Sonntag, 28. April 2013

Ein paar Worte zum Offlinen

Vom Mittwoch bis heute Nachmittag war ich in den Bergen. Dort habe ich kein Internet und ein Handy, dessen Telefonnummer nur Familienmitglieder kennen. In der Abgeschiedenheit des Hauses im Tobel schreibe ich völlig konzentriert und unabgelenkt an meinen Texten und bin dabei extrem produktiv.

Weil man nicht den ganzen Tag schreiben kann, arbeite ich im Garten, der mehr Wildnis als Garten ist, kämpfe gegen Schnecken, Unkraut, Stacheln und den Steilhang, streiche Räume und seit neustem zimmere ich mir aus alten Bettern, die ich im Stall oben finde, meine eigenen Möbel - wobei ich ganz brauchbare Ideen habe, aber ziemlich wenig handwerkliches Geschick: Jeder, der mir beim Nägeleinschlagen zuschauen würde, bekäme einen Lachanfall (weil aber niemand zuschaut, macht das nichts). Dabei komme ich total zur Ruhe. Ich schaue nicht fern, kaufe keine Zeitungen, höre kein Radio. Ich gehe zu Bett, wenn ich müde bin (SEHR spät) und stehe auf, wenn ich aufwache (ziemlich früh). Zeit spielt keine Rolle.

Manchmal komme ich dann zurück ins Tal, lese mich quer durch die Zeitungen der vergangenen Tage und frage mich, ob sich der 1. April wirklich so häufig wiederholen kann. Ich klicke mich durchs Internet und stelle fest, dass ich mir durch meine Abwesenheit extrem viel Ärgern erspart habe. Eigentlich ist es so: Wenn ich zurückkomme, hat sich nicht wirklich was verändert - es sind einfach ein paar Medienhypes und ein paar Aufreger unbemerkt an mir vorbeigezogen.

Ja, aber ... man kann doch nicht einfach weg und NICHT erreichbar sein!
Doch. Geht problemlos. Ich habe noch keinen Riesendeal verpasst, keine Lesung deswegen nicht bekommen, keinen Auftrag nicht erhalten. Wenn ich länger weg bin, gucken Herr Ehemann, Herr Sohn oder Frau Tochter in meine Mailbox und rufen mich an, falls etwas wirklich, wirklich dringend ist. Das geschieht aber selten. Und dann antworten sie für mich.

Ich offline liebend gerne. Je länger je mehr. Dafür haue ich mich dann so richtig ins Internet rein, wenn ich im Tal unten bin. Inzwischen weiss ich auch, dass ich nicht permanent in die Berge ziehen will. Weil ich da die ganze Arbeit samt Internet mit hochnehmen müsste. Damit wäre alles dahin, was ich jetzt in den Bergen oben finde. Ich werde also zwischen den Welten pendeln und in beiden die beste Seite leben.

Und falls sich jetzt jemand fragt, wie Möbel von der Frau Gabathuler aussehen. So (die Deko habe ich auch nicht gekauft, sondern zusammengesucht aus dem, was halt noch oben in den Bergen zu finden war - samt Karte einer sehr, sehr lieben Freundin):





1 Kommentar:

Jutta Wilke hat gesagt…

Wie wunderschön deine Möbel sind! Und ich beneide dich um die Freiheit in den Bergen. Heute ist eine Schreibnacht ... ich will - ich muss morgen abgeben, um nicht meinen nächsten Projekten im Weg zu stehen. Die Gedanken an diese schönen Fotos werden mich jetzt durch die Nacht tragen und der feste Entschluss, mir so schnell es geht alles vor Ort anzuschauen.
Ganz liebe Grüße
von einer Freundin ;-)
Jutta