Sonntag, 12. Februar 2012

Apfel-Lobbying in der Schule

Die Computerfirma mit dem Apfel drängt schon länger an die Schweizer Schulen. Abgesehen davon, dass ich eine ausgewachsene Apfel-Aversion habe, nervt es mich, dass so etwas an unseren Schweizer Schulen erlaubt ist:
«Apple Distinguished Educators» heisst der kleine, feine Zirkel der Werbeträger. 28 Schweizer Lehrer dürfen den Titel bereits tragen. «Sie unterstützen den Einsatz von Apple-Produkten als Lernhilfen», heisst es auf der Homepage des Konzerns.
(Quelle: Der Sonntag)
70 Prozent Marktanteil hat Apple mittlerweile an unseren Schulen. In Pilotprojekten wird das iPad in den Unterricht integriert. Die Lehrer (Apple Distinguished Educators?) überschlagen sich vor Begeisterung.

Ich bin froh, sind meine Kinder aus dem Schulalter raus. Ich müsste sie in eine Privatschule schicken oder selber unterrichten, wenn ich diesen ganzen Hurra-Hype nicht mitmachen möchte - und nein, ich möchte NICHT! Denn, das Lebensgefühl, das die Apfel-Firma vermittelt, kann und wird mir gestohlen bleiben.

Mir ist egal, wer privat auf den elektronischen Schiefertafeln spielt, wer sich jedes neue Apfel-Produkt ehrfürchtig zu einem überteuerten Preis im Laden kauft, wer findet, es lebe nur richtig, wer einen Apfel mit sich rumschleppt. Jeder so, wie er will. Aber bitte kein Gruppenzwang. Und schon gar kein Lobbying an unseren Schulen.

Kommentare:

AnnetteWeber hat gesagt…

"Think different" heißt die Apfel-Werbung!
Na bitte!

Alice Gabathuler hat gesagt…

- Teilnahme der Lehrkräfte an nationalen und internationalen Seminaren gehen auf Konzernkosten

- Die Apfel-Lehrer sollen ihre Erfahrungen gegen ein Honorar von einigen hundert Franken pro Tag weitergeben - pro Jahr an mindestens sechs Tagen

- Von der Apfel-Firma bekommen sie "Eine enge Zusammenarbeit mit dem Sales und Marketing-Team"

Der gekaufte Lehrer. Der Lobbyist. Da muss niemand mehr denken, nicht mal "different". Sondern einfach kaufen, was er vorschlägt.

AnnetteWeber hat gesagt…

Unfassbar.