Donnerstag, 18. April 2013

Rechterückgabe und was man damit als Autorin machen kann

Eines meiner Bücher ist längst verramscht (d.h. auf den Wühltischen gelandet und dann in der Versenkung verschwunden), eines läuft aus, sprich, es ist bald einmal vergriffen (ich habe heute gesehen, dass man es zu ziemlich waghalsigen Preisen noch als Neuexemplar kaufen kann ... vielleicht sollte ich in dieses Geschäft einsteigen ;-) ) und ein drittes geht nächstens in die Verramschung. Das ist der Lauf der Dinge und von erfahrenen Autorenkollegen weiss ich, dass man sich daran gewöhnt.

Ist ein Buch nicht mehr lieferbar und wird es auch nicht mehr nachgedruckt, können Autoren die Rechte an ihren Texten zurückfordern. Ich habe das getan, einfach und unkompliziert per Mail an meinen Verlag. Gestern kam die schriftliche Bestätigung, dass ich die Rechte für zwei der Titel per sofort zurück erhalte (bei Titel drei werde ich wohl warten müssen bis die Verramschung durch ist).

Jetzt, wo die Rechte wieder bei mir liegen, kann ich damit tun, was ich will. Ich kann mir die Bestätigung an die Wand hängen, ich kann sie in einem Ordner aufbewahren oder ich kann sie wegwerfen. Ich kann das Buch anderen Verlagen anbieten, ich kann es selber herausgeben oder ich kann mich daran freuen, dass es das Buch eine Weile gegeben hat und es damit gut sein lassen.

Ich denke, es gibt Bücher, bei denen ich es gut sein lasse. Aber es gibt auch jene, von denen ich möchte, dass sie weiterhin erhältlich sind. Diese Bücher werde ich als eBooks herausgeben, allenfalls sogar als gedruckte Bücher (es gibt heute Möglichkeiten und Wege das zu tun, ohne sich horrend zu verschulden oder die nächsten 200 Jahre auf einem Riesenstapel unverkaufter Bücher zu sitzen).

Weil ich zwar immer wieder darüber nachdenke, aber mich noch nie so richtig reingekniet habe, beginnt nun erst einmal ein Recherche- und Lernprozess. Es gibt viele offene Fragen, viele Wünsche, einige Träume. Ich werde das langsam angehen müssen, denn im Augenblick stecke ich bis unter den Hutrand in Schreibarbeit. Aber etwas Fachlektüre lesen nebenbei, das sollte drin liegen.

Kommentare:

Nikola Hotel hat gesagt…

Liebe Alice,

es wird sehr spannend sein, Deine Idee, Wünsche und Träume zu verfolgen. Und ich finde es sehr schön, dass Du den Dingen Zeit lässt, in Dir zu reifen.
Einen Link-Tipp habe ich für Dich, da kann man sich wunderbar in kleinen Happen reinlesen, wenn man gerade ein paar Minuten übrig hat: Die Selfpublisher-Bibel von Matthias Matting:
http://selfpublisherbibel.de/

Liebe Grüße
Nikola

Andrea hat gesagt…

Ich bin gespannt, liebe Alice, was du weiter tun wirst. Lass uns an deinen Lern- und Denkprozessen teilhaben, ja?
Liebe Grüße
Andrea

Alice Gabathuler hat gesagt…

Danke für die Tipps, Nikola. Auch den der FB-Gruppe, bin schon beigetreten.

Danke auch für die guten Wünsche, Andrea.

Ich freue mich so richtig aufs Reinhängen in die Sache ... eigentlich bin ich schon mittendrin, dank Nikola. Und ich merke, dass ich VIEL mehr Möglichkeiten offen habe als ich dachte. Die muss ich mir jetzt sehr genau anschauen.

Klaus Baecker hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Klaus Baecker hat gesagt…

Hallo Alice,
habe Deinen Blog-Artikel schon mehrmals gelesen und bin schon gespannt auf deine Recherchen, da mich dieses Thema momentan selbst betrifft.
Eine Datenhaltungsfrist läuft demnächst für mein erstes Buch bei BoD aus. Gottseidank! Denn im Nachhinein haben sich doch ziemlich viel Fehler im Buch offenbart und ich möchte es jetzt noch einmal total überarbeiten. Das hätte ich auch schon während der Datenhaltung machen können, doch das ist dann mit erneuten und nicht wenigen Kosten verbunden,welche ich momentan aber nicht bereit bin zu bezahlen. das Schreiben soll doch mein Hobby sein und nicht das Bezahlen der Verlage.
Danke schon mal für die ersten Einblicke in dieses interessante und von den Verlagen unterschlagene Thema.Ich werde jetzt einer Deiner eifrigsten Blog-Leser werden und gespannt auf Infos warten.

Schöne Grüße in die Schweiz
Klaus

Alice Gabathuler hat gesagt…

Lieber Klaus

Ich arbeite mich vor :-) Übers Wochenende habe ich den ersten Ratgeber gelesen und viele Grundsatzinformationen erhalten. Zudem hat mich der Zufall einem Informatiker über den Weg geschickt, der gerade sehr professionell und ansprechend ein eBook aufbereitet hat und mir auf dem Smartphone gezeigt hat, wie es aussieht (klasse!).

Ganz wichtig, egal, wo man sich einliest, ob in Ratgebern oder Internetplattformen: Das Resultat muss absolut professionell daherkommen (auch wenn man als Hobby schreibt). Will heissen: Gut formatiert, gutes Cover, gute Klappentexte, gut lektoriert und vor allem ohne Fehler. Self Publishing heisst nicht, keine Kosten zu haben, im Gegenteil: Ich werde, wenn es bei mir soweit ist, jemanden dafür bezahlen, mir ein gutes Cover zu machen und vor allem werde ich mir ein wirklich gutes Lektorat leisten. Das heisst, ich werde Ausgaben haben. Die bekommt dann nicht ein Verlag, sondern Profis, die mir eine gute Qualität liefern.

An deiner Stelle würde ich mir beim nächsten Anlauf Zeit lassen, nicht voreilig veröffentlichen, sondern immer und immer wieder korrigieren, bevor du definitiv den "Veröffentlichen"-Knopf drückst. Fehler wird es dann wahrscheinlich immer noch drin haben (ich weiss aus meiner Erfahrung mit Verlagen, dass sich selbst dort noch Fehler im Text verstecken, die erst nach der Veröffentlichung gefunden werden - leider).

Zum Unterschlagen der Verlage: Sie unterschlagen nichts. Sie machen ihre Arbeit - einem Autor zu erklären, wie er selber veröffentlichen kann, wäre, als ob ein Eisverkäufer seinen Kunden zum Eisverkäufer an der nächsten Ecke schickt :-) Man muss schon selber herausfinden, wer wo welches Eis zu welchem Preis verkauft und wo es am besten schmeckt.