Samstag, 15. März 2008

Lesung in Balzers

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Viele der Klassen, die ich besuche, bereiten sich in irgendeiner Form auf mein Kommen vor. Jedesmal bin ich überrascht - nicht selten auch gerührt - darüber, wie viel Energie und Zeit die Schülerinnen und Schüler in diese Vorbereitung stecken.

Einen ganz besonderen Empfang bereiteten mir am Freitag zwei Oberstufenklassen in Balzers. Sie hatten einzelne Passagen aus dem Buch zu Theater-/Filmszenen umgeschrieben und eingeprobt. So wurde ich unversehens zur gespannten Zuschauerin und durfte mir den "Blackout" ansehen (statt aus ihm vorzulesen). Ich wurde so stark in die Szenen hineingezogen, dass ich ganz vergass, Fotos zu machen - Szene 5 musst für mich nochmals nachgestellt werden, damit ich von jeder Szene eins oder mehrere Bilder hatte.

Ich möchte euch diese Bilder nicht vorenthalten:

Nick und Carla gehen in den Ausgang und bestellen sich einen Drink.

Carla bittet Nick, mit ihr zu tanzen. Etwas widerwillig schliesst er sich ihr an.


Carla sagt Nick, dass sie es gut findet, dass er jetzt bei ihrer Familie lebt.

Nick geht nach Chur und trifft auf Junkie Mike.

Caduff fährt Nick nach Hause ...

... wo sie auf Haushältern Erna und ein umgestaltetes Zimmer treffen.

Carla erzählt Nick von ihrem Praktikum - er ist nicht begeistert!

Zusammen mit Finn sucht Nick Antworten auf seine Fragen. Ein paar davon erhalten Sie von Thomas.

Ich habe mir immer gewünscht, den "Blackout" einmal als Film zu sehen - und ich kann nur sagen, dass mir dieser "Film" sehr gut gefallen hat.

Nach dieser Vorstellung habe ich darüber berichtet, wie der "Blackout" entstanden ist und habe gaaaaaaanz viele Fragen beantwortet. So viele, dass am Ende zum Vorlesen aus "Schlechte Karten" beinahe zu wenig Zeit blieb.

Was für ein Wochenabschluss! Vielen Dank an euch alle!

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ein Eintrag im Literaturblog beim tagi: ".....Sind Sie es Leid, ständig Leuten „auf Wiedersehen, merci“ nachzurufen, die es von Rechts wegen verdienten, mit Benzin übergossen und angezündet zu werden?"

Die Antwort der Autorin dieses Blogs (Alice - http://wwwkreuzundquer.blogspot.com
): "...Darf ich Ihnen einen Benzinkarnister schenken?

Mitfühlende Grüsse"

Mein Kommentar:

"ARE YOU EVEN MORE NUTS? Fuer das Mitgefuehl muessten sie sich wohl selber anzuenden. oeffentlicher aufruf zu gewalttaten ist in ihrem land doch strafbar, nicht? auch mithilfe."

Und Sie machen Lesungen in SCHULEN?

Alice hat gesagt…

Lieber anonym

Da brach mein schräger Humor für Sie wohl zu sehr durch. (Ich liess mich von Christoph Simon anstecken, womit ich ihm aber keinesfalls die Schuld in die Schuhe schieben möchte, diese Verantwortung nehme ich auf meine Kappe.)

Mich selber anzuzünden geht mir einen Tick zu weit. Und mir scheint, da ist auch bei Ihnen eine klitzekleine Sicherung durchgebrannt beim Schreiben dieser Zeilen.

Abkühlende Grüsse

Alice hat gesagt…

Auf dem Literaturblog beim Tagi (ein absolut lesenswerter Blog übrigens!) habe ich McCain (so heisst anonym dort) eine etwas ausführlichere Antwort gegschrieben, die ich hier ebenfalls einstelle:

Lieber McCain (danke, das ist besser als "anonym" in meinem Blog)

Der Versuch einer Antwort. Es sind eigentlich zwei Versuche. Ein kurzer und ein etwas längerer.

