Sonntag, 21. Juni 2015

Die Mutprobe

Mehr als zwei Wochen war hier im Blog Funkstille. Das hat seinen Grund: Herr Ehemann und ich sind die Küsten von Jersey und der Bretagne entlanggewandert. Nein, das ist noch nicht die Mutprobe, auf die der Blogtitel hinweist. Zu der komme ich etwas weiter unten. Und irgendwie war es trotzdem eine Mutprobe, nämlich für meine Füsse. Weil das Wetter so schön war, gab's beinahe jeden Tag eine Wanderung, nicht einfach nur eine kurze, kleine, feine. Nein, so eine richtig richtige Wanderung. Wäre ich jetzt eine dieser Personen, die am Handgelenk eines dieser Geräte trägt, die den Herzschlag, die gegangenen Schritte, die gelaufenen Kilometer, die gekeuchten Höhenmeter und was-weiss-der-Himmel-noch-was messen, könnte ich euch jetzt wahrscheinlich mit ein paar imposanten Zahlen ziemlich beeindrucken. Weil mich dieser Schnickschnack aber nicht interessiert, müsst ihr mir - und meinen Füssen - einfach glauben. Als Beweismittel könnte ich eine Zillion sensationelle Wahnsinnsbilder von atemberaubenden Küstenabschnitten posten - oder ein Bild meiner Blasen am rechten Fuss. (Würde ich das bei einer Lesung erzählen, würden 95 Prozent aller Jugendlichen das Bild mit den Blasen sehen wollen, womit meinen Füssen Gerechtigkeit getan wäre - aber ganz ehrlich, dieses Bild gibt's nicht mal, weil ich sensationelle Wahnsinnsbilder von atemberaubenden Küstenabschnitten wesentlich schöner finde als solche von Blasen an den Füssen.)

Jetzt aber zur richtigen Mutprobe. "Die Mutprobe" ist ein echtes Gabathuler-Buch. Und doch anders, denn es hat gerade mal 30 Seiten. Yap. Richtig gelesen. 30 Seiten. Seit Monaten kündige ich diese Geschichte bei Lesungen an, weil ein gar nicht so kleiner Teil meines Publikums meine Bücher zu dick findet. Bei der "Mutprobe" lasse ich dieses Argument nicht gelten. 30 Seiten schafft jede(r)! Das Tolle: In diesen 30 Seiten ist alles, was eine Geschichte unterhaltsam und spannend macht.

Darum geht es:
Florian (15) und sein Bruder Yannik (13) haben sich nicht gerade viel zu sagen. Florian ist ein Draufgänger und Macker, der ehrgeizige Yannik will Profifussballer werden. Eine misslungene Mutprobe und der darauf folgende Medienrummel bringen die beiden vollends auseinander. Bis sich Samira (13) einmischt. Aber auch sie kann nicht verhindern, dass sich Yannik auf eine Sache einlässt, die Florian das Leben kosten könnte.

Die Geschichte ist für Jungs und Mädels ab 11. Wer 10 ist, kann/darf sie auch lesen ;-). Und sie funktioniert auch prima für Jungs und Mädels, die 12 oder 13 und vielleicht sogar 14 sind. Erschienen ist "Die Mutprobe" im SJW-Verlag. Und was mich besonders freut: Illustriert hat sie Raphael Volery, ein Schweizer Illustrator, den ich grosse Klasse finde.

1 Kommentar:

Christa S. Lotz hat gesagt…

Küstenabschnitte mit Blasen an den Füßen abzuwandern empfinde ich ebenfalls als Mutprobe, Alice.Ich denke nur an die Kapwanderung auf Madeira im letzten Oktober. Diese steilen Treppen, uff! Und Glückwunsch zu deiner 30-Seiten-Mutprobengeschichte.

Christa