Samstag, 5. Januar 2008

Kein Bild, eine männliche Stimme und jede Menge Spass

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Bis jetzt habe ich zu jeder Lesung meine Digicam mitgenommen und mein Publikum fotographiert - und gestern, wo es zum ersten Mal hätte passieren können, dass nicht alle aufs Bild gepasst hätten, habe ich das Dingens zu Hause liegen gelassen ...

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.... guckt mich nicht so an! Nein, ich habe kein Handy, mit dem ich ein Photo schiessen könnte. Ich habe eingentlich gar keins. "Eigentlich", weil ich schon eins habe, so ein Stück fürs Museum, ein Uraltmaschinchen mit dem ich in ein paar Jahren vielleicht schon wieder hip bin - im Moment aber damit kein einziges Sträusschen gewinnen könnte. Es ist nie eingeschaltet, liegt zu 99,5 % aller Zeit zuhause rum und wird nur benutzt, wenn ich weggehe. Und das auch nur, weil es ja nirgends mehr Telefonzellen gibt, aus denen man anrufen könnte.

Wo war ich? Ach ja, bei der Lesung. Die war klasse. Wenn sie den Leuten nur halb so viel Spass gemacht hat wie mir, dann hatten sie einen guten Abend. Die Sache war eigentlich schon gelaufen, als ich sie mit einem Zitat einer Autorenkollegin begrüsste. Ich hatte besagte Kollegin gefragt, wie sie denn Lesungen für Erwachsene gestaltet, da ich bis mehrheitlich vor Jugendlichen gelesen habe. Sie empfahl mir, am Anfang das Programm für den Abend bekanntzugeben

"Dann weiß jeder, was auf ihn zukommt und keiner rutscht ungeduldig hin und her, weil er keine Ahnung hat, wann die dicke Frau da vorne endlich zu quatschen aufhört."
(Brigitte Melzer, Jugendbuchautorin)

Hat funktioniert. Niemand ist gerutscht, ich habe mich an das angekündigte Programm gehalten, zum Lesen habe ich mir zwecks Abwechslung eine männliche Stimme aus dem Publikum geliehen (danke, Ludwig), damit in die Dialoge etwas mehr Pfupf kam. Es kamen spannende und provozierende Fragen aus dem Publikum (danke, Felix, für die provozierende Frage). Ich habe Bücher signiert und danach ... danach haben wir politisiert. Aber das ist ein anderes Thema (ich LIEBE politische Diskussionen).

Last but not least: Das der Lesung vorangehende Essen war köstlich.

Kommentare:

Hanspeter Gautschin hat gesagt…

Machst Du nur Lesungen auf Einladung oder planst Du (oder der Verlag) Deine Lesungen? Beim aufmerksamen Studium Deiner Beiträge ist mir nämlich aufgefallen, dass Du schwerpunktmässig in der Ostschweiz bis max. Zürich Deine Lesungen abhältst? JA, KÖNNEN DENN DIE BASLER, BERNER UND KONSORTEN NICHT LESEN?

Alice hat gesagt…

Hallo Hanspeter

Ich gehe, wohin immer man mich einlädt (Bora Bora fehlt leider noch).

Bis jetzt sind die Anfragen über das Kontaktformular meiner Webseite hereingekommen.
Der Thienemann Verlag ist aber aktiv bei der Vermittlung von Lesungen. Er kreiert die wunderschöne Lesungsbroschüre "Erzähl mir was", in der ich dieses Jahr - zum ersten Mal - auch aufgeführt bin. Dass ich vorher nicht darin vertreten war, hat einen einfachen Grund: Ich habe erst 2007 mein erstes Buch veröffentlicht. Ich bin ja mal gespannt, ob da was reinkommt (ich würde gerne einmal Hamburg anschauen ;-) ).

Für Schullesungen sind für 2008 schon ein paar Daten gebucht, und da geht es dann auch etwas weiter weg von der Ostschweiz:

4. März 2008: Real- und Sekundarschule Rüfenach & Sekundarschule Baden

7. März 2008: Sekundar- und Realschule Mellingen & Bezirkschule Mellingen

13. März 2008: Sonderschule Schachen

29. April 2008: Primarschule Sevelen

10. Juni 2008: Oberstufe Tafers

Tafers zum Beispiel, ist ein ganz schönes Stücken von mir weg :-)

Alice