Der kurze Versuch:
Ja, ich habe mich tatsächlich prächtig amüsiert ob dem Beitrag von Christoph Simon - und nein, nicht wegen des letzten Satzes, sondern ganz allgemein (der Grund folgt im längeren Versuch) - und mein schräger Humor hat sich von seinem mitreissen lassen (wofür ich die Verantwortung nicht an Herrn Simon abschieben, sondern sie selber tragen möchte).

Der längere Versuch:
Schriftsteller sind in der Vorstellung vieler Leute edele Menschen, die sich politisch und gesellschaftlich für Benachteiligte einsetzen, sich hauptsächlich aber im stillen Kämmerlein oder dem "richtigen" Schreibcafé wichtige und gewichtige Worte einfallen lassen. Herr Simon kratzt an diesem Bild. Mit billigen Dennerbier und einem Internet-Anschluss, den seine Mitbewohner zahlen. Mit der nüchternen Schilderung seines Alltags, ohne dass er dabei je ins Lamentieren gerät. In seiner Kolumne gestern hat er einen sehr mutigen Schritt getan: Er hat uns in die dunklen Ecke der Autorenseele blicken lassen, in die kleinkrämerischen und kleinlichen Gedanken, die selbst einen so "edlen" Menschen wie den Schriftsteller heimsuchen können: Selbstzweifel, Neid und Groll. Lassen wir vorerst den letzten Abschnitt weg und reden von dem restlichen Text: Er tut das auf eine herrlich selbstironische, schräge Art und Weise, dass man nicht anders kann, als darüber zu lachen. Ich habe diese Zeilen absolut befreiend gefunden und herzhaft gelacht beim Lesen.

Zum letzten Abschnitt, jenem, der Sie so in Rage versetzt hat: Herr Simon lässt da seine Gedanken explodieren - es ist die logische Konsequenz und das unerschrockene Nichtinnehalten vor dem gedanklichen letzten Schritt. Zugegeben, es ist ein sehr happiges Ende und auch ich habe mich beim Lesen gefragt, ob er nicht etwas anderes hätte in Rauch und Asche aufgehen lassen (zum Beispiel einen Stapel Zeitungen). Ich habe mich auch gefragt, wie lange Herr Simon gezögert hat, den Text genau so abzuschicken (er musste mit Reaktionen wie der Ihren rechnen) - und ich bin überzeugt, dass er es nicht aus Kalkül getan hat.

Ich sehe das so: Er ist die ganze Strecke dunkler Gedanken gegangen, die er im richtigen Leben nie und nimmer ausleben würde (ich übrigens auch nicht). Sowohl er als auch ich sind im fiktiven Text geblieben. Und haben es fiktiv knallen lassen.

Was dann brennt am Ende: Das ganze kleinkrämerische Gedankengut, das selbst den edelsten Menschen ab und zu anfällt. Dazu der angebotene Karnister und das Mitgefühl als Ausdruck dafür, dass auch ich diese ganz dunklen Gedanken kenne.

Es kann so weitergehen: Nach der Exlosion der dunklen Gedanken ist wieder Platz für das reale Gute, das gelassene Annehmen des Alltags. Das ist einer der Vorteile des Schriftstellerlebens: Wir können unsere dunkelsten Gedanken auf dem Papier ausleben (ich schreibe deshalb Krimis und gestehe das auch bei meinen Schullesungen).

Was ich übersehen habe - weil es für mich nicht vorstellbar ist: Dass jemand den Text so liest wie Sie. Als reale Aufforderung, jemandem weh zu tun. Und es zeigt mir wieder einmal, dass man mit Wörtern vorsichtig umgehen muss.

Alice

Anonym hat gesagt…

Alice, ich habe Ihnen auf dem literaturblog geantwortet.
Mir ging es hier auf Ihrem Blog um den Zusammenhang mit Kindern.

Ich nehme nicht an Social Networks teil (datenschutz und andere bedenken, ich arbeite in dem business).

McCain