Dienstag, 20. Oktober 2009

Killing God

Wenn ich mir in den nächsten 12 Monaten nur ein einziges Buch kaufen dürfte, ein einziges nur, dann wäre das Killing God von Kevin Brooks.

Wenn ich in den nächsten 12 Monaten nur ein einziges Buch lesen dürfte, dann wäre das Killing God von Kevin Brooks.

Wenn ich als Autorin einen Wunsch frei hätte, dann würde ich mir wünschen, einen Buchanfang so hinzubekommen wie Kevin Brooks in Killing God.

Zwei ganz kurze Passagen daraus

Fourth thing – I’m totally unattractive and I don’t give a shit.

And last thing – today is the first day of January, the start of a brand-new year. And tomorrow I’m going to start killing God.

Die ganze erste Seite gibt es hier, und wer sie nicht liest, verpasst etwas.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Schon bestellt, Alice! Meine Bewunderung für KB ist nicht ganz so uneingeschränkt wie deine ;), aber wenn er mich packt, dann richtig.
Hast du "Kissing the Rain" gelesen? Das war eins der Bücher, bei denen ich nicht über die ersten 20 Seiten rausgekommen bin :(.

Vielen Dank für den Tipp.
Christien

Alice Gabathuler hat gesagt…

Liebe Christine

Ich habe mir "Kissing the Rain" vor der Buchmesse gekauft und gestern Abend zu lesen begonnen.

Mich hätten die ersten 20 Seiten von den Füssen gehauen, wenn ich nicht im Bett gelegen hätte.

Der Mann klingt tatsächlich wie ein 15-jähriger Junge. Aber auf eine sehr literarische Art. Der Sprachrhythmus ist einfach genial. Sein Erzählstil einmal mehr eine Klasse für sich.

Ich habe Kevin Brooks im Plenum über seine Figuren befragt und war total gefangen von dem, was er erzählt hat. Nach der Lesung sagte er zu mir: "Kissing the Rain" war das Schwierigste - ich war ein Jahr lang ein übergewichtiger, nicht immer sympathischer 15-jähriger Junge."

Faszinierend an der Sache: Brooks passt in jedem seiner Bücher die Erzählsprache seines Ich-Charakters an. Und jedesmal passt es total. Für mich ist Brooks ein Sprachkünstler.

Alice

Anonym hat gesagt…

Liebe Alice,

ich finde es immer wieder spannend, wie unterschiedlich Bücher wirken und aufgenommen werden. Ich fühlte mich nämlich (zumindest in der deutschen Übersetzung) nicht wirklich mit einem fünfzehnjährigen Jungen konfrontiert.

Dass KB so in seine Figuren hineinschlüpft, kann ich allerdings sehr gut nachfühlen. (Dass passiert mir in guten Momenten auch :).)

Und nun bin ich extrem gespannt auf "Killing God" und darauf, wie sich ein männlicher Autor in ein fünfzehn(?)jähriges Mädchen einfühlt.

Christine B.

Jutta Wilke hat gesagt…

Ich habe mir Kissing the Rain als Hörbuch auf meinen MP3 Player geladen. Die ersten Seiten hatte ich im Buch angelesen und dann wollte ich das weiter lesen und hatte keine Zeit mehr, weil hier gerade Großbaustelle herrscht. Also - Hörbuch auf die Ohren beim Renovieren. Ich habe manchmal minutenlang nur stillgestanden und zugehört. Vor allem die Szenen in der Schule, die Hänseleien, die Quälereien durch die Mitschüler gingen mir unglaublich unter die Haut. Ich glaube sofort, dass Kevin Brooks während des Schreibens ein fetter pubertierender Junge war, von allen rumgeschubst, von allen gehänselt und fürchterlich in der Klemme.
Faszinierend finde ich die inneren Monologe des Jungen. Die Einblicke in seine Art und Weise zu denken, die Welt zu sehen.
Ich habe das Hörbuch an einem Tag von vorne bis hinten durchgehört und sobald ich hier wieder mehr Zeit habe, will ich das Buch auch noch einmal lesen.
Liebe Grüße
Jutta

Anonym hat gesagt…

Jetzt habt ihr mich so weit: Ich versuch's noch mal. Vielleicht geht es mir ja wie mit "Starkstrom" ;).

Christine B.

Jutta Wilke hat gesagt…

:-)

Jutta