde. Als Nummer 2 hatte ich eigentlich für nächstes Jahr das Neuauflegen von"Starkstrom" geplant, aber ich habe  mich kurzfristig entschieden, "Schlechte Karten" vorzuziehen und mich gleich danach an den "Starkstrom" zu machen. Nun sitze ich jeden Tag eine halbe Stunde am Text. Vielleicht fragt ihr euch, wieso ich das tue bei einem Text, den es ja schon fixfertig gibt. Hier die Gründe:

Als Autor hat man nie die letzte Version des Textes. Zumindest ich nicht. Die Datei, auf die ich zurückgreifen muss, ist die letzte Überarbeitung vor dem Satz. Das heisst: Ich muss die überarbeiteten Passagen in den Text aufnehmen. Dazu kommen die Änderungen, die in den Druckfahnen gemacht werden. Und nicht zuletzt hat man bei einer Neuauflage auch die Chance noch einmal ein wenig am Text zu feilen. So gehe ich nun den Text von "Schlechte Karten" langsam Seite für Seite noch einmal durch. Es macht Freude. Ich muss mich jedes Mal nach der halben Stunde bremsen. Aber da sind noch andere Projekte. Die ich genauso begeistert angehe.

PS: Titel, Cover und Klappentext werden generalüberholt!


Kommentare:

W. Bönisch hat gesagt…

Ich finde die Idee, die Backlist selbst zu publizieren gut. Ich glaube auch, daß es sich lohnt - so Stück für Stück

Rosemarie Benke-Bursian hat gesagt…

Liebe Alice,

ich kann das ja sooo gut verstehen!
Und ich finde geade für die Backlist sind die Selfpublisher Möglichkeiten, die es jetzt gibt eine super Alternative.
Angespornt durch eine Rezi zu einem nicht mehr erhältlichen Kinderbuch und dem Rat bzw. die aufmunternden Worte einer Bloggerin, das Buch selbst herauszugeben habe ich inzwischen entschieden, genau das zu machen: Meine beiden vergriffenen Kinderbücher selbst auf den Merkt zu bringen. Nun muss ich auch überarbeiten und mich dann in diese neuen Arbeitsabläufe einarbeiten.

Ich wünsche frohes Schaffen und viel Erfolg damit!

Rosemarie
www.rosemarie-benke-bursian.de

Alice Gabathuler hat gesagt…

Guten Morgen

Ich hatte den Aspekt des "sich Lohnens" ursprünglich im Post, habe ihn aber wieder gelöscht, weil der Eintrag viel zu lang wurde. Weil das hier jetzt angesprochen wird (danke!):

Finanziell wird das wohl eher wenig bringen (es gibt ja einen Grund, weshalb die Bücher vergriffen/verramscht sind und nicht mehr nachgedruckt werden). Für mich lohnt es sich trotzdem. Es ist das gute, befriedigende Gefühl, dass alle Bücher zugänglich sind. Mir geht es wie dir, Rosemarie: Ich werde immer wieder (nicht häufig, aber doch regelmässig) auf Bücher angesprochen, die es nicht mehr gibt. Weil ich selber von jedem Buch höchstens noch drei Exemplare habe, kann ich keine davon verschenken. Mit dem Self Publishing sind alle Bücher erhältlich.

Im Hinterkopf läuft noch etwas anderes mit: Ich lerne die Arbeitsabläufe kennen (genau wie du schreibst, Rosemarie). Sollten in Zukunft Projekte von mir keinen Verlag finden, kann ich auf dieses Wissen zurückgreifen und meine Bücher selber machen. In diesem Sinne lerne ich nicht nur etwas dazu, sondern erarbeite mir auch Freiräume und neue Möglichkeiten für die Zukunft.